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Wie Essig die Gesundheit fördert

Prof. Dr. Dorothea Portius von der SRH Hochschule für Gesundheit klärt in
der Sendung „Hauptsache Gesund“ über Hausmittel auf.

„Unsere Ernährung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit. So
können Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie das allgemeine
psychische und physische Befinden durch gesundheitsförderndes Essen und
Trinken gezielt unterstützt werden. Viele Nahrungsmittel sind zugleich
Heilmittel, die schon seit Langem in der Hausmedizin verwendet werden.
Dazu gehört auch Essig, der viel mehr ist als nur eine Grundzutat für fast
alle Salate“, erläutert Prof. Dr. Dorothea Portius, Studiengangsleiterin
im Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie und -beratung an der SRH
Hochschule für Gesundheit am Campus Gera.

In der MDR-Sendung „Hauptsache Gesund“ vom 13. Januar 2022 klärt Prof. Dr.
Dorothea Portius ausführlich über die vielfältigen Möglichkeiten, Essig
für die Gesundheit einzusetzen, auf. Dieser kann zum Beispiel als Fußbad,
Haarspülung oder Fieberwickel verwendet werden. Darüber hinaus soll er die
Verdauung ankurbeln und die Haut zarter machen. Dabei ist Essig jedoch
nicht gleich Essig. Um verschiedene Beschwerden auf natürliche Weise zu
lindern, eignet sich nicht jede Essigsorte. Worauf es also zu achten gilt,
weiß Prof. Dr. Dorothea Portius als praktizierende Ernährungstherapeutin.

Ihr Wissen gibt sie auch als Professorin an der SRH Hochschule für
Gesundheit an angehende Ernährungsberater:innen und
Ernährungstherapeut:innen weiter. „Das Thema gesunde Ernährung erfährt
seit Jahren ein reges Interesse. Angesichts dessen, dass in Deutschland
über vier Millionen Menschen von einer Fehl-, Mangel-, Unter- oder
Überernährung betroffen sind, spielen auch Therapiemöglichkeiten und
Präventionsprogramme eine immer größere Rolle“, beschreibt Prof. Dr.
Dorothea Portius die Hintergründe des Studiengangs Ernährungstherapie und
-beratung.

Studierende lernen im NC-freien Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie
und -beratung an der SRH Gesundheitshochschule in Gera und Leverkusen
alles rund um die Zusammensetzung und Wirkungsweise unserer Ernährung.
Dabei wird von Anfang an nicht nur medizinisches und
ernährungstherapeutisches Fachwissen sowie Methodenkompetenz vermittelt,
sondern mit zahlreichen praxisnahen Projekten auch der Weg für die Arbeit
als Ernährungstherapeut:in geebnet. Damit sind die Studierenden nach ihrem
Abschluss in der Lage, ernährungsbedingte Krankheiten zu erkennen, zu
verstehen und zu behandeln.

Prof. Dr. Dorothea Portius studierte an der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg Ernährungswissenschaften und promovierte an der
Universität Genf. Neben ihrer akademischen Laufbahn ließ sie sich zur
ganzheitlichen Ernährungstherapeutin ausbilden und bietet heute in ihrer
eigenen Praxis in Leipzig Beratungen an. Zudem ist sie Dozentin an den
Volkshochschulen, wo sie Vorträge über Ernährung, Gesundheit und
Prävention hält.

Mehr zur Ernährungstherapie und -beratung erfahren:
Interessierte können sich für den kostenfreien Online-Infonachmittag am
10.02.2022 um 16:00 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/dorothea-portius/

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Leitlinienempfehlungen zum Pankreaskarzinom: Mindestmengen bei Operationen

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat seine S3-Leitlinie zum exokrinen
Pankreaskarzinom aktualisiert. Die überarbeitete Fassung enthält unter
anderem neue Empfehlungen zur Diagnostik, kurativen und palliativen
Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses sowie zu Mindestmengen bei
operativen Eingriffen. Die S3-Leitlinie entstand unter Federführung der
Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und unter Mitwirkung von 29
Fachgesellschaften und Organisationen. Ziel ist es, evidenzbasierte
Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Therapie von Patient*innen
mit Pankreaskarzinom zu verbessern.

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den Tumoren mit einer sehr
schlechten Prognose. Da bösartige Erkrankungen an der Bauchspeicheldrüse
im Frühstadium kaum Beschwerden verursachen und es bisher keine
Möglichkeiten zur Früherkennung dieser Tumoren gibt, werden
Pankreaskarzinome oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium
diagnostiziert. Laut dem Robert Koch-Institut sind im Jahr 2018 9.160
Frauen und 9.860 Männer am Pankreaskarzinom erkrankt. Im selben Jahr
verstarben wiederum 9.143 Frauen und 9.189 Männer. Die Zahl der
Neuerkrankungen an Pankreaskarzinomen in Deutschland nimmt – im Gegensatz
zu vielen anderen Tumorerkrankungen – Jahr für Jahr zu.

Durch den alleinigen Einsatz von Chemo- und Strahlentherapie kann keine
Heilung erzielt werden. Eine Operation ist bisher die einzige
Therapieoption beim Pankreaskarzinom, die eine Aussicht auf Heilung
bietet. Doch dieser chirurgische Eingriff ist hochkomplex und erfordert
neben einem exzellenten Operateur auch ein in der Betreuung der
Patient*innen nach der Operation sehr erfahrenes Team. „Studien zeigen,
dass Patient*innen, die an Kliniken oder Zentren mit höheren Fallzahlen
operiert werden, eine bessere Prognose haben. Deshalb wird in der
S3-Leitlinie erstmals eine Mindestfallzahl von 20 Pankreasresektionen pro
Jahr für Krankenhäuser empfohlen“, sagt Prof. Dr. Thomas Seufferlein,
Universitätsklinikum Ulm. Er ist Koordinator der S3-Leitlinie.

In der Leitlinie wurden darüber hinaus die Empfehlungen zu genetischen
Untersuchungen für Angehörige mit familiärem Risiko für
Bauchspeicheldrüsenkrebs, sowie die Therapiekonzepte für fortgeschrittene
und metastasierte Tumoren aktualisiert. Die S3-Leitlinie zum exokrinen
Pankreaskarzinom ist auf dieser Webseite abrufbar: https://www
.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/pankreaskarzinom/

Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert.
Android-Smartphone- und iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier
herunterladen: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für
Leistungserbringer und Patient*innen zur angemessenen Vorgehensweise bei
speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument
zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die
Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten
Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung
und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und
praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.
Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 31 S3-Leitlinien, die zu einem
großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen.
Mehr unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/home/

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten  e.V.
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft
zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als
6500 in Klinik und Forschung tätige Ärztinnen und Ärzte unter einem Dach.
Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien,
veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den
wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die
Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und
Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle der
Patientinnen und Patienten. https://www.dgvs.de/

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ADHS: Medikamentöse Therapie nicht verteufeln!

Die Stiftung Kindergesundheit räumt mit Irrtümern und Vorurteilen über die
Behandlung unruhiger und unaufmerksamer Kinder auf

Unruhig, unaufmerksam, unbeherrscht und unverstanden – hyperaktive Kinder
haben es nicht leicht und werden schnell zu Außenseitern im Kindergarten
oder in der Schule. Das Problem mit dem sperrigen Terminus
„Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung“ (ADHS) tritt bei Jungen häufiger
auf als bei Mädchen. Die Kinder kaspern und zappeln, sind laut und
ungeduldig und flippen schon bei Kleinigkeiten aus. Die Hoffnung der
genervten Eltern und Lehrkräfte, das Problem werde sich mit der Zeit schon
geben, geht leider nicht immer in Erfüllung, berichtet die Stiftung
Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme: Einige Symptome können
bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Viele der früheren
„Zappelphilippe“ entwickeln sich zu zerstreuten und vergesslichen,
sprunghaften und launischen Erwachsenen.

ADHS ist keine neue Störung, stellt die Stiftung Kindergesundheit klar:
Die erste lehrbuchmäßige Beschreibung einer Verhaltensstörung mit den
Merkmalen von ADHS stammt vom deutschen Arzt Melchior Adam Weikard bereits
aus dem Jahr 1775. Die charakteristischen Symptome des „Zappelphilipp“
sind seit 1845 im beliebten Kinderbuch „Struwwelpeter“ des Frankfurter
Mediziners Heinrich Hoffmann dokumentiert. „ADHS gilt heute als die
häufigste Verhaltensstörung bei Kindern“, sagt Priv.-Doz. Dr. Katharina
Bühren, Oberärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie
am kbo-Heckscher-Klinikum München.

Verträumt, abgelenkt und vergesslich
Die typischen Verhaltensweisen der Störung treten in den verschiedenen
Altersstufen in unterschiedlicher Ausprägung auf:

•       Bei den meisten betroffenen Vorschulkindern mit ADHS steht ein
ausgeprägter Bewegungsdrang im Vordergrund. Viele von ihnen haben schon im
Kindergarten häufiger Streit mit anderen und handeln plötzlich und
unüberlegt.
•       Im Schulalter fallen die Kinder vor allem in Situationen auf, wenn
von ihnen erwartet wird, lange und ruhig sitzen zu bleiben oder leise zu
sein.
•       Vielen Kindern fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Sie
übersehen Details, machen Flüchtigkeitsfehler, haben Probleme beim
Organisieren und Planen von Aufgaben, verlieren Sachen, sind verträumt,
ablenkbar und vergesslich. Diese Symptome bleiben auch im Erwachsenenalter
oft noch bestehen.
•       Einige leiden unter einer erhöhten Impulsivität: Sie reagieren
spontan und riskant, ohne über die Folgen nachzudenken, fallen anderen ins
Wort oder haben heftige und mitunter verletzende Wutausbrüche, die im
sozialen Miteinander zu schweren Konflikten führen können.

ADHS wurde noch bis in die 90-er Jahre oft als eine Störung angesehen, die
ausschließlich das Kindes- und Jugendalter betrifft und mit dem
Erwachsenwerden ausheilt. Mittlerweile gibt es an mehreren Universitäten
Spezialambulanzen, in denen die besondere Situation der von ADHS
betroffenen Erwachsenen untersucht und behandelt wird.

Nach einer druckfrischen Studie internationaler Experten tritt ADHS
weltweit bei 5,9 Prozent der Kinder und 2,8 Prozent der Erwachsenen auf.
Für die Studie haben 79 Wissenschaftler aus 27 Ländern und sechs
Kontinenten die Fachliteratur der letzten zwanzig Jahre durchforstet, um
die heutigen Möglichkeiten der Behandlung zu beurteilen und Vorurteilen
und Stigmatisierungen entgegenzutreten. Die Ergebnisse wurden in einer
internationalen Konsensuserklärung veröffentlicht (Faraone S. et al.
2021).

Ist das Kind nur schlecht erzogen?
Zu den wiederkehrenden Vorurteilen, Mythen und „Fakenews“ gehört die
Behauptung, dass es sich bei ADHS um eine Modediagnose handelt, um eine
erfundene Störung, die es gar nicht wirklich gibt, und deren medikamentöse
Behandlung lediglich dazu dient, die nervigen und störenden Kinder
ruhigzustellen.

Viele Eltern eines ADHS-betroffenen Kindes werden außerdem mit einem
weiteren, weit verbreiteten Vorurteil konfrontiert: Man wirft ihnen vor,
erzieherisch nachlässig und nicht streng genug zu sein, ihr umtriebiges
Kind sei deshalb einfach schlecht erzogen, böse oder dumm.

„Die von ADHS betroffenen Kinder sind aber weder böse oder dumm noch
schlecht erzogen“, unterstreicht PD Dr. Katharina Bühren mit großem
Nachdruck. „Viele von ihnen entwickeln einen kaum zu bändigenden
Bewegungsdrang, sind aufbrausend, können leicht ausrasten und mit ihren
unvermittelten Wutausbrüchen Eltern, Spielkameraden und Lehrkräfte zur
Weißglut bringen. Sie wirken deshalb als ungehorsam, unwillig oder dumm,
obwohl sie meist normal begabt und nicht selten sogar überdurchschnittlich
intelligent sind“.

Die Schule ist oft überfordert
Zwar sitzen laut Statistik heute in jeder Schulklasse ein bis zwei von
ADHS betroffene Kinder. Doch viele Lehrkräfte sind mit dem Krankheitsbild
ADHS so wenig vertraut, dass sie das Kind lieber auf eine Förderschule mit
Förderschwerpunkt Lernen (früher „Sonderschule“) schicken möchten, anstatt
den Eltern die Untersuchung ihres Kindes bei einer Fachärztin oder einem
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu empfehlen.

Die medikamentöse Behandlung der Störung wird in diesem Jahr 85 Jahre alt:
Es war 1937, als der US-amerikanische Psychiater Charles Bradley die
Symptomatik des hyperaktiven Kindes genauer beschrieb und mit einem
amphetamin-haltigen Medikament die ersten therapeutischen Erfolge hatte.
Seither ist die Wirksamkeit der Behandlung mit Stimulanzien in weit über
6.000 Publikationen bestätigt worden.

Dennoch wird die medikamentöse Behandlung von Kindern mit ADHS seit langen
Jahren kontrovers diskutiert. Manche Medien schüren immer wieder Zweifel
an der Existenz des Leidens und vermuten hinter seiner Behandlung mit
Stimulanzien wie „Ritalin“ eine Verschwörung zur Ruhigstellung des
umtriebigen Kindes.

Das Kind braucht eine Chance
Die in den Medien oft einseitig und unsachlich geführte Debatte darf
jedoch nicht dazu führen, dass den betroffenen Kindern und ihren oft
verzweifelten Eltern eine nachweislich wirksame und sichere Therapie
vorenthalten wird, betont die Stiftung Kindergesundheit in ihrer
Stellungnahme. Bei der Therapie geht es nicht darum, die Kinder brav zu
machen: Sie sollen vielmehr eine Chance erhalten auf eine Behandlung, die
ihnen eine ungestörte Entfaltung ihrer Fähigkeiten ermöglicht. Sonst
drohen das Scheitern in der Schule, Defizite in der Bildung,
Arbeitslosigkeit sowie weitere psychiatrische Erkrankungen wie
Depressionen, ein erhöhtes Risiko für Drogenmissbrauch oder eine
Delinquenzentwicklung.

Es ist nicht leicht, für das einzelne Kind mit einer ADHS die optimale
Behandlung zu finden. Als wünschenswert gilt eine „multimodale“ Therapie,
d.h. eine individuelle Kombination aus verschiedenen Therapieformen.
Mögliche Elemente der Behandlung sind die Aufklärung und Beratung sowie
Schulung der Eltern, eine Verhaltenstherapie, Konzentrationstrainings und
die Verordnung von Medikamenten.

„Hat ein Facharzt oder eine Fachärztin bei einem Kind die Erkrankung nach
einer sorgfältigen und umfassenden Untersuchung klar diagnostiziert, ist
der Nutzen einer medikamentösen Behandlung eindeutig nachgewiesen“, betont
PD Dr. Katharina Bühren.

Für die medikamentöse Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS
sind in Deutschland verschiedene Wirkstoffe in einer Vielzahl von
Arzneimitteln zur Einnahme zugelassen. Bei diesen Wirkstoffen können zwei
Gruppen unterschieden werden: einerseits die sogenannten Stimulanzien
(Methylphenidat, Dexamfetamin, Lisdexamfetamin), andererseits die
sogenannten Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin und Guanfacin). Die
Stimulanzien sind den Betäubungsmitteln zugeordnet, ihre Verordnung
unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz.

Die Medikamente regen die Tätigkeit bestimmter Gehirnregionen an und
beeinflussen das Dopamin-System, das für die Kontrolle von Aktivität und
Aufmerksamkeit eine Rolle spielt. PD Dr. Katharina Bühren: „In vielen
Fällen ermöglicht erst die Einnahme des Medikaments, dass die elterlichen
Erziehungsmaßnahmen oder eine Verhaltenstherapie ihre Wirkung entfalten
können“.

Medikamente beugen späteren Risiken vor
Auch die internationalen Autoren der anfangs erwähnten Studie kamen nach
der Analyse der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse zu einer
eindeutig positiven Beurteilung der medikamentösen Behandlung von ADHS.
Sie stellten fest:

•       Die medikamentöse Behandlung reduziert das Risiko von späteren
Unfallverletzungen, Schädel-Hirn-Traumata, Drogenmissbrauch, Tabakkonsum,
Bildungsschwäche, Knochenbrüchen, sexuell übertragbaren Infektionen,
Depressionen, Suizid, kriminellen Aktivitäten und Schwangerschaften im
Teenageralter.
•       Die Nebenwirkungen von ADHS-Medikamenten sind in der Regel mild
und können durch eine Änderung der Dosis oder des Medikaments verringert
werden.
•       Nicht-medikamentöse Behandlungen von ADHS-Symptomen sind weniger
wirksam als medikamentöse Behandlungen, sie sind jedoch häufig nützlich
bei Problemen, die auch nach der Verordnung des Medikaments bestehen
bleiben.

Das Kind wird nicht süchtig
Hartnäckig hält sich die Behauptung, die Medikamente zur Behandlung des
ADHS-Syndroms würden das Kind süchtig machen. Diese Befürchtung sei jedoch
nach dem gegenwärtigen Wissenstand unbegründet, betont die Stiftung
Kindergesundheit.

Zwar unterliegen einige der zur ADHS-Behandlung eingesetzten Medikamente
dem Betäubungsmittelgesetz. Der Grund hat aber mit den Kindern nichts zu
tun: Der Inhaltsstoff Methylphenidat wird wegen seiner aufputschenden
Wirkung häufig missbräuchlich verwendet – von Erwachsenen. Bei den von
ADHS betroffenen Kindern wirkt es allerdings nicht aufputschend: Es
gleicht aus, beruhigt und hilft dem Gehirn des Kindes, Umweltimpulse
besser zu verarbeiten.

Zerstreut, aber höchst kreativ
Erwachsene Zappelphilippe haben oft eine gemeinsame Eigenschaft, berichtet
die Stiftung Kindergesundheit: Wenn etwas sie besonders interessiert,
können sie sich regelrecht „zusammenreißen“ und sich diesem Problem
äußerst intensiv und anhaltend widmen. Ihre oft hohe Kreativität befähigt
die zerstreuten Chaoten in manchen Berufen zu großen Leistungen.

Viele Erwachsene mit ADHS arbeiten als Manager, Vertreter, Verkäufer,
Politiker, Moderatoren, Entertainer, Künstler, Wissenschaftler und
Erfinder. Wolfgang Amadeus Mozart soll ebenso ein hyperaktives Kind
gewesen sein, wie Albert Einstein, Salvador Dali oder Thomas Alva Edison.

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Personalisierte Krebs-Therapie - Neu an der UDE/am UK Essen: Sebastian Bauer

Krebskranke mit einer Tablette ohne große Nebenwirkungen behandeln – ein
onkologischer Traum. „Als ich mit der Tumorforschung begann, habe ich
dieses – leider noch zu seltene – medizinische Wunder erlebt“, sagt Dr.
Sebastian Bauer. Der neue Professor für Translationale Onkologie erforscht
an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) unter
anderem personalisierte Tumortherapien. Er ist zugleich ärztlicher Leiter
des Sarkomzentrums des Universitätsklinikums Essen (UK Essen).

Wann kommt die Wunderpille therapeutisch zum Einsatz? Und wie funktioniert
sie? „Die Tablette wird bei einem seltenen Magen-Darm-Sarkom verwendet“,
sagt der 48-jährige und erklärt: „Der Wirkstoff Imatinib trifft die
Achillesferse des Tumors, ein einzelnes Eiweiß, die KIT-Kinase, die für
das Überleben des Tumors besonders wichtig ist.“

Den UDE-Onkologen faszinieren die Fortschritte, er interessiert sich schon
lange für personalisierte Therapien. „Die Zahl von Biomarkern, die wir im
Blut oder Gewebe messen können, wächst rasch. Die Erfolge zielgerichteter
Therapien sind eindrucksvoll – aber halten meist noch nicht sehr lang“, so
Bauer. Er sieht den Schlüssel in Kombinationstherapien auch mit schon
länger etablierten Wirk-stoffen. Bestimmte Biomarker-Kombinationen seien
extrem selten, die Patien-tenzahl für klinische Studien gering. „Die
bioinformatischen Daten einzelner Pa-tienten werden immer komplexer.
Künstliche Intelligenz wird uns hierbei helfen, die Effektivität von
Wirkstoffkombination vorherzusagen.“

Nach dem Medizinstudium (1993-1999) an der Universität Würzburg und der
Promotion (2003) ließ sich Sebastian Bauer am UK Essen klinisch ausbilden.
Nach zweijährigem Forschungsaufenthalt am US-amerikanischen Brigham and
Women’s Hospital (Harvard Medical School) kam er 2005 zurück nach
Deutschland. Als Stipendiat der Deutschen-Krebshilfe etablierte er in
Essen anschließend den Translationalen Forschungsschwerpunkt im Bereich
Sarkome. Seine Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.

Sarkomzentrum Essen
Das Sarkomzentrum am Westdeutschen Tumorzentrum des UK Essen gehört zu den
größten Zentren für die Behandlung bösartiger Knochen- und
Weichteiltumoren in Europa. Zum Betreuungsangebot gehören Chirurgie,
Strahlentherapie, medizinische und pädiatrische Onkologie, Radiologie und
Pathologie.

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