Die fortschreitende Digitalisierung sowie der Einsatz von KI haben Einfluss auf nahezu alle Lebensräume des Menschen. Im "Forum Digitalisierung“ der Hochschule Landshut zum Thema "Digitalisierung & KI – Zukunftsfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft" (26. Oktober 2023, Beginn 16.00 Uhr) werden Potenziale, Konsequenzen aber auch Risiken dieser Entwicklung von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert.
Ob Arbeitsplatz, soziales Miteinander, Gesundheit oder Nachhaltigkeit: Der digitale Wandel schafft ein enormes Potenzial, dessen Auswirkungen bereits heute in Industrie und Gesellschaft allgegenwärtig sind. Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Praxis zu beleuchten sowie die Frage nach einer digitalen Zukunftsstrategie zu stellen. Neben Fachvorträgen wollen wir Raum zur Diskussion schaffen sowie die Expertise und die vielfältigen Aktivitäten der Hochschule Landshut im Kontext von Digitalisierung & KI einem breiten Publikum präsentieren. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr übernommen.
Renommierte Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis geben im Vortragsprogramm der Veranstaltung Einblicke in Anwendungsmöglichkeiten sowie Potenziale von Digitalisierung & KI: Den Einstieg bilden zwei Vorträge von Machine Learning-Experte Dr. Christian Osendorfer (u.a. Franka Emika, nnaisense, Google) und Dagmar M. Schuller, Geschäftsführerin und Mitgründerin der audEERING GmbH (KI-basierte Audioanalyse). Beide verfügen über langjährige Praxiserfahrung und verstärken ab diesem Wintersemester das Team der Professoren der Fakultät Informatik.
„Trends und Herausforderungen der Digitalisierung: Einfluss von Künstlicher Intelligenz / ChatGPT auf Lernen und Arbeiten“ lautet der Vortragstitel der Keynote von Dr. Holger Schmidt, TU Darmstadt, Buchautor und Co-Host des F.A.Z.-Podcasts „Künstliche Intelligenz“. Johannes Hauner, Geschäftsführer der Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH und verantwortlich für die Digitalisierungsstrategie, wird den Einfluss von KI auf die Medienbranche, auf Good News, Bad News und Fake News erläutern.
Die interdisziplinären und umfänglichen Aktivitäten der Hochschule Landshut im Bereich von Digitalisierung & KI beleuchtet eine Posterpräsentation: In jeweils 60-sekündigen Pitches werden Forschungsprojekte sowie Abschluss- und Projektarbeiten vorgestellt, die anschließend mit den Autoren/innen diskutiert werden können. Entwicklungen, die durch den Einsatz von KI entstehen, werden in Themenfeldern wie unternehmensübergreifende Logistik, Design/Konstruktion, 3D-Messtechnik, Medizintechnik, Marketing und Vertrieb, Schulwegsicherheit oder automatisierte Gebärdensprachenerkennung gezeigt. Die Themen, der im Umfeld der Digitalisierung präsentierten Projekte und Arbeiten, reichen von der datenbasierten Vermeidung von Abfall in der Produktion und Chatbots in der Energiebranche über digitale Beratungsangebote in der Praxis der Sozialen Arbeit bis hin zu den Auswirkungen von digitalen Gegenwirklichkeiten auf die Solidarität in der Gesellschaft.
Raum zum Austausch bietet zusätzlich eine Podiumsdiskussion mit Referenten der Veranstaltung, die Antworten auf die Frage geben werden, wie Wirtschaft und Gesellschaft von Digitalisierung und KI profitieren können. Das anschließende Get-together bietet Gelegenheit für vertiefende Gespräche.
Weitere Informationen und Anmeldung zur kostenfreien Teilnahme (in Präsenz und online möglich) unter www.haw-landshut.de/hochschulforum.
Die künftigen Grundschullehrer*innen erhielten zu ihrem Studienbeginn eine Schultüte aus den Händen von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, Bildungsminister Steffen Freiberg und BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande. Foto: BTU, Ralf Schuster
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Schüle, Bildungsminister Freiberg und Senftenbergs Bürgermeister Pfeiffer haben am 9. Oktober 2023, gemeinsam mit BTU-Präsidentin Prof. Grande den neuen Studiengang „Lehramt Primarstufe“ eröffnet.
„Für die BTU und insbesondere unseren Campus in Senftenberg gibt es Grund zum Feiern: In einer Rekordzeit von weniger als einem Jahr haben wir einen innovativen Studiengang für das Grundschullehramt aufgebaut und begrüßen heute hier vor Ort 56 zukünftige Grundschullehrerinnen und -lehrer zu ihrem Studienbeginn in Senftenberg. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für das Land Brandenburg, stärken den Campus in Senftenberg und schaffen spannende Vernetzungen mit anderen Disziplinen an der BTU“, sagte Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) bei dem feierlichen Empfang.
Die BTU bietet den Lehramtsstudierenden einen völlig neuen Ansatz, sich ihrem späteren Beruf als Grundschulpädagog*in zu nähern, indem diese von Beginn an in ausgewählten Partnerschulen aktiv sind und den Job im realen Umfeld erlernen – flankiert von theoretischem und pädagogischem Wissen, das ihnen in sogenannten Lernwerkstätten fachgerecht an der BTU vermittelt wird.
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hieß die Lehramtsstudierenden in Brandenburg willkommen: „Wir wissen: Wir brauchen Lehrkräfte und wir brauchen viele. Sie sind es, die unseren Kindern auch künftig Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen. Aber Schule kann mehr und muss mehr. Sie begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu kritischen und urteilsfähigen Bürgerinnen und Bürgern. Und hier kommen die Lehrerinnen und Lehrer ins Spiel: Sie können in Kindern die angeborene Lust am Verstehen-wollen und Hinterfragen fördern. Sie können Kinder zu Selbstvertrauen und Mut inspirieren. Sie können Kindern beibringen, wie man Herausforderungen, Fehler und Konflikte souverän löst. Sie können zeigen, wie Miteinander statt Gegeneinander geht. Wir als Land bieten dafür optimale Rahmenbedingungen: Ein neuer Standort, in Rekordzeit aufgebaut. Hohe Praxisanteile. Großartige Schulen in der Region. Und vor allem: Starke Partner mit der BTU, der Universität Potsdam, dem Bildungsministerium und meinem Ministerium, die an einem Strang ziehen. Herzlich willkommen in Brandenburg, liebe Lehramtsstudierende!“
Mit Blick auf den Bedarf an Lehrkräften in Brandenburg sagte Bildungsminister Steffen Freiberg: „Wir unternehmen jede Anstrengung, um genügend Lehrkräfte gewinnen zu können. Höhere Ausbildungskapazitäten an den Universitäten tragen maßgeblich dazu bei, im eigenen Bundesland gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer für unsere Grundschulen zu gewinnen. Der Lehramtsstandort in Senftenberg ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wir in Brandenburg Aus-, Fort- und Weiterbildung anders denken und gemeinsam mit allen Beteiligten neu gestalten. Ich danke allen für Ihren großen Einsatz. Das Brandenburger System der Lehrerbildung wird qualitativ hochwertig und flexibel an den jeweiligen Bedarfen ausgerichtet und bundesweit wegweisend sein. Gut ausgebildete Lehrkräfte führen zu gutem Unterricht, gute Schulen wiederum machen einen attraktiven Standort aus.“
Für Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer ist der neue Studiengang ein Segen: „Neue Professor*innen kommen nach Senftenberg, vor allem aber freuen wir uns auf neue und mehr Studierende, die das Senftenberger Stadtbild bereichern und beleben werden. Die jungen Menschen bleiben hoffentlich zu einem großen Teil als gut ausgebildete Fachkräfte in der Region, in der sich so viel Neues entwickelt und die Familien mit Kindern beste Möglichkeiten bietet. Auch deshalb wird die Stadt Senftenberg die BTU bei der Weiterentwicklung des Studiengangs auch in Zukunft nach Kräften unterstützen.“
Robin Löfflath ist einer der mehr als 200 Interessierten, die sich auf die ersten 50 Studienplätze beworben hatten – und der zugelassen wurde. Der 19-Jährige pendelt derzeit von Plessa im Landkreis Elbe-Elster nach Senftenberg und freut sich über die Möglichkeit, in der Lausitz zu studieren: „Ich habe mich bewusst für ein Lehramtsstudium an der BTU entschieden, aufgrund der praxisnahen Studiengestaltung. Gleichzeitig waren mir die Punkte Heimatverbundenheit und Unterstützung der Heimat wichtig. Ich hoffe, mit modernen Lehrmethoden vertraut gemacht zu werden und kann mir gut vorstellen, in der Region zu bleiben.“
Um den Beginn des Lehrbetriebs im Wintersemester 2023/24 ermöglichen zu können, sind für das erste Jahr interimsweise vier Vertretungsprofessor*innen ernannt worden: für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Erziehungswissenschaft. „Parallel laufen die Ausschreibungen für die regulären Professuren, die nach einem mehrmonatigen Berufungsverfahren ihren Dienst zum Wintersemester 2024/25 antreten werden“, erläutert Prof. Dr. Peer Schmidt, der an der BTU als Vizepräsident den Bereich Studium und Lehre verantwortet und den Aufbau des Studiengangs mit seinem Team erfolgreich koordiniert hat. Insgesamt wird die BTU in den nächsten Jahren eigens für den Studiengang „Lehramt Primarstufe“ zehn Professorinnen und Professoren berufen sowie weiteres Personal für Lehre, Praktikumskoordination, Technik und Assistenz einstellen. Mit der steigenden Zahl an akademischen Lehrkräften wird die Universität dann auch mehr Lehramtsstudienplätze anbieten können – nach aktueller Planung 120.
Experten der DGP, DRG und DGT: Blum, Hoffmann, Vogel-Causse, Windisch, Nikolaou, Welcker DGP
Noch immer sterben rund 45.000 Deutsche jährlich an Lungenkrebs, weil der Tumor zu spät erkannt wird. Das soll sich jetzt ändern. Wissenschaftler haben heute erstmals Eckpunkte eines nationalen Früherkennungsprogramms vorgestellt, das vor allem das Sterberisiko für langjährige Raucher deutlich senken kann. „Wir geben behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie der Gesundheitspolitik klar definierte Empfehlungen an die Hand, die ein einheitliches, strukturiertes, qualitätsgesichertes Früherkennungsprogramm ermöglichen, das effektiv, sicher und zudem kosteneffizient ist“, sagt Professor Torsten Blum, einer von drei federführenden Autoren des nun vorgelegten Positionspapiers.
Ein Jahr haben Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) gemeinsam daran gearbeitet. „Gleichzeitig warnen wir vor den realen Gefahren für Teilnehmer an unstrukturierten sowie unzureichend koordinierten Screening- Maßnahmen, da so unnötigerweise Schwachstellen und Fehlerquellen entlang der gesamten Prozesskette drohen“, ergänzt der Pneumologe Blum, Oberarzt an der Klinik für Pneumologie des Helios Klinikums Emil von Behring in Berlin.
Die für die Anwendung des Computertomografie-Screenings notwendige Rechtsverordnung des zuständigen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz könnte schon zum Jahreswechsel in Kraft treten. Anschließend hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der über den Leistungsanspruch gesetzlich krankenversicherter Menschen entscheidet, 18 Monate Zeit für die Erarbeitung einer notwendigen Richtlinie. „Ein unstrukturiertes Lungenkrebs-Screening ohne konkrete Richtlinien-Vorgaben ist somit vielleicht schon zum Jahresbeginn möglich, ein strukturiertes Programm aber erst mit den Beschlüssen des G-BA“, erklärt Professor Hans Hoffmann, Thoraxchirurg und der zweite federführende Autor des Positionspapiers. „Als Kliniker wünschen wir uns natürlich zeitnah gute Richtlinien für ein strukturiertes Lungenkrebs-Screening-Programm in Deutschland, da es Menschenleben retten wird. Wir wissen aber auch um die damit einhergehende Arbeit und Verantwortung für den G-BA. Seitens der im Lungenkrebs- Screening beteiligten Fachgesellschaften unterstützen wir den zuständigen Bundesausschuss in seiner Arbeit, da wir alle ein wirksames und sicheres nationales Programm möchten“, so der Leiter der Sektion für Thoraxchirurgie am Klinikum rechts der Isar in München und Vorsitzender der Zertifizierungskommission für Lungenkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft.
Obwohl Nutzen und Sicherheit von Lungenkrebs-Screenings wissenschaftlich unstrittig sind, gilt es aber bis zum Vorliegen der G-BA-Richtlinie, weiterhin auf die Gefahren hinzuweisen. Die Botschaft ist hierbei klar: Niedrige Teilnahmequoten sowie hohe Raten an Überdiagnosen oder falsch- positiven Befunden gefährden die Früherkennungsziele, können aber durch klare Strukturvorgaben vermieden werden. „Im Rahmen unserer HANSE-Studie zur Lun-genkrebsfrüherkennung konnten wir an drei Klinik-Standorten in Norddeutschland zeigen, dass ein strukturiertes Lungenkrebs-Screening- Programm im bestehenden Gesundheitssystem gut integrierbar und machbar ist“, zeigt der Radiologe Professor Jens Vogel-Claussen auf. Er ist Leiter der HANSE-Studie und der dritte federführende Autor des neuen Positionspapiers. „Die Umsetzung unserer Empfehlungen wird zu einer wirksamen und sicheren Lungenkrebs-Früherkennung in Deutschland führen. Aber auch zukünftig ist eine Beteiligung der Fachgesellschaften wichtig, um ein nationales Programm aufgrund neuer Forschungserkenntnisse gemeinsam weiterzuentwickeln“, so der Leitende Oberarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Betroffen sind 3,3 Millionen Männer sowie 2,2 Millionen Frauen – Programme zu Rauchentwöhnung verpflichtend
Konkret soll sich das Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm an Menschen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren richten, die mindestens 25 Jahre rauchen oder deren Rauchstopp weniger als zehn Jahre zurückliegt. Auch Betroffenen mit mindestens 15 Packungsjahren – sprich: wer beispielsweise eine Packung pro Tag über 15 Jahre hinweg geraucht hat – soll das Screening ermöglicht werden. Dies träfe insgesamt auf rund 3,3 Millionen Männer sowie etwa 2,2 Millionen Frauen in Deutschland zu, stellen die Experten dar. Die sich jährlich wiederholende Vorsorgeuntersuchung soll von einer zentralen Stelle koordiniert werden. Das Lungenkrebs-Screening selbst wird mittels niedrigdosierter Computertomografie vorgenommen werden. „Die Lungenkrebsfrüherkennung im Rahmen eines gut strukturierten Screening- Programms ist eine der wichtigsten Empfehlungen der vergangenen zehn Jahre im Bereich Lungenkrebs“, hebt DGP-Präsident Professor Wolfram Windisch, Chefarzt der Lungenklinik an den Kliniken der Stadt Köln, die Bedeutung des Papiers hervor. „In diese organisierten Vorsorgeuntersuchungen müssen aber auch verpflichtend Programme zur Rauchentwöhnung eingebettet werden, da deren Zusatznutzen wissenschaftlich klar belegt ist.“
Bisher geringe Überlebenschancen – Neues Versorgungsangebot durch regionale Lungenkrebs-Zentren
Etwa 57.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Lungenkrebs. Nur rund 21 Prozent der Frauen und etwa 15 Prozent der Männer überleben die darauffolgenden fünf Jahre. Bei Männern ist Lungenkrebs nach Prostatakrebs die zweithäufigste, bei Frauen nach Brustkrebs und Darmkrebs die dritthäufigste Krebsneuerkrankung. Zuletzt wurden in Deutschland fast 45.000 Todesfälle durch Lungenkrebs registriert – pro Jahr. Weltweit sind es jährlich in etwa 1,8 Millionen Todesfälle. Was Patientinnen und Patienten sowie deren An-gehörige zusätzlich enorm belastet: Mit dem Lungenkarzinom als Grunderkrankung gibt es sehr oft zahlreiche Begleiterkrankungen. Darüber hinaus tritt keine andere Krebsart mit so vielen Symptomen auf. „Was die Risikogruppe braucht, ist ein flächendeckendes und hoch-wertiges Versorgungsangebot. Vertragsärztliche Radiologien sowie die Radiologie in einem auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrum sollen eine qualitätsgesicherte Untersuchung so-wie eine exzellente Befundqualität sicherstellen“, sagt Professor Konstantin Nikolaou, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG). „Dabei soll jedem Lungenkrebs-Zentrum ein fest definierter regionaler Versorgungsbereich in Deutschland zugewiesen werden“, so der Ärztliche Direktor der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Tübingen.
Frühzeitige Lungenkrebsbehandlung geht nur im interdisziplinären Team
Konkret wird in dem Positionspapier dargelegt, wie ein organisiertes Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm in Deutschland genau aussehen kann. Dabei wird nicht nur die Zielgruppe definiert, auch die konkreten Behandlungsmethoden, Untersuchungsintervalle, Ressourcenaufwände, Anforderungen an die Screening-Einrichtungen und die Qualifikation der behandelnden Medizinerinnen und Mediziner wird dargelegt. Festgeschrieben ist auch, dass die Untersuchung sowie die gesundheitliche Beurteilung von betroffenen Patientinnen und Patienten nur im interdisziplinären Team geschehen kann. Dazu zählen Fachärztinnen und -ärzte für Pneumologie, Radiologie und Thoraxchirurgie. „Für die umfassende Beurteilung und weitere Behandlung bei der Lungenkrebs-Früherkennung brauchen wir eine breite Expertise in den Fallbesprechungen. Für die Thoraxchirurgie ist ein qualitätsgesichertes Früherkennungsprogramm mittels niedrigdosierter Computertomografie der Schlüssel dazu, Lungenkrebs früher als bisher zu erkennen und die Sterberate zu reduzieren“, sagt Dr. Katrin Welcker, Past- Präsidentin und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT). Sie ist Mitautorin des vorgelegten Positionspapiers und Chefärztin an der Klinik für Thoraxchirurgie der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach.
Vorsorge senkt Gesundheitskosten – Vorschlag für Gemeinsamen Bundesausschuss
Noch gibt es ein Lungenkrebs-Screening als flächendeckend organisierte Vorsorgeuntersuchung für Risikogruppen nicht. Vergleiche mit dem seit Jahren etablierten Mammografie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung bei Frauen weisen laut der Experten aber auf die enormen Erfolgsaussichten hin. Neben den medizinischen und gesundheitlichen Aspekten hat das Positionspapier auch die ökonomischen Punkte im Blick: „Der Lungenkrebs nimmt jeweils den ersten Rang bei den direkten und indirekten krebsbedingten Gesundheitskosten in Europa ein“, sagt Autor Torsten Blum. „Nach unserer Vorstellung sollen die Krankenkassen die Kosten für das Lungenkrebsscreening tragen. Mehrere gesundheitsökonomische Modelle konnten mittlerweile die Kosteneffektivität von jährlichen niedrigdosierten CT-Lungenkrebs-Screening-Programmen nachweisen“, so der Wissenschaftler.
Dr.-Ing. B. Kolewe demonstriert dem Bundesminister f. Digitales u. Verkehr, Dr. V. Wissing, die Funktionalitäten einer mobilen Kommandozentrale für den kooperativen Betrieb autonomer, elektrisch angetriebener Schub- und Schleppermodule zur Schiffsassistenz Prof. Dr. Torsten Jeinsch Universität Rostock
Auf der Fachkonferenz „Neue Technologien und Testfelder für Wasserstraßen und Häfen”, die Anfang Oktober in Karlsruhe stattfand, präsentierten Dr.-Ing. Björn Kolewe vom Lehrstuhl Regelungstechnik der Universität Rostock und Leon Tietz von der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA) aktuelle Forschungsergebnisse zu maritimen Technologien in Häfen und auf Wasserstraßen.
Die Forscher stellten in einem gemeinsamen Vortrag die Vision „Vom Seehafen bis zur Haustür – autonomer Gütertransport auf dem Wasserweg“ mit aktuellen Ergebnissen aus den Forschungsvorhaben ModularShipAssist, DigitalSOW, SensorSOW und DigiLoeWe vor. Am zweiten Konferenztag besuchte der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, den Ausstellungsstand des Verbundprojekts ModularShipAssist. Vertreter des Projektkonsortiums, dem das Unternehmen Voith, die Technische Universität Hamburg und die Universität Rostock angehören, demonstrierten erste Forschungsergebnisse zur kooperativen Regelung von Multifahrzeugsystemen.
Ziel der Konferenz war es, Ergebnisse aus den durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstützten Förderprogrammen „Innovative Hafentechnologien (IHATEC)“, „Digitale Testfelder Häfen (DigiTest)“ und „Digitale Testfelder Wasserstraßen (DTW)“ vorzustellen und zu diskutieren, um die Zukunft der Wasserstraßen und Häfen gemeinsam zu gestalten.