Zum Hauptinhalt springen

LAC Lugano Arte e Cultura , Anna Bolena von Gaetano Donizetti, besucht von Marinella Polli

Anna Bolena Szenenfoto von Luca del Pia
Anna Bolena Szenenfoto von Luca del Pia
 

Anna Bolena Szenefoto von Guido Buganza

Produktion und Besetzung:
Diego Fasolis Musikalisdche Leitung
Carmelo Rifici Regie
Guido Buganza Bühnrnbild
Alessandro Verazzi Lichtdesign
Margherita Baldoni Kostüme
Carmela Remigio Anna Bolena
Marco Bussi Enrico VIII
Arianna Vendittelli Giovanna Seymour
Luigi De Donato Lord Rochefort
Ruzil Gatin Lord Riccardo Percy
Paola Gardina Smeton
Marcello Nardis Sir Hervey

Das Schicksal der Anna Bolena, der zweiten Frau Heinrichs VIII, – die vom englischen König verlassen wird, weil sie ihm keinen Sohn gebärt, aber auch weil er sich in eine andere verliebt – hat viele Dichter, Maler, Musiker und Filmregisseure inspiriert: das Leben und das tragische Ende dieser sicher aussergewöhnlichen Frau wurden oft in Literatur, Kunst, Musik und manchmal leider auch in billigeren Spielfilmen thematisiert.

Gaetano Donizettis Belcanto-Oper am LAC

Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza
Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza

Am LAC (= Lugano Arte e Cultura, das den bildenden und darstellenden Künsten gewidmete Kulturzentrum in Lugano) hat am letzten 4. September eine neue Inszenierung von Gaetano Donizettis Belcanto-Oper ‚Anna Bolena’ viel Erfolg gehabt. Die Tragedia Lirica in 2 Akten, sicher eines der Meisterwerke des sehr produktiven Komponisten, wurde sofort nach der Uraufführung 1830 in Mailand ein richtiger Sensationserfolg. Die Oper erzählt nur von den letzten Tagen der Titelheldin: wie sich Heinrich VIII ihr gegenüber benimmt, nachdem er Jane Seymour als seine dritte Ehefrau wählt, und wie er Anna mit einer absurden Intrige schliesslich enthaupten lässt.

Diego Fasolis und die Classicisti

Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza
Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza

Dem weltberühmten Tessiner Maestro Diego Fasolis, einem Experten der Barockmusik, gelang es zusammen mit seinen Classicisti (bestehend aus Mitigliedern seiner ebenfalls International berühmten Barocchisti), die vielen Kostbarkeiten der leider oft unterschätzten Donizetti-Partitur perfekt zu entschleiern. Alle Musiker spielten wie immer präzis, mit grosser Transparenz, ohne jedoch auf intensive Farben und kontrastreiche Akzente zu verzichten. Auch die Sänger, die Fasolis streng aber immer rücksichtsvoll  begleitete, schenkten den zahlreichen Zuschauern ein Feuerwerk der Emotionen. Ebenfalls wirklich unvergesslich die Leistung des Coro della Radiotelevisione svizzera (Maestro del coro: Donato Sivo), dessen Mitglieder auf der Bühne in verschiedenen eindrucksvollen ‘tableaux vivants’ erschienen.

Carmela Remigio in der Titelrolle: eine grossartige Leistung

Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza
Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza

Man weiss, wie die Titelrolle dieser Oper nicht zuletzt für einen wirkungsvollen Auftritt einer Primadonna gedacht wurde. Bei der Uraufführung war es Giuditta Pasta, in den 50. Jahren Maria Callas. Diese bemühte sich unaufhörlich für das Revival der lange vergessenen Oper. Aber zurück zu Namen unserer Zeit: Diana Damrau am Opernhaus Zürich, oder Anna Netrebko, zum Beispiel. Am LAC war Carmela Remigio als Anna zu hören; sie sang mit ihrem strahlenden Sopran ganz natürlich, und zeigte mühelos, dass diese ‘Belcanto’-Oper wirklich auch ‘Schöngesang’ ist. Die Sopranistin zeigte auch, wie ihre schöne Stimme sehr differenziert  klingen kann, wie ihre Koloraturen perlend aber auch dramatisch sein können, und wie die Virtuosität für sie niemals eine Priorität per sé ist, sondern Ausdruck, eloquenter Klang und Farbe. Die Sängerin war immer tief in ihrer Rolle verwurzelt, aber beschränkte ihr Spiel auf sparsame und genaue Gesten, die dadurch umso intensiver wirkten. Es gelang ihr problemlos, ihre grosse Verzweiflung zu vermitteln: jene wegen des Benehmens des Königs, und nicht zuletzt auch jene wegen des Verrats ihrer Freundin und Kammerzofe Jane Seymour.

Weltklasse auch die anderen Sängerinnen

Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza
Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza

Für die Rollen der rivalisierenden Königinnen Anna und Giovanna waren für diese neue Produktion zwei Interpretinnen zu Verfügung, die glänzend ihre Rolle beherrschten. Arianna Vendittelli stellte eine Giovanna Seymour dar, die zwischen starken Gewissensbissen, grosser Verliebtheit und Ehrgeiz schwankte. Ihre Stimme steigerte sich sogar nach der Pause und passte sich flexibel allen Empfindungen an, Liebe, Machtgier, Reue und Schmerz. Die Sopranistin war einfach Giovanna Seymour, Annas Gegenspielerin voll und ganz: eine fesselnde, intensive Interpretation, die das ganze Publikum emotional total bewegte. Paola Gardina stürzte sich auch leidenschaftlich in die Rolle des Pagen Smeton, und ihr gelang es tadellos, ihrer Rolle ein präzises psychologisches Profil zu geben. Die Mezzosopranistin sang ebenfalls differenziert: weich und amüsiert zu Beginn, entmutigt und verzweifelt, als sie begriff, dass sie Ursache und Opfer einer Intrige gewesen war.

Grossartige und den Damen ebenbürtige Sänger

Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza
Anna Bolena Szenenfoto von Guido Buganza

Die Männer standen den Frauen szenisch und sängerisch in nichts nach, Besonders Ruzil Gatin als Lord Riccardo Percy, Annas Jugendliebe, beherrschte alle Register und gab dem ehemaligen Liebhaber der Königin ein adequates Profil. Erstaunlich wie er in den hohen Lagen absoluter Meister jener für Donizetti so typischen Belcanto-Technik war. Ohne Zweifel war er der Star des Abends. Auch der Bass Marco Bussi als Heinrich VIII steigerte sich – sängerisch mehr als szenisch –  bis er aus seiner Figur ein machtvolles Rollenporträt machte.

Eine Inszenierung, die dem Publikum gefiel

Diego Fasolis Musikalisdche Leitung
Diego Fasolis Musikalisdche Leitung

Genau wie Gaetano Donizettis in seiner romantischen Oper, achtete auch der Regisseur Carmelo Rifici eher auf Eifersucht und Intrige, als auf den historischen Aspekt. Dem Komponisten ging es im Grunde auch nur um die emotionale Bedeutung der Ereignisse und um die psychologische Entwicklung der Protagonisten und weniger um den geschichtlichen Hintergrund, der sogar die Loslösung der englischen Kirche von Rom verursachte. Die Solisten wurden mit wenigen Gesten charakterisiert und ein richtiges Regiekonzept war eigentlich nicht sichtbar. Rifici konzentrierte sich hauptsächlich auf diese minimalen Gesten, auf die charismatische Präsenz der Hauptdarsteller, auf das Bühnenbild und auf das perfekte Light Design von Alessandro Verazzi. Auch die Anwesenheit auf der Bühne von Elisabetta I als Kind – keine neue Idee – brachte keine neue interessante Perspektive ans Licht.

Ein (psychologisches) Labyrinth als Bühnenbild

Guido Buganzas Bühnenbild bestand aus einer Drehbühne mit einem  überdimensionalen, düsternen, gefängnisähnlichen Labyrinth von Türen und dunklen Wänden, an welchen ab und zu Porträts gezeichnet wurden. Dazu nur ein paar andere Requisiten: ein lebendiger Hund, ein grosses Plastikpferd. Dem Luganese Publikum gefiel alles, auch die zum Teil historisierenden Kostüme, streng für die Herren eher schlicht für die Damen.

Alle Beteiligten an diesem hochkarätigen Abend ernteten Ovationen.

(Noch auf dem Spielplan bis 10. September)

Text: https://marinellapolli.ch/

Fotos    Marinella Polli  Guido Buganza und Luca del Pia :https://www.luganolac.ch/it/lac/home

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch www.leonardwuest.ch

Coro della Radiotelevisione svizzera

I Classicisti

Maestro Diego Fasolis am Ende der Aufführung

Die Ausführenden geniessen den Schlussapplaus

 

Maestro Diego Fasolis am Ende der Aufführung

Anna Bolena Szenefoto von Guido Buganza

Anna Bolena Szenefoto von Guido Buganza

  • Aufrufe: 187

The Fairy Queen Les Arts Florissants | William Christie | Mourad Merzouki | Solist*innen des «Jardin des Voix», KKL Luzern, 4.9.2023, besucht von Léonard Wüst

 
Les Arts Florissants
Les Arts Florissants
 

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Besetzung und Programm:
Les Arts Florissants
William Christie Dirigent
Mourad Merzouki Regie und Choreographie
Henry Purcell (1659–1695)  The Fairy Queen class=”cell medium-6 p”> Solist*innen des «Jardin des Voix» 2023:  Paulina Francisco, Sopran | Georgia Burashko, Mezzosopran | Rebecca Leggett, Mezzosopran | Juliette Mey, Mezzosopran | Ilja Aksionov, Tenor | Rodrigo Carreto, Tenor | Hugo Herman-Wilson, Bariton | Benjamin SchilperoortSamuel Florimond (Compagnie Käfig) Tanz Anahi Passi (Compagnie Käfig) Tanz Ian Debono (Juilliard School, New York) Tanz Joey Gertin (Juilliard School, New York) Tanz Timothöe Zig (Compagnie Käfig) Tanz Alary Ravin (Compagnie Käfig) Tanz

Henry Purcells “The Fairy Queen” ist ein barockes Meisterwerk, das die Fantasie beflügelt und die Welt der Feen und Elfen zum Leben erweckt. Die halbszenische Aufführung dieses Stücks durch Les Arts Florissants unter der begeisternden Leitung von William Christie war zweifellos ein Höhepunkt der musikalischen Saison. Unterstützt von talentierten Solisten und Tänzern, bot diese Produktion ein fesselndes und ästhetisch beeindruckendes Erlebnis.

Purcells musikalische Welt der Feen und Elfen

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

“The Fairy Queen” ist eine Adaption von Shakespeares “Ein Sommernachtstraum” und erzählt die Geschichte von Liebe und Verwirrung in einer magischen Welt. Purcells Musik ist ein faszinierendes Kaleidoskop von Stimmungen und Emotionen, das von fröhlichen Tänzen bis zu zarten Arien reicht. Diese halbszenische Aufführung ermöglichte es dem Publikum, in die Welt der Feen und Elfen einzutauchen und die musikalische Magie zu erleben.

Die Brillanz von Les Arts Florissants

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Les Arts Florissants, unter der Leitung von William Christie, sind bekannt für ihre herausragenden Interpretationen barocker Musik, und diese Aufführung war keine Ausnahme. Das Ensemble zeigte eine beeindruckende musikalische Sensibilität und Präzision, die es ermöglichte, Purcells reiche Klangwelt voll zur Geltung zu bringen. Die historisch informierte Aufführungspraxis von Les Arts Florissants verlieh der Musik Authentizität und Lebendigkeit.

Stimmgewaltige Solisten

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Die Solisten des “Jardin des Voix” , darunter Paulina Francisco, Georgia Burashko, Rebecca Leggett, Juliette Mey, Ilja Aksionov, Rodrigo Carreto, Hugo Herman-Wilson und Benjamin Schilperoort, begeisterten das Publikum mit ihren beeindruckenden Gesangsleistungen. Jeder Solist verkörperte seine Rolle auf eindrucksvolle Weise und brachte die Emotionen der Handlung zum Ausdruck. Ihre Arien waren Höhepunkte des Abends und berührten die Herzen der Zuhörer.

Tanz als integraler Bestandteil

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Die Entscheidung, Tanz in die Inszenierung aufzunehmen, erwies sich als inspiriert. Die Tänzer, darunter Samuel Florimond, Anahi Passi, Ian Debono, Joey Gertin, Alary Ravin und Thimotée Zig, bereicherten die Aufführung um eine visuelle und körperliche Dimension. Ihre Bewegungen waren anmutig, kraftvoll und ausdrucksstark. Sie agierten als Tänzer, beeindruckten aber auch als wahre Artisten und auch als Pantomimen. Die Choreografie von Mourad Merzouki fügte sich nahtlos in die Musik ein und verlieh der Inszenierung zusätzlichen visuellen Reiz.

Eine visuelle Pracht

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Die halbszenische Inszenierung beeindruckte mit ihren visuellen Effekten, rotz eigentlich inexistentem Bühnenbild. Dafür schufen  Beleuchtung und die visuellen Effekte eine märchenhafte Atmosphäre, die die Vorstellungskraft des Publikums anregte.

Die emotionale Tiefe der Inszenierung

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

“The Fairy Queen” ist eine Geschichte von Liebe, Verwirrung und Versöhnung, und diese Inszenierung vermittelte diese Emotionen auf tiefgreifende Weise. Die Interaktionen zwischen den Charakteren und die musikalischen Höhepunkte erzeugten Momente der Spannung, Freude und Rührung. Die halbszenische Aufführung ermöglichte es den Darstellern, sich ganz auf die Ausdruckskraft ihrer Rollen zu konzentrieren und eine noch größere emotionale Tiefe zu erreichen.

Beifallsstürme und Standing Ovations

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Das Publikum reagierte enthusiastisch auf diese Aufführung und belohnte die Künstler mit Beifallsstürmen und Standing Ovations. Die Kombination aus musikalischer Brillanz, beeindruckendem Tanz und visueller Pracht machte diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die halbszenische Aufführung von Henry Purcells “The Fairy Queen” war ein Triumph der Kunst und der Vorstellungskraft.

Ein magischer Höhepunkt der Saison

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer
The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

Die halbszenische Aufführung von “The Fairy Queen” durch Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie war zweifellos ein magischer Höhepunkt des dieses Jahr unter dem Motto «Paradies» stehenden Lucerne Festival im Sommer. Diese Produktion vereinte Musik, Tanz und visuelle Kunst zu einem Gesamtkunstwerk, das die Zuschauer in die verzauberte Welt von Purcells Meisterwerk entführte. Es war eine Nacht voller Emotionen und Ästhetik, die die zeitlose Schönheit von Purcells Musik zelebrierte und das Publikum in ihren Bann zog.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Priska Ketterer  www.lucernefestival.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

William Christie Foto Oscar Ortega

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

The Fairy Queen Konzertbild von Priska Ketterer

 

 

  • Aufrufe: 129

Die Jahreszeiten Il Giardino Armonico | NFM Choir | Giovanni Antonini | Anett Fritsch | Maximilian Schmitt | Florian Boesch, KKL Luzern, 3.9.2023, besucht von Léonard Wüst

Il Giardino Armonico
Il Giardino Armonico
 

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli


 

Besetzung und Programm:
Il Giardino Armonico
NFM Choir
Giovanni Antonini Dirigent
Anett Fritsch Sopran
Maximilian Schmitt Tenor
Florian Boesch Bariton
Joseph Haydn (1732–1809) Die Jahreszeiten. Oratorium in vier Teilen Hob. XXI:3

Joseph Haydns Oratorium “Die Jahreszeiten”, Hob. XXI:3, ist zweifellos eines der herausragenden Werke der klassischen Musik, und die Aufführung durch Il Giardino Armonico unter der inspirierenden Leitung von Giovanni Antonini war nichts weniger als ein musikalischer Triumph. Begleitet von herausragenden Solisten und dem NFM-Chor bot diese Interpretation einen unvergesslichen Abend voller musikalischer Pracht und Ausdruck.

Haydns Ode an die Natur

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

“Die Jahreszeiten” ist ein musikalisches Meisterwerk, das Haydns tiefe Liebe zur Natur und sein außergewöhnliches kompositorisches Talent in den Mittelpunkt stellt. In diesem Oratorium werden die verschiedenen Jahreszeiten in musikalischer Form porträtiert, wobei jede Saison ihre eigenen klanglichen Farben und Stimmungen hat. Von der lebhaften Frühlingshymne bis zur majestätischen Darstellung des Winters entführt Haydn die Zuhörer in die Wunder der Natur.

Die klangliche Pracht von Il Giardino Armonico

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Il Giardino Armonico, unter der fachkundigen Leitung von Giovanni Antonini, brachte die klangliche Pracht von Haydns Werk in voller Blüte zur Geltung. Die kraftvolle und gleichzeitig sensible Interpretation des Orchesters verlieh jeder Jahreszeit eine unverwechselbare musikalische Identität. Von den fröhlichen Klängen des Frühlings bis zur feierlichen Größe des Herbstes wurden die verschiedenen Stimmungen meisterhaft erfasst.

Stimmgewaltige Solisten

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Solisten, angeführt von Anett Fritsch (Sopran), Maximilian Schmitt (Tenor) und Florian Boesch (Bariton), waren stimmlich beeindruckend. Ihre Darbietungen verliehen den Charakteren in Haydns Texten Leben und vermittelten die Emotionen der Sänger auf eindrucksvolle Weise. Jeder Solist trug zur erzählerischen Kraft des Oratoriums bei und ergänzte die musikalische Erzählung auf beeindruckende Weise.

Der Glanz des NFM-Chors

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Der NFM-Chor beeindruckte mit seiner Präzision und Klarheit. Die chorischen Passagen, sei es der Jubel der Landarbeiter im Frühling oder die majestätischen Lobgesänge im Herbst, wurden mit beeindruckender Geschicklichkeit und Ausdruckskraft vorgetragen. Der Chor trug zur erhabenen Atmosphäre des Oratoriums bei und vervollkommnete das Gesamtbild.

Giovanni Antoninis leidenschaftliche Leitung

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Giovanni Antonini erwies sich erneut als charismatischer Dirigent von Weltklasse. Seine leidenschaftliche Leitung und sein tiefes Verständnis für Haydns Musik brachten das Orchester, die Solisten und den Chor zu Höchstleistungen. Unter seiner Führung wurde Haydn’s Komposition zu einem lebendigen und dynamischen Werk, das die Zuhörer von Anfang bis Ende fesselte.

Eine musikalische Reise durch die Natur

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

In “Die Jahreszeiten” führte Haydn die Zuhörer auf eine faszinierende musikalische Reise durch die Natur. Von der ersten Note bis zum triumphalen Finale war die Aufführung durch Il Giardino Armonico ein Fest der Sinne. Die verschiedenen Facetten der Natur wurden mit solcher Lebendigkeit und Pracht dargestellt, dass man meinte, den Wind in den Bäumen zu spüren und die Blumen zu riechen.

Eine unvergessliche Aufführung

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Interpretation von Joseph Haydns “Die Jahreszeiten” durch Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini war zweifellos eine unvergessliche Aufführung. Haydns Meisterwerk wurde mit solcher Hingabe und Kreativität dargeboten, dass es die Herzen der Zuhörer berührte und sie in die wundersame Welt der Natur entführte. Es war ein Abend voller musikalischer Größe und Emotion, der die zeitlose Schönheit von Haydns Musik zelebrierte.

Begeisterung und Standing Ovations

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Das Publikum reagierte begeistert auf diese Aufführung und belohnte die Künstler mit stehenden Ovationen. Die emotionale Tiefe und die klangliche Schönheit von Haydns “Die Jahreszeiten” wurden an diesem Abend in voller Pracht dargeboten und hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Peter Fischli www.lucernefestival.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

NFM Chor

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli l

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

  • Aufrufe: 118

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko, KKL Luzern, 30.8.2023, besucht von Léonard Wüst

Berliner Philha Foto Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Foto Priska Ketterer
 

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Besetzung und Programm:
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko< Dirigent
Max Reger (1873–1916) Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132
Richard Strauss (1864–1949) Ein Heldenleben. Sinfonische Dichtung op. 40

Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132

Eine musikalische Reise in die Tiefe von Regers Kompositionskunst

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Die Berliner Philharmoniker, unter der inspirierenden Leitung von Kirill Petrenko, haben mit ihrer Interpretation von Max Regers “Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132” einen ersten Konzertteil der musikalischen Brillanz und der emotionalen Tiefe geschaffen. Diese Aufführung war eine Reise durch die reiche Klangwelt von Reger und demonstrierte die bemerkenswerte Fähigkeit des Orchesters, die Nuancen und Komplexitäten dieses Werks zum Leben zu erwecken.

Eine Meisterklasse der Interpretation

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der russische Dirigent leitete die Berliner Philharmoniker mit einer beispiellosen Einfühlsamkeit und Präzision. Seine musikalische Interpretation zeigte eine tiefe Verbundenheit mit der emotionalen Substanz von Regers Musik. Petrenko verstand es, die musikalischen Phrasen mit einer bemerkenswerten Dynamik zu gestalten, wodurch die Zuhörer in eine Welt der musikalischen Erzählung eintauchen konnten.

Virtuosität und Ausdruckskraft

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Regers Komposition erfordert nicht nur technische Virtuosität, sondern auch eine außergewöhnliche Ausdruckskraft. Das Hauptstadtorchester verband beides auf meisterhafte Weise. Die zarten Variationen wurden mit einer berührenden Lyrik präsentiert, während die lebhafteren Abschnitte eine beeindruckende rhythmische Energie und Lebendigkeit zeigten.

Klangliche Schönheit und Transparenz

Das Orchester entfaltete unter Kirill Petrenkos Leitung eine beeindruckende klangliche Schönheit und Transparenz. Jedes Instrument schien in einer harmonischen Einheit zu verschmelzen, während gleichzeitig die individuellen Nuancen hervortraten. Diese klangliche Klarheit ermöglichte es, die subtilen Veränderungen in Regers Variationen genau zu verfolgen und seine komplexen Kontrapunkttechniken zu schätzen.

Die Fuge als Höhepunkt

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der Höhepunkt der Interpretation war zweifellos die Fuge, in der das deutsche Renommierorchester unter seinem Chefdirigenten fesselnder Leitung, die verschiedenen Stimmen zu einem beeindruckenden Ganzen verschmolzen. Die Komplexität und Tiefe dieses Abschnitts wurden meisterhaft zum Ausdruck gebracht, wobei jede kontrapunktische Linie ihre eigene Präsenz hatte und dennoch nahtlos mit den anderen verschmolz.

Emotionale Resonanz und Publikumsreaktion

Die Interpretation von Max Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132 durch die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko erzeugte eine tiefe emotionale Resonanz im Publikum. Die Zuhörer wurden auf eine emotionale Reise mitgenommen, die von nachdenklichen Momenten bis zu triumphalen Höhepunkten reichte. Der langanhaltende stürmische Applaus spiegelte die begeisterte Reaktion des Publikums auf diese außergewöhnliche Aufführung wider.

Dynamik und Kontrastreichtum: Ein Heldenleben von Richard Strauss

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der zweite Teil des Konzerts brachte Richard Strauss’ Ein Heldenleben, eine sinfonische Dichtung, die das Leben eines Helden in musikalischen Bildern porträtiert. Kirill Petrenko verstand es meisterhaft, die dynamischen Kontraste und die klanglichen Nuancen dieses komplexen Werks herauszuarbeiten. Von den heroischen Fanfaren bis zu den lyrischen Passagen führte er das Orchester mit einer beeindruckenden Präzision und interpretatorischen Tiefe.

Emotionale Resonanz und musikalische Narration

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Das autobiografische? Werk von Richard Strauss erzählt eine musikalische Geschichte, die durch emotionale Resonanz und musikalische Narration geprägt ist. Kirill Petrenko verlieh jedem Abschnitt eine besondere Bedeutung und schuf so eine fesselnde Erzählung, die das Publikum in den Bann zog. Die kraftvollen Klänge und die subtilen Nuancen des Orchesters schufen eine eindringliche musikalische Erfahrung.

Dirigentale Meisterschaft und Orchesterpracht

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der 1972  in Omsk geborene Meister am Pult zeigte in diesem Konzert seine dirigentale Meisterschaft in vollem Umfang. Seine präzise Gestaltung der musikalischen Phrasen und seine Fähigkeit, die musikalische Tiefe des Werkes zu erfassen, beeindruckten zutiefst. Das Orchester reagierte auf seine Führung mit beeindruckender Hingabe und klanglicher Präzision, was zu einer außergewöhnlichen musikalischen Darbietung führte.

 

 

 

 

Klangliche Vielfalt und emotionale Tiefe

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Die Berliner Philharmoniker bewiesen zum wiederholten Mal ihre bemerkenswerte klangliche Vielfalt und ihre Fähigkeit, eine tiefe emotionale Tiefe in der Musik zu erzeugen. Von den subtilen Nuancen in Regers Variationen bis zu den dramatischen Höhepunkten in Ein Heldenleben zeigte das Orchester eine beeindruckende Bandbreite von Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten.

Der Abend erreichte seinen Höhepunkt, als die letzten Töne von Ein Heldenleben verklangen. Das Auditorium würdigte die außergewöhnliche Leistung der Berliner Philharmoniker und ihres Dirigenten Kirill Petrenko mit einem langanhaltenden, kräftigem Applaus. Die musikalische Magie dieses Konzerts, das die Klangwelten von Max Reger und Richard Strauss erkundete, hinterließ einen tiefen Eindruck und zeigte die wunderbare Verbindung zwischen Dirigent, Orchester und Publikum. Ein Abend voller musikalischer Meisterschaft und emotionaler Intensität, der noch lange nachhallen wird.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Priska Ketterer www.lucernefestival.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Kirill Petrenko Dirigent Symbolbild

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression Kirill Petrenko gibt den Takt an Foto Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression Kirill Petrenko gibt den Takt an Foto Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

  • Aufrufe: 157