Krebstherapien können Herz und Gefäße schädigen: Wie schützt man Patienten?
Zum Weltkrebstag: Herzstiftung informiert über Auswirkungen von
Krebstherapien auf das Herz-Kreislauf-System/ Neue „HERZ heute“ mit
Schwerpunkt Onkologische Kardiologie
Die Therapie von Krebserkrankungen hat in den letzten Jahren große
Fortschritte gemacht. Verbesserte Operationsmethoden, eine präzisere
Strahlenbehandlung und neue Medikamente konnten die Überlebenschancen der
Patienten deutlich verbessern. Doch der Fortschritt hat seinen Preis:
„Viele Krebstherapien können Herz und Kreislauf schädigen – auch die
modernen, zielsicherer an Krebszellen ansetzenden Wirkstoffe können das
Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft ziehen“, warnt der Herzspezialist
Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen
Herzstiftung und Chefredakteur der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute in
der aktuellen Ausgabe und betont: „Unter diesen Bedingungen gilt es
sicherzustellen, dass das Langzeitüberleben und die Lebensqualität von
Menschen, die ein Krebsleiden überstanden oder unter Kontrolle gebracht
haben, nicht von einer neu auftretenden oder sich verschlimmernden Herz-
Kreislauf-Erkrankung beeinträchtigt werden.“ Dieser künftig weiter
wachsenden Patientengruppe gilt der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von
HERZ heute 1/2021 „Die Balance halten – Krebspatienten vor Herzschäden
schützen“. Renommierte Kardiologen und Onkologen zeigen die Risiken auf
und erläutern, wie negative Einflüsse der Krebsbehandlung auf Herz und
Kreislauf frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Eine
Herzpatientin, selbst als Kind früh an Krebs erkrankt, berichtet von ihrem
Umgang mit den Folgen der Krebstherapie und ihrem Lebensmut trotz
Krankheit. Ein Probeexemplar dieser Ausgabe kann kostenfrei bei der
Herzstiftung angefordert werden unter Tel. 069 955128-400 oder per Mail
unter
Keine Doppelbelastung aus Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankung!
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebsleiden sind nicht nur in ihrer
Häufigkeit als Volksleiden und aufgrund der höchsten Todesrate eng
miteinander verknüpft. Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung und erhöhte Blutfettwerte
(Cholesterin) sind einerseits Risikofaktoren, die Herz-Kreislauf-
Erkrankungen begünstigen. Andererseits spielen diese Risikokrankheiten
auch beim Entstehen und Fortschreiten von Krebsleiden eine bedeutende
Rolle und sind mitverantwortlich dafür, wenn es unter der Therapie einer
Krebserkrankung vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt. „Heute
sterben mehr Tumorpatienten an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als jemals
zuvor“, berichtet Prof. Dr. med. Stephan Baldus, Direktor des Herzzentrums
der Uniklinik Köln, und einer der Autoren des HERZ heute-Schwerpunkts
Onkologische Kardiologie. Nicht nur das Rauchen ist ein Risikofaktor
sowohl für Krebserkrankungen als auch für die koronare Herzkrankheit
(Arteriosklerose) in den Blutgefäßen, die das Herz versorgen. „Viele
wissen nicht, dass ebenso Bluthochdruck neben seiner Gefahr für Herz und
Gefäße bis hin zu Herzinfarkt und Herzschwäche auch mit einer erhöhten
Krebssterblichkeit in Verbindung gebracht wird“, so Baldus, der auch
Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung ist.
Die Einstellung des Blutdrucks und der Blutfettwerte (Cholesterin) nimmt
folglich in der Krebsbehandlung eine wichtige Rolle ein. Studien bei
Brustkrebspatientinnen mit erhöhten Blutfettwerten konnten zeigen, dass
sich die Pumpkraft des Herzens unter der Krebstherapie weniger häufig
verschlechtert, wenn die Patientinnen vor und während der Krebstherapie
ein Statin erhalten. Analog sollte ein zu hoher Blutzuckerspiegel den
Leitlinien gerecht mit blutzuckersenkenden Medikamenten behandelt werden,
weil zu viel Zucker im Blut dem Herzen schadet.
Schädigende Nebeneffekte der Krebstherapie für Herz und Gefäße minimieren
Sowohl die radioaktive Bestrahlung als auch die gegen Krebs gerichteten
Medikamente können das Herz schädigen, Mediziner sprechen von der
Kardiotoxizität. Während der Therapie können dann z. B. akut
Herzrhythmusstörungen oder erhöhte Blutdruckwerte auftreten; nach einer
Strahlenbehandlung kann es zur Verengung von Herzkranzgefäßen (KHK)
kommen. „Die häufigste und schwerwiegendste Folge der medikamentösen
Tumortherapie auf das Herz aber ist eine Herzschwäche, die vorübergehen,
aber auch dauerhaft bestehen bleiben kann. Eine sich im Verlauf oder nach
einer Krebstherapie entwickelnde Herzschwäche gilt es deshalb frühzeitig
zu erkennen und zu behandeln“, unterstreicht Baldus, der auch Sprecher des
Arbeitskreises „Onkologische Kardiologie“ der Deutschen Gesellschaft für
Hämatologie und Medizinische Onkologie ist. Der neue interdisziplinärer
Fachbereich „Onkologische Kardiologie“ will deshalb an der Schnittstelle
von Krebs- und Herz-Kreislauf-Medizin sicherstellen, dass das
Langzeitüberleben und die Lebensqualität von Menschen, die ein Tumorleiden
überstanden bzw. unter Kontrolle gebracht haben, nicht von einer neu
auftretenden oder sich verschlimmernden Herzerkrankung beeinträchtigt
wird. Ziel der Ärzte ist es, möglichst Herzschädigungen zu vermeiden,
aufgetretene frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. „Wir
Kardiologen müssen im engen Austausch mit den Krebsspezialisten sein. Nur
so können wir gemeinsam Risiken minimieren sowie schädliche Einflüsse der
Tumortherapie auf Herz und Kreislauf frühzeitig erkennen und konsequent
behandeln. Damit es eben nicht zur Herzschwäche oder anderen akuten
Ereignissen wie Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen kommt.“
Für Interessierte und Betroffene
Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Weitere Infos zur
Herzgesundheit im Zusammenhang mit Krebstherapien bietet die aktuelle
Zeitschrift HERZ heute 1/2021 mit dem Titel „Die Balance halten:
Krebspatienten vor Herzschäden schützen“. Ein kostenfreies Probeexemplar
ist unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
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