
Resumée: das Warten geht weiter. Ich kann nicht sagen, wie viele Male ich Beckett`s Drama schon gesehen habe und trotzdem geht’s mir wie den meisten. Ich weiss ja, dass es auch in dieser Inszenierung auf das Gleiche hinausläuft, aber irgendwo am Rande des Kleinhirnes sitzt immer noch irgendwo die minimale sinnlose Hoffnung, dass es diesmal doch anders kommt.
Die Dramaturgin der Inszenierung am Luzerner Theater, Carolin Losch, hatte uns diesen Sachverhalt aber schon in ihrer spannenden, fundierten Einführung klar gemacht. Carolin Losch lieferte aber auch diverse Anekdoten rund um den Autoren, das Drama und dessen wahrscheinlichen Enstehungshintergrund. Aber eben, auch das sind eben auch nur: wahrscheinlich, möglicherweise, könnte sein oder auch nicht, eventuell, vielleicht usw.. Was als gesichert gilt: Samuel Beckett, ein gebürtiger Irländer, war ein eher scheuer, zurückhaltender Zeitgenosse, der sich in der Pariser Künstlerbohème wohlfühlte und dort auch gute freundschaftliche Beziehungen zu anderen Autoren unterhielt, insbesondere zu seinem Landsmann James Joyce. Da Beckett in den dreissiger Jahren zweimal für längere Zeit in Deutschland weilte, sah er das Unheil wohl kommen, dies dürfte sein Mitgefühl für die Juden und die andern verfolgten Ethnien doch stark geprägt haben. Obwohl Irland neutral war während des 2. Weltkrieges, stellte sich Beckett freiwillig der Résistance als Übersetzer zur Verfügung und musste, nach dem Verrat seiner Résistance Zelle durch eines der Mitglieder, ausgerechnet einem Armenpriester, zusammen mit seiner Lebenspartnerin Suzanne Déchevaux-Dumesnil in Roussillon, Provence untertauchen, wo er als Landarbeiter seinen Lebensunterhalt verdiente.
1945 kehrte er nach Paris zurück und setzte sein literarisches Werk fort, er schrieb auf Englisch, aber auch auf Französisch.
Warten auf Godot, franz. Originaltitel: (En attendant Godot) ist ein Theaterstück, das er im Herbst 1948 begonnen, Anfang 1949 fertiggestellt hatte und das 1952 publiziert wurde. Nachdem Beckett lange vergeblich nach einer Aufführungsmöglichkeit gesucht hatte, wurde es schließlich am 5. Januar 1953 vom Théâtre de Babylone in Paris uraufgeführt.Regisseur der Premiere war Roger Blin, der selbst als Pozzo mitspielte. Die Aufführung war überraschend erfolgreich und verhalf Beckett zu seinem Durchbruch als Autor.
Die Inszenierung am Luzerner Theater beeindruckte durch starke schauspielerische Leistungen und mit adäquatem Bühnenbild, das mit (oder wegen) seiner Schlichtheit, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf das Geschehen fokussierte, oder eben, je nach Betrachtungsweise, auf das Nichtgeschehen. Guter Entscheid des Teams, die Fassung auf der Bühne um ca. eine halbe Stunde zu straffen, dies ohne das Weglassen von Textpassagen oder ähnlichen, sinnverfremdenden Eingriffen.
Fotogaleriediashow von Ingo Höhn über diesen Link:
Zusammenfassend bleibt uns nichts anderes übrig: Solange noch Hoffnung auf die Ankunft Godots besteht, werden wir weiter warten! Beckett selbst sagte über die beiden Hauptprotagonisten Wladimir und Estragon: “Sie laufen, aber sie legen keinen Weg zurück”
Trailer der Inszenierung: http://art-tv.ch/10820-0-Luzerner-Theater-Warten-auf-Godot.html?reg=3144Grundsätzliches zum Stück, Besetzung und Produktion
Rezension: Text: www.leonardwuest.ch
Fotos: Ingo Höhn www.luzernertheater.ch
www.gabrielabucher.ch www.erwingabriel.ch Paul Ott:www.literatur.li
Die Luzerner Combo Improphil lud zum Improtheater-Battle und viele Besucher folgten. Als Sparring-Partner war dies Mal das Improtheater Konstanz zu Besuch. Charmant und bärtig führte Anna Steiner durch den Abend und für die musikalische Unterstützung zeichnete Andreas Meili verantwortlich. Ein Riesenspass vor vollen Rängen.

Für Improphil hat es am letzten Freitag leider nicht gereicht. Randulf Lindt und Reto Bernhard mussten den Sieg an ihre Freunde vom Bodensee abtreten. Mario Müller und Simone Schwegler vom Improtheater Konstanz überzeugten das Publikum und konnten die imaginäre Trophäe mit nach Hause nehmen. Dieser Sieg wurde ihnen von Improphil aber sportsmännisch vergönnt und alle waren sich einig: Alle Mitwirkenden waren Sieger der Herzen. Auch Anna Steiner, welche mit ebenso viel Spontanität wie die Schauspieler durch den Abend führte und jeweils die einzelnen “Disziplinen“ ankündigte und als Schiedsrichter fungierte, überzeugte vollends und hatte das Publikum von Anfang an im Griff, was eventuell auch mit ihrem Conchita Wurst-Tribute-Bart zu tun haben könnte. Und auch der Pianist Andreas Meili begeisterte mit seinem Können und traf immer im richtigen Moment den richtigen Ton. Eine hohe Kunst bei so vielen verschiedenen Themen, die an so einem Anlass behandelt werden. Als Besucher verlässt man einen Theatersport-Abend mit einem Lächeln auf dem Gesicht und voller Faszination und Bewunderung für so viel Kreativität, Spontanität und Mut. Wer sich selbst von der Einmaligkeit einer solchen Uraufführung (Schliesslich ist jeder Theatersport-Anlass einmalig) überzeugen will, hat die Gelegenheit das nächste Mal am Mittwoch, 28. Mai in der Chollerhalle Zug. Der Vorverkauf läuft über 


