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Ausweitung der ESG-Berichtspflicht: „Nachhaltigkeit braucht jetzt eine Ansprechperson und eine Stimme im Unternehmen“

 Dr. Andre Reichel ist Professor für International Management und Sustainability an der International School of Management (ISM) in Stuttgart. Der Ökonom gehört zu den renommiertesten Vordenkern aus dem Feld der Postwachstumsökonomie.  -  ISM
Dr. Andre Reichel ist Professor für International Management und Sustainability an der International School of Management (ISM) in Stuttgart. Der Ökonom gehört zu den renommiertesten Vordenkern aus dem Feld der Postwachstumsökonomie. - ISM

Die ESG-Berichtspflicht wird ab dem nächsten Jahr deutlich ausgeweitet.
Dabei sind auch kleinere Unternehmen immer stärker gefordert,
Informationen zu ihren Aktivitäten in den drei Kategorien Environment,
Social und Governance offen zu legen. Dies obwohl sie nicht direkt unter
die CSR-Berichtspflicht (Corporate Sustainability Reporting) der EU
fallen. Nachhaltigkeitsexperte Professor Dr. André Reichel von der
International School of Management (ISM) erklärt die Hintergründe zur
zunehmenden Bedeutung der ESG-Berichterstattung und weshalb die Nachfrage
nach Sustainability-Manager in Zukunft noch steigen wird.

Im nächsten Jahr wird die ESG-Berichtspflicht deutlich ausgeweitet.
Konkret verlangt die neue Richtlinie erstmals für das Geschäftsjahr 2025
einen Nachhaltigkeitsbericht von Unternehmen, die zwei der nachfolgenden
drei Bedingungen erfüllen: Eine Bilanzsumme von mindestens 20 Mio. Euro,
Nettoumsatzerlöse von mindestens 40 Mio. Euro sowie mindestens 250 oder
mehr Beschäftigte. Die ESG-Berichtspflicht soll dabei schrittweise der
Finanzberichterstattung gleichgestellt werden.
Professor Dr. André Reichel unterrichtet Sustainability Management an der
International School of Management (ISM) am Standort Stuttgart und ist
Teil des Nachhaltigkeitsteams der privaten Wirtschaftshochschule. Nach
seiner Einschätzung wirkt sich die Berichtspflicht der Großunternehmen
auch auf kleinere Betriebe aus: „Wie so oft gibt es einen Sog von den
Großunternehmen in ihre Zulieferketten. Die großen Unternehmen verlangen
immer häufiger von Zulieferern entsprechend aufbereitete Informationen,
auch wenn diese nicht unter die CSR-Berichtspflicht fallen.“  Zudem werde
eine transparente Unternehmenskommunikation im Zusammenhang mit
Nachhaltigkeitsaspekten auch von vielen Mitarbeitenden sowie den Kundinnen
und Kunden erwartet, so der Nachhaltigkeitsexperte Reichel: „Gerade unter
dem Aspekt des Recruitings wird das Thema Nachhaltigkeit auch für kleinere
Unternehmen immer wichtiger.“

Der Nachhaltigkeitsbericht sollte Informationen zu den folgenden Aspekten
beinhalten:
-       Nachhaltigkeitsziele
-       Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Umsetzung von
Nachhaltigkeit
-       Transparenz zu den wichtigsten nachteiligen Wirkungen des
Unternehmens
-       Noch nicht bilanzierte immaterielle Ressourcen

Als Startpunkt empfiehlt der ISM-Professor für Sustainability Management
alle schon laufenden Maßnahmen rund um das Thema Nachhaltigkeit im
Unternehmen in dem Bericht zu dokumentieren. „Das betrifft alle Bereiche,
welche ökologische und soziale Themen mit wirtschaftlichen Aspekten
verknüpfen und die für diese Bereiche verantwortlichen Personen für den
Bericht gleich mit an Bord zu nehmen,“ so Reichel. Zentrales Element der
Berichterstattung sei die sogenannte doppelte Wesentlichkeitsprüfung
(Double Materiality Analysis), eine Risikoanalyse durch die
Nachhaltigkeitsbrille: „Die Inside-Out-Perspektive legt den Fokus auf die
internen Nachhaltigkeitsmaßnahmen und ihre Auswirkungen auf Umwelt und
Gesellschaft; die Outside-In-Perspektive analysiert die finanziellen
Chancen und Herausforderungen, die sich aus externen Anforderungen für ein
Unternehmen ergeben.“

Die kritische Analyse von Nachhaltigkeit im Unternehmen sei eine
zeitintensive und komplexe Aufgabe. Diese biete für das Unternehmen aber
auch viele Ansatzpunkte, um über Ziele und Tätigkeiten kritisch und
integrativ nachzudenken, ist André Reichel überzeugt. „Unternehmen, die
sich ernsthaft mit Nachhaltigkeit beschäftigen, gelingt es besser, Risiken
und Chancen zu erkennen. Das erweitert dann auch die strategischen
Möglichkeiten, steigert also die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig wird
so ein Unternehmen für Kunden glaubhafter und für Mitarbeitende als
Arbeitgeber attraktiver.“

In größeren Unternehmen sind dafür Spezialisten, sprich Sustainability
Manager, gefordert. Diese müssten mit entsprechenden Ressourcen (Budget,
Personal) ausgestattet sein und idealerweise direkt der Geschäftsführung
unterstehen, erklärt André Reichel: „Sustainability Manager sind
integrative Manager, die unterschiedliche Wissensbestände zusammentragen
und durchdringen können. Das ist eigentlich eine Aufgabe für zukünftige
Top-Führungskräfte. Denn, die Zeiten, in denen es reichte sich „irgendwie“
mit Nachhaltigkeit zu befassen, sind definitiv vorbei. Nachhaltigkeit
braucht jetzt eine Ansprechperson und eine Stimme im Unternehmen.“

Die Mitarbeit im Nachhaltigkeitsteam der ISM hat dem Experten Reichel die
Chancen der ESG-Berichtspflicht noch einmal verdeutlicht. Der ISM-
Nachhaltigkeitsbericht stellt ab 2023 Ideen, Aktivitäten und Maßnahmen mit
Nachhaltigkeitsbezug in den Bereichen Hochschulbetrieb, Lehre und
Forschung sowie Initiativen, Engagement und Transfer übersichtlich dar.
„Der Prozess der Berichterstellung hat uns und der Geschäftsleitung viele
Selbsterkenntnisse gebracht und die diversen Bemühungen innerhalb der
Hochschule zusammengeführt. So sind wir bei den Studiengängen und den
Weiterbildungen bereits sehr stark, was das Thema Sustainability
Management angeht. Zudem führen wir in vielen Studiengängen Praxisprojekte
rund um eine nachhaltigere Unternehmensführung durch. Auch in der
Hochschulleitung der ISM ist man sich der Aktualität und wachsenden
Bedeutung des Themas bewusst.“ Entwicklungspotenzial für die
Wirtschaftshochschule ISM sieht der Experte Reichel etwa bei der
Verknüpfung der internen Kompetenzen. „Mit dem Institut für Nachhaltigkeit
@ ISM unter Leitung meiner Kollegin Prof. Dr. Brigitte Spieß wurde 2022
bereits eine zentrale Schnittstelle für Lehre und Forschung geschaffen.
Das interne und externe Netzwerk an Kompetenzträgern und
Kooperationspartnern gilt es kontinuierlich auszubauen.“

Den ISM-Nachhaltigkeitsbericht sowie einen Überblick zu den Studien- und
Weiterbildungsangeboten rund um das Thema Sustainability Management an der
ISM gibt es unter: https://ism.de/hochschule/nachhaltigkeit-an-der-ism.

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Cyberkriminalität auf der Spur

Cyberkriminalität auf der Spur: Netzwerk Event { CYBER : Crime II Security II Society } am 12.-13-09. in Halle (Saale)  freepik/Cyberagentur
Cyberkriminalität auf der Spur: Netzwerk Event { CYBER : Crime II Security II Society } am 12.-13-09. in Halle (Saale) freepik/Cyberagentur

Netzwerken im Dienst einer sicheren Zukunft im Cyberraum
Forschende, Behördenvertreterinnen und -vertreter sowie Studierende
treffen sich am 12. und 13. September 2023 zu einem internationalen
Netzwerk Event in Halle (Saale). Die Agentur für Innovation in der
Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) lädt im Anschluss an die
internationale Human Factor in Cybercrime Conference (HFC-Conference) zum
Vernetzungstreffen ein. Erster Young Scholar Award wird vergeben.

Das Network-Event { CYBER : Crime II Security II Society }
(https://www.cyberagentur.de/cyberresiliente-gesellschaft-rueckt-in-den-
fokus-der-cyberagentur/
) am 12. und 13.09.2023 hat die interdisziplinäre
und generationenübergreifende Vernetzung verschiedenster Akteure aus der
Forschung, den Bedarfsträgern – Behörden der Inneren Sicherheit und
Unternehmen zum Ziel. Die Konferenztage stehen ganz im Zeichen der
Cyberkriminalitätsforschung und finden im Anschluss an die internationale
HFC-Conference (https://www.cyberagentur.de/2023/01/) statt, die ebenfalls
in Halle (Saale) bereits ab dem 10. September 2023 von der Cyberagentur
ausgerichtet wird.
„Expertentreffen heißt für uns“, erklärt die Organisatorin und
Forschungsreferentin Cyberresiliente Gesellschaft, Dr. Nicole Selzer,
„dass sich die Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen
national und international austauschen. Zusätzlich können wir
Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden einen Einblick in die aktuellen
Diskussionen zur Cyberkriminalität geben.“ Die Konferenz bietet vor dem
Hintergrund anstehender Ausschreibungen im Themenschwerpunkt
Cyberresiliente Gesellschaft zudem eine Plattform für den
interdisziplinären Austausch, um innovative Forschungsansätze zu fördern.
Entsprechend werden die Agentur und Projekte auch im Rahmen des Network-
Events vorgestellt.
Die Veranstaltung bietet ein hochkarätiges Programm. Es werden
verschiedene Standpunkte von nationalen und internationalen Top-
Wissenschaftlern sowie von verschiedenen Vertretern der gesamtstaatlichen
Sicherheitsvorsorge, – u. a. vom Bundeskriminalamt (BKA),
Landeskriminalämtern (LKA), vom Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI), der Zentralen Stelle für Informationstechnik im
Sicherheitsbereich (ZITiS), Generalstaatsanwaltschaft Bamberg,
Zentralstelle Cybercrime sowie von europäischen Vertretern des Cyber
Offender Prevention Squads (COPS) der niederländischen Polizei und dem
Britischen Innenministerium (UK Home Office) – in den „Breaking News
Panels: Cybercrime und Cyberresilient Society – How to put knowledge into
action?“ diskutiert.
Der Themenkatalog der einzelnen Referenten ist weit gefasst und bietet
viel Diskussionsstoff, bspw. über die Auswirkungen des technologischen
Fortschritts auf das Aufkommen neuer Formen von Cyberkriminalität, die
Motivationen von Cyberkriminellen oder wie die gesellschaftliche Resilienz
gestärkt werden kann und wo hier angesetzt werden sollte, um das
vorherrschende Wissen die in die Praxis umzusetzen.
In diesem Rahmen werden Birgit Specht, Direktorin des Landeskriminalamtes
Sachsen-Anhalt und Thomas Wünsch, Staatssekretär und Amtschef im
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes
Sachsen-Anhalt, zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprechen und auf
die Herausforderungen im Kampf gegen Cyberkriminalität und auf die
Bedeutung der Vernetzung von Wissenschaft und Gesellschaft eingehen.
Mit der Vergabe des Young Scholar Awards wird die Cyberagentur eine
Nachwuchswissenschaftlerin oder einen Nachwuchswissenschaftler
auszeichnen, die sich an dem Posterwettbewerb beteiligt haben. Die
Fachjury wird die beste Darstellung eines wissenschaftlichen Projektes zum
Thema Cyberkriminalität oder Cybersicherheit küren. „Mit diesem Format
haben wir uns die Nachwuchsförderung für ambitionierte Doktorandinnen und
Doktoranden sowie Postdocs zum Ziel gesetzt“, erklärt Dr. Selzer diesen
Wettbewerb.
Während die Einreichungszeit für den Posterwettbewerb bereits
abgeschlossen ist, haben Interessenten am Network-Event noch bis zum 31.
August 2023 die Möglichkeit, sich für die kostenfreie Tagung anzumelden.

Weitere Informationen:
https://www.cyberagentur.de/cyber-css

Veranstaltungsdaten:
Network-Event { CYBER : Crime || Security || Society }
12.09.2023, 15:00 bis 19:00 Uhr, Festsaal Stadthaus, Marktplatz 2, 06108
Halle (Saale)
13.09.2023, 08:30 – 18:00 Uhr, Aula, Löwengebäude, Martin-Luther-
Universität Halle-Wittenberg, Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale)

Die Teilnahme an dem Network Event ist kostenlos.

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Empfindliche Zähne: Ursachen und Behandlung

Empfindliche Zähne Symbolbild
Empfindliche Zähne Symbolbild

Empfindliche Zähne sind mehr als nur unangenehm – sie können das tägliche Leben beeinträchtigen und das Genießen von Mahlzeiten und Getränken zu einer schmerzhaften Erfahrung machen. In diesem Artikel werden wir die Ursachen von empfindlichen Zähnen genauer betrachten und verschiedene Behandlungsansätze besprechen, die Ihnen helfen können, Ihr Lächeln schmerzfrei zu genießen. 

Hauptursachen von Schmerzempfindlichkeit:

Ursachen für empfindliche Zähne lassen sich hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückführen:

Zahnfleischrückgang: Das Zahnfleisch spielt eine entscheidende Rolle als Schutzbarriere für unsere Zähne. Gesundes Zahnfleisch bedeckt normalerweise den empfindlichen Bereich des Zahnhalses und schützt somit das darunterliegende Dentin. Wenn jedoch das Zahnfleisch zurückgeht, kann das Dentin freiliegen. Das Dentin ist weniger widerstandsfähig und besitzt feine Kanälchen, die direkt mit den Nervenfasern des Zahns in Verbindung stehen. Dadurch wird die Empfindlichkeit der Zähne gegenüber Reizen wie Hitze, Kälte oder Süße verstärkt. Die freiliegenden Kanälchen ermöglichen den direkten Kontakt zwischen äußeren Reizen und den empfindlichen Nervenenden im Zahngewebe, was zu Schmerzreaktionen führen kann.

Verlust des Zahnschmelzes: Der Zahnschmelz ist die äußerste und härteste Schicht des Zahns, die normalerweise das darunter liegende Dentin schützt. Faktoren wie mechanische Abnutzung, säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke sowie mangelnde Mundhygiene können zu einem Verlust des Zahnschmelzes führen. Wenn der Zahnschmelz dünn oder abgenutzt ist, kann das Dentin direkt beeinflusst werden. Dadurch erhöht sich die Empfindlichkeit der Zähne, insbesondere bei abrupten Temperaturwechseln oder dem Konsum von sauren Lebensmitteln. Der verminderte Schutz des Zahnschmelzes führt dazu, dass äußere Reize leichter auf das Dentin einwirken können, was zu unangenehmen Schmerzreaktionen führt.

Behandlungsmöglichkeiten für empfindliche Zähne:

  1. Zahnbürste für empfindliche Zähne: Die Wahl der richtigen Zahnbürste und Borstenhärte ist entscheidend für eine effektive Mundhygiene, insbesondere wenn Sie unter empfindlichen Zähnen oder Zahnfleischproblemen leiden. Es wird empfohlen, eine Zahnbürste mit dem Härtegrad 'weich' zu verwenden.
  2.  Zahnbürste mit weichen Borsten: Verwenden Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten. Diese ermöglichen eine gründliche Reinigung, ohne das empfindliche Zahnfleisch zu reizen.
  3.  Zahnbürste auf Pflanzenbasis mit ultraweichen Borsten: Besonders für Menschen mit empfindlichen Zähnen und Zahnfleisch ist eine Zahnbürste auf Pflanzenbasis mit ultraweichen Borsten ideal. Diese Borsten sind besonders sanft und schonend beim Reinigen, um Irritationen zu minimieren.
  4. Schonung des Zahnschmelzes: Einige Zahnbürstenmodelle bieten seidenweiche Borsten mit mikrofeinen Enden. Diese spezielle Struktur der Borsten trägt dazu bei, den Zahnschmelz zu schonen, während sie gleichzeitig effektiv Plaque und Verunreinigungen entfernen.
  5. Elektrische Zahnbürsten mit Sensitiv-Modus: Falls Sie eine elektrische Zahnbürste bevorzugen, sollten Sie nach Modellen mit einem Sensitiv-Modus Ausschau halten. Diese Einstellung ist speziell darauf ausgerichtet, empfindliche Zähne gründlich zu reinigen.
  6. Sensitive Aufsteckbürsten für elektrische Zahnbürsten: Wenn Sie bereits eine elektrische Zahnbürste besitzen, können Sie von speziell entwickelten Sensitive Aufsteckbürsten profitieren. Diese Aufsteckbürsten sind optimal für Personen mit empfindlichen Zähnen und Zahnfleisch geeignet.

 Zahnpasta für empfindliche Zähne 

  1. Zahnpasta mit Zinnfluorid: Eine Zahnpasta mit Zinnfluorid bildet eine Schutzschicht auf schmerzempfindlichen Zahnpartien. Diese Schicht hat mehrere Vorteile: Sie versiegelt Dentinkanäle, verringert Empfindlichkeit gegenüber Temperatur und Süße, lindert Schmerzen langanhaltend und blockiert äußere Reize, um eine Weiterleitung zum Zahnnerv zu verhindern.
  2. Zahnpasta mit RDA-Wert von 0 bis 40: Zahnpasta mit einem RDA-Wert von 0 bis 40 ist besonders geeignet für empfindliche Zähne. Der RDA-Wert steht für "Relative Dentin Abrasion" und gibt an, wie schonend die Zahnpasta ist. Ein niedriger RDA-Wert bedeutet, dass die Zahnpasta sanft zum empfindlichen Zahnschmelz ist. Die Werte auf dieser Skala reichen von 0 bis 150, wobei höhere Werte auf abrasivere Zahnpasten hinweisen. Besonders bei freiliegenden Zahnhälsen ist eine Zahnpasta mit niedrigem RDA-Wert von Bedeutung. Sensitiv-Zahnpasten mit einem niedrigen RDA-Wert schützen den Zahnschmelz effektiv und sorgen gleichzeitig für gründliche Reinigung.

 Zahnseide für sensible Zähne:

  1. Zahnseide mit PTFE-Fasern: Falls Ihre Zähne empfindlich sind, kann die Verwendung von Zahnseide mit schonenden PTFE-Fasern (PolyTetraFluorEthylene) Ihre tägliche Mundpflege komfortabler gestalten. Das Material dieser Fasern ist weicher und widerstandsfähiger als herkömmliche Nylon-Zahnseiden. Gleichzeitig gleitet sie sanft und mühelos durch die Zwischenräume der Zähne.
  2. Zahnseide in Natriumfluorid getränkt: Eine alternative Option sind Zahnseiden, deren Fasern mit Natriumfluorid durchtränkt sind. Dadurch wird der Zahnschmelz gestärkt.

Interdentalbürsten für schonende Reinigung von empfindlichen Zähnen und Zahnfleisch

Es existieren auch Interdentalbürsten, die gezielt für die Bedürfnisse empfindlicher Zähne konzipiert wurden. Diese Varianten verfügen in der Regel über besonders sanfte Borsten und eine schonende Reinigungswirkung, um das Zahnfleisch nicht übermäßig zu beanspruchen.

Künstlicher Zahnschmelz (biomimetischer Hydroxylapatit) in Zahncremes und Mundspülungen

Hydroxylapatit, ein hartes Mineral der Calciumphosphatgruppe, kommt natürlich in Knochen und Zähnen vor. Der äußere Schutzschild der Zähne, der Zahnschmelz, besteht zu 97 Prozent aus Hydroxylapatit. Dieser schützt vor Karies. Empfindliche Zähne, die auf Kälte, Hitze oder den Konsum von sauren/süßen Lebensmitteln schmerzhaft reagieren, deuten auf freiliegendes Dentin hin, möglicherweise durch Hydroxylapatit-Verlust. Der "künstliche Zahnschmelz" nutzt biomimetischen Hydroxylapatit und Bionik, um mikrokristalline Strukturen auf den Zähnen abzulagern. So werden Risse repariert und Dentintubuli versiegelt, wodurch Empfindlichkeit verringert wird. Flüssiger Zahnschmelz, in Zahncremes/Mundspülungen, repariert Risse im Schmelz und mindert Empfindlichkeit – vielversprechend für Zahnbehandlung. 

Spezielle Mundspülungen für empfindliche Zähne

Mundspülungen, die für empfindliche Zähne entwickelt wurden, enthalten den Wirkstoff Kaliumnitrat sowie andere aktive Substanzen. Durch regelmäßige Anwendung, idealerweise nach jeder Zahnbürstenreinigung, dringen diese Wirkstoffe in den Zahnschmelz ein und unterstützen seine Regeneration. Diese Art von Mundspülungen besitzt antibakterielle Eigenschaften und kann die Empfindlichkeit der Zähne gegenüber Schmerzen reduzieren. Bereits im Voraus beruhigen sie die Nerven, was dazu beiträgt, Sie vor schmerzhafter Sensibilität zu schützen.

 

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Immunologie bei Kindern mit Rheuma: Weg von der reinen Symptombehandlung, hin zur personalisierten Medizin

Rheumatische Erkrankungen treten nicht - wie oft angenommen - nur bei
Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Auch bei ihnen
greifen Zellen des Immunsystems fälschlicherweise körpereigenes Gewebe wie
Gelenke, Knochen, Bindegewebe, Gefäße oder innere Organe an. Das
Verständnis von Ursachen für Rheuma, auch möglicher zugrundeliegender
seltener Immundefekte, kann dabei helfen, durch "maßgeschneiderte"
Immunmodulationen, betroffenen Kindern die Chance auf ein beschwerdefreies
Leben zu bieten. Die Rolle von Immundefekten bei der Entstehung
rheumatischer Erkrankungen erläuterten Expert:innen bei der
Pressekonferenz anlässlich des Dt. Rheumatologiekongresses in Leipzig.

"Unter Immundefizienz wird eine Gruppe von verschiedenen angeborenen,
seltenen Krankheitsbildern verstanden, die meist aufgrund von Mutationen
einzelner Gene entstehen. Diese Krankheitsbilder werden in der Fachwelt
unter dem Namen „inborn errors of immunity (IEI)“ zusammengefasst ",
erklärt Dr. med. Maria Fasshauer, Oberärztin am Zentrum für Kinder- und
Jugendrheumatologie, Klinikum St. Georg Leipzig und Kongresspräsidentin
der GKJR. Immundefizienz kann nahezu alle Komponenten des Immunsystems
betreffen. Inzwischen sind fast 500 primäre Immundefekterkrankungen
bekannt. Weil diese Erkrankungen oft nur durch ein einziges defektes Gen
vererbt werden, könnten sie, so die Expertin, als „Experiment der Natur“
verstanden werden. Sie geben der Forschung Einblicke in immunologische
Signalwege und geben so in ein besseres Verständnis der Mechanismen des
Immunsystems.

Die meisten immunologischen Störungen bei Kindern zeichnen sich durch eine
übermäßig hohe Infektionsanfälligkeit aus. "Viele IEI gehen aber auch -
scheinbar paradoxerweise - mit Immundysregulation wie Autoimmunität oder
Autoinflammation, durch das eigene Immunsystem scheinbar grundlos
ausgelöste Entzündungen, einher. Sie können sogar Erstsymptom oder
Hauptmerkmal der IEI sein", erläutert Fasshauer.

In den letzten zehn Jahren wurde durch moderne genetische
Sequenzierungsmethoden eine zunehmende Anzahl an IEI identifiziert, die
sich auch in Form rheumatischer Erkrankungen manifestieren können. "Trotz
ihrer Seltenheit ermöglicht das Verständnis dieser angeborenen Störungen
im Immunsystem Ein-blicke in die Mechanismen der Immunregulation, die auch
bezüglich der Entstehung von Rheuma von Relevanz sind", sagt Dr.
Fasshauer. Entscheidend sei daher, insbesondere bei jungen Patient:innen
zu prüfen, ob zugrundeliegende Immundefekte erkennbar sind. Ist dies der
Fall, kann durch maßgeschneiderte Immunmodulation, zum Beispiel mit
bestimmten Biologika oder sogenannten "small molecule inhibitors", ganz
gezielt in den fehlerhaften Mechanismen dieser Krankheitsbilder
eingegriffen werden. Rheumatische Symptome, wie Entzündun-gen, können so
zum Teil ganz gezielt unterdrückt werden.

Das Verständnis der Verbindung von Immunologie und Rheumatologie
ermöglicht gezielte therapeutische Ansätze nicht nur in Bezug auf seltenen
Immundefekterkrankungen, sondern auch die häufiger vorkommenden,
multifaktoriellen, rheumatischen Erkrankungen. "Die Immunologie nimmt
einen immer größeren Raum in unserem Fach ein. Zurecht, denn sie hilft
uns, zu verstehen, welche Ursachen rheumatische Erkrankungen haben können.
In der Kinder- und Jugendrheumatologie begegnen wir besonders häufig
Immundefekten, da diese zumeist angeboren sind und sich daher früh im
Leben eines Menschen zeigen können", sagt Professor Dr. med. Baerwald,
Kongresspräsident der DGRh aus Leipzig. Umso wichtiger sei es,
ausreichende Versorgungsstrukturen auch für junge Patient:innen zu
schaffen.

Den Videomitschnitt der Pressekonferenz können Sie hier ansehen:
https://attendee.gotowebinar.com/recording/116349654469492056

Quellen:

1 Bousfiha  A. et al. The 2022 Update of IUIS Phenotypical Classification
for Human Inborn Errors of Immunity. J Clin Immunol. 2022;
42(7):1508-1520. doi: 10.1007/s10875-022-01352-z.

2 Abraham RS, Butte MJ. The new "wholly trinity" in the diagnosis and
management of inborn er-rors of immunity. J Allergy Clin Immunol Pract.
2021;9(2):613–625. doi: 10.1016/j.jaip.2020.11.044.

3 Thalhammer J. et al. Initial presenting manifestations in 16,486
patients with inborn errors of immunity include infections and
noninfectious manifestations. J Allergy Clin Immunol. 2021;
148(5):1332-1341.e5. doi: 10.1016/j.jaci.2021.04.015.

4 Farmand S. et al. AWMF Leitlinie: Diagnostik von primären Immundefekten;
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/112-001.html

5 Berner J. et al. Phosphomevalonate kinase deficiency expands the genetic
spectrum of systemic autoinflammatory diseases. J Allergy Clin Immunol.
2023; S0091-6749(23)00809-6. doi: 10.1016/j.jaci.2023.06.013.

6 Perez E. Future of Therapy for Inborn Errors of Immunity. Clin Rev
Allergy Immunol. 2022; 63(1): 75–89. doi: 10.1007/s12016-021-08916-8

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