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Luzerner Theater: Cantos de Sirena Musiktheater von «La Fura dels Baus», besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Cantos de Sirena

 

 

 

 

 

 

 

 

Luzerner Sinfonieorchester

Kompositionen, Bearbeitungen und musikalische Leitung Howard Arman

Inszenierung Carlus Padrisssa

Bühne und Klangmaschinen Roland Olbeter

Kostüme Chu Oroz

Choreografie Sandra Marín Garcia

Licht Mariella von Vequel-Westernach

Dramaturgie Marc Rosich

Das Grundthema von «Cantos de Sirena» liegt in der Faust-Sage. Der Librettist Marc Rosich fasst wie folgt zusammen: «Unser Faust ist ein Künstler (…) er steckt in einer künstlerischen Sackgasse. Deswegen will er sein Leben beenden. Dann aber vernimmt er eine innere Stimme, die ihn zurückhält und zu einem Kunstschaffen mit und für sich selbst verlockt. So begibt sich Faust auf einen künstlerischen Ego-Trip, in dessen Verlauf er nicht nur seinen Körper zum Kunstobjekt macht, sondern sogar einen Geschlechtswandel vollzieht und zu einer Frau wird.»

Für dieses Spektakel wählte Howard Arman, Dirigent des LSO, Arien von Vivaldi, Händel, Purcell, Monteverdi und anderen, arrangierte und verband sie mit eigenen Neukompositionen und vereinte so Musik aus drei Jahrhunderten. Das Kammerorchester ist erweitert durch Gitarre, Akkordeon, Harfe, Klavier und Cembalo. Dazu kommen die elektronischen Klangmaschinen von Roland Olbeter, welche auch optisch ins Bühnenbild eingebaut sind.

Rosich übertitelt die Produktion «Cantos de Sirena» mit «Gesang und Spektakel» und will mit diesem Stück die Schranken zwischen Bühne und Zuschauerraum einreissen und die Oper aus der Zurücklehnzone vor der Guckkastenbühne herausholen. Das und viel mehr passiert dann auch im Bauch des Verkehrshauses Luzern, wenn man sich eingerichtet hat auf seinem Flugzeugsitz. Was den Zuschauern in den knapp zwei Stunden geboten wird, hat nichts mehr zu tun mit konventioneller Oper. Trotzdem: würde man die Augen schliessen und nur der Musik und dem Gesang lauschen, meinte man, die Protagonisten stünden auf der Bühne des Luzerner Theaters. Nur «stehen» sie selten, sondern sie liegen, hängen in seltsamen Anzügen an Karabinerhaken, sind eingespannt in futuristische Weltallschaukeln und drehen sich um die eigene Achse, sie hängen mal kopfüber, mal von der Decke, schwimmen und tauchen in Aquarien, ohne dass dies ihre darstellerische Leistung in irgend einer Form beeinträchtigt. Zudem bewegen sie sich gesanglich in fliessenden Übergängen zwischen Barock, Romantik und Moderne, dies mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit.

Das ist aber nur eine Seite dieses Spektakels. Die zwei Stunden sind bis an den Rand gefüllt mit ungewohnten, faszinierenden, verstörenden, skurrilen Bildern, es passieren die verrücktesten Dinge vor den Augen der Zuschauer, so z.B. die Geschlechtsumwandlung von Faust zu Fausta durch eine geflügelte Chirurgin. Eingespannt in einer riesigen, gesteuerten Schaukel operiert sie zur ergreifend schönen Barock-Arie, auf einer sich rasend schnell drehenden Töpferscheibe erschafft Fausta neues Leben und beim Liebesakt vereint sie sich mit ihrem selbsterschaffenen Wesen mittels einer Art Melkmaschine zur Arie «Mon coeur s’ouvre à ta voix» von Saint-Saëns, umwerfend komisch und gleichzeitig unsäglich traurig und lieblos. Derweilen zirkulieren in den Zuschauerrängen getrocknete Apfelscheiben an dürren Ästen. Denn es werden alle Sinne angesprochen an diesem Abend und so sieht man sich immer wieder konfrontiert mit kleinen Köstlichkeiten, die sich teilweise im Gaumen so überraschend anfühlen wie die Szenen auf der Bühne für die Augen.

«Cantos de Sirena», das ist Oper, Spektakel, Kabarett, Zirkus und erinnert ab und zu an Karls Kühne Gassenschau. Es gibt Tanzeinlagen, Videoeinspielungen, die mechanischen Instrumente führen ihr Ballett auf und über dem Orchester schwebt eine grosse mechanische Hand, die das Geschehen dirigiert. Die Sängerinnen und Sänger, allen voran eine herausragende Marie-Luise Dressen als Fausta, beeindrucken und überzeugen, aber selten wird man sich so stark bewusst wie in dieser Produktion, dass das Ganze nur im Zusammenspiel funktionieren kann. Überzeugende Stimmen, Textsicherheit und choreografische Exaktheit alleine reichen nicht, hier muss jeder Handgriff sitzen, die Technik muss funktionieren, die Übergänge klappen, die Maschinen bedient werden, damit das Stück zu dem wird was es ist: ein unglaubliches Spektakel! So schnell wird man diesen Sirenengesang des Luzerner Theaters nicht vergessen!

Kurze Trailer der Produktion:

http://www.art-tv.ch/11294-0-Luzerner-Theater-Cantos-de-Sirena.html?reg=3144

http://www.srf.ch/player/tv/popupvideoplayer?id=95fedb5e-3fba-43e4-8f97-5a44525707af&starttime=1.2889999999999872

Text: www.gabrielabucher.ch
Fotos: www.luzernertheater.ch

Kleine Fotodiashow von Ingo Höhn, luzerner Theater über diesen Link:

https://fotogalerien.wordpress.com/2015/01/09/luzerner-theater-cantos-de-sirena-musiktheater-von-la-fura-dels-baus/

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Silvesterkonzert des Zürcher Kammerorchesters im KKL in Luzern, besucht von Léonard Wüst

Dirigent und Solisten

 

Besetzung und Programmation:

Zürcher Kammerorchester
Ari Rasilainen, Dirigent
Vesselina Kasarova, Mezzosopran
Fabio Di Càsola, Klarinette
Wolfgang Amadeus Mozart

«La clemenza di Tito» KV 621
Ouvertüre
Arie «Parto, ma tu ben mio»

Fabio Di Càsola, Klarinette, Foto Marco Borggreve

 

Franz Schubert

Versunken D. 715, arr. für Klarinette und Streichorchester von Fabian Müller

Robert Schumann

Widmung op. 25/1, arr. für Klarinette und Streichorchester von Fabian Müller

Carl Maria von Weber

Klarinettenquintett B-Dur op. 34

Ari Rasilainen, Dirigent

 

Gioacchino Rossini

«La gazza ladra»
Ouvertüre
«Tancredi» – No 3 Rezitativ und Cavatina «Oh Patria», «Tu che accendi questo cuore»

Johann Strauss Sohn

«Die Fledermaus» Ouvertüre
Couplet des Prinzen Orlofsky «Ich lade gern mir Gäste ein»

Vesselina Kasarova, Solistin Mezzosopran

 

Georges Bizet «Carmen»
Ouvertüre
Rezitativ und Habanera «L’amour est un oiseau rebelle»
Entre’act 2 Chanson bohème «Les Triangles des sistres tintaient»

Silvesterkonzert im Luzerner KKL geniesst man ja nicht jedes Jahr

Ein sehr abwechslungsreiches und trotzdem ausgewogenes Konzertprogramm bot das Zürcher Kammerorchester und die mitwirkenden Solisten an diesem sehr kalten Winterabend dem Publikum im gut besetzten Konzertsaal.

Nach der kurzen Begrüssung durch den Geschäftsführer des ZKO Michael Bühler eröffnete Dirigent Ari Rasilainen mit der Ouvertüre aus Mozarts „La clemenza di Tito“ KV 621 den festlichen Abend, dies völlig unaufgeregt mit weichen grosszügigen Gesten. Dann betrat sich die gebürtige und jetzt in Zürich wohnhafte bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova die Bühne und fesselte die Anwesenden sofort mit ihrer Interpretation “Deh per questo istante solo”, Arie des Sesto, (ursprünglich für Kastraten geschrieben), aus dem letzten Opernwerk (uraufgeführt im Prager Ständetheater am 6. September 1791), des genialen Salzburger Komponisten. Beeindruckend auch Kasarowas Mimik und Gestik, die ihre ohnehin schon überragende Gesangstechnik noch unterstrich, was das sachkundige Auditorium auch mit entsprechendem Applaus zu würdigen wusste.

Dem hohen Niveau stand auch Fabio Di Càsola als Klarinettensolist in den folgenden Werken von Franz Schubert und Robert Schumann in nichts nach, kongenial ergänzt durch seine Mitmusiker des von Edmond de Stoutz in den 1940er Jahren gegründeten Zürcher Kammerorchesters. Geboten wurde vor der Pause auch noch eine exquisite, fulminante Version des Klarinettenquintetts B – Dur von Carl Maria von Weber, bevor man den ersten Programmteil mit „La gazza ladra“ von Rossini krönend abschloss. Den langanhaltenden stürmischen Applaus genossen die Protagonisten sichtlich bewegt.

Die Fledermaus von Johann Strauss Sohn war dann der perfekte, stürmische Auftakt in den zweiten Programmteil, mit dem Höhepunkt des von Vesselina Kasarova locker verschmitzt dargebotenen Couplet des Prinzen Orlofsky  «Ich lade gern mir Gäste ein». Die Krönung des Konzertabends war dann, wie zu erwarten „Carmen“ von Georges Bizet, wo die Solistin erneut Glanzpunkte setzen konnte, besonders auffällig auch die sehr deutliche Artikulation der Interpretin, ob auf Italienisch (bei Mozart), deutsch (bei Strauss) oder auf Französisch (bei Bizet). Ein wunderschönes Konzert in würdigem Rahmen mit grossartigem Orchester, souveränem Dirigat und brillanten Solisten. So lassen sich auch die Herzen der Luzerner für die sonst eher unbeliebten Zürcher erwärmen.

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Kurzer Trailer des ZKO zum Konzert:

https://www.youtube.com/watch?v=TOGd1zBrXuE

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.zko.ch

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Prickelnde Melodien und packende Liebesdramen im ZKO-Haus im Zürcher Seefeld die «Opera Box», besucht von Irène Hubschmid

 
 
 
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Die «Opera Box» des ZKO

Die Künstler:

Jàn Rusko (Pygmalion), Violetta Radomirka (Serafina Ganymed), Ulrich Amacher (Eros Mäzenaisus Mydas), und (Spiridon Mydas), Andrea Suter (Galathée), Jürg Krattinger (Ewald), Erich Bieri (Signor Annibale Pistacchio), Cheyne Davidson (Dr. Enrico Malatesta), Yvonne Theiler (Frau Dr. Helene Niggli), Barbara Hensinger (Frl. Verena Tiller), und (Madame Rosa Ganymed-Tiller), Flavio Corazza (Renzo Montecucoli), Sarah Padrutt (Lara Lisa Montecucoli).

Ein Ensemble namhafter Solisten unter der Regie von Paul Suter und das Zürcher Kammerorchester unter dem Dirigat von Andres Joho begleiten beschwingt ins neue Jahr in der „Opera Box“ vom ZKO.

Am 28.12. fand die amüsant, inszenierte Premiere von zwei Glanzstücken des Musiktheaters mit: „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé (1819-1895) und „ Il Campanello di Notte“ von Gaetano Donizetti (1797-1848) statt. Die Unterhaltung pur, mit versierten Künstlern, mit beflügelnder Musik, und engagierten Musikern, die zum Teil in der Inszenierung mitwirkten, wie auch Personen aus dem Publikum. Die Bühne ist sowohl zum Orchester als auch zum Publikum offen, also ohne Vorhang. In die beiden Musikstücke, Operette von Suppé und die Opera buffa von Donizetti, wurden witzige, zeitgenössische Details und Namen eingeflochten. Am 28.12. offerierte die für Zürich ungewohnte „Opera Box“ des ZKO zum zweiten Mal gute Zerstreuung.

„Leise bebt und zaub’risch schwebt der Saiten leises Klingen; sanft empor zum Sternenchor die Seele aufzuschwingen.“ Galathée.

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Kleine Fotodiashow von Thomas Entzeroth über diesen Link:

https://fotogalerien.wordpress.com/2014/12/29/opera-box-im-zko-haus-kleine-fotodiashow-von-thomas-entzeroth-2/

Fotos: www.zko.ch

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Weitere Vorstellungen:

Mi, 31.12.14, 16 Uhr

Mi, 31.12.14, 21 Uhr

Sa, 3.1.15, 19.30 Uhr

So, 4.1.15, 16 Uhr

Fr, 9.1.15, 19.30 Uhr

Sa, 10.1.15, 19.30 Uhr

So, 11.1.15, 16 Uhr, Dernière

ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich

Tickets: Billettkasse ZKO, Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich, Tel. 0848 848 844, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Schweiz:ZKO-Meisterzyklus: Musikalische Wasserspiele mit Hélène Grimaud, Tonhalle Zürich, 2. Dezember 2014, besucht von Irène Hubschmid

Programm:

Luciano Berio Wasserklavier

Torû Takemitsu Rain Tree Sketch II

Gabriel Fauré Barcarolle Nr. 5 op. 66

Maurice Ravel Jeux d’eau

Isaac Albéniz Almeria, aus Iberia II

Franz Liszt Les jeux d’eau à la Villa d’Este, aus Troisième année de pèlerinage S.163/R10

Leoš Janáček In the mists 1 & 4

Claude Debussy La cathédrale engloutie, aus Préludes I Johannes Brahms Klaviersonate Nr. 2 fis-Moll op. 2

Rezension:

Hélène Grimaud zählt zu den bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation. In Zürich begab sich die Französin auf die Spuren des Elements Wasser. Unter ihren Händen wurden alle Klangfarben und Phrasierungen des Wassers lebendig.

Die Virtuosin hat die Standing Ovation am Ende des Konzertes wirklich verdient, nicht nur durch ihre Kunst berührt, sondern auch vom gemischten Programm. Ganz alleine auf der Bühne mit dem schwarzen Flügel erinnerte sie einem in ihrer Zartheit an die Meerjungfrau von Kopenhagen. Beim Einstieg spielte sie mit samtenen Tönen, dann steigerte sie sich zu einem rauschenden Wasserfall. Eine Riesenleistung, betrachtet man das vielfältige Programm, mit Werken von teilweise wenig bekannten Komponisten. Hélène Grimaud sagt: „Ein Stück Musik zu durchdringen erfordert die gleiche Konzentration wie einem wilden Tier zu begegnen“, die Inspiration komme aus der Natur.

Sie beschenkte den mit begeisterten Zuhörern vollbesetzten Saal noch mit zwei Zugaben.

Pianistin Hélène Grimaud

 

Nebst ihrer musikalischen Karriere engagiert sich Hélène Grimaud in vielen gemeinnützigen Bereichen, so ist sie z.B. Mitglied der Organisation Musicians for Human Rights, eines weltumspannenden Netzwerks von Musikern und anderen in der Musikbranche tätigen, welches sich für Menschenrechte und sozialen Wandel einsetzt. Ebenso engagiert sie sich für den Tierschutz, hier besonders für den Artenschutz. So gründete sie das Wolf Conservation Center in Upper New York State.

Kurzer Trailer über die Musikalischen Wasserspiele:

http://youtu.be/hRXGq4tbheU

Trailer mit Brahmsinterpretationen von Hélène Grimaud:

http://www.klassikakzente.de/helene-grimaud/videos/detail/video:323756/doku-zum-album-brahms-klavierkonzerte-nr-1-und-nr-2

Link auf das von Hélène Grimaud gegründete Wolf Conversation Center;

http://nywolf.org/about/wcc-board/board-of-directors/120-helene-grimaud

 

Text: www.irenehubschmid.ch

Fotos: www.zko.ch

www.innerscxhweizonline.ch

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