Schließung von 315 deutschen Praktiker-Märkten ist eine sinnvolle Marktbereinigung
Zwanzig Prozent auf alles - außer Tiernahrung." Der nervige aber einprägsame Werbeslogan von Praktiker ist ein Indiz, warum die drittgrößte deutsche Baumarktkette gescheitert ist. Wer zu sehr auf die Schnäppchen-Strategie setzt, lockt zwar kurzfristig Kunden. Doch ist die Billig-Kampagne zu Ende, gehen diese wieder anderswo einkaufen. Vor allem gehört zum soliden wirtschaftlichen Erfolg mehr. Prima Produkte, gute Lage und vor allem freundlich-kompetente Beratung sind wichtig. Wobei Letzteres in Baumärkten sehr unterschiedlich geschieht. Heimwerker-Laien fühlen sich oft alleingelassen. Wenn sie überhaupt Personal finden, parliert das in unverständlichem Fachjargon. Aber auch nette, kompetente Hilfe kann man erleben. Abgesehen von den spezifischen Problemen von Praktiker dürfte Deutschland mit seinen rund 2400 Bau- und Heimwerkermärkten schlicht überversorgt sein. Die Zahl derer, die selbst tapezieren, Fliesen verlegen oder ihre Gartenlaube persönlich zusammenbauen, ist nicht unendlich steigerbar.
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Die deutsche Industrie hat im Juni erneut empfindliche Einbußen hinnehmen müssen. Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für das Verarbeitende Gewerbe sank gegenüber dem Vormonat von 49,4 auf aktuell 48,6 Zähler. Damit notierte der wichtige Konjunkturfrühindikator bereits den vierten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Die meisten Unternehmenkonnten ihre Produktion zwar geringfügig steigern, sahen sich jedoch ein weiteres Mal mit schrumpfenden Auftragseingängen konfrontiert. Viele Hersteller reagierten auf die rückläufigen Bestellungen mit weiteren Stellenstreichungen und den stärksten Preissenkungen seit dreieinhalb Jahren. "Die Unternehmen profitierten auch im Juni von sinkenden Einkaufspreisen. Niedrigere Kosten halfen ihnen, dem Wettbewerbsdruck besser standzuhalten", betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt.