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PM: Kinderintensivmediziner: Versorgungssituation schwer kranker Kinder unverändert kritisch

„Wir werden genau die gleichen oder noch größere Probleme in diesem Winter
bekommen, wie im vergangenen!“ Diese Worte von DIVI-Präsident elect und
Kinderintensivmediziner Prof. Florian Hoffmann sind alarmierend. Und das
sollen Sie auch sein. Nach einer Pressekonferenz der DIVI im vergangenen
Dezember war Gesundheitsminister Lauterbach den Pädiatern noch unmittelbar
mit Notfallplänen in der katastrophalen Situation während der RS-
Viruswelle beigesprungen. In der Krankenhausreform sind Sonderbudgets in
Aussicht gestellt. „Was aber ist mit diesem Winter?“, fragt Dr. Ellen
Heimberg, stellvertretende Sprecherin der Sektion Pädiatrische Intensiv-
und Notfallmedizin der DIVI.

„Wir sind nicht vorbereitet!“ Die Oberärztin der Interdisziplinären
Pädiatrische Intensivstation am Universitätsklinikum Tübingen berichtet
über eine weitere Verschlechterung der pflegerischen Personalsituation auf
den Kinderintensivstationen, was sogar außerhalb der Infektwellen im
Sommer zu massiven Engpässen führt. Auch Hoffmann in München kann kaum
freie Betten bieten. Die Versorgungssituation kritisch kranker Kinder
verschärft sich weiter. Ein Weckruf in den Sommerferien!

Über den gesamten Winter hinweg war die Situation prekär. Ad-hoc-
Befragungen der DIVI-Sektion unter den pädiatrischen Intensivstationen in
ganz Deutschland hatten die Bettensituation bis März an insgesamt sieben
zufällig gewählten Zeitpunkten abgefragt. „Die Studie ist noch
unveröffentlicht, deshalb können wir hier derzeit noch keine konkreten
Ergebnisse nennen“, erklärt Dr. Ellen Heimberg. Im September erwartet sie
hierzu sprechfähig zu sein. Doch bis zum Herbst warten, um auf die
unverändert prekäre Situation der pädiatrische Intensiv- und
Notfallmedizin aufmerksam zu machen, wäre unverantwortlich, sagt sie.

Im Sommer am Limit. Im Winter überrollt?

Im Frühjahr noch waren Hoffmann und Heimberg vorsichtig optimistisch.
„Vielleicht waren wir nach dem Abflauen der RS-Viruswelle zu erleichtert,
dass wir wieder nur den bekannten Mangel verwalten mussten“, überlegt
Hoffmann. Allerdings zeigt sich die Situation nun auch im Sommer deutlich
angespannt. „Vergangene Nacht war ich als Kindernotarzt im Einsatz“,
berichtet deshalb auch Prof. Florian Hoffmann, um die Situation plakativ
vor Augen zu führen. „In der Großstadt München waren alle Kinderkliniken
abgemeldet. Kleine Notfallpatienten, die dringend in die Klinik mussten,
hatte ich aber zahlreiche. Dann bleibt einem als Notarzt nur übrig, die
bereits voll belegten Maximalversorger trotzdem anzufahren. Irgendwie
werden die Notfall- und Intensivteams dem Kind dann schon helfen.“ Optimal
sei das selbstverständlich ganz und gar nicht.

Im Sommer kaum freie Betten zu haben, sei eine neue Situation. So habe man
bisher im Sommer immer etwas Platz auf den Stationen gehabt. „Aber jetzt
sehen wir noch einmal eine Verschärfung des Personalmangels und eine
entsprechend prekäre Versorgungssituation“, resümiert Sektionssprecherin
Heimberg. Der Personalmangel führe ganzjährig zu relevanten
Bettensperrungen. Wenn man aber im Sommer bereits am Limit sei, so
fürchten die Kinderintensivmediziner, werde man im Winter überrollt.

DIVI wiederholt Forderungen aus dem letzten Winter

So wiederholt die DIVI heute die bereits im Winter ausgesprochenen
Forderung. Kurzfristig könnten vor allem überregionale Strukturen und
Netzwerke die Situation verbessern. So fordert die Fachgesellschaft:

1.      Den Aufbau telemedizinischer Netzwerke für den Austausch der
behandelnden Teams untereinander, um allen Kindern die gleiche
Versorgungsqualität zukommen lassen zu können.
2.      Den Aufbau von spezialisierten Kinderintensivtransport-Systemen,
um Kinder sicher und von Kinderexperten begleitet zu transportieren.

Langfristig gesehen brauche man:

1.      Optimierung der Ausbildungsbedingungen, d.h. Kinderkliniken müssen
verpflichtet werden, Kinderkrankenpfleger auszubilden. Diese Mehrkosten
der Ausbildung müssen über die Kostenträger refinanziert werden.
2.      Optimierung der Arbeitsbedingungen durch Ausfallskonzepte, d.h.
geplante Freizeit bleibt Freizeit und Urlaub bleibt Urlaub.
3.      Optimierung der Arbeitsbedingungen durch bezahlte Fortbildung in
der Arbeitszeit
4.      Optimierung der Arbeitsbedingungen durch Entlastung von
pflegefernen Aufgaben (MFA, Pflegeassistenz, Hostessen, Reinigungskräfte)
5.      Pflegekräfte müssen es sich leisten können, dort zu wohnen, wo sie
arbeiten. Die DIVI fordert deshalb eine deutlich bessere Bezahlung der
Pflegekräfte.

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Jeder fünfte Mann gegen „Equal Pay“ im Fußball Umfrage zur Bezahlung des Nationalteams der Frauen

Soll das Fußball-Nationalteam der Frauen die gleichen Prämien bekommen wie das der Männer? Jeder fünfte Mann ist einer aktuellen Umfrage zufolge dagegen: 21,8 Prozent fänden es schlecht, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) „Equal Pay“ einführen würde – nur 5,1 Prozent der Frauen bewerten das auch so. Während sich von ihnen 63,8 Prozent für die gleiche Bezahlung aussprechen, sind es bei den Männern mit 43,3 Prozent deutlich weniger.

 

Insgesamt befürwortet eine knappe Mehrheit von 51,4 Prozent „Equal Pay“, 15,2 Prozent lehnen den Vorschlag ab. 18,9 Prozent sind unentschlossen, 14,4 Prozent haben keine Meinung. An der Abstimmung auf der Voting-Plattform „FanQ“ beteiligten sich 5.426 Personen.

 

„Für die Förderung des Frauenfußballs ist es wichtig, Rückhalt von allen Geschlechtern und gesellschaftlichen Gruppierungen zu erhalten. Daher ist die von uns ermittelte Diskrepanz bei der Bewertung des Equal Pay zwischen Frauen und Männern kein ermutigender Befund“, kommentiert Prof. Dr. Axel Faix. Er lehrt am Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Dortmund mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung und ist Vorsitzender im Wissenschaftlichen Beirat von „FanQ“.

 

„Man darf den Effekt eines Equal Pay auf der Ebene der Nationalmannschaften für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs insgesamt nicht überschätzen, denn auch die allgemeinen Bedingungen für Fußballspielerinnen in den oberen Ligen in Deutschland sind vielfach noch ungünstig“, so Axel Faix. Aber als Maßnahme, die Wertschätzung vermittelt und dazu beiträgt, langfristig Mädchen und Frauen für diesen Sport zu begeistern, sei Equal Pay mit von Bedeutung.

 

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Neues Whitepaper ruft Unternehmen zum Engagement gegen Desinformation und Hassrede auf

”Klare Kante gegen Desinformation und Hate Speech! Wie Unternehmen
Verantwortung übernehmen und dabei auch ihr Geschäft schützen” ist der
Titel eines neuen Whitepapers der Corporate Digital Responsibility-
Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Mitautor ist Prof. Dr. Dr.
Alexander Brink, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und
Unternehmensethik an der Universität Bayreuth. Das Whitepaper der 2018
gegründeten CDR-Initiative appelliert an Unternehmen aller Größenordnungen
und Branchen, sich aktiv gegen Desinformation und Hate Speech zu
engagieren, und zeigt konkrete Handlungsoptionen auf.

Erklärtes Ziel der CDR-Initiative ist es, digitale Verantwortung zu einer
Selbstverständlichkeit für Unternehmen aller Branchen werden zu lassen.
Mit ihrem Whitepaper rückt sie erstmals die ungelöste Problematik der
vorsätzlichen Verbreitung von Fake News und Hass im Internet in den Fokus.
Die Veröffentlichung benennt eindringlich die destruktiven Auswirkungen
auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik und macht deutlich, dass
Unternehmen allein schon im eigenen Geschäftsinteresse nicht in einer
passiven Beobachterrolle verharren sollten. Das Paper bietet eine
systematische Übersicht über mögliche Vorgehensweisen bei der aktiven
Bekämpfung von Desinformation und Hate Speech. Am Beispiel vier großer
Unternehmen, die der CDR-Initiative als Mitglieder angehören, wird
gezeigt, wie ein erfolgreiches Engagement konkret aussehen kann.

„Die Verbreitung irreführender Botschaften zwecks Täuschung und sozialer
Spaltung bedroht durch ihr Ausmaß und ihre Dynamik zunehmend auch die
gewerbliche Wirtschaft. Zumindest mittelbar ist jedes Unternehmen heute
von dieser Entwicklung betroffen. Wie unser Whitepaper deutlich macht,
gibt es sehr verschiedene, in Umfang und Intensität abgestufte
Möglichkeiten, wie Unternehmen gegen Desinformationen und Hate Speech
vorgehen können. Ein erster wichtiger Schritt ist es in jedem Fall, sich
dieser dunklen Seite der Digitalisierung bewusst zu werden und
entsprechend dem eigenen Wertekanon eine klare ethische Position zu
beziehen“, erklärt Brink, der die CDR-Initiative wissenschaftlich
begleitet und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz zu Fragen der Digitalverantwortung berät.

Für viele Unternehmen wird es in Zukunft sinnvoll oder sogar notwendig
sein, durch interne Strategien und Maßnahmen die eigene Widerstandskraft
gegenüber Fake News und Hassrede zu stärken. Zahlreiche Institutionen
bieten dafür Informationen und praktische Unterstützung an, die speziell
auf Unternehmen zugeschnitten sind. Das Whitepaper fasst wichtige
Informationsquellen und Anlaufstellen in einem „Ressourcenatlas“ zusammen.
Wie Umfragen belegen, sind in jüngster Zeit auch die Erwartungen der
Öffentlichkeit an das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen enorm
gestiegen. „Wenn Unternehmen über die Stärkung der eigenen Resilienz
hinaus auch in ihrer externen Kommunikation klare Kante zeigen und dadurch
Dialog und Solidarität fördern, leisten sie einen wertvollen Beitrag für
unsere Gesellschaft. Langfristig wird dieser Beitrag, der das Ansehen von
Unternehmen in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen festigt, auch dem
eigenen wirtschaftlichen Erfolg zugutekommen können“, sagt Brink.

Der Bayreuther Unternehmensethiker weist darauf hin, dass digitale
Verantwortung nicht allein durch ethische Normen und moralische Appelle
definiert ist. Zunehmend finden die Begriffe „Desinformation“ und „Hate
Speech“ auch in die Gesetzgebung Eingang, wodurch sie einen konkreten
justiziablen Gehalt gewinnen. Ein Beispiel ist der Digital Services Act,
der ab dem 17. Februar 2024 in allen Mitgliedstaaten der EU gelten wird.
Er soll einen sicheren digitalen Raum schaffen, in dem die Grundrechte
aller Nutzer*innen digitaler Dienste geschützt sind. Zugleich soll dieser
europäische Rechtsrahmen gewährleisten, dass in der digitalen Welt gleiche
Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen gelten.

„Viel zu oft bietet der digitale Raum Nährboden für Desinformation und
Hassrede. Die Folgen sind ernst: Die Betroffenen sind belastenden, teils
lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt, und die Spaltungslinien in der
Gesellschaft werden verschärft. Auch Unternehmen sind hier gefordert, sich
gegen Desinformation und Hassrede zu engagieren. Die in der CDR-Initiative
des BMUV aktiven Unternehmen haben eine Handreichung mit Beispielen aus
ihrer unternehmerischen Praxis erarbeitet, um andere Unternehmen
anzuregen, auch ‚klare Kante gegen Desinformation und Hassrede‘ zu
zeigen“, erklärt Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz,
nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Über die CDR-Initiative

Die Corporate Digital Responsibility-Initiative wurde im Mai 2018 vom
damaligen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gemeinsam
mit ausgewählten Unternehmen ins Leben gerufen. Im Dezember 2021 ging die
Zuständigkeit auf das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) über. Die Initiative will vor
allem Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft dazu motivieren, die
Digitalisierung menschen- und werteorientiert zu gestalten. Die Mitglieder
der Initiative zeichnen sich durch besonderes Engagement im Bereich CDR
aus und entwickeln sich in diesem Bereich stetig weiter.

Seit dem Frühjahr 2023 unterhält die CDR-Initiative eine eigene
Geschäftsstelle. Diese wird von Prof. Dr. Dr. Alexander Brink gemeinsam
mit der concern GmbH, einer Ausgründung aus dem Bayreuther Studienprogramm
Philosophy & Economics, und mit ConPolicy – Institut für
Verbraucherpolitik betrieben.

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HERZKRANK? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!

Herzwochen 2023 der Deutschen Herzstiftung - Bundesweite
Aufklärungskampagne startet am 1. November

Für Ihre Programmplanung und zur Vorbereitung Ihrer Leser, Zuschauer u.
Hörer auf Deutschlands größte Aufklärungsaktion zu Herz-Kreislauf-
Erkrankungen.

In Deutschland sterben Jahr für Jahr schätzungsweise 65.000 Menschen am
plötzlichen Herztod, bei dem es für Betroffene scheinbar aus heiterem
Himmel zu einem Herzstillstand kommt. Häufig liegt einem solchen Ereignis
allerdings eine langjährige koronare Herzkrankheit (KHK) zugrunde, die
nicht erkannt oder ausreichend beachtet wurde. Expertenschätzungen zufolge
haben immerhin rund sechs Millionen Menschen in Deutschland eine KHK, die
wiederum durch Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes,
Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) entsteht. Hinzu kommen noch
weitere Herzleiden sowie eine genetische Veranlagung, die ebenfalls das
Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöhen. Unmittelbarer Auslöser ist
fast immer eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, durch die der
Kreislauf innerhalb kürzester Zeit zusammenbricht und das Herz stehen
bleibt. Entsprechend groß ist die Verunsicherung bei Patienten mit
Herzrhythmusstörungen und bei Menschen, die Unregelmäßigkeiten ihres
Herzschlags wahrnehmen. Der plötzliche Herztod ist selten ein
schicksalhaftes Ereignis, vor dem es kein Entrinnen gibt.

Deshalb informiert die Deutsche Herzstiftung in den bundesweiten
Herzwochen 2023 (1.-30. November) unter dem Motto „HERZKRANK? Schütze Dich
vor dem Herzstillstand!“ in zahlreichen kostenfreien Präsenz- und Online-
Veranstaltungen, Herzseminaren, Gesundheitstagen, in Broschüren und
Faltblättern sowie mit Podcasts und Video-Clips über
<www.herzstiftung.de/herzwochen> wie Vorbeugung, frühzeitiges Erkennen und
die konsequente Behandlung von Herzerkrankungen helfen, das Risiko auf ein
Minimum zu reduzieren, dass das Herz plötzlich stillsteht.

Ab Mitte Oktober sind Veranstaltungstermine unter www.herzstiftung.de
abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128-333. Tipp: Wer
nichts zu den Herzwochen verpassen will, kann unter
<www.herzstiftung.de/newsletter> den kostenfreien Herzstiftungs-Newsletter
abonnieren, der neben Tipps zur Herzgesundheit wichtige Infos zu den
Herzwochen enthält.

Hinweis für Medienvertreter:
Gerne unterstützen wir Sie mit fachlichen Informationen und vermitteln
Ihnen Herzexperten als Interviewpartner. Darüber hinaus stellen wir Ihnen
Service-Angebote für Ihre Berichterstattung zur Verfügung und unterstützen
Sie, bei Telefonaktionen u. Experten-Chats in Radio/TV/Online.

Aktionspartner sind Krankenhäuser, Herzzentren, niedergelassene
Kardiologen, Gesundheitsämter, Krankenkassen, Volkshochschulen, Apotheken
und Betriebe. Es werden eine Vielzahl von Veranstaltungen wie Vorträge,
Seminare, Telefonaktionen und Gesundheitstage zu diesem Thema organisiert.

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