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„Wie sicher ist der Frieden?“

Podium zum Westfälischen Frieden vor 375 Jahren: Wie gelingt eine
belastbare Friedensordnung? Was lässt sich für heute daraus lernen? –
Gesprächsabend des Käte Hamburger Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“
und des Exzellenzclusters am 22. Juni in Münster – Weitere Veranstaltungen
im Jubiläumsjahr geplant

Wie sicher ist der Frieden? Wie lässt er sich nach Jahren des Krieges
erhalten? Die langfristigen Folgen des Westfälischen Friedens vor 375
Jahren und Schlussfolgerungen aus den historischen Ereignissen für heute
diskutieren kommende Woche Forschende auf Einladung des Käte Hamburger
Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“ (EViR) und des Exzellenzclusters
„Religion und Politik“ der Universität Münster. „Was sich nach dem
Friedensschluss vor 375 Jahren wohl viele Menschen fragten, steht
angesichts von Krieg in Europa auch heute im Raum: Wie gelingt es, nicht
nur Frieden zu schließen, sondern ihn auch zu bewahren?“, sagt die
Frühneuzeithistorikerin Ulrike Ludwig zur Ankündigung des Gesprächsabends
„Wie sicher ist der Frieden? Der Westfälische Friede als völkerrechtlicher
Vertrag“ am 22. Juni. „Angesichts unlösbar scheinender Konflikte heute
stellt sich die Frage, wie damals, als die Fronten ähnlich verhärtet
waren, ein Kompromiss gelingen konnte und was wir aus der Betrachtung des
historischen Beispiels womöglich lernen können.“

Der Gesprächsabend beleuchtet die langfristigen Wirkungen des
Friedensschlusses vor 375 Jahren aus historischer, rechts- und
verfassungsgeschichtlicher Perspektive. Es diskutieren die Historikerin
Prof. Dr. Claire Gantet (Fribourg), der Rechtswissenschaftler Prof. Dr.
Christian Hillgruber (Bonn), der Historiker Prof. Dr. Christoph Kampmann
(Marburg) und der Rechtshistoriker Prof. Dr. Peter Oestmann, EViR-Direktor
und Forscher am Exzellencluster. „Wir fragen, wie es nach 30 Jahren Krieg
zu der Einigung kommen konnte, die Europa Frieden und eine neue,
zukunftsweisende Völkerrechtsordnung brachte“, sagt die EViR-Direktorin
und Wissenschaftlerin am Exzellenzcluster Ulrike Ludwig, die den Abend
moderiert.

Der Gesprächsabend findet am 22. Juni von 18 bis 20 Uhr im Auditorium des
LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster statt und ist Teil des
städtischen Jahresprogramms „375 Jahre Westfälischer Frieden“. Eine
Anmeldung ist nicht nötig. Zum Abschluss des Gesprächsabends wird die
Diskussion für das Publikum geöffnet. Interessierte sind anschließend zum
Empfang mit einem kleinen Imbiss eingeladen, bei dem die Gespräche
fortgesetzt werden können.

Ukrainekrieg und Städtegeschichte – Weitere Veranstaltungen im
Friedensjahr

Der Exzellenzcluster beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen am
Programm des Jubiläumsjahres, das rund 300 Veranstaltungen von 50
Institutionen und Bürgerinnen und Bürgern an 41 Orten umfasst. Eine
Übersicht ist unter www.stadt-muenster.de/frieden zu finden.

Wie es nach dem Friedensschluss vor 375 Jahren weiterging, fragt auch eine
internationale Tagung „Den Frieden gewonnen? Städte nach 1648 im
Vergleich“ am 28./29. September. Wie gelang das Zusammenleben nach dem
Krieg in Städten wie Münster, Trier und Utrecht? Zur Tagung im Ratssaal im
Stadtweinhaus lädt der Exzellenzcluster mit dem Stadtarchiv Münster und
dem Institut für vergleichende Städtegeschichte ein.

„Den Frieden gewinnen von 1648 bis heute: Historische Perspektiven auf den
Westfälischen Frieden und unsere Gegenwart“ – zu diesem Symposium lädt das
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Kooperation mit der
Stadt Münster und dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ am 16.
Oktober ins LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ein. Darin soll das
„Frieden Machen“ und seine Geschichte und Gegenwart in zwei Panels und
einer Podiumsdiskussion kritisch beleuchtet werden.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres am 24. Oktober, dem historischen Datum
des westfälischen Friedensschlusses, laden die Städte Münster und
Osnabrück in Kooperation mit der IHK Nord Westfalen, der Stiftung
Westfalen-Initiative und dem Exzellenzcluster zum „Westphalian Peace
Summit“ ins Theater Münster ein. In der mit internationalen Expertinnen
und Experten aus dem globalen Norden und Süden hochkarätig besetzten
Veranstaltung wird es ebenfalls um die Frage gehen, wie sich Kriege
beenden lassen und Frieden bewahren lässt. (fbu/vvm)

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Netzwerke Frühe Hilfen bundesweit etabliert

Nahezu alle Kommunen mit einem Jugendamt in Deutschland haben im Jahr 2020
das Angebot der Familienhebamme oder der Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden vorgehalten. Die Gesundheitsfachkräfte suchen
Familien auf und kümmern sich mit ihnen um die gesunde Entwicklung und
Versorgung von deren Baby oder Kleinkind. Das ist eines der zentralen
Ergebnisse der Kommunalbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen
(NZFH), Die Befragung verdeutlicht darüber hinaus den weiteren
Entwicklungsbedarf in den Frühen Hilfen: So stellten der Mangel an
Fachkräften, aber auch fehlende finanzielle Mittel das größte Hindernis
für den weiteren Ausbau des Angebots dar.

In 97 Prozent der Kommunen in Deutschland mit einem Jugendamt war 2020 das
Angebot der Familienhebamme oder der Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden vorhanden. Die Gesundheitsfachkräfte suchen
Familien auf und kümmern sich mit ihnen um die gesunde Entwicklung und
Versorgung von deren Baby oder Kleinkind. Damit hat sich die
flächendeckende Ausweitung dieses Angebots seit 2013 fortgesetzt. Das ist
eines der zentralen Ergebnisse der Kommunalbefragung des Nationalen
Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), an der sich bundesweit nahezu alle Kommunen
mit einem Jugendamt beteiligt haben.

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Auch in der Zeit nach der Pandemie
bleiben Unterstützungsangebote vor allem für Familien in schwierigen
Lebenslagen wichtig. Daher freue ich mich über die Verbreitung der Frühen
Hilfen in den Kommunen. Das gut ausgebaute Angebot kommt so immer mehr
Familien bundesweit zu gute.“

Prof. Dr. Sabine Walper, Direktorin des Deutschen Jugendinstituts e. V.
(DJI): „Die Kommunalbefragung des NZFH ist ein wichtiges Instrument für
Bund, Länder und Kommunen, um das Erreichen von Entwicklungszielen sowie
den Bedarf an Weiterentwicklung zu erkennen. Auf dieser Grundlage lassen
sich weitere Schritte für die Zukunft der Frühen Hilfen ableiten.“

Die Kommunalbefragungen des NZFH sind seit 2013 wiederholte,
standardisierte Vollbefragungen von Kommunen zum Stand des Auf- und
Ausbaus der Frühen Hilfen in Deutschland. Die aktuellen Daten zeigen, dass
in über 80 Prozent der Kommunen die Corona-Pandemie einen starken Einfluss
auf die Frühen Hilfen hatte. Aufsuchende Angebote mussten während der
Pandemie reduziert werden und in knapp 60 Prozent der Kommunen fielen
Angebote weg, in die Familien vor der Pandemie vermittelt werden konnten.
Gleichzeitig wurden in den meisten Kommunen neue Wege gefunden, um
Familien zu erreichen und zu beraten.

In der Langzeitbeobachtung zeigt sich eine flächendeckende Sicherung und
Ausweitung der zentralen Angebote der Frühen Hilfen: In 97 Prozent der
Kommunen sind in der Regel kostenfreie Eltern-Kind-Gruppen zu finden. 75
Prozent der Kommunen bieten zudem offene Sprechstunden für Eltern an.

Der Einsatz der Gesundheitsfachkräfte ist inzwischen weit verbreiteter
Standard. Hierbei ist der Einsatz von Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegenden mittlerweile ebenso weit verbreitet wie der von
Familienhebammen.

Ein positiver Trend zeichnet sich auch bei den Netzwerken Frühe Hilfen ab:
Im Jahr 2020 gab es in Deutschland 939 Netzwerke Frühe Hilfen. Nur drei
befragte Kommunen hatten kein Netzwerk. Die Zahl der
Netzwerkkoordinierenden ist zwischen 2013 und 2020 um 25 Prozent auf 1.008
Personen gestiegen. Rund Dreiviertel der Personen sind mindestens zwei
Jahre in dieser Funktion tätig.

Die Befragung des NZFH verdeutlicht darüber hinaus den weiteren
Entwicklungsbedarf in den Frühen Hilfen. So stellten der Mangel an
Fachkräften, aber auch fehlende finanzielle Mittel das größte Hindernis
für den weiteren Ausbau des Angebots dar. Bei der Netzwerkkoordination
Frühe Hilfen gaben mit 38 Prozent über ein Drittel der befragten Kommunen
an, dass das Personalvolumen der Netzwerkkoordinierungsstellen nicht
ausreicht. Gleichzeitig fehlten in über der Hälfte der befragten Kommunen
Gesundheitsfachkräfte für eine bedarfsgerechte Versorgung.

Für die NZFH-Kommunalbefragung wurden im Frühjahr 2021 zum Stichtag
31.12.2020 insgesamt 570 Kommunen online befragt. Die Informationen und
Ergebnisse zur Kommunalbefragung stehen unter:
https://www.fruehehilfen.de/forschung-im-
nzfh/implementierungsforschung/kommunalbefragungen/kommunalbefragungen-
ausgewaehlte-ergebnisse/

Nationales Zentrum Frühe Hilfen
Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen
Jugendinstitut e. V. (DJI). Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es unterstützt seit
2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen frühzeitig
zu erkennen, qualitätsgesicherte bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen
und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.

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Forschungsergebnisse „Studie zur Erwachsenenbildung“ - Bericht aus acht Ländern weltweit und Empfehlungen

Erwachsenenbildung ist weltweit ein Bereich innerhalb des Bildungswesens,
der durch sehr unterschiedliche gesellschaftliche und politische
Bedingungen herausgefordert wird. Ein Forschungsprojekt der Universität
Hamburg (Deutschland), der Rutgers University (USA) und der University of
Technology Sydney (Australien) hat den Stand der Erwachsenenbildung in
acht ausgewählten Ländern untersucht: Australien, Brasilien, Indien,
Jordanien, Südafrika, Kirgisistan, Thailand und Ukraine. Die Ergebnisse
aus Expert:innenbefragungen zeigen Bedingungen von der Makro- zur Mikro-
Ebene auf und geben Empfehlungen zur Stärkung des Sektors.

Von August 2022 bis Oktober 2022 wurden Interviews mit 25 Expertinnen und
Experten aus den ausgewählten Ländern geführt und anschließend mit Hilfe
eines Grounded-Theory-Ansatzes ausgewertet. Daraus entstand ein Modell,
das zeigt, wie Faktoren und Akteure auf verschiedenen gesellschaftlichen
Ebenen (Mega-, Makro-, Meso- und Mikroebene) zusammenwirken und
Erwachsenenbildung in unterschiedlichen Kontexten beeinflussen.

Vergleiche auf der Mega-Ebene zeigen, dass übergreifende Themen wie Krieg
und Konflikt, historische und systematische Diskriminierung, Krankheit und
extreme Armut sowie politischer Autoritarismus sowohl als Anstoß als auch
als Hindernis für Erwachsenenbildungs-Aktivitäten wirken.

Eine vergleichende Analyse zeigt, dass Erwachsenenbildung auf der Makro-
Ebene mit wenigen Ausnahmen ein "Stiefkind" des Bildungssektors ist.
Innerhalb der Erwachsenenbildung ziehen formale, zertifizierte Programme,
die sich auf kompensatorische Bildung oder die Entwicklung von
Arbeitskräften konzentrieren, mehr politisches Interesse und Unterstützung
auf sich, während nicht zertifizierte, informelle und nicht-formale
Lerninitiativen kaum mehr als Lippenbekenntnisse erhalten. Dies macht die
Nachhaltigkeit von Erwachsenenbildungsinitiativen, die nicht zu den
anerkannten Programmen gehören, sehr anfällig.

Die Meso-Ebene ist der Ort, an dem die treibende Kraft für die Umsetzung
von Erwachsenenbildung in Politik und Gesetzgebung zu finden ist. Die
Beratung von Regierungen durch demokratisch strukturierte Verbände mit
gewählten Vorsitzenden hat ein größeres Gewicht als die Beratung durch
weniger formell konstituierte Gruppierungen. Ihre Wirksamkeit kann jedoch
durch Faktoren wie fehlende Ressourcen, Finanzierung und Fachwissen
eingeschränkt werden.

Auf der Mikro-Ebene werden informelle und nicht-formale
Erwachsenenbildungsaktivitäten von Unternehmen als betriebliche
Weiterbildung und von kommerziellen Anbietern, Regierungsorganisationen
oder Organisationen der Zivilgesellschaft, die Ausbildungszentren
betreiben, angeboten. Die Aktivitäten auf der Mikroebene sind sehr
flexibel. Ergänzt werden sie durch Aktivistinnen und Aktivisten an der
Basis, die in Gemeinschaften mobilisieren, um auf lokale Probleme und
Bedürfnisse zu reagieren. Zu den Erwachsenenbildungsaktivitäten auf der
Mikroebene gehören beispielsweise die Bewältigung der lokalen Auswirkungen
von Unwettern, die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen und
die Bekämpfung der sexuellen Belästigung als vermeintlich akzeptables
Verhalten.

In dem Bericht werden Beispiele für erfolgreiche Projekte auf Mikro-Ebene
und an der Basis in den einzelnen Ländern vorgestellt. Viele dieser
Projekte werden von DVV International, der wichtigsten deutschen
Organisation zur Förderung der Erwachsenenbildung weltweit, gemeinsam mit
lokalen Partnern durchgeführt. Die Erkenntnisse aus der Studie führten zu
Empfehlungen, wie Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens
gestärkt werden kann. Die Empfehlungen an Verbände und politische
Entscheidungsträger lauten:

-       Aufbau und Unterstützung nachhaltiger Netzwerke und Verbände
-       Aufbau einer Koordination zwischen den Akteuren und innerhalb der
Sektoren, die sich mit Erwachsenenbildung beschäftigen.
-       Anerkennung und Förderung von Basisinitiativen, die die
Erwachsenenbildung unterstützen
-       Unterstützung der Sammlung und Nutzung hochwertiger (quantitativer
und qualitativer) Daten über Erwachsenenbildung sowohl auf nationaler als
auch auf länderübergreifender Ebene, um das Angebot auf lokaler,
staatlicher und nationaler Ebene zu fördern und zu stärken
-       Hervorhebung und Stärkung der Rolle von Erwachsenenbildung im
Rahmen des lebenslangen Lernens, indem die Bedeutung eines lebenslangen
und lebensumspannenden (das gesamte Spektrum der Lernbedürfnisse und
-interessen Erwachsener umfassenden) Ansatzes für das Lernen betont wird
-       die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Erwachsenenbildung zu
nutzen, um ihre Stärken auszubauen
-       Sicherstellen, dass Erwachsenenbildung das breite Spektrum an
Bildungs-, Ausbildungs- und politischen Bedürfnissen erfüllt, die
Lernende, Arbeitgeber und Regierungen an das Lernen im Erwachsenenalter
stellen
-       eine sinnvolle Unterstützung für Erwachsenenbildung auf der
Mikro-, Meso- und Makroebene.

Die Forschungsergebnisse und Empfehlungen werden für die verschiedenen
Einheiten von DVV-International in den Ländern präsentiert und dadurch für
die Einflussnahme auf der Makro- und Meso-Ebene in verschiedenen Ländern
weltweit geöffnet. Dies impliziert auch einen direkten Einfluss auf
Verantwortliche für politische Entscheidungen und für die Praxis.

Die Ergebnisse wurden am 15.06.2023 als Nr. 81 in der Schriftenreihe
„International Perspectives in Adult Education“ (IPE) online
veröffentlicht. https://www.dvv-international.de/en/materials/publications
/international-perspectives-in-adult-education-ipe


DVV International hat die Autorinnen und Autoren eingeladen, die
Ergebnisse auf ihrer Jahreskonferenz mit den Regionaldirektoren am
20.06.2023 in Bonn zu präsentieren. Die Universität Hamburg lädt zu einem
Webinar am 19.9.2023 ein, weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.conferences.uni-hamburg.de/e/studyonale

Ein Begleitinterview mit Prof. Dr. Anke Grotlüschen gibt es im Newsroom
der Universität Hamburg: https://www.uni-
hamburg.de/newsroom/forschung/2023/0615-studie-erwachsenenbildung.html

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Ausschreibung: Martina Grote-Wissenschaftspreis „Frauenherzen“ 2023 der Deutschen Herzstiftung

Bewerbungsschluss: 30.09.2023
Die Deutsche Herzstiftung vergibt im Jahr 2023 erstmalig den
„Wissenschaftspreis Frauenherzen“, dotiert mit 10.000 Euro. Herz-
Kreislauf-Erkrankungen werden bei Frauen immer noch unterschätzt. Dabei
sind diese Erkrankungen weiterhin die häufigste Todesursache bei Frauen in
Deutschland. Zwar hat sich das Verständnis für geschlechtsspezifische
Krankheitsmechanismen und Symptome verbessert. Dennoch ist die Bedeutung
von Geschlechtsunterschieden und Diversität konkret in der Behandlung
vielen Ärztinnen und Ärzten unklar. Um die Forschung auf diesem Gebiet zu
unterstützen, schreibt die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der
Projektgruppe „Frauen und Familie in der Kardiologie“ und der
„Arbeitsgruppe Gendermedizin in der Kardiologie“ der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie (DGK) den „Wissenschaftspreis Frauenherzen“
aus. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen, bevorzugt aus einem patientennahen
Forschungsgebiet zu geschlechtsspezifischen Fragestellungen. Darunter
können Arbeiten der Grundlagen-, klinischen oder epidemiologischen
Forschung zur Klärung geschlechtsbezogener kardiologischer Unterschiede
fallen, aber auch solche, die das Ziel haben, die Versorgung und damit die
Prognose von Patientinnen zu verbessern. Die Arbeit darf einen
Gesamtumfang von 20 Seiten nicht überschreiten und kann bereits
veröffentlicht sein, jedoch nicht früher als in dem der Ausschreibung
vorangegangenen Kalenderjahr. Allen eingereichten Arbeiten ist
grundsätzlich eine Zusammenfassung in deutscher Sprache voranzustellen.
Teilnahmeberechtigt sind Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland.

Die Bewerbungsunterlagen mit tabellarischem Lebenslauf und der
Einverständniserklärung der Co-Autorinnen /-Autoren sowie deren Angabe zu
ihren Arbeitsanteilen sind in einer PDF-Datei per E-Mail
(<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>) bis spätestens 30.09.2023 einzureichen.
Weitere Informationen zur Bewerbung sind abrufbar unter
<www.herzstiftung.de/wissenschaftspreise>

Die Bewerberinnen und Bewerber verpflichten sich, im Falle der Prämierung
eine allgemeinverständliche Kurzfassung zu erstellen, die in der
Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung „HERZ heute“ veröffentlicht wird.
Über die Vergabe des Preises entscheidet der Vorstand der Deutschen
Herzstiftung e. V. auf Vorschlag eines Gutachter:innen-Gremiums und des
Wissenschaftlichen Beirats. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der
Kuratoriumssitzung der Deutschen Herzstiftung am 23. November 2023 in
Frankfurt am Main. Weitere Informationen sind zu erhalten bei Valerie Popp
(Telefon 069 955128-119) oder sind der Homepage der Deutschen Herzstiftung
zu entnehmen.

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