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Herzkrank sicher reisen: So verhindern Sie, dass Blutdruck, Herz und Kreislauf verrückt spielen

Wie die Vorbereitung auf den Urlaub in ungewohnter Umgebung perfekt
gelingt – Experten-Tipps für Medikamente, Messwerte, Ernährung und Sport

Herzpatienten sollten auch auf Urlaubsreisen wärmere Temperaturen nicht
unterschätzen und sich vor überschießenden Kreislaufreaktionen bis hin zu
Herzrhythmusstörungen schützen. „Aus wissenschaftlicher Sicht nehmen wir
die zunehmenden Hitzewellen sehr ernst und raten Menschen mit
Herzerkrankungen dazu, sich auf die für ihren Körper herausfordernden
Bedingungen einzustellen – insbesondere dann, wenn zu den hohen
Temperaturen noch weitere Risikofaktoren wie beispielsweise Feinstaub
hinzukommen“, warnt Professor Dr. Heribert Schunkert, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik
für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München. „Nach dem
Einatmen gelangt der Feinstaub durch die Lungenbläschen hindurch ins Blut
und belastet auch das Herz. Feinstaub löst Entzündungsreaktionen aus und
gilt so als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oftmals
realisieren die Patienten allerdings gar nicht, dass sie sich einer
erhöhten Feinstaubbelastung aussetzen. Viele bringen Feinstaub nur mit dem
Straßenverkehr in Verbindung. Er könne aber beispielsweise auch durch
große Waldbrände oder durch intensive landwirtschaftliche Nutzung
entstehen, so der Herzstiftungs-Experte. „Insofern kann man auch an der
vermeintlich frischen Luft und in der Natur stärker belastet sein als man
glaubt“, berichtet Schunkert. Für Menschen mit einer Herzerkrankung bietet
die Herzstiftung hilfreiche Infos, darunter auch ein kostenfreies Reise-
Set unter https://herzstiftung.de/urlaub-herzpatient

Herzpatienten bereits bei Temperaturen von etwa 30 Grad stärker belastet
Generell werden bereits Temperaturen von etwa 30 Grad und mehr zu einer
körperlichen Belastung – vor allem für Menschen mit Herzproblemen. „Ein
warmes Klima wird zwar von vielen Menschen als angenehm empfunden, und wir
wissen auch aus südlichen Ländern, dass deren Bewohner statistisch gesehen
seltener von Herzerkrankungen betroffen sind als ihre nördlicheren
Nachbarn. Aber bei größeren Hitzewellen dreht sich der Spieß um: Dann
sollten Herzpatienten besonders auf der Hut sein“, betont Schunkert und
erklärt die physiologischen Zusammenhänge: „Einerseits geht viel
Flüssigkeit über die Haut verloren, was gerade Patienten mit einer ohnehin
bereits eingeschränkten Trinkmenge belastet. Ihnen droht ein akuter
Flüssigkeitsmangel. Und andererseits wird der Kreislauf durch die
vermehrte Durchblutung der Haut mehr gefordert. Beide Faktoren können
leicht zu überschießenden Kreislaufreaktionen führen. Diese können sich
vor allem für Menschen mit einem vorgeschädigten Herz negativ auswirken.“

Medikamente wegen Blutdruckschwankungen im Blick behalten
Zudem sollten Herzpatienten bei wärmeren Temperaturen ihre Medikamente
stets im Blick behalten. Dies gelte insbesondere für blutdrucksende
Arzneimittel.  Der medizinische Hintergrund: Gerade Patienten mit einer
Herzmuskelschwäche nehmen in der Regel Medikamente ein, die ihr Herz
entlasten sollen. Dies geschieht zum Teil durch eine Blutdrucksenkung,
etwa durch entwässernde Medikamente wie Diuretika. „Wenn zur Wirkung der
Medikamente auch noch große Hitze und ein damit verbundener
Flüssigkeitsverlust eintreten, dann kann es sein, dass der Blutdruck zu
stark abfällt. Die Kombination dieser Faktoren kann zu einer
überschießenden Reaktion des Kreislaufsystems führen“, weiß der Kardiologe
und Hypertensiologe. Sein Tipp: gerade bei Hitze öfter mal den Blutdruck
messen bzw. kontrollieren. Falls der Blutdruck unter einen Wert von 100
mmHg (systolisch) fällt, ist die Rücksprache mit einem Arzt ratsam.
Umgekehrt kann der Blutdruck auch stark ansteigen, weil der Körper durch
die Hitze unter großen Stress gerät. Infos unter
https://herzstiftung.de/podcasts/tipps-hitze-herzmedikamente

Flüssigkeitsmangel nicht durch alkoholische Getränke ausgleichen
Übrigens: Auch die Wirkung von Alkohol bei Hitze werde noch immer oft
unterschätzt, erinnert der stellvertretende Vorsitzende der Herzstiftung.
„Bier oder Wein gegen den Durst zu trinken, ist der falsche Weg. Wer den
Flüssigkeitsmangel auf diese Weise auszugleichen versucht, der riskiert
ebenfalls eine überschießende Reaktion des Kreislaufsystems – insbesondere
dann, wenn der Alkohol mit anderen Risikofaktoren für Herz-
Kreislaufpatienten zusammenkommt“, warnt Schunkert.

Vorsicht in Höhen über 2500 Metern und bei extremem Klima
Neben der Hitze kann auch große Höhe den Körper unter Stress setzen –
nicht nur bei Wanderungen in den Bergen, sondern auch Aufenthalten und
beispielsweise Kulturreisen in hochgelegene Regionen. Bei leichter
körperlicher Aktivität gilt dabei als kritische Grenze eine Höhe von 2500
Metern, bei intensiver Belastung (Berganstieg) liegt die allerdings schon
deutlich darunter (zum Vergleich: Die Zugspitze ist 2962 Meter hoch, das
ebenfalls per Seilbahn erreichbare Klein-Matterhorn bei Zermatt 3883
Meter, und die bolivianische Hauptstadt La Paz liegt auf 3869 Metern). Mit
zunehmender Höhe wird die Luft dünner, es gelangt weniger Sauerstoff in
die Arterien. Dadurch steigt die Herzschlagrate. Der hohe Puls kann
insbesondere Menschen mit einer Herzschwäche enorm belasten. Zeitgleich
wird durch die intensivere Atmung CO2 vermehrt abgeatmet, was den Säure-
Basen-Haushalt im Blut durcheinander bringt. Eine langsame Akklimatisation
kann dies wiederum günstig beeinflussen. Auch extremes Klima kann diesen
Patienten besonders schaden. „Deshalb sind Höhenlagen sowie tropische und
arktische Weltregionen für Herzpatienten nicht zu empfehlen. Das Klima
dort strengt das Herz-Kreislauf-System einfach zu sehr an“, betont
Professor Dr. Thomas Meinertz, früherer Vorsitzender der Herzstiftung und
Chefredakteur der Herzstiftungs-Zeitschrift „Herz heute“. Sinnvoller sei
es, an ein Urlaubsziel mit einem gewohnten Klima zu reisen. Als optimale
Reisezeit für Herzpatienten schlägt der renommierte Kardiologe und
Pharmakologe den Herbst und das Frühjahr vor.

Gründliche Planung mit Urlaubs-Paket der Herzstiftung als Sicherheits-Plus
Dabei ist eine gründliche Planung sinnvoll. Worauf es dabei ankommt, geht
auch aus dem großen Urlaubs-Infopaket der Deutschen Herzstiftung hervor.
Es beinhaltet neben vielen praktischen allgemeinen Tipps auch eine Reise-
Checkliste und ein Reise-Set für Herzpatienten. Das Infopaket ist unter
https://herzstiftung.de/urlaub-herzpatient oder telefonisch unter der
Nummer 069 955128-400 zu bestellen. Zu einer guten Vorbereitung gehört
auch, dass man sich über die Luftqualität am Urlaubsort informiert, gerade
auch bei Städtereisen. Denn Schadstoffe in der Luft ¬ neben Feinstaub
beispielsweise auch Kohlenmonoxid und Stickoxide ¬¬¬- können Entzündungen
begünstigen und auch Gefäßerkrankungen wie Ablagerungen in den Wänden der
Arterien (Arteriosklerose) befeuern. Gefährdet seien unter anderem
Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen
oder Bluthochdruck. „Je nach Art der Herz- oder Kreislauferkrankung kann
sich Luftverschmutzung am Reiseort bereits innerhalb kurzer Zeit ungünstig
auf den Verlauf der Erkrankung auswirken, im schlimmsten Fall eine
Komplikation wie Herz- oder Hirninfarkt auslösen oder bei
Herzinsuffizienz-Patienten zu einem Krankenhausaufenthalt führen“,
berichtet Meinertz. Informationen zur Luftqualität an Urlaubszielen
weltweit finden Interessenten unter https://waqi.info/de/

Nach dem Anreisestress mit Augenmaß ins Urlaubsprogramm starten
Bei aller Planung sollte man allerdings auch darauf achten, das
Urlaubsprogramm nicht zu voll zu packen. Vor allem nach dem Anreisestress
benötige der Körper etwas Ruhe und eine gewisse Anpassungszeit am
Ferienort. Konkret bedeutet das: Aktivität ja – aber bitte mit Augenmaß,
rät die Herzstiftung. Verzichten Sie in den ersten Urlaubstagen auf
anstrengende Bergtouren, lange Fahrradtouren oder ausgedehnte Sonnenbäder.
Lieber moderate Belastung, und dabei sollten Sie möglichst die
Mittagssonne meiden. Etwas Vorsicht ist gerade für Herzpatienten auch beim
Baden geboten, vor allem in kalten Gewässern – sowohl beim Eintauchen als
auch beim Verlassen des Wassers. „Dabei kann es unter Umständen zu
Kreislaufproblemen kommen“, so Herzstiftungs-Experte Meinertz.

Ungewohnte Ernährung kann Wirkung von Medikamenten beeinflussen
Weil im Urlaub der Alltag oft anders abläuft als zuhause, sollten
Herzpatienten die Einnahme ihrer Medikamente nicht vergessen. Bei deren
Wirkung spielen übrigens auch die Essgewohnheiten eine Rolle. Betroffen
sind beispielsweise Patienten, die aufgrund von Vorhofflimmern oder einer
künstlichen Herzklappe das gerinnungshemmende Medikament Marcumar
einnehmen müssen. Fettes Essen und viele Lebensmittel mit einem hohen
Vitamin-K-Gehalt (etwa Spinat, Zwiebeln., Knoblauch, Mangold oder Linsen)
können die Wirkung von Marcumar beeinflussen. Deshalb sollten diese
Patienten die Werte ihrer Blutgerinnung in kürzeren Abständen
kontrollieren.

Ausweis für Herzschrittmacher oder Defibrillator nicht vergessen
Die schönste Botschaft zur Urlaubszeit: Auch die meisten Herzpatienten
können voller Vorfreude die Koffer packen und sicher verreisen. Wer jedoch
einen Herzschrittmacher oder Defibrillator in seiner Brust trägt, der
sollte den Ausweis für das Gerät nicht vergessen und diesen beispielsweise
bei Sicherheitskontrollen am Flughafen vorzeigen. Durch die
Kontrollschranken (jene, die aussehen wie Türrahmen) kann man zwar guten
Gewissens gehen, eine Untersuchung mit einem händischen Metalldetektor ist
eher ungünstig. Mehr Infos dazu gibt es unter https://herzstiftung.de
/schrittmacher-defi-reise

Bei folgenden Erkrankungen lieber auf eine Urlaubsreise verzichten
In manchen Fällen sollten Herzpatienten auf eine Urlaubsreise verzichten –
etwa dann, wenn sie unter folgenden Erkrankungen bzw. Symptomen leiden:
- Angina pectoris (Brustenge) bei geringen Belastungen, wie z. B.
Treppensteigen
- mit zunehmender Stärke auftretende Angina pectoris (Brustenge),
- Luftnot bei geringer Belastung wie Gehen zu ebener Erde oder
Treppensteigen,
- zunehmender Luftnot oder zunehmenden Ödemen (Wassereinlagerungen),
- wiederholtem Schwindel
- und plötzlichen Bewusstlosigkeiten (Synkopen)

– dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Service-Tipps

Checkliste für mehr Sicherheit
Eine Reise-Checkliste zu den wichtigsten Punkten einer guten
Reisevorbereitung und die Bestellmöglichkeit eines Reise-Sets für
Herzkranke bietet die Deutsche Herzstiftung kostenfrei unter
https://herzstiftung.de/urlaub-herzpatient oder telefonisch unter 069
955128-400

Reisehilfen für Herzpatienten
Damit Herzpatientinnen und -patienten möglichst sicher auf Reisen gehen
können, bietet die Herzstiftung ein kostenfreies Reise-Set (1x Checkliste
zur Reise-Vorbereitung, 1x Med. Sprachführer für Herznotfall im Ausland,
1x Notfallausweis) und weitere hilfreiche Materialien an:
https://herzstiftung.de/urlaub-herzpatient

Aus der Podcast-Reihe imPULS zum Schwerpunkt Reise

Hitze, Höhe & Hektik – Sicher reisen trotz Herzschwäche
In der aktuellen imPULS-Episode erläutert der Kardiologe Prof. Stephan von
Haehling, welche Reisevorbereitungen empfehlenswert sind, warum Pausen auf
der Reise besonders wichtig sind und wie Klima, Luftverschmutzung und Höhe
am Urlaubsort eine Herzinsuffizienz verschlechtern können. Hören Sie rein
unter https://herzstiftung.de/podcast-reisen-herzinsuffizienz

Herz-Tipp bei implantierbarem Defibrillator/Herzschrittmacher
Einige Schrittmachersysteme verfügen über die Möglichkeit, eine circadiane
Rhythmik zu programmieren. Bei einem Wechsel der Zeitzonen sollte diese
Funktion zuvor deaktiviert werden. Im Rahmen von Sicherheits-Checks können
die begehbaren Detektoren mit Schrittmachern/Defibrillatoren benutzt
werden. Manuelle Metalldetektoren sollten jedoch möglichst nicht direkt
über das Aggregat geführt werden (Schrittmacherausweis vorzeigen). Weitere
Infos unter: https://herzstiftung.de/schrittmacher-defi-reise

Infos zu den Themen Schwimmen, Wandern und Radfahren:
https://herzstiftung.de/schwimmen
https://herzstiftung.de/wandern
https://herzstiftung.de/radfahren

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Zahl der Insolvenzen zieht deutlich an

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland setzt ihren Anstieg fort. Laut vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die Zahl im Juli um 23,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Bereits im Juni hatte es einen Anstieg um 13,9 Prozent gegeben. Herbert Schulte, NRW-Landesgeschäftsführer Politik vom Mittelstandsverband BVMW, äußerte sich besorgt über die anhaltende Zunahme der Regelinsolvenzen: „Die steigenden Insolvenzzahlen sind ein alarmierendes Signal, dass sich die Rezession weiter vertiefen wird.“ Schulte fordert die Politik auf, die Auswirkungen der Insolvenzen auf die Wirtschaft abzumildern und die Kapitalkraft des Mittelstands zu stärken. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Politik Maßnahmen ergreift, um den Mittelstand zu stärken und die wirtschaftliche Erholung zu fördern. Eine breit angelegte Steuerreform, die kleine und mittlere Betriebe spürbar entlastet, ist seit Jahren überfällig. Und diese politische Untätigkeit rächt sich jetzt, da wir uns in der Rezession befinden. Wenn Geld für milliardenschwere politische Prestigeprojekte vorhanden ist, muss es möglich sein, das Rückgrat unserer Wirtschaft durch Bürokratieabbau und fiskalische Entlastung zu festigen“, so Schulte. 

 

Die Regelinsolvenzen nehmen seit August 2022 kontinuierlich zu, und die Forderungen der Gläubiger aus den gemeldeten Unternehmensinsolvenzen im Mai 2023 belaufen sich auf knapp 4,0 Milliarden Euro, im Vergleich zu knapp 2,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. 

 


BVMW-Pressestelle

Thomas Kolbe
Pressesprecher BVMW NRW
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Rellinger Maifestival, Freitag, 12. Mai 2023, Mozart und …, besucht von Léonard Wüst

Konzertimpression von Intendant Luz Leskowitz
Konzertimpression von Intendant Luz Leskowitz

Programm und Ausführende:
W.A. Mozart:Lacrimosa, Requiem d-Moll KV 626
Kurt Atterberg: Suite für Violine, Viola und Streichorchester op. 19

Pablo de Sarasate: Zigeunerweisen op. 20
Frédéric Chopin:
Polonaise A-Dur op. 40
Frédéric Chopin: Walzer für Klavier op.64 Nr. 2, bearbeitet für Gitarre und vorgetragen von Irina Kulikova
Mark Small The Path of the Low Valley» für Violoncello und Gitarre (Welt Uraufführung)
Ludwig van Beethoven Sieben Variationen über das Duett «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts Oper «Die Zauberflöte in Es Dur für Pianoforte und Violoncello
W.A. Mozart, «Türkischer Marsch» aus der Klaviersonate A Dur KV 331, arrangiert zu vier Händen von S. Tabuchi
W.A. Mozart: Zwei Menuette KV 1
Lasse Tellkamp*,Gesang und Klavier
“Annies PianoTwins”
Junichiro und Soichiro
Yamashita,Klavier
Misa Hasegawa,
Klavier
Oliver Schmidt,
Klavier
Luz Leskowitz,
Violine
RebekkaMoosmann*,
Violine
SolennePaïdassi,
Violine
AylenPritchin,
Violine
Sophia Reuter,
Viola
Andreas Brantelid,
Violoncello
Ingemar Brantelid,
Violoncello
Irina Kulikova
,Gitarre

Andreas Schmidt, Klavier

 

 Violinist und Festivalgründer Luz Leskowitz (l.) und Michael Schopf vom MRK Foto von 2016
Violinist und Festivalgründer Luz Leskowitz (l.) und Michael Schopf vom MRK Foto von 2016

Der Start in das Rellinger Maifestival erfolgte bei besten Bedingungen, die Kirche voll erwartungsfreudiger Konzertgänger, draussen ein schon fast sommerlicher, sonnig – lauwarmer Maiabend. Nach der traditionellen, kurzen Begrüssungsansprache von Michael Schopf, OK Präsident und Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Musik an der Rellinger Kirche, richtete Intendant, , Mitgründer des Festivals und künstlerischer Leiter, Professor Luz Leskowitz, einige Worte an das Auditorium und teilte mit, dass, aufgrund einer Lungenentzündung, eine der vorgesehenen Bratschistinnen, Lyda Chen-Argerich, kurzfristig absagen musste, er aber, dank seinen guten Beziehungen, mit Sophia Reuter, Solobratschistin der Berliner Staatskapelle und langjährige gute Bekannte, einen mindestens ebenbürtigen Ersatz organisieren konnte. Er bemerkte noch, dass an diesem Eröffnungskonzert zwölf Musiker*innen mitwirken würden und man das erste Werk, W.A. Mozarts Lacrimosa, Requiem d-Moll KV 626 in Memoriam Gisela Schopf, der unerwartet im Dezember 2022 verschiedenen Frau von Präsident Michael Schopf, widmet. Gisela Schopf, die jahrelang an der Seite ihres Mannes an vorderster Front zum guten Gelingen des Rellinger Maifestivals beigetragen hatte, also nicht nur ihrem Gatten, sondern auch den Musiker*innen und der ganzen restlichen, verschworenen Maifestivaltruppe fehlen würde.

W.A. Mozarts Lacrimosa, Requiem d-Moll KV 626

Konzertbild  Rellingen von Intendant  Luz Leskowitz
Konzertbild Rellingen von Intendant Luz Leskowitz

Mozarts Lacrimosa aus dem Requiem d-Moll KV 626 wurde in dieser herausragenden Aufführung von einem erstklassigen Ensemble interpretiert. Die Solist*innen Solenne Paidassi, Luz Leskowitz und Aylen Pritchin verleihen dem Stück mit ihren Violinen eine ergreifende Emotionalität. Oliver Schmidts Klavierspiel fügt eine subtile Begleitung hinzu, während Sophia Reuter mit ihren warmen Violaklängen eine eindringliche Tiefe schaffen. Ingemar & Andreas Brantelid ergänzen das Ensemble perfekt mit kraftvollen Celli. Die Künstler*innen zeigten ein außergewöhnliches Verständnis für die Komposition und schafften eine mitreißende Aufführung, die die Zuhörer in den Bann zog und fing die Klangschönheit und das emotionale Spektrum des Stücks meisterhaft ein. Dieses Ensemble bewies seine Virtuosität und Leidenschaft für die Musik Mozarts, und die gelungene Zusammenarbeit machte diese Interpretation zu einem beeindruckenden musikalischen Erlebnis und war die glanzvolle Eröffnung des Rellinger Maifestivals Ausgabe 2023

Kurt Atterberg: Suite für Violine, Viola und Streichorchester op. 19

vlnr.  Aylen Pritchin Andreas Brantelid
vlnr. Aylen Pritchin Andreas Brantelid

Die von Sophia Reuter (Viola), Luz Leskowitz (Violine) und den Salzburger Solisten dargebotene Suite für Violine, Viola und Streicher aus dem Jahr 1917 von Kurt Atterberg ist eine faszinierende musikalische Erfahrung, die sowohl technisch beeindruckend als auch emotional berührend ist. Kurt Atterbergs Komposition ist ein vergleichsweise selten aufgeführtes Werk, das jedoch dank der leidenschaftlichen Interpretation von Sophia Reuter, Luz Leskowitz und den Salzburger Solisten ein neues Licht auf die Komposition wirft. Die Suite besteht aus vier Sätzen, die jeweils ihre eigene einzigartige Atmosphäre und Ausdruckskraft haben.

Schon von den ersten Klängen an ist klar, dass die Musiker ein tiefes Verständnis für Atterbergs Musik haben. Ihre musikalische Kommunikation und ihre Fähigkeit, aufeinander einzugehen, erzeugten eine harmonische Einheit, die die Musik lebendig werden liess. Die Präzision und Leidenschaft, mit der sie die schwierigen Passagen bewältigten, war beeindruckend und zeugt von ihrer technischen Virtuosität. Besonders hervorzuheben ist die warme und klangvolle Tonqualität von Sophia Reuters Viola und Luz Leskowitz’ Violine. Ihre Instrumente verschmolzen regelrecht miteinander und mit dem Streicherensemble der Salzburger Solisten, was zu einem wunderbar ausgewogenen und homogenen Klangbild führte.

Die Salzburger Solisten unterstrichen einmal mehr ihre Reputation als erstklassiges Kammerorchester in dieser Aufführung. Ihr feinfühliges Spiel und ihre aufmerksame Begleitung der Solisten trugen dazu bei, dass die Musik in ihrer ganzen Pracht erstrahlte. Die Balance zwischen den Soloinstrumenten und dem Ensemble war perfekt abgestimmt, so dass jedes Detail der Musik klar hervortrat. Die Komposition von Kurt Atterberg ist reich an melodischen Schönheiten und harmonischen Wendungen, die von Sophia Reuter, Luz Leskowitz und den Salzburger Solisten mit großer Sensibilität interpretiert wurden. Sie vermittelten die Emotionen und Stimmungen des Werkes auf ergreifende Weise und fesselten das Publikum von Anfang bis Ende und wurden dafür mit reichlich Applaus «überschüttet».

Optimale Harmonie von Solistin und Orchester

Misa Hasegawa links und Sophia Reuter
Misa Hasegawa links und Sophia Reuter

Das Streichorchester, das die musikalische Begleitung übernahm, war ebenfalls von außerordentlicher Qualität. Die Musikerinnen und Musiker verbanden sich zu einer homogenen Einheit und schufen einen reichen und nuancierten Klangteppich, der das Werk von Kurt Atterberg voll zum Ausdruck brachte. Die musikalische Leitung von Luz Leskowitz führte zu einer präzisen und einfühlsamen Interpretation des Stücks und verlieh ihm eine bemerkenswerte Klarheit und Dynamik.

Pablo de Sarasate: Zigeunerweisen op. 20

Das diesjährige Maifestival in Rellingen bot eine Bühne für junge aufstrebende Talente, darunter die 15-jährige Preisträgerin des Wettbewerbs “Mai Festival Young”, Rebekka Moosmann aus Flensburg. Moosmann stellte ihr beachtliches Können einem anspruchsvollen Publikum vor und wagte sich an Pablo de Sarasates herausfordernde Komposition “Zigeunerweisen” op. 20., ein technisch anspruchsvolles Stück, das viel Virtuosität und musikalisches Gespür erfordert.

Belohnter Mut der jungen Geigerin

Rebekka Moosman Solistin Violine
Rebekka Moosman Solistin Violine

Rebekka Moosmann zeigte mutig ihr Talent und ihre Fähigkeiten bei der Bewältigung dieser Herausforderung. Ihr Spiel war von technischer Brillanz geprägt, wobei sie die schnellen Passagen mit beeindruckender Leichtigkeit meisterte. Ihre Ausdrucksfähigkeit und ihre Bühnenpräsenz beeindruckten das Publikum. Dennoch muss angemerkt werden, dass die Interpretation durch Rebekka Moosmann zwar beeindruckend war, aber an manchen Stellen etwas an Tiefe und Emotionalität, wohl aufgrund noch fehlender Lebenserfahrung in diesem jugendlichen Alter, fehlte. Obwohl sie die technischen Anforderungen des Stücks meisterte, hätte ihre Darbietung durchaus etwas mehr Ausdruckskraft und nuancierte Interpretation vertragen können.

Frédéric Chopin : Polonaise A-Dur op. 40

Lasse Tellkamp Solist am Piano
Lasse Tellkamp Solist am Piano

Hier wurde das Publikum von einem bemerkenswerten Talent verzaubert: dem einheimischen Pianisten Lasse Tellkamp, Preisträger des Wettbewerbs “Mai Festival Young”. Mit gerade einmal 13 Jahren präsentierte Tellkamp eine außergewöhnliche Darbietung von Frédéric Chopins Polonaise A-Dur, auch bekannt als “Militär-Polonaise”, ein bekanntes und anspruchsvolles Stück, das sowohl technische Finesse als auch emotionale Tiefe erfordert. Lasse Tellkamp bewies mit seinem Spiel ein bemerkenswertes technisches Geschick. Seine Finger glitten mühelos über die Tasten und meisterten die virtuosen Passagen mit großer Präzision.

Reife Leistung des sehr jungen Pianisten

Was jedoch besonders beeindruckte, war Tellkamps Fähigkeit, die emotionale Essenz der Musik zu erfassen und sie auf berührende Weise zu interpretieren. Sein Spiel war geprägt von einer bemerkenswerten Reife und einer außergewöhnlichen Sensibilität für die Nuancen der Komposition. Er verlieh dem Stück eine kraftvolle Ausdruckskraft und vermittelte dem Publikum die patriotische Stimmung und den leidenschaftlichen Geist des Stücks.

Die Darbietung von Lasse Tellkamp wurde von der Zuschauerschaft mit großer Begeisterung aufgenommen. Das Publikum war von seinem Talent und seiner Leidenschaftlichkeit fasziniert und applaudierte ihm mit begeistertem Zuspruch. Die beeindruckende Leistung des jungen Pianisten zeugte von seinem außergewöhnlichen Potenzial und seinem starken Engagement für die Musik.

Seine technische Brillanz, gepaart mit einer tiefen emotionalen Interpretation, machte die Darbietung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist bemerkenswert, dass ein so junger Pianist bereits ein solches musikalisches Niveau erreicht hat, und es lässt darauf schließen, dass ihm eine vielversprechende musikalische Zukunft bevorsteht.

Das Maifestival in Rellingen hat erneut gezeigt, dass es eine Plattform für junge aufstrebende Talente wie Lasse Tellkamp und Rebekka Moosmann bietet, um ihr Können einem begeisterten Publikum zu präsentieren. Wir können gespannt sein, welche weiteren beeindruckenden Leistungen dieser junge Pianist in Zukunft noch erbringen wird.

Zwischenspiel

Nicht programmiert trug Irina Kulikova auf ihrer Gitarre noch «Asturias», eine Suite española op. 47, von Isaac Albéniz vor und man wähnte sich fast schon in der Alhambra in Granada, andalusisches Flair im hanseatischen Norden und begab sich für die nun folgende Konzertpause vor die Kirche, die fast südspanischen Temperaturen geniessend.

 

Frédéric Chopin: Walzer für Klavier op.64 Nr. 2, bearbeitet für Gitarre und vorgetragen von Irina Kulikova

Frédéric Chopins Walzer für Klavier op. 64 Nr. 2, in der Bearbeitung für Gitarre und vorgetragen von Irina Kulikova, zweifellos eine beeindruckende Interpretation eines zeitlosen Meisterwerks.Die Gitarrenbearbeitung von Chopins Walzer zeigt Irina Kulikovas außergewöhnliches Talent und ihre tiefgreifende Verbindung zur Musik. Mit technischer Bravour und einer bezaubernden musikalischen Sensibilität lässt sie die Zartheit und Eleganz des Originalwerks auf der Gitarre erstrahlen.Durch ihre meisterhafte Spieltechnik erweckte sie die Musik zum Leben und vermittelte eine Palette von Emotionen – von verspielter Leichtigkeit bis hin zu tief empfundenen Melancholie. Ihre Interpretation bewahrt die Essenz des Originals, während sie gleichzeitig die klanglichen Möglichkeiten der Gitarre voll ausnutzte.

Die Bearbeitung für Gitarre ermöglicht es, die Klangfarben und die Intimität des Walzers auf eine neue Art zu erleben. Irina Kulikova verlieh jedem Ton eine einzigartige Bedeutung und schaffte so eine packende Atmosphäre, die die Zuhörenden in den Bann zog.Die musikalische Ausdrucksstärke und die nuancierte Dynamik in Kulikovas Spiel liessen die Zuhörer in Chopins Welt eintauchen und vermittelten eine tief empfundene Interpretation des Stücks.Insgesamt war Irina Kulikovas Darbietung von Chopins eine wahrhaft bemerkenswerte künstlerische Leistung. Ihre technische Brillanz und ihre emotionale Tiefe liessen diese Aufführung zu einem Genuss für Liebhaber klassischer Musik, einmal anders, werden.

Dann kamen wir gar noch in den seltenen Genuss einer Welt Uraufführung mit

«The Path of the Low Valley» für Violoncello und Gitarre des zu diesem Zweck extra angereisten amerikanischen Komponisten Mark Small (*1951), gewidmet den Vortragenden Irina Kulikova, Gitarre und Andreas Brantelid, Violoncello

Gitarristin  Irina Kulikova vor der Rellinger Kirche mit dem amerikanischen Komponisten  Komponist Marc Small
Gitarristin Irina Kulikova vor der Rellinger Kirche mit dem amerikanischen Komponisten Komponist Marc Small

“The Path of the Low Valley” ist ein fesselndes und emotional berührendes Werk für Violoncello und Gitarre, das von Mark Small komponiert wurde und in dieser außergewöhnlichen Interpretation von den beiden Widmungsträgern Irina Kulikova und Andreas Brantelid vorgetragen wurde.Die Komposition des Amerikaners zeugt von einer meisterhaften Verschmelzung der beiden Instrumente, wodurch eine einzigartige Klanglandschaft entsteht. Die harmonischen Klänge der Gitarre und die warmen Töne des Violoncellos ergänzen sich auf wunderbare Weise und nehmen den Zuhörer mit auf eine Reise durch eine malerische Klanglandschaft.

Irina Kulikova und Andreas Brantelid bewiesen ihre außergewöhnliche musikalische Sensibilität und Virtuosität. Ihr einfühlsames Zusammenspiel verlieh der Musik eine tiefe Ausdruckskraft, die die emotionale Tiefe des Stücks zum Ausdruck brachte.

Die beiden Ausführenden verstanden es, die musikalische Erzählung mitreißend zu gestalten und die Spannung während des gesamten Stücks aufrechtzuerhalten. Ihre feinfühlige Interpretation vermittelte dem Publikum eine Vielzahl von Emotionen – von sanfter Melancholie bis hin zu leidenschaftlichen Höhepunkten.

Die Balance zwischen Violoncello und Gitarre war ideal abgestimmt, was die Fülle und Tiefe der Komposition voll zur Geltung brachte. Insgesamt war “The Path of the Low Valley” in der Interpretation von Irina Kulikova und Andreas Brantelid ein absoluter Höhepunkt der Kammermusik. Mark Smalls Komposition und die Leistung der beiden Widmungsträger verschmelzen zu einer kraftvollen und ergreifenden Darbietung, die das Publikum in ihren Bann zog, noch lange in Erinnerung bleiben wird und mit entsprechendem Applaus bedacht wurde.

Ludwig van Beethoven Sieben Variationen über das Duett «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts Oper «Die Zauberflöte in Es Dur für Pianoforte und Violoncello

Misa Hasegawa Andreas B rantelid und Aylen Pritchin vlnr
Misa Hasegawa Andreas B rantelid und Aylen Pritchin vlnr

Beethovens Sieben Variationen über das Duett “Bei Männern, welche Liebe fühlen” sind ein faszinierendes Beispiel seiner Meisterschaft. Misa Hasegawa am Klavier und Andreas Brantelid am Cello boten eine beeindruckende Interpretation. Ihre Synergie verlieh den Variationen Tiefe und Lebendigkeit. Hasegawas Klavierspiel, präzise und expressiv, während Brantelids Cello einen warmen Klang beisteuert. Die Intonation fing die Brillanz der Komposition ein und ist ein Juwel der Kammermusik. Ein unvergessliches Erlebnis für die Konzertbesucher.

W.A. Mozart, «Türkischer Marsch» aus der Klaviersonate A Dur KV 331, arrangiert zu vier Händen von S. Tabuchi

Misa Hasegawa und Annies  Piano Twins
Misa Hasegawa und Annies Piano Twins

Mozarts “Türkischer Marsch” aus der Klaviersonate A-Dur KV 331, arrangiert für vier Hände von S. Tabuchi, wird in dieser außergewöhnlichen Darbietung von den 16-jährigen Zwillingsbrüdern Junichiro und Soichiro Yamashita, bekannt als “Annies Piano Twins”, meisterhaft zum Leben erweckt.

Die Yamashita-Zwillinge demonstrieren ihr beeindruckendes musikalisches Können und ihre bemerkenswerte Reife in ihrer Interpretation. Ihr synchrones Spiel ist nahezu perfekt, wobei sie ihre technische Brillanz mit einer jugendlichen Begeisterung verbinden.

Die Virtuosität, mit der sie die schnellen Läufe und anspruchsvollen Passagen meistern, ist beeindruckend und zeigt ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten als junge Pianisten. Sie verleihen jedem Notenwert eine sorgfältige Bedeutung und lassen die rhythmische Komplexität des Stücks lebendig werden.

Tabuchis geschicktes Arrangement bewahrt die Essenz des Originals und fügt gleichzeitig eine erfrischende Note hinzu, die das Publikum begeistert. Die Yamashita-Zwillinge nehmen diese Herausforderung an und spielen mit Selbstvertrauen und Ausdruckskraft.

Die Intonation bringt die Energie und das Feuer der Darbietung ein und präsentiert den “Türkischen Marsch” in all seiner Pracht. Die Klangqualität ist beeindruckend, was es ermöglicht, die musikalische Reise der Zwillinge hautnah mitzuerleben.

Insgesamt ist die Interpretation von Mozarts “Türkischem Marsch” durch “Annies Piano Twins” ein erfrischendes und mitreißendes Erlebnis. Junichiro und Soichiro Yamashita zeigen nicht nur ihre technische Brillanz, sondern auch ihre Leidenschaft für die Musik, was ihren, ursprünglich nicht geplanten Auftritt an diesem Abend, zu einem wahren Genuss macht und auf eine vielversprechende Zukunft als aufstrebende Talente hinweist. Das sah auch das Auditorium so und bedachte die zwei sympathischen Söhne Nippons, die mit ihren Eltern angereist waren, mit stürmischem Applaus.

Starbariton als Klaviervirtuose

Bariton Andreas
Bariton Andreas ausnahmsweise am Piano

Den abrundenden Schlusspunkt machte dann der am Samstag zum Zuge kommende Bariton Andreas Schmidt als virtuoser Pianist mit W.A. Mozarts Menuetten KV 1.

Das traditionelle Nachspiel bei Captain Thomas Poetzsch und seiner Gattin Ulrike

CTP Chef und Musikfestivalförderer Kapitän Thomas Poetzsch mit Gattin Ulrike
CTP Chef und Musikfestivalförderer Kapitän Thomas Poetzsch mit Gattin Ulrike

Eine ausserordentlich schöne, nicht selbstverständliche Tradition, ist das jeweils an das Freitagkonzert anschliessende «get together, meet the artist» in den sehr speziellen, einer Schiffsbrücke nachempfundenen Räumlichkeiten von Captain Thomas Poetzschs Firma https://ctp.biz/ unweit der Rellinger Kirche. Dort werden Konzertbesucher, Sponsoren und Musiker grosszügig mit Speis und Trank verwöhnt und die Musiker*innen gewähren in ad hoc Formationen kurze tonale Leckerbissen ihres aussergewöhnlichen Könnens in familiärem Ambiente. Der CTP Chef agiert nicht einfach als der grösste Mäzen des Festivals anonym aus dem Hintergrund, er, wie auch seine Gattin Ulrike, sind sehr nahbar, präsent und auch gefühlsmässig äusserst grosszügig, wobei dem «Captain» vor allem, als massgeblichem Mitinitianten des Wettbewerbs “Mai Festival Young”, vor allem auch die Förderung junger, lokaler Talente ein grosses Anliegen ist

Nachtrag ein paar persönliche Anmerkungen

Ich persönlich finde es recht ignorant und despektierlich , dass das selbsternannte «Flaggschiff» der Rellinger Gastronomie, der Rellinger Hof, das Restaurant während des Festivals tagsüber nicht geöffnet hat, Fachkräftemangel kann nicht als Ausrede gelten, wenn während des wichtigsten Rellinger Anlass des Jahres, der viele Besucher nach Rellingen lockt, die Türen geschlossen sind. Schwach auch, dass Vertreter*innen von lokalen, resp. regionalen Medien mit Abwesenheit glänzen.

Wissen die tatsächlich nicht, welches musikalische «Juwel» da seit über 30 Jahren in der Rellinger Kirche über die Bühne geht, oder gibt’s jetzt nur noch die Elbphilharmonie in der Region um Hamburg? Da schart Mitgründer und Intendant, Professor Luz Leskowitz, nebst seinen Salzburger Solisten,  Jahr für Jahr Weltklassemusiker*innen aus vielen Nationen für diese Woche im Mai um sich um, für gelinde gesagt, verhältnismässig lächerliche Gagen in Rellingen zu musizieren. Sie tun das mit enormer Spielfreude und geben ihr Wissen im Rahmen des “Mai Festival Young” auch kostenlos an die lokalen Nachwuchsmusiker*innen weiter.

Kurzer Trailer der Piano Twins

www.youtube.com/watch?v=2d4Wukj4SHc

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Léonard Wüst und Wolfgang Gaedigk https://www.mrk-rellingen.de/maifestival.html

http://www.luz-leskowitz.at/index.html

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SolennePaïdassi, Violine links und Misa Hasegawa,Klavier

vlnr. Aylen Prtchin, Misa Hasegawa und Andreas Brantelid

Misa Hasegawa links und Sophia Reuter

v.l.n.r. Misa Hasegawa,Klavier, Andreas Brantelid Violoncello, Aylen Pritchin,Violine

Annies Piano Twins und Misa Hasegawa

CTP Chef und Musikfestivalförderer Kapitän Thomas Poetzsch mit Gattin Ulrike

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Rellinger Maifestival, Samstag, 13. Mai 2023, Auf den Flügeln des Gesangs, besucht von Léonard Wüst

Die Musikerinnen sind startbereit Foto Wolfgang Gaedigk
Die Musikerinnen sind startbereit Foto Wolfgang Gaedigk

Programm und Ausführende:
Richard Strauss: Ouvertüre zu Capriccio Op. 85
J. S. Bach: Kantate „Der Friede sei mit dir“ BWV 158
Franz Schubert: Lieder aus „Die schöne Müllerin“ D 795 mit Begleitung der Gitarre

Johannes Brahms: Lieder aus „Fünf Gesänge“ Op.72

Franz Schubert Serende “Ständchen auf der Gitarre gespielt
Samuel Barber: „Dover Beach“ Op. 3

Richard Strauss: „Morgen“ aus Vier Liedern op.27/4 für Bariton, Violine und Klavier
Andreas Schmidt, Bariton 

Misa Hasegawa, Klavier

Luz Leskowitz Violine
Oliver Schmidt, Cembalo

Naomi Seiler Viola
Irina Kulikova, Gitarre
Salzburger Solisten

 

Richard Strauß: Ouvertüre zu Capriccio Op. 85

Luz Leskowitz Violine
Luz Leskowitz Violine

Die Ouvertüre zu Capriccio Op. 85 von Richard Strauss, gespielt von den Salzburger Solisten unter der Leitung von Luz Leskowitz, ist ein wahrhaftiges Meisterwerk. Die musikalische Virtuosität und Sensibilität der Solisten schaffen eine mitreißende Aufführung. Die Ouvertüre strahlt eine einzigartige Fülle aus, während sie geschickt zwischen leidenschaftlicher Dramatik und zarten Melodien wechselt. Die präzise Leitung von Luz Leskowitz verleiht der Darbietung eine beeindruckende Einheit und Tiefe. Die Salzburger Solisten beweisen erneut ihr außergewöhnliches Können und ihre Leidenschaft für die klassische Musik. Eine wunderbare Erfahrung für jeden Musikliebhaber, die die Brillanz von Richard Strauss’ Komposition in ihrer ganzen Pracht offenbart. Insgesamt war die Aufführung ein wahrhaft beeindruckendes Erlebnis. Die Kombination aus virtuoser Technik, musikalischer Sensibilität und einer besonderen Verbindung zum Werk machte diese Darbietung zu einem unvergesslichen Moment und optimalen Start in das zweite Konzert des Maifestivals.

J.S. Bach: Kantate „Der Friede sei mit dir“ BWV 158

Bariton-Andreas-Schmidt
Bariton-Andreas-Schmidt

In der Aufführung von Bachs Kantate "Der Friede sei mit dir" BWV 158 begeistern Andreas Schmidt (Bariton) und die Salzburger Solisten. Schmidts kraftvolle Stimme berührt das Herz, während die Solisten mit meisterhafter Virtuosität glänzen. Oliver Schmidt am Cembalo begleitet einfühlsam. Die Harmonie zwischen Stimme und Instrumenten schafft eine fesselnde Darbietung, die die Schönheit von Bachs Werk in den Mittelpunkt rückt. Ein musikalisches Erlebnis voller Ausdruck und Harmonie, das das Publikum verzaubert.

 

 

 

 

 

Franz Schubert: Lieder aus „Die schöne Müllerin“ D 795

 Irina Kulikova auf der Gitarre
Irina Kulikova auf der Gitarre

Andreas Schmidt, begleitet von Irina Kulikova auf der Gitarre, präsentiert Schuberts Lieder aus “Die schöne Müllerin” D 795 mit außergewöhnlicher Raffinesse. Schmidts Baritonstimme überträgt eindrucksvoll die emotionale Tiefe der Texte. Kulikovas Gitarrenbegleitung verleiht den Liedern eine neue, intime Dimension. Die Kombination aus Stimme und Gitarre schafft eine zauberhafte Atmosphäre, die das Herz berührt. Ein wahrhaftiger Genuss für Liebhaber von Schuberts Liedern und ein einzigartiges Hörerlebnis. Gitarrenbegleitung war damals gebräuchlicher als Klavierbegleitung, konnten sich doch die wenigsten ein Tasteninstrument leisten, eine Laute oder Gitarre hingegen eher und zudem waren diese auch viel einfacher zu transportieren.

 

 

 

Johannes Brahms: Lieder aus „Fünf Gesänge“ Op.72

Misa Hasegawa, Klavier
Misa Hasegawa, Klavier

Pianistin Misa Hasegawa und der Bariton Andreas Schmidt liefern eine mitreißende Interpretation von Johannes Brahms’ “Fünf Gesängen” Op. 72. Hasegawas virtuoses Klavierspiel und Schmidts kraftvolle Baritonstimme verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Die emotionale Tiefe der Lieder wird meisterhaft vermittelt und berührt das Herz des Publikums. Ihre Zusammenarbeit schafft eine fesselnde musikalische Reise, die die Schönheit und Intensität von Brahms’ Komposition in den Vordergrund stellt. Eine bewegende Darbietung, die die Zuhörer in den Bann zieht und lange in Erinnerung bleibt.

Franz Schubert Serenade “Ständchen auf der Gitarre gespielt

Irina Kulikovas Interpretation von Schuberts Serenade “Ständchen” auf der Gitarre ist einfach hinreißend. Ihre virtuose Spieltechnik verleiht dem Stück eine einzigartige Lebendigkeit. Die zarten und ausdrucksstarken Töne erzeugen eine bezaubernde Atmosphäre. Kulikovas emotionale Tiefe lässt das Ständchen in neuem Glanz erstrahlen und berührt die Seele. Eine meisterhafte Darbietung, die Schuberts Komposition zeitlose Schönheit auf eindrucksvolle Weise würdigt.

Samuel Barber: „Dover Beach“ Op. 3 für Bariton und Streichquartett

Die-Protgonistinnen-agieren-hochkonzentriert
Die-Protgonistinnen-agieren-hochkonzentriert

Die Mitglieder der Salzburger Solisten und Bariton Andreas Schmidt liefern eine beeindruckende Darbietung von Samuel Barbers “Dover Beach” Op. 3 für Bariton und Streichquartett. Schmidts Stimme vermittelt mitreißende Emotionen und interpretiert die lyrischen Texte mit außergewöhnlicher Ausdruckskraft. Das Streichquartett der Salzburger Solisten begleitet einfühlsam und ergänzt die Darbietung mit tiefgründiger Klangfarbe. Die Harmonie zwischen Stimme und Streichern schafft eine fesselnde Atmosphäre, die den Zuhörer in den Bann zieht. Eine meisterhafte Leistung, die Barbers Komposition in all ihrer Schönheit erstrahlen lässt.

Richard Strauß: „Morgen“ aus Vier Liedern op.27/4 für Bariton, Violine und Klavier

Konzertimpression von Intendant Luz Leskowitz
Konzertimpression von Intendant Luz Leskowitz

Mit der ersten Fassung vom 21. Mai 1894 präsentieren Andreas Schmidt (Bariton), Luz Leskowitz (Violine) und Misa Hasegawa (Klavier) Richard Strauss’ “Morgen” aus Vier Liedern op. 27/4 mit außergewöhnlicher Sensibilität. Schmidts warme Baritonstimme verschmilzt mit Leskowitz’ einfühlsamer Violine und Hasegawas feinfühligem Klavierspiel zu einer zauberhaften Einheit. Der Ausdruckskraft der Musiker gelingt es, den poetischen Text von Henry Mackay eindrucksvoll zu vermitteln. Diese berührende Darbietung ist eine Hommage an Strauss’ Komposition und verzauberte das Publikum mit ihrer Schönheit und Leidenschaft.

Leider war dieses Konzert nicht ganz ausverkauft, wahrscheinlich weil „Liederabende“ im Allgemeinen einen eher kleineren Musikfreunde Kreis ansprechen. Aber wie der französische Dichter Philippe Néricault Destouches (1680-1754) schon schrieb: „les absents ont toujours tort“ und so erfreuten sich die Anwesenden ob des schönen Konzertabends und bedachten die Ausführenden mit reichlich Applaus bevor man sich anschließend im Rellinger Hof noch zum traditionellen gemeinsamen Nachtessen mit den Künstlert*innen, Organisierenden und Unterstützer*innen des Festivals traf.

Text. www.leonardwuest.ch

Fotos: Luz Leskovitz, Léonard Wüst und Wolfgang Gaedigk https://www.mrk-rellingen.de/maifestival.html

http://www.luz-leskowitz.at/index.html

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Die Musikerinnen geniessen den Schlussapplaus

Die Musikerinnen geniessen den Schlussapplaus

vlnr. Aylen Pritchin, Misa Hasegawa und Andreas Brantelid

v.l.n.r. Misa Hasegawa,Klavier, Andreas Brantelid Violoncello, Aylen Pritchin,Violine

Sohn und Vater: Andreas Brantelid Violoncello links Ingemar Brantelid Violoncello rexhts

CTP Chef und Musikfestivalförderer Kapitän Thomas Poetzsch mit Gattin Ulrike

 

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