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Neuer Haustarif für ärztliches Personal am Uniklinikum Dresden

Uniklinikum und Marburger Bund verständigen sich auf neuen Tarifvertrag
mit einer Laufzeit von 18 Monaten. Inhalt sind Zuschläge für Ruf- und
Bereitschaftsdienste an Sonn- und Feiertagen sowie eine Erhöhung des
Zuschlags zum Job bzw. Deutschland-Ticket. Bekenntnis zum
Zusatzurlaubsanspruch und Ausbau der Mitarbeitenden-Benefits.

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Marburger Bund
(MB) Landesverband Sachsen haben sich auf die Änderung des
Haustarifvertrages für die hier beschäftigten Ärztinnen und Ärzte
geeinigt. Demnach werden die Tabellenentgelte der medizinischen
Mitarbeitenden in drei Stufen erhöht. Weitere wesentliche Bestandteile des
Vertrags sind die Einführung von Zeitzuschlägen für den gesamten Ruf- und
Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen sowie für Aktivzeiten im
Rufbereitschaftsdienst. Weiterhin profitieren Ärztinnen und Ärzte am
Uniklinikum künftig von erweiterten Benefits, wie der Möglichkeit, ein
zweites Job-Rad zu leasen. Nunmehr haben auch Beschäftigte die
Möglichkeit, einen freien Tag bei Niederkunft der Lebenspartnerin oder bei
Geburt des angenommenen Kindes des nichtehelichen Partners in einer
verfestigen Lebensgemeinschaft in Anspruch zu nehmen. Der neu
ausgehandelte Tarifvertag tritt rückwirkend zum 1. Januar 2024 in Kraft
und ist anderthalb Jahre gültig. „Die jetzt ausgehandelten vertraglichen
Regelungen schaffen die Basis für eine verantwortungsbewusste und
wertschätzende Zusammenarbeit mit unseren Ärztinnen und Ärzten. Wir können
damit weiterhin den besonderen Bedürfnissen der ärztlichen Kolleginnen und
Kollegen gerecht werden – und zwar verlässlich in den kommenden anderthalb
Jahren“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner
Uniklinikums.

Die Einigung sieht steigende Entgelte in drei Stufen vor: Rückwirkend zum
1. Februar 2024 steigen die Gehälter des ärztlichen Personals um vier
Prozent. Eine weitere Erhöhung um vier Prozent folgt am 1. Juli 2024, die
dritte um noch einmal zwei Prozent am 1. Januar 2025. Weiterhin haben sich
die Partner auf eine veränderte Bewertung der entgeltrelevanten
Arbeitszeit im Rahmen der Bereitschaftsdienste geeinigt und zudem
festgelegt, dass auch die im Bereitschaftsdienst geleisteten Nachtstunden
durch Zusatzurlaubstage Ausgleich finden. Künftig erhalten Ärztinnen und
Ärzte für Ruf- und Bereitschaftsdienste 25 Prozent Zuschläge für
Sonntagsdienste und 35 Prozent für Einsätze an Feiertagen.

„Ärztinnen und Ärzte müssen den hohen Anforderungen ihrer Tätigkeit
gerecht werden können, ohne dabei ihre eigene Gesundheit zu gefährden.
Dies gilt insbesondere für die Tätigkeit in einem Universitätsklinikum.
Neben einer angemessenen Entwicklung der Vergütung haben wir deshalb einen
besonderen Ausgleich für Bereitschaftsdienste gefordert, die in den
Nachtstunden erbracht werden müssen. Mit der Tarifeinigung ist es uns
gelungen, die Regelungen zum Zusatzurlaub auf Bereitschaftsdienste
auszuweiten. Ärztinnen und Ärzte, die regelmäßig solche Dienste erbringen,
erhalten ab dem Jahr 2025 ein bis vier Tage Zusatzurlaub zum Ausgleich der
erhöhten Gesundheitsbelastung. Daneben werden alle Bereitschaftsdienste
grundsätzlich besser bewertet“, sagt Steffen Forner, Geschäftsführer des
Marburger Bundes Sachsen.

„Neben dem Ausgleich für Bereitschaftsdienste in der Nacht durch
Zusatzurlaubstage sowie den finanziellen Ausgleich von Ruf- und
Bereitschaftsdiensten während Sonn- und Feiertagen ist uns auch wichtig,
dass unsere Ärztinnen und Ärzte von den Mitarbeitenden-Benefits
profitieren. Deshalb haben wir auch hier nachjustiert“, sagt Frank Ohi,
Kaufmännischer Vorstand am Uniklinikum. So erhalten auch ärztliche
Mitarbeitende künftig einen zusätzlichen freien Tag bei der Geburt des
Kindes – unabhängig von Ehe oder eingetragener Lebenspartnerschaft.
Weiterhin wurde ein Zuschlag von 25 Prozent zum Deutschland-Ticket sowie
die Möglichkeit für ein zweites Fahrrad im Rahmen des Bikeleasings
beschlossen.

„Mit unserem Haustarif für unser ärztliches Personal bieten wir nicht nur
eine wirksame Entlastung im Arbeitsalltag, sondern auch ein Angebot für
eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Die Einigung jetzt unterstreicht
dieses Ansinnen. Dies ist nicht nur im Sinne eines gut und effizient
arbeitenden Klinikums sowie zufriedener Mitarbeitender, sondern auch ein
Signal dafür, dass wir weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber sind“, sagt
Bärbel Kristina Behr, Direktorin Human Resources am Uniklinikum.

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Hochschule Nordhausen setzt Maßstäbe für nachhaltigen Campusbetrieb als Vorbild für öffentliche Gebäude und Unternehmen

Hochschulen fungieren nicht nur als Bildungsstätten für zukünftige
Entscheidungsträger, sondern auch als (Diskurs-) Räume, die eine
Schlüsselfunktion im gesellschaftlichen Transformationsprozess einnehmen.
Vor diesem Hintergrund bündeln vier Thüringer Hochschulen im Rahmen des
Forschungsvorhabens "KLIMA-Netzwerk für mehr Nachhaltigkeit in Thüringen"
ihre Kompetenzen, stellen sie im Netzwerk wechselseitig zur Verfügung und
entwickeln sie arbeitsteilig weiter.

Das KLIMA-Netzwerk ermöglicht es, Modellvorhaben pilotartig durchzuführen
und die Ergebnisse hochschulübergreifend zu verbreiten. Die Vorhaben sind
nicht auf die Hochschulen beschränkt, sondern integrieren Akteure aus
Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um gesellschaftliche
Strahlkraft in die Region und darüber hinaus zu entwickeln.

Die Hochschule Nordhausen ist eine von vier Hochschulen, die im
Forschungsprojekt KLIMA-N darauf abzielt, einen nachhaltigen
Campus­betrieb zu fördern. Das Gesamtprojekt besteht aus vier
Teilvorhaben, zu denen die Fachhochschule Erfurt, die Universität Erfurt,
die Technische Universität Ilmenau und die Hochschule Nordhausen forschen
und zusammenarbeiten. Das Thüringer Projektkonsortium wird durch die
Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst der Fachhochschule
Erfurt koordiniert. Die Förderung des Projektes im Rahmen der
Ausschreibung "Transformationspfade für nachhaltige Hochschulen" des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstreicht die Bedeutung
und Relevanz dieses Vorhabens für die nationale Forschungs- und
Bildungslandschaft.

Die Hochschule Nordhausen arbeitet daran, ihren Campus umweltfreundlicher
zu gestalten, indem sie sich auf die Verbesserung der Energie- und
Ressourcennutzung konzentriert. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene
Maßnahmen entwickelt, um dies zu erreichen. Dazu gehören
Effizienzmaßnahmen, die darauf abzielen, vorhandene Ressourcen besser zu
nutzen, sowie Konsistenzmaßnahmen, die sicherstellen sollen, dass die
Betriebsabläufe nachhaltig sind. Darüber hinaus werden Suffizienzmaßnahmen
ergriffen, um den Gesamtverbrauch von Ressourcen zu reduzieren.

In einem nächsten Schritt sollen konkrete Maßnahmen aus dem Projekt in die
Tat umgesetzt werden. Dies geschieht in Form eines Praxisprojekts, an dem
auch Studierende beteiligt sind. Das Ziel dieses Praxisprojekts ist es,
erste sichtbare Veränderungen auf dem Campus zu bewirken.

Hierzu wurden bereits konkrete Maßnahmen identifiziert. Beispielsweise
sind das
1) Begrünung des Campus: Baumpflanzungsinitiative für ökologische
Nachhaltigkeit
2) Visualisierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks: CO2-Ticker-Installation für
das Campus-Bewusstsein
3) PV-Parkplatz-Machbarkeitsstudie
4) Digitalisierung für nachhaltige Effizienz: Verringerung des
Materialverbrauchs durch Digitalisierung
5) Evaluierung des Energieeinsparpotenzials durch Smart-Meter-Analyse in
Hochschulgebäuden
6) Vorausschauende Modellierung des Energiebedarfs von Elektrofahrzeugen
und Integration in die Universitätsinfrastruktur
7) Verbesserung der Arbeitsplatzqualität durch grüne vertikale Trennwände

Abschließend wird ein Best-Practice-Leitfaden "Klimagerechter Campus"
entwickelt und veröffentlicht. Dieser Leitfaden dokumentiert die Methoden
und Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen. Zusätzlich plant die
Hochschule Nordhausen, die Übertragbarkeit dieser Maßnahmen zu prüfen und
Leitbilder für nachhaltiges Handeln abzuleiten. Dabei sollen die
gewonnenen Erfahrungen genutzt werden, um neue Beratungsprojekte zu
entwickeln und als Vorbild für andere Einrichtungen zu dienen, sowohl
innerhalb als auch außerhalb des Hochschulbereichs.

Um die Ergebnisse des Projekts erfolgreich in die Gesellschaft zu
übertragen, hat sich an der Hochschule Nordhausen eine Task Group
formiert. Angeführt von Dr.-Ing. Pascal Leibbrandt, der das Projekt
leitet, sowie Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak, Inhaber der Professur für
Regenerative Energiesysteme, und Gokarna Dhungel, M.Eng. vom Institut für
Regenerative Energietechnik. Diese Experten werden unterstützt von Daniel
Rübesamen, M.Eng., der das Sachgebiet Bau, Liegenschaften und Sicherheit
repräsentiert. Zusätzlich unterstützen Thomas Füldner  und Sara Schulz aus
dem Transferwerk  der Hochschule Nordhausen mit ihrer Expertise im Bereich
Transfer. Die Aufgabe der Task Force besteht darin, die Schnittstelle
zwischen Hochschulverwaltung, Forschung und Transferaktivitäten zu stärken
und die erarbeiteten Lösungen effektiv in die Gesellschaft zu tragen.

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Journalismuspreis Informatik 2023 verliehen

Das saarländische Wirtschaftsministerium hat gestern in Zusammenarbeit mit
dem Saarland Informatics Campus den Journalismuspreis Informatik
verliehen. Die Gesellschaft für Informatik e.V. ist dieses Jahr erstmals
als Partner des Preises dabei. Ausgezeichnet wurden ein Hörfunkbeitrag des
Südwestrundfunks, ein Online-Video der Neuen Zürcher Zeitung, jeweils ein
Artikel aus dem Wirtschaftsmagazin „brand eins” und dem Magazin „MIT
Technology Review” sowie ein Youtube-Format zum Wissenschaftsjournalismus.

Der Journalismuspreis Informatik wurde 2006 erstmalig ausgelobt und ist
insgesamt mit 16.000 Euro dotiert. Die Preisgelder der Hauptpreise in den
drei jeweils mit 5.000 Euro dotierten Kategorien „Text“, „Audio“, und
„Video und Multimedia“ stiftet das Ministerium für Wirtschaft, Innovation,
Digitales und Energie. Zudem stiftet das Deutsche Forschungszentrum für
Künstliche Intelligenz in diesem Jahr erneut einen mit 1.000 Euro
dotierten Sonderpreis. Ziel des Journalismuspreises Informatik ist,
qualitativ hochwertige Berichterstattung über Themen der Informatik zu
fördern.

Schirmherr Jürgen Barke, saarländischer Minister für Wirtschaft,
Innovation, Digitales und Energie, beglückwünschte die Preisträgerinnen
und Preisträger und sagt: „Mit dem Journalismuspreis Informatik wollen wir
Chancen und Risiken der Digitalisierung der breiten Öffentlichkeit
zugänglich und verständlich machen. Die Auszeichnung würdigt dabei vor
allem die herausragende Arbeit von Journalistinnen und Journalisten. Aber
sie würdigt eben auch die Bedeutung der Berichterstattung über Themen der
Digitalisierung und künstlichen Intelligenz für unsere Gesellschaft und
die wirtschaftliche Transformation. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen
und Preisträgern herzlichst und ermutige sie gleichzeitig, weiterhin mit
Leidenschaft und Engagement über die Themen der Digitalisierung und
künstlichen Intelligenz zu berichten. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem
Wert für unsere Gesellschaft und trägt maßgeblich dazu bei, dass wir die
Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation gemeinsam
meistern können.“

Insgesamt bewertete die Jury in diesem Jahr 70 Beiträge, darunter 44 in
der Kategorie Text, 15 in der Kategorie Audio und elf in der Kategorie
Video und Multimedia. Die Jury des Journalismuspreises Informatik bilden
Peter Bylda, langjähriger Redakteur der Saarbrücker Zeitung und nun freier
Journalist, Peter Hergersberg aus der Redaktion des Wissenschaftsmagazins
MaxPlanckForschung, Isabel Münch, Fellow der Gesellschaft für Informatik,
Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer der Bundesweiten Informatikwettbewerbe,
Florian Possinger vom Saarländischen Rundfunk, Vera Sikes,
Fachbereichsleiterin im Bundesamtes für die Sicherheit in der
Informationstechnik und Leiterin des BSI-Standorts Saarbrücken, Dr.
Christel Weins, Naturwissenschaftlerin und Mitgründerin des
Journalismuspreises, der freie Technik- und Wissenschaftsjournalist Peter
Welchering und Prof. em. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wilhelm, Informatik-
Professor der Universität des Saarlandes und langjähriger Leiter des
Leibniz-Zentrums für Informatik Schloss Dagstuhl.



Die prämierten Beiträge des Journalismuspreises Informatik 2023 im
Einzelnen:

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis in der Kategorie „Audio“ geht an
das Radio-Feature „Clickworker – Ausgebeutet für künstliche Intelligenz“
von Christian Kretschmer, erschienen am 24. August 2023 im Südwestrundfunk
bei SWR2.

Begründung der Jury: Künstliche Intelligenz ist nicht frei von Problemen,
das ist weithin bekannt: Vom überbordenden Energiehunger der KI oder von
den Urheberrechts-Problematiken generativer Modelle haben viele schon
gehört. Weit weniger präsent in der aktuellen KI-Diskussion ist
paradoxerweise die globale Trainingsdaten-Industrie, in der Millionen von
Menschen in höchst prekären Arbeitsverhältnissen gefangen sind. Für
Hungerlöhne erledigen sie teils traumatisierende Arbeiten, durch die
moderne KI-Systeme überhaupt erst möglich werden. Christian Kretschmers
aufwendig recherchiertes Radio-Feature gibt diesen ausgebeuteten
„Clickworkern“ eine Stimme und lässt Menschen aus Kenia und Kolumbien zu
Wort kommen, die in einer von schlechter Bezahlung, Überwachung,
Konkurrenzdruck und psychischer Belastung geprägten Branche arbeiten. Der
Beitrag gibt durch gut platzierte O-Töne und Experteninterviews einmalige
Einblicke in eine problematische Industrie, die von Unternehmen und
Nutzern in den reicheren Ländern leichthin oder eher durch Unwissenheit
gebilligt und damit unterstützt wird. Er zeigt auch auf, dass es dringend
ein Umdenken im Umgang mit dem „Human in the Loop“ braucht, ohne den die
Entwicklung von KI-Systemen auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird.

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis in der Kategorie „Video und
Multimedia“ geht an den Video-Beitrag „Unsere heutige Online-
Verschlüsselung wird einem leistungsstarken Quantencomputer nicht
standhalten können“ von Pascal Burkhard und Jasmine Rüegg, erschienen am
21. Dezember 2023 online bei der Neuen Zürcher Zeitung.

Begründung der Jury: Pascal Burkhard und Jasmine Rüegg legen einen
Videobetrag vor, der aufrüttelt und beunruhigt. Sie warnen eindringlich
vor dem „Q-Day“, dem Tag, an dem Quantencomputer so leistungsstark werden,
dass sie Verschlüsselungsmethoden, für die selbst modernste Supercomputer
heutzutage tausende bis Millionen Jahre rechnen müssten, binnen weniger
Minuten knacken. Sensibelste Daten wie Finanz- und
Gesundheitsinformationen könnten dann abgegriffen werden. Der Beitrag
schafft es, trotz der kurzen Dauer von nur rund sechs Minuten verschiedene
Konzepte der Kryptographie und des Quantencomputings aufzugreifen und
fachlich korrekt, dabei dennoch anschaulich und leicht verständlich zu
erläutern. Die Thematik hat eine riesige Relevanz, und dank der
zugänglichen Präsentation adressieren die Journalisten mit ihrem Beitrag
ein breites Publikum und schaffen damit das notwendige Problembewusstsein.

In der Kategorie „Text“ hat die Jury in diesem Jahr entschieden, den Preis
in zwei gleichwertige Hauptpreise zu teilen (jeweils 2.500 Euro).
Ausgezeichnet werden Holger Fröhlich für den Artikel „Im Spinnennetz“,
erschienen am 1. Februar 2023 in der Wirtschaftszeitung „brand eins“, und
Wolfgang Stieler für den Artikel „Der Geist in der Maschine“, erschienen
am 11. Mai 2023 im Magazin „Technology Review“.

Begründungen der Jury: Das Internet ist nur kostenlos, weil andere damit
Geld verdienen. Dieses bekannte, aber ungemütliche Faktum wird bei der
Nutzung von Online-Anwendungen wie Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder
Navigationsapps oftmals verdrängt. Denn wer solche Dienste verwendet, wird
selbst zur Ware – und zwar auf einem globalen, „AdTech“ genannten
Schattenmarkt. Holger Fröhlich analysiert in seinem packend geschriebenen
Artikel die Missstände dieses entfesselten Marktes für personalisierte
Werbung und zeigt etwa auf, wie in Millisekunden vollkommen automatisiert
detaillierte Persönlichkeitsprofile an hunderte Datenhändler weltweit
versteigert werden. Der Artikel sensibilisiert für ein höchst relevantes
Problem und wendet sich damit an einen großen Adressatenkreis. Die
umfassende Recherche wird durch zahlreiche Beispiele lebendig und zeigt
auch positive Gegenbeispiele auf, die belegen, dass die AdTech-Branche
nicht zwingend derart räuberisch sein muss.

Sind große Sprachmodelle nur ein stochastischer Papagei, oder steckt mehr
in den wortgewaltigen Maschinen? Wolfgang Stielers Beitrag erläutert
anhand zahlreicher wissenschaftlicher Beispiele, wie Forscherinnen und
Forscher verschiedener Disziplinen versuchen, dieser philosophischen Frage
auf den Grund zu gehen. Dabei zeigt er auf, dass die Debatte darum, ob und
wie viel ‚echte‘ Intelligenz in den gerade so gehypten großen
Sprachmodellen steckt, kein reines Problem der Informatik mehr ist. Es
bedarf gesellschaftlicher Auseinandersetzung und Regulierung. Der Beitrag
nimmt sein Publikum ernst und mutet ihm zuweilen eine hohe Faktendichte
zu, bringt dadurch aber höchst aktuelle Entwicklungen der Informatik
fachlich spannend auf den Punkt.

Der mit 1.000 Euro dotierte Sonderpreis des Deutschen Forschungszentrums
für Künstliche Intelligenz (DFKI) prämiert den Videobeitrag „Wir haben KI
die Zukunft der Menschheit generieren lassen“ von Cedric Engels, Carolin
Riethmüller, Mick Mahler, Jonas Bradtke, Marian Knittler, Pascal Rausch,
Hannes Gabelmann, Manuel Zilleken und Jakob Göß, erschienen am 16. April
2023 bei dem Kanal „Dr. Whatson“ auf der Plattform Youtube.

Begründung der Jury: Dem Team des YouTube-Kanals „Dr. Whatson“ rund um
Moderator und Geschäftsführer Cedric Engels gelingt es auf bemerkenswerte
Weise, komplexe Inhalte verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen
kompakt und verständlich auf den Punkt zu bringen. In dem hier prämierten
Beitrag zeigen sie, wie man durch den Einsatz diverser KI-Tools eine
Arbeit, die noch vor rund einem Jahr Monate in Anspruch genommen hätte,
binnen einer Woche bewältigen kann. Das Team produzierte einen
Animationsfilm, bei dem fast alle Produktionsschritte, von der Konzeption
über den Text bis hin zur Erstellung des Bildmaterials und der Animation
mit Hilfe von KI-Systemen durchgeführt wurden. Der Film ist eine Werkzeug-
Schau mit Wow-Effekt und die Ergebnisse sind für Zuschauerinnen und
Zuschauer jeden Alters höchst beeindruckend.


Über die Gesellschaft für Informatik e.V.
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist die größte Fachgesellschaft
für Informatik im deutschsprachigen Raum. Seit 1969 vertritt sie die
Interessen der Informatikerinnen und Informatiker in Wissenschaft,
Gesellschaft und Politik und setzt sich für eine gemeinwohlorientierte
Digitalisierung ein. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen
und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle
Disziplinen in der Informatik. Die GI hat sich Ethische Leitlinien
gegeben, die ihren Mitgliedern als Orientierung dienen. Weitere
Informationen finden Sie unter www.gi.de

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Open Ship hoch 2: IOW lädt ein zum Besuch auf gleich zwei Forschungsschiffen und zu geballtem Ostseewissen für Jedermann

Eintritt frei – Willkommen an Bord! Am 23. Mai 2024 lädt das Leibniz-
Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) von 10:00 – 18:00 Uhr dazu
ein, die beiden IOW-Forschungsschiffe MARIA S. MERIAN und ELISABETH MANN
BORGESE zu besichtigen und sich außerdem über aktuelle Ostseeforschung zu
informieren. An Infoständen zu verschiedenen Themen können Interessierte
mit den Forschenden des Instituts direkt ins Gespräch kommen; zusätzlich
präsentiert eine Vortragsreihe neueste Forschungserkenntnisse aus dem IOW.
Liegeplatz der beiden Schiffe: Warnemünder Cruise Center, Am Passagierkai
3, 18119 Rostock-Warnemünde. Programmüberblick: https://www.io-
warnemuende.de/openship2024.html

Wie sieht es auf der Brücke eines Forschungsschiffes aus, wie in den
Schiffslaboren? Was für Messgeräte gibt es an Bord und wofür werden sie
gebraucht? Und wo schlafen die Forschenden eigentlich, wenn sie viele Tage
auf See unterwegs sind? Wen zu solchen Fragen die Neugier plagt, der wird
viel Freude an den Parcours haben, auf denen man in der kommenden Woche
die beiden Forschungsschiffe MARIA S. MERIAN und ELISABETH MANN BORGESE
erkunden kann. Die Rundgänge schließen außerdem Infostände zu 10
Ostseethemen ein; zusätzlich runden zwischen 11:00 und 17:00 Uhr neun
Vorträge auf der MARIA S. MERIAN mit allgemeinverständlichen Einblicken in
verschiedenste Forschungsarbeiten des IOW das Programm ab.

„Es kommt nicht oft vor, dass beide IOW-Forschungsschiffe zeitgleich in
ihrem Heimathafen Rostock liegen. Das war für uns ein hoch willkommener,
schöner Anlass für unser doppeltes ‚Open Ship‘ in diesem Jahr“, sagt
Oliver Zielinski, Direktor des IOW. „Es ist uns sehr wichtig, den Menschen
die Arbeit unseres Instituts näher zu bringen, sie auf diesem Wege auch
für Umweltthemen zu sensibilisieren und nicht zuletzt für das Meer vor
ihrer Haustür zu begeistern“, so Zielinski weiter. „Dank gilt unseren
Kooperationspartnern Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG, der Leitstelle
Deutsche Forschungsschiffe an der Universität Hamburg sowie der Rostock
Port GmbH, die uns bei Planung und Realisierung des ‚Open Ship‘ maßgeblich
unterstützen“, schließt der IOW-Direktor.

WICHTIG: An Bord gelten die Sicherheitsbestimmungen des sogenannten ISPS-
Codes (https://www.rostock-port.de/nachhaltigkeit-umwelt/sicherheit).
Dementsprechend ist der Zugang zu den Schiffen nur mit Personalausweis und
ohne Taschen möglich (ähnlich wie bei Rock-Konzerten). Sicherheitspersonal
kontrolliert entsprechend den Zutritt. Taschen können zwar vor Betreten
des Schiffs abgegeben und aufbewahrt werden; günstiger ist es jedoch, sie
zu Hause zu lassen.

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