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Engagiert für die Gemeinschaftsforschung: Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany erhält Belitz-Medaille des FEI

In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Industrielle
Gemeinschaftsforschung (IGF) und die Förderung der Kooperation von
Lebensmittelwissenschaft und Lebensmittelindustrie wurde Prof. Dr. Klaus-
Dieter Jany mit der Hans-Dieter-Belitz-Medaille ausgezeichnet. Die
Verleihung fand am 7. September 2023 im Rahmen der Jahrestagung des
Forschungskreises der Ernährungsindustrie e. V. (FEI) in Berlin statt. Mit
der Hans-Dieter-Belitz-Medaille würdigt der FEI seit 2002 besondere
Verdienste um die Förderung der IGF sowie beispielhaftes Engagement im
Netzwerk des FEI.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany hat sich über mehr als drei Jahrzehnte in
beispielhafter Weise für den FEI eingesetzt und hat seine
wissenschaftliche Expertise in den Dienst der Industriellen
Gemeinschaftsforschung gestellt. Er wurde 2011 erstmals in den
Wissenschaftlichen Beirat des FEI berufen - ein Amt, das er bis 2022
innehatte und in dem er als Gutachter konstruktiv-kritisch die
Forschungsaktivitäten des FEI begleitete. In seiner gutachterlichen Arbeit
hat sich Jany in besonderer Weise als Brückenbauer um die anwendungsnahe
Lebensmittelforschung verdient gemacht. Über sein Engagement im FEI hinaus
hat er sich von 1994 bis 2018 auch auf Ebene der AiF und als Mitglied der
AiF-Gutachtergruppe Chemie für die Industrielle Gemeinschaftsforschung
eingesetzt. Auch nach dem Ausscheiden aus beiden Gremien unterstützt Jany
sowohl den FEI als auch die AiF bis heute als Sonderfachgutachter.

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass international gesuchte Experten
ihre wissenschaftliche Expertise und ihre Zeit in den Dienst
gemeinnütziger Organisationen stellen, die sich, wie der FEI der
allgemeinen Forschungsförderung verschrieben haben. Dieses Engagement ist
nicht hoch genug anzuerkennen", betonte der Vorsitzende des FEI, Dr. Götz
Kröner, in seiner Laudatio. Kröner dankte Jany herzlich für seinen Einsatz
und überreichte ihm neben der Medaille die Urkunde.

Jany studierte Biologie, Chemie und Physik an der Universität Heidelberg
und promovierte 1972 an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der
Universität Heidelberg. Er habilitierte sich 1980 an der Universität
Stuttgart, wo er als Privatdozent dozierte und die venia legendi für die
Fächer Biochemie und Allgemeine Biologie erhielt. 1982 wurde Jany
Professor an der Universität Stuttgart und 1987 zum außerordentlichen
Professor berufen. Darüber hinaus leitete er von 1986 bis 1989 die
Abteilung Proteinanalytik und Biotechnologie der Technischen Universität
Darmstadt und verantwortete im Anschluss daran bis zum Eintritt in den
Ruhestand 2008 die Leitung des Molekularbiologischen Zentrums (MBZ) der
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) in
Karlsruhe.

Jany war Mitglied in einer Vielzahl von nationalen und internationalen
wissenschaftlichen Gremien und Organisationen, in denen seine Mitarbeit
und Expertise gesucht waren. Unter anderem war er bis 2018 Mitglied des
Wissenschaftlichen Ausschusses für Lebensmittelkontaktstoffe, Enzyme und
Aromen (CEF) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
und ist bis heute als Vizepräsident für Forschung und Lehre an der Wadi-
International-University in Al Nadara (Syrien) aktiv.

Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist die Proteinanalytik
und Biotechnologie, insbesondere die Gentechnik im Lebensmittelbereich, zu
der er wegweisende Erkenntnisse beisteuerte, die den heutigen Stand des
Wissens geprägt haben und für die Jany mehrfach ausgezeichnet und geehrt
wurde.

Zum Namenspatron der Hans-Dieter-Belitz-Medaille:
Die Verleihung der Medaille erfolgt in Erinnerung an Prof. Dr. Hans-Dieter
Belitz, den 1993 verstorbenen Leiter der Deutschen Forschungsanstalt für
Lebensmittelchemie (DFA), dem heutigen Leibniz-Institut für Lebensmittel-
Systembiologie an der Technischen Universität München. Belitz‘ umfassendes
wissenschaftliches Werk ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt;
sein mit Prof. Dr. Werner Grosch und Prof. Dr. Dr. Peter Schieberle
verfasstes "Lehrbuch der Lebensmittelchemie" ist bis heute ein wichtiges
Standardwerk.

Bisherige Preisträger der Hans-Dieter-Belitz-Medaille waren Prof. Dr. Dr.
Peter Schieberle (2019), Dr. Udo Spiegel (2017), Dr. Bernd Schartmann
(2013), Dr. Heinz D. Jodlbauer (2008), Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser
(2005), Prof. Dr. Dr. Hans Steinhart (2005) und Dr. Rolf Stute (†; 2002).

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Sprachmodelle für die Wirtschaft: Wie deutsche Unternehmen profitieren

Mit ChatGPT, Bart und Llama ist eine neue KI-Generation in der
Öffentlichkeit bekannt geworden. Die großen Sprachmodelle versprechen
mächtige Werkzeuge für Wirtschaft und Gesellschaft. Doch vor der
Einführung der Sprachassistenten in den Betrieben sind noch einige Hürden
zu nehmen. Wie die deutsche Wirtschaft von Sprachmodellen profitiert und
was dabei ein deutschsprachiges Open Source-Modell leisten kann, erläutert
Alexander Löser im Interview. Er ist Professor für Data Science und
Textbasierte Informationssysteme an der Berliner Hochschule für Technik
und Mitglied der Arbeitsgruppe Technologische Wegbereiter und Data Science
der Plattform Lernende Systeme.

Herr Löser, welche Einsatzmöglichkeiten eröffnen große Sprachmodelle für
Unternehmen?

Da gibt es zunächst das Marketing und vielleicht auch die PR-Arbeit. Dann
haben wir Anwendungsgebiete im Bereich der persönlichen Kundenansprache.
Dabei muss das Unternehmen allerdings überlegen, ob es Kundendaten an
einen Sprachmodell-Anbieter senden möchte, der nicht unter deutschem Recht
agiert. Das halte ich für einen sehr wichtigen Punkt. Auch für den
Kundenservice eignen sich die großen Sprachenmodelle von Open AI oder
Anthropic nur bedingt, weil diese kein unternehmensspezifisches inhouse-
Wissen haben. Für diesen Bereich werden wir vermutlich in Zukunft lokale
Sprachmodelle zumindest anpassen und lokal vorrätig halten.

Ein weiteres Einsatzgebiet mit hohem Potenzial ist der ganze Bereich der
Softwareentwicklung – Scripting, DevOps usw. Hierfür existieren bereits
spezielle Sprachmodelle, die 80 Programmiersprachen unterstützen und Open-
Source-basiert sind. Programmiererinnen und Programmierer können sie zur
Unterstützung nutzen, um genaueren oder mehr Code in der gleichen Zeit zu
schreiben.

Darüber hinaus gibt es spezielle Anwendungsgebiete, die mir persönlich
sehr am Herzen liegen: die Vereinfachung von Prozessen der Medizin, das
Erkennen von Krankheitssymptomen, vielleicht auch künftig Unterstützung
bei medizinischen Diagnosen. Dazu muss allerdings zuerst das Problem des
Halluzinierens großer Sprachmodelle gelöst und rechtliche Fragen geklärt
werden.

Vor welchen Hürden stehen deutsche Unternehmen beim Einsatz von
Sprachmodellen?

Zunächst stehen Unternehmen vor der Frage: Möchte man ein Vendor Lock-in
mit einem Anbieter riskieren? Oft sogar einem Anbieter, der nicht nach
europäischem Recht agiert. Die zweite Hürde ist, dass die aktuellen
Modelle multilingual sind. Das ist einerseits gut, weil ein Modell dann
möglicherweise Konzepte aus einer anderen Sprache ergänzen kann.
Andererseits ist die Anzahl der Modelle, die wirklich Deutsch sprechen,
derzeit noch auf äußerst wenige Anbieter beschränkt. Wir brauchen also ein
deutschsprachiges Modell. Ich halte es für notwendig, dass deutsche
Unternehmen auf ein Open-Source-gehostetes, kommerziell nutzbares Modell
zugreifen können, damit sie dieses dann anpassen, für ihre eigenen
Bedürfnisse explorieren und nutzen können.

Und die dritte Hürde sehe ich dann im Moderator-Layer. Wir haben auf der
untersten Schicht das Sprachmodell, das nur das nächste Wort vorhersagt.
Dann haben wir den Prompting Layer, der an die spezielle Domäne mit
geringem Aufwand angepasst wird. Und dann haben wir die obere Ebene, das
ist der Moderator-Layer. Und der Moderator Layer muss zum Beispiel im
Kundenkontakt vermeiden, dass rassistische Sprache entsteht, dass
gefährliche Informationen aus dem Modell herausdringen können und dass es
entsprechend geltenden Gesetzen agiert – die schon in Deutschland deutlich
anders sind als in anderen europäischen Ländern oder sogar in den USA. Und
auch diese Trainingsdaten für den Moderator Layer sind bisher kaum
vorhanden.

Was kann ein deutschsprachiges Open Source-Modell leisten?

Zunächst müssen Unternehmen in verschiedenen Industrien und in vielen
verschiedenen Segmenten schnell in die Lage versetzt werden zu eruieren,
ob sich mithilfe eines Sprachmodells Produktivitätsgewinne erzielen
lassen, ob sein Einsatz eine höhere Kundenbindung ermöglicht oder
möglicherweise dem Unternehmen sogar hilft, neue Märkte zu erobern.

Ich plädiere für ein Investment des Staates und auch von Unternehmen in
ein kommerziell nutzbares Open Source-Modell. Ich glaube, dass dieses
Investment deutlich geringer ausfällt als noch vor einem Jahr. Ich würde
hier mit einer Summe zwischen 8 und 15 Millionen rechnen.

Der große Teil des Investments fließt in die Kuratierung und Beschaffung
der Daten, ein kleinerer in die Berechnung. Es wäre erstrebenswert, wenn
die Politik hier ein oder vielleicht sogar mehrere Projekte förderte mit
dem Ziel, ein kommerziell nutzbares deutsches Open Source-Sprachemodell zu
schaffen. Die Trainingsdaten müssten ebenfalls kommerziell nutzbar und
Open Source zur Verfügung stehen. So könnte eine Innovations-Community
aufgebaut werden, die dieses Sprachmodell an zahlreiche Gegebenheiten von
Unternehmen anpasst und den Moderatoren-Layer entsprechend der deutschen
Rechtsprechung sowie europäischen Werten anpasst.

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Internationale Wissenschaftskonferenz zu KI und Maschinellem Lernen an der FH Dortmund

Zum fünften Mal hat die Fachhochschule Dortmund eine der international renommierten IEEE-Konferenzen ausgetragen. Wissenschaftler*innen aus vielen Ländern kamen vom 7. bis 9. September 2023 am Campus Emil-Figge-Straße zusammen, um ihre Forschungen aus den Bereichen KI und Maschinelles Lernen, Robotik und Rechensysteme zu präsentieren.

 

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) ist der weltweit größte Berufsverband für Ingenieur*innen und Wissenschaftler*innen der Fachrichtungen Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik. „Die Sektion für intelligente Datenerfassung und fortgeschrittene Computersysteme ist Teil der IEEE-Familie“, erklärt Prof. Dr. Carsten Wolff vom Fachbereich Informatik der FH Dortmund. Dieser Bereich wird federführend von der West Ukrainian National University (WUNU) in Ternopil, einer Partnerhochschule der FH Dortmund, betreut. Die dazugehörige IEEE-Konferenz findet alle zwei Jahre statt.

 

Nach Dortmund waren in diesem Jahr mehr als 200 internationale Gäste gekommen, darunter Forschende aus der Ukraine, aus Kasachstan und Aserbaidschan, aus Italien, Belgien und Spanien. Neben dem Austausch und dem Feedback zu ihren Arbeiten ist für die Wissenschaftler*innen auch die anschließende Veröffentlichung in einer IEEE-Fachpublikation ein wichtiger Anreiz. „Unsere IEEE-Konferenz versteht sich zudem als Forum und als Brücke für Forschende aus Ost- und Westeuropa“, betont Prof. Wolff. Dank zahlreicher Spenden konnte das Organisationsteam aus Dortmund vielen Teilnehmenden aus der Ukraine die Reise zur Konferenz finanzieren.

 

„Der wissenschaftliche Austausch bereichert uns in der Forschung und Lehre gleichermaßen“, betont Prof. Dr. Stephan Weyers, Prorektor für Lehre und Studium der FH Dortmund. Die IEEE-Konferenz sei ein gutes Beispiel für die vielen erfolgreichen, internationalen Partnerschaften der Fachhochschule. In der Ukraine-Kooperation zähle die FH Dortmund etwa zu den aktivsten Hochschulen im Land, so der Prorektor. Er hatte die IEEE-Konferenz gemeinsam mit Oksana Desyatnyuk, Rektorin der ukrainischen Partnerhochschule, eröffnet.

 

Hintergrund:

Das IEEE ist mit mehr als 400.000 Mitgliedern in 160 Ländern vertreten. Das IEEE gliedert sich in viele Sektionen, welche sich jeweils mit einzelnen Themen gezielt auseinandersetzen. Die IEEE-Publikationen machen etwa 30 Prozent der wissenschaftlichen Literatur in den Bereichen Informatik, Informationstechnik und Elektrotechnik aus.

 

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NRW-Mittelstand fordert Aus der Kiesabgabe

Der NRW-Mittelstand fordert die Landesregierung auf, die Pläne für den sogenannten "Kies-Euro" fallenzulassen. „Eine Abgabe auf Kies und Sand wird den Wohnungsbau weiter ausbremsen, sowie die Sanierung von Straßen, Brücken und den Bau von Windkraftanlagen erschweren. NRW braucht bessere Rahmenbedingungen und keine weiteren Abgaben und Regulierungen, um sich aus der Rezession herauszuarbeiten. Zu den vordringlichsten Aufgaben der Politik zählt der Kampf gegen die Inflation. Sie darf in dieser fragilen gesamtwirtschaftlichen Phase nicht künstlich nach oben getrieben werden“, fordert Herbert Schulte, NRW-Landesgeschäftsführer Politik des Mittelstandsverbands BVMW. Der Standort NRW sei derzeit nicht in der Verfassung, weitere wettbewerbsverzerrende und investitionshemmende Maßnahmen abzufedern, so Schulte. „Die Verbändeanhörung im Landtag hat außerdem gezeigt, dass die Abgabe nicht zwingend zu einem höheren Recyclinganteil führt und damit ihren ökologischen Zweck verfehlt."
 
 
BVMW-Pressestelle
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