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Johannes-Rau-Forschungsinstitute bei 9. NRW-Nachhaltigkeitstagung im Landtag

Am 11. September 2023 nehmen fünf Institute der Johannes-Rau-
Forschungsgemeinschaft (JRF) und die JRF-Geschäftsstelle an der 9. NRW-
Nachhaltigkeitstagung der NRW-Landesregierung teil. Die ganztägige
Veranstaltung findet im NRW-Landtag unter dem Motto „Gemeinsam.
Nachhaltig. Handeln.“ statt.

Am „JRF-Cluster“ beim sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ in der
Bürgerhalle des Landtages halten die JRF-Institute Informationen zu
einschlägigen Projekten und Mitmachaktionen bereit.

Folgende JRF-Institute werden mit Ständen vertreten sein:

JRF – Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft e. V. (Vorstand und
Geschäftsstelle)
AMO – Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik gGmbH
FIR – Forschungsinstitut für Rationalisierung e. V.
IDOS – German Institute of Development and Sustainability gGmbH
ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Zudem gestalten einschlägige ExpertInnen aus dem Wuppertal Institut die
Veranstaltung als ReferentInnen aktiv mit. Dazu zählen Prof. Oscar
Reutter, Dr. Carolin Baedeker, Dr. Holger Berg und Mona Treude. Mit Prof.
Manfred Fischedick ist der Präsident des Wuppertal Instituts, der
gleichzeitig JRF-Vorstandsmitglied ist, eingebunden.

Ein inhaltlicher Forschungs-Schwerpunkt der insgesamt 16 JRF-Institute ist
das Thema Nachhaltigkeit. In den Leitthemen „Städte & Infrastruktur“,
„Industrie & Umwelt“, „Gesellschaft & Digitalisierung“ sowie
„Globalisierung & Integration“ forschen die JRF-Institute und beraten
Akteure aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Die NRW-Nachhaltigkeitstagungen bringen seit 2012 Menschen aus
Zivilgesellschaft, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft aus ganz NRW
zusammen, um über Zukunftsfragen zu sprechen. Etwa 400 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer pro Veranstaltung haben ihre Ideen in die NRW-
Nachhaltigkeitsstrategie eingebracht. Die 9. NRW-Nachhaltigkeitstagung
markiert den Dialogauftakt für die Fortschreibung der Strategie der
Landesregierung.

Der Eintritt ist frei. Die Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger
Registrierung möglich unter https://nrw-nachhaltigkeitstagung-2023.de

Zur Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft:
Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft ist die Forschungsgemeinschaft des
Landes NRW. Aktuell zählt sie 16 wissenschaftliche Institute mit mehr als
1.600 MitarbeiterInnen in NRW und einem Jahresumsatz von über 124
Millionen Euro. Gegründet hat sich der gemeinnützige Verein 2014 als
Dachorganisation für landesgeförderte, rechtlich selbstständige,
außeruniversitäre und gemeinnützige Forschungsinstitute. Unter dem
Leitbild „Forschung ‚Made in NRW‘ für Gesellschaft, Wirtschaft, Politik“
arbeiten die JRF-Institute fachübergreifend zusammen, betreiben eine
gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, fördern wissenschaftlichen Nachwuchs und
werden von externen GutachterInnen evaluiert. Neben den wissenschaftlichen
Mitgliedern ist das Land NRW ein Gründungsmitglied, vertreten durch das
Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Weitere Informationen unter:
www.jrf.nrw

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Bei Problemen jede Hilfe annehmen

Menschen, die eine eigene Firma gründen möchten, haben oft falsche Vorstellungen von den Auswirkungen, die das Businessleben haben kann. Schon bei der investierten Zeit gibt es Irrtümer, denn je nach Branche muss das Privatleben vernachlässigt werden. Ferner denken manche Neulinge, dass sie ausschließlich Erfolg haben. Doch die Realität kann erfahrungsgemäß anders aussehen, denn ab und zu müssen manche Unternehmerinnen und Unternehmer eine finanzielle Durststrecke überstehen.

Bei Problemen jede Hilfe annehmen Symbolbild
Bei Problemen jede Hilfe annehmen Symbolbild

Ein Umsatzrückgang kann zahlreiche Gründe haben. Zum einen führen Fehlentscheidungen dazu, dass der Betrieb nicht mehr erfolgreich läuft. Noch prekärer wird die Situation, wenn die Kunden zur Konkurrenz abwandern. Wechseln die Verbraucher zu einer anderen Firma, fühlen sie sich nicht gut betreut. Denn ein hervorragender Service ist maßgeblich für eine dauerhafte Bindung. Wichtig ist zudem ein zielgerichtetes Angebot, das auf die Bedürfnisse der Kundschaft ausgerichtet ist. Bestseller sollten ausreichend verfügbar sein und die Unternehmen müssen darauf achten, regelmäßig Neuheiten anzubieten, um die Besucher ihrer Webseite auf das Sortiment neugierig zu machen. Schließlich steigern Spontankäufe den Umsatz.

Ein schwächelndes Unternehmen ist nicht nur finanziell eine Herausforderung. Die Freude an der täglichen Arbeit schwindet mit zunehmenden Problemen. Um sich aus der Abwärtsspirale zu befreien, sollten Betroffene einen Coach beauftragen. Zunächst analysiert der Fachmann die gesamte Unternehmensstruktur. Aufgrund der Expertise erkennt er die Schwächen der Firma und unterstützt den Gewerbetreibenden mit seinem Fachwissen. Ferner motiviert er die Hilfesuchenden, eigene Lösungen zu entwickeln. Die Ideen sollten sich von den Geschäftsmodellen der Mitbewerber unterscheiden. Häufig genügen bereits kleine Veränderungen im Ablauf oder die Gewinnung neuer Geschäftsfelder. Hierbei tritt der Coach als gleichwertiger Partner auf, um das Vertrauen des Hilfesuchenden zu gewinnen.

Die modernen Medien clever nutzen


Heutzutage benötigt fast jeder Betrieb, der erfolgreich sein möchte, eine aussagekräftige Internetpräsenz. Hierbei nehmen die sozialen Medien eine wichtige Rolle ein, denn je mehr Reichweite und Follower vorhanden sind, desto größer sind die Aussichten auf neue Geschäftskontakte und Absatzmärkte. Denn die User beobachten das Geschehen ihrer Lieblingsmarke und erwarten aktuelle News über Trends und Produktneuheiten. Selbstverständlich müssen die Posts coole Bilder enthalten, damit sie überhaupt angesehen werden.

Weil in der virtuellen Welt die Zeit extrem schnelllebig ist, benötigen Personen, die einen Account erfolgreich betreiben wollen, eine Vielzahl an positiven Reaktionen. Möchten die Interessenten Instagram Likes kaufen, sollte man sich zuvor über die aktuellen Preise und Konditionen erkundigen. Besonders vorteilhaft sind unterschiedliche Paketgrößen, schließlich hat jeder User andere Bedürfnisse. Grundsätzlich wirken sich viele Likes positiv auf eine erhöhte Sichtbarkeit bei Instagram. Sie steigern das Vertrauen der Nutzer und können dabei helfen, innerhalb kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Oftmals nutzen Start-ups gekaufte Instagram Likes, um sich zu etablieren.

Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit spielen im Online-Bereich eine große Rolle, deshalb müssen die angebotenen Pakete hochwertige Likes enthalten. Diese dürfen nicht von gefälschten Konten stammen. Zudem stehen die Likes wenige Minuten nach der Bestellung zur Verfügung und die User sehen, wie sich ihr Instagram-Konto positiv verändert. Dieser Aspekt ist für Influencer von Vorteil, weil diese Personengruppe ständig auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern ist.

Viele Nutzer scheuen sich zunächst, Likes im Internet zu kaufen, weil sie bisher keinen geeigneten Shop gefunden haben. Deshalb tippen sie bei Suchmaschinen „Likes kaufen Instagram“ ein, um sich über die Bedingungen zu informieren und gute Portale zu finden, die Likes zum fairen Preis anbieten. Denn für kleine Unternehmen sind günstige Hilfsmittel besonders wichtig, weil Posts mit wenigen Reaktionen häufig weggeklickt oder erst nicht angesehen werden.

Trends sinnvoll einsetzen


Selbstverständlich verfolgen Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner die Entwicklung eines Betriebs in den sozialen Medien. Weil viele Menschen das Handy nutzen, um Instagram und andere Plattformen zu besuchen, möchten sie an fast jedem Ort eine lückenlose Internetverbindung haben. Dies gilt insbesondere bei Restaurantbesuchen oder einem Aufenthalt in der Innenstadt.

Etliche Kommunen bieten daher in den Zentren kostenfreies WLAN an. Mit dieser Option locken sie Personen in die City, denn bekanntlich befindet sich das Handy immer griffbereit in der Tasche. Von einer Besuchersteigerung profitieren der Handel und die Gastronomie vor Ort. Zudem können Geschäftsleute, die unterwegs sind, jederzeit die Fragen ihrer Kunden beantworten oder eine Bestellung beim Lieferanten abgeben.

Allerdings sollten Verbraucher, die sich in ein öffentliches Netz einloggen, ein gutes Sicherheitssystem auf dem Smartphone installieren, denn die versendeten Dateien sind unter Umständen auch für andere sichtbar. Ferner ist es ratsam, E-Mails von unbekannten Absendern oder fremde Links zu ignorieren. Betrüger können problemlos die Konten hacken und die Inhalte für kriminelle Zwecke missbrauchen. Zudem sollten die User darauf verzichten, Aktivitäten in ihrem Bankkonto zu tätigen, wenn sie sich in ein öffentliches Netz einloggen. Und für jeden Account sollte ein eigenes Passwort erstellt werden.

 

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Das Rheingold Dresdner Festspielorchester | Concerto Köln | Kent Nagano u.a., KKL Luzern, 22.8.2023, besucht von Léonard Wuest

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
 
 

Concerto Köln Foto Harald Hoffmann

Besetzung und Programm:
Dresdner Festspielorchester
Concerto Köln
Kent Nagano Dirigent
Simon Bailey Wotan
Mauro Peter Loge
Dominik Köninger Wotan
Tansel Akzeybek Froh
Gerhild Romberger Erda
Annika Schlicht Fricka
Nadja Mchantaf Freia
Daniel Schmutzhard Alberich
Thomas Ebenstein Mime
Ania Vegry Woglinde
Ida Aldrian Wellgunde
Christian Immler Fasolt
Eva Vogel Flosshilde
Tilmann Rönnebeck Fafner
Richard Wagner (1813–1883) Das Rheingold. Vorabend zum Bühnenfestspiel Der RingdesNibelungen

In Zusammenarbeit mit den Dresdner Musikfestspielen im Rahmen des Projekts «Wagner-Lesarten»

 

Der Luzerner Mauro Peter als Loge
Der Luzerner Mauro Peter als Loge

Besonders gespannt waren die meisten Besucher natürlich auf den Auftritt des in Luzern geborenen und aufgewachsenen Mauro Peter in der Singrolle des Loge an diesem ungemein heissen Augusttag. Wohltuend da der klimatisierte, angenehm kühle Konzertsaal des KKL Luzern.Das Orchester wurde von den Verantwortlichen der Inszenierung teilweise mit extra angefertigten historischen Instrumenten ausgestattet, damit das Ganze der Authenzität der Wagnerschen Intentionen möglichst nahe kommt.Ein musikalisches Spektakel der Extraklasse, als das Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln unter der Leitung von Kent Nagano die Bühne betraten, um Wagners bahnbrechendes Werk “Das Rheingold” in einer konzertanten Aufführung darzubieten. Mit einem beeindruckenden Ensemble und der Vision des Dirigenten entfaltete sich die epische Erzählung von Göttern, Helden und Schicksal in einer klanglichen Brillanz, die das Publikum in ihren Bann zog.

Von den Nibelungen bis zu den Göttern: Ein einzigartiges Ensemble

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Unter der fachkundigen Leitung von Kent Nagano verschmolzen das Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln zu einem Ensemble von außergewöhnlichem Talent. Die musikalische Zusammenarbeit dieser beiden renommierten Orchester führte zu einer Klangqualität, die den epischen Charakter von Wagners Werk meisterhaft einfing.

Stimmliche Brillanz der Solisten: Götter, Helden und Nibelungen

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Die Solisten verkörperten die ikonischen Charaktere von Wagners Oper mit beeindruckender stimmlicher Brillanz. Simon Bailey als Wotan strahlte mit seiner vokalen Präsenz und verkörperte die komplexe Natur des Göttervaters meisterhaft. Mauro Peter als Loge fesselte das Publikum mit seiner nuancierten Interpretation, Daniel Schmutzhard gab den kraftstrotzender Nibelung Alberich mit immenser Intensität. und Dominik Köninger als Donner verlieh seiner Figur eine kraftvolle Präsenz. Tansel Akzeybek (Froh) und Gerhild Romberger (Erda) ergänzten das Ensemble mit ihren eindringlichen Darbietungen.

Die Göttinnen des Klangs: Fricka, Freia und Erda

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Annika Schlicht als Fricka, Nadja Mchantaf als Freia und Gerhild Romberger als Erda faszinierten mit ihren beeindruckenden stimmlichen Fähigkeiten und der Fähigkeit, ihre Charaktere mit emotionaler Tiefe zu durchdringen. Die Darstellung der unterschiedlichen Göttinnen Persönlichkeiten trug zur komplexen Dynamik des Stücks bei und fesselte das Publikum.

Das Dunkle und das Helle: Alberich und Mime

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Daniel Schmutzhard überzeugte als Alberich mit seiner düsteren und bedrohlichen Präsenz, während Thomas Ebenstein als Mime eine Facette von Komik und Verrat in die Erzählung einbrachte. Beide Solisten fügten dem Ensemble eine Tiefe hinzu, die das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Charakteren hervorhob.

Die Rheintöchter und die klangliche Magie

Die Rheintöchter, verkörpert von Ania Vegry (Woglinde), Ida Aldrian (Wellgunde) und Aga Mikolaj (Flosshilde), verliehen dem Stück eine zauberhafte Präsenz. Ihre klangliche Magie und die harmonische Interaktion mit dem Ensemble verliehen den Szenen am Rhein eine besondere Energie.

Ein Abend der epischen Erzählung

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli
Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Insgesamt war die konzertante Aufführung von Wagners “Das Rheingold” ein Abend der epischen Erzählung, der das Publikum in eine Welt von Göttern, Helden und Intrigen führte. Die Verschmelzung des Dresdner Festspielorchesters und Concerto Kölns unter der Leitung von Kent Nagano erzeugte eine klangliche Wucht, die die dramatische Tiefe des Werks betonte. Die herausragenden Solisten ergänzten diese Darbietung mit ihrer stimmlichen Brillanz und ihrer tiefen Interpretation der Charaktere. Das Auditorium feierte die Protagonist*innen am Schluss der zweieinhalbstündigen Darbietung mit stürmischem Applaus, Bravorufen und schlussendlich mit einer stehenden Ovation. Darüber gab es für Mauro Peter, den Luzerner, noch einen Applaus nebenher. Dieser Abend wird zweifellos als ein Höhepunkt des Lucerne Festival im Sommer 2023 in Erinnerung bleiben.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Peter Fischli  www.lucernefestival.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

Kent Nagano Foto Heike Fischer

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli

Dirigent Kent Nagano beschwört seine Nitmusikerinnen Foto von Peter Fischli

von links Alberich, Loge (Mauro Peter) und Wotan Foto Peter Fischli

Von unten nach oben Fricka Wotan und Freya Foto Peter Fischli

Das Rheingold Konzertbild von Peter Fischli, Daniel Schmutzhard als Alberich links vom Dirigenten rechts der Luzerner Mauro Peter als Loge

Die Ausführenden bedanken sich für den Schlussapplaus Foto Peter Fischli

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Mahler Chamber Orchestra | Daniel Harding | Daniil Trifonov, KKL Luzern, 23.8.2023, besucht von Léonard Wüst

Mahler Chamber Orchestra
Mahler Chamber Orchestra
 

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Besetzung und Programm:
Mahler Chamber Orchestra
Daniel Harding Dirigent
Daniil Trifonov Klavier
Robert Schumann (1810–1856) Ouvertüre zum Dramatischen Gedicht Manfred op. 115
Robert Schumann (1810–1856) Klavierkonzert a-Moll op. 54
Johannes Brahms (1833–1897) Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Auftakt ins Konzert mit Manfred op. 115, Ouvertüre von Robert Schumann zu Lord Byrons gleichnamigem Schauspiel. Etwas „ganz Neues und Unerhörtes“ werde das Publikum geboten bekommen, schrieb Robert Schumann Ende 1851 an Franz Liszt und bezog sich auf die Uraufführung seines „Dramatischen Gedichts“ Manfred.

Schumanns «Manfred» op. 115, Ouvertüre zu Lord Byrons gleichnamigen Schauspiel

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer
Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Nach dem wuchtigen Auftakt, den filigranen Klängen der Holzbläser, ergänzt von den behutsamen Streichern, führte der Maestro im Kammermusik Stil durch die Partitur, lässt den ausgezeichneten Solostimmen ausreichend Raum zu deren Entfaltung, führt diese immer wieder sensibel, gar zärtlich, ins Ganze zurück. Die  fühlen sich sichtlich wohl und geniessen scheinbar genauso wie die Zuhörer. Aus einem Guss, in der gleichen musikalischen Sprache, als hätten sie schon immer zusammen musiziert, zelebrierten Orchester und Leiter diesen „Manfred“, sehr gefühlsbetont, aber nie larmoyant, energisch, aber keinesfalls wuchtig, sondern ausgewogen, mit fein herausgearbeiteten Nuancen, immer spannend und teilweise gar überraschend.

Robert Schumann  Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54

Solist am Piano Daniil Olegowitsch Trifonow am Bösendorfer Flügel Foto Priska Ketterer
Solist am Piano Daniil Olegowitsch Trifonow am Bösendorfer Flügel Foto Priska Ketterer

Der Bösendorfer Konzertflügel wird ins Zentrum geschoben und hergerichtet für den heutigen Solisten, den vielfach preisgekrönten, 1991  geborenen russischen Tastenzauberer Daniil Olegowitsch Trifonov, der, mit seiner etwas strähnigen, ausgedünnten Haarpracht an den jungen Rasputin erinnert. Er setzt sich hin, tauscht ein paar Blicke mit Dirigent und Konzertmeister und baut dann seine Konzentration und Spannung auf und schon gehts los.Da scheint sich, beim Intro, auch Consuelo Velázquez die Komponistin von «Besame mucho» bedient zu haben. Dann, ganz zu Beginn unvermittelt eine Kaskade von Akkorden, die nur hier in dieser Form erscheint, es folgt eine unvergessliche Melodie, die gleich vorherrschend wird und aus der sich fast alles Folgende entwickeln wird: Der Beginn von Schumanns einzigem Klavierkonzert ist spektakulär. Darf man vielleicht die feurigen Akkorde zu Anfang dem lebhaften Florestan in Schumann zuordnen, das beherrschende Hauptthema aber Clara? Oder kann man den langsamen Teil (andante espressivo) des Kopfsatzes als Liebesduett deuten? Wird der unstete Florestan endlich von der sanften Clara sozusagen gezähmt? Vielleicht, vielleicht auch nicht, reizvoll sind solche Spekulationen allemal. Die Entstehung dieses erzromantischen Konzerts ist jedenfalls einigermaßen unromantisch verlaufen, es wurde keineswegs in einer einzigen kurzen, intensiven und inspirierten Arbeitsphase geschaffen. Begonnen wurde es 1841 etwa ein halbes Jahr nach der Hochzeit der Schumanns und zwar als einsätzige Fantasie mit jenem eigenen langsamen Mittelteil, dem “Liebesduett”, und einem eigenen Finale. In dieser Form konnte das Stück weder aufgeführt noch verlegt werden, der Markt verlangte unerbittlich dreisätzige Konzerte. 1845 fügte Schumann nahtlos zwei weitere Sätze an: das traumhaft schöne Intermezzo und das ohne Pause folgende optimistische, vorwärtsdrängende Finale (allegro vivace). Insgesamt war das Werk jetzt etwa doppelt so lang geworden. Die Uraufführung war im Dezember 1845 in Leipzig, natürlich mit Clara am Flügel.

Keine Komposition für eitle Egomanen

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer
Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Das Konzert ist von Schumann sehr bewusst nicht für mehr oder weniger eitle Virtuosen geschrieben worden und Franz Liszt z.B. hat es anfangs deswegen auch nicht spielen wollen. Vielleicht noch mehr als Beethovens Violinkonzert, dem es in diesem Punkte ähnelt, setzt dieses Klavierkonzert auf den Dialog zwischen dem Solisten und dem Orchester. Beide Seiten müssen sehr aufmerksam und flexibel sein. Zeitweise vertauschen sich die Rollen, wenn das Klavier das Orchester begleitet. Anderswo wird es richtiggehend kammermusikalisch, wenn das Klavier mit einzelnen Instrumenten aus dem Orchester Zwiegespräche hält. Die Zeitgenossen nahmen sehr wohl wahr, dass Schumann neue Wege ging, auch wenn sein Konzert wiederum in einer Tradition steht und er Anregungen von Beethoven (3.Klavierkonzert), Mendelssohn, Schubert und Bach bezog.

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer
Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Auch im Zusammenhang mit diesem Konzert sind Schumann Schwächen bei der Orchestrierung vorgeworfen worden. Ganz unberechtigt sind sie nicht, viel Erfahrung hatte er nicht, als er mit der ursprünglichen Fantasie begann. Vielleicht macht es sogar den besonderen Charme dieses Meisterwerks aus, dass es eben nicht ganz perfekt ist, sondern ein wenig grün und jugendlich geblieben ist. Und im Ganzen jugendlich frisch sollte es meiner Meinung nach gespielt werden und eben nicht schmalzig-schmachtend bis hin zur völligen Gedankenverlorenheit und Lethargie. Bruno Walter (“Von der Musik und vom Musizieren”) hat z.B. auf eine unselige Aufführungstradition hingewiesen, die bis zum heutigen Tage nicht ausgerottet ist: Nach den fallenden Akkorden ganz zu Anfang wird das Tempo für das “Clara-Thema” gewöhnlich sofort gedrosselt, obwohl das in der Partitur überhaupt nicht so notiert ist. Erst sehr viel später wird das Thema langsamer verlangt, ein Kontrast geht also dann entweder verloren oder es muss wiederum noch langsamer, noch schmachtender gespielt werden … Ein wenig Schmachten, ein wenig Sehnsucht muss sein, aber nicht im Übermaß. Auch unbändige Lebenslust und Drama haben hier ihren Platz, und wie sich zeigt, sind diese verschiedenen Elemente in diesem Konzert nicht einfach im Gleichgewicht zu halten. Der Solist bewegte sich mit schlafwandlerischer Sicherheit und Grandezza durch die Partitur und es wirkte alles jung und frisch. Grossartig vor allem die Sequenzen, wo die ebenso brillanten Solist*innen (Klarinette, Oboe usw.) des Orchesters mit Daniil Olegowitsch Trifonov in Dialog traten.

Nie zu viel Schmelz oder gar penetrant süss

Solist am Piano Daniil Olegowitsch Trifonow Foto Priska Ketterer
Solist am Piano Daniil Olegowitsch Trifonow Foto Priska Ketterer

So macht Trifonov, technisch ungemein brillant in seiner unprätentiösen Art, trotz allen romantischen Schwungs und Überschwangs, nie eine überkandidelte Diva aus dem Stück (was man sonst leider verhältnismäßig oft erleben kann). Der Mann aus Nischni Nowgorod gehört nicht zu den Interpreten, für die ‚Romantik‘ eine Art permanente Ekstase bedeutet. Zwar werden die unterschiedlichen Affektlagen von ihm mit aller Deutlichkeit aufgezeigt (auch ihre Brüche und plötzlichen Wechsel). Er begeht allerdings nie den Fehler, es zu ‚überschminken‘ und dadurch Gefahr zu laufen, Schumann in seinem Gefühlsüberschwang der Lächerlichkeit preiszugeben. Insgesamt ist das eine sehr starke, sehr emotionale Interpretation, aber vollständig frei von ‚künstlicher Aufregung‘ und gerade deshalb in ihrer Empfindsamkeit glaubwürdig. Das hat überhaupt nichts ‚Ranschmeißerisches‘ an sich, übertrieben Heroisches oder gar Martialisches, wie man das öfter hören kann. Gleichzeitig wirkt die Interpretation trotz aller Brüche im Stück sehr organisch. Es gibt also nicht lediglich einen Wechsel von Affekten, sondern einen durchdachten Aufbau, der am Ende klar macht, dass es sich trotz aller Überraschungen im Stück um ein ‚Großes Ganzes‘ handelt.

Perfekte Tempovariierung durch den Pianisten

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer
Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Der russische Grossmeister der Tasten weiß immer sehr genau, wo man bremsen und wo man ein bisschen Gas geben muss, um das Ganze zum Strömen zu bringen. So passiert es ihm beispielsweise nie, dass er erst mit großer Agogik Spannung aufbaut, um dann im entscheidenden Moment durch eine unbedachte Verzögerung (oder – je nachdem – eine fehlende Verzögerung) die ganze Dramatik sinnlos verpuffen zu lassen. Der Mann am Klavier ist vollkommen frei von dieser ‚Verlegenheits-Agogik‘, die man manchmal bei Pianisten beobachten kann, die sich über die Konstruktion eines Stückes nicht übermäßig intensiv den Kopf zerbrochen haben, aber ‚gefühlsmäßig‘ etwas unternehmen wollen – und es dann ausgerechnet an den ‚falschen‘ Stellen tun, und der ganze Aufbau dann kollabiert. Diese perfekte Umsetzung gelingt natürlich auch dank der Unterstützung von Dirigent Harding und des ausgezeichneten Orchesters, welche auf Augen- respektive Ohrenhöhe mit  dem introvertierten Tastenakrobat agieren. Besonders erwähnenswert auch der Dialog der Oboen mit dem Piano.

Der stürmische, langanhaltende Applaus wurde sichtlich genossen von den Protagonist*innen auf der Bühne. Der Solist und der Dirigent wurden mittels vehementen Applauses einige Male zurück auf die Bühne geklatscht bis uns von Trifonov eine kurze  Zugabe gewährt wurde, aufgrund des nicht enden wollenden Applauses. Dirigent Harding konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als die Akklamation einfach nicht enden wollte.

2. Konzertteil Johannes Brahms (1833 – 1897) Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer
Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Zwei einleitende Bläserakkorde genügen, um alles in Hochstimmung zu versetzen. Der erste ist ein einfacher F-Dur Akkord, der zweite kann nur von seiner Wirkung her beschrieben werden: er wirkt, als ginge man kurz in die Knie, um sich in die Höhe (hier: die höhere Oktave) zu katapultieren. Oben kommt uns das Hauptthema entgegen, von den Violinen „passionato“ (leidenschaftlich) vorgetragen. Hauptmotiv (die sich hochreckende Geste) und Hauptthema steigern sich gegenseitig …was für ein kraftvoller Anfang!Das Hauptmotiv erweist sich als Zaubermotiv: es lässt Zeit vergehen, lässt Herbst werden – das Seitenthema taucht auf wie eine Erinnerung: ein liebliches Gesicht, vielleicht auch ein Kindergesicht, eine Enkelin…etwas, dem man lächelnd ein Ach ja nachseufzt.In der Mitte des Satzes (man sollte nicht von Durchführung sprechen) wird das Zaubermotiv – vorgetragen vom Horn – zu einer edlen Melodie. Sie spiegelt einen Charakter, der immer in die Höhe strebt und doch eine weiche Seele hat. Der Satz klingt ruhig aus.Der ruhige zweite Satz beginnt wie ein Volkslied mit verwehendem Echo. Doch dann wird es still, und aus der Ferne, aus der Tiefe der Seele vernehmen wir ein musikalisches Bekenntnis von verletztem Zartgefühl und abgrundtiefer Traurigkeit. Der Satz klingt fragend aus.Das fragende, lange Thema des dritten Satzes – ein Intermezzo – wandert durch eine flüsternde Begleitung wie durch raschelndes Laub. Die Instrumentierung ist meisterhaft und abwechslungsreich, aber alle Farben sind welk. Der Satz klingt besinnlich aus.Düster beginnt das Finale, leise und erregt. Da stockt der Atem: das zarte und traurige Thema aus dem zweiten Satz ist wieder da, aber es ist zu einem bitteren, fast zynischen Choral geworden. Und dann platzt Brahms der Kragen: wenn Musik zornig sein kann – dieser Satz ist es. Der Choral fährt unter die Themen: nichts ist ihm heilig, die Fetzen fliegen – eine herrliche Abrechnung! Mit wem? Mit was – das bleibt Geheimnis des Meisters.Das Zaubermotiv erscheint und hellt die Stimmung auf. Der Choral entspannt sich; die Anfangsbegegnung des Hauptmotivs mit dem Hauptthema wölbt sich wie ein hoher Regenbogen: wenn Musik versöhnlich sein kann – der Schluss dieser, Brahms persönlichster Symphonie ist es.

Das Orchester in bestechender Form, massgeschneiderte Qualität

Dirigent Daniel Harding führt feinfühlig durch die Partitur Foto Priska Ketterer
Dirigent Daniel Harding führt feinfühlig durch die Partitur Foto Priska Ketterer

Warum sich der Komponist im Entstehungsprozess so schmallippig gab, scheint die Musik zu verraten: Erstmals in einer Sinfonie erprobt Brahms in der Dritten ein zyklisches Prinzip. Das wuchtig dionysische Hauptthema vom Anfang beispielsweise lässt er gezähmt, regelrecht geläutert noch einmal ganz zum Schluss erklingen, als Kaskade aus apollinischen Höhen.Das Mahler Chamber Orchestra konzertierte, engagiert geleitet von seinem Ehrendirigenten auf Lebenszeit Daniel Harding überragend, überzeugte mit grossinfonischen Qualitäten und sattem, überzeugenden und im letzten Satz auch magistral nach oben akzelerierendem Ausdruck.Das Mahler Chamber Orchestra, geleitet von Daniel Harding, zeigte hier seine sinfonische Meisterschaft in voller Pracht. Die Sinfonie entfaltete sich als ein episches Werk, das die sinfonische Form mit melodischer Eleganz und klanglicher Raffinesse verband. Harding führte das Orchester mit Sicherheit durch die unterschiedlichen Stimmungen der Sinfonie – von der Intimität des ersten Satzes bis zur lebhaften Energie des dritten Satzes und der ergreifenden Tiefe des vierten Satzes.

Ein Abend der musikalischen Größe

Insgesamt war das Konzert des Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding ein Abend der musikalischen Größe und Intensität. Die Darbietungen von Schumanns Ouvertüre, Trifonovs brillantem Klavierspiel und Brahms’ Sinfonie wurden von Orchester, Solisten und Dirigent in einer Weise präsentiert, die die Tiefe und die Feinheiten der Musik betonte. Die Verbindung zwischen den verschiedenen Elementen – den Kompositionen, den Interpreten und dem Publikum – schuf eine eindrucksvolle musikalische Erfahrung. Daniel Harding und das Mahler Chamber Orchestra boten einen Abend, der die Zuhörer in die fesselnde Welt der Musik entführte und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Auch eine Notiz am Rande wert. Dirigent Daniel Harding fliegt im Zweitberuf Passagiermaschinen für Air France.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Priska Ketterer  www.lucernefestival.ch

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Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

Daniel Harding Dirigent

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

 

Dirigent Daniel Harding führt feinfühlig durch die Partitur Foto Priska Ketterer

Solist am Piano Daniil Olegowitsch Trifonov am Bösendorfer Flügel Foto Priska Ketterer

Mahler Chamber Orchestra Konzertbild von Priska Ketterer

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