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Gesundheit

Ausgrenzung entgegenwirken: Wie Demenzerkrankte in der Langzeitpflege besser sozial integriert werden

Das Leben in einer Langzeitpflegeeinrichtung kann demenzerkrankte ältere
Menschen vor große Herausforderungen stellen: Ihr Alltag wird
reglementiert und kontrolliert durch Fachpersonal. Oft können sie nicht
mehr an wichtigen Aktivitäten innerhalb und außerhalb ihrer Einrichtung
teilnehmen. Dadurch erfahren sie soziale Ausgrenzung auf vielfältige Weise
– in den vergangenen Jahren sogar verstärkt durch die Auswirkungen der
Corona-Pandemie. Der Psychologe Professor Feliciano Villar von der
Universität Barcelona setzt sich mit seiner Forschungsarbeit dafür ein,
die Teilhabe dieser Menschen am sozialen und gesellschaftlichen Leben zu
verbessern.

„Wir müssen unsere Erwartungen an die Art der Pflege, die wir hier für
akzeptabel halten, überdenken. Nur so können wir die Situation auch
positiv ändern“, sagt er. Mit welchen konkreten Maßnahmen auf
unterschiedlichen Ebenen das gelingen kann, präsentiert Villar in seiner
Keynote-Lecture beim gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft
für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und
Geriatrie (DGGG), der vom 12. bis 15. September in Frankfurt am Main
stattfindet.

Villar unterscheidet drei Ebenen, in denen die Aktivitäten von
Demenzerkrankten in der Langzeitpflege verbessert, beziehungsweise
gefördert werden könnten: Selfcare, Teilhabe und Entscheidungsfindung bei
Aktivitäten innerhalb der Einrichtung sowie Bürgerbeteiligung in der
Gemeinschaft. „Demenzerkrankte sollen in die Lage versetzt werden können,
mehr Kontrolle über Aktivitäten zu haben, die ihre Selbstpflege
betreffen“, unterstreicht der Psychologe. Dafür wird er unter anderem ein
positives Beispiel aus seiner Forschung anführen, bei dem Menschen mit
Demenz bei ärztlichen Gesprächen über ihre weitere Behandlung mit
involviert wurden. „Das hat auch enorme Auswirkungen auf die Sichtweise
des Personals“, ergänzt er. Auch bei der Teilhabe an Aktivitäten in den
Pflegeeinrichtungen sieht Professor Villar Potenzial. So könnten
betroffene Bewohner oder Bewohnerinnen zum Beispiel mehr bei der
Gestaltung von Veranstaltungen wie Konzerten involviert werden, indem auch
ihre Präferenzen und Wünsche mitberücksichtigt werden.

Warum Demenzerkrankte auch mehr Bürgerrechte wahrnehmen sollten

„Pflegebedürftigen mit Demenz sollten die gleichen Bürgerrechte
zugestanden werden, zum Beispiel sollten sie ihr Recht zu wählen
wahrnehmen können“, sagt Villar. Auch die Mitgliedschaft in Organisationen
oder Verbänden außerhalb der Pflegeeinrichtung sollte gefördert werden, um
individuellen Interessen nachgehen zu können. „Diese dritte Ebene der
bürgerlichen Teilhabe ist sicherlich am schwierigsten umzusetzen. Ich
glaube aber, dass Verbesserungen auf den ersten beiden Ebenen der Teilhabe
auch den Weg dorthin vereinfachen, weil die Betroffenen dadurch
selbstständiger und selbstbewusster werden, um auch außerhalb ihrer
Einrichtung aktiv zu werden.“ Um diese Maßnahmen umzusetzen, bedarf es
natürlich auch struktureller Veränderungen: zum Beispiel kleinere
Langzeitpflegeeinrichtungen, die eine personenzentriertere Pflege
unterstützen.

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Zur Person:
Professor Feliciano Villar ist Psychologe an der Universität Barcelona.
Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit konzentriert sich seit vielen Jahren
auf die Psychologie des Alterns. Insbesondere befasst er sich mit den
Themen Generativität, Teilhabe und soziale Eingliederung älterer Menschen
sowie mit den Bereichen personenzentrierte Pflege, Rechte und
Humanisierung der Pflege für ältere Menschen, insbesondere für diejenigen,
die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Villar ist Generalkoordinator
des interuniversitären Masterstudiengangs Psychogerontologie, der
gleichzeitig an den Universitäten von Barcelona, Valencia, Santiago de
Compostela und Salamanca angeboten wird. Er ist Mitglied der Spanish
Society of Geriatrics and Gerontology.

Termin:
Prof. Feliciano Villar
Keynote-Lecture: Social inclusion and citizenship of people with dementia
living in institutions
Gerontologie- und Geriatrie-Kongress
Hörsaal 3, Westend-Campus, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Mittwoch, 14. September 2022
14:45 bis 15:30 Uhr

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Leistenschmerz: Woher kann er kommen, wie wird er untersucht?

on Leistenschmerzen betroffen sind vor allem Sportler, deren
Bewegungsablauf durch eher einseitige körperliche Belastungen mit
schnellen, wechselnden Bewegungen gekennzeichnet ist. Woher der
Leistenschmerz genau kommt und wie er diagnostiziert wird, dazu gibt es
einen Workshop mit Dr.med. Andreas Koch, Facharzt für
Chirurgie/Viszeralchirurgie aus Cottbus auf dem 13. Zeulenrodaer Kongress
für Orthopädie und Sportorthopädie.

Gerade bei Fußballspielern, die im Laufschritt tretende und drehende
Bewegungen ausführen, mit abrupten Richtungswechseln und kombiniert mit
kraftvollem Schießen des Balles, ist der akut einsetzende Leistenschmerz
häufig zu beobachten. Bei Mannschaftssportarten wie Rugby, Football, Eis-
und Feldhockey ist vermehrt ein durch Leistenschmerz bedingter Ausfall der
Spieler zu verzeichnen. Aber auch Tennisspieler und Marathonläufer sind
durch ihre besondere Belastung nicht selten betroffen. Bereits beim
einfachen Joggen konnte eine Belastung des Hüftgelenkes mit dem 8-Fachen
des eigenen Körpergewichts nachgewiesen werden, was sich unter sportlichen
Wettkampfbedingungen weiter erhöht.

Männer sind aufgrund ihrer Beckenkonfiguration häufiger von
Leistenschmerzen betroffen, als Frauen. Und auch im Freizeitsport treten
Leistenschmerzen durchaus auf, wenn sie sich bei den Profisportlern jedoch
durchaus häufiger zeigen.

Trotz der Häufigkeit von Leistenschmerzen bei Sportlern zeigt sich nach
wie vor eine große diagnostische Unsicherheit. Es fehlen klare
Begriffsdefinitionen, sodass eine Vermengung von Diagnosen wie weiche
Leiste, Sportlerleiste, Osteitis pubis, Pubalgia athletica etc. überwiegt.

Die breite Schwankung der Häufigkeit in der Diagnosestellung einer weichen
Leiste bei Sportlern mit Leistenschmerzen (zwischen 2 und 50  Prozent!)
spiegelt die diagnostische Unsicherheit wider.

Dabei ist die klare Differenzierung der zugrundeliegenden Pathologie
entscheidend, um unnötige Operationen zu vermeiden, dauerhaften Schäden
vorzubeugen und den Patienten einer zielgerichteten Therapie zuzuführen.

Die diagnostische Abklärung von Sportlern mit Leistenschmerzen zeigt meist
einen typischen Verlauf. Vor allem bei akut einsetzenden Beschwerden wird
zunächst der betreuende Sportmediziner oder Sportorthopäde aufgesucht.
Eine entsprechend sorgfältige Abklärung fachspezifischer Ursachen ist
entscheidend. Zuerst erfolgt eine klinische Untersuchung und die
entsprechende Bildgebung, als Erstes Ultraschall. Dies ermöglicht den
Nachweis bzw. den Ausschluss knöcherner und gelenkbedingter
Schmerzursachen. Dabei ist eine fachübergreifende Konsultation
hinsichtlich der oft diffizilen Differenzialdiagnostik des
Leistenschmerzes sinnvoll und hilfreich.

Eine multidisziplinäre Abklärung ermöglicht bei unklaren Schmerzursachen
eine rasche Diagnosestellung und Einleitung einer gezielten Therapie. Die
primäre Aufgabe des Orthopäden liegt darin, muskuloskelettale Ursachen zu
erkennen bzw. auszuschließen. Dabei ist häufig eine weiterführende
Diagnostik (CT/MRT) notwendig, da viele orthopädische Ursachen von
Leistenschmerzen erst durch eine gezielte – auch apparative – Diagnostik
zu verifizieren sind. Dies ist insbesondere von Bedeutung, da eine –immer
noch häufig übersehene – präarthrotische Deformität der Hüfte wie das
femoroacetabuläre Impingement zu einer irreversiblen Gelenkschädigung
führen kann.

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Pflegetätigkeit Symbolbild dominik lange unsplash

Was ist ein Pflegegutachter?

Pflegetätigkeit Symbolbild dominik lange unsplash
Pflegetätigkeit Symbolbild Dominik Lange unsplash

Wer eine Ausbildung im Pflegebereich absolviert hat, kann sich durch eine Weiterbildung zum Pflegegutachter ein neues Tätigkeitsfeld erschließen. Die Aufgabengebiete befinden sich überall, wo es um Bewertungen und pflegerische Überprüfungen geht. Tritt in der Familie ein Pflegefall ein, stellt die Pflegeversicherung in Form eines Pflegegrades Gelder zur Verfügung. In welcher Höhe diese bewilligt werden, hängt von der Einschätzung eines Pflegegutachters ab.

Nach einer Weiterbildung zum Pflegegutachter arbeiten diese Fachkräfte bei ambulanten Pflegediensten, in Pflegeeinrichtungen und auch in Krankenhäusern. In diesen Einsatzgebieten geht es um Qualitätsbewertungen für erbrachte Pflegeleistungen. Die Beurteilung, wie die medizinische und soziale Behandlung erfolgte, gehört ebenfalls zu den Aufgaben dieses Berufsbildes.

Pflegegutachter arbeiten auch in Beratungsstellen, in denen sich Pflegebedürftige und deren Angehörigen über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren können. Bei juristischen Streitfällen treten sie auch vor Gericht auf.
Die meisten Menschen kommen mit einem Pflegegutachter in Berührung, wenn sie für sich oder einen Angehörigen einen Pflegegrad beantragen wollen. Dieser ist Voraussetzung, um Leistungen von der Pflegekasse zu erhalten. Wer gepflegt werden muss, braucht Unterstützung durch einen Pflegedienst oder Familienangehörige. Beides kostet Geld und wird nur auf Antrag bereitgestellt.

Pflege kostet Geld


Mit einem zuerkannten Pflegegrad können Pflegedienste in Form von Sachleistungen die Betreuung der zu pflegenden Person übernehmen. Körperpflege, Hilfe bei Toilettengängen, Bereitstellung der Medikamente und die Übernahme von Aufgaben im Haushalt gehören zu den Tätigkeiten, die ein Pflegedienst anbietet. Entsprechend der Höhe des erteilten Pflegegrades stehen monatliche finanzielle Mittel zur Bezahlung dieser Betreuung bereit.

Übernehmen Angehörige die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen, braucht es ebenfalls Gelder zur Unterstützung. Oft treten die Angehörigen im Berufsleben kürzen, was zu finanziellen Einbußen führen kann. Wird das Familienmitglied im eigenen Heim betreut, bedeutet das zusätzliche Fahrten für die Angehörigen. Einkaufen, den Haushalt regeln, die Pflege eines Gartens und Freizeit mit dem Pflegebedürftigen verbringen - diese Dinge nehmen schnell sehr viel Zeit in Anspruch, die für die eigene Familie fehlt.

Wenn der Pflegegutachter kommt


Wird es zunehmend schwierig, den Alltag aus eigener Kraft zu meistern, kann ein Pflegegrad beantragt werden. Der formlose Antrag wird von der Pflegekasse an den MDK oder MEDICPROOF weitergeleitet. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist für alle gesetzlich versicherten Antragsteller zuständig. Anträge von privat Versicherten werden vom Medizinischen Dienst der Privaten (MEDICPROOF) bearbeitet.

Ist der Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe eingegangen, wird ein Pflegegutachter bestellt und der Antragsteller erhält einen Termin für die Begutachtung.

Seit der Pflegereform im Jahr 2017 werden anstelle von Pflegestufen fünf Pflegegrade vergeben. Um in dieses System eingestuft zu werden, macht sich ein Pflegegutachter vor Ort ein persönliches Bild von der pflegebedürftigen Person und ihrem Umfeld. Vor der Reform wurde eingeschätzt, welche Einschränkungen bei der pflegebedürftigen Person vorliegen. Heute steht die Selbstständigkeit des Menschen im Vordergrund und es wird beurteilt, in welcher Intensität der Betroffene seinen Alltag alleine bewerkstelligen kann.

Die Situation objektiv beurteilen


Die Begutachtung gliedert sich in mehrere Themengebiete, zu denen der Pflegegutachter verschiedene Fragen stellt. Es werden gesundheitliche Einschränkungen aufgenommen und es wird erörtert, inwieweit die tägliche Körperpflege ohne fremde Hilfe erfolgen kann. Mobilität und die Fähigkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gehören ebenso zum Fragenkatalog.

Außerdem kommt zur Sprache, in welcher psychischen Verfassung sich der pflegebedürftige Mensch befindet. Angehörige, die den Patienten betreuen, werden nach der Stundenzahl gefragt, in der sie sich um den Patienten kümmern.

Während des Gespräches notiert der Pflegegutachter alle wichtigen Informationen, die er später in konkrete Zahlenwerte umformuliert. Anhand dieser wird einer der fünf Pflegegrade vergeben, der mit Geldmitteln unterschiedlicher Höhe zusammenhängt.

Beratungsgespräche und Höherstufungen


Wurde ein Pflegegrad zuerkannt, bleibt es nicht bei einem einmaligen Besuch des Pflegegutachters. Verschlechtert sich der Zustand der pflegebedürftigen Person, braucht es eine intensivere Form der Betreuung. Dann sollte eine Einstufung in einen höheren Pflegegrad in Betracht gezogen werden.

Wurden die Pflegegrade 2 oder 3 erteilt, müssen Pflegebedürftige halbjährlich ein sogenanntes Beratungsgespräch wahrnehmen. In diesem Fall kommen Pflegegutachter erneut ins Haus, um die aktuelle Situation zu beurteilen und dem Pflegebedürftigen sowie seinen Angehörigen beratend zur Seite zu stehen. Dabei handelt es sich um verpflichtende Termine. Werden diese nicht wahrgenommen, kann es zur Kürzung des Pflegegeldes oder der Pflegesachleistungen kommen.

Wer den vierten oder fünften Pflegegrad besitzt, muss das Beratungsgespräch vierteljährlich wahrnehmen. Neben der Möglichkeit, weitere Unterstützung zu erhalten, geht es um die engmaschige Begutachtung des Gesundheitszustandes. Dieser kann sich in beide Richtungen entwickeln, was die Veränderung des Pflegegrades bedeutet. Hier sind Pflegegutachter angehalten, sofort zu reagieren, wenn sich die Dinge zum Besseren oder Schlechteren verändern.

Der Pflegegrad eins bildet die Ausnahme. Hier gibt es keine Verpflichtung zu einem Beratungsgespräch. Wer diesen Pflegegrad besitzt, darf auf eigenen Wunsch einmal pro Jahr kostenlos einen Beratungstermin bei einem Pflegegutachter wahrnehmen.

Fazit


Pflegegutachter verschaffen sich einen Überblick über die aktuelle Lebenssituation einer pflegebedürftigen Person und schätzen ein, welcher Pflegegrad zuerkannt wird. Das erfordert emotionale und fachliche Kompetenz, denn jedes Schicksal ist anders.

 

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Die Folgen der Pandemie belasten Jugendliche weiterhin stark

Wie sich die Coronakrise auf Jugendliche auswirkt – das Deutsche
Jugendinstitut zieht in der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI
Impulse auf Basis von aktuellen Studienergebnissen Bilanz.

Die Folgen der Pandemie belasten Jugendliche und junge Erwachsene in fast
allen Lebensbereichen weiterhin stark. Das zeigen erste Ergebnisse einer
bislang unveröffentlichten Untersuchung im Rahmen des Surveys des
Deutschen Jugendinstituts (DJI), die in der neuen Ausgabe des
Forschungsmagazins DJI Impulse erschienen sind. In der Langzeitstudie
werden regelmäßig etwa 1.500 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren
befragt. Viele sehen demnach eine der größten Herausforderungen in Schule,
Studium und Beruf: Lediglich 55 Prozent der Befragten waren im Herbst 2021
– also lange nach den Phasen der strikten Lockdowns und des Homeschoolings
– mit ihrer (Aus-)Bildungssituation zufrieden. Das sind 16 Prozentpunkte
weniger als im Jahr 2019 vor der Pandemie. Auch die
Freundschaftsbeziehungen litten in diesem Zeitraum stark: Zwar messen die
15- bis 25-Jährigen ihren Freund:innen nach wie vor hohe Bedeutung zu,
doch der Anteil, der mit dem eigenen Freundeskreis zufrieden ist,
reduzierte sich gegenüber 2019 um fast 20 Prozentpunkte.

„Die Lebenszufriedenheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt in
vielerlei Hinsicht massiv beeinträchtigt“, bilanziert DJI-Direktorin Prof.
Dr. Sabine Walper auf Basis der neuen Forschungsdaten aus AID:A 2021. Zwar
sei Corona wegen weiterer aktueller Krisen medial in den Hintergrund
gerückt, doch der Bedarf an Unterstützung sei nach wie vor hoch. „Gerade
junge Menschen mussten aufgrund der Pandemie auf vieles verzichten, was
Jugend ausmacht“, betont Walper: Der über lange Zeit eingeschränkte
Aktionsradius, die ins Digitale verlagerten Beziehungen zu Gleichaltrigen,
die veränderten Lernbedingungen, die Hürden beim Auszug aus dem Elternhaus
und beim Einstieg in Ausbildung, Studium und Beruf – all dies wirke sich
immer noch negativ auf das Wohlbefinden der Altersgruppe aus. Besonders
betroffen seien junge Menschen aus finanziell benachteiligten Familien.

Im Mittelpunkt der aktuellen Doppelausgabe von DJI Impulse mit dem Titel
„Der lange Weg aus der Pandemie“ stehen deshalb die Erfahrungen
Jugendlicher und junger Erwachsender. Auf Grundlage von vielfältigen
Forschungsbefunden und Praxiserfahrungen analysieren Wissenschaftler:innen
des DJI, aber auch profilierte Forscher:innen aus ganz Deutschland und
Großbritannien sowie Expert:innWie sich die Coronakrise auf Jugendliche auswirkt – das Deutsche
Jugendinstitut zieht in der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI
Impulse auf Basis von aktuellen Studienergebnissen Bilanz.

Die Folgen der Pandemie belasten Jugendliche und junge Erwachsene in fast
allen Lebensbereichen weiterhin stark. Das zeigen erste Ergebnisse einer
bislang unveröffentlichten Untersuchung im Rahmen des Surveys des
Deutschen Jugendinstituts (DJI), die in der neuen Ausgabe des
Forschungsmagazins DJI Impulse erschienen sind. In der Langzeitstudie
werden regelmäßig etwa 1.500 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren
befragt. Viele sehen demnach eine der größten Herausforderungen in Schule,
Studium und Beruf: Lediglich 55 Prozent der Befragten waren im Herbst 2021
– also lange nach den Phasen der strikten Lockdowns und des Homeschoolings
– mit ihrer (Aus-)Bildungssituation zufrieden. Das sind 16 Prozentpunkte
weniger als im Jahr 2019 vor der Pandemie. Auch die
Freundschaftsbeziehungen litten in diesem Zeitraum stark: Zwar messen die
15- bis 25-Jährigen ihren Freund:innen nach wie vor hohe Bedeutung zu,
doch der Anteil, der mit dem eigenen Freundeskreis zufrieden ist,
reduzierte sich gegenüber 2019 um fast 20 Prozentpunkte.

„Die Lebenszufriedenheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt in
vielerlei Hinsicht massiv beeinträchtigt“, bilanziert DJI-Direktorin Prof.
Dr. Sabine Walper auf Basis der neuen Forschungsdaten aus AID:A 2021. Zwar
sei Corona wegen weiterer aktueller Krisen medial in den Hintergrund
gerückt, doch der Bedarf an Unterstützung sei nach wie vor hoch. „Gerade
junge Menschen mussten aufgrund der Pandemie auf vieles verzichten, was
Jugend ausmacht“, betont Walper: Der über lange Zeit eingeschränkte
Aktionsradius, die ins Digitale verlagerten Beziehungen zu Gleichaltrigen,
die veränderten Lernbedingungen, die Hürden beim Auszug aus dem Elternhaus
und beim Einstieg in Ausbildung, Studium und Beruf – all dies wirke sich
immer noch negativ auf das Wohlbefinden der Altersgruppe aus. Besonders
betroffen seien junge Menschen aus finanziell benachteiligten Familien.

Im Mittelpunkt der aktuellen Doppelausgabe von DJI Impulse mit dem Titel
„Der lange Weg aus der Pandemie“ stehen deshalb die Erfahrungen
Jugendlicher und junger Erwachsender. Auf Grundlage von vielfältigen
Forschungsbefunden und Praxiserfahrungen analysieren Wissenschaftler:innen
des DJI, aber auch profilierte Forscher:innen aus ganz Deutschland und
Großbritannien sowie Expert:innen aus Fachpraxis und -politik in 17
Beiträgen die Situation der jungen Menschen. Und nicht zuletzt kommen auch
Jugendliche selbst zu Wort.

In einem Interview bezieht Bundesfamilienministerin Lisa Paus politisch
Stellung zu den Ergebnissen der aktuellen Studien. Sie setzt sich unter
anderem dafür ein, jungen Menschen mehr Gehör zu verschaffen und ihre
Beteiligung zu stärken. Hierfür sei der Nationale Aktionsplan Kinder- und
Jugendbeteiligung wichtig, genauso wie die Absenkung des Wahlalters auf 16
Jahre. „Für mich ist ganz klar, wir dürfen die Pandemiebekämpfung nicht
weiter zulasten der Kinder und Jugendlichen betreiben“, sagt Paus im
Gespräch mit DJI Impulse.

Neben einer stärkeren Jugendbeteiligung in Politik und Gesellschaft
fordert Walper im neuen DJI-Videocast Perspektiven differenzierte, gut
vernetzte Angebote für professionelle Unterstützung, Beratung und
Therapie. In der Videoreihe, die ab sofort die thematischen Schwerpunkte
in DJI Impulse begleitet, benennen DJI-Wissenschaftler:innen auf Basis der
wissenschaftlichen Analysen im Forschungsmagazin zentrale
Herausforderungen und formulieren Lösungsansätze. Ziel ist es dabei, die
wissenschaftliche Perspektive crossmedial zu verbreiten und in
gesellschaftliche Debatten einzubringen, um lösungsorientierte
Diskussionen anzustoßen.

Das Forschungsmagazin DJI Impulse berichtet allgemein verständlich über
die wissenschaftliche Arbeit am DJI, einem der größten
sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in Deutschland. Regelmäßig
informieren Wissenschaftler:innen über relevante Themen aus den Bereichen
Kindheit, Jugend, Familie sowie Bildung und liefern Impulse für Politik,
Wissenschaft und Fachpraxis.en aus Fachpraxis und -politik in 17
Beiträgen die Situation der jungen Menschen. Und nicht zuletzt kommen auch
Jugendliche selbst zu Wort.

In einem Interview bezieht Bundesfamilienministerin Lisa Paus politisch
Stellung zu den Ergebnissen der aktuellen Studien. Sie setzt sich unter
anderem dafür ein, jungen Menschen mehr Gehör zu verschaffen und ihre
Beteiligung zu stärken. Hierfür sei der Nationale Aktionsplan Kinder- und
Jugendbeteiligung wichtig, genauso wie die Absenkung des Wahlalters auf 16
Jahre. „Für mich ist ganz klar, wir dürfen die Pandemiebekämpfung nicht
weiter zulasten der Kinder und Jugendlichen betreiben“, sagt Paus im
Gespräch mit DJI Impulse.

Neben einer stärkeren Jugendbeteiligung in Politik und Gesellschaft
fordert Walper im neuen DJI-Videocast Perspektiven differenzierte, gut
vernetzte Angebote für professionelle Unterstützung, Beratung und
Therapie. In der Videoreihe, die ab sofort die thematischen Schwerpunkte
in DJI Impulse begleitet, benennen DJI-Wissenschaftler:innen auf Basis der
wissenschaftlichen Analysen im Forschungsmagazin zentrale
Herausforderungen und formulieren Lösungsansätze. Ziel ist es dabei, die
wissenschaftliche Perspektive crossmedial zu verbreiten und in
gesellschaftliche Debatten einzubringen, um lösungsorientierte
Diskussionen anzustoßen.

Das Forschungsmagazin DJI Impulse berichtet allgemein verständlich über
die wissenschaftliche Arbeit am DJI, einem der größten
sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in Deutschland. Regelmäßig
informieren Wissenschaftler:innen über relevante Themen aus den Bereichen
Kindheit, Jugend, Familie sowie Bildung und liefern Impulse für Politik,
Wissenschaft und Fachpraxis.

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