Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Darmkrebs: Operation und Therapie bereits im frühen Stadium exakt planen – Ultraschall macht’s möglich

Darmkrebsmonat März

Tückisch, gefährlich und häufig: Darmkrebs verursacht im frühen Stadium
oft keine Symptome, ist jedoch bei Frauen in Deutschland die
zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Tumorerkrankung. Die
Endosonographie spielt bei den Enddarmtumoren eine äußert wichtige Rolle,
um das Tumorstadium exakt einzugrenzen und damit die notwendige Therapie
gezielt zu planen.

Bisher gelingt es nur der Endosonografie die Tumoreindringung in die
Darmwand sicher zu bestimmen, darauf machen Experten der Deutschen
Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) anlässlich des
Darmkrebsmonats März aufmerksam. Die Ultraschalluntersuchung trägt
entscheidend zur Planung einer Operation und zur Therapiewahl bei.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Wenn der Verdacht auf eine Darmkrebserkrankung besteht oder wenn sich
Menschen bei einer Vorsorgeuntersuchung daraufhin untersuchen lassen,
führen Ärzte in der Regel eine Darmspiegelung – also eine Endoskopie –
durch. Dabei wird der Darm mit einem Endoskop von innen angeschaut. „Bei
einer herkömmlichen Spiegelung des Darms sieht ein Arzt allerdings nur die
Oberfläche der Darmwand“, sagt PD Dr. med. Michael Hocke, Leiter des
DEGUM-Arbeitskreises Endosonografie. „Wenn die Untersuchung durch
hochauflösende Ultraschallköpfe ergänzt wird, können hingegen genaue
Schnittbilder der Darmwand gemacht werden.“ Bei der endoskopischen
Ultraschalluntersuchung wird der Schallkopf – auch Sonde genannt – durch
den Analkanal in den Körper eingeführt. So gelangt der Schallkopf
besonders dicht an die zu untersuchenden Organe heran und kann fast
mikroskopisch exakte Ultraschallbilder erzeugen, die besonders
störungsfrei sind. „Der behandelnde Arzt kann dadurch sehr frühe
Tumorstadien von bereits fortgeschrittenen exakt unterscheiden und
beispielsweise erkennen, wie tief ein Tumor in die Darmwand eingewachsen
ist und ob bereits benachbarte Organe oder Lymphknoten befallen sind“, so
Hocke. Wenn der Tumor sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet und
beispielsweise noch nicht in die Darmwand eingewachsen ist, kann er unter
Umständen direkt endoskopisch – also ohne eine Operation – entfernt
werden. „Die endoskopische Ultraschalluntersuchung (EUS) hilft also stark
bei der Entscheidung, ob eine Operation beim Enddarmtumor durchgeführt
werden sollte oder nicht“, betont der DEGUM-Experte. „Zudem ermöglichen
die detailgenauen sonografischen Bilder eine wertvolle Unterstützung bei
der Planung der Operation, da sie das Darmgewebe sehr genau abbilden und
so Auskunft darüber geben, ob vor der Operation eine Tumorverkleinerung
durch eine Strahlen- und Chemotherapie erfolgen muss“, erwähnt Hocke.
Damit die Endosonografie-Diagnostik erfolgreich durchgeführt werden kann,
ist es wichtig, dass der Untersucher erfahren ist. Die Endosonografie muss
gezielt trainiert werden. Die DEGUM bietet dafür nach ihrem bewährten drei
Stufen Konzept gezielte Fortbildungen für Mediziner an.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Hintergrund: Darmkrebs

Nach Angabe des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erkranken in
Deutschland jährlich mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs. Im frühen
Stadium treten oft keine – oder nur unspezifische Beschwerden wie
Verdauungsprobleme oder Blut im Stuhl – auf. Vorsorgeuntersuchungen kommt
deshalb eine besondere Bedeutung zu. Die rechtzeitige Erkennung kann die
Heilungschancen bei Darmkrebs erheblich verbessern oder die Erkrankung
sogar verhindern. Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die
Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs für ihre Versicherten ab 50
Jahren. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung haben die Patienten im Alter
von 50 bis 54 Jahren die Möglichkeit einen jährlichen Stuhltest machen zu
lassen. Eine Darmspiegelung wird Männern ab 50 und Frauen ab 55 Jahren
zudem empfohlen und von den Krankenkassen finanziert. Wenn die Erkrankung
bereits in der Familie auftreten ist, wird die Vorsorgeuntersuchung
frühzeitiger von den Krankenkassen übernommen.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 11 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. Patienten finden
DEGUM-zertifizierte Ärzte im Internet unter: <www.degum.de>

  • Aufrufe: 217

Patientendaten-Schutzgesetz: Betriebsärzten Zugang zur elektronischen Patientakte ermöglichen

Die Versorgung durch Betriebsärzte muss beim neuen Patientendaten-
Schutzgesetz eine bessere Berücksichtigung finden und zudem einen
angemessenen Zugang zur elektronischen Patientenakte ermöglichen, das
fordert die DGAUM in ihrer aktuellen Stellungnahme. Hintergrund dafür ist
die heutige Anhörung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zum Schutz
elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur, kurz:
Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG).

Für die DGAUM besteht mit der elektronischen Patientenakte erstmals die
Möglichkeit, medizinische Prävention Fächer- und Sektoren-übergreifend zu
denken und zu organisieren, um so die Schnittstelle zwischen kurativer
Medizin und präventiver Arbeitsmedizin besser zu gestalten. Deshalb macht
die DGAUM in Ihrer Stellungnahme auf folgende Punkte aufmerksam:

1.      Nach Auffassung der DGAUM ist die bisher im Referentenentwurf zum
PDSG vorgesehene alleinige Einsichtsmöglichkeit der Betriebsärzte in
Impfdokumentationen zu restriktiv. Da jede Dateneinsicht an das
Einverständnis der Patienten, Versicherten oder Mitarbeiter geknüpft ist,
braucht es hier keine fachspezifische Beschränkung. Vielmehr ist es im
Sinne der Prävention sogar zwingend, Betriebsärzte und Vertragsärzte beim
Zugang zu den Daten der Versicherten und im Einblick in die elektronische
Patientenakte gleichzustellen. Denn: Wie sollen akute Ambulanzbehandlungen
durch Betriebsärzte in betriebseigenen Einrichtungen erfolgen,
Präventionsempfehlungen ausgesprochen werden und Betriebliches
Wiedereingliederungsmanagement im Sinne des Patienten gesteuert werden,
wenn hier keine Einsichtsmöglichkeit in die Akte besteht?

2.      Im Wege der arbeitsmedizinischen Vorsorgen, auf die jeder
Beschäftigte einen Rechtsanspruch hat, und die in einem durch die
ärztliche Schweigepflicht geschützten Rahmen stattfindet, werden
Erkenntnisse und Daten erhoben werden, die bei einem durch den Patienten
bzw. Versicherten genehmigten Datenaustausch auch für den Hausarzt oder
einem behandelnden Facharzt wichtig sein können.

3.      Im Feld der Arbeitsmedizin als einem präventivmedizinischen Fach
liegt ein besonderes Augenmerk auf den Wechselbeziehungen zwischen
Arbeits- und Lebenswelten einerseits sowie daraus resultierender
Gesundheit bzw. Krankheiten andererseits. Der Fokus gilt hier dem Erhalt
und der Förderung der physischen und psychischen Gesundheit und
Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen. Daher stehen
Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz zur Erhebung von real
existierenden und potenziellen Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten
sowie die daraus resultierenden Beratungen der Betriebsärzte, wie etwa
durch die o.g. arbeitsmedizinischen Vorsorgen, d.s. Pflicht-, Angebots- u.
Wunschvorsorge, im Mittelpunkt der arbeitsmedizinischen Versorgung und der
betriebsärztlichen Tätigkeit, nicht, wie nur zu oft fälschlich angenommen,
Eignungs- oder Einstellungsuntersuchungen.

4.      Vor diesem Hintergrund begrüßt es die DGAUM nachdrücklich, wenn
mit der elektronischen Patientenakte erstmals die Möglichkeit besteht,
medizinische Prävention Fächer- und Sektoren-übergreifend zu denken und zu
organisieren, um so die Schnittstelle zwischen kurativer Medizin und
präventiver Arbeitsmedizin besser zu gestalten. Allein schon deshalb wäre
es im Sinne der Patienten und Versicherten vollkommen ungenügend, wollte
man den Zugang der Betriebsärzte zur elektronischen Patientenakte derart
restriktiv gestalten, wie aktuell noch im Referentenentwurf zum PDSG
vorgesehen.

Die vollständige Stellungnahme der DGAUM finden Sie unter:
<www.dgaum.de/kommunikation/stellungnahmen/>

  • Aufrufe: 165
Freistellungs-Stipendiatin der Deutschen Leberstiftung 2020 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): P. Galle, E. Roeb, C. Zöllner, T. Longerich  Foto: Deutsche Leberstiftung

Deutsche Leberstiftung vergibt Freistellungs-Stipendium für klinisches hepatologisches Projekt

Freistellungs-Stipendiatin der Deutschen Leberstiftung 2020 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): P. Galle, E. Roeb, C. Zöllner, T. Longerich  Foto: Deutsche Leberstiftung
Freistellungs-Stipendiatin der Deutschen Leberstiftung 2020 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung (v.l.n.r.): P. Galle, E. Roeb, C. Zöllner, T. Longerich Foto: Deutsche Leberstiftung

Mit ihrem Freistellungs-Stipendium fördert die Deutsche Leberstiftung die
Initiierung und Planung von klinischen Projekten oder klinischen Studien
im Bereich der Hepatologie. Für das Jahr 2020 beschloss das
Gutachterkomitee die Förderung eines klinischen Projektes, das die
Auswirkung von metabolischen Lebererkrankungen auf den Verlauf der
Hepatitis B untersucht.

Die Deutsche Leberstiftung setzt sich stark für die Verbesserung der
Patienten-Versorgung im Bereich der Lebererkrankungen ein. Dafür hat
besonders die klinische Forschung eine hohe Bedeutung. Daher fördert die
Stiftung seit einigen Jahren klinische Projekte oder klinische Studien
durch die Vergabe von Freistellungs-Stipendien, die eingesetzt werden
können, um eine Freistellung von Ärzten für die Projekt- bzw.
Studienplanung zu finanzieren. Sie umfassen die Übernahme von
Personalkosten eines Arztes für bis zu drei Monate (bis 20.000,- Euro).

Um das Stipendium haben sich Ärzte mit klinischen Studien und Projekten zu
sehr unterschiedlichen Lebererkrankungen beworben. Die Prüfung und
Begutachtung der Anträge erfolgte durch ein unabhängiges Gutachterkomitee,
dessen Mitglieder Privatdozent Dr. Münevver Demir, Berlin, Professor Dr.
Verena Keitel-Anselmino, Düsseldorf und Professor Dr. Christoph Sarrazin,
Wiesbaden waren. Die Gutachter beschlossen nach gründlicher Prüfung und
Diskussion einstimmig mit einer Enthaltung die Unterstützung für ein
Projekt, das klären möchte, inwieweit das Vorliegen einer nicht-
alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD, „nonalcoholic fatty liver
disease“) den klinischen Verlauf einer Hepatitis B-Virusinfektion
beeinflusst.

„Die Deutsche Leberstiftung hat wirklich sehr qualifizierte und sehr
unterschiedliche Projektanträge erhalten, die sich mit ganz verschiedenen
Fragestellungen beschäftigen. Die Gutachter hatten die schwere Aufgabe,
aus mehreren unterstützenswerten Projekten eins auszuwählen“, sagt
Professor Dr. Markus Cornberg, Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen
Leberstiftung.

Mit dem Freistellungs-Stipendium wird Dr. Caroline Zöllner von der Charité
– Universitätsmedizin Berlin mit dem Projekt „Auswirkung von metabolischen
Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen Hepatitis B in
unterschiedlichen Populationen“ gefördert.

Professor Dr. Markus Cornberg erläutert das ausgewählte
Forschungsvorhaben: „Es geht in diesem Projekt um zwei bedeutende
Lebererkrankungen, die parallel vorkommen können. Die aktuelle Studienlage
lässt keinen eindeutigen Schluss darauf zu, ob eine chronische Hepatitis
B-Virus (HBV)-Infektion, die gemeinsam mit einer NAFLD vorkommt, zu einem
erhöhten Risiko führt, ein Leberzellkarzinom (HCC, „hepatocellular
carcinoma“) zu entwickeln. Die unterschiedlichen Aussagen der bisherigen
Studien könnten unter anderem auf der ethnischen Herkunft der untersuchten
Patienten beruhen. Auch die Komplexität der chronischen HBV-Infektion, die
in verschiedenen Phasen verläuft, erschwert die Beurteilung. Das von uns
zur Förderung ausgewählte Projekt will die Auswirkung von metabolischen
Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen HBV-Infektion in einer
großen Patientengruppe, die größtenteils aus Europäern besteht,
detailliert untersuchen. Dabei werden auch demographische Daten,
Laborwerte und weitere Erkrankungen erfasst. Im Vordergrund der
Beobachtung steht der Verlauf des fibrotischen Umbaus der Leber (der
krankhaften Vermehrung des Bindegewebes). Das Projekt beschäftigt sich mit
einer hoch relevanten Fragestellung. Etwa 250.000 bis 400.000 Menschen in
Deutschland sind mit dem Hepatitis B-Virus infiziert. Die NAFLD ist hier
schon weit verbreitet und nimmt immer weiter zu. Daher betrifft das
gleichzeitige Vorhandensein beider Erkrankungen eine Vielzahl von
Betroffenen. Aus diesem Grund war dieses Forschungsvorhaben für die
Gutachter absolut förderungswürdig.“

Die mit einer Freistellung geförderte Stipendiatin wurde am 14. Februar
2020 im Rahmen der 36. Jahrestagung der GASL (German Association for the
Study of the Liver) in Mainz bekannt gegeben. Die Stipendiatin erhielt
ihre Urkunde von Prof. Dr. Elke Roeb, Vorsitzende des
Stiftungskuratoriums.

Das Freistellungs-Stipendium zur Förderung von klinischen Studien und
Projekten wird auch für das Jahr 2021 ausgeschrieben: https://www
.deutsche-leberstiftung.de/foerderung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

  • Aufrufe: 308
Dr. Eugen Sandica mit seiner Patientin Barbare (5)  (Marcel Mompour).

Mehr Lebensqualität für herzkranke Kinder

Dr. Eugen Sandica mit seiner Patientin Barbare (5)  (Marcel Mompour).
Dr. Eugen Sandica mit seiner Patientin Barbare (5) (Marcel Mompour).

Weltweite Innovation zur mobilen Herzunterstützung erstmals in Bad
Oeynhausen eingesetzt
Die kleine Barbare (5) ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, als Dr. Eugen
Sandica, Direktor der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene
Herzfehler am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen,
eine neue Epoche der künstlichen Herzunterstützung für Kinder und
Jugendliche einleitete: Der erfahrene Herzspezialist nahm in dieser Woche
das weltweit erste und einzige, nur 15 Kilogramm leichte und
leistungsfähigste Antriebssystem (Excor® Active, Berlin Heart) für eine
mobile Herzunterstützung in Betrieb. Schwer herzkranken Kindern wie
Barbare bietet es künftig eine größere Bewegungsfreiheit und eine deutlich
verbesserte Lebensqualität.

„Auf diesen riesigen technischen Fortschritt haben wir lange gewartet“,
sagt Dr. Sandica, der im Bad Oeynhausener Kinderherzzentrum und Zentrum
für angeborene Herzfehler Hand in Hand mit der Kinderkardiologie das
gesamte Spektrum der Therapiemöglichkeiten für herzkranke Kinder und
Jugendliche anbietet. „Vor allem kleine Patienten mit schwerster
Herzschwäche werden oft über lange Zeit in unserer Klinik versorgt. Sie
waren bisher auf ein rund 90 Kilogramm schweres Antriebsgerät angewiesen,
das die Bewegungsfreiheit enorm einschränkt.“  Die große Konsole muss
ständig mit der implantierten Unterstützungspumpe sowie einer Stromquelle
in Verbindung bleiben. Nur etwa 30 Minuten kommt das System ohne Strom
aus. Es wird eingesetzt, um den Herzmuskel zu entlasten, bis sich das
kranke Herz wieder erholen kann. In den meisten Fällen dient es jedoch
dazu, das Herz vor einem Pumpversagen zu retten und die Wartezeit bis zu
einer Herztransplantation zu überbrücken.

Den Wechsel von Barbares großem Antrieb auf das neue mobile System hat Dr.
Sandica auf der Intensivstation des Kinderherzzentrums durchgeführt. Das
Mädchen wurde mit einer erblich bedingten Herzmuskelerkrankung geboren und
wartet seit fast vier Monaten in Bad Oeynhausen auf ein Spenderherz. Seit
Anfang Januar ist es auf auf eine künstliche Herzunterstützung angewiesen.
Mit dem neuen System durfte Barbare schon erste kleine Ausflüge auf der
Station unternehmen. Zudem wird sie im Kinderherzzentrum auch
physiotherapeutisch betreut.

Im größten Herztransplantationszentrum Deutschlands in Bad Oeynhausen sind
die Erfahrungen mit den künstlichen Herzpumpen (Ventricular Assist Devices
- VAD) bei Kindern und Jugendlichen besonders gut: 47 dieser Berlin Heart
Systeme haben Dr. Eugen Sandica und sein Team bereits bei Kindern im Alter
von 0 bis 16 Jahren implantiert, die längste Unterstützungszeit lag bei
619 Tagen. Fast alle Kinder konnten erfolgreich transplantiert werden. Bei
acht Patienten führte die Therapie zur Erholung des Herzens. Die Bad
Oeynhausener Statistik zeigt dabei eine hervorragende Überlebensrate von
93 Prozent bei den eingesetzten Berlin-Heart-Kinderherzpumpen. Damit
gehört das Klinikum in Bad Oeynhausen zu den weltweit erfolgreichsten
Therapiezentren.

Der neue Antrieb, den der deutsche Hersteller Berlin Heart GmbH (Berlin)
jetzt erstmals weltweit zur Verfügung stellt, wiegt nur noch 15 Kilogramm
und kann in der Größe eines Koffertrolleys mitgeführt oder als Handgepäck
zusammen mit einem Kinderwagen bewegt werden. Die Akkulaufzeit beträgt bis
zu sieben Stunden. Das System trägt den Namen Excor® Active, es hat im
November des vergangenen Jahres die CE-Kennzeichnung für den europäischen
Einsatz erhalten. „Wir sind sehr stolz, dass man sich bei der
Markteinführung des neuen Antriebs auf die langjährige Erfahrung unseres
Zentrums verlassen hat“, bestätigt Chefarzt Dr. Eugen Sandica, der das
System in Bad Oeynhausen am Dienstag nahezu zeitgleich mit dem Deutschen
Herzzentrum in Berlin in Betrieb nahm.

-----

Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon
14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.

Das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler zählt zu den
international führenden Kliniken bei der Behandlung von Kindern und
Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler und ist zertifiziertes Zentrum für
die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Im
Zentrum werden alle Arten von angeborenen Herzfehlern im Kindes-, Jugend-
und Erwachsenenalter mit modernsten Methoden therapiert und jährlich rund
500 Operationen und über 500 Herzkathetereingriffe durchgeführt. Bei
Herzklappeneingriffen erzielt das Zentrum herausragende Ergebnisse auch im
internationalen Vergleich.

Die Berlin Heart GmbH entwickelt, produziert und vermarktet innovative
Herzunterstützungssysteme, sogenannte Ventricular Assist Devices (VADs)
für die mechanische Herzunterstützung. Mit den Produkten EXCOR Adult®  und
EXCOR Pediatric®  ist es Berlin Heart möglich, als einziges Unternehmen
weltweit Patienten jeden Alters und jeder Größe zu unterstützen,
angefangen bei Säuglingen bis zu Erwachsenen.

  • Aufrufe: 252