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6. LSE - Laser Symposium Electromobility 2024: Laserpräzision – kein Luxus, sondern Wettbewerbsvorteil

Luca Schmerbeck, Sonplas: »Der Einsatz von Lasertechnik in der Batteriezellenproduktion senkt Werkzeugstillstandszeiten sowie -kosten und verbessert die Batterieleistung.«  © Fraunhofer ILT, Aachen.
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Das sechste Laser Symposium Electromobility (LSE 24) des Fraunhofer-
Instituts für Lasertechnik ILT setzte im Januar 2024 Impulse für eine
nachhaltige und wirtschaftliche Produktion von Elektrofahrzeugen. 70
Teilnehmende aus Industrie und Forschung trafen sich zum Austausch über
laserbasierte Fertigungsmethoden, insbesondere für die Herstellung von
Batteriemodulen und -packs. Die Kernbotschaft aus Aachen: Clever
eingesetzte Laserpräzision ist kein Luxus, sondern ein handfester
Wettbewerbsvorteil.

»Ich freue mich, dass dieses Jahr bewährte Laserverfahren wie Löten,
Schneiden und Schweißen bei Lösungen für die Batterietechnik auf dem LSE
dominierten«, erklärte Dr. Alexander Olowinsky, Abteilungsleiter Fügen und
Trennen am Fraunhofer ILT. »Ich bin überzeugt, dass diese
weiterentwickelte Lasertechnik nicht nur bei der Präzision, sondern auch
bei Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit dem Wettbewerb Paroli bietet.«

Laserschneiden verbessert Qualität

Die bayrische Sonplas GmbH beweist, dass präzise Lasertechnik kein Luxus,
sondern ein langfristiger Wettbewerbsvorteil sein kann. Der Spezialist für
Verbrennungsmotoren fertigt seit 2020 auch Anlagen für die Produktion von
Batteriezellen. Die Bayern verbessern durch den Einsatz fortschrittlicher
Laserverfahren die Qualität der Batteriezellen und senken die
Ausschussquoten herkömmlicher Produktionsmethoden. Das präzise
Laserschneiden überwindet Effekte wie Delamination und Gratbildung, wie
sie bei mechanischen Schneideprozessen auftreten.

Produktmanager Luca Schmerbeck: »Der Einsatz von Lasertechnik in der
Batteriezellenproduktion bietet unseren Kunden entscheidende Vorteile. Er
senkt nicht nur Werkzeugstillstandszeiten und -kosten, sondern steigert
auch signifikant die Batterieleistung.« Forschungsergebnisse des
Unternehmens bestätigen laut Schmerbeck, dass laser-geschnittene
Elektroden die Leistung der Batterien erhöhen.

Hochtechnologie in der Batterieproduktion: Präzise Montieren und
Laserlöten

Die Wolf Produktionssysteme GmbH & Co. KG zeigte, wie sie mit
Hochtechnologien Präzision und Kosteneffizienz erreichen. Der Spezialist
für Sondermaschinen entwickelte Systeme zum Schweißen von
Batteriekontakten aus Aluminium und Kupfer. Die Herausforderung war hoch,
denn es müssen Materialstärken von nur 0,2 bis 0,4 Millimeter verbinden,
ohne die Zellen zu beschädigen. Entwicklungsleiter Nico Reinheimer: »Es
handelt sich um einen Taumelprozess, der eine genaue Kontrolle über die
Schweißtiefe ermöglicht und Durchschüsse verhindert.« Wolf nutzt außerdem
die »Floating Grip«-Technologie: Diese Spanntechnik positioniert Aluminium
und Kupfer so, dass eine gleichmäßige Schweißverbindung entsteht.

Das Unternehmen setzt beim Verbinden von Bauteilen auf Laserlöten.
Firmeninhaber Dr.-Ing. Ernst Wolf nennt den typischen Anwendungsfall:
»Laserlöten schont hitzeempfindliche Komponenten, da es bei niedrigeren
Temperaturen operiert.« Sein Unternehmen hat das Verfahren zu einem
präzisen und effizienten Prozess weiterentwickelt. Die exakt gesteuerte
Laserlöttechnik von Wolf ermöglicht eine präzise Verbindung
hitzeempfindlicher Elektronikkomponenten mit weniger Hitze: Das spart
Energie und erhöht die Langlebigkeit der Produkte.

Draht überflüssig: Schweißen mit der mobilen Klemme

Die Hitzeempfindlichkeit ist auch für die Hesse GmbH ein zentrales Thema.
Der führende Hersteller von Ultraschall-Drahtbondern und -Schweißanlagen
geht neue Wege: Er entschied sich bewusst gegen traditionelles
Drahthandling. Hesse nutzt im SmartWelder, einer Ultraschallschweißanlage
mit 1,5 Kilowatt Leistung, eine flexible, zylinderförmige
Klemmvorrichtung. Entwicklungsingenieur Dr. Lars Helmich: »Es gibt
verschiedene Ansätze, wie man seine Module einspannen kann. Wir setzen
statt einer festen eine mobile Klemme ein, die sich von einer Verbindung
zur anderen bewegt. Dieses System ermöglicht es uns dank seiner stabilen
Struktur, auch bei hohen Kapazitäten präzise zu arbeiten.«

Die Workshops und Vorträge auf dem LSE 24 zeigten die vielfältigen
Möglichkeiten, wie Laser die Produktion von Batterien optimieren. Der
Einsatz moderner Technologien, wie KI und Echtzeitmessungen, verbessert
Effizienz, Qualität und Skalierbarkeit signifikant. Dr. Alexander
Olowinsky fasste zusammen: »Ich bin immer wieder erstaunt, wie
mittelständische Betriebe mit innovativen Fertigungsmethoden zur
Mobilitätswende beitragen. Ihre Entwicklungen rund um die Lasertechnik
stärken nicht nur die Effizienz und Nachhaltigkeit in der
Batterieproduktion, sondern auch Deutschlands Position im globalen
Wettbewerb.«

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Projektwoche am KIT zur nachhaltigen Mobilität

Um eine nachhaltige, gerechte und sichere Mobilität geht es bei der diesjährigen Frühlingsakademie Nachhaltigkeit am KIT. (Foto: Anne Cordts, KIT)  Anne Cordts, KIT
Um eine nachhaltige, gerechte und sichere Mobilität geht es bei der diesjährigen Frühlingsakademie Nachhaltigkeit am KIT. (Foto: Anne Cordts, KIT) Anne Cordts, KIT

Mobilität spielt für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eine
wichtige Rolle, birgt aber auch Herausforderungen im Hinblick auf
Energieverbrauch, Emissionen sowie Landschafts- und Klimaschutz. Wie
lassen sich Mobilität und der wachsende Bedarf an
Mobilitätsdienstleistungen gerecht und sicher für alle umsetzen? Wie
können die negativen Folgen dieser Entwicklung gleichzeitig erheblich
reduziert werden? Um diese und weitere Fragen geht es bei der
Frühlingsakademie Nachhaltigkeit vom 18. bis 21. März 2024 am Karlsruher
Institut für Technologie (KIT). Die Veranstaltung startet mit einem
öffentlichen Vortrag und einem Forum, das Forschung und Projekte aus der
Region vorstellt.

Unter anderem um konkrete Maßnahmen für einen effizienten und
umweltfreundlichen Verkehr geht es beim Auftakt am Montag, 18. März 2024,
um 18:00 Uhr in der Keynote „Nachhaltige Mobilität – Illusion oder
erreichbares Ziel?“ von Professorin Barbara Lenz, ehemalige Leiterin des
Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR). Die Mobilitäts- und Verkehrsexpertin diskutiert in ihrem
Vortrag die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes, der sowohl attraktive
Verkehrsangebote als auch das Engagement der Bevölkerung erfordert, um die
Mobilitätswende im urbanen und ländlichen Raum voranzutreiben. Neben einem
Grußwort von Professorin Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und
Nachhaltigkeit des KIT, und der Begrüßung durch Professorin Senja Post,
wissenschaftliche Leiterin des ZAK | Zentrum für Angewandte
Kulturwissenschaft und Studium Generale des KIT, wird es eine thematische
Einführung von Sascha Ott, Geschäftsführer des KIT-Zentrum
Mobilitätssysteme, geben.

Forum Nachhaltigkeit zeigt Forschung und Projekte aus der Region

Beim anschließenden „Forum Nachhaltigkeit“ können sich Interessierte mit
Forschenden am KIT und Akteurinnen und Akteuren aus Unternehmen,
Wissenschaftseinrichtungen und Initiativen aus der Region zu aktuellen
Projekten austauschen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des
KIT stellen hier unter anderem das Versuchsfahrzeug „eVee“ vor: Das
Einsitzer-Auto entspricht einem flexibel einsetzbaren Leichtfahrzeug und
verfügt über innovative Technologien, die die Mobilität der Zukunft
nachhaltiger und effizienter gestalten sollen. Gemeinsam mit dem
efeuCampus Bruchsal wird auch ein „efeuCampus“-Fahrzeug vorgeführt: ein
autonom fahrender Lieferroboter als Lösung für die urbane Güterlogistik
auf der letzten Meile.

Podiumsdiskussion zur Zukunft der Mobilität

Eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Mehr Mobilität, weniger
Verkehr?“ folgt am Donnerstag, 21. März 2023, um 18:00 Uhr.
Veranstaltungsort ist der Tulla-Hörsaal am Campus Süd des KIT (Gebäude
11.40, Englerstraße 11). Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung,
Umweltschutz, Politik und Industrie diskutieren, welche Maßnahmen und
Innovationen notwendig sind, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten und
gleichzeitig die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen
zu erfüllen.

Der Eintritt zu Keynote, Forum und Podiumsdiskussion ist frei. Eine
Anmeldung ist nicht erforderlich.

Über die Frühlingsakademie Nachhaltigkeit

Die Frühlingsakademie Nachhaltigkeit am KIT richtet sich als Projektwoche
an Studierende und alle, die an nachhaltiger Entwicklung interessiert
sind. An vier Tagen finden insgesamt über 20 Workshops und 17 Exkursionen
statt, die Einblicke in das breite Feld der nachhaltigen Mobilität bieten.
Die Frühlingsakademie ist eine Veranstaltung des ZAK | Zentrum für
Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale und wird 2024 in
Kooperation mit dem KIT-Zentrum Mobilitätssysteme ausgerichtet. Rund 800
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KIT an mehr als 35 Instituten
beschäftigen sich mit der Mobilitätsforschung. Die Bündelung der
Forschungsaktivitäten im Bereich der Mobilitätssysteme stärkt das große
Innovationspotenzial des KIT erheblich und ist ein wesentlicher
Bestandteil des Profils des KIT.

Das KIT wurde 2022 als Lernort im UNESCO-Programm „Bildung für nachhaltige
Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen (BNE 2030)“
ausgezeichnet. (mf)

Weitere Informationen: https://www.zak.kit.edu/fruehlingsakademie

Kontakt für diese Presseinformation:
Mareike Freier, ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und
Studium Generale des KIT, Tel.: +49 721 608-48027, E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 800
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 22 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
https://www.kit.edu/kit/presseinformationen.php

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Einheitliche Standards für Forschung zu Nahrungsmittelallergien

Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor am Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  Hannah Theile  Universität Magdeburg
Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor am Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Hannah Theile Universität Magdeburg

Europaweite Initiative bestimmt Kriterien, um die Vergleichbarkeit von
Studienergebnissen zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien zu
verbessern.

In dem europäischen Forschungsnetzwerk COMFA wurden gemeinsam mit dem Team
um Versorgungsforscher Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher von der Otto-
von-Guericke-Universität Magdeburg erstmals international gültige
Kriterien für Beobachtungs- und Interventionsstudien zu IgE-vermittelten
Nahrungsmittelallergien festgelegt. Dafür entwickelten die Forschenden ein
sogenanntes Core Outcome Set (COS), eine Zusammenstellung relevanter
Ergebnisparameter zu einem Krankheitsbild, um Studien besser vergleichbar
zu machen. Die Ergebnisse der durchgeführten Delphi-Konsensstudie wurden
in dem Fachjournal Allergy veröffentlicht und legen den Grundstein für
eine standardisierte Bewertung von wissenschaftlichen Studien zu
Nahrungsmittelallergien weltweit.

Nahrungsmittelallergien sind ein wachsendes Gesundheitsproblem, besonders
in Industrieländern. Zwischen 1960 und 2020 stieg die weltweite Häufigkeit
von 3 auf 7 Prozent. In Deutschland sind etwa 2-3 Prozent der Erwachsenen
und 4 Prozent der Kleinkinder betroffen. Bei einer Nahrungsmittelallergie
reagiert der Körper auf Nahrungseiweiße mit der Freisetzung von
Antikörpern wie Immunglobulin-E (IgE), was zu starken Immunreaktionen wie
Ausschlag, Juckreiz, Schwellungen und Entzündungen der Schleimhäute führen
kann.

Um die Wirksamkeit vorhandener Therapiestrategien zu beurteilen und zu
verbessern, ist die Vergleichbarkeit von Studien entscheidend. „Viele
Studien zu Nahrungsmittelallergien lassen sich trotz ähnlicher
Fragestellung nicht vergleichen, da verschiedene Forschungsgruppen
unterschiedliche Ergebnisparameter festlegen. Das ist besonders
problematisch, da es die Zusammenfassung von Wissen über dieses
Krankheitsbild erheblich erschwert“, erklärt Professor Apfelbacher,
Direktor des Institutes für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
(ISMG) an der Universität Magdeburg.

Die Entwicklung eines Core Outcome Set für IgE-vermittelte
Nahrungsmittelallergien im Rahmen des COMFA-Projektes sei laut Apfelbacher
deshalb ein bedeutender Schritt für die Forschung und für die Praxis, um
einheitliche Ergebnisparameter für klinische Studien und
Beobachtungsstudien zu Interventionen zu etablieren. „Es ermöglicht die
Forschung zu Nahrungsmittelallergien zu harmonisieren und zu verbessern
und trägt dazu bei, die Entwicklung effektiver Therapien zu
beschleunigen“, so Apfelbacher.

Nach umfassender Literaturrecherche und einem mehrstufigen qualitativen
Befragungsverfahren nach der Delphi-Methode hat die Forschungsinitiative
„allergische Symptome“ und „Lebensqualität“ als die wesentlichen
Ergebnisparameter für Studien zu Nahrungsmittelallergien konsentiert.
Insgesamt beteiligten sich 778 Personen aus 52 Ländern an dem
Konsensverfahren. „Es ist sehr wichtig, dass dieser Konsens auf einer so
breiten Basis steht, denn die Diskussionen unter Patientenvertretern,
Ärztinnen und Ärzten und Forschenden haben uns gezeigt, wie kontrovers
manche Ergebnisparameter gesehen werden“, sagt Co-Studienautor Prof. Dr.
Jon Genuneit von der Universität Leipzig.

Apfelbacher betont: „Diese identifizierten Core Outcomes werden dazu
beitragen, die Vergleichbarkeit von Studien zu erleichtern und die
Qualität der Ergebnisse zu erhöhen. Sie ermöglichen es zudem, dass
Untersuchungsergebnisse in Meta-Analysen einfließen können, um aus neuen
Erkenntnissen schnellstmöglich Nutzen zu ziehen.“

Die weitere Arbeit von COMFA wird sich nun darauf konzentrieren, für das
Core Outcome Set die optimalen Messinstrumente zur Bewertung von Symptomen
und Lebensqualität in einem weiteren Konsensverfahren zu ermitteln.
Gleichzeitig soll ein intensiver Austausch mit Studieneinrichtungen,
Arzneimittelbehörden, Herstellern und anderen Interessensgruppen erfolgen.
Dies dient der Akzeptanz und langfristigen Implementierung des COS und
damit der Verbesserung der Forschung auf dem Gebiet der
Nahrungsmittelallergien.

Über COMFA

COMFA ist Teil der Initiative COMET (Core Outcome Measures in
Effectiveness Trials), die weltweit Aktivitäten zu Core Outcome Sets
koordiniert. Das COMFA-Projekt ist ein multidisziplinäres Netzwerk, das
darauf abzielt, die Forschung und Innovationen zu Nahrungsmittelallergien
voranzubringen, insbesondere durch Etablierung eines
nahrungsmittelallergiebezogenen Core Outcome Set sowie eine
Konsenserreichung zu Terminologie, Definitionen und dem Einsatz von
Messinstrumenten in diesem Forschungsbereich.

Das Projekt wird von Dr. Daniel Munblit am Kings College London
koordiniert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor am Institut für
Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-
Universität Magdeburg, Telefon: +49-391-67-24316,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..de

Originalpublikation:
Core Outcome Set for IgE‐mediated food allergy clinical trials and
observational studies of interventions: International Delphi consensus
study ‘COMFA’, Allergy. DOI: https://doi.org/10.1111/all.16023

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Neu erschienen: Patientenleitlinie "Bluthochdruck"

Patientenleitlinie Bluthochdruck
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Die neu erarbeitete Patientenleitlinie steht nun kostenlos im Internet
bereit. Sie bietet Menschen mit Bluthochdruck und ihren Angehörigen
ausführliche Informationen über die verschiedenen Untersuchungs- und
Behandlungsmöglichkeiten und zum eigenständigen Umgang mit der Erkrankung.
Grundlage dieser Informationen ist die Nationale VersorgungsLeitlinie
Hypertonie.

In Deutschland gehört Bluthochdruck zu den Volkskrankheiten – etwa jede
dritte erwachsene Person ist betroffen. Es gibt verschiedene
Risikofaktoren, zum Beispiel Alter, erbliche Veranlagung, ungesunde
Lebensgewohnheiten oder bestimmte Erkrankungen. Ein dauerhaft hoher
Blutdruck schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für schwere Herz-
Kreislauf-Erkrankungen einschließlich Herzinfarkt, Herzschwäche und
Schlaganfall.

Ziel der Patientenleitlinie ist es, Menschen mit Bluthochdruck
evidenzbasiert zu informieren und eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu
fördern. Sie erfahren, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit
idealerweise festgestellt und behandelt werden sollte. So erklärt die
Patientenleitlinie leicht verständlich, wie ein veränderter Lebensstil
helfen kann, den Blutdruck zu senken. Dazu gehören zum Beispiel: Bewegung,
Abbau von Stress, ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und bei Übergewicht
abnehmen. Wenn die Verhaltensänderungen nicht ausreichen, sind
blutdrucksenkende Medikamente empfehlenswert. Für vier Medikamenten-
Gruppen gibt es verlässliche Studiendaten und langjährige Erfahrungen:
ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanal-Blocker und Thiazid-artige
Diuretika/Thiazide. Sie können den Blutdruck senken und wirksam vor
Folgekrankheiten schützen. Deshalb kommen sie als Medikamente der ersten
Wahl zum Einsatz.

Außerdem erläutert die umfassende Patientenleitlinie, wie man den
Blutdruck richtig misst, was man unter Zielwerten versteht und was für
betroffene Frauen mit Kinderwunsch wichtig ist. Zudem wurden eigene
Kapitel zu den Themen "Was tun, wenn die Medikamente nicht wirken" und
"Einen Notfall erkennen" entwickelt.

Zusätzlich zur ausführlichen Patientenleitlinie gibt es die
Kurzinformation "Bluthochdruck – Was gehört zur Behandlung?". Diese stellt
kompakt und allgemein verständlich wichtige Inhalte dar und ist auch in
Leichter Sprache sowie in sechs Fremdsprachen verfügbar. Des Weiteren
stehen 15 Informationsblätter zur Verfügung, die häufige Fragen von
Menschen mit Bluthochdruck beantworten.

Wissenschaftliche Grundlage dieser Patientenleitlinie ist die Nationale
VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie. Auf Basis aktueller Studien gibt
die NVL Empfehlungen zur Untersuchung und zur Behandlung der Erkrankung
wieder.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der
Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für
Qualität in der Medizin beauftragt.

Die Patientenleitlinie und weitere Materialien stehen für jeden kostenfrei
zum Download zur Verfügung.

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