Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im September gegenüber dem Vormonat um 4 Punkte auf saisonbereinigt 128,0 Punkte gestiegen. Dieser ungewöhnlich starke Anstieg geht vor allem auf den Containerumschlag in chinesischen Häfen zurück. In vielen anderen Weltregionen ist er nochmals deutlich zurückgegangen.
Das Wichtigste in Kürze:
• Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im September mit 128,0 Punkten gegenüber 124,0 Punkten (revidiert) im Vormonat kräftig gestiegen.
• In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag kräftig ausgeweitet worden. Ihr Indexwert erhöhte sich von 139,4 auf 151,5 Punkte. Allerdings liegen für die chinesischen Häfen bislang nur wenige Daten für September vor, sodass dieser Anstieg sehr unsicher ist.
• Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist im September gegenüber dem Vormonat von 102,0 (revidiert) auf 99,0 Punkte deutlich zurückgegangen.
• Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für Oktober 2023 wird am 30. November 2023 veröffentlicht.
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der Rückgang des Containerumschlags in den europäischen Häfen passt zu der Einschätzung, dass die Produktion im dritten Quartal in Europa zurückgehen wird. Erst zum Ende dieses Jahres ist mit einer allmählichen Erholung des europäischen Containerumschlags zu rechnen.“
Wissenschaftliche Ansprechpartner: Prof. Dr. Torsten Schmidt, Tel.: (0201) 8149-287, torsten.schmidt@rwi- essen.de
Agiles Arbeiten hat sich in den letzten Jahren als Schlüsselstrategie in der modernen Geschäftswelt etabliert. Es ermöglicht Unternehmen, sich flexibel an verändernde Marktbedingungen anzupassen und innovativ zu bleiben. Besonders im Mittelstand, wenn Anpassungsfähigkeit oft über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, gewinnt diese Arbeitsweise an Bedeutung.
Hier wird ein kurzer Überblick über den Wandel in der Arbeitswelt gegeben und warum Agilität für mittelständische Unternehmen relevant ist.
Scrum – die Grundlagen erklärt
Scrum ist eine der bekanntesten agilen Methoden und hat sich als praktikabler Rahmen für die Produktentwicklung etabliert. Dabei wird die Arbeit in sogenannte "Sprints" unterteilt, kurze, zeitlich begrenzte Phasen, in denen konkrete Aufgaben bearbeitet werden. Im Scrum-Umfeld gibt es drei Hauptrollen, die das Rückgrat dieses Systems bilden.
Zum einen gibt es den Product Owner, der die Vision des Produkts festlegt und Prioritäten setzt. Dann ist da das Scrum Team selbst, das aus den eigentlichen Entwicklern besteht und die Arbeit umsetzt. Und schließlich gibt es den Scrum Master, der sicherstellt, dass das Team nach den Scrum-Prinzipien arbeitet, Hindernisse beseitigt und den Prozess kontinuierlich verbessert. Für diese Rolle kann man sich durch eine online Scrum Master Ausbildung qualifizieren.
Die Rolle des Scrum Masters im Überblick
Der Scrum Master nimmt eine zentrale Stellung im Scrum-Prozess ein, ist jedoch nicht mit einem traditionellen Projektmanager zu verwechseln. Die Hauptaufgabe des Scrum Masters besteht, wie bereits angesprochen, darin, sicherzustellen, dass das Team effizient nach den Scrum-Prinzipien arbeitet. Dabei fungiert er als Coach und Mentor, er hilft dem Team, Hindernisse zu überwinden und sorgt dafür, dass alle Beteiligten die Scrum-Regeln verstehen und einhalten.
Zusätzlich ist er Vermittler zwischen dem Team und externen Stakeholdern, er schützt das Team vor Ablenkungen und achtet darauf, dass die Kommunikation reibungslos verläuft. Insgesamt ist der Scrum Master ein Förderer einer positiven, produktiven und agilen Teamkultur.
Darum lohnt sich ein Scrum Master für den Mittelstand
Mittelständische Unternehmen zeichnen sich oft durch flache Hierarchien, engere Beziehungen zu Kunden und eine hohe Anpassungsfähigkeit aus. In solch einem dynamischen Umfeld kann der Scrum Master besonders wertvoll sein.
Durch die Einführung und Pflege agiler Prozesse ermöglicht er diesen Unternehmen, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und Kundenbedürfnisse effizienter zu bedienen. Zudem kann er dazu beitragen, die internen Prozesse zu straffen und die Teamproduktivität zu steigern.
Gerade in einem Umfeld, in dem Ressourcen oft begrenzt sind und Flexibilität entscheidend ist, wird die Rolle des Scrum Masters zum unverzichtbaren Baustein für Wachstum und nachhaltigen Erfolg im Mittelstand.
Die Kernaufgaben des Scrum Masters im Detail
Eine der zentralen Eigenschaften des Scrum Masters ist das Konzept des "Servant Leadership". Statt zu befehlen, dient er dem Team und stellt sicher, dass Hindernisse, welche die Arbeit beeinträchtigen könnten, beseitigt werden. Dies kann technischer, organisatorischer oder auch zwischenmenschlicher Natur sein.
Als Coach und Mentor fördert der Scrum Master die kontinuierliche Weiterentwicklung des Teams und unterstützt es dabei, eine starke, agile Kultur aufzubauen. Hierbei stehen das Lernen und die kontinuierliche Verbesserung im Vordergrund.
Schließlich dient er als Brücke zwischen dem Team und externen Stakeholdern. Er schützt das Team vor unnötigen Ablenkungen und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Kommunikation mit anderen Abteilungen oder Kunden reibungslos und transparent verläuft.
Agiles Arbeiten erfordert Geschick
Bei der Einführung eines Scrum Masters im Mittelstand können verschiedene Herausforderungen auftreten. Oft sind es eingefahrene Arbeitsweisen oder mangelndes Verständnis für agile Prozesse, die Widerstand hervorrufen. Zudem kann die Abgrenzung der Rolle des Scrum Masters zu traditionellen Führungsaufgaben für Unklarheiten sorgen. Es ist wichtig, diese Fallstricke frühzeitig zu erkennen und proaktiv anzugehen.
Fazit
Der Scrum Master ist ein essenzieller Baustein für agiles Arbeiten, insbesondere im dynamischen Umfeld des Mittelstands. Durch seine Führung, Coaching-Fähigkeiten und Vermittlerrolle trägt er maßgeblich zur Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Produktivität des Teams bei und unterstützt so Unternehmen auf ihrem Weg zu nachhaltigem Erfolg in einer sich ständig wandelnden Geschäftswelt
Digitalisierung für Kleinunternehmen Symbolbild unsplashe
In einer zunehmend digitalisierten Geschäftswelt stehen auch Kleinunternehmen vor der Herausforderung und zugleich Chance der Digitalisierung. Die jüngsten Entwicklungen, insbesondere in Zeiten der Corona-Krise, haben gezeigt, dass die Digitalisierung für Unternehmen jeglicher Größe von entscheidender Bedeutung ist – und auch kleinere Betriebe mit begrenzten Ressourcen und spezifischen Bedürfnissen können von der richtigen Digitalisierungsstrategie erheblich profitieren. Dieser Artikel zeigt, warum sich die Digitalisierung auch für Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern lohnt und wie Sie diese Chancen nutzen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Digitaler Stillstand bei Kleinunternehmen
Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren in der Geschäftswelt enorm an Bedeutung gewonnen – und sie betrifft Unternehmen jeder Größe. Dennoch gibt es immer noch viele kleine Unternehmen, die bei der Integration digitaler Technologien hinterherhinken. Obwohl das Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie eine verstärkte Dynamik in der Digitalisierung ausgelöst hat, bleibt bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen ein digitaler Stillstand bestehen.
Denn was viele Betriebe nicht beherzigen: Die Digitalisierung geht weit über die Einführung von Homeoffice und Videokonferenz-Tools hinaus. Nicht wenige Unternehmen haben sich im Jahr 2020 auf schnelle, kurzfristig wirksame Lösungen konzentriert und dabei langfristig ausgerichtete strategische Vorhaben vernachlässigt. Das unterstreicht die Dringlichkeit, strategische Digitalisierungsprojekte in Angriff zu nehmen, um die Vorteile der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Dies erfordert keine großen Budgets, sondern vielmehr die Bereitschaft, gezielte Schritte zur Integration digitaler Technologien in den Arbeitsalltag zu unternehmen. Mit All-in-One-Softwarelösungen wie Zoho One können auch kleine Unternehmen ihre Prozesse einfach digitalisieren, automatisieren und vernetzen – das spart auf lange Sicht hin viel Zeit und Geld und sorgt für deutlich effizientere, innovative Geschäftsprozesse.
Diese Vorteile bringen digitalisierte Arbeitsprozesse mit sich
Die Digitalisierung bietet kleineren und mittelständischen Unternehmen eine ganze Reihe an Vorteilen – angefangen bei allgemeinen Aspekten wie verbesserter Wettbewerbsfähigkeit, effizienteren Arbeitsabläufen und erhöhter Struktur- und Automatisierung von Prozessen. Besonders in folgenden Bereichen ist die Digitalisierung von Bedeutung:
Effizientere Abläufe: Durch die Digitalisierung können Arbeitsprozesse automatisiert werden, was zu einer erheblichen Steigerung der Effizienz führt. Dies betrifft beispielsweise die automatisierte Verarbeitung von Rechnungen, die Beschleunigung von Freigabeverfahren und die Vereinfachung der Fakturierung.
Verbesserter Kundenservice: Die Digitalisierung ermöglicht es Unternehmen, Kundeninformationen digital zu erfassen und individuell auf Kundenwünsche einzugehen. Dadurch kann ein personalisierter Kundenservice angeboten und Kundenanfragen schneller beantwortet werden.
Kostenreduktion: Die Digitalisierung führt zu einer Reduzierung von Papier- und Lagerkosten, da weniger physische Dokumente benötigt werden. Auch der Platzbedarf für Aktenordner und -schränke wird reduziert. Dies trägt dazu bei, die Betriebskosten zu senken.
In drei Schritten zum digitalen Workflow
Schritt 1: Digitalisierungsgrad ermitteln
In der ersten Phase sollte der aktuelle Stand des Digitalisierungsgrades des Unternehmens analysiert werden. Dazu ist zu untersuchen, welche Tools und Programme bereits in Gebrauch sind und manuelle Prozesse identifiziert werden, die digitalisiert werden könnten.
Nachdem der aktuelle Stand ermittelt wurde, gilt es, das Digitalisierungspotenzial zu identifizieren. Dazu werden Geschäftsprozesse auf ihr Digitalisierungspotenzial hin untersucht – vor allem solche mit vielen manuellen Tätigkeiten. Kosten- und Prozessanalysen können hierbei nützlich sein.
Schritt 3: Digitalisierungsmaßnahmen einleiten
Nun gilt es, einen klaren Maßnahmenkatalog oder eine Roadmap zu erstellen. Am besten wird dabei mit den Prozessen begonnen, die den höchsten Nutzen versprechen, um die Digitalisierung gezielt voranzutreiben. Wichtig ist, nicht zu viele Ressourcen auf einmal zu binden und in kleinen Schritten vorzugehen. So können Arbeitsabläufe nach und nach umgestellt und optimiert werden und nachhaltig zum Erfolg und Wachstum des Unternehmens beitragen.
Digitalisierung als fortlaufender Prozess
Eine Digitalisierungsstrategie sollte als kontinuierlicher Prozess verstanden werden, der nie abgeschlossen ist. Ähnlich wie Mitarbeiter sich ständig weiterbilden müssen, um in einer sich rasch verändernden Arbeitswelt erfolgreich zu sein, sind Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Arbeitsprozesse kontinuierlich zu optimieren – dies geschieht durch den Einsatz von Software, Tools und Anwendungen. Daher sollte die Digitalisierungsstrategie nicht als einmaliges Projekt, sondern als langfristige Begleitung über die Jahre hinweg betrachtet werden.
Der weltweite Handel legt im September eine Verschnaufpause ein. Im Vergleich zum überraschend starken August zeigen die Werte des Kiel Trade Indicator eine Seitwärtsbewegung an (preis- und saisonbereinigt). Recht deutlich fällt die Gegenbewegung für Deutschland aus, wo Importe und Exporte im roten Bereich liegen. Insgesamt zeigt sich das Containerschiffnetzwerk stabil: Die Menge an verschifften Gütern ist hoch, Stillstand geht zurück und die Frachtraten sinken deutlich.
Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator weist für den Welthandel im September im Vergleich zum Vormonat August mit einem Plus von 0,2 Prozent auf eine Seitwärtsbewegung hin (preis- und saisonbereinigt).
Für Deutschland liegen die Septemberwerte sowohl für Exporte (-1,8 Prozent) als auch Importe (-1,9 Prozent) recht eindeutig im roten Bereich.
Auch für die EU ist der Exportwert (-1,2 Prozent) negativ, die Importe (-0,2 Prozent) dürften ungefähr auf Vormonatsniveau liegen.
In den USA hingegen, deren Konjunktur im dritten Quartal positiver verlaufen dürfte als jene der EU, liegen Exporte (+0,4 Prozent) und Importe (+0,2 Prozent) im September leicht im positiven Bereich bzw. laufen seitwärts. Chinas Exporte (+0,5 Prozent) dürften gegenüber August leicht steigen, Importe (-0,8 Prozent) leicht sinken.
„Nachdem die Handelswerte des Kiel Trade Indicator für den August überraschend positiv ausgefallen waren, deuten sie für den Septemberhandel nun wieder tendenziell seitwärts. Besonders ausgeprägt ist die Gegenbewegung nach unten in Deutschland“, sagt Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator.
Frachtraten sinken deutlich
Positive Nachrichten für deutsche Exporteure kommen durch stark verbilligte Frachtraten, die mittlerweile unter den Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie gefallen sind. Insbesondere auf der transatlantischen Verbindung zu Häfen der Vereinigten Staaten sind die Kosten pro Container binnen eines Jahres von über 8.000 US-Dollar auf nun etwas über 1.000 US-Dollar gesunken. Während der Pandemie waren die Transportkosten regelrecht explodiert.
„Für deutsche Exporteure ist es nun wieder deutlich günstiger, Waren zu verschiffen. Davon dürfte auch die von hohen Energiekosten getroffene Chemieindustrie profitieren, wo Transportkosten typischerweise einen großen Teil des Handelswertes ausmachen“, so Stamer.
Mehr Güter auf See unterwegs, Staus gehen zurück
Insgesamt zeigt der Welthandel nach einem schwachen Jahresverlauf aber auch Zeichen der Widerstandsfähigkeit. Die geschätzte Menge an global verschifften Standardcontainern stieg im September sprunghaft an und übertraf die Marke von 14 Millionen deutlich. Dies ist auch auf die positive Entwicklung des vergangenen Monats zurückzuführen, denn im August verschiffte Ladung dürfte auf vielen Strecken auch im September noch unterwegs sein.
Außerdem verläuft die konjunkturelle Entwicklung der asiatischen Schwellenländer inklusive Chinas vergleichsweise dynamisch. Dort ist die Nutzung von Containerschiffen das Transportmittel erster Wahl.
Die Staus in der Containerschifffahrt gehen zurück, nur noch gut 7 Prozent aller weltweit verschifften Waren stecken derzeit fest, ein im historischen Vergleich unauffälliger Wert.
Die nächste Aktualisierung des Kiel Trade Indicator erfolgt am 7. November (mit Medieninformation für die Handelsdaten im Oktober).
Der Kiel Trade Indicator schätzt die Handelsflüsse (Im- und Exporte) von 75 Ländern und Regionen weltweit sowie des Welthandels insgesamt. Im Einzelnen umfassen die Schätzungen über 50 Länder sowie Regionen wie die EU, Subsahara-Afrika, Nordafrika, den Mittleren Osten oder Schwellenländer Asiens. Grundlage ist die Auswertung von Schiffsbewegungsdaten in Echtzeit. Ein am IfW Kiel programmierter Algorithmus wertet diese unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz aus und übersetzt die Schiffsbewegungen in preis- und saisonbereinigte Wachstumswerte gegenüber dem Vormonat.
Die Auswertung erfolgt einmal im Monat um den 5. und liefert aktualisierte Handelszahlen für den vergangenen und den laufenden Monat.
An- und ablegende Schiffe werden dabei für 500 Häfen weltweit erfasst. Zusätzlich werden Schiffsbewegungen in 100 Seeregionen analysiert und die effektive Auslastung der Containerschiffe anhand des Tiefgangs gemessen. Mittels Länder-Hafen-Korrelationen können Prognosen erstellt werden, auch für Länder ohne eigenen Tiefseehafen.
Der Kiel Trade Indicator ist im Vergleich zu den bisherigen Frühindikatoren für den Handel deutlich früher verfügbar, deutlich umfassender, stützt sich mit Hilfe von Big Data auf eine bislang einzigartig große Datenbasis und weist einen im Vergleich geringen statistischen Fehler aus. Der Algorithmus des Kiel Trade Indikators lernt mit zunehmender Datenverfügbarkeit dazu (machine learning), so dass sich die Prognosegüte im Lauf der Zeit weiter erhöht.