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„Deine Leber. Dein Leben.“: Virusinfektionen der Leber – weltweit verbreitet und häufig symptomlos

Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet: Hepatitis-Viren, die derzeit in
die Virustypen A, B, C, D und E unterteilt sind. Durch Viren verursachte
Leberentzündungen zählen zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten und
verlaufen oft über einen langen Zeitraum symptomarm oder symptomlos. Diese
Hepatitis-Viren sind weltweit verbreitet und vor allem die Hepatitis A-
sowie die Hepatitis B-Viren gelten als Verursacher für die häufigsten
Infektionskrankheiten auf Reisen.

Die aktuelle Reisesaison und den am 28. Juli 2021 stattfindenden Welt-
Hepatitis-Tag nehmen die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages am 20.
November 2021 – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberhilfe e. V. und Deutsche
Leberstiftung – zum Anlass, auf Risiken, Schutz- und Diagnosemöglichkeiten
bei Hepatitis-Virusinfektionen hinzuweisen. Sowohl das Motto des Deutschen
Lebertages „Deine Leber. Dein Leben.“ als auch das Motto des Welt-
Hepatitis-Tages „Hepatitis kann nicht warten!“ signalisieren eindringlich
die Wichtigkeit der Lebergesundheit.

Reiseveranstalter und Fluggesellschaften melden eine schnell wachsende
Nachfrage – die Deutschen sind nach der coronabedingten Zurückhaltung
wieder reiselustig und fühlen sich sicher: Für den Fall einer Corona-
Infektion am Urlaubsort sind bei Pauschalangeboten Absicherungspakete
entweder eingeschlossen oder können zugebucht werden. Doch an andere
„Absicherungspakete“ wie beispielsweise einen Impfschutz gegen Hepatitis A
und Hepatitis B denken nur wenige, dabei stecken sich viele Menschen im
Urlaub mit Hepatitis an.

Zu den beliebten Reiseländern gehören neben dem nahen Mittelmeerraum auch
Südostasien, Russland, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie der Vordere
Orient. Und häufig wissen Urlauber nicht, dass speziell in diesen Ländern
manchmal schon die Eiswürfel im Drink, das Menü mit frischen Muscheln oder
einfach das Glas Wasser eine Gefahrenquelle sein können: Die Folge kann
eine Leberentzündung durch Hepatitis A-Viren (HAV) sein, die oft ohne
ernsthafte Komplikationen ausheilt, aber die Leber durchaus schädigen
kann. Auch bei Sexualkontakten, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern
(MSM) haben, besteht die Gefahr einer Ansteckung.

„Die Corona-Pandemie hat nochmals verdeutlicht, wie wichtig Impfungen
sind. Neben der Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen durch Impfung als
wirksamsten Schutz, darf der Impfschutz vor anderen Viruserkrankungen wie
beispielsweise Hepatitis A und Hepatitis B nicht vernachlässigt werden“,
erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Leberstiftung, und rät: „Gerade jetzt in der Urlaubszeit, in der
viele Menschen nach den Lockdowns und Reise-Einschränkungen wieder einen
Auslandsaufenthalt planen, sollte in Absprache mit dem Hausarzt der
Impfstatus überprüft werden. Insbesondere vor Reisen in die bekannten
Risikogebiete sollte mit einer prophylaktischen Impfung gegen das
Hepatitis A-Virus ein sicherer Schutz aufgebaut werden. Für Patienten, die
weder einen Hepatitis A- noch einen Hepatitis B-Schutz haben, gilt, dass
mit Kombinations-Impfstoffen ein doppelter Schutz möglich ist und die
Anzahl der Injektionen vermindert werden kann.“

Das Hepatitis B-Virus (HBV) wird durch Blut oder Körpersekrete übertragen.
Zu den häufigsten Ansteckungsquellen zählen unter anderem ungeschützte
Sexualkontakte und bereits kleinste Hautverletzungen. Tätowierungen,
Rasuren, Ohrlochstechen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt
werden, können zu einer Ansteckung führen. Die Hepatitis B kann chronisch
werden. Betroffene können in der Folge an Leberzirrhose und Leberzellkrebs
erkranken. Wer gegen das HBV geimpft ist, baut gleichzeitig einen Schutz
gegen die Hepatitis delta auf, da eine Hepatitis delta nur mit einer
Hepatitis B vorkommen kann.

Dass nicht nur ein anstehender Urlaub Anlass sein sollte, sich mit dem
Thema Virushepatitis zu beschäftigen, zeigt der Welt-Hepatitis-Tag auf.
Mit dem Motto „Hepatitis kann nicht warten“ ruft die World Hepatitis
Alliance (WHA) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
am 28. Juli 2021 weltweit dazu auf, sich über die Risiken, Verbreitung,
Schutz-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der viralen Leber-
Infektionskrankheit Virushepatitis zu informieren. Die Ausrichter des
Deutschen Lebertages unterstützen den Hinweis auf die Dringlichkeit der
Diagnosestellung und die Warnung „zu lange zu warten“: Allein an der
chronischen Hepatitis B oder C sind weltweit circa 325 Millionen Menschen
erkrankt – in Deutschland gehen Experten von mehreren Hunderttausend
infizierten Menschen aus. Da die Erkrankungen häufig mit unspezifischen
Symptomen verlaufen, bleiben sie oft unbemerkt – und unbehandelt. Wenn
eine Infektion mit dem Hepatitis-Virus erst spät entdeckt wird, kann das
lebenswichtige Stoffwechselorgan Leber seine außergewöhnliche Fähigkeit,
sich von Schäden gut zu erholen, nicht mehr unter Beweis stellen.
Voraussetzung für eine Regeneration ist, dass die Ursache rechtzeitig
erkannt und behoben wird.

Das Erkennen einer Lebererkrankung ist durch einen einfachen Test der
Leberwerte im Blut möglich. Wichtig sind dabei vor allem der GPT-Wert und
der GOT-Wert. Wenn die Leberwerte erhöht sind, müssen weitere
Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursache zu ermitteln und
festzustellen, ob eine Lebererkrankung der Grund für die erhöhten
Blutwerte ist. Die meisten Lebererkrankungen können gut behandelt oder
sogar geheilt werden, wenn sie früh erkannt werden. Unbehandelt hingegen
können viele Lebererkrankungen zu weiteren schweren Folgeerkrankungen
führen.

Gegen einen weiteren Virushepatitis-Erreger steht bisher keine
Schutzimpfung zur Verfügung: Das Hepatitis C-Virus (HCV) wird fast
ausschließlich über Blut-zu-Blut-Kontakte übertragen. Unsterile
Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser sind mögliche
Infektionsquellen.

„Hepatitis C kann zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen und eine
Organtransplantation erforderlich machen. Es ist ganz wichtig, dass wir
diese Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln. Mit den neuen
Hepatitis C-Therapien, bei denen sogenannte Direct Acting Antiviral
Agents, kurz DAAs, zum Einsatz kommen, können über 90 Prozent der
Betroffenen erfolgreich behandelt und somit fast alle behandelten
Patienten geheilt werden“, erläutert Professor Manns.

Detaillierte Infos und Downloads zum Welt-Hepatitis-Tag unter:
http://www.welthepatitistag.info

Mehr Infos zum 22. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des 22. Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter:
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages am 20. November 2021:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
<geschaeftsstelle@gastro-liga.de>
https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
http://www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
<presse@deutsche-leberstiftung.de>
https://www.deutsche-leberstiftung.de

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Zur Kommentierung freigegeben: Konsultationsfassung der neuen Patientenleitlinie Hodenkrebs

Die Konsultationsfassung der Patientenleitlinie Hodenkrebs ist ab sofort
zur Kommentierung freigegeben. Die Fachöffentlichkeit, Betroffene, die
Selbsthilfe und Interessierte sind herzlich eingeladen,
Verbesserungsvorschläge und Ergänzungshinweise mit dem dafür vorgesehenen
Kommentierungsbogen bis zum 25. August abzugeben.

Der Kommentierungsbogen und die Konsultationsfassung der
Patientenleitlinie sind hier abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-
onkologie.de/patientenleitlinien/hodenkrebs/

Die nach der Konsultationsphase finalisierte Patientenleitlinie wird sich
an betroffene Männer sowie an deren Angehörige richten und bietet
verständliche Informationen zur Erkrankung, Diagnostik, Therapie und
Nachsorge. Zudem finden Leser*innen in der Patientenleitlinie
Hilfestellungen für das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin. Die
Erstellung der Patientenleitlinie wurde unter Federführung der Deutschen
Gesellschaft für Urologie e. V. im Rahmen des Leitlinienprogramms
Onkologie von der Deutsche Krebshilfe gefördert.

Hodenkrebs zählt zu den selteneren Krebserkrankungen mit einer guten
Prognose. Laut dem Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2016 4.120
Männer neu daran, 140 verstarben. Besonders betroffen von der Erkrankung
sind junge Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren (Quelle: Robert Koch-
Institut, Krebs in Deutschland 2016).

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für
Leistungserbringer und Patient*innen zur angemessenen Vorgehensweise bei
speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument
zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und
die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten
Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung
und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und
praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.
Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 30 S3-Leitlinien, die zu einem
großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen.
Mehr unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/home/

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU)
Mit rund 7.000 Mitgliedern ist die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.
V. (DGU) die größte Vertretung deutscher Fachärztinnen und Fachärzte für
Urologie. Als medizinische Fachgesellschaft fördert die DGU Wissenschaft,
Forschung, Innovation, Fort- und Weiterbildung in der Urologie. Damit
schafft sie die Voraussetzungen für eine flächendeckende hochqualifizierte
Versorgung urologischer Patientinnen und Patienten in Deutschland. Das
eigene Wissenstransferzentrum UroEvidence ermöglicht die systematische
Evidenzaufarbeitung und organisatorische Unterstützung für
Leitliniengruppen innerhalb der Urologie. Mehr unter:
https://www.urologenportal.de/

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Von Patient zu Patient: Das Selbsthilfe-Telefon der DHL®

Ab sofort gibt es von der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® │ Deutsche
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention einen neuen Service für
Patientinnen und Patienten, bei dem zahlreiche praktische Fragen rund um
das Thema Bluthochdruck von erfahrenen
Selbsthilfegruppenleiter/-leiterinnen beantwortet werden. Sie stehen jeden
ersten Donnerstag im Monat am Selbsthilfe-Telefon zur Verfügung.Am 5.
August 2021 wird Ortwin Stein aus Bad Wildungen die Fragen Interessierter
beantworten.

Nach Schätzung der DHL sind mehr als 25 Millionen Menschen in Deutschland
von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) betroffen. Menschen, die das
erste Mal mit der Diagnose Bluthochdruck konfrontiert werden, sind oft
überrascht und oft gar nicht in der Lage, Information, die ihnen der
Arzt/die Ärztin zum Krankheitsbild und zur Therapie gibt, zu verarbeiten.
Auch ist nicht immer alles verständlich und mitunter hat der Arzt/die
Ärztin wenig Zeit für detaillierte Ausführungen. Dann bleiben im Anschluss
viele Fragen offen – Was genau bedeutet Bluthochdruck für das alltägliche
Leben? Wie geht man damit um? Wo bekommen Ratsuchende Hilfe?

Um Betroffene und Angehörige zu unterstützen und lebensnahe Beratung
anzubieten, hat die Deutsche Hochdruckliga nun ein Selbsthilfe-Telefon
eingerichtet. Jeden ersten Donnerstag im Monat jeweils zwischen 17:00 und
18:30 Uhr beantworten erfahrene Leiter/Leiterinnen von Selbsthilfegruppen
alle Fragen, die nach dem Arztgespräch u.U. offengeblieben sind und geben
praktische Tipps, wie der Blutdruck in den Griff zu bekommen ist. Sie
stehen mit ihrem großen Erfahrungsschatz zum Thema Bluthochdruck zur
Verfügung und können vieles anschaulich erklären, sei es, wie man korrekt
den Blutdruck misst oder wie man es schafft, die Medikamenteneinnahme
nicht zu vergessen.

Das Selbsthilfe-Telefon soll und kann das Arztgespräch nicht ersetzen,
sondern ist ein Zusatzangebot. Es kann darauf vorbereiten oder es
nachbereiten. „Es ist bekannt, dass Patientinnen und Patienten,
insbesondere, wenn sie eine neue Diagnose erhalten haben, nur bedingt
aufnahmefähig sind, auch haben viele Menschen Skrupel, nachzufragen, wenn
sie die Ausführungen des Arztes oder der Ärztin nicht verstehen. Oft
kommen die Fragen auch erst nach dem Arztbesuch und der nächste Termin
steht erst wieder in einem halben Jahr an. Der neue Service kann hier eine
Beratungslücke schließen“, erklärt Professor Ulrich Wenzel, Hamburg,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

Am 5. August 2021 wird Ortwin Stein aus Bad Wildungen die Fragen
Interessierter beantworten. Der Bedarf ist groß, weiß der
Selbsthilfegruppenleiter aus Erfahrung. Viele Patientinnen/Patienten oder
ratsuchende Angehörige möchten wissen, wie es bei anderen ist, wie sie es
schaffen, ihre Blutdruckwerte zu senken und mit welchen
Lebensstiländerungen sich schneller ein Erfolg einstellt. „Wenn es das
DHL-Selbsthilfetelefon schon vor 10 Jahren gegeben hätte, wäre ich einer
der ersten Anrufer gewesen“, sagt Ortwin Stein. „Ich war nach der Diagnose
Bluthochdruck zuerst überrascht, dann neugierig, was es damit auf sich
hat, wollte wissen, was auf mich zukommt. Ein Gespräch als
Erfahrungsaustausch mit einem ebenfalls Betroffenen hätte mir eine Menge
Zeit erspart. Ich musste lange recherchieren, bevor ich wusste, wie ich
denn nun all das umsetzen kann, was mein Arzt mir in aller Kürze geraten
hat, um möglichst wenige Tabletten einnehmen zu müssen und das Risiko für
Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall trotzdem zu
reduzieren.“

Eine Lebensstiländerung ist die beste Therapie, um den Blutdruck zu
senken. Aber das ist für viele oft leichter gesagt als getan. Hier kann
jetzt ein Anruf beim Servicetelefon erste hilfreiche Impulse geben: warum,
wie, wann, wie oft und womit sollte der Blutdruck gemessen werden; was
bedeutet Ernährungsumstellung; welche Arten von körperlicher Aktivität
sind geeignet; wie finde ich einen Weg, für mich ganz persönlich die
Maßnahmen in den Alltag zu integrieren; wie gelingt es, mit dem Rauchen
aufzuhören, Stress abzubauen? Das Schöne an dem Angebot: in einer
entspannten Atmosphäre ohne Zeitdruck hört jemand zunächst zu, kann das
Gesagte gut nachvollziehen, weil er/sie es z. T. selbst erfahren hat, kann
berichten, wie man Hürden auf dem Weg der Lebensstiländerung nimmt und
damit Erfolg hat. Ortwin Stein zum Beispiel sagt: „Heute komme ich ohne
blutdrucksenkende Tabletten aus. Ich fühle mich trotz der chronischen
Erkrankung gut, weil ich sie unter Kontrolle habe. Wichtig ist: konsequent
dranbleiben, Geduld haben, sich selbst immer wieder motivieren.“ Er freut
sich darauf, Ratsuchenden seine ganz persönliche Erfahrung weiterzugeben.
Auch glaubt er, dass der Austausch unter Betroffenen grundsätzlich wichtig
ist. „Im Gespräch mit anderen wird man oft zu positiverem Denken angeregt,
denn man sieht, auch andere sind erkrankt und haben einen Weg gefunden,
gut mit der Krankheit zu leben. Das macht Mut!“

Das Selbsthilfe-Telefon ist unter der Servicetelefonnummer 06221/588 55 88
erreichbar. Termine und Ansprechpartnerinnen/-partner finden Sie unter
https://www.hochdruckliga.de/betroffene/selbsthilfe-telefon .

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„Hepatitis kann nicht warten!“ – die Deutsche Leberstiftung fordert anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages mehr Engagement

Am 28. Juli 2021 findet der Welt-Hepatitis-Tag statt. Das diesjährige
Motto „Hepatitis kann nicht warten!“ ist eine eindringliche Forderung an
die Politik, engagierter zu handeln. Die weltweiten Strategien zur
Eliminierung von Virushepatitis wurden in vielen Ländern – auch in
Deutschland – nur eingeschränkt umgesetzt. Die Corona-Pandemie stellt
zudem eine Behinderung dieser Aktivitäten dar. Die Deutsche Leberstiftung
unterstützt aktiv das Erreichen der WHO-Zielsetzung, Hepatitis B und C bis
2030 weltweit zu eliminieren. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages ruft die
Deutsche Leberstiftung die Politik und jeden Einzelnen dazu auf, nicht
länger zu warten, sondern aktiv zu werden.

Lebererkrankungen bestehen oft über Jahre, ohne dass sich spezifische
Anzeichen dafür zeigen. Dazu gehören auch die Erkrankungen der Leber, die
durch eine Infektion mit Hepatitisviren hervorgerufen werden. Die
Virushepatitis ist ein großes globales Gesundheitsproblem, das aufgrund
der bestehenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten eigentlich gelöst
werden könnte. Trotzdem sterben noch immer viele Menschen weltweit an
dieser Erkrankung. Diese alarmierende Situation hat die World Hepatitis
Alliance (WHA), die den Welt-Hepatitis-Tag global ausrichtet, zum Anlass
genommen, das diesjährige Motto als eindringlichen Appell zu formulieren:
„Hep can’t wait“ – „Hepatitis kann nicht warten!“.

Abhängig vom Virustyp unterscheidet man Hepatitis A, B, C, D und E.
Hepatitis-Viren rufen unterschiedlich schwere Leberentzündungen hervor,
die spontan ausheilen oder wie bei den Hepatitiden B, C, D und E (nur bei
immunsupprimierten beispielsweise organtransplantierten Patienten)
chronisch werden und im weiteren Verlauf auch Leberzirrhose und auch
Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) verursachen können.

„Nach den letzten, zum Teil revolutionären Entwicklungen in der Hepatitis
B- und C-Therapie stehen uns heute nahezu nebenwirkungsfreie und sehr
effektive Medikamente zur Verfügung, die (bei der Hepatitis B) eine
Kontrolle beziehungsweise (bei der Hepatitis C) sogar Heilung dieser
chronischen Infektionen ermöglichen. Auch für die Hepatitis delta, die
durch das Hepatitis D-Virus ausgelöst wird, besteht seit Kurzem eine neue
Behandlungsmöglichkeit. Mit dieser Therapie kann bei fast allen Patienten
eine deutliche Reduktion der Hepatitis D-Viruslast erreicht werden, was zu
einer Verringerung der Leberentzündung führt. Zudem besteht die
Möglichkeit, sich vor diesen Infektionen, bspw. durch Impfungen zu
schützen: Es gibt gegen Hepatitis B eine wirksame Schutzimpfung, die auch
gegen eine Infektion mit dem Hepatitis D-Virus schützt. Und wir haben es
erreicht, dass in Kürze im Rahmen des Präventionsprogramms
‚Gesundheitsuntersuchung‘ für gesetzlich Versicherte (vorher als ‚Check-up
35‘ bezeichnet), einmalig der Test auf Hepatitis B und Hepatitis C möglich
ist“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Leberstiftung die Situation.

Es bestehen also im Bereich der Virushepatitis verschiedene Möglichkeiten
zur Früherkennung, Prävention und Therapie, mit der das Ziel der WHO,
Hepatitis B und C bis 2030 weltweit zu eliminieren, dem sich Deutschland
angeschlossen hat, zu erreichen.

„Trotzdem und gerade deswegen ist die Forderung des Welt-Hepatitis-Tages
an die Politik, zu handeln, wichtig und richtig, denn es werden noch immer
viele Lebererkrankungen nicht erkannt und es gibt zu wenig Wissen über
dieses Organ und seine Erkrankungen. Daher werden die bestehenden
Möglichkeiten zu Diagnose, Therapie und Prävention nicht im möglichen
Umfang genutzt“, betont Prof. Manns, und wünscht sich für die Zukunft:
„Wir müssen verstärkt daran arbeiten, Awareness, also Bewusstsein für die
Leber und ihre Gesundheit zu schaffen. Jeder erhöhte Leberwert muss
hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt werden. Daher wünsche ich mir für
Deutschland eine Drei-Säulen-Strategie zur Eliminierung von Hepatitis B
und Hepatitis C aus Awareness, Früherkennung und Behandlung.“

Dass es beim wichtigen Thema Virushepatitiden einen großen Bedarf bei
Aufklärung und Prävention gibt, zeigt beispielhaft für das Hepatitis
B-Virus (HBV) die aktuelle Studie „Gesundheit und Sexualität in
Deutschland“ des Instituts für Sexualforschung am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf, die das Wissen über sexuell übertragbare Erkrankungen
(STD) erforscht. Während 71,1 Prozent der befragten Erwachsenen zwischen
18 und 75 Jahren bei der Frage nach ansteckenden Geschlechtskrankheiten
angaben, HIV beziehungsweise Aids zu kennen, war Hepatitis B nur bei 10,3
Prozent bekannt. Als Fazit stellten die Forschenden der Studie „Gesundheit
und Sexualität in Deutschland“ fest, dass alle Altersgruppen nur über
einen geringen Wissensstand zu den am meisten verbreiteten sexuell
übertragbaren Krankheiten verfügen. Ihren Angaben zufolge infizieren sich
weltweit täglich rund eine Million Menschen mit einer
Geschlechtskrankheit, die teilweise gravierende Folgen haben kann – bis
hin zum Tod. Mangelndes Wissen über STDs wie Hepatitis B ist häufig der
Grund, auf vorbeugende Maßnahmen wie eine Impfung gegen das HBV oder den
Gebrauch von Kondomen zu verzichten.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

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