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Gesundheit studieren

SRH Hochschule für Gesundheit veranstaltet im Juli Open-House-Messe am
Campus Gera

„Wir freuen uns, dass wir nach den zahlreichen Online-Veranstaltungen in
den letzten Jahren nun auch endlich wieder eine Infoveranstaltung in
Präsenz an unserem Campus in Gera anbieten können. Diese Gelegenheit
möchten wir natürlich nutzen, um unser innovatives und vielfältiges
Studienangebot vorzustellen und mit Studieninteressierten vor Ort
persönlich ins Gespräch zu kommen“, sagt Diana Troll, Leiterin Marketing
und Vertrieb der SRH Hochschule für Gesundheit.

Die Gesundheitshochschule der SRH bietet aktuell 19 akkreditierte
Bachelor- und Master-Studiengänge an 13 Studienorten in ganz Deutschland
an. In den spannenden und innovativen Studiengängen der vier Fachbereiche
Gesundheit und Soziales, Pädagogik, Psychologie und Therapiewissenschaften
erlangen die Studierenden neben Fach- und Methodenkompetenzen auch Sozial-
und Selbstkompetenzen, die sie optimal auf eine Karriere im Gesundheits-
oder Sozialwesen vorbereiten. Die Studiengänge wurden gemeinsam mit
starken Partner:innen aus der Gesundheitsbranche entwickelt, sodass von
Anfang an die Verzahnung von Theorie und Praxis im Fokus stand. Die SRH
Hochschule für Gesundheit ist jedoch nicht nur durch praxisnahe
Vorlesungen geprägt, sondern auch durch flexible Studienmodelle, die mit
ihrer typischen Blockstruktur eine optimale Work-Life-Study-Balance
garantieren. Kleine Studiengruppen ermögliche zudem eine enge
Zusammenarbeit und eine individuelle Betreuung durch die Lehrenden. Dabei
ist es die Leidenschaft fürs Leben, die alle Mitarbeitenden tagtäglich
antreibt, den Studierenden die bestmöglichen Studienbedingungen zu bieten.

Im Rahmen der Open-House-Messe am 30. Juli 2022 von 10 bis 13 Uhr am
Campus Gera wird die SRH Hochschule für Gesundheit Interessierte
individuell beraten. Zudem hält Diana Troll zwei Impulsvorträge zum Thema
„Gesundheit studieren – Deine Zukunft am Wachstumsmarkt Gesundheit“, in
denen sie die Hochschule und das vielfältige Studienangebot vorstellt.
Abgerundet wird die Veranstaltung durch Hausführungen, bei denen der
Campus genauer erkundet werden kann. Mit seinen modernen Lehrräumen bietet
der Campus Gera optimale Lern- und Lehr-Voraussetzungen für das innovative
CORE-Prinzip der SRH, bei dem das eigenverantwortliche und aktive Lernen
im Vordergrund steht.

Interessierte können sich unter https://eveeno.com/314821712 für die Open-
House-Messe anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/christina-mueller/

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Patientensicherheit im Fokus: Herzpatienten sollten ärztliche Zweitmeinung für planbare Operationen einholen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als höchstes Gremium der
Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands hat mit seinem aktuellen
Beschluss die Patientensicherheit von Herzpatienten gestärkt: Das Recht
auf eine fachärztliche Zweitmeinung für planbare Herzeingriffe wurde
erweitert. Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
e.V. (DGTHG) unterstützt die Entscheidung.

Bei planbaren Operationen haben gesetzlich Versicherte gemäß §27b
Sozialgesetzbuch V einen Rechtsanspruch auf eine unabhängige ärztliche
Zweitmeinung. Auch Herzpatienten sollten nach Meinung der Deutschen
Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. von diesem Recht
Gebrauch machen.

Das „Mehr-Augen-Prinzip“ diene nach Angaben der herzmedizinischen
Fachgesellschaft vor allem der Patientensicherheit und trage entscheidend
dazu bei, die bestmögliche Therapieentscheidung für den Patienten zu
treffen. Der G-BA ergänzte mit seiner Beschlussfassung vom 19.05.2022 die
bereits bestehende Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren um planbare
Implantation von Defibrillatoren und Herzschrittmachern. Bereits zuvor
waren in der Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren
Herzkatheteruntersuchungen und die Verödung von Herzgewebe (Ablationen)
inkludiert. Ziel der Richtlinie ist es, dass sich Patienten mit
Herzrhythmusstörungen von Ärzten:innen mit besonderen Fachkenntnissen über
die Notwendigkeit der Durchführung des Eingriffs oder alternative
Behandlungsverfahren beraten lassen können. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
stehen in Deutschland an erster Stelle der Todesursachen-Statistik.

Um allen Herzpatienten eine optimale Behandlung zukommen zu lassen,
plädiert die DGTHG für eine grundsätzliche Entscheidungsfindung in
interdisziplinären Herz-Teams, mindestens bestehend aus Vertretern der
Fachgebiete Herzchirurgie und Kardiologie. Für bestimmte herzmedizinische
Eingriffe sind Herzteamstrukturen bereits durch Richtlinien festgelegt;
die Einbeziehung der Patienten ist hier verpflichtend. Vor planbaren
Eingriffen sollten Herzkranke daher auf Entscheidungen im Herzteam achten
bzw. diese einfordern.

Bundesweit gibt es 78 herzchirurgische Fachabteilungen, die
Herzteamprozesse fest verankert haben. „Wir sprechen mit unseren
Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe. Deren Einbindung ist genauso
entscheidend für den Behandlungserfolg wie die konsentierte, individuelle
Therapieempfehlung auf strukturierter Grundlage“, bestätigt Prof. Dr.
Andreas Böning, Präsident der DGTHG.

In diesen Kliniken finden Sie ein Herzteam:
https://www.dgthg.de/de/kliniken_herzzentren

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Vorbereiten auf die Klimafolgen

UKL-Mediziner blicken auf gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels/
Erstellung eines Hitzeaktionsplans für Leipzig begrüßt

Ist vom Klimawandel die Rede, geht es viel um die Auswirkungen auf die
Natur, die Pflanzen- und Tierwelt und in der Folge für die Lebensqualität
des Menschen. Diese Veränderungen des Weltklimas haben ganz handfeste
individuelle Auswirkungen auf die Gesundheit. Mediziner am UKL haben das
im Blick und plädieren dafür, vorbereitet zu sein – so wie mit dem jetzt
für Leipzig zu erstellenden Hitzeaktionsplan.

Veränderungen des Klimas in Form der Erderwärmung zeigen sich als
Extremwetterlagen: Stürme, Starkregen mit folgenden Fluten, Hitzewellen,
Brände und Dürren. Auch in Deutschland werden die Sommer heißer und
trockener. In diesem Frühjahr meldete dann aber Indien Hitzerekorde von
bis zu 50 Grad, und auch hierzulande startete das Frühjahr mit deutlich
wärmeren Temperaturen.
Dies stellt Ärztinnen und Patient:innen vor neue Herausforderungen. Vor
allem Herz-Kreislauf-Kranke und generell ältere Menschen leiden unter
extremen Temperaturschwankungen. Notfallmediziner:innen und
Kardiolog:innen, aber auch Neonatologen des UKL sind sich dieser Situation
bewusst und stellen sich bereits heute darauf ein.
„Problematisch ist es vor allem, wenn Hitzeperioden länger andauern –
einzelne Tage mit hohen Sommertemperaturen machen uns dagegen keine
Sorgen“, erklärt Prof. Matthias Knüpfer. Der Frühchenexperte engagiert
sich mit Kolleg:innen in der UKL-Gruppe von „Health for Future“ und blickt
damit auch sehr aufmerksam auf das, was sich hier als Aufgabe für das
Gesundheitswesen anbahnt.
„Der Klimawandel macht uns derzeit nicht direkt krank, aber er führt dazu,
dass sich bestehende Erkrankungen verschlechtern und sich das Risiko für
gesundheitliche Schäden erhöht“.
Was das genau heißt, ist für die Frühgeborenenmedizin bereits in einigen
Studien untersucht worden. „Während Hitzewellen steigt das Risiko für eine
Frühgeburt um 15 Prozent, die Gefahr, dass das Kind mit einem niedrigeren
Geburtsgewicht auf die Welt kommt, sogar um ein Drittel“, beschreibt die
Kinderärztin Dr. Friederike Jonas, ebenfalls Mitglied der engagierten
Klimagruppe. Eine hohe Feinstaubbelastung infolge von Hitze wirkt sich
auch auf Schwangerschaften aus und kann zu mehr Frühgeburten führen. Auch
die Zahl von Totgeburten steigt - um 14 Prozent. „Das sind Entwicklungen,
die uns ganz klar Sorge bereiten“, so Jonas. Schwangere gehören damit
zusammen mit Neugeborenen und Kleinkindern, Senioren oder chronisch
Kranken zu den durch die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels
besonders gefährdeten Gruppen.

Herz-Kreislauf in Gefahr

„Extreme Ausreißer der optimalen Temperatur nach beiden Seiten können für
unsere Patient:innen in der Kardiologie gefährlich werden“, bekräftigt
auch Prof. Ulrich Laufs, Direktor der Kardiologie am UKL. Eigentlich passe
sich die Thermoregulation des Menschen über die Haut, die
Schweißproduktion und den Kreislauf an veränderte Bedingungen an,
erläutert der Experte. „Das legt nahe, dass dies auch bei steigenden
Umgebungstemperaturen der Fall ist. Doch gerade bei Älteren oder
Gefäßerkrankten reduziert sich dieser Effekt.“ Vor allem Niere und Herz
hingen eng zusammen, erklärt der Kardiologe. Bei vielen seiner
Patient:innen sei die Nierenfunktion bereits eingeschränkt. „Wenn sich
dies durch hitzebedingte Einflüsse weiter verschlechtert, gefährdet das
möglicherweise den Patienten ganz entscheidend.“  Herzkranke trügen bei
Hitze ein besonderes Risiko und sollten sich mehr als andere schützen,
empfiehlt Prof. Laufs.

Neue Infektionen wandern ein

Infektiologen sind sich sicher: Durch den Klimawandel werden sich auch
Infektionskrankheiten, die schon jetzt die zweithäufigste Todesursache
weltweit darstellen, weiter ausbreiten. „Die Malaria wird zwar so schnell
nicht zu uns kommen“, sagt Prof. Dr. Christoph Lübbert, Leiter des
Bereichs Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig
(UKL), „aber man muss Menschen und Mücken im Blick behalten, um diese
Infektionskrankheit, die bis vor rund 150 Jahren in Deutschland in Form
der Malaria tertiana noch relativ häufig vorkam und erst Mitte der 1950er
Jahre ausgerottet wurde, in Schach zu halten.“
Grundsätzlich werden durch Tiere auf den Menschen übertragene Krankheiten
(Zoonosen) sowie Krankheiten, bei denen eine Übertragung vom Tier auf den
Menschen und umgekehrt möglich ist (Anthropozoonosen), durch ein
verändertes Klima beeinflusst. „Verlängerte Sommer und milde Winter bieten
beispielsweise Zecken längere Aktivzeiten. Und diese Organismen mit ihren
beim Stechakt übertragenen Krankheitserregern breiten sich weiter aus:
Früher waren nur Bayern und Baden-Württemberg ein Risikogebiet für die
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME); heute sind es auch Sachsen und
Thüringen. Deshalb rechne ich bei uns zunehmend mit mehr Erkrankungen,
gleiches gilt für die Borreliose. Zudem kommen Krankheiten aus tropischen
Gebieten zu uns, weil sich durch eine fortschreitende Erwärmung
biologische Zyklen schließen können. Ich erinnere nur: Vor zwei Jahren
hatten wir in Leipzig den ersten Toten durch das aus Uganda stammende
West-Nil-Virus.“

Vorbereitungen jetzt beginnen

„Viele im Gesundheitswesen Tätige fordern daher dazu auf, jetzt mit der
Vorsorge zu beginnen und Vorbereitungen auf die Herausforderungen durch
die Klimafolgen zu treffen“, beschreibt Prof. Christoph Josten,
Medizinischer Vorstand am UKL. „Die Krankenhäuser und Praxen dürfen nicht
alleingelassen werden bei der Bewältigung“. Eine Lösung wäre die
Entwicklung und Umsetzung eines auch von den UKL-Vertretern der Gruppe
„Health for future“ geforderten  Hitzeaktionsplans, der auf möglichst
vielen Schultern ruht. Damit werden in einer Kommune alle für einen
Hitzeschutz nötigen Aktivitäten geplant und mit allen Beteiligten
koordiniert – von der Stadtreinigung, die mit Wassersprühfahrzeugen Staub
und Hitze auf den Straßen verringern könnte über Maßnahmen in
Betreuungseinrichtungen wie Schulen, Kitas, Pflegeheimen bis hin zu
Abstimmungen mit Kliniken und dem Rettungsdienst. In Leipzig gibt es einen
solchen  Hitzeaktionsplan bislang noch nicht, die Erstellung wurde gerade
Mitte Juni im Stadtrat beschlossen. „Das begrüßen wir sehr und stehen gern
zur Verfügung, um bei der Entwicklung zu unterstützen“, so Josten

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Diabetes Typ 1: Abschied vom Kinderdiabetologen bedeutet häufig Abbruch der ärztlichen Betreuung

DDG fordert flächendeckend qualifizierte Versorgungsangebote im Umgang mit
modernen AID-Technologien

Jedes Jahr werden etwa 2000 junge Patientinnen und Patienten mit
Typ-1-Diabetes erwachsen. Damit steht auch ihr Wechsel vom
kinderdiabetologischen Behandlungsteam in die Erwachsenenmedizin an. Doch
zehn bis 40 Prozent der Betroffenen schaffen diesen Übergang in eine
geregelte fachärztliche Betreuung, die so genannte Transition, nicht (1,
4). Fehlt ihnen jedoch die ärztliche Empfehlung und Begleitung für
eventuell notwendige Therapieanpassungen, kann dies weitreichende
gesundheitliche, unter Umständen lebensgefährliche Folgen mit sich
bringen.

Dazu gehören etwa Stoffwechselentgleisungen – und langfristig vorzeitige
Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen. Neben den seit vielen Jahren
bekannten Problemen bei der Transition kommen nun neue Herausforderungen
hinzu. Denn in der Kinderdiabetologie sind moderne sensorgesteuerte
Insulinpumpensysteme zur Glukosekontrolle wie die so genannten AID-Systeme
(Automatische InsulinDosierung) häufiger im Einsatz als in der
Erwachsenenmedizin (2, 4). Eine entsprechende Expertise für Schulung und
Begleitung im Umgang mit modernen Diabetestechnologien fehlt jedoch
vielerorts in der Erwachsenentherapie. Auf der gemeinsamen Online-
Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der
Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) am Dienstag, den 28. Juni
2022 um 11.00 Uhr zeigen Expertinnen und Experten, wie Transition gelingen
kann und wo noch Handlungsbedarf besteht.
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Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und
Jugendalter. In Deutschland sind rund 32.500 Menschen unter 18 Jahren
betroffen. Insbesondere bei kleinen Kindern hat sich die Zahl der
Erkrankungsfälle in den letzten Jahren verdoppelt. Jedes Jahr erkranken
hierzulande mittlerweile mehr als 3.000 Minderjährige an einem
Typ-1-Diabetes (1).

Moderne Technologien wie Insulinpumpen und Glukosesensoren sind in der
Kinderdiabetologie viel weiter verbreitet als in der Erwachsenenmedizin

„Im Prinzip erhalten Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes die gleiche
Therapie wie Erwachsene – nämlich eine Stoffwechselstabilisierung mittels
Insulin, die auf Ernährung und körperliche Aktivität abgestimmt ist“, sagt
Professor Dr. med. Andreas Neu, Präsident der DDG. Jedoch seien neue
Technologien wie Insulinpumpen und Glukosesensoren in der
Kinderdiabetologie viel weiter verbreitet als in der Erwachsenenmedizin,
berichtet der Kinderdiabetologe. Er ist kommissarischer Ärztlicher
Direktor der Abteilung für Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie und
Sozialpädiatrie an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Tübingen.
Mehr als 90 Prozent der Kinder unter sechs Jahren nutzen die modernen
Diabetestechnologien, die auch bei älteren Kindern und Jugendlichen weit
verbreitet sind, zur täglichen Stoffwechselkontrolle (2). Im Gegensatz
dazu beträgt der Anteil der betroffenen Erwachsenen über 20 Jahre mit eine
Insulinpumpentherapie unverändert 20 bis 30 Prozent (3).

Qualifizierte Behandlungseinrichtungen für die Betreuung moderner AID-
Technologien fehlen in der Breite

Moderne AID-Systeme regulieren die Glukosemessung und Insulinabgabe
teilautomatisch. Dabei ahmen sie die natürliche Funktion der
Bauchspeicheldrüse nach. Das ermöglicht, täglich länger im
Glukosezielbereich zu sein und das Risiko für Stoffwechselschwankungen zu
verringern – insbesondere nachts. Studien zeigen demnach auch einen klaren
Vorteil einer Langzeittherapie per AID-Systemen (5). Alle AID-Systeme
setzen jedoch voraus, dass die Nutzenden umfassend geschult sind und in
ungewöhnlichen oder kritischen Situationen richtig reagieren können.
Momentan gibt es noch zu wenig qualifizierte Behandlungseinrichtungen für
die Betreuung moderner AID-Technologien: „Für die jungen Erwachsenen mit
Typ-1-Diabetes im Transitionsprozess ist es deshalb schwierig, eine
Behandlungseinrichtung in der Nähe zu finden, die mit dem Auslesen von
ambulanten Glukoseprofilen und der Anpassung von AID-Systemen vertraut
ist“, so Neu.

Mehr Eigenverantwortung bei den neuen Technologien erfordert geschulte
Ansprechpartner

Transition ist die geplante Überführung von den kinderzentrierten in die
erwachsenenorientierten Versorgungssysteme. Die jungen Patientinnen und
Patienten müssen Verantwortung für die Behandlung ihrer Erkrankung
übernehmen und sich die dafür notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten
aneignen.
„Dieser sensible Prozess ist sehr störanfällig“, weiß Neu. „Hier verlieren
wir immer noch zu viele Betroffene: Oft kommen sie erst wieder in eine
diabetologische Behandlungseinrichtung, wenn sich diabetesbezogene Folgen
eingestellt haben, die vermeidbar gewesen wären.“ Umso wichtiger sei es,
dass der Übergang gezielt und individuell vorbereitet werde – und dass
entsprechend qualifizierte Erwachseneneinrichtungen niederschwellig
erreichbar sind.

Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG, fasst
zusammen: „Eine erfolgreiche Transition und ein langes, möglichst gesundes
Leben sind unsere Behandlungsziele. Die aktuelle Versorgung ist in der
Summe zwar gut, in der Fläche und im Detail jedoch sehr ungleich verteilt.
Angesichts des derzeit rasch zunehmenden Einsatzes hochspezialisierter
Diabetestechnologien fordern wir die weitere Verbesserung der Transition
in die Erwachsenendiabetologie.“

Literatur:

(1) Neu A.: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes
mellitus im Kindes- und Jugendalter, Diabetologie und Stoffwechsel 15,
2020. DOI: 10.1055/a-1193-3781

(2) Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2022. Herausgegeben von der
Deutschen Diabetes Gesellschaft und DiabetesDE: <https://www.deutsche-
diabetes-
gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2022_final.pdf>

(3) Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2021. Herausgegeben von der
Deutschen Diabetes Gesellschaft und DiabetesDE: <https://www.deutsche-
diabetes-
gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/06_Gesundheitspolitik/03_Veroeffentlichungen/05_Gesundheitsbericht/20201107_Gesundheitsbericht2021.pdf>

(4) Datz N et al. Wenn Menschen mit Typ-1-Diabetes erwachsen werden, Dtsch
Med Wochenschr 2021; 146: 1200–120. DOI: 10.1055/a-1332-4603

(5) Clemens Kamrath, Sascha R. Tittel, Thomas M. Kapellen, Thekla von dem
Berge, Bettina Heidtmann, Katrin Nagl, Ulrike Menzel, Simone Pötzsch,
Katja Konrad, Reinhard W. Holl: Early versus delayed insulin pump therapy
in children with newly diagnosed type 1 diabetes: results from the
multicentre, prospective diabetes follow-up DPV registry, Lancet Child
Adolesc Health. 2021 Jan;5(1):17-25. DOI: 10.1016/S2352-4642(20)30339-4

Weitere Informationen:

Übersicht aller von der DDG zertifizierten Kliniken und Arztpraxen:
<https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/behandlung/zertifizierte-
einrichtungen>

S3-Leitlinie Transition von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin:
<https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/186-001l_S3_Transition_Paediatrie_Erwachsenenmedizin_2021-04.pdf>

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