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Coburgs Alte Kühlhalle: Daneben entsteht jetzt ein Neubau für KI-Forschung

Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert.  Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Beim Spatenstich buddeln gemeinsam Ulrich Delles, Hochschulkanzler Dr. Matthias J. Kaiser, Heidrun Piwernetz, Dominik Sauerteig, MdB Jonas Geissler, Prof. Dr. Stefan Gast, Prof. Dr. Jens Grubert. Natalie Schalk Hochschule Coburg

Coburg bekommt ein besonderes KI-Zentrum – der Freistaat Bayern errichtet
hier ein Gebäude für das CRAI: In diesem Center for Responsible Artificial
Intelligence wird es um verantwortungsvolle künstliche Intelligenz (KI)
gehen. Und das schon sehr bald. Nach dem Spatenstich am Donnerstag wird
der Modulbau auf dem ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofs-Areal
schnell umgesetzt. Bereits im 2. Quartal 2024 soll das Forschungsinstitut
der Hochschule Coburg einziehen.

Im Rahmen der Hightech Agenda Bayern und der Hightech Agenda Plus wird der
HTAplus Modulbau für das CRAI der Hochschule Coburg errichtet. Der
Freistaat investiert über vier Millionen Euro. „Dafür sind wir sehr
dankbar“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast beim
Spatenstich am Donnerstag.

Anwendungsorientiert, innovativ und verantwortungsvoll

Das R im CRAI macht den Unterschied: Es steht für „responsible“, also für
verantwortungsvolle künstliche Intelligenz. KI ist an der Hochschule in
vielen Bereichen Thema und dabei geht es immer auch um die
gesellschaftlichen Auswirkungen. „Ziel der Forschung ist,
Anwendungsfragestellungen aufzugreifen und mit innovativen Methoden der KI
zu bearbeiten“, erklärte Gast. Dem Weltwirtschaftsforum zufolge werden
sich ein Viertel aller Arbeitsplätze durch KI verändern, wie Gast
ausführte. Ob in der Lehre, in der Forschung oder im Transfer: Die KI-
Aktivitäten der Hochschule tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen im Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels zu
sichern.

Gute Nachbarschaft

Für die Vernetzung mit der Region ist auch die Nachbarschaft auf dem
ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofs-Areal ideal: mit CREAPOLIS und
Zukunft.Coburg.Digital in der Alten Kühlhalle und der HUK-COBURG, die
nebenan ihre InnoVilla hat. Gast berichtete von der guten und engen
Zusammenarbeit mit der Wifög, der Stadt Coburg und dem Staatlichem Bauamt
Bamberg, die ermöglichen, dass hier etwas Bedeutendes entsteht: „Das neue
Gebäude ist auch ein Meilenstein für die Wandlung der ehemaligen
Industriebrache hin zu einem Science- und Culture Hub.“

Mit Blick auf die Fertigstellung der Kulturstätte Globe malte Coburgs
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig eine Vision des CRAI als Eingang zu
einem Quartier der Zukunft aus. „Ein lang ersehnter Traum geht heute mit
einem ersten Baustein in Erfüllung.“ Sauerteig freute sich: „Die
Hochschule rückt näher an die Innenstadt.“

Zahlen, Daten, Fakten

Im April oder Mai kommenden Jahres soll das Gebäude fertig sein. Die
Projektleitung liegt beim Staatlichen Bauamt Bamberg. Bauamtsleiter Ulrich
Delles stellte Details vor: Die Baukosten betragen 4,1 Mio. Euro, die
Nutzfläche beträgt 650 Quadratmeter. Bauherr ist das Bayerische
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Der Entwurf für das Gebäude
entstand in einem Kooperationsprojekt der Hochschule Coburg und des
Bauamtes. In der Projektgruppe engagierten sich Jürgen Ziegelhöfer und
Ralf Kürschner vom Staatlichen Bauamt sowie seitens der Hochschule Susanna
Buchwald, Leiterin der Abteilung Technik und Bauen, Prof. Dr. Holger
Falter, Dekan der Fakultät Design und Prodekan Prof. Dr. Rainer Hirth. Die
Planungen sehen ein optionales drittes Geschoss vor, sodass der Modulbau
bei Bedarf einfach erweitert werden kann.

Regierungspräsidentin: „Vorzeigehochschule"

Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken, stellte fest,
dass nicht nur das Thema KI zukunftsweisend ist, sondern auch der Bau
selbst, der aus nachhaltigen Materialien und mit einer Photovoltaik-
Fassade errichtet wird. „Hier wird ein Bauwerk realisiert, das den Ruf der
Hochschule Coburg als Vorzeige-Hochschule festigt: ein nächster wichtiger
Schritt zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Coburg.“

Das neue Gebäude dient den Forschungsaktivitäten der Hochschule Coburg auf
dem Gebiet künstlicher Intelligenz, die im neuen Institut Center for
Responsible Artificial Intelligence (CRAI) gebündelt werden. Zu KI
geforscht wird an der Hochschule unter anderem bereits in den Feldern
Sprachverarbeitung, multimodale virtuelle Realität und Cyber-Security oder
auch zum autonomen Fahren. Im Projekt Shuttle Modell Region Oberfranken 2
wird beispielsweise erforscht, wie autonome Fahrzeuge auch unter
schlechten Wetterverhältnissen sicher fahren können. Ein weiteres Beispiel
ist das Projekt GENESIS. Hier wird daran gearbeitet, KI-gestützt unter
anderem die Erkennung von Einbrüchen in Unternehmensnetze besser zu
erkennen und geeignet zu reagieren. Neu ist das Projekt Kick-PV im Bereich
Photovoltaik, bei dem es darum geht, mit Hilfe von KI die Erzeugung von
Strom aus erneuerbarer Energie zu optimieren.

Labore und Raum für Austausch

Im CRAI wird es mehrere Labore geben. Geplant sind unter anderem: ein
Labor für Natural Language Processing, inklusive neuronaler
Sprachmodellierung, die in letzter Zeit aufgrund OpenAIs „ChatGPT“ einer
breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, ein Labor für Data Stream Mining,
ein Labor für KI-gestützte Qualitätssicherung, ein Labor für KI-gestützte
multimodale Mensch-Maschine-Interaktion und ein Labor für erklärbare und
verantwortungsvolle KI im Versicherungsbereich. In den Laboren werden
sowohl Gruppen von Studierenden als auch wissenschaftliche Mitarbeitende
arbeiten können.

Die Professoren Prof. Dr. Jens Grubert, Prof. Dr. Dieter Landes und Prof.
Dr. Jochen Leidner - bisher an verschiedenen Orten der Hochschule tätig –
werden kommendes Jahr mit ihren insgesamt etwa 20 wissenschaftlichen
Mitarbeiter:innen ins CRAI ziehen und gemeinsame Forschungsprojekte
voranbringen – auch mit weiteren Kolleg:innen aus anderen Disziplinen wie
beispielsweise Prof. Dr. Mirko Kraft, der sich an der Fakultät
Wirtschaftswissenschaften intensiv mit Potenzialen der KI für die
Versicherungswirtschaft und allgemein mit Chancen und Risiken von KI
beschäftigt. Auch (internationale) Gastwissenschaftler:innen und
Studierende mit Abschlussarbeiten im Bereich KI sollen im CRAI temporär
arbeiten können. Hochschulpräsident Gast freut sich darauf: „Es
erleichtert den Austausch mit regionalen, nationalen und internationalen
Institutionen als Partner in der KI-Forschung.“

Podcast

Arbeitsplätze, Sicherheit und insgesamt Chancen und Risiken der
Technologie: Einen brandneuen Podcast der Hochschule Coburg zum Thema „KI
– Freund oder Feind“ gibt es jetzt auf den gängigen Kanälen:

Spotify: https://open.spotify.com/episode/773QTruz3WGNMf2vZxYjPk

Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/ki-freund-oder-
feind/id1698319018?i=1000621639105

Amazon: https://music.amazon.de/podcasts/90443041-3fff-439a-b81f-
3a2d3fb4a9c6/episodes/2eb010da-19f8-43d3-8e53-2e5987328072/inside-coburg-
ki-freund-oder-feind

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Bachelorarbeit über Geflüchtete mit Behinderung gewinnt IU Diversity Award

Katharina Babl - Gewinnerin des IU Diversity Awards
Katharina Babl - Gewinnerin des IU Diversity Awards

Katharina Babl erhält den IU Diversity Award für ihre Bachelorarbeit über
die Versorgung geflüchteter Menschen mit Behinderung aus der Ukraine.

Der IU Diversity Award, der von der IU Internationalen Hochschule (IU)
zwei Mal pro Jahr für herausragende Abschlussarbeiten verliehen wird, geht
im ersten Halbjahr 2023 an Katharina Babl. Die Absolventin im Studiengang
Soziale Arbeit befasst sich in ihrer Bachelorarbeit mit der strukturellen
Versorgung geflüchteter Menschen mit Behinderung. Dafür hat sie mit
Betroffenen aus der Ukraine im Landkreis Traunstein gesprochen und
untersucht, wie Flüchtlinge mit Behinderung identifiziert werden und
gleichzeitig sichergestellt wird, dass diese in Deutschland die passende
Unterstützung erhalten und an die richtigen Beratungsstellen vermittelt
werden.

„Die Jury hat dieser Arbeit den Preis verliehen, da sie ein aktuelles und
sehr sensibles Thema aus mehreren Diversitätsperspektiven beleuchtet.
Katharina hat uns in ihrer Thesis mit ihrer systematischen
Herangehensweise und der Ableitung von umsetzbaren Handlungsempfehlungen
überzeugt,“ so Nicola Schmidt-Geheb, Gleichstellungs- und
Diversitätsbeauftragte an der IU.

Die IU-Studierende arbeitet als Werkstudentin bei dem Bayerischen Roten
Kreuz, Körperschaft des öffentlichen Rechts im Kreisverband Traunstein,
und unterstützt dort unter anderem in der Flüchtlingshilfe.

„Durch meine Arbeit bin ich auf eine Studie aufmerksam geworden, die
zeigt, dass noch zu wenig getan wird für Flüchtlinge mit Behinderung. Es
gibt zwar Gesetze und Vorschriften, wie mit diesen Menschen umgegangen
werden muss, doch die Auflagen werden teilweise gar nicht beachtet. Ein
Grund dafür ist zum Beispiel, dass so viele Flüchtlinge auf einmal kamen
und die Behörden damit überfordert sind. Dann wollte ich es genauer wissen
und habe mit Betroffenen aus meiner Heimat gesprochen. Und so ist die Idee
entstanden, das Ganze wissenschaftlich zu untersuchen und meine
Bachelorarbeit darüber zu schreiben,“ sagt Katharina Babl.

Die gelernte Augenoptikerin entschied sich nach ihrer Ausbildung für ein
berufsbegleitendes Fernstudium in Sozialer Arbeit an der IU und plant,
ihren Master ab Herbst 2023 zu machen. „Auf jeden Fall wird es wieder ein
Fernstudium“, so Katharina. „Im Fernstudium habe ich besonders geschätzt,
dass ich nicht zum Campus fahren musste und auf keine Termine angewiesen
war. Ich konnte alle Prüfungen mit kurzfristigen Anmeldefristen sehr
flexibel ablegen. Also alles in meinem eigenen Tempo machen, wo und wann
ich will.“

Nach ihrem offiziellen Bachelor-Abschluss wird Katharina Babl bei ihrem
bisherigen Arbeitgeber den Bereich Wohnberatung und die Fachstelle für
pflegende Angehörige übernehmen. In ihrer neuen Position hat die IU-
Absolventin bereits viele Pläne. So wird sie sich in ihren Projekten vor
allem für bessere Strukturen und ein vielseitigeres Angebot für pflegende
Angehörige im Landkreis Traunstein einsetzen.

ÜBER DEN IU DIVERSITY AWARD
Die IU Internationale Hochschule verleiht den IU Diversity Award seit 2018
zweimal pro Jahr. Die Jury besteht aus einem zehnköpfigen Team von
Mitarbeitenden aus der Lehre, dem Prüfungsamt, der Gleichstellung und
anderen Fachabteilungen. Studierende der IU aus Deutschland sowie aus dem
internationalen Raum haben die Möglichkeit, ihre Bachelor- oder
Masterarbeit einzureichen. Der IU Diversity Award soll einen Beitrag dazu
leisten, die öffentliche Wahrnehmung für das Forschungsfeld Diversität zu
erhöhen und ist mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro dotiert. Weitere
Informationen zu Diversity- und Inklusionsmaßnahmen der IU finden Sie
unter: https://www.iu.de/hochschule/diversity-und-gleichstellung/

ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE
Mit über 100.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU)
die größte Hochschule in Deutschland. Die private, staatlich anerkannte
Bildungseinrichtung mit Hauptsitz in Erfurt versammelt unter ihrem Dach
mehr als 200 Studienprogramme im Bachelor- und Masterbereich, die in
deutscher oder englischer Sprache angeboten werden. Studierende können
zwischen dualem Studium, Fernstudium und myStudium, das Online- und
Präsenzveranstaltungen kombiniert, wählen und mithilfe einer digital
gestützten Lernumgebung ihr Studium selbstbestimmt gestalten. Zudem
ermöglicht die IU Weiterbildungen und fördert die Idee des lebenslangen
Lernens. Ziel der Hochschule ist es, möglichst vielen Menschen weltweit
Zugang zu personalisierter Bildung zu verschaffen. Im Jahr 2000 hat die IU
ihren Betrieb aufgenommen, inzwischen ist sie in mehr als 30 deutschen
Städten vertreten. Sie kooperiert mit über 15.000 Unternehmen und
unterstützt sie aktiv bei der Entwicklung ihrer Mitarbeitenden. Zu den
Partnern gehören unter anderem Motel One, VW Financial Services und die
Deutsche Bahn. Weitere Informationen unter: https://www.iu.de

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Hans-Messer-Preis 2022: Lane Risk Assessment sowie Bemessungsdiagramme für Bodenplatten

(v.l.) Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Prof. Dr.-Ing. Michael Horstmann, Preisträger Leon Morlock, Ulrich Caspar, Preisträgerin Rebecca Koblitz und Stefan Messer.  Goetzke Photographie  IHK Frankfurt am Main
(v.l.) Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Prof. Dr.-Ing. Michael Horstmann, Preisträger Leon Morlock, Ulrich Caspar, Preisträgerin Rebecca Koblitz und Stefan Messer. Goetzke Photographie IHK Frankfurt am Main

Auszeichnung der IHK Frankfurt für herausragende Studienleistungen an der
Frankfurt UAS geht an Rebecca Koblitz und Leon Morlock

Ausgezeichnete Abschlussarbeiten an der Frankfurt University of Applied
Sciences (Frankfurt UAS) mit hohem Nutzen für die Praxis: Rebecca Koblitz,
Absolventin des Master-Studiengangs Global Logistics, und Leon Morlock,
Absolvent des Bachelor-Studiengangs Bauingenieurwesen, erhielten den Hans-
Messer-Preis 2022. Die Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK)
verleiht den Preis seit 1990 als Anerkennung für herausragende Studien-
und Prüfungsleistungen an Studierende der Frankfurt UAS. Er ist mit
jeweils 3.000 Euro dotiert. Beiden Preistragenden bescheinigen ihre Prüfer
ein außergewöhnlich hohes Niveau ihrer Abschlussarbeiten, was jeweils mit
der Bestnote 1,0 belohnt wurde.

„Die anwendungsorientierte Lehre ist für uns als Hochschule für Angewandte
Wissenschaft ein ebenso wichtiges Anliegen, wie die enge Verzahnung von
Wirtschaft und Forschung. Wir danken der IHK Frankfurt, dass sie die
hiermit verbundenen, herausragenden Leistungen unserer Studierenden
alljährlich mit dem Hans-Messer-Preis würdigt“, so Prof. Dr. Kai-Oliver
Schocke, Präsident der Frankfurt UAS. „Rebecca Koblitz und Leon Morlock,
denen ich herzlich zur Auszeichnung gratuliere, haben mit ihren Arbeiten
grundlegende Lösungen für die Herausforderungen der Praxis erarbeitet und
damit einen wichtigen Beitrag für den Transfer theoretischen Wissens in
die Wirtschaft geleistet.“

„Die Industrie- und Handelskammer möchte mit diesem Preis die Stärke von
FrankfurtRheinMain als Wissensregion hervorheben. Es ist ein wesentlicher
Standortfaktor, dass Wirtschaft, Forschung und Lehre hier eng verbunden
sind und kooperieren. Was könnte hierfür ein besserer Beleg sein, als von
Unternehmen in die Praxis umsetzbare sowie wissenschaftlich exzellente
Abschlussarbeiten der Studentinnen und Studenten“, sagte Ulrich Caspar,
Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Das Vorantreiben von Innovationen
auf allen Ebenen ist zukunftsentscheidend für unsere Wirtschaft, der
Austausch mit der Wissenschaft ist dafür zentral.“

Pharma Lane Risk Assesment
Die Welt von heute sieht sich mit einer zunehmend fragmentierten und
komplexen Lieferkette (Supply Chain; SC) konfrontiert, deren Lieferanten
und Produktionsstätten über den ganzen Globus verteilt sind. Diese
Entwicklung könnte die Risiken bei der Handhabung und dem Transport, etwa
innerhalb der SC von Pharmaprodukten, erhöhen. In ihrer ausgezeichneten
Master-Arbeit hat Rebecca Koblitz aus Kelsterbach untersucht, welches
Instrument zur Risikobewertung (Lane Risk Assessment; kurz LRA) in der
Planung von dem Transport von pharmazeutischen Produkten am besten für das
Unternehmen DACHSER geeignet wäre, und wie dieses in die bestehenden
Prozesse des Unternehmen integriert werden könnte. Die Arbeit mit dem
Titel „Pharma Lane Risk Assessment. Provider Analysis in Cooperation with
DACHSER Air & Sea Logistics“ betreute Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-
Oliver Schocke, Professor für Logistik und Produktionsmanagement.

Bemessungsdiagramme für maximale Abmessungen von Bodenplatten unter
zentrischem Zwang
Wenn Untergeschosse gegen von außen anstehendes Wasser durch die
Betonkonstruktion allein und ohne zusätzliche äußere Abdichtung geschützt
werden, spricht man von wasserundurchlässigen Betonbauwerken. Deren
Planung ist zwar ein alltägliches, aber auch komplexes Themengebiet
innerhalb des Bauingenieurwesens, das in der Praxis immer wieder zu
Problemen führt, wenn doch Wasser durch Risse in das Bauwerk eindringt.
Vielen Praktikerinnen und Praktikern bereitet die Einschätzung der
vorwiegend aus Temperaturänderungen entstehenden Zwangsspannungen
Probleme, da sie nicht in Tabellen ablesbar sind, sondern tiefere
Kenntnisse der Baustofftechnologie und der Tragwerksplanung erfordern.
Bereits einige Tage nach dem Betonieren entstehen Temperaturänderungen im
Betonbauteil, da beim Abbinden des Betons (Hydratation) entstehende Wärme
wieder aus dem Bauteil abfließt. Hieraus entstehende zentrische
Zwangsspannungen führen zu Trennrissen in Bodenplatten, durch die Wasser
eindringen kann. In seiner prämierten Bachelor-Arbeit entwickelte Leon
Morlock aus Trier sogenannte Bemessungsnomogramme,  die es
Bauingenieurinnen und -ingenieuren ermöglichen, in einem schnellen
grafischen Verfahren rissfreie Bodenplattenlängen für zentrischen Zwang
aus abfließender Hydratationswärme für unterschiedliche
Baugrundverhältnisse und Betonzusammensetzungen zu ermitteln. Hierzu waren
komplexe Zusammenhänge und vielfältige Einflussparameter durch
ingenieurmäßige Vereinfachungen auf ein einfach handhabbares Verfahren zu
reduzieren. Die Arbeit mit dem Titel „Bemessungsdiagramme für maximale
Abmessungen von Bodenplatten unter zentrischem Zwang“ („Design diagrams
for maximum dimensions of floor slabs with axial constraint forces“)
betreute Prof. Dr.-Ing. Michael Horstmann, Professor für Massivbau und
konstruktiven Ingenieurbau.

Hans-Messer-Preis
Der Hans-Messer-Preis wird seit 1990 jährlich zu Ehren des langjährigen
IHK-Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hans Messer vergeben, um den
Know-how-Transfer zwischen Unternehmen und Hochschulen weiter zu
intensivieren.

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Stark-Watzinger: „Auch Forschungspolitik braucht mehr Herz“

Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger MdB zu Besuch bei der Herzstiftung  Deutsche Herzstiftung
Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger MdB zu Besuch bei der Herzstiftung Deutsche Herzstiftung

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger beim Besuch der
Deutschen Herzstiftung: Forschung ein „entscheidender Treiber“ für bessere
medizinische Versorgung herzkranker Menschen / Unabhängige Institutionen
wie Herzstiftung „wichtige Säulen“ für Deutschlands Forschung

(Frankfurt a. M., 24. Juli 2023) Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch
immer die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit über 340.000
Verstorbenen im Jahr 2021 sind sie die Ursache für ein Drittel (33 %)
aller Sterbefälle. Neben der Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit
durch Prävention sind Früherkennung und Therapie weitere wichtige
Maßnahmen, kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzudrängen. Welche Rolle
spielt aktuell und in Zukunft die Forschung, wenn es darum geht, die
Krankheitslast und Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in
Deutschland einzudämmen und die Versorgung Millionen herzkranker
Patientinnen und Patienten zu verbessern? Und wie kann die Deutsche
Herzstiftung als Forschungsförderinstitution die Politik in Wissenschaft
und Forschung im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen?
Über diese und viele weitere Fragen tauschte sich die
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger MdB (FDP) beim Besuch
der Deutschen Herzstiftung in der Frankfurter Geschäftsstelle mit der
Vorsitzenden des Kuratoriums Silke Lautenschläger, Staatsministerin a. D.,
und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Thomas Voigtländer aus.
„Exzellente, patientennahe Forschung ist ein entscheidender Treiber für
eine bessere medizinische Versorgung herzkranker Menschen“, erklärte
Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger bei ihrem Besuch. Dazu brauche
es Impulsgeber auch aus nicht-staatlichen Organisationen wie zum Beispiel
die Herzstiftung. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung medizinischer
Verfahren in Diagnose, Therapie und Nachsorge ermöglicht es, Herz-
Kreislauf-Erkrankungen frühzeitiger zu erkennen und bestmöglich zu
behandeln – und letztlich auch nachhaltig zu verhindern“, so Stark-
Watzinger.

Enger Austausch mit der Politik für bessere Versorgung von Herzpatienten
Als größte Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-
Erkrankungen mit über 100.000 Mitgliedern ist die Deutsche Herzstiftung
Anlaufstelle Nummer eins für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sowie deren Angehörige. Mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen
Stiftung für Herzforschung ist sie zudem wichtige Förderinstanz auf diesem
Gebiet: Allein im Jahr 2022 stellte sie ein Fördervolumen von 5,17
Millionen Euro zur Verfügung. „Für die Deutsche Herzstiftung ist der
Besuch der Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger eine große
Ehre“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Herzstiftung, Prof. Dr. Thomas
Voigtländer, zur Begrüßung der Bundesministerin. „Verbesserungen für die
Versorgungssituation von herzkranken Menschen sind notwendig. Dafür treten
wir als Patientenorganisation und Forschungsinstitution in engen Austausch
mit der Politik und bieten an, unter anderem bei Fragen zur Förderung von
Grundlagen- und klinischer Forschung in der Herzmedizin zur Verfügung zu
stehen. Das Gleiche gilt auch bei Bildungsthemen wie Laienreanimation oder
Prävention an Schulen.“

Stärkung nationaler Herz-Kreislauf-Initiative
Für ein gemeinsames strategisches Vorgehen im Bündnis steht die Nationale
Herz-Allianz (NHA) mit dem Ziel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr in den
Fokus der Wahrnehmung der Bevölkerung und der strategischen Planungen der
Politik zu bringen. „Wir machen uns in diesem Bündnis für mehr Vernetzung
auf nationaler und europäischer Ebene stark und für konzertierte, weil so
wirksamere Aktivitäten zur Eindämmung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“,
betonte Gastgeberin Silke Lautenschläger, Kuratoriumsvorsitzende der
Deutschen Herzstiftung, bei der Vorstellung der NHA. Enormen Bedarf für
eine nationale Herz-Strategie sehe man, so Lautenschläger, angesichts der
hohen Krankheitslast durch Herzkrankheiten mit über 1,5 Millionen
Krankenhauseinweisungen pro Jahr, in der Früherkennung und Prävention.
Potenziale sehe man u. a. in der personalisierten Präventionsmedizin etwa
mit Hilfe digitaler Technologie wie Künstlicher Intelligenz (KI) und in
der Stärkung der kardiovaskulären Forschung.

Unabhängige Patientenorganisationen wie die Deutsche Herzstiftung seien
für eine Stärkung der Patientenorientierung und als Stimme der
Herzpatienten in einer solchen nationalen Herz-Kreislauf-Initiative
unverzichtbar, so Stark-Watzinger. Zudem seien sie als Förderinstanzen in
der Herz-Kreislauf-Forschung in Deutschland „wichtige Säulen“.
Abschließend plädierte die Bundesforschungsministerin für einen noch
stärkeren Fokus in der Politik auf das Zentralorgan Herz: „Auch
Forschungspolitik braucht mehr Herz.“
(Wi)

Bettina-Stark-Watzinger MdB (FDP) ist Bundesministerin für Bildung und
Forschung und bereits seit 2017 für die FDP im Bundestag. Außerdem ist sie
die FDP-Landesvorsitzende in Hessen. Sie war zudem lange Jahre in
Wissenschaftseinrichtungen tätig

Prof. Dr. Thomas Voigtländer ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Der Kardiologe und Intensivmediziner ist am
Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main tätig
und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses in
Frankfurt.

Silke Lautenschläger, Staatsministerin a. D., ist Vorsitzende des
Kuratoriums der Deutschen Herzstiftung. Von 2001 bis 2010 war sie
Hessische Ministerin – zunächst für Gesundheit und Soziales, später für
Umwelt und Verbraucherschutz. Außerdem war sie lange Jahre als Vorstand
einer privaten Krankenversicherung im In- und Ausland tätig

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