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Rußig ohne Feuer – Vorsicht vor diesen Pilzsporen!

Rußig, braun-schwarz, beinahe wie angebrannt, ziehen manche Ahorn-Bäume
aktuell die Blicke beim Waldspaziergang auf sich: Die Borke des Bergahorns
reißt in Folge eines Pilzbefalls auf und verfärbt sich ungewohnt dunkel.
Dies verursachen die Sporen des Pilzes Cryptostroma cortiale, dem Erreger
der sogenannten Rußrindenkrankheit.

Die Erkrankung bricht vor allem in geschwächten Ahornbeständen und an
frisch gefällten Bäumen aus. Neben dem Bergahorn können auch Feldahorn und
Spitzahorn befallen werden. Trockenheit und Hitze der letzten Jahre sind
vermutlich der Grund für das häufiger werdende Auftreten der
Rußrindenkrankheit. Der Bergahorn hat in Bayern seit 2018 mit dem Pilz zu
kämpfen. Experten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF) vermuten, dass sich im Klimawandel auch der Pilz
weiter ausbreiten wird.

„In den kommenden Sommermonaten wird die Krankheit auch zunehmend bei
bisher gesunden Bäumen auftreten, denn vor allem im Juni und Juli ist die
Sporenausbildung des Pilzes besonders hoch“, prognostiziert Dr. Andreas
Hahn, Leiter der Abteilung Waldschutz der LWF. Viele Bergahorne tragen den
Pilz nämlich bereits seit längerer Zeit in sich, ohne dass es zu einem
Ausbruch mit Symptomen der Rußrindenkrankheit kommt. Sind die Sommermonate
besonders trocken, kann es bei diesen Ahornen zu einem Ausbruch der
Krankheit mit dem typischen rußigen Sporenbelag unter der aufgeplatzten
Borke kommen.

Der Erreger der Rußrindenkrankheit ist in Bayern bereits weit verbreitet.
Die Eindämmung der Krankheit ist daher nicht möglich. „Wir wollen
erforschen, was bei den Bäumen zum Ausbruch der Krankheit führt“,
erläutert Waldschutz-Expertin Dr. Nicole Burgdorf (LWF). „Mit diesem
Wissen könnten wir allen, die im und mit dem Wald arbeiten, wertvolle
Hinweise geben.“ Eines ist jetzt schon klar: Fällung und Abtransportieren
von erkrankten Ahornbäumen aus dem Wald sind nicht notwendig. Dennoch
sollte sowohl das Holz von erkrankten als auch von gesund wirkenden Bäume
aus befallen Beständen nicht weiterverarbeitet werden. Dies schließt auch
die Nutzung als Brennholz ein.

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Energiewende mit Contracting im Rahmen der Energieberatung DEN veröffentlicht Flyer zum Contracting für Energieexperten

Aufgrund von steigender Energiepreise gewinnt das Thema Contracting zunehmend an Bedeutung. Energieeffizienz in Gebäuden spielt eine wesentliche Rolle bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Erreichung der Klimaziele.

Die Energieberater des DEN e.V. beraten in vielen Energieeinsparprojekten zur Reduzierung des Gebäudeenergiebedarfs sowie an Lösungen zur Deckung des Bedarfs mit Hilfe erneuerbarer Energien. Für viele Gebäudeeigentümer stellt die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen sowie der spätere Betrieb von gebäudetechnischen Anlagen ein Hindernis dar. Aus diesem Grund hat das DEN e.V. vergangenes Jahr einen Arbeitskreis „Contracting“ ins Leben gerufen, um sich mit diesen nichttechnischen Hemmnissen der Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen auseinander zu setzen und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren und Hilfestellungen für Energieberater zu erarbeiten.

Im Ersten Schritt hat der Arbeitskreis einen Informationsflyer - Flyer zum Thema Contracting veröffentlicht (https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/wp-content/uploads/2023/06/20230615_KT_Contracting_Infoflyer.pdf), um die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Gebäudeeigentümer die Energieeffizienz in ihren Gebäuden verbessern können, ohne hohe Investitionskosten tragen zu müssen oder die Betreiberverantwortung übernehmen zu müssen.

(…)

Weiterlesen unter https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-10-2023/

Informationen zu den Bildern:
Dipl.-Ing. (FH) Hermann Dannecker, Vorstand DEN e.V.
Bild: © DEN e.V. – Fotografin Kerstin Jana Kater
Download über unsere Homepage unter u.a. Link.

 

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss über 900 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

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Netz von Messstationen dokumentiert Unterschiede bei Wetter und Klima im Stadtgebiet von Freiburg

Daten der Universität Freiburg für alle Stadtteile sind jetzt über
eine App in Echtzeit abrufbar
•       Ein Schwerpunkt des Messnetzes liegt auf der Hitzebelastung der
Freiburger Bevölkerung und Unterschieden innerhalb des Stadtgebiets. Die
Stadt Freiburg unterstützt das Projekt und will die Messergebnisse auch
selbst nutzen
•       Die Daten bilden die Grundlage für mehrere Forschungsprojekte an
der Universität Freiburg zu Klimaforschung und Anpassungsmöglichkeiten von
Städten. „Freiburg wird damit zum Testfeld für Stadtklima-Modelle“, sagt
Umweltmeteorologe Prof. Dr. Andreas Christen

Im Freiburger Stadtteil Zähringen tobt ein Gewitter, im Rieselfeld
hingegen fällt kaum ein Tropfen Regen. In Littenweiler kühlt ein
angenehmer Höllentäler den heißen Sommerabend, im Industriegebiet Nord ist
von dem Wind nichts zu spüren. „Innerhalb einer Stadt wie Freiburg gibt es
große Unterschiede bei Wetter und Klima – diese werden bisher aber kaum
erfasst und auch in Modellen etwa zu Extremereignissen wie Hitzestress
oder Überflutungen wenig berücksichtigt“, sagt Prof. Dr. Andreas Christen,
Professor für Umweltmeteorologie an der Universität Freiburg. Das soll nun
ein Netz von gut 40 Messstationen im Freiburger Stadtgebiet und der
näheren Umgebung ändern. Die gemessenen Daten an den einzelnen Stationen
können von der Öffentlichkeit über die App „uniWeather“ abgerufen werden.
Entwickelt hat sie der Student Gregor Feigel als Projektarbeit. Sie ist im
App Store kostenlos verfügbar (nur für iOS).

Messstationen lassen sich in der App auswählen

Alle derzeit 42 Stationen messen Lufttemperatur, Feuchte und Niederschlag.
Sie übermitteln die Daten alle fünf Minuten per Mobilfunknetz. An 13 der
Stationen wird zusätzlich unter anderem Luftdruck, Wind,
Sonneneinstrahlung und Strahlungstemperatur erfasst. Mithilfe dieser
zusätzlichen Messgrößen kann an den jeweiligen Stationen ebenfalls die so
genannte thermische Belastung errechnet werden, also der Hitze- oder
Kältestress, dem Menschen dort ausgesetzt sind. „Unser Messnetz hat einen
besonderen Schwerpunkt auf Hitze in der Stadt. Das ist in dieser Form
einzigartig“, sagt Christen.

In der App lassen sich sowohl die Messstationen in verschiedenen
Stadtteilen einzeln auswählen als auch Messgrößen wie etwa Niederschlag
oder PET (Physiologisch äquivalente Temperatur), also die Wärmebelastung
anzeigen – inklusive einer Grafik für die vergangenen 24 Stunden. Karten
zeigen in einer Übersicht über das Stadtgebiet Unterschiede bei den
jeweiligen Werten. Die aktuelle Temperatur einer ausgewählten Messstation
lässt sich zusätzlich auf dem Sperrbildschirm des Handys ablesen.

Stadt stellt Masten und Strom zur Verfügung

Beim Aufbau des Messnetzes haben Christen und sein Team eng mit der Stadt
Freiburg zusammengearbeitet, die unter anderem Laternenmasten zur
Befestigung sowie den Strom zum Betrieb der Stationen zur Verfügung
stellt. Die Stadtverwaltung kann die Daten der Universität zukünftig auch
selbst nutzen, um noch zielgenauer extreme Wetterereignisse zu
registrieren. Und klimatische Unterschiede innerhalb der Stadt könnten in
längerfristige städtebauliche Planungen mit einbezogen werden. Weiter ist
geplant, dass die Stadt die Daten in Echtzeit und historisiert über ihre
Datenportale allen Interessierten kostenlos verfügbar macht.

Daten für die Forschung

Entstanden ist das Messnetz an der Universität Freiburg im Rahmen des 2020
gestarteten EU-Projekts „urbisphere“. „Freiburg wird damit zum Testfeld
für Stadtklima-Modelle an mehreren europäischen Universitäten und für
Wetterdienste“, sagt Christen, der das Projekt leitet. Die Forschenden
nutzen die Daten des Messnetzes, um neue Modelle zu entwickeln, die
Klimaveränderungen und Wettervorhersagen kleinräumig auflösen: „Wir
brechen die Entwicklungen herunter auf die Eben von Stadtteilen – wie
betreffen zum Beispiel Wärmeinseln an heißen Tagen Weingarten und wie
Littenweiler?“ Das „urbisphere“-Projekt ist an mehreren europäischen
Universitäten angesiedelt und untersucht weltweit Modellstädte. Es läuft
noch bis 2027 und wird durch einen Synergy Grant des European Research
Council (ERC) der EU mit insgesamt zwölf Millionen Euro gefördert.

Künstliche Intelligenz errechnet Modelle

Auch das gemeinsame Projekt „I4C – Intelligence for Cities“ der
Universität Freiburg und mehrerer Freiburger Fraunhofer-Institute nutzt
die Daten des Messnetzes. Es erforscht mithilfe von Künstlicher
Intelligenz (KI), welche Stadtteile besonders Hitze, Hochwasser und
Stürmen ausgesetzt sind und wie wir darauf reagieren können. Betrachtungen
zu Ethik und Datenschutz beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz sind
ebenfalls Thema. Das Projekt wird geleitet von dem Informatiker Prof. Dr.
Thomas Brox, Professor für Mustererkennung und Bildverarbeitung an der
Universität Freiburg, und vom Bundesumweltministerium als „KI Leuchtturm“
gefördert.

Die Freiburger App „uniWeather“ für iOS gibt es kostenlos im App Store
unter https://apps.apple.com/de/app/uniweather/id6443663033

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HALES will „Inseln des Gelingens“ für eine Nachhaltige Entwicklung im Ruhrgebiet wachsen lassen

Aufbruchstimmung bei der Auftaktkonferenz des Transferprojekts THALES der
Hochschule Bochum

Dieser Auftakt sorgte für Aufbruchstimmung: Mit dem Startschuss für
„THALES“, das an Nachhaltigkeit orientierte Transferprojekt der Hochschule
Bochum in der Metropole Ruhr, haben die Beteiligten aus Wissenschaft,
Kommunen Gesellschaft, sowie Unternehmen und Organisationen sich gemeinsam
auf den Weg in eine nachhaltigere Zukunft gemacht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium
für Kultur und Wissenschaften des Landes NRW fördern im Rahmen der Bund-
Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ das Projekt THALES (Transfer Hub
for the Advancement, Livability and Efficacy of Sustainability
Transformations) für fünf Jahre bis 2027 mit bis zu 9,7 Mio. Euro.

Das THALES-Projekt stellt sich den Herausforderungen des Wandels der
Region. Es bringt Forschungsergebnisse aus dem Bereich Nachhaltigkeit in
der Metropole Ruhr zur Umsetzung. Das Ziel: Technische, wirtschaftliche
und soziale Innovationen sollen in der Mitte unserer Gesellschaft ankommen
und dauerhaft angewendet werden.

Zur Begrüßung verwies Dr. Dorothea Schostock, Leiterin des Referates
„Nachhaltige Entwicklung, Koordination Nachhaltigkeitsstrategie NRW,
Umwelttrends“ im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW
nachdrücklich auf den riesigen CO2-Fußabdruck unserer bevölkerungsreichen
Region. Die Region weise zugleich die höchste Hochschuldichte Europas und
damit ein enormes Potenzial für Innovation auf. Dorothea Schostok
erinnerte daran, dass der Bericht des Club of Rome zu den Grenzen des
Wachstums bereits vor über 50 Jahren erschienen ist. „Das Wissen ist da“,
fasste sie zusammen, „aber das Handeln fehlt!“

Prof. Dr. Mi-Yong Becker, Hochschul-Vizepräsidentin und wissenschaftliche
Leitung des THALES-Projekts, sieht gerade dort die Stärken: Gemeinsam und
gemeinschaftlich zu handeln und Multiplikator*innen zu gewinnen, habe sich
THALES auf die Fahnen geschrieben. Es gehe darum, Innovationen zu den
Menschen zu bringen. Es gehe um erfolgreiche Projekte, die mit ihrer
Strahlkraft überzeugen und motivieren – so sehr, dass sie andere einladen,
mitzumachen und zu wachsen… Das seien, in Uwe Schneidewinds Worten,
„Inseln des Gelingens“.

THALES umfasst neun Transferprojekte aus den Transformationsfeldern
„Resilienz, Mobilität, Energie“, „Nachhaltiges Leben und Wirtschaften“ und
„Produzieren, Planen, Bauen“. Es sind Ergebnisse der hochschuleigenen
Forschung und des Transfers, die sich in THALES neu definieren und zu
gesellschaftlichen Transformationsfeldern formieren. An ihnen arbeiten die
Forschenden der Hochschule schon jetzt im Rahmen zahlreicher Kooperationen
mit den Akteuer*innen der Region zusammen. Zur Auftaktkonferenz konnten
Gäste und Hochschulgemeinschaft die einzelnen Projekte und ihre Teams
besuchen und kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen und sich neu
vernetzen.

An der Hochschule Bochum werden Lehre, Forschung und Transfer
zusammengedacht. Dies zeigte insbesondere der „Markt der Möglichkeiten“
auf dem an über 20 Ständen zahlreiche auch über THALES hinausgehende
Forschungs- und Transferprojekte, viele von Studierenden entwickelt und
getragen, präsentiert wurden. Dies lieferte vor allem Inspiration für
Synergien zwischen verschiedenen Projekten. So kann etwa die Akzeptanz von
E-Scootern (Transferprojekt 2) gesteigert werden, wenn diese z.B. mit
„Stadtmöbeln“ kombiniert würden, die zugleich auch für Zonen mit mehr
Lebensqualität sorgen können (Transferprojekt 3).

Eine Schlüsselrolle für das THALES-Projekt spielt der
Transformationsbeirat, der das Projekt begleiten und beraten soll. In
diesem Gremium kommen 13 Transformationsexpert*innen zusammen, die das
Projekt kritisch begleiten, beraten und unterstützen sollen:

Christiane Aufferman (IHK Mittleres Ruhrgebiet), Dr. Vera Battis-Reese
(Kultur Ruhr GmbH), Ulf Dannehl (Stadt Bochum), Prof.'in Julia Frohne
(Business Metropole Ruhr GmbH), Karola Geiß-Netthöfel (Regionalverband
Ruhr), Prof. Dr. Andreas Knie (Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung – WZB), Dr. Christine Lemaitre (Deutsche Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.), Prof. Dr. Andreas Löschel (Ruhr-
Universität Bochum), Aysel Osmanoglu (GLS Bank), Prof. Dr. Uwe
Schneidewind (Stadt Wuppertal), Michael Schüring (Centrum für
Bürgerschaftliches Engagement e.V. – CBE), Evelin Unger-Azadi (Ministerium
für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW), Prof.'in Dr. Angelika
Zahrnt (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. – BUND).

Hürden und Chancen für eine Transformation urbaner Räume zur
Nachhaltigkeit führte Prof. Dr. Uwe Schneidewind in seinem Impulsvortrag
auf. Mit Kreativität, Lebendigkeit und Ästhetik ließe sich das
Zusammenspiel komplexer Sachverhalte besser bewältigen, die
„Zukunftskunst“ der Transformation könne Blockaden, die durch die
Komplexität der Diskurse entstehen, lösen. Nicht nur für die Forschung
selbst, sondern erst recht für das Gelingen nachhaltiger Transformation
gelte es, die eigene Bequemlichkeit hinter sich zu lassen.

Wie wichtig Politik für Transformationstransfer tatsächlich ist, das
betonte in der abschließenden Podiumsrunde Andreas Knie (WZB). Man solle
in Transformationsvorhaben immer auch an ihrer Politikreife arbeiten,
appellierte er. Angelika Zahrnt (BUND) griff die „Inseln des Gelingens“
auf und bekräftigte, dass eine Verbindung dieser Inseln nötig sei und
nicht die Schaffung eines Archipels. Inseln des Gelingens bedingen also
das Miteinander, damit sie zu ganzen Landschaften zusammenwachsen.

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