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Jeder vierte Mann, aber auch mehr als jede zehnte Frau hat fast immer ein Kondom bei sich

KondomEine Möglichkeit zum Sex kann sich immer ergeben. Davon scheint laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" jeder vierte (26,1 Prozent) Mann auszugehen. Denn so hoch ist der Anteil der männlichen Befragten, die "fast immer" für den "Fall der Fälle" ein Kondom bei sich haben. Besonders gut gewappnet sind die Jüngeren: Bei den 16- bis 29-jährigen Männern gehört ein "Pariser" sogar für sechs von Zehn (58,2 Prozent) meistens zur Grundausstattung.

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Randy Newman im KKL Luzern,17. September 2014, organisiert von allblues.ch und dem KKL, besucht von Léonard Wüst

Die Songs des fünffachen Grammy-Award-Gewinners und zweifachen Oscar-Preisträgers Randy Newman haben uns in den letzten vierzig Jahren auf ganz unterschiedliche Weise berührt

Randy Newman, eine musikalische Lesung oder ein Kammerspiel?

Eine intellektuelle Herausforderung der besonderen Art.

Der Konzertflügel wartet geduldig auf seinen Partner

 

Ungewöhnlich war schon die Konzertankündigung: Randy Newman solo, unplugged nur mit dem Konzertflügel.

 

Newman ist noch lange kein Old Man, braucht auch nicht Schall, Rauchpetarden, Posaunen oder ähnliches, nein da betritt ein älterer, etwas fülliger Mann die Bühne, völlig unspektakulär, fast bescheiden, begrüsst artig die Anwesenden, darunter auffällig viele ausländische Besucher, setzt sich auf den Schemel und setzt ein paar fast belanglose Akkorde, keine Fingerakrobatik, fulminante Pianoläufe oder so. Darauf spielt er vor sich hin, singt dazu, oder treffender, spricht dazu und unterhält das Publikum mit Anekdoten aus seinem wahrlich nicht langweiligen Leben. Man fühlte sich mit dabei in seinem Musikzimmer zuhause, durfte beim komponieren mit dabei sein. Es war eine Art musikalischer Monolog vor dem Kaminfeuer, intim, wahrscheinlich deshalb umso ergreifender und anrührend. Fast andächtig wurde zwischendurch kurz applaudiert, während Newman seine Geschichten weiter flüsterte und weiterspann. Dann plötzlich der laute Zwischenruf eines Fans: Randy we love you! Replik kam prompt: long time ago that someone said that to me.

 

Randy Newman mit dem Grammy AwardEs war schon von Vorteil, einigermassen gut amerikanisches Englisch zu verstehen. Keine Mühe dürfte damit der, mit seiner Ehefrau auch anwesende Stadtpräsident von Sursee, Beat Leu gehabt haben, als hauptberuflicher Linienpilot der SWISS ist er sich sicher auch die ungewöhnlichsten Englischdialekte gewohnt.

Die stehende Ovation am Ende gab es natürlich auch. Wie es sich geziemt für so einen Genuss nicht aufspringend, sondern sich erhebend, zufrieden und dankbar für dieses Gesamtkunstwerk der ganz besonderen Art. Newman verabschiedete sich mit den Worten: I really enjoyed it, i hope you did also!

Yeah Randy: we really enjoyed it, love you and hope we`ll have the pleasure again in the future.

Auf einer Theaterbühne dargeboten, würde man das wohl als Kammerspiel bezeichnen. Ein besonderes, sehr ungewöhnlich einmaliges Erlebnis war es allemal.

 


Randy Newman, besinnlich, persönlich

 

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.allblues.ch  und homepage des künstlers: http://randynewman.com/

 

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veranstaltet von: www.allblues.ch und http://www.kkl-luzern.ch/

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Luzerner Theater: Schmutzige Schöpfung – Making of Frankenstein Schauspiel von Thomas Melle, besucht von Gabriela Bucher

 Schmutzige Schöpfung Making of Frankenstein

 

Produktionsteam:

Johanna Wehner: Inszenierung
Viola Valsesia: Bühne
Cedric Kraus: Kostüme
Ulf Frötzschner: Dramaturgie
Carmen Bach: Dramaturgie

Besetzung:

Dagmar Bock Betty, Jörg Dathe Monster, Bettina Riebesel Carolin, Clemens Maria Riegler Viktor, Patrick Slanzi Stimme, Samuel Zumbühl Henry

 

 

Rezension:

Das UG des Luzerner Theaters erinnert an eine Kampfarena – eine Reihe Stühle rundherum angeordnet, getrennt ist man so vom Geschehen nur durch eine Art Eisengestänge. Mehr als einmal im Laufe des Stücks ist man froh, mindestens diese Abgrenzung zu haben zum Geschehen, denn die Geschöpfe auf der Bühne kommen einen gefährlich nahe in jeder Hinsicht und in ihrem ganzen Wahn, in ihrer Verrückt-Heit, abgrundtiefen Kälte und Verzweiflung.

Viktor, eine Art grosses, völlig überdrehtes Kind in farbigem Pullunder, kurzen Hosen und wirren Haaren hat nach zwei Jahren seine Kreatur endlich vollendet, die Defekte beseitigt, meint er, und somit einen Schritt Richtung bessere Welt gemacht. Mit einer Rolle Klebeband, mit welcher er dieses neue Lebewesen geschaffen hat, hetzt er herum und kann nicht warten, es endlich lebendig vor sich zu haben nur um es zurückzuweisen, als es erscheint. Denn er hat sich das anders vorgestellt, das ist nicht, was er wollte, nicht dieses schmutzige Geschöpf, anfänglich sein Ebenbild in denselben kurzen Hosen, dem Pullunder, und so geht der Kampf los zwischen der Kreatur und ihrem Erschaffer. Sie läuft ihm schlussendlich total aus der Hand, wird zum Unfall, bringt alles durcheinander, mordet und wirft die brandaktuelle Frage auf, wieviel man ins Leben eingreifen soll, darf, kann, wie formbar der Mensch aber auch wer hier Monster und wer Mensch ist. Das Thema wird ebenfalls aufgegriffen von Viktors Mutter mit ihrem permanenten Streben nach Besserem, Schönerem, Perfekterem. Für sie gibt’s keine Grenzen in ihrem Optimierungswahn.

Ein starkes Ensemble steht im Ring des UG:

Clemens Maria Riegler spielt den Viktor höchst überzeugend, die Ungeduld, die steigende Verzweiflung, der Wahn sind fast greifbar und lassen einen irgendwie atemlos, während sein Freund Henry (Samuel Zumbühl) in seinen gemusterten Leggings und dem goldenen Hemd aalglatt daher kommt und wichtigtuerisch seine Weisheiten verteilt. Dagmar Bock ist eine fragile und trotzdem selbstbewusste Betty, die weiss was sie will. Bettina Riebesel als verlebte Mutter, in völlig unvorteilhaftem und in farblich kaum auszuhaltendem Kostüm bedrückt, befremdet und stösst ab. Jörg Dathe spielt das Monster anfänglich als Ebenbild seines Schöpfers, etwas verloren, verunsichert, wird aber zusehends kühler, berechnender, seine Stimme wird tiefer, seine Kleider werden immer gepflegter, bis er schlussendlich der einzig „normalgekleidete“ ist auf der Bühne.

Die Nähe der Schauspieler tut das ihre; man sieht die Schweissperlen, die kalten Blicke, überschminkten und rot-verschmierten Lippen so nahe vor sich, dass dies dem Stück eine zusätzliche Dimension gibt. Eine Inszenierung, welche beim mehrheitlich jungen Publikum auf viel Begeisterung stiess.

Fotodiashow dieser Produktion von Ingo Höhn (Luzerner Theater) :

http://fotogalerien.wordpress.com/2014/09/14/luzerner-theater-schmutzige-schopfung-making-of-frankenstein-schauspiel-von-thomas-melle-11-september-2014-besucht-von-gabriela-bucher/

Einen kurzen Trailer von Ingo Höhn (Luzerner Theater), zur Inszenierung finden Sie hier:

www.youtube.com/watch?v=DFWnE148iKo&feature=youtu.be

Text: www.gabrielabucher.ch 

Fotos: www.luzernertheater.ch  Ingo Höhn

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LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra | Matthias Pintscher | Barbara Hannigan, besucht von Léonard Wüst

LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra

LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra

Mitwirkende:

LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra

Matthias Pintscher Dirigent

Barbara Hannigan Sopran

Programm:

Johannes Maria Staud (*1974)
Zimt. Ein Diptychon für Bruno Schulz
Uraufführung der Gesamtfassung

Gustav Mahler (1860-1911)
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

 

 

Rezension wie es war: Schönes, gehaltvolles Konzert an einem schönen Sommerabend in Luzern, alles eben wie gehabt und gewohnt.

 

Rezension wie es hätte sein können:

Matthias Pintscher (*1971, selber auch „Composer in residence“ am Lucerne Festival im Jahre 2006), nahm Risiko und es lohnte sich und wie!

Statt wie üblicherweise bei der Aufführung von Werken zeitgenössischer Musik, in diesem Fall sogar der Uraufführung der Gesamtfassung der Komposition: „Zimt. Ein Diptychon für Bruno Schulz „ des diesjährigen „Composers in residence“ Johannes Maria Staud (*1974), vor der Pause zu programmieren packte Pinscher die Gelegenheit und zelebrierte zuerst den eigentlich sicheren Wert, ursprünglich als krönender Konzertabschluss geplant, Gustav Mahlers „Vierte“ im Verbund mit Orchester und Solistin souverän, solide, musikalisch technisch überzeugend aber nicht mitreissend, was aber grundsätzlich logisch ist, Mahlers gutbürgerliche harmonisch ausgewogene Werke haben eigentlich noch zu keiner Zeit jemanden wirklich aus den Socken gehauen.

Solistin, Sopran, Barbara Hannigan

 

Höhepunkt hier sicher die einmal mehr eindrückliche Demonstration der kanadischen Sopranvirtuosin Barbara Hannigan, eine der diesjährigen „artiste „étoile“, im vierten Satz der Sinfonie: „Wir geniessen die himmlischen Freuden“. Sie bewegte sich in Sphären die manchmal wie fernöstlicher Gesang tönten, ihre Mimik wirkte nie aufgesetzt, gar verkrampft, sondern eingefühlt , dem Ganzen dienend und untergeordnet, nicht aber unterwürfig. Dies alles würdigte das zahlreich erschienene Publikum auch mit entsprechendem Applaus. Zusammengefasst: ein schöner, ansprechender erster Konzertteil, wie das der verwöhnte Lucerne Festival Besucher erwartet und auch immer geboten bekommt, aber eben auch nicht mehr.

Dann nach der Pause folgte Staud`s Musikzauber und Musikschauder.

Dirigent Matthias Pintscher

 

Dieses Cliché contra punktete diesmal Matthias Pinscher und schlug mit dieser überraschenden Vortragsreihenfolge einen starken Pflock ein für künftige weitere Experimente in der Präsentation zeitgenössischer Musik, dies ja auch ganz dem Credo des Intendanten Michael Häfliger beigeordnet, der ja seit seinem Antritt das Festival für die Moderne nicht nur geöffnet, sondern wegweisend auch für andere Festspielleiter ausgerichtet hat.

 

Staud schrieb seine Komposition ausdrücklich „für grosses Orchester“. Dieses stand, bzw. sass ja mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra auf der Bühne und wurde denn auch entsprechend gefordert und beschäftigt, mal mit feineren Passagen, dann wieder aus dem vollen Notentopf geschöpft und angerichtet. So kam es denn schon mal vor, dass die Perkussionisten fast hin und her hüpften um all ihre „Aufträge“ zeitgerecht zu erledigen. Mal zupften die Streicher, mal streichelten sie sanft, bevor ein Peitschenhieb knallte (ja, auch diesen kann man mit Streichinstrumenten erzeugen). Feinen Passagen mit Vibraphonen folgten fetzige Bläsereinwürfe, gefolgt von Staccati der Perkussion, mal wieder abebbend, dann anschwellend, verblüffend, überraschend, neu und frisch.

Komponist Johannes Maria Staud

 

Das Auditorium war hingerissen und explodierte mit einem nicht mehr enden wollendem Applaus, lauten Bravorufen und einer fast unglaublichen stehenden Ovation. Dieser Mut zum Risiko durch den Dirigenten setzt klare Massstäbe, wie man moderne Klassik (oder ist das schon klassische Moderne?) umsetzen muss und soll, damit die Komponisten unserer Zeit die Lorbeeren auch jetzt erhalten und nicht deren Erben in über 200 Jahren eventuelle Tantiemen einstreichen können. Wär eigentlich auch logisch, dass man zuerst die alten Sachen vorträgt und dann das Neue. Mahler kennt man ja zur Genüge, Johannes Maria Staud (noch) nicht so gut. Mit solchen genialen Einfällen, könnten sich die Werte, was ja auch nötig und vor allem zeitgemäss wäre, zugunsten der aktuellen Komponistengeneration verschieben.

Aber eben: es hätte sein können! Irgendwann packt das einer, lieber früher als später.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.lucernefestival.ch/

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