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The Cellist Ballett von Cathy Marston, Opernhaus Zürich, besucht von Marinella Polli

 Giulia Tonelli, Esteban Berlanga und Wei Chen Foto Gregory Batardon
Giulia Tonelli, Esteban Berlanga und Wei Chen Foto Gregory Batardon

Inszenierung und Besetzung
Szenarium von Cathy Marston und Edward Kemp
Musik von Philip Feeney nach Edward Elgar, Ludwig van Beethoven, Gabriel Fauré, Felix Mendelssohn Bartholdy, Alfredo Piatti, Sergej Rachmaninow und Franz Schubert
Choreografie Cathy Marston Musikalische Leitung Paul Connelly Bühnenbild Hildegard Bechtler Kostüme Bregje van Balen Lichtgestaltung Jon Clark Dramaturgie Edward Kemp, Michael Küster

‚The Cellist‘ ist ein Ballett von Cathy Marston, die früher Associate Artist am Royal Opera House, im 1994 Tänzerin im Opernnhaus Zürich und von 2007 bis 2013 Direktorin des ‘Bern Ballett’ war. Die international bekannte Choreographin wird nächsten Herbst als Nachfolgerin von Christian Spuck die Leitung des ‘Ballett Zürich’ übernehmen.

Die tragische Geschichte einer Cellistin

Die Jahrhundertkünstlerin Jacqueline Du Pré mit Ihrem Cello
Die Jahrhundertkünstlerin Jacqueline Du Pré mit Ihrem Cello

Die sehr involvierende Choreographie, die 2020 für das Londoner Royal Ballet kreiert wurde, setzt die tragische Geschichte der Cellistin Jacqueline Du Pré im Mittelpunkt, und insbesondere deren tiefe Verbindung zu ihrem Instrument. Marstons Ballett konfrontiert uns mit einem höchstbegabten Mädchens, das schon als vierjährige vom Klang eines Cellos so fasziniert ist, dass ihre Mutter entscheidet, ihr sofort den ersten Unterricht zu erteilen. Verschiedene Lehrer werden folgen, bis die junge Du Pré in den 60er Jahren den auch noch jungen Dirigenten Daniel Barenboim kennenlernt und heiratet. Die Zeit des perfekten privaten und beruflichen Glücks beginnt, und die Cellistin wird überall in der Welt ein gefeierter Star. Aber, so wie es im Leben oft geht, das Glück dauert nicht ewig. Für die britische Künstlerin  besonders, der plötzlich Multiple Sklerose diagnostiziert wird. Dies zwingt sie, nach einem vergeblichen Kampf, ihre Karriere zu beenden. Viel zu früh; viel zu tragisch. Alles zerbricht, auch die Ehe mit Barenboim; die schreckliche Krankheit gibt keine Ruhe, sie schreitet weiter fort; bis dass der Tod die Künstlerin erlöst.

 

 

Eine Schweizerische Erstaufführung, die dem Publikum das Herz stiehlt

Giulia Tonelli und Wei Chen Foto Gregory Batardon
Giulia Tonelli und Wei Chen Foto Gregory Batardon

Das Schicksal der Jahrhundertkünstlerin wird von Cathy Marston mit poetischen, melancholischen aber sehr packenden choreographischen Bildern erzählt. Zuerst mit grosser Behutsamkeit, dann mit expressiven, kraftvollen Bildern. Alles wird mit einer sehr menschlichen Sprache choreographisch nachgezeichnet: die ersten Jahre des ‘enfant prodige’, die stürmische Energie der erfolgreichen Jahren, die unerklärliche Müdigkeit, die zerstörten Nerven und Muskeln, den harten Weg in die Katastrophe bis zum tragischen Ende, das heisst bis 1987, als Jacqueline Du Pré in London im Alter von 42 Jahren stirbt. Marstons Ballett hinreisst, geht unter die Haut, bricht das Herz.

Die grosse Leistung der Solotänzer

Giulia Tonelli, die Erste Solistin des Balletts Zürich
Giulia Tonelli, die Erste Solistin des Balletts Zürich

Einfach grossartig die Leistung von Giulia Tonelli in der Titelrolle, von Wei Chen als das Instrument (ja, das Cello wird auch von einem Tänzer perfekt und plausibel verkörpert) und von Esteban Berlanga als der Dirigent: mit ihnen wird die Musik Tanz und umgekehrt wird der Tanz  Musik. Mit einer Körpersprache, die nicht nur narrativ, sondern Ausdruck jeder Emotion, Spiegel der Seele ist; Jacqueline Du Pré perfekte, totale Musikalität und ihre Menschlichkeit werden auch choreographisch verewigt.

Die Musik

Giulia Tonelli, Esteban Berlanga und Wei Chen Foto Gregory Batardon
Giulia Tonelli, Esteban Berlanga und Wei Chen Foto Gregory Batardon

Einige der schönsten Werke für Cello von Elgar, Beethoven, Fauré, Mendelssohn, Piatti, Rachmaninoff und Schubert – insbesondere jene aus dem Repertoire der Cellistin – wurden vom britischen Komponisten Philip Feeney in eine hervorragende Partitur integriert, die von Solocellist Lev Sivkov, von Kateryna Tereschenko am Klavier und von der Philarmonia Zürich unter der brillianten Leitung von Paul Connelly meisterhaft ausgeführt wurden.

Bedeutende Biographien bewegen immer

Giulia Tonelli Foto Gregory B atardon
Giulia Tonelli Foto Gregory B atardon

Die sehr eloquente Choreographie erklärt auch vollkommen, wieso Cathy Marston vom Leben der legendären Cellistin so bewegt wurde: abgesehen davon, dass Biographische Ballette sehr abendfüllend sind, tragische Schicksale oder ausserordentliche Lebensgeschichten haben Künstler im Grunde immer inspiriert. Biographische Werke haben eine lange Tradition und werden auch heute vom Publikum besonders geschätzt, mehr, man merkt ein starkes Bedürfnis nach grossartigen biographischen Beispielen, auch wenn diese aus  einer anderen Perspektive erzählt werden.

‘The Cellist’, das noch bis 22.Juni und im Opernhaus Zürich aufgeführt wird, überzeugte total, und das Premièrenpublikum spendete einen lautstarken Beifall.

Text: https://marinellapolli.ch/

Fotos: www.opernhaus.ch 

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch www.leonardwuest.ch

Giula Tonelli und Wei Chen Foto Gregory Batardon

Wei Chen Foto Gregory Batardon

Giulia Tonelli Foto Gregory Batardon

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Mach mal leise“ – 18. Jenaer Akustik-Tag am 26. April 2023 an der Ernst- Abbe-Hochschule Jena

Dr. Martin Fischer referiert über akustische Anforderungen bei der Fahrwerksentwicklung  Christina Nolte  EAH Jena
Dr. Martin Fischer referiert über akustische Anforderungen bei der Fahrwerksentwicklung Christina Nolte EAH Jena

Am 26. April 2023 führte der Jenaer Akustik-Tag wieder Menschen aus
Wissenschaft, Industrie, Verwaltung und Öffentlichkeit in der Aula der
Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena zusammen. Zu den etwa 60 Gästen gehörten
auch 20 Studierende. Der Tag gegen Lärm findet seit vielen Jahren Ende
April statt. Das diesjährige Motto beschreibt das Anliegen positiv: „Mach
mal leise“.

Die Fähigkeit Geräusche wahrzunehmen ist eine geniale Möglichkeit der
Orientierung für Tier und Mensch. Vieles passiert unbewusst. Das Ohr ist
immer auf Empfang. Unerwünschter Hörschall, also Lärm, kann da zu
Belästigungen, Beeinträchtigungen oder gar Schäden führen, die das
seelische und körperliche aber auch soziale Wohlbefinden beeinträchtigen.
Störungen in Erholungsphasen erzeugen beispielsweise Stress und belasten
das Herzkreislaufsystem. Behinderung von Kommunikation kann zu
Missverständnissen und Gefahrensituationen und Gehörverlust zur Isolation
führen. Es gibt also ausreichend Motivation, für die Fragen der Entstehung
und Wirkung von Geräuschen zu sensibilisieren und ggf. nach Ansätzen ihrer
Vermeidung oder Reduktion zu suchen. Genau das ist Ziel der Aktionen zum
Tag gegen Lärm. Als eine davon versteht sich der mittlerweile zur
Tradition gewordene Jenaer Akustik-Tag.
In mehreren Vorträgen wurden die Schwerpunkte Schallemission,
Schallausbreitung, Lärmwirkung und Geräuschminderung in konkreten
praktischen Zusammenhängen betrachtet. Prof. Christian Dobel von der HNO-
Klinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter der
Tinnituszentrums berichtete zum Beispiel aus seinem Arbeitsumfeld über
„Die Messung des Tinnitus als Verhaltensphänomen“. Dabei war interessant
zu erfahren, dass der Tinnitus an sich eigentlich nicht zu behandeln ist,
sondern die Therapie auf ein Leben mit dieser Erscheinung abzielt. Der
individuelle Leidensdruck ist die medizinische Messgröße. Für die
Entwicklung von Maßnahmen zur Lärmreduktion ist die Lokalisierung von
Schallquellen eine wichtige Grundlage. Dr. Thomas Rittenschober von der
Firma Seven Bel aus Linz stellte dazu eine effektive Methode mit bewegten
Mikrofonen vor. Bei der Fahrzeugentwicklung spielt die Verbindung von
Luft- und Körperschall eine wesentliche Rolle. Zu konkreten Anforderungen
in diesem Bereich trug Dr. Martin Fischer von Thyssenkrupp Automotive in
Eschen vor.
Zahlreiche Rückfragen aus dem Publikum zu den Vorträgen verdeutlichten das
rege Interesse an diesen Themen. Dr. Fischer, ehemaliger Promovend der EAH
Jena, resümierte: „Ich bin gern nach Jena zum Akustik-Tag gekommen, denn
ich möchte Menschen für Akustik begeistern. Es war eine tolle Gelegenheit,
alte Kolleginnen und Kollegen wiederzutreffen und mich mit neuen
Akustikfachleuten zu vernetzen.“
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden den Gästen entsprechende Labore an
der EAH Jena gezeigt. Besonders beeindruckte die Wirkung des schallarmen
Halbraums mit sehr geringen Nachhallzeiten. Im Hallraum bemerkten Gäste
vom IDMT (Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie) Ilmenau:
"Gut zu wissen, dass es so etwas in Thüringen gibt."
In allen Beiträgen fand sich mehr oder weniger die Botschaft: Mach mal
leise!

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Urban Supply Chain Symposium: Solarboot, Drohne, autonomes Lastenrad? Lösungen für eine nachhaltige Stadtlogistik

Urban Supply Chain Symposium am Campus Wilhelminenhof der HTW Berlin  Maurice Renois  HTW Berlin
Urban Supply Chain Symposium am Campus Wilhelminenhof der HTW Berlin Maurice Renois HTW Berlin

75 Expert*innen der urbanen Logistik aus Praxis, Politik und Wissenschaft
tauschten am 27. und 28. April auf dem 2. Urban Supply Chain Symposium der
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin erfolgreich Perspektiven,
Visionen und konkrete Lösungen für eine nachhaltige Stadtlogistik aus. Die
zentrale Erkenntnis: Nachhaltige Konzepte können nur im kooperativen Stil
entwickelt und umgesetzt werden. Key Notes und Podiumsdiskussionen waren
hochrangig mit Vorständen, Politiker*innen und erfahrenen
Wissenschaftler*innen besetzt. Referiert wurde in drei Themenblöcken:
Ziele, Steuerung und Regulation von Wirtschaftsverkehr (1), Flächen und
Mikro-Hubs (2) und Innovative Transportmittel (3).

Auf dem von Prof. Dr. Stephan Seeck (HTW Berlin) ausgerichteten Urban
Supply Chain Symposium debattierten 75 Expert*innen der Urbanen Logistik
aus ganz Deutschland über Herausforderungen und Lösungen für die
nachhaltige Belieferung von urbanen Räumen. Politik, kommunale Verwaltung,
Verbände, Logistikdienstleister, Versender, Technologieanbieter und die
Wissenschaft behandelten die drei Themen aus unterschiedlichen
Perspektiven: Ziele, Steuerung und Regulation von Wirtschaftsverkehr (1),
Flächen und Mikro-Hubs (2), Innovative Transportmittel (3). Die
Veranstaltung bestätigte, dass neue Konzepte und Lösungen für die urbane
Logistik nur ganzheitlich und im kooperativen Stil entwickelt werden
können. “Wir haben nicht genug getan. Optimieren, reduzieren, vermeiden.
Jeder von uns, sofort!”, rief Key-Note Speaker Marco Schlüter (COO, Hermes
Germany) die Akteure zum aktiven Handeln auf.

Erkenntnis Thema 1: Ziele, Steuerung und Regulation von Wirtschaftsverkehr

31 Prozent der Berliner Emissionen entstehen durch Verkehr. Private
Mobilität nimmt ab, der Wirtschaftsverkehr zu. Best Practice-Beispiele
seitens Kommunen sind z. B. Liefer-/Ladezonen und multifunktionale Mikro-
Depots, die nicht nur als Logistikfläche fungieren, sondern auch einen
sozialen Charakter als Nachbarschaftstreffpunkt erfüllen. Auch
Paketstationen stehen sie offen gegenüber, sofern diese anbieterneutral
sind. Regulierung wird kontrovers diskutiert, Einigkeit besteht jedoch im
Punkt, dass zuerst Lösungen angeboten werden müssen, bevor die
Regulierung, z. B. durch Einfahrtsbeschränkungen kommt. Ein White-Label-
Logistikdienst sieht die Wirtschaft als unrealistisch an, unter anderem
aufgrund der Datenaustausch-Problematik. An Key Notes und/oder
Podiumsdiskussionen in diesem Themenblock waren beteiligt Carola Pahl
(Projektleitung nachhaltige Stadtlogistik, Wiesbaden), Christoph Wurth
(Geschäftsbereichsleiter Auslieferung, Deutsche Post DHL), Dr. Meike
Niedbal (Staatssekretärin Mobilität, Berliner Senat), Heike Bunte
(Klimamanagerin Mobilität, Hamburg-Altona), Oliver Igel
(Bezirksbürgermeister Treptow-Köpenick), Sebastian Czaja (FDP).

Erkenntnis Thema 2: Flächenknappheit und Mikro-Depots

Die dringend benötigten Flächen für Mikro-Depots und Paketboxen sind
knapp. Kommunen nehmen sich vor, kreativ zu werden, um vorhandene Flächen
anzubieten, können dies jedoch nur zeitlich begrenzt tun. Gleichzeitig
wächst das privatwirtschaftliche Angebot an Flächen, z. B. in Parkhäusern.
Wichtig in der Planung von Mikro-Depots ist, diese gemeinsam mit
Logistikprozessen zu denken, um einen effizienten und reibungsfreien
Betrieb zu ermöglichen. Attraktive Mikro-Depot-Standorte liegen primär im
Inneren der Stadt, aber auch verdichtete Außenbezirke können hohe
Potenziale bieten. Insbesondere Lastenräder können in solchen Gebieten
wirtschaftlich sein, wenn ca. 100 Sendungen pro km² erreicht werden und
die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs < 15 km/h ist.
Logistikdienstleister fordern von den Kommunen eine klare Strategie und
klare Ansprechpartner*innen, um nicht nur temporäre Pilotprojekte zu
starten, sondern langfristig und planbar Prozesse umzustellen, kurz: ein
„Ja“ zur Logistik. Konsens herrscht, dass Logistik-Flächen in Neubauten
berücksichtigt werden sollen. An Key Notes und/oder Podiumsdiskussionen in
diesem Themenblock waren beteiligt Inga Töller (CMO, Onomotion), Kathrin
Zabel (Vorstand, ProPaketBox), Marco Schlüter (COO, Hermes), Martin
Schmidt (CEO, Cycle Logistics), Nico Keinath (Referent Wirtschaftsverkehr
Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz
Berlin), Niels Christ (Director, Apcoa), Saskia Ellenberg
(Bezirksstadträtin Tempelhof-Schöneberg).

Erkenntnis Thema 3: Innovative Transportmittel – der Mix macht’s

Innovative Transportmittel wurden in Pilotprojekten erprobt und
Einsatzszenarien aufgezeigt: Mit Solarboten liefert DHL 350 Pakete täglich
zum Berliner Westhafen und von dort mit Lastenrädern aus. Autonome
Lastenräder eignen sich zur Unterstützung der Zusteller*innen in
hochverdichteten Gebieten. Komplett autonome Fahrzeuge können in
Kombination mit Zustellrobotern kleinere Sendungsmengen effizient
zustellen. Die Paketzustellung per Tram und Lastenrad soll weiter in einem
Frankfurter Mischgebiet getestet werden. Die Drohne eignet sich für eher
schlecht angebundene ländliche Bereiche. Doch es wird keine
allgemeingültige Lösung geben, es muss einen Mix an innovativen
Transportmitteln und weiteren Maßnahmen geben. Die Politik muss
Rahmenbedingungen schaffen, Wissenschaft und Praxis ganzheitliche Konzepte
entwickeln und die Praxis die Lösungen in die Breite bringen. Dies gelingt
nur kooperativ. An Key Notes und/oder Podiumsdiskussionen in diesem
Themenblock waren beteiligt Andreas Schwager (Projektmanager, Deutsche
Post DHL), Prof. Dr. Birte Malzahn (HTW Berlin), Gerd Seber
(Sustainability Manager, DPD), Julian Maas (Wissenschaftlicher
Mitarbeiter, TU Berlin), Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke (UAS Frankfurt),
Martin Schmidt (Cycle Logistics), Dr. Tom Assmann (Otto-von-Guericke-
Universität Magdeburg).

Über das Urban Supply Chain Symposium:

Das Urban Supply Chain Symposium schafft einen Raum, um Akteure aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen und auf fachlich
hohem Niveau über gemeinsame Visionen, Herausforderungen und konkrete
Lösungen für eine nachhaltige urbane Logistik zu debattieren. Dies
geschieht in einem einzigartigen Format aus Key Notes, Podiumsdiskussionen
und Round Tables, in denen jeder und jede zur Wort kommt. Die Begrenzung
auf 75 Teilnehmer*innen ermöglicht einen qualitativ hochwertigen
Austausch. Die Veranstaltung ist deutschsprachig und findet seit 2022
jährlich statt.

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Hocheffizientes TUM-Elektroauto vorgestellt

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und Prof. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, bei der Premiere des muc023. /English version: Bavaria's Minister of Science Markus Blume, Munich's second mayor Katrin Habenschaden and Prof. Thomas F. Hofmann, President of TUM, at the premiere of muc023.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und Prof. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, bei der Premiere des muc023. /English version: Bavaria's Minister of Science Markus Blume, Munich's second mayor Katrin Habenschaden and Prof. Thomas F. Hofmann, President of TUM, at the premiere of muc023.

Premiere für das neue Wettkampfauto der Studierendengruppe TUfast Eco. Das
neue Elektroauto soll an vergangene Erfolge anknüpfen und in Sachen
Effizienz neue Maßstäbe setzten. Geringeres Gewicht, ein erhöhter
Wirkungsgrad einzelner Komponenten und ein deutlich verringerter
Luftwiderstand zeichnen das neue Modell gegenüber seinem Vorgänger aus. Im
Mai 2023 soll sich das Fahrzeug beim Shell Eco Marathon mit anderen
Studierendengruppen aus Europa messen.

Elektromobilität möglichst effizient zu gestalten, ist nicht nur eine
Herkulesaufgabe für die Industrie, auch Studierende der Technischen
Universität München (TUM) arbeiten intensiv an diesem Ziel. Unter dem
Teamnamen TUfast Eco tritt die Studierendeninitiative in diesem Jahr
bereits zum zwanzigsten Mal bei internationalen Wettbewerben an. Garant
für erneute Topplatzierungen soll das nun vorgestellte muc023 Elektroauto
sein. Im Beisein des Bayerischen Wissenschaftsministers Markus Blume,
Münchens zweiter Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und des Präsidenten
der TUM, Prof. Thomas F. Hofmann, präsentierte das Team sein neues E-Auto
der Öffentlichkeit.

Weiterentwicklung des Vorgängers noch effizienter

Muc023 ist mit rund 65 Kilogramm ganze zehn Kilogramm leichter als sein
Vorgänger. Möglich machen das unter anderem Anpassungen an der Karosserie
und neue Radaufhängungen, die knapp 40 Prozent leichter als die des
Vorjahres sind. Auch die Effizienz der elektrischen Bauteile konnte das
Team verbessern. So laufen die neuen permanent erregten Synchronmotoren
auf dem Prüfstand bis zu fünf Prozent sparsamer als die bisher verwendeten
Modelle. Um möglichst sparsam mit der in den Akkus gespeicherten
elektrischen Energie zu hantieren, spielt auch die Aerodynamik eine noch
stärkere Rolle als bislang.

Verkleidete vordere Radkästen und ein angepasster Hinterwagen verhelfen
dem muc023 zu einem cw-Wert von gerade einmal 0.13, rund 20 Prozent
weniger als beim Vorgänger (0.16) und deutlich weniger als selbst stark
optimierte Pkw, die sich im Bereich von 0.20 ansiedeln. Der Wert gibt
vereinfacht ausgedrückt an, wie windschlüpfig ein Körper im Luftstrom ist.
„Unser Team ist sehr stolz auf das neue Auto. Wir haben aus den
vergangenen Wettbewerben viel gelernt und für muc023 das Augenmerk auf
Details gelegt. Die Summe an Verbesserungen ergibt ein beeindruckendes
Ergebnis, das sich hoffentlich auch in den Ergebnissen bei den anstehenden
Challenges widerspiegelt“, erklärt Gleb Lialine, Team-Manager des TUfast
Eco Teams.

Die Daten des muc023 im Überblick:

Leistung: 570 Watt / 0,77 PS
Drehmoment: 12,7 Nm
Luftwiderstandsbeiwert: 0.13

Innovation und gesellschaftliche Verantwortung

TUM-Präsident Hofmann lobte den Einsatz der Studierenden: „Sie werden
angetrieben von ihrer Leidenschaft für den Wettbewerb. Und ihr Fahrzeug
ist ein wunderbares Beispiel dafür, worum es uns an der TUM geht:
Spitzeninnovationen, die in eine konkrete Anwendung umgesetzt werden und
alles verbunden mit der gesellschaftlichen Verantwortung für mehr
Nachhaltigkeit. Besonders begeistert mich auch, wie viele unterschiedliche
Disziplinen hier zusammenwirken, von den Ingenieurwissenschaften über
Informatik und Design bis hin zu Management. Und die Mitglieder von TUfast
kommen aus 80 verschiedenen Ländern. Wir als TUM werden das Projekt
deshalb weiterhin bestmöglich unterstützen.“

Wissenschaftsminister Blume sagte: „Die Studentinnen und Studenten machen
den besonderen TUM-Spirit aus. Wir alle sind unglaublich stolz auf das
phantastische Engagement und die vielen erfolgreichen Teams an der TUM.
Sie kombinieren Innovation mit nachhaltigem Verantwortungsbewusstsein für
die Zukunft unserer Gesellschaft. Genau das brauchen wir. Und wir drücken
alle Daumen für das TUfast Eco Team für die anstehenden Wettbewerbe!“

Wettbewerb findet einmal pro Jahr statt

Der Shell Eco Marathon wird jährlich ausgerichtet und findet auf
unterschiedlichen Kontinenten statt. Das Team der TUM tritt mit seinem
Elektrofahrzeug beim europäischen Ableger der Veranstaltung an. 2023
starten die Studierenden zum vierten Mal in der Kategorie Urban Concept,
bei der die Autos auch eine gewisse Nähe zu anwendbaren Pkw aufweisen
müssen und keinen reinen Prototypen-Status haben. 2022 holte sich das Team
in der Gesamtwertung den zweiten Platz, in diversen Unterkategorien wurde
TUfast Eco Erster.

Eigene Forschung schon während des Studiums

Studentische Forschungsgruppen und Studierendeninitiativen haben an der
TUM eine lange Tradition. Teams wie TUfast bieten den Studierenden die
Möglichkeit, das im Studium erarbeitete Wissen direkt in die Praxis
umzusetzen und selbstständig zu forschen. Dabei können die Gruppen
regelmäßig in Wettbewerben überzeugen und standen oft an der Spitze.

Weitere Informationen:

Webseite des TUfast Eco Teams: https://tufast-eco.de/

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