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Studie: Parodontitis erhöht Risiko bei Corona / Covid-19 Plädoyer für natürliche Prophylaxe ohne Antibiotika und Antiseptika

Zahnfleischentzündungen - so genannte Parodontitis oder Parodontose - können eine Covid-19 Erkrankung (Infektion mit dem Coronavirus) negativ beeinflussen und zu einem besonders schweren Verlauf beitragen. Das schreibt Prof. Dr. Christine Lang, Professorin für Mikrobiologie an der TU Berlin und Vorstand der BELANO medical AG, in einem Beitrag für den Blog https://www.gesunde-bakterien.de.

Sie verweist dabei auf eine Studie internationaler Wissenschaftler (Journal of Clinical Periodontology 2021, https://doi.org/10.1111/jcpe.13435). Diese haben festgestellt, dass Corona- bzw. Covid-19-Patienten mit Parodontitis im Schnitt 3,5-mal häufiger auf der Intensivstation behandelt und 4,5-mal häufiger beatmet werden mussten als Patienten ohne Parodontitis. "Außerdem starben Covid-19-Patienten mit Parodontitis fast neun Mal häufiger als solche ohne Zahnfleischentzündung", schreibt Prof. Lang in ihrem Beitrag.

Als eine Ursache nimmt die Studie an, dass die Bakterien, die Parodontitis verursachen, aus dem Mund eingeatmet werden und in der Lunge zu weiteren Infektionen führen können. Um dieses Risiko zu reduzieren, könne es nach Ansicht beteiligter Forscher sinnvoll sein, Covid-19-Patienten mit Parodontitis vor der Beatmung mit oralen Antiseptika zu behandeln.

An diesem Punkt plädiert Prof. Lang für eine probiotische, auf guten (kommensalen) Bakterien basierende Prophylaxe, um die Zahl schädlicher Erreger und damit das Parodontitis-Risiko grundsätzlich zu senken. Denn Studien zufolge leidet die Hälfte aller Erwachsenen weltweit im Laufe ihres Lebens an Parodontitis. Die Entzündung kann neben Zahnverlust und dem schweren Verlauf bei Covid-19 / Corona-Infektion auch Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer und Krebs begünstigen, schreibt Lang weiter.

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HPV-positiv: Was nun?

Aufgrund der geänderten Krebsfrüherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs werden vermehrt Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) entdeckt. Positive Testergebnisse  erfordern jedoch häufig keine Behandlung.

Seit der Änderung der Routine-Krebsfrüherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs werden vermehrt Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) entdeckt. Solche positiven Testergebnisse verunsichern viele Frauen, erfordern jedoch häufig keine Behandlung.

Zum 01.01.2020 hat sich das gesetzliche Früherkennungsprogramm auf Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) geändert. Vor der Umstellung waren jährliche Abstrichuntersuchungen (Pap-Abstrich) für alle Frauen ab 20 Jahren empfohlen. Ein Test auf humane Papillomviren (HPV) wurde dagegen nicht routinemäßig durchgeführt. Diese Empfehlung gilt inzwischen nur noch für Frauen bis 34 Jahre. Für Frauen ab 35 Jahren ist seit Januar 2020 der HPV-Test fester Bestandteil der Früherkennung. Die Häufigkeit und Art der Kontrolluntersuchungen richtet sich auch danach, ob eine HPV-Infektion festgestellt wird oder nicht. Ist der Pap-Abstrich unauffällig und keine Infektion mit HPV festzustellen (negativer HPV-Test), werden Frauen ab 35 Jahren nur noch alle drei Jahre untersucht. Ein positiver HPV-Test weist dagegen auf eine klinisch relevante HPV-Infektion am Gebärmutterhals hin, verbunden mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Gewebeveränderung. In diesem Fall wird die nächste Kontrolle bereits nach einem Jahr durchgeführt. Ist der HPV-Test dann immer noch positiv, folgt innerhalb von drei Monaten eine Untersuchung mit einer speziellen Lupenvergrößerung (Kolposkopie) zur Abklärung, ob Gewebeveränderungen vorliegen.

Deutlich häufiger HPV-Tests
Bei vielen Frauen wurde infolge der geänderten Regelung im vergangenen Jahr erstmals ein HPV-Test durchgeführt. Die Folge: Es wurden vermehrt HPV-Infektionen am Gebärmutterhals festgestellt, die nicht zu einem auffälligen Pap-Abstrich geführt hatten. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Frauen, was das HPV-Testergebnis für sie praktisch bedeutet. „Die gute Nachricht ist, dass ein positives Testergebnis nicht mit einer Krebsvorstufe oder gar Krebs gleichzusetzen ist“, erläutert Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Eine HPV-Infektion verläuft häufig symptomlos und wird vom Immunsystem nach einiger Zeit überwunden.“ Nur bei einem kleinen Anteil der länger andauernden Infektionen kommt es tatsächlich zu Gewebeveränderungen, die Krebsvorstufen für Gebärmutterhalskrebs sein können. Der HPV-Test hilft vor allem bei der Risikoabschätzung. Der Krebsinformationsdienst beantwortet seit 35 Jahren Fragen zum Thema Krebs telefonisch unter 0800 - 420 30 40 und per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de täglich und kostenlos von 8 bis 20 Uhr.

Bei leichten Gewebeveränderungen nur weitere Kontrollen
Gering ausgeprägte Gewebeveränderungen bilden sich möglicherweise von selbst wieder zurück und werden daher zunächst nur mit verschiedenen Untersuchungen erneut kontrolliert. Dazu gehören neben dem Pap-Abstrich auch der HPV-Test oder die Kolposkopie. Bei stärker ausgeprägten Veränderungen kann es sich aber um Krebsvorstufen handeln, die sich meist nicht mehr zurückbilden. Wegen der Gefahr der Weiterentwicklung zu Gebärmutterhalskrebs werden sie vorsorglich entfernt.

Reine HPV-Infektion nicht behandlungsbedürftig
„Eine HPV-Infektion allein erfordert keine Behandlung“, erläutert Weg-Remers weiter. „Sicherheitshalber wird nach den seit Januar 2020 gültigen Empfehlungen bei länger anhaltender Infektion genauer untersucht, ob Gewebeveränderungen vorliegen. Ist das nicht der Fall, kann Entwarnung gegeben werden.“ Aktuelle Informationen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs stellt der Krebsinformationsdienst auf einem Infoblatt zur Verfügung, online unter https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-gebaermutterhalskrebs-frueherkennung.pdf

Infektionszeitpunkt bleibt häufig unklar
Da Infektionen mit humanen Papillomviren in der Bevölkerung sehr verbreitet sind, sind auch Ansteckungen beim Geschlechtsverkehr vergleichsweise häufig. Weil die Infektion keine Beschwerden verursacht, lässt sich oft kaum nachvollziehen, bei welchem sexuellen Kontakt eine Infektion stattgefunden hat. Der Infektionszeitpunkt kann bei einer aktuell festgestellten HPV-Infektion schon Jahre zurückliegen. Außerhalb von sexuellen Kontakten werden HP-Viren so gut wie nie übertragen.

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Weltglaukomtag: Lasern kann beim grünen Star eine Alternative zu Augentropfen sein

Der grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in der
westlichen Welt, in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen.
Um das Fortschreiten des Augenleidens aufzuhalten, werden meistens
Augentropfen eingesetzt. Neue Studien belegen, dass eine Laserbehandlung
ähnlich wirkungsvoll sein kann wie eine medikamentöse Behandlung.
Anlässlich des Weltglaukomtages empfehlen Experten der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) daher, Lasern als Alternative zu
Augentropfen bei einigen Formen des grünen Stares anzubieten, die noch
nicht sehr stark fortgeschritten sind. Lasern ist eine Kassenleistung.

Die häufigste Form des grünen Stares ist das primäre Offenwinkelglaukom.
Dabei sterben die Nervenfasern des Sehnerven langsam ab, im schlimmsten
Fall führt das zur Erblindung. Ein wichtiger Faktor bei diesem Prozess ist
der Augeninnendruck, der durch den Abfluss des Augeninnenwassers im
sogenannten Trabekelwerk des Auges reguliert wird: Ist der Abfluss dort
gestört, erhöht sich der Augeninnendruck und fördert so die
Nervenschädigung. „Augentropfen können den erhöhten Augeninnendruck
senken“, sagt Professor Dr. med. Verena Prokosch-Willing. „Wir wissen
aber, dass viele Patienten dem täglichen Tropfen nicht nachkommen“, fügt
die Oberärztin für Glaukomerkrankungen am Zentrum für Augenheilkunde am
Universitätsklinikum Köln hinzu.

Nicht zuletzt für diese Patienten stellen Lasertherapien eine Alternative
dar. Bei der selektiven Lasertrabekuloplastik (SLT) etwa werden Zellen des
Trabekelwerks mit Laserlichtimpulsen bestrahlt. „Zwar ist der genaue
Wirkmechanismus dieses Laserverfahrens noch nicht geklärt“, erläutert DOG-
Expertin Prokosch-Willing. „Es wird aber vermutet, dass das Auge auf die
Laserimpulse mit einer Art Selbstheilungsprozess reagiert und die Zellen
erneuert.“ Auf diese Weise, so die Annahme, reinigt das körpereigene
Immunsystem das Trabekelwerk und beseitigt auch die Abflussstörung – mit
dem Ergebnis, dass der Augeninnendruck sinkt. Die Methode wirkt zeitlich
begrenzt, kann aber wiederholt werden.

Dass die SLT wirkungsvoll ist, belegt eine Studie, die im Fachjournal
Lancet veröffentlicht wurde und erstmals das Lasern direkt mit der
Tropfentherapie verglich.* „Mit dem Lasern konnte bei fast drei Viertel
der Patienten der Augeninnendruck mindestens drei Jahre lang erfolgreich
gesenkt werden“, so Prokosch-Willing. Die SLT sei wirksam und sicher,
zudem kostengünstig und mit einer guten Lebensqualität verbunden. „Die
Ergebnisse des Laserns beim grünen Star sind überzeugend“, resümiert DOG-
Präsident Professor Dr. med. Hagen Thieme. „Wir sollten Lasern bei
bestimmten Formen des grünen Stares als praktikable Alternative oder
zusätzlich zur Tropfentherapie anbieten.“

Der Weltglaukomtag findet am 12. März 2021 statt und wird vom 7. bis 13.
März von der Weltglaukomwoche mit zahlreichen Aktionen, Kampagnen und
Veranstaltungen begleitet. Ziel ist es, das Bewusstsein für den grünen
Star in der Bevölkerung zu steigern und so Erblindungen zu vermeiden.

Quellen:

https://www.worldglaucomaweek.org/

Kostenfreie Anmeldung zu den europäischen Glaukom-Leitlinien:
<https://www.eugs.org/eng/guidelines.asp>

* Gus Gazzard et al.: Selective laser trabeculoplasty versus eye drops for
first-line treatment of ocular hypertension and glaucoma (LiGHT): a
multicentre randomised controlled trial. Lancet 2019 Apr
13;393(10180):1505-1516.
doi: 10.1016/S0140-6736(18)32213-X. Epub 2019 Mar 9.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

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DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für
Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 7.750
Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und
behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der
Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und
Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche
Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den
wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum
Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im
Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste augenärztliche
Fachgesellschaft der Welt und die älteste fachärztliche Gesellschaft
Deutschlands.

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Mal eben zum Facharzt? Eine Frage der Terminfindung KKH-Umfrage: Vor allem Jüngere dringen seit Corona schwerer zum Experten vor

Um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, sind auch in Corona-Zeiten Untersuchungen beim Facharzt wichtig. Doch einen Termin zu bekommen, ist auch während der Pandemie nicht immer leicht: Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse haben vor allem Jüngere Probleme: Gut ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen sagt, dass es seit der Corona-Krise sogar schwerer sei als zuvor, einen Termin beim Facharzt zu bekommen. Unter den 30- bis 49-Jährigen gibt dies hingegen nur jeder Achte an, unter den 50- bis 70-Jährigen nur jeder Sechste.

Beim Geschlechtervergleich zeigt sich, dass für Männer seit Corona die Terminvereinbarung beim Experten etwas schwerer ist als für Frauen (21 zu 16 Prozent). Laut Umfrage haben sechs von zehn Deutschen seit Beginn der Pandemie mindestens einmal einen Termin beim Facharzt vereinbart – Frauen etwas häufiger als Männer. Die am häufigsten aufgesuchten Spezialisten sind laut einer früheren Datenerhebung der KKH Orthopäden (rund 28 Prozent), gefolgt von Augenärzten (rund 23 Prozent) und Internisten (rund 22 Prozent).

Wer unabhängig von Vorsorgeuntersuchungen gesundheitliche Probleme hat, kann sich auch zuerst an seinen Hausarzt wenden. Dieser kann bei Bedarf an einen entsprechenden Facharzt überweisen. Wird ein Termin beim Spezialisten besonders schnell benötigt, fügt der Hausarzt der Überweisung einen sogenannten Dringlichkeitsvermerk hinzu. Gesetzlich versicherte Patienten wenden sich mit diesem an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in ihrem jeweiligen Bundesland und sollten innerhalb von vier Wochen einen Termin bekommen. Allerdings ist es nicht möglich, einen Wunscharzt anzugeben. Es wird aber ein qualifizierter Arzt in Wohnortnähe vermittelt.

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