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Sommerkind Adrian ist das 1.000. am Dresdner Uniklinikum geborene Baby des Jahres

Adrian ist das 1.000. Baby, das in diesem Jahr in der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden geboren wurde. Der Junge kam am 15. Juni 2022, 7.14 Uhr, per
Kaiserschnitt zur Welt. Bei den bis dahin 962 registrierten Geburten
wurden 537 Jungen und 463 Mädchen geboren. Darunter sind 36
Zwillingsgeburten und eine Drillingsgeburt.

Das Vertrauen der Eltern in die Expertise der Geburtshilfe des
Uniklinikums ist sehr hoch. „Dieses Lob für das ganze Team ist für uns
Ansporn die gute Arbeit rund um die Geburt samt Vorsorge, Beratung bei
Risikoschwangerschaften und Versorgung bei Komplikationen weiter
fortzusetzen“, sagt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

„Die Geburt eines Kindes so natürlich und schön wie möglich zu erleben und
dabei sich in guten Händen zu wissen – das schätzen werdende Eltern an der
Versorgung unserer Klinik“, sagt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Gemeinsam mit dem Team aus
Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegekräften freut sie sich über
das 1.000. Kind dieses Jahres, das jetzt am Uniklinikum geboren wurde. Am
15. Juni 2023 kam Adrian. Insgesamt stehen bis dato 962 Geburten –
darunter 36 Zwillingsgeburten sowie eine Drillingsgeburt in der Statistik
(zum Vergleich: 2022 wurde das 1.000 Baby am 14. Juni geboren). Mehr als
150 Kinder waren Frühgeborene, darunter 30 Babys, die zur Geburt weniger
als 1.000 Gramm wogen. Bei fast 300 Frauen wurde ein Kaiserschnitt
vorgenommen. Der Januar und der Mai sind bislang die geburtenstärksten
Monate in diesem Jahr. Im Januar kamen 189 Kinder zur Welt, darunter auch
die Drillinge. Im Mai waren es mit 195 sogar noch mehr.

Große Schwester entscheidet über Namen ihres Bruders

Adrian kam per geplantem Kaiserschnitt zur Welt. Das 1.000. Baby des
Jahres ist das dritte Kind von Irina Terehov und Eugen Breitenbacher, die
bereits eine Tochter und einen Sohn haben. Seit 14. Juni wird die
30-jährige Mutter in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
betreut. Einen Namen hatte der kleine Junge zunächst nicht, denn darüber
durfte seine große Schwester Adriana entscheiden. Auf drei Namen hatte
sich die Familie vorher verständigt – letztlich fiel die Wahl der
Achtjährigen auf Adrian, weil er so klingt wie ihr eigener Name. Wenige
Stunden nach der Geburt geht es der Dresdnerin und ihrem Baby sehr gut.
Das Vertrauen der Eltern beruht auf dem medizinischen Angebot rund um
Schwangerschaft und Geburt, welches das Uniklinikum als Maximalversorger
in der Region bietet. Das Uniklinikum ist als Perinatalzentrum der
höchsten Versorgungsstufe Level 1 registriert – relevant bei Risiko- aber
auch Mehrlingsschwangerschaften. „Die Versorgung gerade dieser Schwangeren
findet auf höchstem medizinischem Niveau statt“, sagt Prof. Cahit Birdir.
Der leitende Oberarzt verantwortet nicht nur den Kreißsaal, sondern auch
die Intensivschwangerenberatung der Dresdner Uni-Frauenklinik. In diesem
Rahmen erhalten werdende Mütter bereits ab der Frühschwangerschaft eine
umfassende Betreuung mit allen verfügbaren Diagnose- und
Therapieverfahren. Das Team steht dabei insbesondere Müttern mit
Risikoschwangerschaften zur Seite, die so von einer kontinuierlichen
Versorgung bis zur Geburt profitieren. Dabei kümmern sich die
Medizinerinnen und Mediziner nicht nur um die Mütter in der
Schwangerschaft, sondern versorgen auch zu früh oder krank geborene Babys.

Uni-Frauenklinik baut Beratungsangebote für Schwangere aus

Damit sich die werdenden Eltern vor und nach der Geburt wohl fühlen,
bietet das Team zahlreiche Kurse und Vorträge an, mit denen die Zeit mit
dem Nachwuchs optimal vorbereitet wird. „Diese Beratungs- und
Betreuungsangebote wollen wir in diesem Jahr weiter ausbauen und dabei
auch unsere Hebammen noch umfassender als bisher einbinden“, sagt Prof.
Pauline Wimberger. „Das Wohl der Eltern und eine Wohlfühlatmosphäre mit
Rundumbetreuung sind Herzensanliegen.“ Zudem werden die Eltern mit kleinen
hilfreichen Präsenten nach der Geburt überrascht. Zwei Rentnerinnen
spenden zudem seit Jahren liebevoll hergestellte, selbst gestrickte
Schuhe, Mützen und Teddys, die auf der Wochenstation den Pflegenden und
Müttern eine Freude bereiten.

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„Gemeinsam zusammen“ – Medienkunstausstellung in Park und Museum Schloss Fechenbach in Dieburg

Im Museum Schloss Fechenbach und im angrenzenden Park präsentieren
Studierende vom Mediencampus der Hochschule Darmstadt (h_da) in Dieburg
ihre aktuelle Medienkunstausstellung. "Gemeinsam zusammen - Mediale
Berührungspunkte und digitale Erfahrungsfelder" zeigt bis Sonntag, 16.07.,
insgesamt 12 Exponate, die Gelegenheit für Begegnung und Partizipation
durch Medienkunst geben. Erstmals öffnet flankierend zur Ausstellung auch
ein offenes Medienkunstlabor im Dieburger Pop-up-Store „Kontor im Ort“ mit
Workshops und Aktionen für Interessierte aus Dieburg und Region.

In ihren Arbeiten beschäftigen sich die Studierenden mit der Frage, wie
digitale Medien bewusster und weniger isoliert konsumiert werden können,
um Menschen wieder stärker zusammenzubringen. Hierbei setzen sich die
Studierenden aus dem Masterstudiengang „Internationale Medienkulturarbeit“
auch mit der Situation in ihren Heimatländern medienkünstlerisch
auseinander. Darunter sind auch Kriegs- und Krisengebiete, in denen
digitale Medien teils ganz wesentlich dazu beitragen, isolierte Menschen
zu erreichen sowie Missstände anzusprechen.

Die Kriegssituation in der Ukraine verarbeitet Studentin Ekaterina
Mayskaya in kurzen Audiostücken unter dem Titel „Tomorrow I´m Alive“,
inszeniert als Hörweg im Park des Museums Schloss Fechenbach. Mit eigenem
Smartphone und Kopfhörern können Interessierte dem Hörweg folgen. Im Park
selbst ist kostenfreies WLAN vorhanden.

„Mindscapes“ nennen Elham Mehrpou und Mehrsa Shirzadian ihre interaktive
Virtual Reality-Installation im Museum Schloss Fechenbach. Darin
vermitteln sie ihre Gedanken, Emotionen und Perspektiven, die von
aktuellen Nachrichten aus dem Iran geprägt sind. Kürzlich mit dem New
Talent Award auf dem 17. Fulldome Festival Jena ausgezeichnet wurde der
Kurzfilm „Phantom Eye“ von Carlos Hurtado Múnera. Sein Film thematisiert
die Auswirkungen von Polizeigewalt bei Demonstrationen gegen die ko-
lumbianische Regierung in den Jahren 2019 bis 2021.

Auch mit aktuellen Fragen technisch fortschreitender digitaler Medien
befassen sich die Studierenden in ihren Installationen, 360-Grad-Filmen
und Mixed Media-Performances. Die unter anderem auf What´s app oder Tik
Tok omnipräsenten Memes thematisiert der Fulldome-Film „All aRound the
Meme“ von Ada Siddique. Sie fragt sich, wie die Ultrakurzvideos unsere
digitale Kommunikation und unseren Alltag beeinflussen.

Die interaktive Installation „Heart of the Exhibition“ von Mehrsa und
Mehrta Shirzadian beobachtet das Ausstellungsgeschehen per Kamera und
übersetzt es mit Künstlicher Intelligenz in Sound und visuelle Elemente.
Dahinter steckt die Frage: Wie gut kann KI Stimmungen und Emotionen
erfassen und können wir auf diese Analyse vertrauen?

Organisiert und durchgeführt wird die Ausstellung von Studierenden aus dem
Master-Studiengang Internationale Medienkulturarbeit in enger Kooperation
mit dem Museumsteam. Unter Realbedingungen bereiten sich die Studierenden
hierbei auf Projekte vor, die sie vergleichbar auch in ihrem späteren
Berufsleben umsetzen werden. Kuratiert wird die Schau von Professorin
Sabine Breitsameter und Klaus Schüller, Lehrkraft für besondere Aufgaben.

Die Ausstellung ist im Museum Schloss Fechenbach zu sehen bis
einschließlich Sonntag, 16.07., zu den Öffnungszeiten des Museums
(Donnerstag bis Samstag 14-17 Uhr, Sonntag 11-17 Uhr). Eine Übersicht
aller Exponate der Ausstellung ist auf https://www.medienkultur.eu/
einsehbar.

Flankierendes Ausstellungsprogramm (der Eintritt ist frei):

-       Vernissage: Freitag, 16.06., 18.30 Uhr, im Museum Schloss
Fechenbach.

-       Pop-up-Medienkunst: Offenes Medienkunstlabor im Pop-up-Store
„Kontor im Ort“ in der Dieburger Fußgängerzone (Zuckerstraße 43).
Kostenfreie medienkünstlerische Workshops und Aktionen mit Studierenden
der h_da. Ab Samstag, 17.06., und bis einschließlich Sonntag, 16.07.,
immer donnerstags und freitags ab 17 Uhr, samstags von 14-17 Uhr und
sonntags von 11-17 Uhr.

-       Fulldome-Kino: Am Freitag, 30.06., und Samstag, 01.07., lassen
sich von jeweils 17-20 Uhr in einem Open air-Fulldome-Zelt im Garten des
Museums Schloss Fechenbach international teils preisgekrönte 360 Grad-
Filme des Masterstudiengangs Internationale Medienkulturarbeit anschauen.
Fulldome bezeichnet eine 360-Grad-Rundum-Projektion, die eine vollständige
audiovisuelle Immersion (Eintauchen) ermöglicht.

-       Symposium: Die internationale Fachtagung „Ex Immersio V – Is there
love in the immersive embrace?“ findet am 30.06. und 01.07. im Rathaus
Dieburg und im Media Experience Lab am Campus Dieburg (Max-Planck-Straße
2) statt. An die interessierte Öffentlichkeit richtet sich die Keynote von
Julian Kämper und Dominik Breinlinger: „Klangdramaturgien: Immersion und
darüber hinaus“ am Samstag, 01.07., von 13.15-14.30 Uhr im Museum Schloss
Fechen-bach.

-       Nachwuchspreis Medienkultur der Stadt Dieburg: Bürgermeister Frank
Haus verleiht zur Finissage am Sonntag, 16.07. um 14 Uhr im Museum Schloss
Fechenbach den Nachwuchspreis Medienkultur der Stadt Dieburg.

Fortlaufende Neuigkeiten zur Ausstellung gibt es hier:

Website: https://www.medienkultur.eu
Facebook: https://www.facebook.com/MediaArtCulture
Instagram: @mediaartculture

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Interview: Vom ukrainischen Kharkiv an die Hochschule Heilbronn

Die Hochschule Heilbronn unterstützt seit einem Jahr mit Fördermitteln
des
Bundesministeriums für Bildung und   Forschung vier Universitäten in der
Ukraine bei der
Online-Lehre.

• Seit März unterrichtet eine ukrainische Professorin von der HHN aus an
ihrer
Heimatuniversität in der Ost-Ukraine.

• Im Juni kommen acht Lehrende aus Kharkiv und Kyiv für eine
Trainingswoche an die
Hochschule Heilbronn.

Heilbronn, Juni 2023. Die Hochschule Heilbronn (HHN) hat direkt nach
Beginn des Krieges in der Ukraine ihre Solidarität für die Menschen im
angegriffenen Land gezeigt – schnell stand fest: Die HHN möchte ihre
Partnerhochschulen in der Ukraine unterstützen. Mit einem Online-
Deutschkurs für ukrainische Lehrende und Angebote für ukrainische
Gaststudierende der Partnerhochschulen wurde die Hilfe im Frühjahr 2022
konkret: Es folgte eine erfolgreiche Antragstellung beim Deutschen
Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Programm „Ukraine digital:
Studienerfolg in Krisenzeiten sichern“. Die Fördergelder des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglichen es, vier
Hochschulen in der Ukraine bei der Online-Lehre zu unterstützen.

Neben Online-Lehraufträgen werden über das Projekt Stipendien an
Studierende in der Ukraine vergeben, Online-Workshops organisiert und
Lehrende bei der Weiterqualifizierung gefördert. Das Projekt wurde
erstmals im Sommer 2022 bewilligt und hat mittlerweile bereits die zweite
Förderung erhalten. Im Rahmen dieses Projekts – mit dem Namen „HHN-DITO
II“ - Digitally und internationally together in difficult times – ist seit
März 2023 die ukrainische Professorin Oleksandra Mandych an der HHN
beschäftigt. In einem Gespräch mit uns berichtet sie mehr über ihre
Tätigkeit, die Flucht und das Projekt HHN-DITO.
--

Liebe Frau Mandych, seit gut drei Monaten arbeiten Sie nun an der HHN.
Könnten Sie uns kurz beschreiben, wie es Ihnen bei uns gefällt?

Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, Teil des HHN-DITO II-
Projekts an der HHN zu sein. Es ist für mich sehr wichtig, mich in einem
universitären Umfeld zu befinden, mit Kolleginnen und Kollegen zu
kommunizieren und weiter an bestehenden und neuen Projekten zu arbeiten.
Dank der Mitarbeit an dem HHN-DITO II-Projekt habe ich neue Ideen für die
Fortsetzung meiner Lehrtätigkeit und neue Erfahrungen im Bereich der
internationalen Zusammenarbeit gesammelt. Zudem hat das Thema E-Learning
und die digitale Lehre nach der Corona-Pandemie, und vor allem auch
aktuell während des Krieges in der Ukraine, an großer Bedeutung gewonnen.

Ihr Aufenthalt hier in Heilbronn ist leider durch den Krieg in Ihrem
Heimatland begründet. Würden Sie uns erzählen, wie Sie nach Heilbronn
gekommen sind?

Ja, in Heilbronn bin ich nun in Sicherheit. Es ist unmöglich, in Worte zu
fassen, wie schrecklich das Leben im Krieg ist, welche schrecklichen
Folgen der Krieg für jeden hat, welche unschätzbaren Verluste er für jeden
von uns bedeutet. Ich komme aus Kharkiv, und wir waren die ersten, die vom
Krieg erfuhren, als die Bomben- und Raketenangriffe um 5 Uhr morgens
begannen... Unsere Stadt wurde in den ersten 8 bis 9 Monaten jeden Tag und
jede Nacht angegriffen. Und das Gebiet Kharkiv ist heute immer noch eine
Region, in der aktive Militäroperationen stattfinden. Leider war ich
gezwungen, meine Heimat zu verlassen. Mein Mann ist in Kharkiv geblieben.
Er ist unser Held, er verteidigt immer noch Kharkiv. Und ich musste meinen
kleinen Sohn beschützen... Ich habe mein ganzes Leben lang, d.h. mehr als
20 Jahre lang, im Hochschulbereich gearbeitet. Ich wollte auf keinen Fall
meinen Status als Professorin der Wirtschaftswissenschaften aufgeben und
durch die Flucht nicht mehr arbeiten können. Und dann geschah ein wahres
Wunder! Ich habe mich auf eine Stelle an der HHN beworben und habe die
Möglichkeit bekommen, als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt HHN-
DITO II mitzuwirken. Ich bin dafür unendlich dankbar. Die Zeit an der
Hochschule bringt mir Freude und ermöglich mir, meiner Lieblingstätigkeit
– der Arbeit in der Wissenschaft – nachzugehen. Das bringt mir
Seelenfrieden, der sich nur schwer in Worte fassen lässt!

Sie sind im Projekt „HHN-DITO II“ tätig. In dem Projekt unterstützt die
HHN vier ukrainische Partnerhochschulen in der Online-Lehre. Was machen
Sie in dem Projekt genau, wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt HHN-DITO II halte ich
Online-Lehrveranstaltungen im Bereich Wirtschaftswissenschaften für
Doktorandinnen an einer Partnerhochschule in Kharkiv. Darüber hinaus führe
ich Online-Kolloquien sowie Workshops für Doktorandinnen in der Ukraine
durch und betreue sie bei ihren Promotionsvorhaben. Zudem umfasst meine
Arbeit die Abstimmung weiterer Veranstaltungen mit den ukrainischen
Partnerhochschulen und als Expertin für die ukrainische
Hochschullandschaft unterstütze ich auch die Koordinatorin des Projekts
mit meinem Wissen.

Können Sie einschätzen, was ein solches Projekt für Ihre Heimatuniversität
– in Zeiten des Krieges – bedeutet?

In Kriegszeiten besteht die Hauptaufgabe der Universität darin, ihre
Bildungsaktivitäten fortzusetzen. Derzeit ist dies, dank der
Digitalisierung des universitären Umfelds und digitaler Lerntechnologien,
möglich. Wir hatten bereits Erfahrung mit der Umstellung auf Online-Lehre
durch die Corona-Pandemie. Aber der Krieg hat ganz neue Herausforderungen
geschaffen – zum Beispiel wurden alle Universitätsgebäude in Kharkiv
beschädigt. Ein unglaublicher Verlust an Ressourcen, die wir über
Jahrzehnte aufgebaut hatten. Das Projekt "HHN-DITO II" zielt u.a. darauf
ab, uns Möglichkeiten für die berufliche Weiterbildung und Entwicklung zu
bieten. Wir lernen durch die Online-Workshops neue globale Trends und
bewährte Verfahren bei der Umsetzung der digitalen Hochschulbildung
kennen. Der Erwerb von Sprach-, Kommunikations- und digitalen Kompetenzen
ist derzeit ein Schlüssel zur erfolgreichen Weiterentwicklung der
Hochschulbildung. Denn wir müssen für eine wettbewerbsfähige Lehre an
unseren Universitäten sorgen.

Von 18. bis 24. Juni werden weitere acht Lehrende aus der Ukraine für eine
Trainingswoche an die HHN kommen. Was werden sie hier genau tun?

Die acht Lehrenden kommen ebenfalls im Rahmen des Projekts nach Heilbronn
und sollen in dieser Woche u.a. einen Einblick bekommen, wie die Bereiche
E-Learning und digitale Lehre an der HHN gelebt und umgesetzt werden. Dies
soll dazu inspirieren, die eigenen Kompetenzen und Ideen im Bereich der
Online-Lehre weiter auszubauen. Sie werden die Möglichkeit haben, eigene
Videos in den Medienlaboren zu produzieren, die Standorte sowie
verschiedene Projekte der HHN kennenzulernen und an einer Schulung zu den
digitalen Tools teilzunehmen. Da ich selbst in der Ukraine unterrichte,
kenne ich die Herausforderungen, mit denen die Lehrenden konfrontiert
sind, aus erster Hand. So konnte ich bei der Organisation des Programms
behilflich sein.

Möchten Sie zum Abschluss den Leser*innen noch etwas mitteilen?

Ich möchte mich bei der Hochschul- sowie Projektleitung für ihre
Unterstützung und die Möglichkeit bedanken, trotz aller Widrigkeiten
weiterarbeiten zu dürfen. Das ist heute für mich das Wichtigste. Mein Dank
gilt natürlich auch dem Mittelgeber. Ich hoffe, dass wir das Projekt HHN-
DITO II auch in Zukunft weiterführen können. Solche Projekte bringen sehr
wichtige Ergebnisse. Und wir lernen nicht nur von unseren Kolleg*innen und
verbessern nicht nur unsere Fähigkeiten, wir gewinnen auch neue, wichtige
Erfahrungen, wir gewinnen neue Freunde und knüpfen neue Kontakte – das ist
unbezahlbar. Dank solcher Programme gewinnen wir, die ukrainischen
Pädagog*innen, neue Kraft. Wir bleiben nicht stehen, sondern wir erweitern
unseren Horizont. Das ist von unschätzbarem Wert.

--
Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit rund 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der
größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.
Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und
Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60
zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch
berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere
Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der
Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt.
Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende
zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

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Sommerprognose IfW Kiel: Schwacher Winter drückt Wirtschaftsleistung 2023 ins Minus

Für die Wirtschaftsleistung in Deutschland zeichnet sich 2023 ein Rückgang
ab. Das IfW Kiel erwartet im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 0,3
Prozent und revidiert damit seine Frühjahrsprognose (+0,5 Prozent)
deutlich nach unten. Grund ist vor allem das schwache zurückliegende
Winterhalbjahr. Im restlichen Jahresverlauf ist aber eine moderate
Expansion zu erwarten. Für 2024 rechnet das IfW Kiel nun mit einem Plus
von 1,8 Prozent (bislang +1,4 Prozent). Die Inflation dürfte sich im
Verlauf des Jahres deutlich verringern und 2024 noch 2,1 Prozent betragen.

„In Anbetracht der Schwere der Krise und dem Lieferstopp von Öl und Gas
aus Russland schlägt sich die deutsche Wirtschaft wacker und bestätigt
damit ihre Fähigkeit, sich schnell an neue Gegebenheiten anzupassen“,
sagte Moritz Schularick, der Präsident des IfW Kiel. „Aber klar ist auch,
dass die Energiekrise ihre Spuren hinterlassen hat.“

„Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist besser, als es die negative
Jahresrate für das Bruttoinlandsprodukt vermuten lässt. Ein nach wie vor
großes Aufholpotenzial nach der Corona-Pandemie, hohe Auftragsbestände in
der Industrie und demnächst kräftige Kaufkraftzuwächse bei einem stabilen
Arbeitsmarkt sind die Zutaten, die die Konjunktur stützen“, kommentiert
Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel, die aktuelle Sommerprognose
für Deutschland (Deutsche Wirtschaft im Sommer 2023: Konjunktur tastet
sich aus der Krise/https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-
konjunkturberichte/2023/deutsche-wirtschaft-im-sommer-2023-konjunktur-
tastet-sich-aus-der-krise-18335/
) und die Weltwirtschaft (Weltwirtschaft
im Sommer 2023: Expansion bleibt vorerst schwach/https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/kieler-konjunkturberichte/2023/weltwirtschaft-im-
sommer-2023-expansion-bleibt-vorerst-schwach-0/
).

Verglichen zur Frühjahrsprognose des IfW Kiel haben die Nachwehen der
Energiekrise sowie die straffe Geldpolitik der deutschen Wirtschaft im
Winterhalbjahr aber etwas stärker zugesetzt als zunächst erwartet. Mit
einem ungewöhnlich hohen Krankenstand und einem Einbruch des Staatskonsums
nach Ende der Corona-Maßnahmen dämpften außerdem zwei Sondereffekte die
Wirtschaftsleistung merklich. Nach wie vor lasten der Arbeitskräftemangel
und die Lieferengpässe auf der Konjunktur. Gegenwärtig liegt das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch 0,5 Prozent unter dem Niveau vor Ausbruch
der Corona-Pandemie.

„Insgesamt steht die deutsche Konjunktur im Spannungsfeld zwischen
erheblichen Expansionsspielräumen und bislang recht hartnäckigen
produktionsseitigen Hemmnissen. In dem Maße, wie diese nach und nach
überwunden werden, kann auch die Wirtschaftsleistung wieder anziehen“, so
Kooths.

Die Energiepreise und mit ihnen die Inflationsrate gehen im Jahresverlauf
zurück, im nächsten Jahr dürften die Energiepreise um über 6 Prozent
fallen. Das IfW Kiel erwartet nun eine Teuerung von 5,8 Prozent (2023) und
2,1 Prozent (2024).

Historisch hoch bleibt aber die sogenannte Kerninflation – also ohne
Energie. Sie liegt im nächsten Jahr bei 2,9 Prozent, im langjährigen
Durchschnitt sind es 1,4 Prozent.

Konsum zieht an, Dienstleistungsbranchen legen zu

Die Kaufkraft vieler Menschen nimmt dank kräftiger Verdienstzuwächse und
höherer Sozialleistungen bei gleichzeitig geringerem Preisauftrieb bereits
im weiteren Verlauf des Jahres merklich zu. Dies verleiht dem zuletzt sehr
schwachen privaten Konsum Auftrieb, auf Jahressicht zeigt sich dies erst
in den Werten für 2024 (2,7 Prozent), nach einem Rückgang um 1 Prozent im
laufenden Jahr.

„Ein Teil des drastischen Preisauftriebs, der zunächst die Gewinnmargen
steigen ließ, kommt nun in Form von höheren Löhnen bei den
Arbeitnehmerhaushalten an. Damit normalisiert sich das Verteilungsgefüge,
was dem Konsum zugutekommt, ohne die Inflation kostenseitig anzutreiben“,
so Kooths.

Davon profitieren vor allem die Dienstleistungsbranchen, also etwa der
Einzelhandel oder das Hotel- und Gaststättengewerbe. Sie können wieder
kräftige Anstiege in der Wertschöpfung erwarten und die zuvor erlittenen
Einbußen allmählich wettmachen.

Arbeitsmarkt robust, staatliches Defizit sinkt

Die Krise am Bau infolge gestiegener Zinsen und weiterhin sehr hoher
Baupreise setzt sich fort, vor allem im Wohnungsbau sind die Investitionen
mit -4,2 Prozent (2023) und -3 Prozent (2024) spürbar rückläufig.

Auf dem Arbeitsmarkt bleiben die Auswirkungen der Energiekrise
überschaubar. Die Arbeitslosenquote dürfte von 5,3 Prozent (2022) leicht
auf 5,6 Prozent (2023) steigen und anschließend wieder auf 5,3 Prozent
(2024) sinken. Wegen des Alterns der Bevölkerung dürfte die
Erwerbstätigkeit im laufenden Jahr mit gut 45,9 Millionen Beschäftigten
ihren Zenit erreichen und anschließend sinken.

Die Fehlbeträge in den öffentlichen Haushalten sinken. Maßgeblich sind der
Wegfall krisenbezogener Ausgaben und steigende Einnahmen der
Sozialversicherungen. Das staatliche Defizit sinkt von 2,7 Prozent (2022)
auf 1,7 Prozent (2023) und 0,9 Prozent (2024). Der Schuldenstand im
Verhältnis zum BIP liegt dann bei 63 Prozent.

Aussichten für Weltkonjunktur etwas aufgehellt

Die Weltproduktion dürfte nach 3,3 Prozent im letzten Jahr um 2,8 Prozent
(2023) und 3,0 Prozent (2024) steigen. Positiv wirkt, dass die
Energiepreise wieder deutlich gesunken sind, sich in China mit der Abkehr
von der Null-Covid-Politik die Aussichten auf eine stetige Expansion
verbessert haben und Lieferengpässe die wirtschaftliche Aktivität nicht
mehr ungewöhnlich stark behindern. Bremsend wirkt allerdings die scharfe
Straffung der Geldpolitik, die zu deutlich höheren Finanzierungskosten
geführt hat und die Ausgabenneigung verringert.

Hinweis für den Hörfunk: Ein Audio-File mit O-Tönen von IfW-Konjunkturchef
Stefan Kooths steht zum Download zur Verfügung am Ende unserer
Medieninformation (https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/medieninformationen/2023/schwacher-winter-
drueckt-wirtschaftsleistung-2023-ins-minus/
) auf der Website.

Fragen:

Wie wird sich die Wirtschaftsleistung in diesem und im nächsten Jahr
entwickeln?

Was sind die treibenden Kräfte - welche Faktoren belasten, welche treiben
die Konjunktur?

Die Inflation geht zurück. Setzt sich dieser Trend fort?

Jetzt Berichte lesen:

- „Deutsche Wirtschaft im Sommer 2023: Konjunktur tastet sich aus der
Krise“ (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-
konjunkturberichte/2023/deutsche-wirtschaft-im-sommer-2023-konjunktur-
tastet-sich-aus-der-krise-18335/)
- Weltwirtschaft im Sommer 2023: Expansion bleibt vorerst schwach
(https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-konjunkturberichte/2023
/weltwirtschaft-im-sommer-2023-expansion-bleibt-vorerst-schwach-0/
)

Unser Themendossier Konjunktur (https://www.ifw-
kiel.de/de/themendossiers/konjunktur/) gibt eine Übersicht über alle
unsere Prognosen.

Mehr Infos zum IfW-Forschungszentrum Konjunktur und Wachstum auf dessen
Webseite: https://www.ifw-kiel.de/de/institut/forschungszentren
/konjunktur-und-wachstum/

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