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Wegweiser ins Wasserstoff-Zeitalter: acatech und DECHEMA legen H2-Kompass vor

Die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung
markiert den Aufbruch Deutschlands in die Wasserstoffwirtschaft. Nun geben
acatech und DECHEMA mit dem H2-Kompass Orientierung für mögliche Wege
dorthin. Der digitale H2-Kompass (www.wasserstoff-kompass.de) zeigt daten-
und faktenbasiert Handlungsoptionen zu Erzeugung, Transport und Import
sowie Nutzung auf. Ein Fazit: Deutschland wird auch mit Wasserstoff
Energieimporteur bleiben – kann aber kritische Abhängigkeiten im Vergleich
zu Öl und Gas stark reduzieren.

In einer klimaschonenden Wirtschaft wird Wasserstoff ein wichtiger
Baustein sein – darüber sind sich Forschung, Politik und Wirtschaft
weitestgehend einig. Doch viele Fragen werden noch heiß diskutiert: Wie
viel heimischen Wasserstoff kann Deutschland mittels erneuerbarer Energien
herstellen? Wieviel muss importiert werden – und welche Partnerländer
bieten sich an? Wie kann ein europäisches Wasserstoff-Transportnetz
entstehen – und wie sollte Wasserstoff am sinnvollsten genutzt werden?
„Die Ziele sind mit der Wasserstoffstrategie vor dem Hintergrund der
Klimaziele und auch mit Blick auf unsere Industrie- und Energie-
Souveränität klar. Unser Anspruch ist, mit dem H2-Kompass Orientierung zu
geben, wie alternative Routen auf dem Weg zu diesen Zielen aussehen
können“, sagt acatech-Präsident Jan Wörner.

„An vielen Stellen gibt es von Unternehmen bereits wichtige erste Impulse
für den Markthochlauf“, so DECHEMA-Vorstandsmitglied Maximilian Fleischer.
„Dennoch zeichnen sich bei Erzeugung, Transport und Anwendung von
Wasserstoff und seinen Derivaten derzeit keine Universallösungen ab. Der
technologische Optionenraum ist weit geöffnet. Deshalb braucht es
technologieoffenes und marktorientiertes Wissen, damit die Politik
Forschung und Innovation effektiv unterstützen kann“, so Fleischer weiter.

Deutschland bleibt Energieimportland – kann jedoch kritische
Abhängigkeiten reduzieren

Bei einem Wasserstoffbedarf von 95 bis 130 Terawattstunden im Jahr 2030
wird Deutschland auf Importe in erheblichem Umfang angewiesen sein. Viele
Länder inner- und außerhalb Europas kommen aber als Wasserstoff-Exporteure
infrage. Für den Import nach Deutschland bieten sich vor allem Pipelines
an. Vorstellbar sind auch Importe von Wasserstoff beziehungsweise seinen
Derivaten per Schiff aus weit entfernten Regionen. Insgesamt kann der
Umstieg von Kohle, Öl und Gas auf Wasserstoff für eine Diversifizierung
der Energie-Importquellen genutzt werden – damit würde die
Versorgungssicherheit Deutschlands im Vergleich zur fossilen
Energieversorgung steigen.
Im Rahmen der Projektarbeit haben sich Grundvoraussetzungen,
Schlüsseltechnologien, aber auch bestehende und zukünftige Verknüpfungen
zwischen Industrien, Prozessen und Sektoren herauskristallisiert. Der
H2-Kompass zeigt dabei auch auf, wie technologische Veränderungen in einem
Bereich Anpassungsbedarfe an anderen Stellen auslösen. Ein Beispiel: Wenn
Raffinerien von der Rohölverarbeitung auf eine wasserstoff-basierte
Kraftstoffproduktion umstellen, fallen Schwefel, Bitumen und Koks als
wichtige Nebenprodukte weg. Diese müssten also in anderen Bereichen der
Industrie ersetzt werden. Ein anderes Beispiel aus der Stahlindustrie:
Beim Umstieg von der klassischen Hochofenroute auf die wasserstoff-
basierte Eisendirektreduktion entfallen Hüttensand und Flugasche als
Reststoffe. Diese werden bislang als Materialzuschläge in der
Zementindustrie eingesetzt.
Fest steht jedenfalls, dass der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren
Energien, ein noch enger verzahntes europäisches Stromsystem und eine
ausgereifte Infrastruktur für den Import und Transport von Wasserstoff und
seine Folgeprodukte wesentliche Grundvoraussetzungen für eine
Wasserstoffwirtschaft darstellen.

Neuer Elektrolyse-Monitor: Die Lücken in der heimischen Erzeugung
schließen sich

Der Elektrolyse-Monitor des Wasserstoff-Kompass-Projektes erfasst wichtige
Elektrolysekapazitäten in Deutschland und Europa – sowohl bestehende
Anlagen als auch geplante. Er gibt nähere Informationen zu Orten, Akteuren
und Technologien. Ein Fazit hierzu: Die Lücke zu dem von der
Bundesregierung anvisierten Ziel von 10 Gigawatt heimischer
Erzeugungsleistung bis 2030 schließt sich immer weiter. Noch bleibt
allerdings eine Lücke von 1,2 Gigawatt.

Über das Projekt H2-Kompass

Deutschland will ab 2045 klimaneutral sein. Mithilfe von Wasserstoff
lassen sich viele Bereich defossilisieren. Gleichzeitig eröffnet
Wasserstoff dem Industriestandort Deutschland neue Wachstumsoptionen. Ein
Projektteam von DECHEMA und acatech hat gemeinsam den Wasserstoff-Kompass
erarbeitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam
gefördert.

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Energieberater-Umfrage 2023: Politik setzt auf falsches Vorgehen im Gebäudesektor

Auch im dritten Jahr der Mitgliederbefragung der führenden Energieberaterverbände werden der Status Quo und die Zukunftsaussichten im Gebäudesektor als düster bewertet. Die von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen und gesetzten Schwerpunkte halten die Energieberatenden für falsch.

Die Umfrage wurde unter den Mitgliedern des Deutschen Energieberater Netzwerks DEN und des GIH Bundesverbands im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BUVEG) durchgeführt.

 

„Stillstand bei den energetischen Sanierungen droht“

Marita Klempnow, Vorständin des Deutschen Energieberater-Netzwerks (DEN) e.V.:
„Wir brauchen dringend klimaresiliente Gebäude. Daher ist es nicht ausreichend nur die Energieträger zu wechseln. Denn so geraten wir in neue Abhängigkeiten und tragen auch noch zur Umweltzerstörung in Drittländern bei. Wir müssen an den gigantischen Ressourcenverbrauch im Gebäudebereich ran. Der Schlüssel dazu ist eine Verstetigung und Entbürokratisierung des Ordnungsrechts und der Förderung, damit die Investitions- und Planungssicherheit für Immobilieneigentümer gesichert werden kann. Die Hinweise aus der Praxis der Energieberatenden dürfen nicht länger ignoriert werden.“ (…)

Weiterlesen unter https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-14-2023/

Begleitpapier Energieberaterumfrage:

Download über unsere Homepage unter u.a. Link.

 

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss über 1.000 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

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IfW-Mittelfristprojektion: Deutschland steuert auf schwaches Wachstum zu

Die Produktionsmöglichkeiten der deutschen Wirtschaft könnten in den
nächsten Jahren spürbar sinken und im Mittel der nächsten Jahre dann nur
noch Steigerungsraten von jährlich 0,4 Prozent zulassen, weniger als ein
Drittel des langjährigen Durchschnitts von 1,3 Prozent. Wesentlich bedroht
ist das Wachstum durch eine alternde Gesellschaft und damit der Verlust
von Arbeitskräften. Hinzu kommen die Folgen der Corona-Pandemie und der
Energiekrise.

Dies geht aus der heute erschienenen Mittelfristprojektion des IfW Kiel
zur Schätzung von Deutschlands längerfristigen Wachstumsaussichten hervor.
Im Gegensatz dazu schätzt die IfW-Konjunkturprognose (06.09.2023:
„Deutsche Wirtschaft schrumpft 2023 um 0,5 Prozent“/https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/aktuelles/herbstprognose-ifw-kiel) die
tatsächliche Produktion in einem Jahr.

„Wachstum ist kein Schicksal. Es gilt jetzt wirtschaftspolitisch
diejenigen Standortfaktoren zu stärken, die man selbst in der Hand hat –
Stichwort Bildung, Infrastruktur, Bürokratie, Abgabenquote – und so auch
für ausländische Fachkräfte attraktiver zu werden“, sagt Stefan Kooths,
Konjunkturchef am IfW Kiel, anlässlich der heute erschienenen
Mittelfristprojektion bis 2028 („Wachstum im Sinkflug,
Expansionsspielräume nicht allzu hoch“/https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/mittelfristprojektion-im-herbst-2023-wachstum-im-
sinkflug-expansionsspielraeume-nicht-allzu-hoch-31957/
).

Demnach entscheidend für die mageren Wachstumsaussichten im laufenden
Jahrzehnt ist eine alternde Gesellschaft. In diesem und nächstem Jahr
stagniert die Anzahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung
stehen, bei 47,1 Millionen Erwerbspersonen. Ab 2025 dürften dann mehr
Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden, als neue hinzukommen, etwa
200.000 pro Jahr. Dabei unterstellt ist eine Nettozuwanderung von rund
200.000 Erwerbspersonen aus dem Ausland, was im historischen Vergleich
eher hoch ist.

Das potenzielle Arbeitsvolumen sinkt auch, weil die Partizipationsquote am
Arbeitsmarkt ihren Zenit wohl überschritten hat und im Projektionszeitraum
sinken dürfte, sofern nicht etwa über deutlich verbesserte
Betreuungsmöglichkeiten, flexiblere Arbeitszeitmodelle oder eine längere
Lebensarbeitszeit gegengesteuert wird. Außerdem ist die Arbeitszeit je
Erwerbstätigen rückläufig.

Während die demografische Alterung Deutschlands Wachstumspfad abflacht,
dürften die Corona-Pandemie und die Energiekrise außerdem das Niveau
angegriffen haben. Das IfW Kiel schätzt das Niveau des
Produktionspotenzials aktuell deutlich niedriger ein als im Herbst 2019
vor Beginn der Corona-Pandemie. Für das Jahr 2024 ergibt sich eine
Abwärtsrevision um rund 3 Prozent bzw. rund 100 Mrd. Euro.

Durch die mittelfristig deutlich höheren Energiepreise ist ein wichtiger
Produktionsfaktor nun knapper. Die Kapazität in der Automobilindustrie
dürfte sich nicht zuletzt im Zuge der Umstellung der Produktion auf
Elektroautos verringert haben. Zudem sind die Produktionseinbußen in den
energieintensiven Industrien seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine
wohl zu größeren Teilen dauerhafter Natur.

„Deutschland steht mit seiner demografischen Entwicklung nicht allein. In
weiten Teilen der Weltwirtschaft stellen sich ähnliche Probleme. Der
Wettbewerb um die Talente der Welt wird damit härter – umso wichtiger wird
eine wachstumsstärkende Politik, die den Standort für qualifizierte
Zuwanderung und Investitionen attraktiver macht. Ganz wesentlich sind hier
auch eine funktionierende Infrastruktur und ein attraktives
Wohnungsangebot in Städten, weil dort die produktivsten Unternehmen
angesiedelt sind. Zugleich werden Unternehmen ihr Auslandsgeschäft mit
Blick auf Beschaffungs- und Absatzmärkte und mit Blick auf Resilienz und
aufstrebende Wirtschaftsräume anpassen müssen. Dass sie es können, haben
sie in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt“, so Kooths.

„Ohne neue Wachstumsimpulse droht Deutschland eine Phase zunehmender
Verteilungskonflikte. Denn weniger Wachstum engt immer auch die
Verteilungsspielräume ein, und die Zahl der Menschen steigt, die im Alter
Ansprüche auf Sozialleistungen haben.“

Jetzt IfW-Mittelfristprojektion lesen: „Wachstum im Sinkflug,
Expansionsspielräume nicht allzu hoch“ (https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/mittelfristprojektion-im-herbst-2023-wachstum-im-
sinkflug-expansionsspielraeume-nicht-allzu-hoch-31957/
)

Über die Mittelfristprojektion

In seiner Mittelfristprojektion schätzt das IfW Kiel die
Wirtschaftsleistung in Deutschland bei normaler Auslastung seiner
Produktionsmöglichkeiten, wenn also (bei gegebener Produktivität) alle
Arbeitskräfte und Maschinen normal ausgelastet sind. Dies entspricht dem
sogenannten Produktionspotenzial und beschreibt den mittel- bis
langfristigen Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft.

Eine höhere Produktivität, mehr Arbeitskräfte oder erfolgreiche
Investitionen erhöhen das Potenzial. Unrentabel gewordene Geschäftsmodelle
beispielsweise reduzieren für sich genommen das Potenzial.

Die tatsächliche Produktion in einem Jahr – das Bruttoinlandsprodukt –
weicht in aller Regel vom Produktionspotenzial ab und wird vom IfW Kiel in
seinen Konjunkturprognosen geschätzt. In Boomphasen liegt das
Bruttoinlandsprodukt darüber – Menschen machen Überstunden, Maschinen
laufen länger. In der Rezession darunter – Menschen gehen in Kurzarbeit,
Maschinen stehen still.

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Bundesweiter Warntag – Probealarm des Sirenensystems

Die Stadt Duisburg überprüft erneut das Konzept zur Warnung und
Information der Bevölkerung im Gefahrenfall. Dies erfolgt mit einem
stadtweiten Probealarm des Sirenensystems am Donnerstag,
14. September, um 11 Uhr.
Der Probealarm findet diesmal innerhalb eines bundesweiten Warntags
statt, der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
koordiniert wird. Dabei werden im gesamten Bundesgebiet sämtliche
Warnmittel erprobt und damit zeitgleich die in den Kommunen vorhandenen
Warnkonzepte getestet. Ziel ist es, die Bevölkerung für das Themenfeld
„Warnung“ zu sensibilisieren sowie Informationen und Tipps zu geben,
damit sie im Ernstfall richtig reagieren und sich selbst helfen können.
Der Beginn des Alarms wird mit einem einminütige Dauerton für die
Entwarnung ausgelöst. Es folgt der einminütige auf- und abschwellende
Heulton für die Warnung. Zum Abschluss erfolgt wieder das
Entwarnungssignal.
Über den Sirenentest informiert am Tag des Probealarms auch die
städtische Internetseite (www.duisburg.de), das kostenlose
Gefahrentelefon der Stadt Duisburg (0800/1121313) sowie die Warn-App
„NINA“. An diesem Tag wird auch erneut das sogenannte Cell Broadcast
über das Modulare Warnsystem (MoWaS) ausgelöst und eine
entsprechende Mitteilung auf Mobilfunkgeräte gesendet. Weitere
Informationen zu Cell Broadcast finden sich auf den Internetseiten des
Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/So-
werden-Sie-gewarnt/Cell-Broadcast/cell-broadcast_node.html
Zur Auswertung des aktuellen Probealarms stützt sich die Feuerwehr
Duisburg auf die eigene technische Analyse des Sirenensystems.
Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag sind online unter
https://warnung-der-bevoelkerung.de und www.bbk.bund.de bereitgestellt.

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