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Gesundheit

Renommierte Preise für Multiple-Sklerose-Forschung verliehen

Die Sobek Stiftung hat jetzt ihre Preisträger der Jahre 2020 bis 2022 in
einem gemeinsamen Festakt in der Stuttgarter Musikhochschule geehrt. Der
Sobek Forschungspreis, mit einer Dotierung von 100.000 Euro die europaweit
höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Multiple-Sklerose-
Grundlagenforschung, wurde an zwei Preisträger verliehen, den mit jeweils
15.000 Euro dotierten Nachwuchspreis erhielten drei Preisträger. So sind
die im Rahmen des Festakts vergebenen Auszeichnungen für klinische und
experimentelle Forschung auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose (MS) mit
Preisgeldern in Höhe von insgesamt 245.000 Euro verbunden.

Die Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung ehrte pandemiebedingt ihre
Preisträger der Jahre 2020 bis 2022 in einem gemeinsamen Festakt in der
Stuttgarter Musikhochschule. Der Sobek Forschungspreis ist mit einer
Dotierung von 100.000 Euro die europaweit höchste Auszeichnung auf dem
Gebiet der Multiple-Sklerose-Grundlagenforschung und wird für eine
Lebensleistung verliehen. Preisträger des Jahres 2021 ist Prof. Dr. med.
Alexander Flügel, Direktor des Instituts für Neuroimmunologie und
Multiple-Sklerose-Forschung an der Universitätsmedizin Göttingen. Zum
Preisträger des Jahres 2020 hatte der wissenschaftliche Beirat der
Stiftung Prof. Alan J. Thompson vom Queen Square Institute of Neurology,
Dekan der Faculty of Brain Sciences am University College London, gewählt.
Mit Nachwuchspreisen für das Jahr 2022 und jeweils 15.000 Euro Preisgeld
würdigte die Sobek Stiftung die Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Anne-
Katrin Pröbstel, Leitende Ärztin in der Neurologie am Universitätsspital
Basel und Forschungsgruppenleiterin an den Departmenten Biomedizin und
Klinische Forschung sowie dem Research Center for Clinical Neuroimmunology
and Neuroscience der Universität Basel, und Prof. Dr. Lucas Schirmer,
Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Sektion für Neuroimmunologie an
der Neurologischen Universitätsklinik Mannheim. Den Nachwuchspreis 2020
erhielt Privatdozent Dr. Benjamin Knier von der Klinik und Poliklinik für
Neurologie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität
München (TUM). Die jährliche Preisverleihung findet in Zusammenarbeit mit
AMSEL e.V., Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG,
und DMSG-Bundesverband sowie unter Schirmherrschaft des Ministeriums für
Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg statt.

Sobek Forschungspreis 2021 für Einblicke in das Immungeschehen direkt am
Entzündungsort

Prof. Dr. med. Alexander Flügel, Sobek Preisträger des Jahres 2021, ist
international anerkannter Experte in der Grundlagenforschung zur
Entstehung und Entwicklung der Multiplen Sklerose in Bezug auf
immunologische Reaktionen (Immunpathogenese). Seine bahnbrechenden Ansätze
zur Mikroskopie an lebenden Organismen (Intravitalmikroskopie) schafften
die Voraussetzungen zur direkten Beobachtung von autoimmunologischen
Prozessen im zentralen Nervensystem (ZNS) bei experimentellen
Krankheitsmodellen der MS. Seine vielfältigen Erkenntnisse haben zu neuen
Sichtweisen der MS-Immunpathogenese geführt und haben das Potenzial, die
verschiedenen Stadien der Krankheitsprozesse klarer abgegrenzt zu
definieren, um sie therapeutisch effizienter zu beeinflussen.

Es gelang ihm als erstem, die Bewegungsmuster krankmachender (pathogener)
T-Zellen bis zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke darzustellen. Seine
Methode erlaubt den direkten Blick auf das Geschehen an den
Entzündungsorten im ZNS. Erstaunlich auch seine Entdeckung, dass
autoaggressive T-Zellen fast mühelos durch das dichte Nervengewebe
manövrieren können, bis sie auf lokale Makrophagen treffen und von diesen
aktiviert werden. Dies führt zu einer immunologischen Kettenreaktion, die
letztendlich den Beginn der Krankheit markiert. Prof. Flügel forscht und
lehrt an der Universität Göttingen.

Sobek Forschungspreis 2020 für Meilensteine in der Diagnostik der
progredienten MS

Alan Thompson leistete Pionierarbeit bei der Aufklärung der besonders
schwer verlaufenden und bis heute nur begrenzt therapierbaren primär
progredienten Form der MS. Er hat entscheidend dazu beigetragen, die lange
Jahre gültigen McDonald-Kriterien der verschiedenen MS-Verlaufsformen zu
erweitern und für Neurologen weltweit verbindlich zu definieren. Diese
erweiterten „McDonald-Kriterien“ bilden die Basis für die klinischen
Therapiestudien der letzten zwei Jahrzehnte, die einen differenzierteren
Einsatz der modernen Therapie-Optionen ermöglicht haben.

Ministerialdirektor Dr. Hans J. Reiter, Amtschef des Ministeriums für
Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, würdigte die
Preisträger in seinen Laudationes: „Ihre Arbeiten sind wichtige
Puzzleteile, um die Krankheit Multiple Sklerose, ihre Entstehung und ihre
Mechanismen zu erkennen und zu verstehen. Auf Ihrer Arbeit, auf den
Ergebnissen Ihrer Forschungen ruht die Hoffnung von 2,5 Millionen MS-
Kranken weltweit, die heute noch mit der unberechenbaren Erkrankung leben
müssen. Auch dank Ihrer Forschungen wird diese Krankheit hoffentlich eines
Tages heilbar sein. Die Verleihung des Sobek Forschungspreises für Ihre
Lebensleistung unterstreicht die Bedeutung Ihrer Forschung und Ihrer
herausragenden wissenschaftlichen Arbeit und unterstützt mit dem Preisgeld
Ihr weiteres Engagement."

Sobek Nachwuchspreise der Jahre 2020 und 2022

Mit den diesjährigen Nachwuchspreisen wurde zum einen Prof. Dr. Anne-
Katrin Pröbstel für ihre wissenschaftliche Arbeit im Bereich der B-Zell-
vermittelten Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems
ausgezeichnet. Zum anderen ihr Kollege und bisweilen Co-Autor von
wissenschaftlichen Arbeiten, Prof. Dr. Lucas Schirmer. Ihm gelang es unter
Anwendung der neuesten Techniken von Einzelzellsequenzierungsverfahren,
neue zelltypspezifische Krankheitsmechanismen zu identifizieren. Ziel der
Arbeiten beider Nachwuchspreisträger ist ein besseres
Krankheitsverständnis der MS und die Identifizierung neuer potenziell
therapeutischer Zielstrukturen im Gewebe.

2020 hatte die Sobek Stiftung Privatdozent Dr. Benjamin Knier von der
Klinik und Poliklinik für Neurologie des Klinikums rechts der Isar der
Technischen Universität München (TUM) mit dem Nachwuchspreis
ausgezeichnet. Ihm war mittels Optischer Kohärenztomografie (OCT) der
Nachweis gelungen, dass bereits im Vorstadium der MS sichtbare
Veränderungen der Netzhaut auftreten, die Hinweise auf den späteren
Krankheitsverlauf geben können.

Die Sobek Stiftung verleiht ihre Forschungspreise jährlich auf Vorschlag
eines wissenschaftlichen Beirates. Beim diesjährigen Festakt ehrte die
Stiftung erneut führende Wissenschaftler, die mit ihren
Forschungsergebnissen neue Perspektiven für die Diagnose und Therapie der
MS als Autoimmunerkrankung eröffnen. Seit dem Jahr 2000 investierte die
Sobek Stiftung mehr als 2,8 Millionen Euro zugunsten der MS-
Grundlagenforschung.

Hintergrund-Informationen

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Erkrankung des
Zentralnervensystems. Aus bislang noch unbekannter Ursache werden die
Schutzhüllen der Nervenbahnen an unterschiedlichen Stellen angegriffen und
zerstört, Nervensignale können in der Folge nur noch verzögert oder gar
nicht weitergeleitet werden. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen
über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu
Lähmungen. Die bislang unheilbare, aber mittlerweile behandelbare
Krankheit bricht gehäuft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus. In
Deutschland leiden rund 250.000 Menschen an MS. Weltweit sind
schätzungsweise 2,8 Millionen Menschen an MS erkrankt.

Roman, Marga und Mareille Sobek Stiftung
Mit dem Sobek Forschungspreis der Stiftung aus Renningen, Baden-
Württemberg, werden jährlich seit dem Jahr 2000 richtungsweisende
Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der
dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet. Entscheidungskriterien
sind allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung. Es kann sowohl
eine außerordentliche wissenschaftliche Einzel- als auch eine
Gesamtleistung gewürdigt werden. Darüber hinaus kann ein Nachwuchspreis
verliehen werden.
Die Sobek Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines
wissenschaftlichen Beirates in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion
Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg
e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
(DMSG). Die Schirmherrschaft für die Preisverleihung hat das Ministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.
Die Sobek Stiftung wird wird vom Deutschen Stiftungszentrum (DSZ) im
Stifterverband verwaltet.

AMSEL e.V.
Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in
Baden-Württemberg e.V. ist professioneller und unabhängiger Fachverband,
Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Baden-
Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre
Lebenssituation nachhaltig verbessern. Dazu hat AMSEL ein umfangreiches
Dienstleistungsangebot aus individueller Beratung, aktuellen Informationen
und Austausch auf www.amsel.de und den AMSEL-eigenen sozialen Plattformen,
Veranstaltungen und umfangreichen Publikationen erarbeitet. Der AMSEL-
Landesverband hat rund 7.400 Mitglieder und über 60 AMSEL-Gruppen in ganz
Baden-Württemberg. Schirmherrin der AMSEL war von 1982 bis 2022 Ursula
Späth. Mehr unter http://www.amsel.de.

DMSG, Bundesverband e.V.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16
Landesverbänden und derzeit rund 830 örtlichen Kontaktgruppen ist eine
Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, knapp 4.000 engagierten
ehrenamtlichen Helfern und 290 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt
hat die DMSG rund 44.000 Mitglieder. Mit ihren umfangreichen
Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband
zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland.
Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident
a.D. Weitere Informationen unter http://www.dmsg.de.

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Landarztprojekt LOCALHERO – erste Studierende aus Witten im Praxiseinsatz

Studierende der Uni Witten/Herdecke und beteiligte Kreise sind voller
Vorfreude auf das Allgemeinmedizin-Praktikum, das die ärztliche Versorgung
im ländlichen Raum stärken soll

Am kommenden Montag ist es endlich soweit – der erste Einsatz in einer
Landarztpraxis!              25 Studierende der Universität
Witten/Herdecke beginnen ihr einwöchiges Praktikum in ebenso vielen
allgemeinmedizinischen Praxen im Rahmen des Projektes LOCALHERO.  Auch an
anderen NRW-Standorten treten Studierende ihr Praktikum in Landarztpraxen
an. Anders als bei anderen „Landarzt“-Projekten hat sich LOCALHERO zum
Ziel gesetzt, angehende Mediziner:innen bereits im Studium für das Thema
zu interessieren und Faktoren zu identifizieren, die den ärztlichen
Nachwuchs langfristig in der Region halten. Es wird vom Bundesministerium
für Gesundheit mit 1,7 Millionen Euro gefördert und als Verbundprojekt mit
den Unis Duisburg-Essen, Bochum, Düsseldorf und Witten/Herdecke
durchgeführt.

Die Begeisterung für ein Leben und Arbeiten auf dem Land soll dem Mangel
an Ärztinnen und Ärzten in denen am Projekt teilnehmenden Regionen
entgegenwirken. Denn auch wenn wir heute so viele Ärztinnen und Ärzte
haben wir noch nie, geht die Versorgungsdichte in vielen ländlichen
Landesteilen zurück. So wurde mit LOCALHERO ein innovatives Lehrkonzept
für den theoretischen Teil des Studiums entwickelt, das mit vielen
unterschiedlichen praktischen Erfahrungen sowie einem Begleitprogramm
ergänzt wird, das die jeweiligen Kreise durchführen und so den
Studierenden einen umfassender Einblick in die Tätigkeit als Landärztin
oder Landarzt gewährleisten.

Dass sich insbesondere die Kreise sehr über die neue Generation von
Ärztinnen und Ärzten freuen, berichtet Dr. med. Lucas Bisplinghoff. Der
Allgemeinmediziner ist selbst niedergelassener Hausarzt und betreut das
Projekt seitens des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität
Witten/Herdecke (UW/H). „In vielen Gesprächen mit den Kreisen habe ich
eine ungemeine Lust und Bereitschaft erlebt, den jungen Mediziner:innen
das Landleben so schmackhaft wie möglich zu machen. Von gesicherter
Mobilität vor Ort mit E-Bikes über Besuche bekannter Sehenswürdigkeiten
oder geplanter Veranstaltungen in den Gemeinden ist alles dabei“, so
Bisplinghoff. Zu den teilnehmenden Kreisen, in denen nun die Wittener
Studierenden Praxiserfahrungen sammeln, zählen Soest, Olpe sowie der
Märkischer Kreis und der Hochsauerlandkreis.

Studierende, Patient:innen und Praxen im ländlichen Raum profitieren
gleichermaßen

Auch die Studierenden sind voller Vorfreude auf die Erfahrungen auf dem
Land und
dürfen zugleich innerhalb des Projektes viele eigene Vorschläge
unterbreiten, die das Studium, welches an der UW/H bereits sehr
praxisorientiert ist, noch attraktiver machen sollen. Durch das Projekt
konnten darüber hinaus viele neue Lehrpraxen in Gebieten rekrutiert
werden, die sonst eher keine Anbindung an eine universitäre Ausbildung
genießen. Die Lehrärztinnen und Ärzte profitieren somit ebenso von der
Hinwendung zum ländlichen Raum und können vielfältige kostenfreie
Fortbildungen an der UW/H nutzen und sich selbst mehr in die universitäre
Lehre einbinden. Zu guter Letzt sollen am Ende durch die Verstärkung
junger Ärzt:innen die Patient:innen vor Ort profitieren, denn für sie soll
durch das Projekt in der Zukunft eine funktionierende hausärztliche
Versorgung sichergestellt werden.

Das Projekt LOCALHERO (LOngitudinales Curriculum ALlgemeinmedizin zur
Stärkung der Hausärztlichen VErsorgung in ländlichen RegiOnen) startete im
Januar 2022 und läuft bis Ende 2024. In den kommenden zwei Jahren folgen
jeweils weitere Gruppen mit geplanten Größen von 50 bis75 Studierenden pro
Jahr.

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Strategien für die internationale Zusammenarbeit für Digitale Gesundheit

Um Innovationen im Bereich der Digitalen Gesundheit voranzutreiben und das
Aktive und Gesunde Altern zu stärken, unterstützten das Steinbeis Europa
Zentrum und die weiteren Projektpartner die internationale Zusammenarbeit
zwischen der EU und den fünf strategischen Partnerländern China, Japan,
Kanada, Südkorea und den USA.

Aktiv und gesund altern

Die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Digitalen Gesundheit für
ein präventives, integriertes, unabhängiges und inklusives Leben steht im
Zentrum des Projekts IDIH. Um Innovationen im Bereich der Digitalen
Gesundheit voranzutreiben und das Aktive und Gesunde Altern zu stärken,
unterstützten das Steinbeis Europa Zentrum und die weiteren Projektpartner
die internationale Zusammenarbeit zwischen der EU und den fünf
strategischen Partnerländern China, Japan, Kanada, Südkorea und den USA.

Das von der EU geförderte H2020-Projekt endet nach drei Jahren Laufzeit
und präsentiert nun die Ergebnisse. Für die internationale Zusammenarbeit
wurde ein Forum aufgebaut, das Experten, politische Entscheidungsträger
und Nutzer aus den sechs Regionen in einer Reihe von Beratungsgesprächen
und Co-Creation-Sitzungen zusammenbrachte, um gemeinsam einen
strategischen Fahrplan für eine verstärkte internationale Zusammenarbeit
in diesem Bereich zu entwickeln. Auf diesem Weg hat IDIH mehrere
umfassende Studien durchgeführt und die Ergebnisse in verschiedenen
Formaten veröffentlicht.

Zwei Handbücher liefern für Forscher und Innovationsakteure sowie für
Gesundheitsdienstleister und Nutzerverbände eine Übersicht über aktuelle
und künftige Finanzierungsmöglichkeiten, die die internationale
Zusammenarbeit im Bereich Digitale Gesundheit und Aktives und Gesundes
Altern unterstützen.

Fünf Merkblätter bieten eine Kompaktdarstellung des jeweiligen Landes mit
F&I-Prioritäten und wichtigsten Förderprogrammen und Finanzierungsstellen
im Bereich Digitale Gesundheit für Aktives und Gesundes Altern.

Die IDIH Matchmaking Plattform zählt über 400 internationale
Interessensvertreter und ist das zentrale Ergebnis des Projekts. Hier
können sich auch in Zukunft Interessierte kostenfrei registrieren, ihr
eigenes Profil mit ihrem Tätigkeitsbereich erstellen und B2B-Treffen mit
potenziellen internationalen Partnern vereinbaren. Diese Netzwerkplattform
wird nach Projektende Teil des International Experts Forum for Health
Innovation. Das Forum ist unter dem Dach des internationalen Netzwerks
ENRICH GLOBAL angelegt. So wird das Forum auch in Zukunft als fachlich
orientierte und dauerhafte Plattform zur Förderung der internationalen
Zusammenarbeit und des politischen Dialogs über globale Gesundheitsfragen
im Allgemeinen dienen.

Der IDIH Podcast „Future of Ageing Actively and Happily“ wurde ins Leben
gerufen und erkundet gemeinsam mit Forschern, Innovatoren und politischen
Entscheidungsträgern die Grenzen der Digitalen Transformation für Aktives
und Gesundes Altern. In jeder Folge steht eine der beteiligten Regionen im
Mittelpunkt.

Strategischer Fahrplan zur internationalen Zusammenarbeit

Das Ergebnis der Projekt-Arbeitskreise ist ein Strategischer Fahrplan zur
internationalen Zusammenarbeit in der Digitalen Gesundheit für Aktives und
Gesundes Altern. Gemeinsame Prioritäten und Möglichkeiten zum
gegenseitigen Nutzen in diesem Bereich wurden ermittelt und der Weg für
eine verstärkte internationale Zusammenarbeit geebnet.
Eine Übersicht mit diesen und weiteren Ergebnissen des Projekts finden Sie
auf der IDIH-Webseite.

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Knorpelschäden bei Kindern – was ist zu tun?

Knorpelschäden bei Kindern gibt’s zum Glück nicht sehr häufig. Existieren
sie jedoch, sollten sie unbedingt adäquat behandelt werden. Allzu oft
erfolgt das Gegenteil mit dem Gedanken: „Bei Kindern wird sowieso wieder
alles gut“. Doch das ist ein Trugschluss. Denn sie haben ihr ganzes Leben
noch vor sich. Unbehandelt können Knorpelschäden Jahre später zu Arthrose
und prognostisch mit 40 Jahren schon zu einer Knieprothese führen. Was bei
kindlichen Knorpelschäden zu tun ist, darüber referiert Dr. Klaus Ruhnau,
Vorstand des Qualitätskreis Knorpel-Repair und Gelenkerhalt (QKG) auf dem
13. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS).

Neuen Studien zufolge haben rund 107 von 100.000 Kindern Knorpelschäden am
Kniegelenk. Die Hauptursachen sind Unfälle im Sport und in der Bewegung.
Häufig zum Beispiel im Fußball, wenn Kinder sehr jung in die
Leistungsligen „gesteckt“ werden und für den Stand ihrer momentanen
körperlichen Entwicklung zu intensiv trainieren. Weiterhin gibt es
Kniescheibenverrenkungen, wenn die knöcherne Rinne des Knies zu flach
angelegt ist oder aber die Kniescheibe zu hoch steht. Die Kniescheibe kann
dann ´beim in die Hocke gehen´ und umdrehen herausspringen. Durch diese
Verrenkung können schwere Knorpel- und sogar Knorpel-Knochenverletzungen
entstehen.

Dr. Klaus Ruhnau mahnt: „Die Ursache dieser Schäden muss immer
mitbehandelt werden. Das sind aber zum Teil komplexe Behandlungsverfahren.
Deshalb ist es wichtig, frühzeitig einen Spezialisten aufzusuchen. Denn
die Symptomdauer ist gleichzeitig der Prognose-Faktor. Je länger die
Symptome schon anhalten, desto schlechter kann das Behandlungsergebnis
werden. Und: auch je mehr Vorbehandlungen es schon gab, desto schlechter
ist die Prognose für eine vollständige Heilung.“

Therapiemöglichkeiten gibt es auch für die jüngsten Patienten schon viele.

Dabei steht die konservative Therapie, soweit sinnvoll, immer an erster
Stelle. Eine in aller Regel 6-wöchige Entlastung, danach
Belastungsvermeidung mit adäquater Krankengymnastik und regelmäßiger
Erfolgskontrolle gehören dazu. Bei kleinen Knorpeldefekten und noch
offenen Wachstumsfugen und einem frühen Grad der Schädigung sind dabei
sehr gute Ergebnisse zu erwarten.

Ist der Schaden größer, oder liegt eine Osteochondrosis dissecans – eine
Knorpel-Knochenerkrankung im fortgeschritteneren Stadium - vor, muss
operativ therapiert werden. „Bei der Osteochondrosis dissecans, für die es
mehrere Ursachen gibt, entsteht der Schaden immer erst am Knochen, ehe er
auf den Knorpel übergeht“, so Ruhnau. Häufig liegt gleichzeitig ein
Vitamin-D-Mangel vor, der unbedingt abgeklärt werden muss.

Operativ kommen neben Knochenanbohrung mit dünnen Drähten als
Mikrofrakturierung „light“, der Einsatz eines Knorpel-Knochenzylinders,
die Fixation mit Schrauben bei Knorpel-Knochenläsionen oder eine
Knorpeltransplantation infrage.

Letztere ist ein aufwändiges zweizeitiges Verfahren (zwei Operationen)
welches bei Defekten ab 2cm eingesetzt wird. Bei der ersten Operation wird
hierbei Knorpel aus einer unbelasteten Region entnommen und im Labor
vermehrt. In einer zweiten Operation wird der gezüchtete Knorpel in den
Defekt eingesetzt. Mit dieser Technik erzielt man selbst bei großen
Defekten sehr gute Langzeitergebnisse. Die Knorpeltransplantation ist
inzwischen für Kinder mit geschlossenen Wachstumsfugen zugelassen und bei
offenen Wachstumsfugen in besonderen Fällen einsetzbar.

Auch eine Knorpeltherapie mit kleinsten Knorpelchips, das sogenannte
Minced Cartilage, ist ein vielversprechendes Verfahren. Hier wird sogar
nur eine OP benötigt. Allerdings gibt’s zu dieser Methode noch keine gute
Studienlage. Deshalb sollte sie bei Kindern allenfalls im Rahmen von
Studien zur Anwendung kommen.

Fazit: Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die frühzeitige korrekte
Diagnosestellung eines Knorpelschadens und die kind – und stadiengerechte
Therapie, wenn nötig mit gleichzeitiger Behandlung der
Begleiterkrankungen.

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