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Gesundheit

v.l.n.r.: Sachsens Gesundheitsministerin Köpping im Gespräch mit Dr. de With, Infektiologie, Dr. von Bonin, Medizinische Klinik III und Prof. Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.  Foto: Uniklinkum Dresden / Marc Eisele

Dresdner Uniklinikum richtet Infektions-Fachambulanz ein

Gemeinsam mit der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping eröffnet
der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus
Dresden, Prof. Michael Albrecht, die innerhalb weniger Tage neu
eingerichtete Infektions-Ambulanz. Auf Infektiologie spezialisierte
Ärztinnen untersuchen fortan Patienten, bei denen ein begründetes Risiko
einer Infektion mit dem Corona-Virus (COVID-19) besteht. Zudem unterstützt
der Zentralbereich Klinische Infektiologie des Dresdner Uniklinikums
niedergelassene Ärzte bei Fragen der Versorgung und des Infektionsschutzes
mit einer Hotline.

v.l.n.r.: Sachsens Gesundheitsministerin Köpping im Gespräch mit Dr. de With, Infektiologie, Dr. von Bonin, Medizinische Klinik III und Prof. Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.  Foto: Uniklinkum Dresden / Marc Eisele
v.l.n.r.: Sachsens Gesundheitsministerin Köpping im Gespräch mit Dr. de With, Infektiologie, Dr. von Bonin, Medizinische Klinik III und Prof. Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. Foto: Uniklinkum Dresden / Marc Eisele

Im aktuellen sächsischen Krankenhausplan ist das Dresdner Uniklinikum als
Zentrum für Infektiologie und Krankenhaushygiene ausgewiesen. Im Rahmen
dieses Versorgungsauftrages hat sich der Klinikumsvorstand dafür
entschieden, eine eigene Infektions-Fachambulanz einzurichten. Die über
mehrere Warte- und Isolationsbereiche sowie zwei Untersuchungsräume
verfügende Ambulanz befindet sich in einem Gebäude, in dem keine weiteren
Patienten versorgt werden. Zudem verfügt die Einrichtung über einen
ausschließlich von Patienten und Mitarbeitern der Infektions-Ambulanz
genutzten Zugang.

„Wir hoffen, dass wir mit dieser Ambulanz einen Beitrag dafür leisten, das
Infektionsrisiko für das medizinische Personal des Uniklinikums und damit
auch der hier behandelten Patienten deutlich zu senken. Die Bündelung der
Ressourcen an einem zentralen Anlaufpunkt hat zudem den Effekt,
medizinische Schutzausrüstung so gezielt wie möglich einsetzen zu können
und damit die Versorgungslage zu entspannen“, sagt Prof. Michael Albrecht,
Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. Niedergelassene Ärzte haben zudem
die Möglichkeit, bei Fragen zu Patienten, die sich mit oder ohne die
spezifischen Symptome des Corona-Virus bei ihnen vorstellen, direkt die
Infektionsambulanz des Uniklinikums zu konsultieren.

„Ich danke allen Beteiligten des Dresdner Uniklinikums, dass sich mit der
Infektionsambulanz so schnell eine Institution gefunden hat, die Corona-
Patienten gut und abgesondert von anderen Patienten des Klinikums
behandelt. Dies Lösung wird der ernsten Situation gerecht, die wir
mittlerweile auch in Sachsen haben“, sagt Gesundheitsministerin Petra
Köpping bei der Eröffnung der Infektions-Fachambulanz.
Von der Infektions-Fachambulanz des Uniklinikums untersuchte
Verdachtsfälle werden in der Regel mit entsprechenden Handlungs- und
Verhaltensempfehlungen nach Hause geschickt. Ergibt der Test den Nachweis
des Virus, informiert die Ambulanz den betroffenen Patienten sowie das
Gesundheitsamt, das in diesem Fall auch über das weitere Vorgehen
entscheidet.

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Kalender Darmspiegelung, Grafik Krebsinformationsdienst, DKFZ

Darmspiegelung kann vor Krebs schützen

Kalender Darmspiegelung, Grafik Krebsinformationsdienst, DKFZ
Kalender Darmspiegelung, Grafik Krebsinformationsdienst, DKFZ

Darmkrebsmonat  Obwohl die Darmspiegelung vor Darmkrebs schützen kann, sind immer noch viele Menschen skeptisch. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums räumt mit den häufigsten Vorurteilen auf.  

Bei vielen Menschen löst die Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung Skepsis aus. Und das, obwohl das Verfahren erwiesenermaßen vor Darmkrebs schützen kann. Mit dieser Untersuchung können bereits Vorstufen von Krebs erkannt und entfernt werden. Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die das Angebot nicht wahrnehmen. Grund hierfür sind oft Unsicherheit und mangelnde Information. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums räumt anlässlich des Darmkrebsmonats März 2020 mit den häufigsten Vorurteilen auf.    

In Deutschland stellt Darmkrebs bei Männern aktuell die dritthäufigste, bei Frauen sogar die zweithäufigste Krebserkrankung dar. Für knapp 24.000 Patienten pro Jahr verläuft die Erkrankung tödlich. Zur Früherkennung von Darmkrebs ist die Darmspiegelung für Männer ab 50 und Frauen ab 55 zurzeit die wichtigste Methode. Sie ist schnell, zuverlässig und in der Regel auch schmerzfrei. Das Endoskop, ein fingerdicker Schlauch, der vorne über eine kleine Kamera verfügt, wird vorsichtig durch den After in den Darm eingeführt. Der Arzt kann so das Innere des Darms und die Darmschleimhaut untersuchen. Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, können entfernt und verdächtige Stellen als Gewebeproben entnommen werden. Der ganze Vorgang dauert zwischen 15 und 45 Minuten. Die Untersuchung kann in Kurznarkose durchgeführt werden, so dass viele Patienten von der eigentlichen Untersuchung kaum etwas mitbekommen. War diese unauffällig, so muss sie erst nach 10 Jahren wiederholt werden, sofern man keine Beschwerden hat.  

Vorurteile und Halbwissen

Der Darm und alles was damit zusammenhängt ist für die meisten Menschen eine schambehaftete Zone, über die ungern gesprochen wird. Von der Vorstellung, einen Schlauch ausgerechnet in dieses Organ eingeführt zu bekommen, ist mancher peinlich berührt. Hinzu kommen falsche Vorstellungen und Halbwissen, die sich hartnäckig in der öffentlichen Wahrnehmung halten. „Unser Ziel ist es, jeden in die Lage zu versetzen, eine informierte und auf fundierten Fakten basierende Entscheidung zu treffen“, so Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Ärztinnen und Ärzte des Dienstes beantworten Fragen zum Thema Krebs täglich von 8 bis 20 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-420 30 40. Die E-Mail-Adresse lautet krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Kurz und bündig, das sind die Fakten zu typischen Irrtümern:  

  • Ohne Beschwerden kann ich mir die Untersuchung doch sparen. 

Stimmt so nicht. Denn die Vorstufen des Darmkrebses, die Polypen, verursachen keine oder kaum Beschwerden. Sie können sich aber im Verlauf der Jahre zu einem bösartigen Tumor weiter entwickeln. Werden sie dagegen während der Darmspiegelung entdeckt, entfernt Sie der Arzt, sodass ein Tumor gar nicht erst entstehen kann. 

  • Viele Liter Abführmittel trinken – das ist eklig!

Um ein sicheres Untersuchungsergebnis zu erhalten, ist eine gute Darmreinigung Voraussetzung. Heutzutage sind dafür aber zwei Liter ausreichend. Der zugesetzte Orangen- oder Zitronengeschmack sorgt zudem für eine geschmackliche Verbesserung.

  • Viel zu riskant!

Das Untersuchungsverfahren gilt als das zuverlässigste, um bösartige Tumoren und ihre Vorstufen zu entdecken. Die Darmspiegelung wird von gut ausgebildeten Experten für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologen) durchgeführt. Zu Komplikationen, kommt es nur bei 2 von 1.000 Darmspiegelungen, in erster Linie handelt es sich dabei um Blutungen. 

  • Das bringt doch nichts!

In Deutschland werden seit der Einführung der Darmspiegelung in das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm im Jahr 2002 Daten gesammelt und ausgewertet. Demnach wurden durch die Darmspiegelung zur Früherkennung im Zeitraum von 10 Jahren etwa 180.000 Darmkrebs-Erkrankungen verhindert. Außerdem konnten im gleichen Zeitraum etwa 40.000 Darmkrebs-Erkrankungen früher entdeckt werden und die Betroffenen hatten damit eine bessere Heilungschance.

  • Ist doch nur was für alte Menschen!

Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken steigt ab einem Alter von 50 Jahren deutlich an. Darmkrebs kann sich aber auch schon in jüngeren Jahren entwickeln. Zum Beispiel, wenn Darmkrebs in der Familie aufgetreten ist. Dann steigt das Risiko für die anderen Familienmitglieder. Verwandte von Darmkrebspatienten sprechen am besten mit dem Arzt, in welchem Alter sie mit der Früherkennung beginnen sollen.

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DGP: Asthma und COVID-19: Therapie unverändert fortführen

Asthma-Patienten und COVID-19
Lungenexperten raten: Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS)
unverändert fortführen

Aktuell finden sich Stimmen, die die Therapie mit inhalierbaren Steroiden
(ICS) – das Kern-Element der Asthma-Therapie – vor dem Hintergrund der
aktuellen Coronavirus-Epidemie in Frage stellen. So wies Professor Dr.
med. Christian Drosten, Institut für Virologie der Charité Berlin, in
seinem Podcast vom 13. März 2020 darauf hin, dass Asthma-Patienten mit
ihrem Arzt darüber sprechen sollten, ein auf Kortison basierendes Asthma-
Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, welches das Immunsystem
weniger angreife. Diese Aussage verunsichert Patienten und Behandler.

Die deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen, bei Kindern und Erwachsenen
mit Asthma eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische
Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht aus
diesem Grund zu ändern oder gar zu beenden. Die Gefahr, dass sich das
Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und (ansonsten
unnötige) Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich macht –
einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den
einzelnen Asthma-Patienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches,
gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem
Coronavirus (SARS-Cov-2). Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei
Patienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen
Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden.

Alle übrigen, vom Robert Koch-Institut empfohlenen Hygiene- und
Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich der Meidung von Sozialkontakten, sind
selbstverständlich auch von Patienten mit Asthma zu befolgen.

Für die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
(DGP):
Michael Pfeifer (Donaustauf), Marek Lommatzsch (Rostock), Stephanie Korn
(Mainz), Christian Taube (Essen), Johann Christian Virchow (Rostock),
Roland Buhl (Mainz)

Für die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V. (GPP):
Matthias Kopp (Lübeck)

Für die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V.
(GPA):
Christian Vogelberg (Dresden)

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Leben retten – nur eine rasche „Notbremsung“ kann jetzt helfen

Stellungnahme
der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und der Deutschen
Gesellschaft für Innere Medizin:

Leben retten – nur eine rasche „Notbremsung“ kann jetzt helfen

Die Infektionen mit SARS-CoV-2 und die COVID-19 Erkrankungen steigen
aktuell in Deutschland rapide an. Die exponentielle Zunahme der Fälle wird
bei ungebremster Fortsetzung des Trends und der aktuell verzeichneten
Verdopplung der Fallzahlen etwa alle drei Tage, zu etwa 20.000 Fällen in
Deutschland bis Ende dieser Woche führen. Die Beobachtung einer bisher
niedrigen Mortalität ist trügerisch, sie steigt erst im weiteren Verlauf
der Ausbreitung an.

Dieser Trend ist bereits jetzt sichtbar: Die Letalität betrug bis zum 9.
März 2020 noch 0% und liegt aktuell bei 0,2%. In den Kliniken lässt sich
parallel eine rasch steigende Zahl von stationär oder intensivmedizinisch
behandlungspflichtiger Patienten beobachten.

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Um die weitere Ausbreitung zu bremsen, muss unmittelbar gehandelt werden,
so die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Länder wie Taiwan, Südkorea
oder Hongkong haben gezeigt, dass mit tiefgreifenden Einschränkungen des
öffentlichen Lebens eine Eindämmung der Epidemie möglich ist. Kommen diese
zu einem zu späten Zeitpunkt – wie in Italien geschehen – sind diese
Maßnahmen weit weniger wirksam.

Die überwiegend milden Verläufe bei jüngeren und gesunden Infizierten
täuschen über die Bedrohung durch SARS-CoV-2 hinweg; ihnen steht eine
dramatisch hohe Rate an schweren Verläufen bei chronisch kranken,
immunsupprimierten und älteren Menschen gegenüber. Es muss vermieden
werden, dass Kontaktpersonen dieser besonders gefährdeten
Bevölkerungsgruppen die Infektion an diese weitergeben. Eine der
wichtigsten Gruppen hierbei sind Mitarbeiter in Seniorenheimen und
Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und alle anderen
Berufsgruppen, die vor allem kranke und ältere Mitmenschen betreuen.

In der letzten Woche sind mit der Absage von Großveranstaltungen und
Schließung von Schulen und Kindertagesstätten bereits wichtige Schritte
unternommen worden. Diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus. Die weitere
Ausbreitung von COVID-19 kann nur durch noch deutlich weitergehende
Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelingen: Hierzu zählt die völlige
Schließung von gastronomischen Betrieben und nicht-systemrelevanten
Arbeitsstätten. Wie in anderen Ländern sollten Zusammenkünfte von mehr als
fünf Personen unterbleiben. Die zwingende Notwendigkeit solcher Maßnahmen
muss der Bevölkerung sehr deutlich und anschaulich vermittelt werden,
damit sie entsprechend angenommen werden.

Den Anstieg der Fälle für die nächsten zwei Wochen lässt sich aktuell kaum
mehr beeinflussen, aber rasche effektive Maßnahmen können immer noch die
Höhe der anrollenden Welle von Infektionen deutlich verringern. Die
wirtschaftlichen Folgen sind erheblich und viele Anstrengungen werden
nötig sein, um diese abzumildern. Bei nüchterner Betrachtung aller
Alternativen wird dennoch nur die sofortige „Notbremsung“ des öffentlichen
Lebens noch größere Schäden verhindern.

Für die DGI:
Prof. Dr. med. Bernd Salzberger, Vorsitzender der DGI
Für die DGIM:
Prof. Dr. med. Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM

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