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Gesundheit

PD Dr. med. Dr. med. univ. Dominik Rath, Forscher und Oberarzt an der Klinik für Angiologie, Universitätsklinikum Tübingen.  Foto: Van Husen/Universitätsklinikum Tübingen

Therapien gegen Herzinfarkt: Forscher nehmen Entzündungen ins Visier

PD Dr. med. Dr. med. univ. Dominik Rath, Forscher und Oberarzt an der Klinik für Angiologie, Universitätsklinikum Tübingen.  Foto: Van Husen/Universitätsklinikum Tübingen
PD Dr. med. Dr. med. univ. Dominik Rath, Forscher und Oberarzt an der Klinik für Angiologie, Universitätsklinikum Tübingen. Foto: Van Husen/Universitätsklinikum Tübingen

Bei der koronaren Herzerkrankung spielen thrombozytäre Chemokine eine
wichtige Rolle – womöglich auch für neue Therapien gegen diese
gefährlichen Durchblutungsstörungen. Die Herzstiftung fördert ein
Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) kommt es in einem langen
schleichenden Prozess zu Gefäßwandveränderungen durch Plaques, die
Verkalkungen, Bindegewebe und Cholesterin enthalten (Arteriosklerose).
Dadurch verengen sich Herzkranzgefäße, so dass die Durchblutung des
Herzens – je nach Schweregrad bis hin zum Herzinfarkt – behindert wird.
Trotz enormer Therapiefortschritte in den vergangenen Jahrzehnten bei der
Bekämpfung der KHK, ist die Zahl der Klinikeinlieferung und Sterblichkeit
im Vergleich zu anderen Erkrankungen weiterhin hoch. Bei der Entstehung
der Arteriosklerose und nach einem erlittenen Herzinfarkt spielen
Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle. „Das Interesse der Herzmedizin an
Therapien zur Bekämpfung entzündlicher Vorgänge insbesondere in den
Herzkranzgefäßen ist daher groß, um Herzpatienten vor den Folgen der
Arteriosklerose wie KHK und Herzinfarkt zu schützen“, betont der
Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorsitzender der
Deutschen Herzstiftung. „Deshalb fördern wir innovative Forschungsansätze
auf diesem Gebiet.“ Infos für Patienten unter www.herzstiftung.de/khk-
sonderband.html


Ziel: Neue anti-entzündliche und gefäßbildende (angiogenetische)
Wirkstoffe zur Therapie der KHK
Die gezielte Hemmung entzündlicher Vorgänge in den Herzkranzgefäßen ist
Gegenstand eines Forschungsprojekts am Universitätsklinikum Tübingen unter
der Leitung von PD Dr. med. Dr. med. univ. Dominik Rath. Diese
Entzündungsprozesse fördern die Arteriosklerose und führen so schließlich
zum Herzinfarkt, beeinflussen aber auch die Regeneration von
Herzmuskelgewebe nach einem Herzinfarkt. Hierfür spielen sogenannte
Chemokine, kleinste Proteine auf Molekularebene, eine wichtige Rolle.
„Chemokine sind wesentlich an Entzündungsprozessen in Herzkranzgefäßen
aber auch an der Regeneration nach einem Herzinfarkt beteiligt, zum
Beispiel, indem sie die Bildung von Bindegewebe und die Gefäßneubildung
steuern“, erläutert der Oberarzt an der Medizinischen Klinik III:
Angiologie des Tübinger Universitätsklinikums. Im Rahmen eines von der
Deutschen Herzstiftung und Deutschen Stiftung für Herzforschung mit rund
54.000 Euro geförderten und auf zwei Jahre angelegten Forschungsvorhabens
nehmen Rath und Kollegen die Bedeutung des Chemokins CXCL14 für die
Funktion des Herzmuskels im Rahmen der koronaren Herzerkrankung ins
Visier. Der Titel des Forschungsprojekts lautet „Bedeutung des Chemokins
CXCL14 für die myokardiale Funktion bei ischämischer Herzerkrankung“.

Thrombozytäre Chemokine: Risiko-Indikatoren und therapeutische Ziele
Blutplättchen (Thrombozyten) werden bei Verletzungen oder Entzündungen im
Kontext von Herzgefäßerkrankungen aktiviert. Dabei setzen sie zahlreiche
Chemokine frei. CXCL14 ist solch ein Chemokin, das in Thrombozyten
existiert und von ihnen freigesetzt wird. Wie viele andere Kleinstproteine
ist CXCL14 an der Entstehung neuer Blutgefäße beteiligt, kann aber die
Gefäßneubildung auch hemmen. „Bereits durchgeführte Untersuchungen lassen
vermuten, dass dieses Chemokin eine bedeutende, jedoch nicht ausreichend
verstandene Rolle für das Fortschreiten der Arteriosklerose sowie für
Reparaturvorgänge bei Gefäßverletzungen spielt“, betont Rath. So
beeinflussen thrombozytäre Chemokine unter anderem die Freisetzung von
Zellen des Immunsystems (Monozyten) sowie deren Umwandlung zu Fresszellen
(Makrophagen). „Somit sind sie für das effektive Arbeiten des Immunsystems
verantwortlich und wirken bei Entzündungen wie ein Alarmsignal“, betont
der Tübinger Forscher und Arzt. Das geplante Forchungsprojekt soll die
Bedeutung von CXCL14 für die Krankheitsprozesse Entzündung und
Thrombenbildung in Herzgefäßen sowie für die myokardiale Regeneration nach
Herzinfarkt auf grundlagenwissenschaftlicher Ebene sowie an Patienten mit
symptomatischer KHK untersuchen.
Bundesweit leiden nach Expertenschätzungen bis zu sechs Millionen Menschen
an KHK, der Grunderkrankung des Herzinfarkts. Zu fast 650.000
Klinikeinweisungen pro Jahr wegen KHK kommt es in Deutschland. Fast 50.000
Menschen sterben pro Jahr am Herzinfarkt. Im Rahmen seines
Forschungsprojekts widmet sich Rath unter anderem folgenden
Fragestellungen:

- Welche Bedeutung hat die Freisetzung von CXCL14 aus Thrombozyten für
Entzündungsprozesse und das Entstehen und Fortschreiten der
Arteriosklerose?
- Inwiefern eignet sich CXCL14 als Ziel-Biomolekül für neue anti-
entzündliche und angiogenetische Wirkstoffe zur Behandlung der
Arteriosklerose und des Herzinfarkts?
- Wie verändert sich die Freisetzung von CXCL14 bei Patienten z. B. mit
stabiler KHK und Herzinfarkt?

Herzforschung nah am Patienten: Förderung für Herzforscherinnen und
Herzforscher
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung (www.herzstiftung.de)
gemeinsam mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für
Herzforschung (www.dshf.de) Forschungsprojekte in einer Größenordnung
finanzieren, die die Herzstiftung und Stiftung für Herzforschung in der
kardiovaskulären Forschung unverzichtbar machen. Allein 2018 förderte die
Deutsche Herzstiftung mit über 2,5 Millionen Euro gemeinsam mit der DSHF
Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. An
einer Förderung interessierte Herzforscherinnen und Herzforscher wenden
sich an: Deutsche Herzstiftung e. V., Valerie Popp und Christine Koch,
Tel. 069 955128-0 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kostenfreier Ratgeber zu KHK und Herzinfarkt: Für Patienten mit koronarer
Herzkrankheit und nach Herzinfarkt bietet die Herzstiftung den
kostenfreien Ratgeber „Herz in Gefahr: Koronare Herzkrankheit und
Herzinfarkt“ an. Der Band kann angefordert werden unter
www.herzstiftung.de/khk-sonderband.html oder per Tel. unter 069 955128-400
oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Kindern die Corona-Angst nehmen

Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer erklärt, wie Eltern mit den Corona-Ängsten ihrer Kinder umgehen können. SRH Hochschule Heidelberg

Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
in Heidelberg, erklärt, wie Eltern mit der aufkeimenden Panik umgehen
können.

Ist die Angst vor dem Virus ansteckender als das Coronavirus selbst? An
einigen Schulen trauen sich Kinder schon nicht mehr in den Unterricht, da
manche Lehrer oder Mitschüler Hysterie verbreiten. Nun ist auch Südtirol
zum Risikogebiet erklärt worden. Wie können Eltern mit dem Thema umgehen
und ihre Kinder beruhigen, wenn beispielsweise ein Mitschüler in den
Ferien im Risikogebiet war? Die Leiterin der Heidelberger Akademie für
Psychotherapie, Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer, klärt auf.

Wie beschreibe ich die Erkrankung?
Wir sollten sprachlich sensibel damit umgehen, die Krankheit deutlich und
klar beschreiben, dabei aber nicht übertreiben und angstbesetzte Worte
verwenden. Die Medien verunsichern uns, sprechen von „Panik“, einer
„Pandemie“ und von den „Infizierten“. Sie titeln, dass weltweit 3.000
Menschen am Coronavirus erkrankt sind, anstatt die Zahl in Relation zur
Weltbevölkerung zu setzen, was sich weniger bedrohlich anhört. Wir sollten
die Erkrankung benennen, aber dabei bei den Fakten bleiben und erklären,
dass „normale“ Grippeviren viel häufiger sind und an ihnen auch ein bis
zwei von 1.000 erkrankten Menschen sterben. Auch wenn die
Sterblichkeitsrate an diesem neuartigen Virus in China und Italien höher
ist – durch das Coronavirus ist bislang hierzulande niemand gestorben und
der Verlauf ist meist milde, wie eine Erkältung eben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich krank werde?
Zunächst gilt natürlich, dass Eltern selbst ruhig und sachlich bleiben, da
sie ihre eigene Unsicherheit auf das Kind übertragen. Wenn Kinder in Panik
zu uns in die Ambulanz kommen, machen wir erst einmal einen
Realitätscheck: Wir überprüfen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen,
wie wahrscheinlich es ist, dass sie sich überhaupt mit dem Virus anstecken
oder gar daran sterben, wenn sie nicht vorerkrankt sind und davor nicht in
einem Risikogebiet gewesen sind, wir versuchen also zu
„entkatastrophisieren“. Dann stellen wir Vergleiche her: Wie viele Leute
sind bereits an einer klassischen Grippe gestorben? Führen wir uns die
Statistiken vor Augen, wird deutlich, dass nur ein sehr kleiner
Prozentsatz am Coronavirus erkrankt und ein noch kleinerer daran stirbt.
Man kommt eher bei Unfällen im eigenen Haushalt ums Leben, deshalb sollten
wir die Erkrankung richtig einordnen. Auch Aufklärung über den Coronavirus
ist dabei wichtig: wie man sich dagegen schützen kann, dass man davon
nicht gleich stirbt, dass es unterschiedliche Ausprägungen gibt. Bei
gesunden Kindern zeigt sie sich eher als eine leichte Erkältung.

Mein Mitschüler war in den Ferien in Südtirol. Habe ich jetzt auch das
Virus?
Das Robert-Koch-Institut hat Südtirol zum Risikogebiet erklärt, da dort
viele Menschen mit dem Virus infiziert sind. Das heißt aber nicht, dass
jeder, der dort war, sich auch angesteckt hat. Dies klären die
Gesundheitsämter mit jeder Familie ab, die sich meldet. Die Quarantäne ist
nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Infektionsketten besser
kontrollieren zu können und zu unterbrechen. Wir sollten die Menschen, die
aus einem Risikogebiet kommen, nicht stigmatisieren und ausschließen,
sondern offen über unsere Sorgen sprechen. Die betroffenen Menschen leiden
mehr an den psychischen Folgen der Stigmatisierung als am Virusverdacht
selbst!

Warum haben auch viele Erwachsene Angst?
Was viele Leute beunruhigt, ist, dass die mit dem Virus infizierten
Menschen zum Teil keine Symptome zeigen und sich nicht krank fühlen. Das
macht die Erkrankung unheimlich und ungreifbar. Wir Erwachsenen fühlen uns
zum Teil hilflos und unsicher, denn es gibt noch keine Impfung. Deshalb
sollten wir zwar neue Informationen zum Coronavirus aufnehmen und
bewerten, aber uns nicht nur damit beschäftigen. Auch Ablenkung kann
helfen: Welches Thema nehmen die Kinder denn gerade in den regulären
Schulfächern durch? Was machen wir am Wochenende? In manchen Familien
bedeutet der Virusausbruch auch eine Rückbesinnung auf einen engeren
Familienzusammenhalt.

Was kann ich persönlich tun, um zu helfen, dass sich das Virus nicht
weiter ausbreitet?
Es geht bei diesem Thema vor allem um Verantwortung: Niemand möchte einen
Risikopatienten anstecken, und die Hygiene-Maßnahmen helfen ja nicht nur
vor diesem Virus. Das sollten wir auch unseren Kindern deutlich machen.
Doch regelmäßiges Händewaschen und Achtsamkeit im Umgang mit
Erkältungssymptomen genügen da völlig.

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DSG: Schlaganfall-Akutversorgung: Spezialisierte Rettungswagen verbessern Chancen von Patienten gravierend

Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Schlaganfall-Akutversorgung
Neue Studie: Mobile Stroke Units verbessern Chancen von
Schlaganfallpatienten gravierend
DSG befürwortet verstärkten Einsatz der Rettungswagen

Die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ist in Deutschland im
internationalen Vergleich schon auf einem sehr hohen Niveau – doch sie
könnte noch weiter optimiert werden. Wenn vermehrt speziell ausgerüstete
Krankenwagen – sogenannte Mobile Stroke Units – zum Einsatz kommen würden,
könnte das die Behandlungsergebnisse noch erheblich verbessern.

Laut einer aktuellen Studie traten bei Patienten, die direkt nach einem
Schlaganfall in diesen technisch und personell speziell ausgerüsteten
Einsatzfahrzeugen behandelt wurden, signifikant weniger Todesfälle und
Behinderungen auf als bei Erkrankten, die erst im Krankenhaus eine
Behandlung erhielten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Professor Dr.
med. Heinrich Audebert, Experte der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft
(DSG) und seinem Berliner Forscherteam, die kürzlich auf der International
Stroke Conference (ISC) in Los Angeles vorgestellt wurde. Nach Erkenntnis
dieser Studie befürwortet die DSG den vermehrten Einsatz dieser
Rettungswagen.

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Bei einem Schlaganfall vermindert ein Blutgerinnsel die Durchblutung eines
Gehirnareals. „Die Unterversorgung mit Sauerstoff muss möglichst rasch
nach dem Eintritt der Symptome behoben werden, sonst drohen dem Patienten
massive bleibende Behinderungen oder sogar der Tod“, sagt DSG-Experte
Audebert, Stellvertretender Klinikdirektor der Neurologie an der Charité
Universitätsmedizin Berlin. Je früher bei Betroffenen das Blutgerinnsel
mit einer Thrombolyse aufgelöst würde, desto größer seien die Chancen,
bleibende Schäden zu vermeiden.

Das Forscherteam um Audebert hat deshalb untersucht, ob eine Versorgung
der Schlaganfallpatienten in spezialisierten Rettungswagen – sogenannten
Mobilen Stroke Units (in Berlin „Stroke Einsatz-Mobile“, „STEMO“) – direkt
an der Einsatzstelle wirksam sein kann. Die Mobilen Stroke Units sind mit
einem Computertomographen, einem Mini-Labor und einem auch als Notarzt
ausgebildeten Neurologen technisch und personell für die Diagnostik und
Behandlung von Schlaganfallpatienten ausgerüstet.

Zwischen Februar 2017 und Mai 2019 analysierten die Berliner Mediziner aus
verschiedenen Kliniken, wie sich die Versorgung mit den drei Mobilen
Stroke Units, die inzwischen in der Hauptstadt betrieben werden, auf den
Genesungsverlauf von Schlaganfallpatienten auswirken. Die Ergebnisse waren
überzeugend: Bei den 749 Patienten, die in Mobilen Stroke Units behandelt
wurden, war die Wahrscheinlichkeit für Tod oder Behinderungen nach einem
Schlaganfall um 26 Prozent niedriger als bei den 794 Betroffenen, die erst
im Krankenhaus behandelt wurden. Zudem konnten 60 Prozent der Patienten,
die in den speziellen Rettungswagen behandelt wurden, eine prähospitale
Thrombolyse mit Alteplase, einem Medikament zur Auflösung eines
Blutgerinnsels, bekommen. Unter den Schlaganfallerkrankten, die erst im
Krankenhaus behandelt wurden, erhielten diese Behandlung nur 48 Prozent.
Ein weiterer Vorteil: Die Zeit bis zur ersten Behandlung war für
Patienten, die in Mobilen Stroke Units behandelt wurden, 20 Minuten
kürzer. „Wir hatten erwartet, dass Schlaganfallerkrankte bessere
Überlebens- und Genesungschancen haben, wenn ihnen schon auf dem Weg ins
Krankenhaus geholfen werden kann, waren vom Ausmaß des Effektes dann aber
doch beeindruckt“, betont Audebert.

Da die Behandlungsergebnisse bei Schlaganfallpatienten durch den Einsatz
der Mobilen Stroke Units im Vergleich zur konventionellen Versorgung
deutlich verbessert werden können, empfiehlt die DSG den vermehrten
Einsatz. „Die spezialisierten Rettungswagen sollten zukünftig vermehrt
verwendet werden, da die Studie ihren hohen Nutzen in der
Schlaganfallakutversorgung klar herausgestellt hat“, betont Professor Dr.
med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. „Wir empfehlen den
Einsatz vor allem auch in Speckgürtelregionen oder ländlichen Gebieten zu
evaluieren, da hier Stroke Units oft weit entfernt sind und bei der
Schlaganfallbehandlung immer jede Minute zählt“, resümiert Professor Dr.
med. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG.

Literatur:
Audebert H.: Effects of Pre-hospital Acute Stroke Treatment as Measured
with the Modified Rankin Scale; the Berlin - Pre-hospital Or Usual care
Delivery (B_PROUD) trial, vorgestellt am 20. Februar 2020 bei der
International Stroke Conference (ISC) 2020, 19. – 21. Februar 2020, Los
Angeles

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v.l.n.r. Prof. Dr. Thomas Lichtinger, Professor für Physician Assistance und Prof. Dr Johannes Schaller, Präsident und Geschäftsführer der SRH Hochschule für Gesundheit  SRH Hochschule für Gesundheit

Gesundheitssystem stärken – Physician Assistant (B. Sc.)

v.l.n.r. Prof. Dr. Thomas Lichtinger, Professor für Physician Assistance und Prof. Dr Johannes Schaller, Präsident und Geschäftsführer der SRH Hochschule für Gesundheit  SRH Hochschule für Gesundheit
v.l.n.r. Prof. Dr. Thomas Lichtinger, Professor für Physician Assistance und Prof. Dr Johannes Schaller, Präsident und Geschäftsführer der SRH Hochschule für Gesundheit SRH Hochschule für Gesundheit

SRH Hochschule für Gesundheit ernennt Prof. Dr. Thomas Lichtinger zum
Professor im Bachelorstudiengang Physician Assistant.
Prof. Dr. Thomas Lichtinger, 1965 in München geboren, ist ab März 2020
Professor im Bachelorstudiengang Physician Assistant an der SRH Hochschule
für Gesundheit am Campus Leverkusen. Nach dem Studium der Humanmedizin in
Bochum und Essen absolvierte er die Weiterbildung zum Facharzt für
Orthopädie und Unfallchirurgie an der Universitätsklinik in Essen. 1998
schloss er seine Promotion erfolgreich ab. Es folgten Tätigkeiten als
Oberarzt in Essen, München und Neuss. So war er beispielsweise leitender
Oberarzt einer Universitätsklinik für Orthopädie und im Anschluss Chefarzt
an renommierten orthopädischen Kliniken. Seine Schwerpunkte sind der
künstliche Gelenkersatz, Fußchirurgie und Kinderorthopädie. Er ist
klinisch und gutachterlich tätig. „Wir freuen uns Prof. Dr. Thomas
Lichtinger im Team der SRH Hochschule für Gesundheit begrüßen zu dürfen.
Seine Expertise wird für uns von hoher Bedeutung bei der Realisierung
unseres neuen Studiengangs Physician Assistant (B. Sc.) sein“, so Prof. Dr
Johannes Schaller, Präsident und Geschäftsführer der SRH Hochschule für
Gesundheit.

Dieser neue Bachelorstudiengang wird ab dem Wintersemester 2020 /2021 an
den Campus Gera, Leverkusen sowie am Studienzentrum in Heide angeboten.
Zusätzlich ist ein Studienstart 2021 in Heidelberg geplant.

Der Physician Assistant ist ein medizinischer Assistenzberuf, der vor
allem in den USA sowie seit etwa 15 Jahren in den Niederlanden verankert
ist. Die Etablierung des Berufsbilds des sogenannten Medizinassistenten
bzw. Arztassistenten, wird von der Bundesärztekammer und der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung gefördert. Er soll Ärzte in enger
Zusammenarbeit mit diesen unterstützen und entlasten, womit einer
Zersplitterung der Versorgung und fraglichen Auswirkungen auf
Patientensicherheit und Versorgungsqualität entgegengewirkt werden soll.
Die Idee der einheitlichen Heilkundeausübung des Arztes wird dabei nicht
berührt.

Dieser NC-freie Bachelorstudiengang ermöglicht es Interessierten durch das
Studienmodell „Vollzeit in Blockform“ Berufs- und Privatleben ideal mit
einem Studium zu verknüpfen. Das Studium zeichnet sich durch einen
außergewöhnlich hohen Praxisanteil aus. So haben Studierende die
Möglichkeit, unterschiedliche stationäre wie ambulante Stationen bei
unseren Praxispartnern und akademischen Ausbildungszentren zu absolvieren.
Im 5. Semester besteht zudem die Möglichkeit, auch ausländische Standorte
kennen zu lernen. AbsolventInnen des Bachelorstudiengangs Physician
Assistant stehen viele Karrieremöglichkeiten offen.

Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitsbereich wird die Nachfrage
nach qualifizierten Fachkräften wie Physician Assistant (B. Sc.)
exponentiell steigen. Der Physician Assistant (B. Sc.)  / Arztassistent /
Medizinischer Assistent kann delegierbare patientenbezogene Tätigkeiten
übernehmen, z.B. in der Chirurgie, Inneren Medizin, in der Notaufnahme,
Anästhesie, Intensivmedizin sowie der Funktionsdiagnostik im
allgemeinmedizinischen Bereich. Auch im ambulanten Sektor wird der Einsatz
von Physician Assistants (B. Sc.) wachsen, zum Beispiel in Praxen oder
Medizinischen Versorgungszentren in Regionen mit geringerer
Versorgungsdichte.

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