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Mit künstlicher Intelligenz Herzinfarkte vermeiden

PD Dr. Boris Schmitz
PD Dr. Boris Schmitz

Eine neue telemedizinische Plattform, die unter Beteiligung der
Universität Witten/Herdecke entsteht, soll die Gesundheit von
Patient:innen nach Herzinfarkt verbessern.

Rund 1,8 Millionen Menschen in der EU sterben jedes Jahr an den Folgen
eines Herzinfarktes. Um Re-Infarkte zu vermeiden, bedarf es einer
Umstellung der Ernährung und mehr körperlicher Aktivität. Doch klinische
Untersuchungen zeigen, dass es vielen Betroffenen schwerfällt, ihren
Lebensstil nachhaltig umzustellen und dass die Therapietreue mit
wachsendem zeitlichen Abstand abnimmt. Das will die jetzt gestartete
europaweite „TIMELY-Studie“ (https://www.timely-project.com/) ändern,
indem sie – gestützt auf eine künstliche Intelligenz (KI) – individuelle
Ratschläge zum gesünderen Leben gibt und so die Versorgung von
Herzinfarktpatient:innen nach ihrer Rehabilitation verbessert. „Mit
unserer TIMELY-Plattform möchten wir den Patienten darin unterstützen,
selbstverantwortlich, auch über die Rehabilitation und den
Klinikaufenthalt hinaus, einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten“,
erläutert Dr. Boris Schmitz, einer der TIMELY-Studienleiter. Er arbeitet
an der DRV Klinik Königsfeld in Ennepetal, wo TIMELY mit dem Lehrstuhl für
Rehabilitationswissenschaften (Leiter: Prof. Dr. med.
Frank Mooren) der Universität Witten/Herdecke (UW/H) erprobt wird.

Mit Blutdruckmessgerät, Aktivitätstracker und EKG-Pflaster gegen neuen
Infarkt

Die integrative und multifunktionale TIMELY-Plattform wird in einem EU-
geförderten Projekt von insgesamt 13 Partnern, darunter BIOTRONIK,
entwickelt. Die Datenauswertung und Risikoeinschätzung basiert auf den
Leitlinien zur Sekundärprävention bei koronaren Herzkrankheiten (KHK).
Mittels Blutdruckmessgerät, einem sogenannten Aktivitätstracker, sowie
einem EKG-Pflaster ausgestattet, übermitteln KHK-Patient:innen ihre
Vitalparameter. Über ein von der Berliner Firma Semdatex entwickeltes
digitales Dashboard in der TIMELY-Plattform können Ärzt:innen,
Therapeut:innen und Case Manager:innen auf diese Werte zugreifen und das
individuelle Risikoprofil ihrer Patient:innen einsehen. Dieses wird
automatisiert ausgewertet und interpretiert. Bei Bedarf kann die Therapie
anschließend angepasst werden.

Für Patient:innen bietet die TIMELY-Plattform zahlreiche weitere
Funktionen: Mithilfe künstlicher Intelligenz erhalten sie individuelle
Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil. Hierbei hilft ein von der
Universität Amsterdam entwickelter Chatbot, der die Patient:innen
begleitet und sie dabei unterstützt, die Ratschläge auch umzusetzen: Die
situativ angepassten und individualisierten Nachrichten sollen motivierend
wirken und die körperliche Aktivität steigern. Zudem bietet die Plattform
die Möglichkeit, wöchentliche Trainingspläne zu erstellen und die
Zielerreichung zu dokumentieren. „Ich erwarte mir von den
Studienergebnissen eine Bestätigung der Sicherheit und Effektivität der
TIMELY-Plattform und weitere Erkenntnisse über die Wirkung
telemedizinischer Systeme im Bereich der Verhaltensänderungen“, so Dr. Jos
Bosch, Professor für Psychologie an der Universität Amsterdam und
Koordinator des TIMELY-Projektes.

Klinische Studie umfasst 360 Patient:innen in Deutschland, Spanien und den
Niederlanden

In die TIMELY-Studie werden 360 erwachsene Patient:innen an insgesamt drei
Studienzentren in Deutschland, Spanien und den Niederlanden
eingeschlossen, die in einer kardiologischen Rehabilitation nachversorgt
worden sind. Die Studie läuft bis Mitte 2024 – den primären Endpunkt
bilden ein Biomarker-Score (Coropredict), der das Risiko für die
Mortalität der nächsten 10 Jahre abbildet, sowie der 6-Minuten-Gehtest zur
Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Zudem werden Änderungen
im Ernährungs- und Bewegungsverhalten analysiert.

„Die telemedizinische Sekundärprävention von herzkranken Patienten hat
sich im ambulanten und stationären Bereich bereits bewährt und gut
etabliert“, kommentiert Roberto Belke, Geschäftsführer von BIOTRONIK
Deutschland. „Ich bin überzeugt, dass es nun Zeit ist, auch den Bereich
der Rehabilitation neu zu denken. Mit der TIMELY-Plattform bieten wir
Patienten nach Herzinfarkt eine niedrigschwellige und kontinuierliche
Unterstützung und damit mehr Sicherheit und Lebensqualität.“

Über TIMELY:
TIMELY wird im Rahmen des Horizon 2020 Research and Innovation Programms
gefördert (Grant agreement ID: 101017424).
Mehr erfahren: https://www.timely-project.com/

Weitere Informationen:
PD Dr. Dr. rer. nat. Boris Schmitz
Klinik Königsfeld
Zentrum für medizinische Rehabilitation
Klinik an der Universität Witten/Herdecke
Holthauser Talstraße 2
58256 Ennepetal
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Tel.: 02333 9888 156

Ansprechpartner Presseteam: Kay Gropp, 02302/926-805, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke versteht sich seit 1983 als Bildungs- und
Forschungsort, an dem Menschen wachsen können. Mehr als 3.000 Studierende
entwickeln sich hier zu Persönlichkeiten, die die Gesellschaft verändern
und gestalten wollen – nachhaltig und gerecht. Diese Veränderung streben
wir auch als Institution an. Sie bildet den Kern unseres Leitbildes und
ist Teil unserer DNA: Als die Universität für Gesundheit, Wirtschaft und
Gesellschaft sind wir von Beginn an Vorreiterin in der Entwicklung und
Anwendung außergewöhnlicher Lern- und Prüfungssettings.

In 16 Studiengängen und dem fächerübergreifenden WittenLab. Zukunftslabor
Studium fundamentale lernen unsere Studierenden, den Herausforderungen der
Zukunft ganzheitlich zu begegnen und aktuelle Entwicklungen kritisch zu
hinterfragen. Unsere Forschung ist frei und transdisziplinär. Institute,
Initiativen, Projekte, Kliniken und Ambulanzen erarbeiten innovative und
praxisorientierte Lösungen, die zur positiven und sinnstiftenden
Veränderung der Gesellschaft beitragen.

Wachsen und Wirken treibt uns an – mehr denn je: Here we grow!
www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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Expedition zu Langzeitobservatorium vor Oregon

Die am Ozeanboden installierte MARUM-Kamera auf den Kontrollschirmen eines ferngesteuerten Tauchroboters.  Eberhard Kopiske  MARUM, Eberhard Kopiske; ROV: ROPOS
Die am Ozeanboden installierte MARUM-Kamera auf den Kontrollschirmen eines ferngesteuerten Tauchroboters. Eberhard Kopiske MARUM, Eberhard Kopiske; ROV: ROPOS

MARUM-Team birgt in Bremen entwickeltes Tiefsee-Observatorium
Wie viel Methan tritt aus dem Ozeanboden aus? Diese Frage steht im Fokus
eines internationalen Projekts, an dem auch das MARUM – Zentrum für Marine
Umweltwissenschaften der Universität Bremen beteiligt ist. Jetzt zu Ende
des M³-Projektes (Sonar-Monitoring von Methanaustritten am Meeresboden)
startet eine Expedition zum Unterwasser-Observatorium vor der Westküste
der USA mit dem Forschungsschiff THOMAS G. THOMPSON und dem Tauchroboter
JASON.

Methan wirkt als starkes Treibhausgas, wenn es in die Atmosphäre gelangt.
Während die Methanemissionen an Land vergleichsweise leicht abzuschätzen
sind, ist dies für die unterseeischen Gasemissionen in den Ozeanen
schwieriger. Ein Unterwasserobservatorium im Rahmen der Ocean Observatory
Initiative (OOI) hilft dabei, Methangasemissionen am südlichen
Hydratrücken am oberen Kontinentalhang vor Oregon zu messen und ihre
Variabilität zu verstehen.

Das MARUM ist an dieser Initiative beteiligt und hat eigens dafür
Sonarsysteme entwickelt, um die Methanemissionen kontinuierlich zu messen,
die als Gasblasen aus dem Meeresboden austreten. Installiert wurden die
Geräte vor sechs Jahren, die Daten wurden über das OOI-Tiefseekabel und
das Internet auf dem MARUM-Server in Bremen gespeichert. Über die gleiche
Kabelverbindung konnten auch im Bedarfsfall die Messprogramme der Sensoren
des Tiefsee-Observatoriums nach wissenschaftlichen Kriterien
umprogrammiert werden.

Erste Ergebnisse der Langzeitbeobachtung deuten nun darauf hin, dass die
Menge des austretenden Gases stark variieren können. Grund dafür sind zum
Beispiel die Gezeiten im Pazifik vor der Westküste der USA. Der südliche
Hydratrücken, auf dem das Observatorium platziert ist, gehört zu den sehr
aktiven Methanaustrittsgebieten am Kontinentalrand der Kascaden-
Gebirgskette von Nordamerika.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie sehr ein Gezeitenunterschied von nur
drei Metern den Beginn und das Versiegen von einzelnen Methanemissionen in
der Tiefsee in über 800 Metern Wassertiefe beeinflussen kann. Der
Bodenwasserdruck ist jedoch nur ein Faktor, der die Gasfreisetzung
steuert, und es gibt gewisse hochfrequente Schwankungen, die sich nicht
allein durch die Gezeiten erklären lassen“, erklärt Dr. Yann Marcon,
Projektleiter vom MARUM. „Dank der kabelgebundenen Infrastruktur haben wir
entdeckt, dass die Morphologie des Meeresbodens extrem dynamisch ist, was
eine eher stochastische lokale Variabilität verursacht. Es ist wichtig,
dies bei der Messung von Methanflüssen am Ozeanboden zu berücksichtigen.“

Auf der Expedition, die am 23. August in Newport, Oregon, startet, wird
der Tauchroboter JASON (Woods Hole Oceanographic Institution) eingesetzt,
um das Observatorium zu warten sowie den Zustand der Geräte und den
Einsatzort zu dokumentieren. Vom MARUM sind Eberhard Kopiske und Jan
Gümpel mit an Bord des Forschungsschiffs THOMAS G. THOMPSON.

Mit dieser Expedition endet das M³-Projekt, das in zwei Phasen über sechs
Jahre lief. In dieser Zeit sind am MARUM entwickelte Geräte am Ozeanboden
installiert und betrieben worden. Aktuell sind ein Kamera-Observatorium,
eine Sonde zur Messung ozeanographischer Parameter und ein akustisches
Sonar Teil des Bremer Tiefseeinstrumentariums. Während der
„Visions23“-Expedition werden alle MARUM-Geräte geborgen, um wieder nach
Bremen zurück gebracht zu werden.
Das M³-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert.
Die Expedition zum Observatorium am Ozeanboden kann im Live-Stream
verfolgt werden: https://interactiveoceans.washington.edu/visions-23-live-
video/

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Nachhaltig und brandsicher bauen – wie kann die Digitalisierung helfen?

nbetriebnahmeversuch des Batteriekalorimeterprüfstandes im Zentrum für Brandforschung (ZeBra) der TU Braunschweig. Batteriekalorimeter werden zur Messung der Wärmefreisetzungsrate von Batterien eingesetzt.  Olaf Riese/TU Braunschweig
nbetriebnahmeversuch des Batteriekalorimeterprüfstandes im Zentrum für Brandforschung (ZeBra) der TU Braunschweig. Batteriekalorimeter werden zur Messung der Wärmefreisetzungsrate von Batterien eingesetzt. Olaf Riese/TU Braunschweig

Die Sicherheit von Bauwerken ist schon immer ein wichtiges Thema im
Bauwesen. In Zukunft wirken sich die Energiewende, die Digitalisierung und
der Fokus auf Nachhaltigkeit verstärkt auf die Planung, Bemessung und
Ausführung von Gebäuden aus. Dies gilt auch und vor allem für den
Brandschutz. Wie können neu entstehende Brandrisiken beherrscht werden?
Welche Möglichkeiten bieten digitale Lösungen? Diese aktuellen Fragen
stehen im Mittelpunkt der 37. Auflage der Braunschweiger Brandschutz-Tage
am 6. und 7. September.

„Die Veränderung des Brandrisikos in Gebäuden infolge einer durch die
Energiewende und Digitalisierung veränderten Gebäudeausstattung ist ein
wichtiges Forschungsthema, das wir in unserem neuen Zentrum für
Brandforschung an der TU Braunschweig in ganz neuen Dimensionen und
ganzheitlich untersuchen können“, sagt Professor Jochen Zehfuß,
wissenschaftlicher Tagungsleiter und Leiter des Fachgebiets Brandschutz im
Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB). Das Zentrum für
Brandforschung (ZeBra), das sich mit Experimentierhalle und
Großforschungsgeräten am Campus Ost befindet, wird im Herbst eröffnet.
Hier werden einzigartige Möglichkeiten geschaffen, um Brände in
verschiedenen Maßstäben systematisch zu analysieren.

Nutzen der Digitalisierung für den Brandschutz

Die im MEC Millenium Event Center in Braunschweig stattfindende Tagung
wird auch in diesem Jahr mit einem Key-Note-Vortrag beginnen: „Die Zukunft
des vorbeugenden Brandschutzes – Welche Rolle spielen die Daten in der
Welt der nachhaltigen Sicherheit?“ – darüber referiert am 6. September
Stefan Truthän, Geschäftsführer der hhpberlin Ingenieure für Brandschutz
in Berlin.

Auf dem Programm der Tagung stehen außerdem neue Entwicklungen bei
anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen, aktuelle Vorschriften, geeignete
Brandschutzlösungen im Holzbau sowie innovative Brandschutzkonzepte,
beispielsweise für Aufstockungen und Nachverdichtungen sowie von
Versammlungsstätten.

Fachausstellung

Aktuelle Entwicklungen bei Produkten für den baulichen,
anlagentechnischen, abwehrenden und organisatorischen Brandschutz zeigen
rund 30 Aussteller*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum im Rahmen
einer Fachausstellung. Abgerundet wird das Programm durch das
internationale Symposium „Structural Fire Engineering“, bei dem sich
bereits am 5. September nationale und internationale Expert*innen auf dem
Gebiet der Brandsimulation austauschen. Ein weiterer Höhepunkt bildet die
Verleihung des bundesweit einmaligen Brandschutz-Nachwuchspreises während
der Brandschutz-Tage.

Über die Brandschutz-Tage

Die „Braunschweiger Brandschutz-Tage" zählen zu den bedeutendsten
Brandschutz-Fachtagungen im deutschsprachigen Raum. Rund 600 im
Brandschutz tätige Ingenieur*innen aus Bauaufsichtsbehörden, Feuerwehren,
Versicherungen, Ingenieurbüros, Industrie, Prüfanstalten und
Forschungseinrichtungen kommen seit 1987 auf Einladung des Instituts für
Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der Technischen Universität
Braunschweig zum Informations-und Gedankenaustausch zusammen.

Weitere Informationen:
www.brandschutztage.info

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Mit Apps, Trackern und Online-Plattformen zur idealen Gesundheitsversorgung

Wissenschaftler*innen von BTU, Robert Koch-Institut und dem Leibniz Science Campus Digital Public Health forschen gemeinsam zu zentralen Fragen rund um digitale Technologien für Public Health und Gesundheitsversorgung  Sascha Thor  BTU Cottbus-Senftenberg
Wissenschaftler*innen von BTU, Robert Koch-Institut und dem Leibniz Science Campus Digital Public Health forschen gemeinsam zu zentralen Fragen rund um digitale Technologien für Public Health und Gesundheitsversorgung Sascha Thor BTU Cottbus-Senftenberg

Das neue Lausitzer Zentrum für Digital Public Health an der
Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU)
erforscht die Chancen und Risiken der digitalen Weiterentwicklung der
Gesundheitsversorgung in der Region. Gefördert wird das Projekt durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Gesundheit der Menschen steht in enger Verbindung mit den
Lebensumständen, in denen sie aufwachsen und leben. Im Alltag werden
zunehmend digitale Gesundheitsangebote relevant. Sie bergen Potenziale,
aber auch Risiken in Bezug auf Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung
und -versorgung. In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut und dem
Leibniz Science Campus Digital Public Health erforschen
Wissenschaftler*innen im neuen Lausitzer Zentrum für Digital Public Health
(LauZeDiPH) in Senftenberg diese Aspekte für die Bevölkerung in der
Lausitz.

"Unser zentrales Anliegen ist es herauszufinden, wie die Weiterentwicklung
der Gesundheitsversorgung, -förderung und -forschung in der Lausitz,
unterstützt durch digitale Lösungen, die Situation der Menschen in der
Realität verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten reduzieren kann",
erklärt Prof. Dr. Jacob Spallek, der das neue Zentrum leitet. "Da der
Zugang, die Nutzung und die Effekte von Gesundheitsangeboten in der
Bevölkerung oft unterschiedlich verteilt sind, benötigen wir Kenntnisse
darüber, welche Bedarfe konkret bestehen und welche Vorstellungen die
Menschen vor Ort bezüglich der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung
haben."

Dazu erklärt Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-
Watzinger: "Der Einsatz digitaler Technologien ist eine große Chance für
die Weiterentwicklung und Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung.
Diese Chance kann jedoch nur umgesetzt werden, wenn die Bedürfnisse und
Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. Im
Lausitzer Zentrum für Digital Public Health (LauZeDiPH) stehen deshalb
genau diese neuen, digitalen Gesundheitsangebote im Fokus. Das Ziel ist
klar: Das Lausitzer Zentrum wird mit seinen Forschungsergebnissen dazu
beitragen, passgenaue Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu
entwickeln. Deshalb fördert das Bundesforschungsministerium dieses
vielversprechende Zentrum mit über vier vier Millionen Euro in den
kommenden neun Jahren."

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: "Unser
Gesundheitssystem steht vor vielfältigen Herausforderungen. Wir brauchen
mehr Ärzte – und wir brauchen Antworten, wie eine qualitativ hochwertige
medizinische und pflegerische Versorgung in Zukunft sichergestellt werden
kann. Unsere Antwort darauf: Der Aufbau einer Hochschulmedizin in Cottbus
mit Schwerpunkten in der Gesundheitssystemforschung und der
Digitalisierung des Gesundheitswesens – eines der ambitioniertesten
Projekte der Landesregierung bei der Strukturentwicklung der Lausitz. Das
neue Lausitzer Zentrum für Digital Public Health an der BTU ist eine
perfekte Ergänzung unserer Hochschulmedizin und eine willkommene Stärkung
des Studienstandortes Senftenberg. Ich bin überzeugt: So kann es gelingen,
neue Versorgungsmodelle für ländliche Regionen zu entwickeln und eine
wohnortnahe medizinische Versorgung zu sichern – im Interesse der
Menschen. Die Strukturstärkungsmittel sind gut investiertes Geld."

BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande: „Mit dem Lausitzer Zentrum für
Digital Public Health schaffen wir neue Ansätze und Möglichkeiten für die
digitale Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und -versorgung in
strukturschwachen ländlichen Gebieten. Digitale Technologien bergen neue
Chancen für eine selbstbestimmte Rolle der Patient*innen im
Behandlungsablauf und stärken deren Gesundheitskompetenz. Gemeinsam mit
wissenschaftlichen Partnern wie dem Robert Koch-Institut und dem Leibniz-
Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie sowie
Gesundheitsexpert*innen der Region bauen wir an unserem Standort in
Senftenberg die Gesundheitsforschung entlang unserer Profillinie
‚Gesundheit und Life Science‘ weiter aus.“
Perspektiven, Bedarfe und Vorstellungen der Lausitzerinnen und Lausitzer

Die Wissenschaftler*innen erheben neue Daten und verknüpfen diese mit
bestehenden Daten aus verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung,
Bevölkerungsstatistik und Gesundheitsberichterstattung, um eine umfassende
Datenbasis über die Gesundheit, Gesundheitsversorgung und Lebenssituation
in der Lausitz für die Forschung zu schaffen. Dabei bilden die Erhebung
und Darstellung der eigenen Perspektiven, Bedarfe und Vorstellungen der
Bevölkerung einen Schwerpunkt des neuen Zentrums – insbesondere im Kontext
der sich strukturell verändernden Lebensbedingungen in der Region.

"Die Erhebung der objektiven und subjektiven Versorgungsbedarfe sowie der
Einstellungen der Menschen gegenüber digitalen Angeboten dient dazu,
bedarfs- und bedürfnisorientierte Angebote sowohl für die individuelle
Versorgungspraxis als auch für bevölkerungsbezogene Programme zu
entwickeln", fasst Stephanie Hoffmann die Ziele des Lausitzer Zentrums für
Digital Public Health zusammen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im
Fachgebiet Gesundheitswissenschaften an der BTU koordiniert das neue
Zentrum.

"Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern in der
Lausitz an zentralen Fragen rund um digitale Technologien für Public
Health und Gesundheitsversorgung forschen zu können", sagt Prof. Dr. Hajo
Zeeb, Sprecher des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health und
Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für
Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS. Er fügt an: "Der Leibniz
ScienceCampus in Bremen hat über die Jahre viele wertvolle Erfahrungen
gesammelt und Erkenntnisse gewonnen, auf die wir jetzt gemeinsam aufbauen
können."

"Die Digitalisierung von Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und
Gesundheitsversorgung in der Strukturwandelregion Lausitz verspricht
langfristige Strukturergänzungen, mit Chancen auf den Erhalt und die
Verbesserung der gesundheitlichen Situation und Versorgung der
Bevölkerung", sagt Katharina Ladewig, Zentrum für Künstliche Intelligenz
in der Public Health-Forschung (ZKI-PH). "Ich freue mich, dass wir unser
Vorhaben, das LauZeDiPH zu etablieren, um eine kontinuierliche Analyse der
Bevölkerungsgesundheit (sog. Surveillance) der Lausitz zu ermöglichen
sowie langfristige Interventionseffekte zu messen, endlich starten können.
Die Ergebnisse finden wichtige Ankerpunkte im regionalen Strukturwandel."

Mit dem Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Public Health Forschung
des Robert Koch Institutes (ZKI-PH) in Wildau sowie dem Leibniz
WissenschaftsCampus Digital Public Health (LSC) aus Bremen sind
Kooperationspartner mit ausgewiesener Expertise in Datenmanagement – unter
anderem Big Data, Künstliche Intelligenz – sowie in Evidenzbasierung und
Digitalisierung in Public Health und Prävention am Projekt beteiligt.
Gefördert wird das Vorhaben über eine Laufzeit von neun Jahren vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des
Strukturstärkungsgesetzes Kohle. Das Lausitzer Zentrum für Digital Public
Health ist als Teil des Lausitz Science Campus das zweite bewilligte
Vorhaben des sich im Aufbau befindenden Biotech-Health Campus am Standort
Senftenberg der BTU Cottbus-Senftenberg.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jacob Spallek, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-
Senftenberg, Fachgebiet Gesundheitswissenschaften, T +49 (0) 3573 85 722 ,
E <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>, https://www.b-tu.de/fg-gesundheitswissenschaft

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