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Die vom Krieg zerstörte städtische Umwelt in Charkiw ist für Fledermäuse tödlich

Verlust von Schlafplätzen und tödliche Fallen in zerstörten Gebäuden
Der russische Krieg in der Ukraine hat nicht nur schwerwiegende Folgen für
die Menschen, sondern wirkt sich auch negativ auf die Populationen
städtischer und halbstädtischer Wildtiere in den angegriffenen Städten und
Regionen aus.

Wissenschaftler:innen des ukrainischen Fledermaus-Rehabilitationszentrums
untersuchten vor kurzem die Auswirkungen der kriegsbedingten
Gebäudeschäden auf die städtischen Populationen einer wichtigen und weit
verbreiteten Fledermausart, der große Abendsegler (Nyctalus noctula), in
der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine. Die Ergebnisse zeigen, dass
viele Gebäude, die von Fledermäusen als Schlafplätze genutzt werden,
zerstört und etwa 7.000 Fledermäuse getötet wurden. Darüber hinaus sind
teilweise zerstörte Gebäude zu einer tödlichen Falle für Fledermäuse
geworden, was zu mehreren tausend weiteren Opfern führte. Die Ergebnisse
wurden im "Journal of Applied Animal Ethics Research" veröffentlicht.

Die Aufgabe des Ukrainischen Fledermaus-Rehabilitationszentrums (UBRC) ist
der Schutz, die Rettung und die langfristige Erforschung von Fledermäusen,
wobei die Region Charkiw im Mittelpunkt der Bemühungen steht. Charkiw ist
die zweitgrößte Stadt in der Ukraine und einer der Orte, an denen die
Konflikte zwischen den ukrainischen und russischen Streitkräften bisher am
intensivsten waren. UBRC-Direktor Dr. Anton Vlaschenko, der auch für das
Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW)
forscht, sagt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass 45,1 % der
Gebäude, die als Winterquartiere für Abendsegler genutzt werden, entweder
teilweise beschädigt oder vollständig durch Beschuss zerstört wurden, was
zur direkten Tötung von etwa 7.000 Fledermäusen geführt haben könnte."
Darüber hinaus ist die kriegszerstörte städtische Umwelt in Charkiw zu
einer tödlichen Falle für die Fledermäuse während der Herbstwanderung oder
des Schwärmens geworden. „Fledermäuse drangen durch offen gelassene oder
durch Druckwellen zerbrochene Fenster in das Innere von Gebäuden ein und
wurden so eingeschlossen", sagt die ehemalige Leibniz-IZW-Doktorandin Dr.
Kseniia Kravchenko vom UBRC.

Von Menschen offen gelassene und/oder durch Druckwellen zerbrochene
Fenster stellen eine erhebliche Gefahr für wandernde Fledermäuse dar.
Vorallem defekte Fensterrahmen sind sehr gefährlich für Fledermäuse.
Einige der Fenster in der Stadt sind mit alter Doppelverglasung versehen -
zwei Rahmen mit einem Zwischenraum - und die Fledermäuse bleiben in der
Mitte gefangen. „Das Problem ist in Charkiw seit den 1960er Jahren
bekannt, und der Krieg verschärft es, indem es immer mehr von Menschen
geschaffene Fallen für Fledermäuse gibt“, erklärt Vlaschenko. Vor dem
Krieg retteten die UBRC-Wissenschaftler:innen während der herbstlichen
Fledermauswanderung bis zu 500 Fledermäuse aus solchen Fenstern. Infolge
des Krieges war die Zahl der in teilweise beschädigten Gebäuden und/oder
verlassenen Wohnungen gefangenen Fledermäuse dreimal so hoch wie in den
Vorjahren. Fast alle der gefangenen Fledermäuse waren Abendsegler. Das
Team berichtet, dass es 2.836 große Abendsegler entdeckte, die in durch
Beschuss beschädigten Gebäuden gefangen waren, und dass etwa 30 Prozent
von ihnen bei der Entdeckung bereits tot waren. Der große Abendseger fiegt
in Gruppen und diese Gruppen können sich in Städtischen Strukturen
verirren. „Die Größe der eingeschlossenen Fledermausgruppen war eindeutig
höher als in den Vorjahren, vor allem in den durch den Krieg am stärksten
beschädigten Stadtteilen wie Saltivka“, berichtet Kravchenko. Allein in
den ersten Wochen des Krieges (Februar - März 2022) wurde fast die Hälfte
der Gebäude, die als Winterquartiere der großen Abendsegler bekannt sind,
durch russischen Beschuss teilweise (31,4 %) oder vollständig (13,7 %)
beschädigt, was zur direkten Tötung Tausender von Fledermäusen geführt
haben könnte.

Die Zahl der Fledermäuse in Charkiw war im Jahr 2022 außergewöhnlich hoch,
da sich die Abendsegler den ganzen Herbst über im Stadtgebiet von Charkiw
aufhielten. Die Wissenschaftler:innen stellten außerdem fest, dass diese
Fledermäuse eine größere Körpermasse als üblich hatten. Diese
Veränderungen könnten eine Folge der Zerstörung der Straßenbeleuchtung und
der Kraftwerke in Charkiw und den meisten Siedlungen in der Ukraine seit
Beginn des Krieges gewesen sein. Das Fehlen von künstlichem Licht könnte
dazu führen, dass mehr Fledermäuse in die Stadt eindringen, da dadurch
jegliche „Lichtbarrieren" für nachtaktive Tiere beseitigt wurde und eine
rasche Erholung der nachtaktiven Insektenpopulationen begünstigt wurde.

„Der Krieg hat unser Leben und das der Fledermäuse vor viele neue
Herausforderungen gestellt, aber wir lassen uns nicht von unserer Mission
abbringen, die Wildtiere zu schützen und den aktuellen Kontext zu nutzen,
um so viel wie möglich über unsere Lieblingstiere zu lernen", erklärt
Vlaschenko. Der Krieg hat die Arbeitsbedingungen extrem erschwert, aber
das Team des ukrainischen Fledermaus-Rehabilitationszentrums bleibt aktiv
und rettet weiterhin Fledermäuse, sammelt Daten, führt Workshops durch und
arbeitet mit vielen Wissenschaftler:innen und Instituten in der Ukraine
und darüber hinaus zusammen, beispielsweise mit dem Leibniz-IZW.

Publikation
Vlaschenko A, Shulenko A, But A, Yerofieiva M, Bohodist V, Petelka M, Vovk
A, Zemliana K, Myzuka D, Kravchenko K, Prylustka A (2023): Die
kriegsgeschädigte städtische Umwelt wird zur tödlichen Falle für
Fledermäuse: Ein Fall aus der Stadt Charkiw (Nordostukraine) im Jahr 2022.
Journal of Applied Animal Ethics Research, 5(1), 27-49. DOI:
10.1163/25889567-bja10035

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Zu Hause in der Welt und die Welt zu Hause in Luzern Saisonvorschau 2023/2024 der Festival Strings Lucerne

Solisten Spielzeit 2023 2024 v.l.n.r.
Midori ©Timothy Greenfield Sanders
Francesco Piemontesi ©Camille Blake
Regula Mühlemann ©Shirley Suarez
Maria João Pires ©Felix-Broede-DG

8 Abonnementkonzerte in Luzern – Schwerpunkte mit Midori und Rudolf Buchbinder – Zahlreiche Auslandgastspiele

 

SAISON 2023/2024

 

Die neue Spielzeit 2023/2024 beginnt für die Festival Strings Lucerne mit einem Gastspiel beim österreichischen Grafenegg-Festival am 13. August 2023 zusammen mit dem Star-Cellisten Kian Soltani, der bereits in der vergangenen Spielzeit in Luzern zu hören war und inzwischen zu den regelmässigen musikalischen Partnern der Festival Strings Lucerne gehört.

 

Kurz danach beginnt im Konservatorium Dreilinden Luzern unter der Leitung von Regula Dodds die alljährliche Talentwoche mit dem Abschlusskonzert am 19. August 2023. Es ist Tradition und gleichzeitig auch der Anspruch der Festival Strings Lucerne in Masterclasses und gemeinsamen Auftritten mit jungen Musizierenden und Profis die nächste Generation heranzubilden.

 

Der erste Auftritt im KKL Luzern folgt am 27. August 2023 im Rahmen von Lucerne Festival beim traditionellen Nachmittagskonzert der Stadt Luzern. Der Ticketverkauf zum Sonderpreis von CHF 10 auf allen Plätzen startet am 14. August 2023. Die Tickets sind ausschliesslich im Stadthaus Luzern erhältlich. Als Solist konnte der Trompeter Aaron Azunda Akugbo verpflichtet werden, der das selten zu hörende Trompetenkonzert von Robert Planel aufführen wird.

 

Die Festival Strings Lucerne präsentieren sich bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum des KKL Luzern am 17. September 2023 mit einem Konzert zusammen mit den Talent Strings auf der Aussenbühne Europaplatz.

 

Der Oktober ist dem ersten Saisonschwerpunkt gewidmet: der Zusammenarbeit mit der japanisch-amerikanischen Star-Geigerin Midori, beginnend mit Konzerten in Cremona zur Eröffnung des Stradivari-Festivals und Abstechern in Bologna sowie Rimini, bevor am 25. Oktober im 1. Abonnementkonzert die Saison der grossen Konzerte der Festival Strings Lucerne im KKL Luzern eröffnet wird. Midori kommt mit ihrer Interpretation des Schumann-Violinkonzertes nach Luzern, das sie später im Laufe der Saison auch mit dem Orchester im KKL Luzern aufnehmen wird. Zuvor aber, im November 2023, gehen Solistin und Orchester auf eine US-Tournee von der Ost- bis zur Westküste mit insgesamt 9 Konzerten.

 

Neben den grossen Solistenkonzerten im KKL Luzern veranstalten die Festival Strings Lucerne die beliebten Kammerkonzerte im Zeugheersaal des Hotels Schweizerhof Luzern und neu auch im Kunstmuseum Luzern. Die insgesamt 4 Konzerte stehen unter dem Motto Schubert und verweisen mit weiteren Werken auf Zeitgenossen und Vorläufer Schuberts, aber auch Komponisten der klassischen Moderne und des 21. Jahrhunderts. Sogar für diese Reihe ist es gelungen, internationale Gäste zu gewinnen wie den deutschen Bariton Benjamin Appl, den weltweit gefragten lyrischen Bariton, der die junge Generation von Liedinterpretinnen und -interpreten anführt und zugleich durch zahlreiche TV-Auftritte einem breiteren Publikum bekannt ist.

 

Die Preise, sowohl im KKL Luzern als auch bei den Kammerkonzerten, bleiben trotz allgemeiner Kostensteigerungen unverändert. Es werden im KKL Luzern – wie gewohnt – sogar einige Plätze im Parkett zu CHF 30 angeboten.

 

Im Januar 2024 steht eine grosse Tournee durch die Schweiz und Deutschland mit der Münchner Cellistin Raphaela Gromes an. Auf dem Programm stehen Werke aus dem gemeinsamen Album der Festival Strings Lucerne und Raphaela Gromes FEMMES, das sich ausschliesslich Komponistinnen und Frauenfiguren in der Musik widmet. Das zu Beginn des Jahres veröffentlichte Album gehört zu den erfolgreichsten klassischen Aufnahmen des Jahres und steht als Bestseller immer noch in den Top 10 der deutschen Klassik-Albumcharts.

 

Das 2. Saisonkonzert im KKL Luzern am 21. Februar 2024 präsentiert den international renommiertesten Schweizer Pianisten, Francesco Piemontesi, mit Mozarts Klavierkonzert KV 503.

 

Im März 2024 gehen die Festival Strings Lucerne dann auf Asien-Tournee mit den beiden Geiger:Innen Akiko Suwanai und Inmo Yang. Die Tour führt durch Singapur und Südkorea zum Hong Kong Arts Festival.

 

Noch im gleichen Monat präsentieren die Festival Strings Lucerne mit der jungen Nachwuchsgeigerin Leia Zhu eine weitere Künstlerin, mit der sie eng verbunden sind und deren Karriere sie seit einigen Jahren nachhaltig fördern. Die beiden Konzerte am 19. und 20. März 2024 sind in Rom und Mailand.

 

Die enorme Attraktivität der Festival Strings Lucerne für die grossen europäischen und asiatischen Konzertveranstalter führt im April 2024 zu einer weiteren Deutschland-Tournee mit der Geigerin Bomsori zusammen mit dem Akkordeonisten Martynas Levickis. Höhepunkt dieser Tournee wird ein Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg am 7. April 2024 sein.

 

Dazu der Orchesterdirektor Hans-Christoph Mauruschat: «Bereits die vergangene Spielzeit hat uns zahlreiche Erfolge nicht nur zu Hause in Luzern, sondern auch im Ausland, mit Maria João Pires in Athen, bei den internationalen Festivals wie dem Rheingau Musikfestival oder unser Debüt in der Partnerstadt Luzerns, Potsdam, beschert. Wir freuen uns daher riesig über die zahlreichen neuen Einladungen in der kommenden Saison aus vielen Metropolen Europas, Asiens und den USA.»

 

Trotz der weltweiten Erfolge ist es wichtig, «unsere Arbeit in Luzern, sei es im Zusammenspiel mit internationalen Topstars im KKL Luzern als auch in der Nachwuchspflege immer weiter auszubauen und unserem Ruf gerecht zu werden», so der Künstlerische Leiter Daniel Dodds.

 

Einen der Höhepunkte im KKL Luzern erwartet das Publikum am 28. April im 3. Saisonkonzert: Ein Wiedersehen mit der Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann, die erstmals ein neues Programm mit Orchesterliedern von Richard Strauss und Franz Schubert vorstellen wird.

 

Den Mai beginnen die Festival Strings Lucerne mit einem weiteren Highlight, dem Gastspiel in der Berliner Philharmonie mit dem österreichischen Grandseigneur des Klaviers, Rudolf Buchbinder, am 7. Mai 2024. Auf dem Programm stehen Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Zusammenarbeit mit Rudolf Buchbinder wird mit Auftritten in Deutschland und Südkorea ein weiterer Schwerpunkt der neuen Saison sein.

 

Eine andere Klavier-Legende wird im 4. Saisonkonzert am 2. Juni im KKL Luzern zu hören sein: Die Portugiesin Maria João Pires mit Beethovens drittem Klavierkonzert in c-Moll.

 

In der neuen Saison fortgesetzt wird auch die Reihe Steinway Pricewinner Concert. Es kommt der erst 18-jährige kanadische Pianist Kevin Chen, Gewinner der ersten Preise beim Concours de Genève 2022 und Arthur-Rubinstein-Wettbewerb Tel Aviv 2023. In Zusammenarbeit mit Steinway haben sich auserwählte Orchester und Konzertveranstalter verpflichtet, Gewinnerinnen und Gewinnern prestigeträchtiger Klavierwettbewerbe ein Podium zu bieten. Für das Publikum erweisen sich diese Konzerte als wunderbare Gelegenheit, künftige Weltstars am Beginn ihrer Karriere zu erleben.

 

Die Festival Strings Lucerne beenden ihre Spielzeit 2023/2024 mit Konzerten im Rahmen der Dirigentenausbildung der Musikhochschule Luzern und einer Asien-Tournee an der Seite Rudolf Buchbinders nach Südkorea, bei der Ende Juni als Highlight im Seoul Arts Center an zwei Abenden der Zyklus sämtlicher Klavierkonzerte von Beethoven aufgeführt werden wird.

 

Ticketpreise KKL Luzern, Konzertsaal: CHF 110|90|70|50|30 (für die Konzerte am 25. Oktober 2023, 21. Februar 2024 und 28. April 2024) und CHF 120|100|80|60|30 (für das Konzert am 2. Juni 2024) sowie Ermässigungen für Schüler*innen bis 16 Jahre, Student*innen, Lehrlinge

 

Ticketpreise Kammerkonzerte: CHF 40|30 sowie Ermässigungen für AHV-Bezüger*innen, Schüler*innen bis 16 Jahre, Student*innen, Lehrlinge

 

 

 

 

Die Höhepunkte der Saison 2023/2024 in der Übersicht

 

  • 13.08.2023            Gastspiel beim Grafenegg Festival mit Kian Soltani

 

  • 14.–19.08. 2023                      «Talentwoche», das Education-Programm für 11-18-jährige

Schüler*innen aus der Region, Projektleiterin: Regula Dodds (Eröffnungs- und Abschlusskonzerte am 14.08. und 19.08.2023)

  • 27.08.2023            Nachmittagskonzert der Stadt Luzern am Lucerne Festival
  • 17.09.2023            Konzert beim 25-jährigen Jubiläum des KKL Luzern, Aussenbühne

Europaplatz

 

  • 07.10.2023            Eröffnungskonzert des Stradivari Festivals in Cremona mit Midori

 

  • 22.10.2023            Saisoneröffnung in Bologna der Konzertreihe Insieme Musica mit

Midori. Italienische Erstaufführung der Caprice IV (2017) von

Richard Dubugnon (*1968)

 

  • 25.10.2023            Eröffnung der Konzert Reihe Luzern #KKL Luzern mit Midori

 

  • 01.11.–18.11.2023     USA-Tournee mit Midori

US-amerikanische Erstaufführung der Caprice IV (2017) von Richard Dubugnon

 

  • 26.11.2023            Eröffnung der Konzert Reihe Luzern #Chamber im Kunstmuseum

Luzern. Beginn einer Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum.

 

  • 23.01.–01.02.2024     Schweiz und Deutschland-Tournee mit Raphaela Gromes

 

  • 21.02.2024            2. Saisonkonzert im KKL Luzern mit Francesco Piemontesi, Piano

 

  • 15.03.2024            Abschlusskonzert einer Dreiländer-Asientournee beim Hong Kong

Arts Festival mit Akiko Suwanai, Violine

 

  • 06.04.–10.04.2024     Deutschland-Tournee mit Bomsori, Violine und Martynas Levickis,

Akkordeon, Höhepunkt: 07.04.2024 Elbphilharmonie Hamburg

 

  • 28.04.2024            3. Saisonkonzert im KKL Luzern mit Regula Mühlemann, Sopran

 

  • 07.05.2024            Gastspiel mit Rudolf Buchbinder in der Philharmonie Berlin

 

  • 02.06.2024            4. Saisonkonzert im KKL Luzern mit Maria João Pires

 

  • 09.06.2024            Steinway Pricewinner Concert mit Kevin Chen, Klavier im

Zeugheersaal des Hotel Schweizerhof Luzern

 

  • 26.06.2024            Start der Südkorea-Tournee mit Rudolf Buchbinder im Seoul Arts

Center

 

Das gesamte Programm der neuen Spielzeit finden Sie in der Online-Saisonbroschüre 2023 – 2024 über einen Link auf der Webseite www.fsl.swiss

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Meilenstein im innovativen Forschungsprojekt #CarboMass erreicht

Kann eine regionale und kreislauffähige Lösung zur Wiederverwertung von
Klärschlamm gefunden werden? Sechs Wissenschafts- und Praxispartner widmen
sich seit zwei Jahren der Fragestellung, ob ein Gemisch aus pyrolysiertem
Klärschlamm und Biomasse eine nachhaltige Alternative zur Monoverbrennung
regionaler Klärschlämme darstellen kann. Neben der
ingenieurwissenschaftlichen Forschung werden die praxisnahen Problematiken
sowie kommunalen Querschnittsthemen aus verwaltungswissenschaftlicher
Perspektive untersucht.

Ende Juli wurde der zweiwöchige Aufbau der Pyrolyseanlage auf dem Gelände
des Abwasserzweckverbands Bode-Wipper in Bleicherode erfolgreich beendet.
Am 1. August konnte die Übergabe mit Vertretern der Politik, kommunalen
Organisationen und Verbundpartnern gefeiert werden. Die Pyrolyseanlage der
Hochschule Nordhausen, die einen Wert von rund 1 Mio. € hat, ist
vollständig in den Arbeitsablauf der Kläranlage Bleicherode (AWZV Bode-
Wipper) integriert.

Innerhalb des Projekts ist vorgesehen, das neuartige Gemisch #CarboMass,
auf die Kalihalde in Sollstedt aufzubringen, um diese zu begrünen. Die
Aufbereitung des Klärschlammes erfolgt durch das Pyrolyseverfahren. Im
Gegensatz zur klassischen Mit- oder Monoverbrennung von Klärschlamm bleibt
beim Pyrolyseverfahren der wertvolle Nährstoff Phosphor im Klärschlamm
erhalten. Inwiefern dieser ohne weitere Aufbereitungsschritte in
pflanzenverfügbarer Form vorliegt und wie sich die physikalischen,
chemischen und biologischen Eigenschaften des Stoffes unter den
Witterungsbedingungen im zeitlichen Verlauf verhalten, wird im Rahmen der
anstehenden Feldversuche in Erfahrung gebracht werden.

Erste positive Befunde zur Pflanzenverfügbarkeit des gebundenen Phosphors
lieferten die Pflanzversuche im Labormaßstab. Das wissenschaftliche Team
der Hochschule Nordhausen (ThIWert - Thüringer Innovationszentrum für
Wertstoffe) wird die Inbetriebnahme der Pyrolyseanlange weiterhin
begleiten. Platz auf der Halde wird für den potenziellen Bodenersatzstoff
#CarboMass durch den Partner IMM (Industrieabbrüche und Metallrecycling
Menteroda GmbH) zur Verfügung gestellt. Klärschlämme werden von den
Partnern AWZV Bode-Wipper und zum Vergleich zusätzlich vom Wasserverband
Südharz geliefert. Der Landkreis Nordhausen stellt die Biomasse zur
Verfügung und unterstützt, zusammen mit der Stadt Bleicherode, das IPMG
(Institut für Public Management und Governance der HS Nordhausen) bei der
Untersuchung potenzieller interkommunaler Zusammenarbeiten.

Aus ingenieurwissenschaftlicher Perspektive ein toller Erfolg, freut sich
Professorin Uta Breuer: „Das Projekt #CarboMass sollte zeigen, dass
Klärschlämme nachhaltig behandel- und zur nachhaltigen Nutzung verwendbar
sind. Mit dem Aufbau und Inbetriebnahme der Pilot-Pyrolyseanlage ist ein
wichtiger Schritt zur Einlösung dieses Versprechens geschafft worden, auf
den wir stolz sind. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob es final
möglich ist, die Kreisläufe auch mit dem Abfallprodukt Klärschlamm zu
schließen.“

„Aus rechtlicher Perspektive können wir die Wiederverwertung von
Klärschlämmen regional nicht lösen“, sagt Professor Elmar Hinz. „Wir
können jedoch auf problematische rechtliche Rahmenbedingungen bei einer
Skalierung dieser Idee aufmerksam machen und somit ein Umdenken und
langfristig vielleicht auch eine Änderung der Gesetzmäßigkeiten erwirken.“

Kann also eine regionale und kreislauffähige Lösung zur Wiederverwertung
von Klärschlamm gefunden werden? Gezeigt werden konnte bisher, dass die
Technologie Wege für die Klärschlammverwertung aufzeigen und gangbar
machen kann. Jedoch müssen in Hinblick auf die rechtliche Verankerung
Lösungen auf Bundesebene entwickelt werden.

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Ausschreibung der Expertise „Klimaangepasste Sportanlagen"

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) schreibt die Expertise
„Klimaangepasste Sportanlagen" zur Durchführung aus. Ablauf der
Bewerbungsfrist ist der 15. September 2023.

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich u. a. durch Starkregen-Ereignisse
und Hitze. Dies kann auch Auswirkungen auf die Sportausübung haben, wenn
Sportanlagen aufgrund von Hitze oder Überschwemmungen nicht nutzbar sind.
Zukünftig müssen Sportanlagen ganzheitlich klimaresilient gestaltet
werden. Das heißt, sie müssen klimawandelangepasst gebaut werden, indem
sie beispielsweise die Speicherung von Starkniederschlägen und
Verschattungen ermöglichen. Darüber hinaus ist bei der Anpassung von
Sportanlagen im Sinne der Klimagesundheit ein besonderer Schutz der
Sportausübenden, vor allem vulnerabler Gruppen wie Kinder und Ältere, in
den Blick zu nehmen.
Bislang fehlen umfassende Untersuchungen zur Klimaresilienz von
Sportanlagen, in denen bauliche, sportfunktionelle und
gesundheitsfördernde Aspekte gemeinsam betrachtet werden.

Ziel der ausgeschriebenen Expertise ist es daher, deutschlandweit
anwendbare Maßnahmen zur Förderung der bautechnischen Klimaanpassung und
Gesundheitsförderung von Sportanlagen unter Berücksichtigung der
Sportfunktionalität zu ermitteln, zu strukturieren, zu bündeln und zu
priorisieren.
Die vorgesehene Projektlaufzeit beträgt 12 Monate. Der Projektstart wird
zum 01. März 2024 angestrebt.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. September 2023. Maßgeblich ist der
postalische Eingang des Angebots (inkl. aller ergänzenden Unterlagen) im
BISp.

Die vollständigen Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen
können hier heruntergeladen werden:
https://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Ausschreibungen/2023/AusschreibungKlimaangepassteSportanlagen.html?nn=8370948

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