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Podiumsdiskussion: „Energiewende und öffentliche Daseinsvorsorge – 10 Jahre nach dem Volksentscheid“

Debatten über die Formen der Energiewende als Teil öffentlicher
Daseinsvorsorge prägen derzeit die gesellschaftliche Auseinandersetzung.
Dabei zeigt sich die Reichweite nötiger Veränderungen, die für eine
nachhaltige Energieversorgung als Reaktion auf die Klimakrise oder auf den
Krieg in der Ukraine notwendig sind. Vor diesem Hintergrund lädt die
Akademie der Wissenschaften in Hamburg zu einer Podiumsdiskussion am 18.
September 2023 um 18:30 Uhr in der Patriotischen Gesellschaft Hamburg zum
Thema: „Energiewende und öffentliche Daseinsvorsorge – 10 Jahre nach dem
Volksentscheid ‚Unser Hamburg – Unser Netz‘“.

Die Veranstaltung nimmt den zehnten Jahrestag des Volksentscheids „Unser
Hamburg – Unser Netz“ aus dem Jahr 2013 zum Anlass, um über die Aufgaben
einer gemeinwohlorientierten Daseinsvorsorge zu diskutieren.

Vor 10 Jahren ging es um eine gesellschaftliche Richtungsentscheidung.
Leitfragen sind jetzt:
• Wie ist Hamburg inzwischen mit seinen mittlerweile kommunalen
Energieunternehmen aufgestellt?
• Welche Möglichkeiten bietet die öffentliche Daseinsvorsorge für den
Umgang mit der Energie- und Klimakrise?
• Welche Rolle können Volksentscheide oder andere Beteiligungsformen dabei
spielen?

Impulsreferate halten:
• Dr. Michael Beckereit, ehemaliger Geschäftsführer von Hamburg Wärme
• Prof. Dr. Anita Engels, Professorin für Soziologie, Globalisierung,
Umwelt und Gesellschaft, Universität Hamburg, Mitglied der Akademie der
Wissenschaften in Hamburg

Auf dem Podium diskutieren:
• Manfred Braasch, ehemalige Vertrauensperson Volksentscheid „Unser
Hamburg – Unser Netz“
• Jens Kerstan, Senator der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und
Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg
• Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge, Professor i. R. für Wirtschaftsgeographie,
Universität Hamburg, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg
• Annika Rittmann, Klimaaktivistin Fridays for Future

• Moderation: Dr. Jens Meyer-Wellmann, Chefkorrespondent, Hamburger
Abendblatt

Prof. Dr. Mojib Latif, Präsident der Akademie der Wissenschaften in
Hamburg und Klimaforscher: „Die Akademie widmet sich der
Grundlagenforschung und adressiert gesellschaftliche Herausforderungen –
wie die Energiewende. So bietet die Akademie Orientierung in schwierigen
Zeiten.“

Die Podiumsdiskussion „Energiewende und öffentliche Daseinsvorsorge – 10
Jahre nach dem Volksentscheid ‚Unser Hamburg – Unser Netz‘“ findet statt
am:
Montag, 18. September 2023, 18:30 Uhr
in der Patriotischen Gesellschaft Hamburg,
Trostbrücke 4, 20457 Hamburg

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Für die Teilnahme in der Patriotischen Gesellschaft ist eine Anmeldung
erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Sie erhalten von uns eine Bestätigung.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.awhamburg.de

Medienanfragen bitte an:
Dagmar Penzlin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Telefon: +49 40 42 94 86 69-24
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.awhamburg.de
Twitter: https://twitter.com/awhamburg

Zur Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehören herausragende
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus
Norddeutschland an. Sie trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen
Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Institutionen zu
intensivieren. Sie fördert Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden
Zukunftsfragen und wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es
sich zur besonderen Aufgabe, Impulse für den Dialog zwischen Wissenschaft
und Öffentlichkeit zu setzen. Die Grundausstattung der Akademie wird
finanziert von der Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie
ist Prof. Dr. Mojib Latif. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist
Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

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Nachhaltigkeit und Klimaschutz aktiv gestalten

Unter dem Titel „Zukunft gemeinsam nachhaltig gestalten“ stehen
Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fokus der zweiten KIT Science Week. Vom
10. bis 15. Oktober 2023 heißt es auf Einladung des Karlsruher Instituts
für Technologie (KIT) wieder: Mitreden, Mitforschen und Mitgestalten. Mit
dabei ist erneut das InnovationFestival der Initiative karlsruhe.digital
mit wegweisenden Innovationen aus der Technologieregion Karlsruhe, die
auch einer nachhaltigen Gesellschaft nutzen. Zum gemeinsamen
Pressebriefing am Dienstag, 19. September 2023, ab 10:30 Uhr im TRIANGEL
Open Space am Kronenplatz sind die Medien eingeladen. Anmeldung bis zum
15.09.2023 an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>.

Klima-, Umwelt- und Artenschutz, Ressourcenschonung, ökologisches
Wachstum, grünes Unternehmertum, globale Gerechtigkeit: Nachhaltigkeit hat
viele Facetten. Während der KIT Science Week erhalten
Wissenschaftsbegeisterte Einblicke in die unterschiedlichsten Facetten der
Forschung. Bürgerinnen und Bürger können sich in vielfältigen
Veranstaltungen informieren, aktuelle Forschungsergebnisse und
Innovationen kennenlernen, mit Forschenden ins Gespräch kommen und an der
Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitwirken. Die KIT Science Week
verbindet den wissenschaftlichen Austausch in hochkarätig besetzten
Fachkonferenzen mit interaktiven und beteiligungsorientierten Präsenz- und
Online-Veranstaltungen, von Podiumsdiskussionen, offenen Laboren und
Escape Rooms über einen Climate Slam und Bürgerdialog bis hin zu Klima-
Puzzle, Open Air-Konzert und zur Exkursion. Die KIT Science Week findet
alle zwei Jahre zu wechselnden Themen statt.

Erneut ist auch das InnovationFestival der Initiative karlsruhe.digital
Teil der KIT Science Week. Das InnovationFestival @karlsruhe.digital
bietet am 13. Oktober 2023 ab 14 Uhr den besten digitalen Innovationen aus
Karlsruhe und der TechnologieRegion Karlsruhe die große Bühne – vor Ort im
ZKM und live gestreamt! Das hybride Event macht die Themenvielfalt der
Digitalisierung für alle sicht- und erlebbar. Neben einer hochkarätigen
Keynote rund um die KI-Allianz Baden-Württemberg präsentieren Startups,
Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre digitalen
Transformationsprojekte in zehnminütigen Pitches. Der Fokus liegt in
diesem Jahr unter anderem auf nachhaltiger Digitalisierung und digitaler
Nachhaltigkeit, Künstlicher Intelligenz, Mobilität, Quantencomputing und
Smart City.

Im Anschluss an das InnovationFestival heißt es bei der Afterparty im
Tollhaus: InnovationFestival meets KIT Science Week. Beats von DJ Arletka
begleitet durch die Visuals von Prizesin Haralt laden ebenso zum Feiern
und Tanzen ein, wie das DASDING Partybash mit DJ FeBo. (sur)

Gemeinsames Pressebriefing der KIT Science Week und des
InnovationFestivals @karlsruhe.digital

am 19. September 2023, von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr
Ort: TRIANGEL Open Space, Kaiserstraße 93, 76133 Karlsruhe

Programm

10:30 Uhr       Check-in und Empfang
mit Präsentation von Klimasimulationen und -animationen von Dr. Christian
Scharun des KIT sowie einer Installation der Fairantwortung gAG rund um
nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaften

11:00 Uhr       Pressekonferenz und Talk-Runde

Begrüßung und Vorstellung der KIT Science Week
Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des
KIT, im Präsidium des KIT verantwortlich für die KIT Science Week und
Vorsitzender der Initiative karlsruhe.digital

Begrüßung und Vorstellung der Initiative karlsruhe.digital
Gabriele Luczak-Schwarz, Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe und
Vorsitzende der Initiative karlsruhe.digital

Begrüßung und Vorstellung InnovationFestival @karlsruhe.digital
Martin Hubschneider, Geschäftsführender Vorstand des
Hightech.Unternehmer.Netzwerks CyberForum e. V. und Vorsitzender der
Initiative karlsruhe.digital

anschl. Fragen, Diskussion und Gelegenheit zum Austausch

Moderation:
Monika Landgraf, Leiterin Gesamtkommunikation und Pressesprecherin des KIT

Weitere Informationen zur KIT Science Week:
https://www.scienceweek.kit.edu

Die Initiative karlsruhe.digital vereint Karlsruher Akteure aus
Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung mit dem Ziel, Karlsruhe
als Motor der Digitalisierung voranzutreiben – für mehr
Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität und Souveränität. Durch die
Initiative karlsruhe.digital wird Expertise gebündelt, Vernetzung
gefördert und Themen werden ganzheitlich bearbeitet, um die digitale
Zukunft der Stadt aktiv zu gestalten.

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

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Absolventin der HBC erhält BUND-Forschungspreis 2023

Selma Weduwen hat den BUND Forschungspreis 2023 erhalten
Selma Weduwen hat den BUND Forschungspreis 2023 erhalten

Die Versiegelung von städtischen Flächen beeinträchtigt den natürlichen
Niederschlagsablauf und führt zu verstärktem Oberflächenabfluss sowie
reduzierter Verdunstung. Dadurch entsteht das Risiko von Überflutungen bei
starken Regenfällen. Gezieltes Regenwassermanagement gewinnt daher
zunehmend an Bedeutung. Selma Weduwen, Absolventin des Studiengangs
Projektmanagement (Bau) an der Hochschule Biberach, hat sich in ihrer
Bachelorthesis mit diesem Thema auseinandergesetzt und Möglichkeiten sowie
Grenzen eines nachhaltigen Regenwassermanagements am Beispiel der HBC
erforscht. Ihre  Leistung wurde nun mit dem Forschungspreis 2023 des Bund
für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gewürdigt.


Absolventin der HBC erhält BUND-Forschungspreis 2023
Mit dem unaufhaltsamen Vormarsch der Versiegelung von Flächen in
städtischen Gebieten verliert der Boden seine Fähigkeit, Niederschlag
aufzunehmen und die natürlichen Abläufe zu bewahren. Diese Versiegelung
führt zu verstärktem Direktabfluss und verringerter Verdunstung, wodurch
sich die urbane Umgebung aufheizt und lokale Hitzeinseln entstehen.
Gleichzeitig steigt das Risiko von Überschwemmungen während starker
Regenfälle aufgrund der eingeschränkten Bodendurchlässigkeit. Das
effiziente Ableiten von Regenwasser wird angesichts der wachsenden
Bebauung zu einer immer größeren Herausforderung. Besonders bei starken
Regenfällen sind die bestehenden Kanalsysteme überfordert. In diesem
Kontext gewinnt ein gezieltes Regenwassermanagement zunehmend an
Bedeutung.
Selma Weduwen, Absolventin des Bachelorstudiengangs Projektmanagement
(Bau) an der Hochschule Biberach (HBC), hat sich in ihrer wegweisenden
Bachelorthesis diesem komplexen Thema gewidmet. Sie hat Möglichkeiten und
Grenzen eines klimafreundlichen Regenwassermanagements am Beispiel des
Campus Stadt der HBC untersucht. Für diese Arbeit hat sie nun eine
herausragende Anerkennung erhalten: Der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) hat Selma Weduwen mit dem Nachhaltigkeitspreis 2023
ausgezeichnet.
Betreut wurde sie bei ihrer Abschlussarbeit von Prof. Dr. Ulrike Zettl,
die Siedlungswasserwirtschaft in der Fakultät Bauingenieurwesen und
Projektmanagement lehrt, sowie von Tobias Götz und Nicole Ottmann, die als
wissenschaftliche Mitarbeiter*innen im Projektbüro „Campus Zukunft“
arbeiten. Dank Herrn Götz habe sich Weduwen überhaupt für den Preis
beworben. „Ich war mir unsicher, ob meine Bachelorarbeit thematisch zum
Preis passt, da sie wenig Forschung dafür mehr Anwendung beinhaltet“, so
die Preisträgerin. Gerade aber der Praxis- und Aktualitätsbezug habe den
BUND und dessen Jury überzeugt.
Die Absolventin hat in ihrer Thesis am Beispiel der Hochschule Biberach
untersucht, wie die Umsetzung eines modernen Regenwassermanagements im
Bestand gelingen kann. Maßnahmen wie Versickerungselemente,
Fassadenbegrünung, Regenwassernutzung- und speicherung können dazu
beitragen, den städtischen Wasserhaushalt dem des unbebauten Zustands
wieder anzunähern, um die negativen Auswirkungen der Versiegelung durch
Infrastruktur zu mindern.
Die Bestandsanalyse zeigt, dass im Fall der HBC eine Erhöhung der
Verdunstung und gleichzeitig die Reduktion des Direktabflusses anzustreben
ist. Eine Verbesserung der Grundwasserneubildung sei laut Weduwen aus
wasserhaushaltstechnischer Sicht nicht sinnvoll. Die aus der
Bedarfsanalyse entwickelten Lösungsansätze hat die Projektmanagerin in
drei aufeinander aufbauende Varianten konzipiert, die sich in Aufwand,
Kosten und Wirkung unterscheiden. Durch Entsiegelungsmaßnahmen wird der
Direktabfluss reduziert (Variante 1). Begrünungsmaßnahmen und
Biotopbildung erhöhen die Verdunstung (Variante 2). Diese Maßnahmen
verändern den lokalen Wasserhaushalt positiv. Darüber hinaus tragen sie
zur Starkregenvorsorge und der Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei
(Schwerpunkt Variante 3). „Frau Weduwen hat sehr schnell erkannt, dass
durch ein stufenweises Konzept die Akzeptanz erhöht und die Umsetzung der
Maßnahmen besser erreicht werden kann. Großen Wert legte sie auch auf die
Gestaltung der Außenanlagen, um diese für die Studierenden als
Aufenthaltsraum und Lernort nutzbar zu machen“, lobt Prof. Zettl ihre
ehemalige Studentin.
Die Ergebnisse und Ideen der Preisträgerin sollen im besten Falle auch in
die Umsetzung kommen, denn die HBC soll bis 2030 netto-treibhausgasneutral
gestaltet werden. Bestandsgebäude werden saniert, die Wärmeversorgung soll
auf erneuerbare Energien umgestellt und der Ausbau von Photovoltaikanlagen
vorangetrieben werden. „Damit bieten sich beste Voraussetzungen, dass die
Ideen aufgegriffen und in ein nachhaltiges, klimazukunftsfähiges
Gesamtkonzept eingebunden werden, indem die Puzzleteile des modernen
Regenwassermanagements wie Regenwassernutzung und Kühlung durch
Verdunstung mit der Schaffung von Grünzonen als attraktive Aufenthalts-
und Lernorte für Studierende sowie als Lebensraum für Pflanzen, Insekten
und Tiere verknüpft werden“, so die Betreuerin.

Inzwischen studiert Selma Weduwen an der Hochschule Bielefeld im Master
„Integrales Bauen“. Über den Preis vom BUND hat sie sich sehr gefreut:
„Der Preis ist eine großartige Wertschätzung meiner Arbeit und gibt dem
wichtigen Thema eine Plattform.“ Auch die Hochschule Biberach ist über die
bundesweite Auszeichnung von Frau Weduwen begeistert. Nachhaltiges Bauen,
Gestalten und Handeln sind Schwerpunkte an der HBC, die nicht nur einen
Bestandteil der Lehrinhalte darstellen, sondern auch in den
(Methoden-)Kompetenzen vermittelt werden. „Unsere Absolvent*innen sollen
befähigt werden, zukunftsweisende nachhaltige Entscheidungen treffen zu
können“, so Zettl. Die Auszeichnung  bestärke die Hochschule in ihrem
Lehrangebot, aber auch in der Zielsetzung, die vorgeschlagenen Maßnahmen
zum modernen Regenwassermanagement und zur Vermeidung urbaner Hitzeinseln
in die Entwicklung des Hochschulcampus einfließen zu lassen.

Der BUND lobte 2023 zum siebten Mal einen Forschungspreis aus, der für
Forschung zur nachhaltigen Entwicklung vergeben wird. Damit soll dieses
Thema gestärkt werden und die öffentliche Aufmerksamkeit für
wissenschaftliche Leistungen in diesem Bereich erhöht werden.

Mit diesem Preis will der BUND herausragende Leistungen anerkennen und
insgesamt zu einer stärkeren Ausrichtung des Wissenschaftssystems an den
großen gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen. Damit sollen auch
wertvolle Grundlagen für praktische Natur- und Umweltschutzaktivitäten
unseres Verbandes gelegt und gefördert werden.
Über die Preisvergabe entschied eine Jury aus Mitgliedern des
Wissenschaftlichen Beirats des BUND. Die Jury entschied insbesondere
aufgrund der Bedeutung für die Arbeit des BUND. Die Entscheidung der Jury
ist endgültig; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Preise werden im Rahmen einer BUND-Veranstaltung Ende des Jahres
verliehen.

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KIT: Maschinelles Lernen: Schlaue Kommissionierroboter greifen gemeinsam besser

Durch gemeinsames, aber räumlich getrenntes und datensicheres Training lernen autonome Greifroboter an unterschiedlichen Standorten voneinander. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)
Durch gemeinsames, aber räumlich getrenntes und datensicheres Training lernen autonome Greifroboter an unterschiedlichen Standorten voneinander. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Autonome, flexibel einsetzbare Roboter gelten als Schlüsseltechnologie für
Industrie und Logistik 4.0. Das Problem: Um mit Künstlicher Intelligenz
(KI) gesteuerte Roboter zu trainieren, sind sehr große Datenmengen nötig,
über die aber nur die wenigsten Unternehmen verfügen. Die Lösung: Roboter
unterschiedlicher Unternehmen an verschiedenen Standorten lernen
voneinander. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
haben mit Partnern Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens entwickelt, ohne
dass sensible Daten und Betriebsgeheimnisse geteilt werden müssen.

„Bei herkömmlichen maschinellen Lernmethoden werden alle Daten gesammelt
und die KI auf einem zentralen Server trainiert“, sagt Maximilian Gilles
vom Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) am KIT. Durch
gemeinsames, aber örtlich getrenntes Lernen, auch Federated Learning
genannt, lassen sich Trainingsdaten von mehreren Stationen, aus mehreren
Werken oder sogar mehreren Unternehmen nutzen, ohne dass Beteiligte
sensible Unternehmensdaten herausgeben müssen. „Damit konnten wir jetzt
autonome Greifroboter in der Logistik so trainieren, dass sie in der Lage
sind, auch solche Artikel zuverlässig zu greifen, die sie vorher noch
nicht gesehen haben“, so Gilles. Aufgrund der Vielfalt der Gegenstände in
einem Industrielager sei das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Training ohne zentrales Datensammeln

Für das Training gab es im 2021 gestarteten Projekt FLAIROP, das jetzt
abgeschlossen ist, keinen Austausch von Daten wie Bildern oder
Greifpunkten, sondern es wurden lediglich die lokalen Parameter der
neuronalen Netze, also stark abstrahiertes Wissen, zu einem zentralen
Server übertragen. Dort wurden die Gewichte von allen Stationen gesammelt
und mithilfe verschiedener Algorithmen zusammengeführt. Dann wurde die
verbesserte Version zurück auf die Stationen vor Ort gespielt und auf den
lokalen Daten weiter trainiert. Dieser Prozess wurde mehrfach wiederholt.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass mit Federated Learning kollaborativ
robuste KI-Lösungen für den Einsatz in der Logistik erzeugt werden können,
ohne dabei sensible Daten zu teilen“, sagt Sascha Rank vom Institut für
Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsmethoden (AIFB) des KIT,
das ebenfalls Partner in FLAIROP war.

Zukünftig wollen die Forschenden ihr Federated-Learning-System so
weiterentwickeln, dass es als Plattform unterschiedlichen Unternehmen
ermöglicht, Robotersysteme gemeinsam zu trainieren, ohne untereinander
Daten teilen zu müssen. Für die weitere Forschung suchen Maximilian Gilles
und sein Team Partner aus Industrie und Forschung.

Für das Training der Roboter wurden insgesamt fünf autonome
Kommissionierstationen aufgebaut: zwei am IFL sowie drei bei der Firma
Festo SE mit Sitz in Esslingen am Neckar. „Wir freuen uns, dass es uns
gelungen ist zu zeigen, dass Roboter voneinander lernen können, ohne
sensible Daten und Betriebsgeheimnisse zu teilen. Dadurch schützen wir die
Daten unserer Kundinnen und Kunden und wir gewinnen zudem an
Geschwindigkeit, weil die Roboter auf diese Weise viele Aufgaben schneller
übernehmen können. So können die kollaborativen Roboter zum Beispiel
Produktionsmitarbeitende bei sich wiederholenden, schweren und ermüdenden
Aufgaben unterstützen“, sagt Dr. Jan Seyler, Leiter Advanced Development
Analytics and Control bei Festo.

Das Forschungsprojekt FLAIROP

Das Projekt FLAIROP (steht für: Federated Learning for Robot Picking) war
eine Partnerschaft zwischen kanadischen und deutschen Organisationen und
Firmen. Die kanadischen Projektpartner konzentrierten sich auf
Objekterkennung durch Deep Learning, Explainable AI und Optimierung,
während die deutschen Partner ihre Expertise in der Robotik, beim
autonomen Greifen durch Deep Learning und in der Datensicherheit
einbrachten.

KIT-IFL: Entwicklung Algorithmus Greifpunktbestimmung, Entwicklung
automatische Lerndatengenerierung

KIT-AIFB: Entwicklung Federated Learning Framework

Festo SE und Co. KG: Konsortialführung, Entwicklung
Kommissionierstationen, Pilotierung

University of Waterloo (Kanada): Entwicklung Algorithmus Objekterkennung

Darwin AI (Kanada): Lokale und Globale Netzwerkoptimierung

FLAIROP wurde vom kanadischen National Research Council (NRC) und dem
deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
gefördert. Ans KIT gingen dabei rund 750 000 Euro. (mex)

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 800
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 22 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

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