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Prävention für Körper und Stimme

Interessierte erwarten beim 2. Gesundheitsdenkertag der SRH Hochschule für
Gesundheit am 27. April zahlreiche Tipps, um ihre Gesundheit zu schützen.

Ostern rückt näher und damit für viele auch der Urlaub: endlich
ausspannen. Doch was passiert, wenn man im Urlaub krank wird? Wie kann man
dem vorbeugen? Und was ist eigentlich Reisemedizin? Anlässlich des 2.
Gesundheitsdenkertages der SRH Hochschule für Gesundheit am 27. April 2022
wird Prof. Dr. Tom Ziegler, Studiengangsleiter im Bachelor-Studiengang
Physician Assistant am Campus Gera, einen Vortrag zum Thema „Fit für den
Urlaub – Reisemedizin aktuell“ halten.

Prävention spielt eine essenzielle Rolle, um physisch und mental
leistungsfähig zu sein und zu bleiben. Erholt sich der Körper und baut das
Stresslevel ab, ist die Gefahr groß krank zu werden. Dies kann vor oder
während des Urlaubes geschehen. Prof. Dr. Tom Ziegler wird Interessierten
daher im Rahmen der Veranstaltung praktische Tipps mitgeben, um dies zu
verhindern bzw. dem während des Urlaubes entgegenwirken zu können.

Doch auch im Berufsalltag ist eine gute Prävention entscheidend, um fit
für den Job zu bleiben. So liegt etwa bei Lehrer:innen die Prävalenz von
Stimmstörungen in vielen Studien bei über 50 Prozent. Insgesamt ist rund
ein Drittel der Menschen in sogenannten Sprechberufen beschäftigt und
damit einem höheren Risiko für Stimmprobleme ausgesetzt. Prof. Dr. Karl-
Heinz Stier, Studiengangsleiter im Bachelor-Studiengang Logopädie am
Campus Stuttgart, hat mit der Akzentmethode® eine Präventionsmethode für
Stimmstörungen genauer erforscht. Im Rahmen seines Vortrages
„Kommunikation als Schlüssel zum Miteinander – Wie meine Stimme fit
bleibt“ wird er diese effektive und evidenzbasierte Behandlungsform
vorstellen. Zentrale Aspekte der Methode sind Rhythmisierung,
Akzentuierung sowie die Koordination von Atmung, Phonation, Artikulation,
Körperbewegung und Sprache. Prof. Dr. Karl-Heinz Stier gibt dabei Tipps,
wie wichtige Bereiche einer physiologischen Stimmbildung im Unterricht und
im Alltag eingesetzt werden können, um präventiv Stimmstörungen
vorzubeugen.

Der 2. Gesundheitsdenkertag der SRH Hochschule für Gesundheit unter dem
Motto „Möglichkeiten aufzeigen – Chancen nutzen“ startet am 27. April 2022
um 15 Uhr mit einer Begrüßung und Vorstellung der Hochschule durch
Vizepräsident Prof. Dr. Björn Eichmann. Die genauen Vortragszeiten können
auf der Webseite der SRH Hochschule für Gesundheit nachgelesen werden. Die
Veranstaltung ist eingebettet in den Themenmonat „Gesund gedacht“, mit dem
das Themenjahr anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der
Gesundheitshochschule der SRH fortgesetzt wird.

Interessierte können sich für die kostenfreie Online-Veranstaltung ab
sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder über https://eveeno.com/607932927
anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/tom-ziegler/

https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/karl-heinz-stier/

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Das Forschungsteam: Doktorandin Zoe Kefalianakis, Oberarzt Dr. Jochen Dutzmann, Study Nurse Kathrin Ludwig und Klinikdirektor Prof. Dr. Daniel Sedding (v. l. n. r.).  Dr. Jens Thol  Dr. Jens Thol/Universitätsmedizin Halle (Saale)

Herzinfarkt-Forschung: Kann Intervallfasten das Herz reparieren?

Das Forschungsteam: Doktorandin Zoe Kefalianakis, Oberarzt Dr. Jochen Dutzmann, Study Nurse Kathrin Ludwig und Klinikdirektor Prof. Dr. Daniel Sedding (v. l. n. r.).  Dr. Jens Thol  Dr. Jens Thol/Universitätsmedizin Halle (Saale)
Das Forschungsteam: Doktorandin Zoe Kefalianakis, Oberarzt Dr. Jochen Dutzmann, Study Nurse Kathrin Ludwig und Klinikdirektor Prof. Dr. Daniel Sedding (v. l. n. r.) Dr. Jens Thol/Universitätsmedizin Halle (Saale)
Studie untersucht, ob Intervallfasten eine Herzinsuffizienz nach einem
Herzinfarkt verhindern kann. Herzstiftung fördert Untersuchung am
Universitätsklinikum Halle/Saale.

Es ist Fastenzeit und Intervallfasten liegt nach wie vor im Trend.
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass diese Form des Fastens diverse
positive Eigenschaften für die Gesundheit mit sich bringt. So kann
Intervallfasten nicht allein beim Abnehmen helfen, sondern es beeinflusst
auch Herz-Risikokrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhtes
Cholesterin günstig. Somit kann Intervallfasten bei Herzinfarktpatienten
dazu beitragen, das Risiko für einen weiteren Infarkt zu reduzieren. In
Deutschland werden pro Jahr über 212.000 Herzinfarkte vollstationär
versorgt (Deutscher Herzbericht 2020). Wissenschaftler der
Universitätsklinik für Kardiologie in Halle an der Saale schauen nun aber
noch einen Schritt weiter: In ihrer Studie „Intervallfasten nach
Myokardinfarkt“ (INTERFAST-MI) gehen Zoe Kefalianakis, Dr. med. Jochen
Dutzmann und Prof. Dr. med. Daniel Sedding mit ihrem Team der Frage nach,
ob das Intervallfasten auch die Regeneration des Herzens nach einem
Herzinfarkt unterstützen kann, um so eine Herzschwäche (chronische
Herzinsuffizienz) zu vermeiden. Die Deutsche Herzstiftung fördert dieses
Forschungsprojekt mit rund 68.000 Euro. Ein aktuelles Forschungs-Video der
Herzstiftung stellt das Projekt vor:
https://www.youtube.com/watch?v=51jPSd43oNI

„Intervallfasten löst Veränderungen im Zellstoffwechsel aus, die wiederum
viele Gemeinsamkeiten mit genau den Zellprogrammen zeigen, die eine
Heilung des Herzmuskels und eine Wiederherstellung der Durchblutung und
der Pumpfunktion des Herzens begünstigen“, betont Prof. Dr. Daniel
Sedding, Direktor der Uniklinik für Kardiologie in Halle (Saale). Sedding
leitet die Studie gemeinsam mit Dr. Dutzmann, der hinzufügt, dass man mit
der INTERFAST-MI-Studie zur Klärung beitrage, inwiefern sich
Intervallfasten zur Vorbeugung von erneuten Herzinfarkten und einer
Herzschwäche „als ein neuer nebenwirkungsarmer Therapiebestandteil
etablieren“ lässt.

Was bewirkt Intervallfasten im Körper?
Fastenperioden setzen ein Regenerationsprogramm in Gang, das den
Energiehaushalt im Körper optimiert und Schutzmechanismen der Körperzellen
aktiviert. Dieser Vorgang, versetzt Körperzellen in eine Art Winterschlaf
(Hibernation) und verbessert so die Immunabwehr und die
Heilungsmechanismen. Darüber hinaus startet er in den Zellen eine Art
Entrümpelungsprogramm (Autophagie) und verändert deren Stoffwechsel. Die
Zellen konzentrieren sich daraufhin auf einen effektiveren „Super-
Kraftstoff“ für Gehirn und Muskeln, die sogenannten Ketonkörper. „Wir
wollen mit unseren Untersuchungen klären, ob diese Prozesse während des
Intervallfastens dazu beitragen können, Herzinfarktpatienten vor einer
Herzinsuffizienz zu bewahren“, erläutert Dr. Dutzmann.

Wie könnte Intervallfasten eine chronische Herzschwäche verhindern?
Bei einem Herzinfarkt wird ein Teil des Herzmuskels aufgrund einer
verstopften Herzkranzarterie (Thrombus/Blutpfropf) von der
Sauerstoffversorgung getrennt. Dieser Teil des Herzens verfällt nach dem
Infarkt entweder in einen Winterschlaf (Hibernation) oder stirbt gar ab
und vernarbt. In der Folge verliert das Herz allmählich an Leistung und es
kann zu einer chronischen Herzinsuffizienz kommen. Bei der Behandlung von
Herzinfarktpatienten kommt es also auch darauf an, die Pumpfunktion des
Herzmuskels soweit wie möglich wiederherzustellen, um der drohenden
Herzinsuffizienz vorzubeugen. Hier könnte das Intervallfasten und das
durch die Fastenperioden ausgelöste „Hunger-Notfallprogramm“ ins Spiel
kommen, das Zellprogramme in Gang setzt, die eine Heilung des Herzmuskels
und eine Wiederherstellung von Durchblutung und Pumpfunktion begünstigen.

Studie zum Intervallfasten: So geht das Forschungsteam vor
In der INTERFAST-MI-Studie werden Patientinnen und Patienten nach einem
schweren Herzinfarkt anhand von Zufallskriterien auf zwei Gruppen
aufgeteilt. Während die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer der
ersten Gruppe nach der Methode 16:8 Intervall fasten (16 Stunden am Stück
fasten, 8 Stunden nach Belieben essen), ernähren sich diejenigen der
zweiten Gruppe weiter wie bisher. Die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler begleiten beide Gruppen eng, untersuchen die Herzfunktion
jeweils nach einem, drei und sechs Monaten und vergleichen die Ergebnisse
miteinander. Ziel ist es festzustellen, ob das Intervallfasten einen
nicht-medikamentösen, nebenwirkungsarmen Ansatz zur Heilung des
Herzmuskels nach einem Infarkt darstellen könnte. In weiteren Schritten
soll auch erforscht werden, wie sich das Intervallfasten auf weitere
Folgen des Herzinfarkts auswirkt, wie die Anzahl der nötigen
Krankenhauseinweisungen, das Entstehen von Folgeerkrankungen oder das
Auftreten eines neuen Infarkts.

Ein Video-Clip „Kann Intervallfasten das Herz reparieren?“ mit dem
Forscherteam der
Universitätsklinik für Kardiologie Halle (Saale) ist abrufbar unter:
www.youtube.com/watch?v=51jPSd43oNI

Weitere Infos zur INTERFAST-MI-Studie unter www.herzstiftung.de
/intervallfasten-herzinfarkt

Fasten ist nicht gleich Fasten
Hinweis der Herzstiftung zum Fasten
Auch wenn Fasten im Trend liegt, sollte es gut überlegt sein und
vorbereitet werden, sagt der Münchener Ernährungsexperte und
Ernährungsmediziner und Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für
Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München. Vor allem
Herzpatientinnen und -patienten sollten keine Alleingänge planen, sondern
jede Fastenmethode vorab mit einer Herz-Spezialistin oder Herz-
Spezialisten besprechen. Was der Ernährungsspezialist der Herzstiftung zu
den unterschiedlichen Fastenarten wie Intervall-/Intermittierendes Fasten
sowie Heil-, Basen-, Null- bzw. Wasserfasten (Nulldiät) sagt, erfahren
Interessierte unter www.herzstiftung.de/fasten
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Mit Druckluft gegen Durchblutungsstörungen. BMBF zeichnet MHB-Projekt AngioAccel aus

Das Therapiekonzept von AngioAccel erhöht mit Hilfe einer sogenannten
‚Herzhose‘ und EKG-gesteuerter Manschetten den Blutfluss von Patient*innen
mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) – einer
Durchblutungsstörung in den Beinen, die vom Volksmund auch
Schaufensterkrankheit genannt wird. Es konnte gezeigt werden, dass sich
mit dem von Ärzten entwickelten Antepulsations-Verfahren die körpereigene
Regeneration der Arterien und Durchblutungsstörungen in den Beinen auch
nicht-invasiv sehr gut behandeln lassen. Das innovative Verfahren bietet
insbesondere auch für bereits in ihrer Mobilität eingeschränkte
Patient*innen einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen
Behandlungsmethoden.

Berlin/Brandenburg an der Havel, 07.04.2022

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der
VIP+ Innovationstagung in Berlin das MHB-Projekt AngioAccel mit dem
Innovationspreis 2022 ausgezeichnet.

„Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung! Unser VIP+ gefördertes
AngioAccel-Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung und Validierung
eines Medizinproduktes, das zur Behandlung der peripheren arteriellen
Verschlusskrankheit eingesetzt werden kann. Dabei gehen die Arterien, die
den Fuß oder das Bein mit Blut und Sauerstoff versorgen, nach und nach zu.
Durch den geringeren Blutfluss kommt es zu einer geringeren
Sauerstoffversorgung, was wiederum zur Folge haben kann, dass betroffene
Personen teilweise weniger als 50 Meter an einem Stück gehen können. Durch
die notwendig werdenden Unterbrechungen wird diese Krankheit vom Volksmund
auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. In weiter fortgeschrittenen
Stadien dieser Erkrankung kommt es auch zu Wundbildung, nicht selten kann
es dann auch zu Fuß- oder sogar Beinamputationen kommen. In der VIP+
Validierungsphase ist es uns gelungen, gegen diese Erkrankungen einen
Demonstrator, also eine Art Prototypen, und das erste an der MHB erdachte
Medizinprodukt zu entwickeln“, erklärt Dr. Philipp Hillmeister, Leiter des
Forschungszentrums Angiologie am Städtischen Klinikum Brandenburg, einem
MHB Universitätsklinikum im Verbund.  Das Projekt wurde von Prof. Ivo
Buschmann, Prof. für Angiologie an der MHB sowie Klinikdirektor und
Chefarzt für Angiologie, ins Leben gerufen und dann gemeinsam mit Dr.
Philipp Hillmeister umgesetzt und weiterentwickelt.

„Der Auszeichnung und Preisverleihung ging eine intensive Phase der
Prüfung und Vorbereitung voraus. So mussten wir nicht nur den Nachweis der
Machbarkeit, sondern mit Pilotanwendungen und Testreihen auch die
prinzipielle Tauglichkeit und Akzeptanz unserer Anwendung nachweisen. Wir
haben in den vergangenen Jahren rund 1000 Patient*innen angiologisch in
unserer Forschungsambulanz, dem „Lauflabor“ untersucht. Dabei konnten wir
zeigen, dass sich mit dem von uns entwickelten Antepulsations-Verfahren
die körpereigene Regeneration der Arterien und Durchblutungsstörungen in
den Beinen auch nicht-invasiv sehr gut behandeln lassen. Dabei werden
Manschetten um Hüfte und Oberschenkel gewickelt, so dass durch regelmäßige
Druckluftstöße eine Art Training simuliert wird. Die durch Druckluftstöße
vermittelte Kompression der Beine führt zu einer Beschleunigung des
Blutflusses und simuliert effektiv so körperliches Training. Die Arterien
des Körpers denken dann, der Mensch läuft gerade einen Marathon, obwohl er
in Wirklichkeit im Bett liegt! Unser Verfahren bietet insbesondere auch
für bereits in ihrer Mobilität eingeschränkte Patient*innen einen
deutlichen Vorteil gegenüber anderen Behandlungsmethoden. Unser Projekt
AngioAccel hat es dann auf eine Shortlist mit 10 ausgewählten Projekten
geschafft, was für uns schon eine tolle Anerkennung bedeutet hat. Das wir
jetzt mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg neben der TU München,
dem Fraunhofer-Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und
Verpackungstechnik (AVV) und der TU Dresden sogar zu den drei
gleichrangigen Trägern des Innovationspreises 2022 gehören, macht uns
glücklich und auch ein wenig stolz“, ergänzt Prof. Ivo Buschmann.

„Das Therapiekonzept von AngioAccel erhöht mit Hilfe einer sogenannten
‚Herzhose‘ und EKG-gesteuerter Manschetten den Blutfluss von Patient*innen
mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) – einer
Durchblutungsstörung in den Beinen. Das führt dazu, dass diese deutlich
mobiler werden. Ziel des Vorhabens AngioAccel war im Programm VIP+, das
Therapiekonzept an Patient*innen mit dem Krankheitsbild zu validieren. Die
im Programm durchgeführten Arbeiten waren äußerst erfolgreich. Die
Lebensqualität und Mobilität von den Patient*innen ist stark gestiegen:
Sie konnten ihre zurückgelegten Gehstrecken um bis zu 500 Prozent
verlängern“, heißt es in der Begründung durch das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF).

„Forschung ist die Basis für die Wertschöpfung von morgen und zugleich
Garant für eine hochwertige Gesundheitsversorgung. Das hat sich auch in
der Corona-Pandemie gezeigt. Damit aus unserer exzellenten Forschung und
vielen hervorragenden Ideen echte Innovationen werden, ist entscheidend,
dass die Forschungsergebnisse in der Praxis ankommen. Der
Forschungstransfer ist für uns immer zentral. Deshalb fördert das
Bundesforschungsministerium mit dem Programm VIP+ den Transfer von
Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Verwertung und
gesellschaftliche Anwendung. Die ausgezeichneten Projekte eint, dass ihre
Ergebnisse schnell und für viele Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen
nutzbar werden. Die drei Preisträger-Projekte sind mit ihren Innovationen
nicht nur echte Vorreiter auf ihren jeweiligen Gebieten, sondern haben das
Potenzial für eine bessere Gesundheitsversorgung oder nachhaltigere
Produkte“, erklärt Dr. h. c. Thomas Sattelberger, der zuständige
Parlamentarische Staatssekretär im BMBF.

Der Preis wird in einem Turnus von zwei Jahren an wissenschaftliche
Projekte verliehen, die Forschungsergebnisse vorbildlich in innovative
Anwendungen umgesetzt haben. Auf den Preis können sich dabei Projekte aus
allen Fachrichtungen und Wissenschaftsdisziplinen bewerben.

Zum Hintergrund

Das BMBF hatte das Förderprogramm „Validierung des technologischen und
gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung
(VIP+)“ im Jahr 2015 gestartet. Das Programm unterstützt
Wissenschaftler*innen dabei, exzellente technologische und nicht-
technologische Ergebnisse ihrer Forschung hinsichtlich einer späteren
Anwendung oder Verwertung zu überprüfen. Die Projekte testen ihre
Ergebnisse dahingehend, ob sie tatsächlich praxistauglich und umsetzbar
sind, beispielsweise in Anwendungsbereichen mit hohem wirtschaftlichen
oder gesellschaftlichen Nutzen. Damit trägt VIP+ auch dazu bei, die
Transferkultur in allen beteiligten Einrichtungen zu stärken. Seit dem
Start von VIP+ wurden 175 Projekte mit einem Fördervolumen von fast 200
Millionen Euro bewilligt. Im Zeitraum von fünf Jahren nach Ablauf ihrer
jeweiligen Förderungen durch VIP+ sind aus fast einem Drittel der
ehemaligen Projekte Unternehmensgründungen erfolgt oder Unternehmen
befinden sich in der Gründungsphase. In mehr als einem Fünftel der
abgeschlossenen Projekte werden auf Basis der Arbeiten im Programm VIP+
neue Patente eingereicht.

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Welt Hypertonie Tag 2022: #entdeckergesucht – fast jeder Dritte weiß nichts von seiner Bluthochdruckerkrankung!

Am 17. Mai 2022 ist Welt Hypertonie Tag. Dieser jährliche Aktionstag soll
die öffentliche Aufmerksamkeit auf Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
lenken, insbesondere auf die Entdeckung dieser Erkrankung, die viele
Folgekrankheiten nach sich ziehen kann. Wie dringend notwendig die
Information über Bluthochdruck ist, zeigt eine aktuell in „The Lancet“
publizierte Studie: In Deutschland beträgt die Dunkelziffer fast 30 %.
Daher startet die Deutsche Hochdruckliga zum Welt Hypertonie Tag ihre
Jahreskampagne #entdeckergesucht.

Entdecker gesucht? Für Bluthochdruck? Ja, denn viele Menschen wissen
nicht, dass sie unter Bluthochdruck leiden und damit langfristig ihre
Gesundheit und die Aussicht auf ein langes Leben aufs Spiel setzen. Daher
lohnt es sich, zum Entdecker zu werden. Um Bluthochdruck zu „entdecken“
und in der Folge gut einzustellen, hilft in der Regel nur eins: messen,
messen und noch mal messen!

Wie wichtig es ist, seinen Blutdruck im Blick zu behalten, zeigte eine in
„The Lancet“ [1] publizierte Studie. Sie analysiert die Entwicklung der
Krankheitslast (Prävalenz) und der Krankheitskontrolle (Anteil der
behandelten Patientinnen und Patienten) zwischen 1990 und 2019 anhand von
1.202 populationsbasierten Studien weltweit. Für Deutschland errechnete
sie, dass nur 71 % aller weiblichen und 72 % aller männlichen Betroffenen
um ihre Erkrankung wissen. Medikamente erhalten nur 64 % der Patientinnen
und 61 % der Patienten. Schaut man sich an, wie viele erfolgreich
behandelt sind und Blutdruckwerte im Zielbereich aufweisen, ist das in
dieser Erhebung nicht einmal die Hälfte der Betroffenen (48 % der Frauen,
43 % der Männer).

Wenig Symptome – viele gefährliche Folgen
„Das ist eine traurige Bilanz“, erklärt Prof. Dr. med. Ulrich Wenzel,
Hamburg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Zumal das
Robert Koch-Institut 2015 noch die Bluthochdruckdunkelziffer mit 20 %
angegeben hatte [2]. Beide Datensätze sind schwer vergleichbar, die Zahlen
lassen aber die Interpretation zu, dass die ‚Awareness‘ für Bluthochdruck
tendenziell abnimmt. Womöglich wird die Corona-Pandemie diesen Trend noch
verstärken, da andere Gesundheitsprobleme im Fokus standen und viele
Menschen aus Angst vor Ansteckungen die Routineuntersuchungen bei der
Hausärztin/beim Hausarzt nicht mehr so engmaschig wahrgenommen haben.“
Dabei ist ein unbehandelter Bluthochdruck gefährlich, langfristig sogar
lebensgefährlich. Grob gesagt, gehen fast die Hälfte aller Schlaganfälle
und Herzinfarkte und fast ein Drittel aller Nierenkrankheiten auf sein
Konto. Auch Demenzerkrankungen, sogar Erblindungen, zählen zu den
Langzeitfolgen von dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten. Eine Auswertung von
Gesundheitsdaten der WHO-Länder [3] zeigte, dass die Anzahl der Todesfälle
infolge von Herz- und Gefäßerkrankungen mit Bluthochdruck zusammenhängt:
je höher die Blutdruckwerte, desto mehr tödliche kardiovaskuläre
Ereignisse.
Das Fazit von Dr. med. Marcel Schorrlepp, Mainz, Sprecher der AG
Hausärztliche Internisten in der DGIM, lautet: „Bluthochdruck ist der
Ausgangspunkt für viele Folgeerkrankungen und legt den Grundstein für die
Multimorbidität der Betroffenen im höheren Alter. Bluthochdruck muss
behandelt werden. Je früher und konsequenter, desto besser.“

Aktuelle Kampagne animiert zum Blutdruckmessen
Doch in vielen Fällen wird die Diagnose Bluthochdruck gar nicht gestellt.
Meistens spüren Betroffene nichts von der Erkrankung. In einigen Fällen
führt Bluthochdruck zu Kopfschmerzen, innerer Unruhe oder auch mal
Schwindel, aber diese Krankheitszeichen werden, zumindest wenn sie nur
gelegentlich auftreten, oft als „Unpässlichkeit“ hingenommen und nicht mit
einer Bluthochdruckerkrankung in Zusammenhang gebracht. Aufschluss über
die Diagnose gibt am Ende nur die Blutdruckmessung. Wer die Diagnose
„verpasst“, ist nicht selten überrascht, wenn sie als vermeintlicher
Zufallsbefund nach einer Schlaganfall- oder Herzinfarktdiagnose gestellt
wird (siehe Patientengeschichte). Gelegentliches Messen gibt hingegen
frühzeitig Aufschluss. Ab Werten über 140/90 mm Hg wird es gefährlich –
dann spricht man von Hypertonie (Bluthochdruck) und eine Therapie sollte
eingeleitet werden. Optimal sind Blutdruckwerte unter 130/80 mm Hg. Bei
leicht erhöhten Werten kann man viel durch einen gesünderen Lebensstil
erreichen und die erhöhten Blutdruckwerte wieder „einfangen“: Gewicht
verlieren, sich gesund ernähren und ausreichend bewegen ist das
Patentrezept!

„Bluthochdruck früh zu erkennen und zu behandeln, rettet Leben, daher
startet die Deutsche Hochdruckliga ihre Jahreskampagne #entdeckergesucht
zum Welt Hypertonie Tag. Die zentrale Botschaft lautet ‚Blutdruckmessen
ist einfach!‘ und wir möchten die Menschen zur Blutdruckmessung animieren,
um die Dunkelziffer von Menschen mit Bluthochdruck zu senken“, so erklärt
Prof. Dr. med. Florian Limbourg, Hannover, Mitglied im Vorstand der
Deutschen Hochdruckliga und Initiator dieser öffentlichkeitswirksamen
Aktion, das Kampagnenziel. Die Kampagnenbotschaft wird durch drei
augenfällige und einprägsame Plakatmotive transportiert. Auf einem
begleitenden Faltblatt zur Kampagne finden sich auch eine Anleitung zur
Blutdruckmessung in fünf Schritten und eine Messtabelle, wo man die Werte
eintragen und den Wochendurchschnitt berechnen kann.

Social-Media-Mitmachaktion: #entdeckergesucht
Um diese Botschaft in die Bevölkerung zu tragen, ist eine Social-Media-
Kampagne und Mitmach-Aktion geplant: Gesucht werden mutige Menschen, die
ihre Blutdruckwerte messen – und auch andere dazu motivieren, als
„Entdecker“ ihren Blutdruck im Auge zu haben. Idee ist, dass jeder eine
Woche lang gemäß Anleitung seine Blutdruckwerte misst, in dem
Blutdruckpass auf dem Flyer (siehe Pressemappe) einträgt und am Ende
seinen Wochendurchschnittswert berechnet. Dann einfach Foto von sich mit
dem Faltblatt machen und mit dem Hashtag #entdeckergesucht posten. Allein,
zu zweit, mit der Familie oder dem Gartenzwerg. Die witzigsten
Einsendungen werden wir – wenn uns dafür das Einverständnis der
Protagonisten vorliegt – im nächsten „Druckpunkt“ veröffentlichen. Seien
Sie kreativ und überraschen Sie uns. Und falls Sie von Ihren
Blutdruckwerten überrascht sind, weil der Durchschnittwert über 135/85 mm
Hg liegt, lassen Sie es Ihre Ärztin/Ihren Arzt wissen. Denn ein
unbehandelter Bluthochdruck ist gefährlich.

Weitere Inhalte der Pressemappe zum Welt Hypertonie Tag 2022
- Fakten/„Listings“ zu Bluthochdruck
- Patientengeschichte von Ortwin Stein
- Patientengeschichte Lars Schmidt
- Hintergrundtext: Genetisch bedingter Bluthochdruck
- Faltblatt Blutdruckmessen (inkl. Messtabelle)
- Hintergrundtext: Blutdruckmessgeräte – achten Sie auf das Siegel der
DHL!
- Liste der DHL-zertifizierten Blutdruckmessgeräte
- Banner/Kampagnenmotive zur Social-Media-Verbreitung
- Foto Dr. med. Marcel Schorrlepp, Mainz, Sprecher der AG Hausärztliche
Internisten in der DGIM (Copyright: privat)
- Foto Prof. Dr. med. Ulrich Wenzel, Hamburg, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Hochdruckliga (Copyright: UKE Hamburg)

Diese Materialien sind abrufbar unter
https://www.hochdruckliga.de/pressemitteilung/entdeckergesucht-pm-20220407

[1] (NCD-RisC), Zhou B, Carrillo-Larco RM, Danaei G et al. Worldwide
trends in hypertension prevalence and progress in treatment and control
from 1990 to 2019: a pooled analysis of 1201 population-representative
studies with 104 million participants. Lancet 2021; 398, 957-980.
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01330-1/fulltext

[2] Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 5/2015.
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf?__blob=publicationFile

[3] Sahin B, İlgün G. Risk factors of deaths related to cardiovascular
diseases in World Health Organization (WHO) member countries. Health Soc
Care Community. 2022 Jan; 30 (1): 73-80. doi: 10.1111/hsc.13156. Epub 2020
Sep 9

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