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Schweiz,Migros Kulturprozent Classic, Tschaikowsky Sinfonieorchester Moskau: Leitung, Vladimir Fedoseyev, Solist am Klavier Rudolf Buchbinder, Tonhalle Zürich, 24. Oktober 2014, besucht von Irène Hubschmid:

Tschaikowsky Sinfonieorchester Moskau

 

Programm erster Teil:

Johannes Brahms (1833-1897), Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 15 Maestoso, Adagio, Rondo. Allegro non troppo

Programm zweiter Teil:

Peter Tschaikoswki (1840-1893), Sinfonie Nr. 6 h-Moll op.74 “Pathétiqiue”, Adagio-Allegro non troppo, Allegro con grazia, Allegro molto vivace, Finale Adagio lamentoso

Rezension: Das zahlreich bestückte Orchester begleitete den temperamentvollen Wiener Klaviervirtuosen Rudolf Buchbinder optimal. Fast meinte man der Meister hätte das „wehklagende und laut jubelnde“ Konzert von Brahms (Zitat von Robert Schumann), selber komponiert. Er versank derart in der Musik, dass es einem unter die Haut ging. Anfangs fühlte man sich in eine herbstliche, bunte Stimmung versetzt, das Finale erinnerte an einen überfallartigen Herbststurm.

Rudolf Buchbinder, Solist am Klavier

 

Tschaikowki`s “Pathétique” sei seine Biografie in Tönen, wie viele renommierte Musikkritiker meinen. Im zweiten Satz sind Walzerrhythmen zu hören, so fein, dass man imaginäre Balletttänzer vor sich sieht. Peter Tschaikowski starb eine Woche nach der Uraufführung, also in jungem Alter, unter bis heute nicht genau geklärten Umständen.

 

Vladimir Fedoseyev, Dirigent

 

Zum Orchester: Der Dirigent Fedoseyev, leitete seine Musiker mit einer grandiosen Verve. Das russische Sinfonieorchester spielte auch schon etliche Uraufführengen u.a.: Werke von Prokofieff, Mjaskowsky, Khatchaturian, Gubaidulina und Schnittke, um nur die wichtigsten zu nennen.

Am Schluss spielten sie zwei kurze russische Volksweisen als Zugaben.

Das Konzert war ein wahrhafter Publikumserfolg. Die Zuhörer liessen sich durch das Gebotene zur Standing Ovation hinreissen.

 

Fotos: http://www.migros-kulturprozent-classics.ch/de/Home

Text: www.irenehubschmid.ch 

Homepage des Orchesters:

http://www.tchaikovsky.bso.ru/en/orchestra

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Schweiz:Luzerner Theater The Black Rider, für uns besucht von Gabriel Bucher – Liechti

The Casting of the Magic Bullets Schauspielmusical von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson In verschiedenen Sprachen


 

Produktionsteam

Daniel Perrin Musikalische Leitung
Andreas Herrmann Inszenierung
Marcel Leemann Choreografie
Max Wehberg Bühne
Sabin Fleck Kostüme
Mariella von Vequel-Westernach Licht
Carolin Losch Dramaturgie

Besetzung

Christian Baus Bertram, Förster, Daniela Britt Stelzfuss, Jörg Dathe Wilhelms Onkel, Hans-Caspar Gattiker Robert, Jägerbursche, Emma-Lou Herrmann Eine Brautjungfer, Wiebke Kayser Anne, Juliane Lang Käthchen, Bettina Riebesel Der Herzog und sein Bote, Clemens Maria Riegler Wilhelm, Schreiber, Samuel Zumbühl Kuno, Erbförster

Band: Christian Arregger, Roland Bucher, Daniel Perrin, Adrian Rohner, Adrian Schmid, Marcel Vogler, Philipp Z’Rotz
Rezension:

Nach den beiden Musiktheaterstücken «Woyzeck» und «Alice» inszeniert Andreas Hermann im Luzerner Theater nun «The Black Rider» und vervollständigt so die Trilogie, «allerdings in umgekehrter Reihenfolge», stellte die Dramaturgin Carolin Losch fest, welche ins Stück einführte. Sie wünschte den Besuchern viel Vergnügen bei diesem «Höllenritt». Und ein Höllenritt ist es in der Tat. Erzählt wird die Geschichte «Der Freischütz», in einer sehr eigenwilligen Version. Wobei «erzählt» nicht der richtige Ausdruck ist. Es wird rezitiert, musiziert, gesungen, gespielt, geschrien, gelitten und gelebt mit vollem Einsatz in diesem Werk. Es ist auch keine reine Nacherzählung, vielmehr ein Kondensat, in welchem aber alle ursprünglichen Elemente des «Freischütz» enthalten sind. Der Wald, in welchem die Geschichte spielt, wird in der Luzerner Inszenierung übersetzt in ein riesiges Auge mit changierender Iris, in dessen Pupille Kuno, der Erbförster, das Geschehen von oben betrachtet und ab und zu sein „tut was ihr wollt, das ist die Regel“ herunter ruft. Zusammen mit den raffinierten Lichteffekten und den mehrheitlich in Schwarz und Weiss gehaltenen Kostümen entstehen so dramatisch düstere Bilder und eindrückliche Stimmungen.

 

Beherrscht wird die Geschichte vom Teufel, oder in diesem Fall von der Teufelin, von Stelzfuss, einer herausragenden Daniela Britt. Verrucht, lasziv, verführerisch, mit samtig-rauchiger Stimme, teuflisch eben, zieht sie Wilhelm den Schreiber in ihren Bann. Dieser will oder muss sich sein geliebtes Käthchen „er-schiessen“, will es doch die Tradition, dass der Schwiegersohn ein tüchtiger Jäger ist und erfolgreich den Probeschuss absolviert. Nun muss er beweisen, dass er, der Schreiber aus der Stadt, diese Kunst auch beherrscht. Einen kurzen Moment wird man bei seinen ersten Schiessversuchen an die Schiessbuden erinnert, welche zu dieser Jahreszeit ein paar hundert Meter weiter stehen. Wilhelm, alias Clemens Maria Riegel, lässt sich auf den Deal mit den Teufelskugeln von Stelzfuss ein. Dem Schauspieler wird in dieser Rolle alles abgefordert. Und wenn er am Ende, nachdem er sein Käthchen tatsächlich erschossen hat, seinen Kummer herausschreit und dem Wahnsinn verfällt, ist das so glaubhaft gespielt, dass man den verstörten jungen Mann tröstend in die Arme schliessen möchte. Auch die übrigen Darsteller überzeugen, Jörg Dathe begeistert mit seinen komikhaften Auftritten und Hans-Caspar Gattiker als Jägerbursche Robert beschert dem Publikum einen musikalischen Hühnerhaut-Moment im zweiten Akt. Nicht alle Stimmen sind allerdings den Waits Melodien vollends gewachsen, aber das tut dem Stück keinen grossen Abbruch. Die Musiker des «Johnny Four Fingers and the Pipefixer Glass Orchestra» machen das wett und werden Tom Waits melancholisch-düsteren, schmachtend-schmelzenden Melodien mehr als gerecht.

Leichte Kost ist dieser Black Rider nicht, die Bilder, die auf die Bühne gezaubert werden, haben etwas Zerstörerisches, Verstörendes, müssen erstmal verdaut werden und bleiben über Stunden irgendwie dunkel-düster präsent.

Kurzer Trailer der Produktion:

http://www.art-tv.ch/11106-0-Luzerner-Theater-The-Black-Rider.html?reg=3144

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Semperoper, Dresden, Richard Wagner`s Tannhäuser,12. Oktober 2014, besucht von Léonard Wüst

Semperoper in Dresden, aussen Nacht

 

Große romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
In deutscher Sprache

 

Besetzung

Musikalische Leitung Cornelius Meister

  • Inszenierung Peter Konwitschny
  • Bühnenbild Hartmut Meyer
  • Kostüme Ines Hertel
  • Chor Wolfram Tetzner
  • Landgraf Hermann Georg Zeppenfeld
  • Tannhäuser Stephen Gould
  • Wolfram von Eschenbach Markus Butter
  • Walther von der Vogelweide Simeon Esper
  • Biterolf Tilmann Rönnebeck
  • Heinrich der Schreiber Aaron Pegram
  • Reinmar von Zweter Tomislav Lucic
  • Elisabeth Elisabet Strid
  • Venus Alexandra Petersamer
  • Ein junger Hirt Emily Dorn
  • Erster Edelknabe Gabriele Berke
  • Zweiter Edelknabe Monika Harnisch
  • Dritter Edelknabe Anke Althoff
  • Vierter Edelknabe Annett Eckert

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sinfoniechor Dresden e.V. – Extrachor der Semperoper Dresden

Dirigent Cornelius Meister

 

Sächsische Staatskapelle Dresden

Rezension:

Statt wie meistens am Sonntagabend Sportpanorama, Tagesschau und dann Tatort am Fernseher, war an diesem Sonntag was anderes angesagt, nämlich: „Tannhäuser“

 

Nachdem der erste Theaterbau von Gottfried Semper aus dem Jahr 1841 im Jahr 1869 abgebrannt war, wurde 1878 die Oper in ihrer heutigen Form eröffnet. Nach der Zerstörung durch die Luftangriffe 1945 besaß die Sächsische Staatsoper kein eigenes Haus mehr, bis 1985 die wiederaufgebaute Semperoper eröffnet wurde.

1843 wurde Richard Wagner Hofkapellmeister. »Rienzi«, »Der fliegende Holländer« und »Tannhäuser« wurden hier uraufgeführt.

Schon fast ehrfürchtig näherte ich mich dem legendären Gebäude auf dem grandiosen Theaterplatz in Dresden, wo bereits viele andere Opernliebhaber auf Einlass warteten. Da die Aufführung in etwa 4 ½ Stunden dauern sollte, war Spielbeginn um 17.00 Uhr angesagt. Mein Platz war auf der Galerie im 3. Stock und bot einen sehr guten Überblick auf das Geschehen, inklusive der Abläufe im Orchestergraben, wo sich die Sächsische Staatskapelle (das eigentliche Hausorchester der Semperoper) einrichtete, deren musikalische Leitung für dieses Mal Cornelius Meister inne hatte, nicht der Chefdirigent Christian Thielemann.

Dass dieser Gesamtüberblick auch seine Tücken hat, merkte ich schnell, konzentrierte ich mich doch des Öfteren mehr auf das Orchester, denn auf das Geschehen auf der Bühne, fast wie bei einem Sinfoniekonzert eben.

Im nicht ganz ausverkauftem Haus eröffnete der erste Aufzug mit einem spektakulären Bühnenbild, das Abschiedsdrama auf dem Venusberg darstellend, ähnlich einem Geschehen in der griechischen Mythologie. Wagner kommt halt brachialer und ursprünglicher daher, damit natürlich ebenso seine Bühnenfiguren.

Die Darsteller/innen überzeugten aber durchwegs, sowohl gesanglich als auch schauspielerisch.

Die Inszenierung, der Tradition verpflichtet, aber durchaus auch das Moderne beinhaltend, liess viele individuelle Interpretationen zu, puristischen Wagnerianern vielleicht etwas zu abschweifend vom teutonischen Sagen – und Heldentum, dem neutralen Besucher (dazu zähle ich auch mich), gefiel diese, etwas lockere Handhabung durchaus. Dass Richard Wagner nicht filigrane, fein ziselierte Arien komponierte, wie etwa Puccini, ist wohl jedem Operngänger geläufig, ebenso, dass seine Epen raum – und zeitgreifend sind, deshalb auch anspruchsvoll und fordernd. Dies gilt für das Publikum genauso wie für die Mitwirkenden, viereinhalb Stunden Wagner hinterlassen physisch wie auch psychisch ihre Spuren. So kamen bereits nach der ersten Pause ca. 5 Prozent der Besucher nicht mehr in den Theatersaal zurück, nach der zweiten Pause lichteten sich die Reihen nochmals um ebenso viele. Der dritte Aufzug verblasste dann etwas, was völlig normal ist beim „Tannhäuser“, da Wagner diesen ja auch relativ sparsam orchestrierte. Umso mehr rückten hier nochmals die Qualitäten der Darsteller auf der Bühne in den Vordergrund, die am Schluss von den Zuschauern auch entsprechend mit Applaus honoriert wurden, nicht euphorisch oder überbordend, eher respektvoll den Leistungen Tribut zollend.

Ein eindrückliches aber kein überwältigendes Erlebnis.

Kleine allgemeine Anmerkung zum Schluss: 2 Pissoirs und 2 Herrentoiletten sind schon etwas sehr knapp bemessen für die ganze 3. Etage, es ist also sehr ratsam, sich vor dem Besuch der Semperoper diesbezüglich zu erleichtern, da auch in Dresden erstaunlicherweise alle während der Pause das stille Örtchen aufsuchen wollen, bzw. müssen.

Kurzer Trailer der Aufführung:

https://www.semperoper.de/spielplan/stuecke/stid/Tannhaeuser/165.html#a_23037

Text: www.leonardwuest.ch

http://www.semperoper.de/ http://www.staatskapelle-dresden.de/

Fotos: Semperoper, Sächsische Staatskapelle, Léonard Wüst, Kleine Fotodiashow von Matthias Creutziger, Semper Oper:

http://fotogalerien.wordpress.com/2014/10/19/semperoper-dresden-richard-wagners-tannhauser12-oktober-2014-besucht-von-leonard-wust/

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Schweiz:Carminho, Interview im Kaufleuten Zürich, 4. Oktober 2014

Lissabon Geburtsstadt des FADO, Foto Martin Andreas Walser

 

Die weltbekannte FADO Interpretin gewährt Léonard Wüst ein Exklusivinterview kurz vor dem Soundcheck fürs abendliche Konzert.

Ich hatte mich sehr gut vorbereitet, sogar an meinem eher rustikalen und sehr limitierten portugiesischen Wortschatz gefeilt, mit freundlicher Unterstützung von Daria Keller aus Sursee (die ein Jahr in Portugal gelebt hatte), schlussendlich ein Dossier mit ca. 15 Fragen auf portugiesisch bereit. Wir wurden dann von Carminho`s Tour Manager Hugo Coelho höchstpersönlich in der Lobby des Kaufleuten abgeholt und in den Konzertsaal begleitet, wo die Künstlerin uns sehr herzlich begrüsste und empfing, völlig unkompliziert und spontan. Sehr schnell stoppte sie dann auch meine unbedarften Versuche, sie auf Portugiesisch zu interviewen und es war schnell klar, dass sie inzwischen perfekt englisch spricht. Bei unserer allerersten Begegnung im Frühling 2002, ihrem ersten Auslandaufenthalt überhaupt (noch keine 18 Jahre alt) konnte sie grad mal ein paar Wörter. Es wurde dann auch nicht ein Interview im eigentlichen Sinn, sondern ein lockeres Gespräch unter Bekannten.

Nette Unterhaltung kurz vor dem Soundcheck

 

Es war für mich natürlich eine grosse Freude, dass es ihr offensichtlich auch Spass machte, mich zu treffen ( die letzte, rein zufällige und nur sehr kurze Begegnung und Unterhaltung war in einem Restaurant in Lissabon im September 2006, als ich mit andern Fadistas unterwegs war). Also unterhielten wir uns über dies und das, gemeinsame Bekannte, ihre Karriere und Pläne usw. Auf meine Frage, was das ihn ihr bewirke, Teil des UNESCO Weltkulturerbes FADO zu sein, das sei ja der portugiesische Weltfussballer des Jahres 2013

Carminho mit Cristiano Ronaldo

 

Cristiano Ronaldo noch nicht, (Der FADO wurde im Jahre 2011 in dieses Verzeichnis aufgenommen), sprudelte es nur so aus ihr heraus und sie bekräftigte, wie wichtig es für sie sei, als Botschafterin für die Tradition und Kultur ihres Heimatlandes Portugal tätig sein zu dürfen und diese Botschaft auch in die Welt hinauszutragen. Carminho erwähnte mal in einem Fernsehinterview, dass sie eher dem traditionellen FADO zugeneigt sei und weniger den Experimenten mit andern Instrumenten oder Fusion, wie das einige andere jüngere Fadistas machen. Auf mein Nachhaken, ob dann der diesjährige Auftritt im August am Open Air in der Arena von Augusta Raurica zusammen mit der Basler Sinfonietta , einem klassischen Orchester, nicht ihren Prinzipien widerspreche, äusserte sie sich in dem Sinne, dass sie auch in Zukunft durchaus offen sei für Experimente dieser Art und die Ambience dort auch sehr genossen habe, aber sich grundsätzlich zuhause fühle in der vertrauten Formation mit ihren Mitmusikern, die auch die meisten Songs für ihre Alben komponieren. Für das nächste Album, das im entstehen ist, schreibe sie selbst auch Noten und Texte, obwohl sie selber kein Instrument spiele, erklärte Carminho auf meine entsprechende Frage.

Statue von Fernando Pessao beim Café a Brasileira in Lissabon

 

 

Meine Bemerkung, dass demnächst wohl am Largo do Chiado im Bairro Alto in Lissabon beim Café a Brasileira neben der Statue des grossen portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa bald auch eine Statue von Carminho stehen, wird quittierte sie mit einem herzlichen, schalkhaften Lachen. Eine zierliche, attraktive äusserst sympathische Erscheinung und eine ganz grosse Persönlichkeit gab sich die Ehre und nahm sich die Zeit für mich, d. h. für die Besucher der www.bochumer-zeitung.net, wofür ich mich sehr herzlich bedanke.


 

 
Fado 2002 in Sursee mit Carminho, 3. von rechts, im Alter von nicht mal 18 Jahren

Kleiner Trailer von Carminho

 https://www.youtube.com/watch?v=JTBLR3Vxnms 

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