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Änderung des Infektionsschutzgesetzes: Die Pandemie ist noch nicht vorbei

Die meisten Corona-Regelungen laufen Ende dieser Woche aus, obwohl die COVID-Fallzahlen weiterhin hoch sind und bundesweit steigen. Der Gesetzentwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes berücksichtigt diese Entwicklungen nicht.

Die Universitätsmedizin benötigt auch weiterhin einen flexiblen Instrumentenkasten, um sich bei steigenden Infektionszahlen um ihre Patientinnen und Patienten sowie um ihre Mitarbeitenden kümmern zu können. Daneben gehören aus Sicht der Deutschen Hochschulmedizin vor allem die Verlängerung der Abweichungsverordnung zur Ärztlichen Approbationsordnung sowie Regelungen zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität der Krankenhäuser ins Gesetz.

Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD): „Wir sehen in den Universitätskliniken, dass die Pandemie nicht vorbei ist. Während wir in den Unikliniken an einem Tag im Januar 2022 durchschnittlich ca. 1.500 COVID-Patientinnen und Patienten stationär versorgt haben, sind es derzeit über 2.300 täglich. Außerdem erkranken immer noch viele Mitarbeitende, die dann bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten fehlen. Deshalb brauchen wir dringend Verlängerungen und Nachbesserungen zur finanziellen Sicherung der Krankenhäuser.“

Die Regelungen zu den Versorgungsaufschlägen, die zur Deckung des Mehraufwands bei der Behandlung von COVID-Patientinnen und -Patienten dienen, müssen verlängert werden. Zudem muss der Ganzjahresausgleich so angepasst werden, dass den Universitätskliniken nicht zwei Prozent Budgetverlust droht. Auch sollten die Freihaltepauschalen als Liquiditätshilfen bis mindestens Ende Juni 2022 verlängert werden. Weiterhin fehlt eine Lösung, um die ambulanten Erlösausfälle der Universitätsklinken zu kompensieren.

In den letzten beiden Jahren konnte durch eine Abweichungsverordnung der Approbationsordnung die Ausbildung der Studierenden der Human- und Zahnmedizin in gemeinsamer Abwägung durch Universitäten, Unikliniken, Landesprüfungsämter und Gesundheitsämter an die lokale und nationale Pandemielage anpasst werden. Die Studierenden konnten so ihre praktische Ausbildung fortsetzen sowie Staatsexamensprüfungen ablegen.

Professor Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT): „Diese bereits eingesetzten und erfolgreich erprobten Flexibilisierungsmöglichkeiten sollten um weitere sechs Monate verlängert werden. Nur so kann die medizinische Ausbildung auch im Sommersemester 2022 ohne Verzögerungen fortgeführt werden. Und nur so können auch die Staatsexamensprüfungen in dem gesetzlich vorgegebenen Zeitraum unter Einsatz lokal erforderlicher Infektionsschutzmaßnahmen abgelegt werden. Allein durch die Verlängerung der Abweichungsverordnung lassen sich aus unserer Sicht drohende Verzögerungen von mindestens sechs Monaten bei der Erlangung der ärztlichen Approbation vermeiden.“

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Demenz und Ernährung

Prof. Dr. habil. Marcus Grimm vom Campus Rheinland in Leverkusen der SRH
Hochschule für Gesundheit hält Online-Antrittsvorlesung.

Etwa 1,6 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Demenz. Mit
etwa 900 Neuerkrankungen pro Tag ergibt sich hieraus ein besonderes Maß an
gesundheits- und gesellschaftspolitischer Relevanz. Der Einfluss der
Ernährung wird auf präventiver als auch auf therapeutischer Ebene viel
diskutiert.

Prof. Dr. habil. Marcus Grimm ist Professor und Studiengangsleiter im
Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie und -beratung am Campus Rheinland
in Leverkusen und wird am 31. März 2022 um 17:30 Uhr seine kostenfreie
Online-Antrittsvorlesung an der Gesundheitshochschule der SRH halten. In
diesem Rahmen werden ernährungstherapeutische Aspekte vorgestellt und
erläutert. Prof. Dr. habil. Marcus Grimm beantwortet die Frage, wie diese
auf die molekularen Mechanismen, die zur Entstehung der Alzheimer-
Erkrankung führen, wirken. Hierbei wird primär auf Lipide oder Substanzen,
die die Membrankomposition verändern, eingegangen. Damit rundet die
Veranstaltung den Themenmonat „Food and Mood: Wie Ernährung unser
Wohlbefinden beeinflusst“ im Rahmen des Jubiläumsjahres „365 Tage
Leidenschaft für Gesundheit“ an der SRH Hochschule für Gesundheit ab.

Ernährungstherapeutische Ansätze
Extrazelluläre senile Plaques, die aus aggregierten Amyloid-β(Aβ)-Peptiden
bestehen, sind eines der wichtigsten histopathologischen Merkmale der
Alzheimer-Krankheit (AD), einer fortschreitenden, irreversiblen
neurodegenerativen Erkrankung und der häufigsten Ursache für Demenz bei
älteren Menschen.

Aβ entsteht durch sequenzielle proteolytische Spaltung des Amyloid-
Vorläuferproteins (APP), das konserviert in allen Säugetieren vorkommt und
dessen physiologische Funktion weitestgehend unbekannt ist.
Interessanterweise ist die APP-Prozessierung ein Prozess, der an und in
der Membran stattfindet. Es stellt sich daher die Frage, ob eine
Beeinflussung der Membran durch Veränderung der Lipidkomposition ein
potenzieller präventiver oder therapeutischer Ansatz bei der Behandlung
der Alzheimer-Erkrankung sein kann.

Neuere Studien von Prof. Dr. habil. Marcus Grimm und Kolleg:innen konnten
weiterhin zeigen, dass nicht nur Lipide die APP-Prozessierung
beeinflussen, sondern, dass eine potenzielle physiologische Funktion
dieses Prozesses in der Regulation der Lipidhomöostase liegt. Hierdurch
entstehen komplexe Regelkreise, die bei der Alzheimer-Erkrankung gestört
sind und zur Pathogenese beitragen. Dieser bidirektionale Zusammenhang ist
ein weiteres zentrales Thema der Antrittsvorlesung.

Wir haben Ihr Interesse geweckt?
Interessierte können sich für die kostenfreie Online-Veranstaltung am
31.03.2022 um 17:30 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

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„Das Gesundheitsamt - Ihr Public-Health-Institut vor Ort“ ist das Motto für den Tag des Gesundheitsamtes 2022

Die Pandemie fordert die Gesundheitsämter in extremem Ausmaß. Dennoch
haben die Gesundheitsämter viele andere Aufgabenbereiche, die nicht an
Bedeutung verloren haben, auch wenn sie während der Pandemie meist nur mit
einer Notbesetzung oder gar nicht bearbeitet werden konnten. Das Motto für
den Tag des Gesundheitsamtes 2022 lautet daher „Das Gesundheitsamt - Ihr
Public-Health-Institut vor Ort“. „Die rund 400 Gesundheitsämter in
Deutschland sind eine zentrale Säule für den Schutz und die Verbesserung
der Gesundheit der Bevölkerung“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des
Robert Koch-Instituts, anlässlich des Tages des Gesundheitsamts am 19.
März.

Im Unterschied zur ärztlichen Tätigkeit in Krankenhäusern oder Arztpraxen,
die vorwiegend individualmedizinisch ausgerichtet ist, sind im
Öffentlichen Gesundheitsdienst bevölkerungsbezogene Aspekte mit
präventivem Ansatz von Bedeutung. „Damit haben die Gesundheitsämter einen
viel größeren Einfluss auf die Gesundheit, als vermutlich vielen bewusst
ist“, unterstreicht Lothar H. Wieler. Besonderes Augenmerk richten die
Gesundheitsämter auf Bevölkerungsgruppen, für die kein oder ein
erschwerter Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung gegeben ist, z.B.
Geflüchtete.

Die Bandbreite der Aufgaben ist groß. Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes
zählen zum Beispiel Kita- und Einschulungsuntersuchungen, bei denen unter
anderem Gewicht, Impfstatus oder Sprachfertigkeit erfasst werden, um
notwendigen Förderbedarf bei betroffenen Kindern zu identifizieren. Die
Gesundheitsämter bieten auch Beratungs- und Hilfsangebote für psychisch
kranke Menschen, chronisch kranke sowie körperlich behinderte bzw. von
Behinderung bedrohte Menschen, teils in Bereichen in denen niemand sonst
tätig ist. Hinzu kommen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien
mit Kleinkindern, Mütter- und Schwangerenberatungen, Kontroll- und
Überwachungsaufgaben im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und
Seuchenhygiene, die Erstellung amtsärztlicher Gutachten von der
Einstellung bis zur Dienstfähigkeit, die kommunale
Gesundheitsberichterstattung und die Politikberatung.

Die Ressourcen zur Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
wurden zuletzt gestärkt. Im Ende 2020 beschlossenen „Pakt für den ÖGD“
werden vom Bund umfangreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Unterstützung des
ÖGD sowie die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen für Personal und
Digitalisierung zur Verfügung gestellt. Zur Unterstützung zukunftsfähiger
Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst wurde 2021 ein Beirat
eingerichtet, in dem auch das Robert Koch-Institut vertreten ist.

Den Tag des Gesundheitsamtes hat das Robert Koch-Institut erstmals 2019
ausgerufen, um die Arbeit der rund 400 Gesundheitsämter zu würdigen und
auf ihre Situation hinzuweisen – die personelle Ausstattung war zuvor über
viele Jahre gesunken. Der 19. März ist der Geburtstag von Johann Peter
Frank. Der Mitte des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Sozialmediziner
gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Einen Tag des
Gesundheitsamtes oder „Local Health Authority Day“ gab es zuvor auch auf
internationaler Ebene nicht. Leistungsfähige lokale Gesundheitsbehörden
sind überall auf der Welt das Rückgrat aller Bemühungen um die Gesundheit
der Bevölkerung.

Weitere Informationen: <www.rki.de/tag-des-gesundheitsamtes>

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Gesundheitlicher Verbraucherschutz global gedacht

nternationale Fortbildung für mehr Lebensmittelsicherheit

Vom 14. bis 19. März 2022 findet die Fortbildung „International Training
for Safer Food“ (ITS Food) statt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Max Rubner-Institut (MRI) bieten das
Training gemeinsam für Kolleginnen und Kollegen aus Drittstaaten an. Mit
fast 500 Teilnehmenden aus aller Welt ist ITS Food 2022 die bisher größte
Veranstaltung in der seit 2018 bestehenden Reihe.

„Lebensmittel werden heutzutage weltweit gehandelt. Deshalb ist es
wichtig, dass wir uns über die Umsetzung weltweiter Standards der
Lebensmittelsicherheit verständigen“, erklärte BVL-Präsident Friedel
Cramer am Vorabend des Weltverbrauchertages. „Mit der Fortbildung
‚International Training for Safer Food‘ können wir wertvolles Wissen
vermitteln und uns mit Kolleginnen und Kollegen rund um den Globus
austauschen, um den gesundheitlichen Verbraucherschutz gemeinsam zu
stärken. Für uns ist der internationale Expertenaustausch der beste Weg,
um gegenseitiges Verständnis und gute Beziehungen zu fördern.“

Bei der rein digitalen Veranstaltung erörtern Expertinnen und Experten vom
BVL und MRI dabei aktuelle Fragen der Lebensmittelsicherheit in
Deutschland und Europa. Dieses Jahr wird das ITS Food einen Schwerpunkt im
Bereich Lebensmittelbetrug und Lebensmittelauthentizität setzen. Über
diverse Online-Beteiligungsmöglichkeiten werden die Teilnehmenden aktiv in
die Veranstaltung mit einbezogen und können so länderübergreifende
Netzwerke bilden. Virtuelle Einblicke in die praktische Arbeit,
beispielsweise der Referenzlabore des BVL, runden das Programm von ITS
Food 2022 ab.

Nachdem die Veranstaltung in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt
nicht stattfinden konnte, ermöglicht das virtuelle Format in diesem Jahr
vielen Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt die Teilnahme, da
Reisekosten und -zeiten entfallen. Dazu Cramer: „Ich freue mich, dass wir
passend zum Weltverbrauchertag am 15. März unser ‚International Training
for Safer Food‘ wieder zurückbringen können. Die hohe Beteiligung zeigt,
wie groß das weltweite Interesse an dem Thema und dem Austausch
miteinander ist. Gemeinsam setzen wir ein starkes Zeichen für
Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz.“

Das Programm von ITS Food ist auf drei Tage angelegt. Die Veranstaltung
wird zwei Mal angeboten – vom 14. bis 16. März spät und vom 17. bis 19.
März früh – um den Teilnehmenden aus verschiedenen Zeitzonen gerecht zu
werden.

Hintergrund

Das International Training for Safer Food (ITS Food) ist eine seit 2018
bestehende Fortbildungsveranstaltung, die Behördenangehörigen aus
Drittländern Grundlagenwissen über Lebensmittelsicherheit,
Lebensmittelbetrug sowie Risiko- und Krisenmanagement in Deutschland und
der Europäischen Union vermittelt. Expertinnen und Experten aus den
zuständigen deutschen Behörden, amtlichen Laboratorien und
Forschungseinrichtungen geben dabei ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen an
die Teilnehmenden weiter. Besonders geschätzt wird von Teilnehmenden die
Möglichkeit zum Austausch von best practice-Ansätzen und die Möglichkeit
sich miteinander zu vernetzen.

Weiterführende Informationen

ITS Food auf der BVL-Website: https://www.bvl.bund.de/itsfood

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