Zum Hauptinhalt springen

Mit integriertem Navigationssystem Rhythmusstörungen finden: Deutschlandpremiere am HDZ NRW

Von der häufigsten Form der Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, sind
knapp
4 Mio. Menschen betroffen. Dank High-Tech-Medizin können die Rhythmologen
um Professor Dr. Philipp Sommer am HDZ NRW in Bad Oeynhausen der
Erkrankung künftig noch sicherer und schneller als bisher begegnen.

Die erfolgreiche Deutschlandpremiere des ersten Pulsfeldablations-Systems
mit vollständig integriertem Echtzeit 3D-Mapping fand am 2. April 2024 im
Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen statt. Das
System ist eine neue Kombination zweier bewährter Methoden: Die
Pulsfeldenergie erzeugt ein elektromagnetisches Feld im Herzgewebe – und
gleichzeitig können jetzt die Läsionen präzise in der gewohnten „Landkarte
des Herzens“ angezeigt werden. Klinikdirektor Prof. Philipp Sommer und
sein Team setzen diese Medizintechnik der neusten Generation ab sofort im
Herzkatheterlabor ein und können schwere Herzrhythmusstörungen noch
schneller und schonender behandeln.

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und wird von
Störimpulsen im Herzgewebe ausgelöst. Wenn bei Patienten trotz
Medikamenten noch erhebliche Beschwerden auftreten, ist eine
Katheterablation derzeit das bewährte Standardverfahren. Hierbei wird ein
dünner, flexibler Katheter meist von der Leiste des Patienten ins
Herzinnere geführt.

Mit „Feuer, Eis oder Strom“ gegen Vorhofflimmern

Es gibt verschiedene Katheterverfahren, um die Störungen mit der Spitze
des Katheters zu beheben. Traditionelle Verfahren benutzen Kälte
(Kryoablation) oder Wärme (Radiofrequenzablation), aber seit ein paar
Jahren steht den Rhythmologen auch die Pulsfeldablation (auch:
„Elektroporation“) zur Verfügung, die mit elektrischen Impulsen sehr
gezielt gegen die Störungen vorgeht. „Durch das gezielte Einbringen
mikroskopisch kleiner Poren in die Zellmembran können wir rhythmusstörende
Impulse ultraschnell eliminieren“, erläutert Professor Sommer diesen
Prozess der Pulsfeldablation. „Diese Methode ist besonders sicher, da nur
sehr geringe Risiken bestehen, umliegendes Gewebe zu schädigen oder
Verletzungen zu verursachen.

Navigationssystem zur Störungsquelle

Ein hochmodernes kardiales Mappingsystem erstellt mithilfe von speziellen
Sensoren eine dreidimensionale detaillierte Karte („Map“) der Herzkammern.
Dadurch können die Herzrhythmusstörungen effizient identifiziert werden.
Bei umfassenden Rhythmusstörungen müssen sich die Spezialisten während der
Untersuchung genauer auf den Weg machen, die Störungsquellen zu
identifizieren. Das komplexe Mapping-Verfahren dient dem Untersucher wie
ein Navigationssystem und weist den Weg.

Sicherheit kombiniert mit gewohnter Genauigkeit

Die Besonderheit des neuen Pulsfeldablations-Systems besteht darin, dass
das bereits bestehende computergestützte dreidimensionale Mappingsystem
integriert ist. Bisher gab es dies nur in Kombination mit
Radiofrequenzablationen.

Auf diese Weise können die Herzspezialisten mit ihrem gewohnten
Mappingsystem, welches schon seit über 15 Jahren im HDZ NRW eingesetzt
wird, sehr präzise die elektrischen Signale identifizieren, die die
Herzrhythmusstörungen auslösen. Von den damit verbundenen effizienteren
Arbeitsabläufen profitieren die Patienten, weil sich mit so integrierter
Technik die Bildgebungszeiten verringern, mögliche Risiken vermieden und
die Aufenthalte im Herzkatheterlabor verkürzen lassen. Eine
wissenschaftliche Studie mit 186 Patienten in Kanada und Europa belegt
eine hohe Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Therapieform (VARIPULSETM),
die jetzt erstmals in Europa zugelassen und in Bad Oeynhausen im Einsatz
ist.

„Ob die Pulsfeldablation das jeweils am besten geeignete Verfahren zur
Behandlung des Vorhofflimmerns ist, das wägen wir im Einzelfall stets nach
sehr sorgfältiger Beurteilung ab“, betonen Prof. Sommer und sein
stellvertretender Klinikdirektor Prof. Christian Sohns. Es wird zukünftig
all den Patienten angeboten, bei denen die Kombination aus Art des
Vorhofflimmerns (anfallsartig oder anhaltend), klinischer Kenngrößen
(Vorhofgröße, Begleiterkrankungen) sowie anatomischer Voraussetzungen
diese Methode als ideal erscheinen lässt. „Beim Vorhofflimmern müssen wir
allerdings davon ausgehen, dass die Erkrankungszahlen auch in Zukunft
weiter steigen werden. Wir sind daher auf ebenso sichere wie effiziente
Behandlungslösungen angewiesen und dankbar, diese innovative Lösung als
erstes Herzzentrum in Deutschland anbieten zu können.“

Hintergrundinformation:
Herzkatheter-Ablationen sind minimalinvasive Spezialeingriffe am
Herzmuskelgewebe, mit denen elektrische Erregungsherde verödet werden
können. In der Regel wird der Katheter über einen kleinen Schnitt in der
Leiste zum Herzen geführt. Je nach Erkrankungsbild kann die Verödung
mittels Strom, Wärme oder Kälte erfolgen. Die Therapie ist angebracht,
wenn sich Rhythmusstörungen mit Medikamenten nicht mehr kontrollieren
lassen.

Die innovative Medizintechnik, die zur Pulsfeldablation bei bestimmten
Formen des Vorhofflimmerns seit April 2024 in Bad Oeynhausen zur Verfügung
steht, ist das erste und einzige in ein Echtzeit-3D-Mapping-System
integrierte Pulsfeld-Ablationssystem, das mit hoher Sicherheit für den
Patienten einen intuitiven und reproduzierbaren Arbeitsablauf im
Herzkatheterlabor ermöglicht. Der Hersteller Biosense Webster, Inc., ist
als Teil des Medizintechnikunternehmens Johnson & Johnson MedTech der
weltweite Marktführer in Wissenschaften und Technologien für die Diagnose
und Behandlung von Herzrhythmusstörungen

------

Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 36.000 Patientinnen und Patienten
pro Jahr, davon 14.500 in stationärer Behandlung, zu den größten und
modernsten Zentren seiner Art in Europa.

Die Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie des HDZ NRW ist
spezialisiert auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit einem
Leistungsspektrum von rd. 1.800 Ablationen jährlich. In der Klinik werden
elektrophysiologische Untersuchungen mittels modernster, strahlungsarmer
Technologie zur Behandlung von Rhythmusstörungen durchgeführt.

  • Aufrufe: 37

Welche Funktionen sollte ein moderner Drucker haben?

Moderner Drucker  Symbolbild unsplash
Moderner Drucker Symbolbild unsplash

Ein moderner Drucker ist heutzutage unverzichtbar in jeder Büroumgebung oder zu Hause. Hohe Druckqualität, schnelle Geschwindigkeit und drahtlose Konnektivität sind nur einige der wichtigen Funktionen, die ein zeitgemäßer Drucker bieten sollte. In diesem Artikel soll es daher darum gehen, auf welche Punkte Sie beim Kauf eines neuen Druckers besonders achten sollten.

Druckqualität: Hohe Auflösung und klare Ausdrucke

Ein wesentliches Merkmal, das ein moderner Drucker haben sollte, ist zweifellos eine hervorragende Druckqualität. Ein Drucker, der gestochen scharfe Texte und lebendige Farben liefert, ist unverzichtbar in der heutigen Zeit. Egal, ob für den Büroalltag oder den privaten Gebrauch – die Qualität der Ausdrucke spielt eine wichtige Rolle.

  • Beispielsweise der PIXMA TS3350 zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Druckqualität aus. Mit gestochen scharfen Texten und lebendigen Farben ist er sowohl für den Büroalltag als auch für den privaten Gebrauch bestens geeignet. Hier gibt es Patronen für PIXMA TS3350.

Moderne Drucker mit fortschrittlichen Drucktechnologien können brillante Resultate liefern, die jeden Betrachter beeindrucken. Deshalb sollte man bei der Auswahl eines Druckers vor allem auf die Druckqualität achten, um sicherzustellen, dass jede Seite perfekt aussieht.

Geschwindigkeit: Schnelles Drucken von Dokumenten und Bildern

Gerade in der heutigen Zeit, in der Effizienz und Schnelligkeit gefragt sind, ist es natürlich auch wichtig, dass ein Drucker ohne lange Wartezeiten arbeitet. Mit einer hohen Druckgeschwindigkeit wird die Produktivität gesteigert und der Nutzer spart viel Zeit.

Konnektivität: Drahtlose Verbindungsmöglichkeiten wie WLAN und Bluetooth

Ein guter Drucker sollte drahtlos mit verschiedenen Geräten verbunden werden können. Durch WLAN und Bluetooth können Dokumente und Bilder einfach und schnell vom Computer oder Smartphone aus gedruckt werden. Diese drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten bieten eine hohe Flexibilität und sorgen für Bequemlichkeit im Alltag. Die Möglichkeit, kabellos zu drucken, ist daher eine unverzichtbare Funktion bei einem modernen Drucker.

Vielseitigkeit: Fähigkeit zum Drucken, Scannen und Kopieren

Auch wichtig ist die Vielseitigkeit des Geräts, damit es nicht nur zum Drucken, sondern auch zum Scannen und Kopieren von Dokumenten genutzt werden kann. Mit einem multifunktionalen Drucker können verschiedene Anforderungen abgedeckt werden und somit spart man sich den Platz und die Kosten für zusätzliche Geräte.

Ein weiterer Vorteil eines multifunktionalen Druckers ist die Möglichkeit, auch beidseitig zu drucken und somit Papier zu sparen.

Papierkapazität: Große Papierfächer für weniger Nachfüllen

Mit einem Drucker, der über ein großes Papierfach verfügt, muss man weniger oft Papier nachfüllen und kann somit effizienter arbeiten. Eine hohe Papierkapazität ermöglicht ein reibungsloses Arbeiten ohne ständige Unterbrechungen.

Tintenverbrauch: Effiziente Nutzung von Tinte für Kostenersparnis

Viele Drucker zeigen viel zu früh vermeintlich leere Patronen an. Ein moderner Drucker sollte die Tinte in den Patronen möglichst effizient nutzen. Dies ist besonders wichtig in Büros, in denen große Mengen an Dokumenten gedruckt werden. Ein sparsamer Tintenverbrauch sorgt nicht nur für geringere Betriebskosten, sondern auch für weniger häufige Wechsel der Tintenpatronen. Dadurch wird nicht nur Zeit gespart, sondern auch die Umwelt geschont.

Benutzerfreundlichkeit: Einfache Bedienung und intuitive Menüführung

Ein moderner Drucker sollte es dem Nutzer ermöglichen, schnell und unkompliziert auf alle Funktionen zuzugreifen, sei es das Drucken, Scannen oder Kopieren von Dokumenten. Eine klare und übersichtliche Menüstruktur erleichtert die Navigation und minimiert potenzielle Fehler. Durch eine benutzerfreundliche Gestaltung wird die Produktivität erhöht und die Nutzer sparen viele Nerven.

Fazit: Die wichtigsten Funktionen eines modernen Druckers

Ein moderner Drucker sollte über eine Vielzahl von Funktionen, einschließlich der Fähigkeit zum Scannen und Kopieren verfügen, um den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden. Wichtig ist vor allem auch eine hohe Druckqualität mit einer hohen Auflösung für klare Ausdrucke.

Auch die Geschwindigkeit beim Drucken von Dokumenten und Bildern spielt eine entscheidende Rolle. Ebenso sollte der Drucker über verschiedene drahtlose Verbindungsmöglichkeiten wie WLAN und Bluetooth verfügen. Nicht zuletzt sollte der Drucker dank einer einfachen Bedienung und intuitiven Menüführung benutzerfreundlich sein.

 

 

  • Aufrufe: 108

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Diesen Monat startet an der Hochschule Heilbronn das Projekt
„ProfiPlus@HHN“. Es hat
das Ziel, internationale Akademiker*innen fit für den deutschen
Arbeitsmarkt zu machen.

• Ausgeschrieben wurde das Förderprojekt vom Deutschen Akademischen
Austauschdienst,
kurz DAAD.

• Die Hochschule Heilbronn gewann die Förderung als einzige Hochschule für
Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.

Heilbronn, April 2024. Bald geht’s los: Die Hochschule Heilbronn (HHN)
geht mit dem neuen Förderprojekt „ProfiPlus@HHN“ neue Wege im Kampf gegen
den Fachkräftemangel – insbesondere im technischen Bereich. Es sollen ab
April Unterstützungs- und Betreuungsstrukturen geschaffen und ausgebaut
werden, um den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Akademiker*innen für
ein globales Arbeitsumfeld zu decken.

Ausgeschrieben wurde das Projekt vom Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD) unter dem Namen „Profi plus“. Als einzige
Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg konnte die
HHN mit ihrem Vorhaben gegen den Fachkräftemangel überzeugen und erhält
eine Fördersumme von 700.000 Euro.
„Wir sind sehr stolz darauf, zumal nur 25 Hochschulen in ganz Deutschland
und wir als die einzige Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-
Württemberg den Zuschlag bekommen haben“, sagt Professor Ansgar Meroth,
der als Auslandsbeauftragter der Fakultät Technik das Projekt leiten wird.

Involviert werden die über 220 ausländischen Partnerhochschulen der HHN.
Ziel ist es, die Absolvent*innen bereits im Heimatland auf eine Tätigkeit
in Deutschland vorzubereiten und ihnen in Zusammenarbeit mit dem Welcome
Center der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken und anderen regionalen
Institutionen eine erfolgreiche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt
zu ermöglichen. Verschiedene Szenarien sind in den Fakultäten Informatik
und Technik dabei vorgesehen: Eine direkte Ansprache von Studierenden im
letzten Studienjahr an den Partnerhochschulen sowie die Entwicklung eines
Qualifizierungssemesters mit Zertifikat. Teilnehmende werden hierbei an
der HHN gezielt geschult und auf fachbezogene Anforderungen des deutschen
Arbeitsmarkts vorbereitet. Sie haben dabei die Möglichkeit, mit
Partnerfirmen der HHN in Kontakt zu treten und sich für einen beruflichen
Direkteinstieg oder einem „Studium mit vertiefter Praxis“ zu entscheiden.
Dabei handelt es sich um ein Studienmodell der HHN, in dem Studierende
klassisch in Vollzeit studieren und bei einem Partnerunternehmen
Praxiserfahrung sammeln – dieses Modell wird vergütet.

Für ausländische Absolvent*innen, die einen Direkteinstieg ins Berufsleben
wählen, werden die Inhalte des Qualifizierungssemesters berufsbegleitend
angeboten. Zudem sollen Abschlüsse und Studienleistungen aus dem Ausland
fakultätsübergreifend an der HHN anerkannt werden, damit ein Einstieg in
den Beruf oder ins weiterführende Studium problemlos erfolgen kann. Als
besonderes Extra sind im Budget auch interkulturelle Schulungen für
Firmenvertreter*innen, insbesondere aus mittelständischen Unternehmen,
vorgesehen. In Workshops und auf Firmentagungen sollen nämlich auch die
Firmen auf die Besonderheiten beim Recruiting ausländischer Fachkräfte
geschult werden.

Das Projekt ProfiPlus@HHN ist ein wichtiger Schritt, um internationale
Absolvent*innen bestmöglich auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten.
Die Hochschule möchte damit aktiv einen Beitrag leisten, um dem
bestehenden Fachkräftemangel aktiv entgegenzusteuern. Die Projektlaufzeit
beträgt viereinhalb Jahre.

--
Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit rund 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der
größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.
Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und
Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60
zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch
berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere
Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der
Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt.

  • Aufrufe: 26

Hannover Messe: Fraunhofer WKI zeigt innovative Werkstoffe und Bauteile aus nachwachsenden Rohstoffen

Vom Rohstoff bis zum Recycling – das Fraunhofer WKI zeigt auf der Hannover
Messe vom 22. bis 26. April 2024 auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand
neue Einsatzmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe (Halle 2, Stand
B24). Die Beispiele reichen von einer Leitplanke aus Holz für den
Straßenverkehr bis hin zu nachhaltigen Betonbaustoffen aus Reststoffen.
Sie zeigen das Potenzial nachwachsender Rohstoffe für die
Kreislaufwirtschaft.

Die am Fraunhofer WKI entwickelten Produkte zeigen, dass es vielfältige
Möglichkeiten gibt, endliche Ressourcen wie Beton oder Stahl ganz oder
teilweise durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Ob für die
Bauindustrie oder den Verkehrssektor, die Lösungen tragen dazu bei, die
Ressourceneffizienz und die Ökobilanz in klimaintensiven Bereichen zu
verbessern.
Auch nachwachsende Rohstoffe sind nicht unendlich verfügbar. Ziel einer
»Zirkulären Bioökonomie« ist es daher, Produkte nach ihrer Nutzung durch
Kreislaufführung und Recycling so weit wie möglich wiederzuverwenden. Dazu
muss die Kreislauffähigkeit bereits bei der Entwicklung von Produkten
berücksichtigt werden.

Geht Massivbau auch leicht und biobasiert?
Die globale Bauindustrie verbraucht enorme Mengen an frischen Rohstoffen,
insbesondere für die Herstellung von Beton. Die Zementherstellung
verursacht außerdem acht Prozent der weltweiten
Kohlenstoffdioxidemissionen – mehr als der gesamte Flugverkehr.
Ressourcenschonende und klimafreundliche
Holzleichtbaukonstruktionen sind auf dem Vormarsch. Für manche Gebäude ist
aber auch die Massivbauweise gefragt.

Forschende des Fraunhofer WKI haben sich gemeinsam mit Partnern in
Deutschland und China mit der Frage beschäftigt, wie leichte und
nachhaltige Massivbau-Produkte aus Bau- und Abbruchabfällen sowie
Reststoffen der Forst- und Agrarwirtschaft hergestellt werden können. Reis
ist das meistverwendete Nahrungsmittel der Welt. Die Schalen werden bisher
kaum genutzt. Durch einen bestimmten Verbrennungsvorgang entsteht
Reisschalenasche, die ebenfalls viel Energie liefert. Bei richtiger
Verwendung ist sie als Zementersatz geeignet.

Als Betonzuschlagstoff kommt nahezu ausschließlich Kies zum Einsatz – ein
endlicher Rohstoff, dessen Abbau die Umwelt schädigt und der oft über
weite Strecken zum Betonwerk transportiert werden muss. Bauschutt und
Altholz fallen überall in hohen Mengen an und werden bisher gar nicht oder
kaum für konstruktive Zwecke wiederverwertet.

Auch der Bedarf an Dämmstoffen ist riesig. Noch dominieren Dämmstoffe aus
erdölbasiertem Kunststoff, Mineralwolle oder Glaswolle.
Holzfaserdämmstoffe sind auf dem Vormarsch, aber auch Holz ist nicht
unbegrenzt verfügbar. Die Verwendung von pflanzlichen Reststoffen wie
Stroh und Sägespänen macht Naturdämmstoffe ressourcenschonender.

Herkömmlicher Beton und daraus hergestellte Bauteile sind schwer. Durch
den Einsatz von pflanzlichen Zuschlagstoffen und Verstärkungsgeweben sowie
die hybride Bauteilkonstruktion lässt sich viel Gewicht und damit
Transportenergie einsparen.

Das Forscherteam nutzt alle diese Rohstoffquellen zur Herstellung von
nachhaltigen Massivbau-Produkten:
•       Bio-Recycling-Beton mit Naturfaserverstärkung (statt
Stahlbewehrung)
•       Holzspan- und Strohdämmplatten
•       Wandsystem aus vorgefertigten Recyclingbetonblöcken mit Füllung
aus Naturdämmstoff für einschalige, tragende Wände
•       Verbundsystem aus Bio-Recycling-Beton und Holzwerkstoffplatten für
Geschossdecken
So entstehen praktikable Lösungen, um die Recyclingquote und den Einsatz
von nachwachsenden Rohstoffen im Bauwesen deutlich zu erhöhen.

Förderung: Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) über den Projektträger Jülich (PtJ).

Sind Schutzplanken aus Holz eine Alternative zu Stahl?
Leitplanken (fachsprachlich: »Schutzplanken«) tragen entscheidend zur
Verkehrssicherheit bei. In Deutschland bestehen sie überwiegend aus Stahl
oder Stahlbeton. Gemeinsam mit Projektpartnern entwickeln Forschende am
Fraunhofer WKI eine nachhaltige Alternative: ein Schutzplankensystem aus
heimischem Holz. Sind Es soll mit den bestehenden Systemen kompatibel,
ebenso langlebig und wirtschaftlich konkurrenzfähig sein.

In einem früheren Forschungsprojekt an der Technischen Universität
Braunschweig wurde ein Schutzplankensystem aus glasfaserverstärktem Holz
entwickelt, das mit bestehenden Stahlsystemen kompatibel ist. Dabei stand
die grundsätzliche Machbarkeit im Vordergrund, die anhand eines
Demonstrators nachgewiesen werden konnte. Das aktuelle Projekt unter
Beteiligung des Fraunhofer WKI ist der nächste Schritt auf dem Weg zur
Serienreife. Am Ende soll ein Prototyp stehen, der alle für die Anwendung
notwendigen Nachweise erfüllt. Die Kombination aus freier Bewitterung,
Dauerhaftigkeit und hoher mechanisch-dynamischer Beanspruchung ist äußerst
anspruchsvoll.

Die in Deutschland eingesetzten Schutzplankensysteme werden aus
verschraubten Stahlprofilen oder Stahlbetonfertigteilen hergestellt. Es
wird eine Nutzungsdauer von 25 Jahren angenommen. Das bedeutet: Jedes Jahr
werden viele Kilometer Schutzplanken erneuert. Für die Herstellung von
Schutzplanken aus Stahl oder Stahlbeton benötigt man viel Energie und es
werden erhebliche Mengen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.

Der Einsatz von Schutzplankensystemen aus Holz ist ein effizientes Mittel,
um die Ökobilanz des Bausektors zu verbessern. Sie lassen sich mit
vergleichsweise wenig Energie herstellen und speichern CO2 für eine lange
Zeit.

Förderung: Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUV) über den Projektträger
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Fraunhofer Stand auf der Hannover Messe
Eignet sich Reisschalenasche als Zementersatz? Sind Schutzplankensysteme
aus Holz dauerhaft beständig? Die Forschenden des Fraunhofer WKI
beantworten diese und weitere Fragen und geben einen Einblick in ihre
Forschung auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle B2, Stand 24.

Das Fraunhofer WKI: Wir bauen die Zukunft aus nachwachsenden Rohstoffen.
Seit 1946.
Nachhaltigkeit ist seit der Gründung des Fraunhofer WKI im Jahre 1946 das
zentrale Thema. Der Gründer und Namensgeber Dr. Wilhelm Klauditz gilt als
Pionier der modernen Holzwerkstoffindustrie. Heute nutzt das Fraunhofer
WKI die ganze Bandbreite nachwachsender Rohstoffe, um daraus nachhaltige
Werkstoffe, Bauteile und Chemieerzeugnisse zu entwickeln. Das Institut mit
Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf
Verfahrenstechnik, Formgebung und Komponentenfertigung mit Biowerkstoffen,
biobasierte Bindemittel und Beschichtungen, Funktionalisierung,
Brandschutz, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie den
Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in Gebäuden und Fahrzeugen. Darüber
hinaus gehört das Fraunhofer WKI zu den führenden Forschungseinrichtungen
im Bereich Innenraumluftqualität. Nahezu alle Verfahren und Produkte, die
aus der Forschungstätigkeit des Instituts hervorgehen, werden industriell
genutzt. Mit seiner Forschung und Entwicklung leistet das Fraunhofer WKI
einen wichtigen Beitrag für den Aufbau einer biobasierten
Kreislaufwirtschaft (Zirkuläre Bioökonomie).

  • Aufrufe: 26