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Ganztag und Raum: Vier neue Pilotprojekte für ganztägige Bildung

Bremen, Jork, Lüdenscheid und Mülheim an der Ruhr sind als die vier neuen Pilotstandorte für das Projekt „Ganztag und Raum“ der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft ausgewählt.

Ab dem Schuljahr 2023/24 werden die Schule an der Melanchthonstraße in Bremen, die Grundschule an der Este in Jork, die Grundschule Tinsberg in Lüdenscheid sowie die Grundschule am Dichterviertel in Mülheim an der Ruhr durch die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft bei der Entwicklung eines zukunftsgerichteten pädagogisch-räumlichen Ganztagskonzeptes begleitet. Hierfür stellt die Stiftung nicht nur ihre eigene Expertise in den Bereichen Pädagogische Architektur und Inklusive ganztägige Bildung zur Verfügung, sondern beauftragt zusätzlich jeweils ein interdisziplinäres Prozessbegleitungsteam aus Pädagog*innen und Architekt*innen. Ziel des Projektes „Ganztag und Raum“ ist es, zu zeigen, wie sich zukunftsfähige inklusive ganztägige Bildung in bestehenden Räumen umsetzen lässt.

Die Auswahl der vier Pilotstandorte hat eine hochkarätig besetzte Fachjury in einem zweistufigen Auswahlprozess getroffen. Mehr als 40 Städte und Gemeinden aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich bei der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft beworben. Damit alle interessierten Kommunen von dem Projekt profitieren können, werden die Prozesse in den Pilotprojekten umfassend dokumentiert und die Ergebnisse veröffentlicht. Zudem gibt es begleitende Netzwerkveranstaltungen.

Rechtsanspruch auf Ganztag
Das große Interesse erklärt sich auch durch das „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“. Dieses spricht jedem ab 2026 neueingeschulten Kind einen Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung zu. Laut einer Schätzung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) müssen hierfür rund 800.000 weitere Ganztagsplätze geschaffen werden. Für viele Kommunen bedeutet dies eine große Herausforderung, da dem Mehrbedarf an Plätzen ein begrenztes Angebot an Raum gegenübersteht.

Zukunftsfähige ganztägige Bildung im Bestand umsetzen
Hier setzt die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft mit ihrem Projekt „Ganztag und Raum“ an. Denn vielerorts sind keine aufwendigen Neubauten nötig, um diesem Mehrbedarf zu begegnen. Oft funktioniert Ganztag nämlich noch immer nach dem Prinzip „vormittags Schule, nachmittags Betreuung“: Beide Bereiche arbeiten weitgehend unabhängig voneinander ohne gemeinsames pädagogisches Konzept und in getrennten Räumen. Hierdurch wird sowohl räumlich als auch pädagogisch viel Potenzial verschenkt.

Deshalb entwickelt die Stiftung gemeinsam mit den Pilotstandorten Ganztagskonzepte, die darauf abzielen, die Trennung von „Vormittag“ und „Nachmittag“ aufzuheben und beide Bereiche stärker zu verzahnen. Maßnahmen sind beispielsweise die Neustrukturierung von Tagesrhythmen und Teamstrukturen, kleine Umbauten sowie die Anpassung von Raumnutzungen und Möblierung. Ziel ist es, durch die Verbindung von Pädagogik, Organisation und Raum hochwertige ganztägige Bildung in den Bestandsgebäuden zu ermöglichen. Neben der gesamten Schulgemeinschaft sind auch Jugendhilfe, Schulverwaltung und Schulaufsicht involviert. Das ermöglicht, den Prozess und die Ergebnisse auch auf andere Standorte in den Kommunen zu übertragen.

Das erste Pilotprojekt in Ulm
Wie das funktionieren kann, hat die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft bereits in einem ersten Pilotprojekt in Ulm erprobt. An der Martin-Schaffner-Schule hat die Stiftung in Zusammenarbeit mit einem Prozessbegleitungsteam aus einer Pädagogin und einem Architekten gemeinsam mit Schule, Jugendhilfe und Verwaltung ein integriertes Nutzungskonzept in den Bestandsgebäuden entwickelt. Multiprofessionelle Teamarbeit, eine kindgerechte Rhythmisierung und ein daran angepasster Innenausbau mit der entsprechenden Möblierung ermöglichen die Verzahnung von Vormittag und Nachmittag mit nur geringfügigen Umbaumaßnahmen. Der Prozess wurde umfassend dokumentiert, das Konzept soll in den kommenden Monaten umgesetzt werden.


+++Die Dokumentation des Prozesses in Ulm und der Ergebnisse finden Sie unter:
www.montag-stiftungen.de/gur-ulm

 

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„Die zweite Entscheidung“ für Studierende Studienwahl bestätigen oder alternative Perspektiven finden

Wer: Fachhochschule und TU Dortmund

Was: Infoveranstaltung

Wann: Dienstag, 20. Juni 2023, 14 bis 16 Uhr

Wo: Emil-Figge-Straße 38b, Raum 220, 44227 Dortmund

 

Für Studierende mit Zweifeln am Studium bieten die Fachhochschule und die TU Dortmund die gemeinsame Infoveranstaltung „Die zweite Entscheidung“ an, um Lösungen und Alternativen vorzustellen.

 

In einem Vortrag geht es zunächst um wichtige Ursachen des Studienzweifels sowie mögliche Alternativen. Im Anschluss stehen Mitglieder des „Beratungsnetzwerks Studienzweifel“ den Studierenden bei einem Markt der Möglichkeiten Rede und Antwort. Themen sind beispielsweise Fragen zum Studiengangs- und Hochschulwechsel, zur Aufnahme einer Ausbildung oder Berufstätigkeit. Außerdem lassen sich individuelle Beratungstermine vereinbaren.

 

Beteiligt sind die Bundesagentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer sowie Ansprechpartner*innen der Hochschulen.

 

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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Qualifizierungsmaßnahmen und Beratung für migrierte Fachkräfte: Projekt am Weiterbildungszentrum der ehs gestartet

Anfang Mai 2023 startete am Zentrum für Forschung, Weiterbildung und
Beratung der Evangelischen Hochschule Dresden ein neues Projekt zur
Unterstützung migrierter Fachkräfte aus den Bereichen Soziale Arbeit,
Kindheitspädagogik und Pflege. Es ist das Ziel des Projektes, durch
gezielte Weiterbildungsmaßnahmen und individuelle Beratung für
Migrant:innen dem Fachkräftemangel in diesen Bereichen zu begegnen.

Das Projekt begleitet Menschen mit ausländischen Berufs- oder
Studienabschlüssen auf dem Weg in eine bildungsadäquate Beschäftigung in
Sachsen. In Brückenkursen und Infokursen, z.B. im Kurs „Berufswege in die
Kita“, bekommen die Teilnehmenden wichtige Informationen zum
Anerkennungsverfahren und zu ihren beruflichen Möglichkeiten. Außerdem
wird durch das Projekt individuelle Qualifizierungsbegleitung auf dem Weg
zur Staatlichen Anerkennung angeboten. An der Evangelischen Hochschule
Dresden können Anpassungslehrgänge in den Bereichen Soziale Arbeit und
Kindheitspädagogik absolviert werden.
Das Projekt hat ein Laufzeit von knapp drei Jahren und ist ein Teilprojekt
im Regionalen Integrationsnetzwerk IQ Chemnitz-Dresden.

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Auf dem Weg zum Master in neue Gewässer aufbrechen – Studierende untersuchen die Auswirkungen von Lichtverschmutzung

Inwieweit sich künstliches Licht bei Nacht auf marine
Lebewesen auswirkt, erforscht das Ausbildungsprogramm „Globaler Ansatz
durch Modulare Experimente“ (GAME), koordiniert durch das GEOMAR
Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, bereits im dritten Jahr in
Folge. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Organismen, die Oberflächen im
Meer besiedeln, wie beispielsweise Muscheln und Seepocken. Die jungen
Wissenschaftler:innen untersuchen, ob sich das Siedlungsverhalten dieser
Tiere unter dem Einfluss von nächtlichem Kunstlicht verändert. Binationale
Zweierteams sammeln dazu Daten in zehn verschiedenen Ländern und werten
diese in Deutschland für ihre Masterarbeiten aus.

Bereits zum 21. Mal begibt sich das Forschungs- und Ausbildungsprogramm
„Globaler Ansatz durch Modulare Experimente“ (GAME) des GEOMAR Helmholtz-
Zentrums für Ozeanforschung Kiel auf internationale Pfade. In diesem Jahr
untersuchen 19 deutsche und internationale Master-Studierende in Finnland,
Island, Israel, Japan, Kroatien, Chile, Malaysia, Portugal, Spanien und
Cabo Verde für ihren Abschluss die Frage, ob Lichtverschmutzung das
Siedlungsverhalten der Larven benthischer Invertebraten beeinflusst. Dazu
gehören auch solche Organismen, die feste Oberflächen, zum Beispiel
Steine, Kaimauern oder Schiffsrümpfe, besiedeln, wie beispielsweise
Muscheln, Seepocken, Seescheiden, Moostierchen oder auch Nesseltiere. Das
Programm hat jetzt seine Experimente in allen Ländern aufgenommen.

Viele benthische Invertebraten sind in ihrem Erwachsenenstadium sesshaft.
Um sich fortzupflanzen, haben sie Larvenstadien, die sich im Wasser
verbreiten und dann wiederum andernorts ansässig werden. Das Besiedeln von
Oberflächen ist für diesen Zyklus ein wichtiger Prozess. Die
wissenschaftlich bisher noch wenig untersuchte Frage ist, ob und inwieweit
sich das Siedlungsverhalten der Larven verändert, wenn Flächen nachts von
künstlichem Licht beschienen werden. Das Programm GAME möchte nun zum
ersten Mal genau diese Prozesse im globalen Vergleich untersuchen. Die
Arten, um die es geht, sind weit verbreitet und für die Vielfalt und
Zusammensetzung von marinen Gemeinschaften von Bedeutung. Teilweise
handelt es sich um Filtrierer, die die Wassersäule von Schadstoffen
reinigen.

Für die Experimente werden PVC-Platten ins Meer gehängt, so dass sich
lokal vorkommende Arten darauf ansiedeln können. Ein Teil der Platten wird
dann nachts mit Kunstlicht beschienen, während ein weiterer Teil der
Platten im Dunklen verbleibt. An jedem Standort gibt es zwei Experimente
dieser Art, wobei in einem davon weißes LED-Licht und im anderen gelbes
LED-Licht verwendet wird. Das soll klären, ob eventuell gelbes Licht, das
einen kleineren Teil des Spektrums umfasst, möglicherweise weniger
Auswirkungen auf das Verhalten der Larven hat.

Bereits in den Jahren 2021 und 2022 erforschte GAME die Auswirkungen von
Lichtverschmutzung auf marine Weidegänger wie Seeigel und Schnecken sowie
auf Miesmuscheln, die wichtige Filtrierer sind. "In diesen Projekten
zeigte sich, dass nächtliches Kunstlicht durchaus die Fraßraten der
Seeigel verändern und die Filtrationsleistung sowie die Fähigkeit
Byssusfäden zu bilden bei Miesmuscheln beeinträchtigen kann. In diesem
Jahr geht es nun zum ersten Mal um die Auswirkungen von Kunstlicht auf
ganze Gemeinschaften, denn wenn sich das Siedlungsverhalten der Larven
verändern sollte, wird sich auch die Struktur der entstehenden
Gemeinschaften verändern. Die Bedeutung dieser Prozesse wollen wir nun
nachvollziehen", betont Dr. Mark Lenz, mariner Ökologe am GEOMAR und
Koordinator des Programms GAME. In 2024 wird dann noch eine Untersuchung
zu den Auswirkungen von Licht auf Makroalgen, einer weiteren wichtigen
Komponente von Küstenökosystemen, folgen.

Hintergrund: GAME
GAME ermöglicht es jungen Wissenschaftler:innen, die Auswirkungen des
globalen Wandels auf Küstenmeere zu untersuchen und dabei gleichzeitig
Daten für eine Masterarbeit zu sammeln. Binationale Zweierteams führen
über einen Zeitraum von sechs Monaten an verschiedenen Standorten auf der
ganzen Welt identische Experimente durch. Die Vor- und Nachbereitung jedes
Projekts findet gemeinsam mit allen Teilnehmenden am GEOMAR in Kiel statt,
das gesamte Projekt dauert von Anfang März bis Ende Dezember. Vorbereitend
wird die Herangehensweise an ökologische Fragestellungen erarbeitet und
die Analyse von Daten mit biostatistischen Methoden vertieft. In der
Nachbereitungsphase werden alle Ergebnisse vergleichend ausgewertet,
interpretiert und zur Publikation aufgearbeitet. In GAME trainieren die
Studierenden ihre Fähigkeit, Wissenschaft in Form von Vorträgen und in
Fachzeitschriften zu kommunizieren. Sie werden in ein globales Netzwerk
eingebunden, das in ihrer späteren Karriere immer wieder als Ausgangspunkt
für Kooperationen und den Austausch von Erfahrung und Wissen dienen kann.
Der Bewerbungszeitraum zur Teilnahme an GAME für das Jahr 2024 hat bereits
begonnen.

Projekt-Förderung:
GAME wird gefördert von der Klaus Tschira Stiftung sowie Bornhöft
Industriegeräte, Hydro-Bios, Hydrotechnik Lübeck, LimnoMar, dem Lions Club
Kappeln, der Müllverbrennung Kiel, Offcon und SubCtech.

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft
Forschungs- / Wissenstransfer

Sachgebiete:
Meer / Klima
Umwelt / Ökologie

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.geomar.de/n9008 Bildmaterial zum Download
http://www.geomar.de/game Das Programm GAME
http://www.oceanblogs.org/game Der GAME-Blog

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