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Gesundheit

 Headspace und SleepCycle

Bochumer schlafen am wenigsten: Anlässlich des Weltschlaftages: Headspace und SleepCycle veröffentlichen Daten zum Schlafverhalten der Deutschen

 Headspace und SleepCycle
Headspace und SleepCycle

Guter Schlaf ist wichtig für die Immunabwehr, das weisen Studien immer wieder nach. In welcher Stadt in Deutschland schläft man am längsten und wo wird am meisten geschnarcht? Das haben die weltweit führende Meditations- und Schlaf-App Headspace und  die intelligente „Wecker-App” SleepCycle  in einer aktuellen Datenauswertung, die zum Weltschlaftag veröffentlicht wird, herausgefunden.

SleepCycle analysiert Schlafzyklen und weckt den Nutzer genau zum richtigen Zeitpunkt seiner Schlafphase, um ausgeruht in den Tag starten zu können. Für die Auswertung wurden in Deutschland über 3 Millionen SleepCycle-Schlafsessions anonymisiert ausgewertet: Mit 6 Stunden und 34 Minuten schlafen die Deutschen pro Nacht länger als der globale Durchschnitt (6 Stunden 27 Minuten). Wer jedoch das Maximum aus seinem Schlaf herausholen will, sollte nach Münster oder Braunschweig ziehen. Beide Städte sind mit einer nächtlichen Schlafdauer von 6 Stunden und 45 Minuten Spitzenreiter. In Mainz (6 Stunden 40 Minuten) und Augsburg (6 Stunden 38 Minuten) schläft es sich auch relativ lange, während Bochum mit 6 Stunden 21 Minuten Schlusslicht ist.

Wie sieht es mit nächtlichem Schnarchen aus, eine der lästigen Schlafunterbrechungen für den Mitschläfer? Hier nehmen die Deutschen laut der Datenauswertung eine etwas „zweifelhafte“ Spitzenposition ein: Mit 18 Minuten 36 Sekunden schnarchen sie vier Minuten länger als der globale Durchschnitt (14 Minuten 30 Sekunden). Spitzenreiter ist das Nordlicht Kiel, wo durchschnittlich 25 Minuten pro Nacht geschnarcht wird.  Wer weniger lange schnarchen will: Vergleichsweise kurz sind die Schnarch Phasen in Münster und Heidelberg mit 11 und 12 Minuten pro Nacht.

Hier die gesamte Übersicht:

Schlafdauer: Deutschland: durchschnittlich 6 Std. 34 Min. im Vergleich zu weltweit 6 Std 27 Min.

Am längsten schläft man in:

Münster              6 Std.  45 Min

Braunschweig   6 Std. 45 Min

Mainz                   6 Std.  40 Min.

Augsburg            6 Std. 38 Min.

Leipzig                  6 Std. 37 Min.

Berlin                    6 Std. 36 Min.

Am kürzesten schläft es sich in:

Norderstedt      6 Std. 27 Min. (so lange wie der weltweite Durchschnitt)

Wuppertal          6 Std. 25 Min.

Bremen                               6 Std. 24 Min

Aachen                                6 Std. 24 Min.

Bochum               6 Std. 21 Min.

Schnarch Dauer in  Deutschland:  durchschnittlich 18 Minuten 24 Sekunden, 4 Minuten länger als durchschnittlich weltweit

Am längsten wird geschnarcht in:

Kiel                        25 Minuten 13 Sek.

Dortmund          23 Min. 23 Sek.

Osnabrück          21 Min. 41 Sek.

Mainz                   21Min. 37 Sek.

Hannover           21 Min. 37 Sek.

Am kürzesten geschnarcht wird in:

Frankfurt/Main                18 Min. 0 Sek.

Berlin                    15 Min. 54 Sek.

Bochum               14 Min. 2 Sek.

Mannheim         13 Min. 11 Sek.

Leipzig                  13 Min. 2 Sek.

Heidelberg         12 Min. 20 Sek.

Münster              11 Min. 24 Sek.

Headspace bietet mit „Sleep by Headspace“ neue Inhalte, die einen guten Schlaf fördern

 

Mit „Sleep by Headspace“ hat Headspace eine neue Serie von Inhalten auf Deutsch, Englisch und Französisch veröffentlicht, die sich dem Thema Schlaf widmet. Mitglieder von Headspace hörten in den letzten zwei Jahren durchschnittlich zwei Jahre und 138 Tage Headspace-Sleep-Inhalte pro Nacht. Unter den insgesamt über 1.200 Stunden umfassenden Achtsamkeitsübungen von Headspace, die von Stressabbau, über Konzentration bis hin zu Schlaf eine Vielzahl von Themen abdecken, zählen die Inhalte zur Verbesserung des Ein- und Durchschlafens zu den beliebtesten.

 

Sleepcasts bei Deutschen besonders bevorzugt

In Deutschland hat sich das Hören von Einschlafmusik (beruhigenden Stücken) und Klangwelten (3D-Aufnahmen der schönsten Orte der Welt) auf Headspace in den letzten drei Monaten um 300 Prozent erhöht. „Sleep by Headspace“ umfasst auch eine neue Art von schlaffördernden Inhalten, die sogenannten Sleepcasts. Es sind lange detaillierte Erzählungen, die untermalt von eigenen Klangwelten, Landschaften beschreiben.

 

Seit Einführung der ersten deutschsprachigen Sleepcasts hat sich die Zahl der deutschen Sleepcast-Hörer verdoppelt. Besonders beliebt sind hierzulande aktuell Regenszenen, wie „Regenröhre“ oder „Hütte im Platzregen“. Ihr Narrativ variiert jede Nacht, da eine Technologie die Anordnung immer wieder ändert. Sleepcasts starten mit Übungen zum Loslassen des Tages und  zum „Herunterkommen“, gefolgt von einer Erzählung, die mit Klangwelten untermalt, in den Schlaf „spricht“.

 

Renate Nyborg, General Manager von Headspace in Europa mit Sitz in Paris sagt: „ Ursprünglich  wurden die Sleepcasts von 12 Dichtern aus aller Welt geschaffen. Wir suchen aber nach deutschen Poeten, die Inhalte schaffen, die die Raffinessen und den kulturellen Reichtum Deutschlands am besten widerspiegeln.”

„Das Bewusstsein ist der erste und wichtigste Schritt, um gesundheitsfördernde Angewohnheiten beizubehalten oder durch Veränderung zu verbessern. SleepCycle hilft Menschen dabei, ihre eigenen Schlafgewohnheiten kennenzulernen. Wir liefern ihnen die Informationen, die sie brauchen, um herauszufinden, welche Faktoren ihren Schlaf beeinflussen. Gesunder Schlaf ist die Grundlage für alles. Darin zu investieren ist das Beste, was man für seine eigene Gesundheit tun kann,” so Carl Johan Hederoth, CEO SleepCycle, dem Entwicklungsstudio, das  hinter der App steht.

 

Methodik der Datenauswertung:

Die Auswertung umfasste männliche und weibliche Nutzer von SleepCycle. In Deutschland allein wurden Daten von über drei Millionen Schlafsessions ausgewertet, weltweit wurden 89 Millionen Schlafsessions analysiert. Die Daten werden freiwillig und anonym von Nutzern der App SleepCycle zur Verfügung gestellt. Bei Nutzung der SleepCycle-App über einen gewissen Zeitraum wird die Schlafqualität kalibriert. Dann kann der Nutzer per Push-Notification entscheiden, ob er seine Schlafdaten anonymisiert für Schlafstudien zur Verfügung stellen möchte. Diese Frage kommt einmalig. Eine Änderung der Datenfreigabe kann durch den Nutzer jederzeit erfolgen. Nutzer, die sich gegen eine Teilnahme an Studien entscheiden, haben die Sicherheit, dass ihre Daten sicher auf ihrem Endgerät und ihrem Online-Backup-Account gespeichert bleiben.

 

Über Headspace

Headspace wurde mit einem Ziel gegründet: Gesundheit und Glück in der Welt zu mehren.  Headspace erreicht über 62 Millionen Nutzer in 190 Ländern und war eine der ersten Meditations-Apps. Heute ist Headspace unangefochten führend, wenn es um Achtsamkeit und mentales Training geht. Headspace hat sich zum Ziel gesetzt, das Thema Achtsamkeit durch klinisch validierte Studien voranzubringen, und setzt dazu aktuell die größte Studienreihe überhaupt unter den digitalen Gesundheits- und Wellness- Unternehmen um. Headspace unterhält außerdem einen B2B-Bereich unter dem Namen „Headspace for Work“ und versorgt mit seinen Achtsamkeitsprodukten und -diensten aktuell über 600 Unternehmen, wie etwa Starbucks, Zalando, und Wooga. Headspace sorgt damit für produktivere Firmenkulturen und mehr Leistungsfähigkeit in diesen Unternehmen. Das Unternehmen kooperiert mit vielen der bekanntesten Marken weltweit, darunter Apple, Amazon und weiteren. Headspace arbeitet auch mit Marken wie Nike, NBA und der US-Frauenfußball-Mannschaft zusammen und bietet Sport- und Bewegungsinhalte. Im Jahr 2018 ging Headspace mit Headspace Health an den Start, einem Digital-Health-Tochterunternehmen, das daran arbeitet, den Achtsamkeitsansatz von Headspace in die Digitalmedizin einzubringen. Headspace wurde von Fast Company als eines der innovativsten Unternehmen weltweit ausgezeichnet, außerdem erhielt Headspace eine Auszeichnung als „Apple´s Best“ im Jahr 2018, sowie von Samsung eine Auszeichnung als „Samsung´s Best“ im Jahr 2019 und eine Prämierung von „CB Insights“ unter den Top-Digital-Health-Companies. Zudem wurde Headspace in den Jahren 2018 und 2019 für fünf Webby Awards in den Bereichen Health und Fitness ausgewählt. Weitere Informationen finden Sie unter www.headspace.com, folgen Sie uns auf  Facebook, Twitter und Instagram.

 

Headspace ist im App Store erhältlich:

https://apps.apple.com/de/app/headspace-meditation-schlaf/id493145008

Headspace ist im Play Store erhältlich:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.getsomeheadspace.android

 

Über SleepCycle

Die App SleepCycle wird von Millionen Menschen in aller Welt zur eigenen Überwachung und Verbesserung der Schlafqualität genutzt und verfügt damit über das größte anonymisierte Datenarchiv über das weltweite Schlafverhalten. SleepCycle ist ein intelligenter Wecker, der Ihren Schlafrhythmus untersucht und Sie in der flachsten Phase weckt. SleepCycle möchte auf die Bedeutung des Schlafes für eine gute Gesundheit hinweisen.

Für weitere Informationen über SleepCycle besuchen Sie www.sleepcycle.com.

Folgen Sie SleepCycle auf  Facebook, Twitter et Instagram.

SleepCycle ist im App Store erhältlich:

https://apps.apple.com/de/app/sleep-cycle-wecker-tracker/id320606217

SleepCycle ist im Play Store erhältlich:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.northcube.sleepcycle

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Corona-Virus: So können sich ältere Menschen schützen oder „Kein Küsschen für Oma“

Die Corona-Virus-Welle rollt durch Deutschland und Senioren und
Hochbetagte sind Risikogruppe Nummer eins, wenn es um Infektionen,
insbesondere auch akute Atemwegsinfekte, geht. „Es gibt dennoch keinen
Grund zur Panik“, beruhigt Professor Hans Jürgen Heppner, Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für
Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für
Geriatrie der Universität Witten/Herdecke.

Gerüchte und Empfehlungen, alte Menschen sollten sich am besten zu Hause
isolieren, sind unbegründet. „Oma und Opa dürfen und sollen weiter besucht
werden“, so der erfahrene Altersmediziner. Aber er mahnt zu Besonnenheit
und erhöhten Hygienemaßnahmen. Auch der Kirchgang zu Ostern oder die
größere Familienfeier sind derzeit keine gute Idee.

Mit dem Menschen altert auch sein Immunsystem (Immunseneszenz). Die
Infektabwehr funktioniert langsamer und schwächer als die bei jüngeren
Patienten. Grundsätzlich sind Senioren also anfälliger für Infektionen,
insbesondere auch akute Atemwegsinfekte, wie häufig bei einer regulären
Influenza-Grippe und auch jetzt beim Corona-Virus (SARS-CoV-2) zu
beobachten. „Zudem liegen bei Hochbetagten häufig viele Vor- und
chronische Begleiterkrankungen vor“, erklärt DGG-Präsident Heppner.
„Treffen höheres Alter und chronische Erkrankungen zusammen oder sogar
mehrere chronische Erkrankungen (Multimorbidität), erhöht sich das
Infektions- und Sterberisiko.“ Das erleben Geriater jedes Jahr im Laufe
der Grippesaison: In den vergangenen Jahren betrafen etwa 90 Prozent der
Todesfälle aufgrund von Influenza die Altersgruppe 60+. Entsprechend
ziehen Altersmediziner mit Blick auf den noch unbekannten Corona-Virus
gleiche Schlüsse: Die Gruppe der Senioren und geriatrischen Patienten hat
das höchste Risiko, schwer zu erkranken oder auch an dem Virus zu
versterben. Der Chef-Virologe der Charité, Prof. Dr. Christian Drosten,
prognostiziert sogar eine mögliche Sterberate von bis zu 25 Prozent.

Soziale Isolation ist keinesfalls die Lösung – Händewaschen ist besser

„Jenseits des Rentenalters müssen wir die Bevölkerung wirklich schützen“,
so Heppner, „aber bitte alles jenseits der Panik! Es wird niemand für
Monate weggesperrt, es wird kein Kontaktverbot geben und eine soziale
Isolation ist keinesfalls die Lösung.“ Im Gegenteil: Auch soziale
Isolation kann krank machen. Allerdings mahnt der Altersmediziner auch
Angehörige, etwaige Familienarrangements derzeit zu überdenken. „Die
nächsten Monate sind die Großeltern nicht der Ersatz für die KiTa oder
Ganztagsschule, so schmerzlich das ist. Aber vielmehr sollten Kinder und
Enkel, wenn möglich, für die Großeltern einkaufen gehen, damit diese nicht
in den Supermarkt müssen und sich einer Ansteckungsgefahr aussetzen.“

Die 10 wichtigsten Tipps für den Alltag:

1.      Häufig Händewaschen mit Wasser und Seife für ca. 20 Sekunden
(desinfizierende Zusätze sind in der Regel nicht notwendig)
2.      Nach dem Waschen die Hände gründlich abtrocknen (Handtuch dabei
täglich wechseln)
3.      Aufs Händeschütteln oder auch engen Körperkontakt wie Umarmungen
zur Begrüßung verzichten
4.      Abstand halten zu Menschen, die niesen oder husten
5.      Einwegtaschentücher benutzen
6.      Nach dem Husten, Niesen und Naseputzen wieder die Hände waschen
7.      Große Menschenansammlungen und engen körperlichen Kontakt meiden
(Kirchgang zu Ostern lieber vor den Fernseher verlegen und
Familienfeierlichkeiten auf Einzelbesuche reduzieren)
8.      Gruppenreisen absagen (lieber mit wenigen Menschen ins Museum
gehen)
9.      Spazieren an der frischen Luft, um die Immunabwehr zu trainieren
10.      Pneumokokken-Impfung nachholen, wenn noch nicht erfolgt

Pneumokokken-Impfung wird dringend empfohlen

Die DGG appelliert zudem an alle Senioren, eine Pneumokokken-Impfung
nachzuholen bzw. sich impfen zu lassen: „Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt
und komplettieren Sie Ihren Impfschutz gegen die saisonale Grippe und
Pneumokokken, wie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen", rät
Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am
Universitätsklinikum Jena und Sprecherin der AG-Impfen innerhalb der DGG.
„Eine Pneumokokken-Impfung ist extrem wichtig, da bei geimpften Patienten
eine Lungenentzündung mit deutlich milderen Symptomen verläuft als bei
nicht-geimpften Patienten.“ Denn: Ähnlich wie bei der Influenza, ist auch
beim Corona-Virus gar nicht das Virus an sich, sondern die sich daraus
entwickelnde Lungenentzündung am Ende, fatal. So stellt die Pneumokokken-
Impfung in jeglicher Hinsicht eine gute Prophylaxe dar.

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Nicht aus Angst vor Corona leichtfertig die Blutdruckmedikation absetzen!

Aktuelle Spekulationen verunsichern viele Patienten: Blutdrucksenker
könnten anfälliger für Coronavirus-Infektionen machen. Daraus den Schluss
zu ziehen, Medikamente abzusetzen, ist nach aktuellem Kenntnisstand
unbegründet. Zum einen gibt es Daten, denen zufolge genau diese
Medikamente sogar vor einem Lungenversagen schützen könnten, zum anderen
dürfe nicht unterschätzt werden, dass das Absetzen von Blutdrucksenkern zu
hohen Gesundheitsrisiken führt. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) rät
Patientinnen und Patienten zur Besonnenheit. „Die derzeitige Datenlage
rechtfertigt kein Absetzen der Medikamente“, so Professor Florian
Limbourg, Hannover, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga.

Zum Hintergrund: Das SARS-CoV2 Virus nutzt zum Eintritt in die Zellen das
Enzym ACE2. Dieses wird von Zellen der Lunge produziert, wo es auf der
Zell-Oberfläche präsentiert wird und als Eintrittspforte für das Virus
dienen kann. ACE2 wird aber auch in löslicher Form produziert und schwimmt
dann quasi als Köder im Blut, was die Virusinfektion von Zellen deutlich
unterdrückt. Mehr ACE2 könnte also positive oder negative Effekte im
Rahmen einer Virusinfektion haben.

Wie kommen die Blutdruckmedikamente ins Spiel? ACE2 baut Blutdruckhormone
des Renin-Angiotensin-Systems ab, welche von dem verwandten Enzym ACE
gebildet werden. Gängige Blutdrucksenker, wie ACE-Hemmer und die so
genannten Sartane, blockieren die Blutdruckhormonbildung oder -effekte,
was in Studien an Ratten und einer Studie am Menschen zu einer leichten
Erhöhung des ACE2 geführt hat.

Während die Bedeutung für die potentielle Infektanfälligkeit für SARS-CoV2
also völlig unklar ist, gibt es hingegen sehr überzeugende Daten für einen
schützenden Effekt durch Blockade des Renin-Angiotensin-Systems bei
schwerem Lungenversagen, dem so genannten ARDS („acute respiratory
distress syndrome“). So zeigten mehrere Arbeiten, die im hochrenommierten
Journal „Nature“ publiziert wurden, sehr klar, dass sowohl eine Erhöhung
von ACE2, aber auch die Blockade von ACE, wie sie z. B. durch
Blutdrucksenker erreicht wird, den Verlauf des ARDS günstig beeinflussen.
Im Rahmen einer Lungenentzündung entwickelt die Hemmung des Renin-
Angiotensin-Systems also vorteilhafte Effekte.
„Der mögliche schädliche Einfluss von Blutdrucksenkern auf Virus-
Infektanfälligkeit ist äußerst spekulativ. Hingegen könnten
Blutdrucksenker bei schweren Verläufen Leben retten“, erklärt der MHH-
Experte. „Der jetzige Kenntnisstand rechtfertigt also keinesfalls,
Blutdrucksenker abzusetzen.“

Insbesondere warnt der Experte vor dem Absetzen oder der Reduktion der
Dosis ohne vorherige Abstimmung mit dem Arzt. Insbesondere bei
kardiovaskulären Hochrisikopatienten kann es in der Folge zu schweren
Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommen. „Damit würde
man das Kind mit dem Bade ausschütten“.

Die Deutschen Hochdruckliga DHL® rät Patienten zur Besonnenheit und auch
zu einem kritischen Umgang mit (Fehl-)Informationen in den Medien und den
sozialen Medien. Valide wissenschaftlich haltbare Informationen geben die
Behörden (Robert Koch-Institut, Bundesgesundheitsministerium und
Gesundheitsämter) und die medizinischen Fachgesellschaften. Wer stark
verunsichert ist, sollte mit seinem Arzt sprechen und sich beraten lassen.
Aktuelle Informationen zu Corona für Patienten mit Bluthochdruck bietet
auch die europäische Hypertoniegesellschaft („European Society of
Hypertension“/ESH): https://www.eshonline.org/spotlights/esh-statement-on-
covid-19/

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Gut für ältere Patienten: In Zukunft Teamwork von Unfallchirurgen und Altersmedizinern verpflichtend

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
(DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

G-BA-Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur

Ältere Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur, auch
Oberschenkelhalsbruch genannt, sollen in Zukunft nur noch gemeinsam von
Orthopäden und Unfallchirurgen und Altersmedizinern versorgt werden. Das
besagt eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche
Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßen diesen Beschluss dem Grunde
nach.

Denn die betagten Patienten benötigen nach einem Sturz nicht nur eine
fachgerechte unfallchirurgische Behandlung, sondern auch ihre
Multimorbidität und altersbedingte Gebrechlichkeit muss mitversorgt
werden. „Nur wenn wir Hand in Hand arbeiten, können wir die bisher
dramatische Sterblichkeit nach Oberschenkelhalsbruch bei betagten
Patienten stärker senken“, sind sich DGU-Präsident Prof. Dr. Michael J.
Raschke und DGG-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner einig. Allerdings
haben noch nicht alle Kliniken die nötigen Voraussetzungen und es mangelt
lokal derzeit noch an Altersmedizinern für eine flächendeckende Versorgung
für die Umsetzung der Richtlinie. Wie Fachärzte die erforderliche
Qualifikation erhalten können und welche Vorkehrungen für die Kliniken
erforderlich sind, darüber informieren Experten von DGU und DGG auf dem
Alterstraumatologie-Kongress. Er findet vom 19.-20. März 2020 in München
statt.

Den Beschluss über eine Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen
Femurfraktur traf der G-BA Ende Dezember 2019. Damit soll die Versorgung
älterer Menschen mit Knochenbrüchen nachhaltig verbessert werden. Denn
insbesondere bei älteren Patienten liegt die 30-Tage-Sterblichkeit nach
einer Hüftfraktur bei über 10 Prozent. Eine aktuelle und kürzlich im
Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie (Rapp et al. Dtsch Arztebl Int
2020; 117: 53-9) zeigt jedoch, dass sich bei der Zusammenarbeit von
Unfallchirurgen und Altersmedizinern in einem multiprofessionellen Team
die Sterblichkeit älterer Patienten nach einem Oberschenkelhalsbruch um
mehr als 20 Prozent senken lässt. „Der aktuelle Beschluss zeigt, dass DGU
und DGG mit dem Weißbuch Alterstraumatologie und den Alterstraumazentren
bereits den wichtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt Professor Dr. Ulrich
Liener, Leiter der DGU-Arbeitsgemeinschaft Alterstraumatologie und Leiter
der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Marienhospital Stuttgart.
Kern der Weißbuch-Empfehlungen ist die Zusammenarbeit von Unfallchirurgen
und Altersmedizinern in einem multiprofessionellen Team. Bereits 2014
haben die DGU und die DGG mit ihren Zertifizierungsinitiativen
AltersTraumaZentrum DGU® (ATZ-DGU) und Alterstraumatologisches Zentrum DGG
(atz-DGG) begonnen, die im Weißbuch Alterstraumatologie enthaltenen
Empfehlungen umzusetzen. „Damit erfüllen bereits jetzt schon über 100
Kliniken freiwillig die zukünftig verpflichtende Richtlinie“, betont
Liener.

Die Anforderungen des G-BA Beschlusses sind hoch, sie betreffen alle
behandelnden Krankenhäuser. „Aktuell fehlen für die Umsetzung in ganz
Deutschland mehr als 400 Geriater, sodass die Auflagen nicht sofort und
überall erfüllt werden können. Bei großen Kliniken wird dies in einem ATZ
erfolgen, bei kleineren Krankenhäusern meist durch die Zusammenarbeit der
Unfallchirurgie mit der Allgemeinen Inneren Medizin mit dem Schwerpunkt
Altersmedizin“, sagt Professor Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Abteilung
für Geriatrie, Alterstraumatologisches Zentrum und Klinik für Geriatrische
Rehabilitation des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart. Eine fünfjährige
Übergangsfrist biete jedoch allen Krankenhäusern ausreichend Zeit, die
nötigen Veränderungen selbst zu veranlassen, um eine flächendeckende
Versorgung sicher zu stellen.

Für die in dem G-BA Beschluss geforderte Behandlung entlang
standardisierter Behandlungspfade (SOPs) können die DGU und DGG auf
umfassende Erfahrungen aus ihren interdisziplinären Alterstraumazentren
zurückgreifen. „Wir stehen mit unseren Erfahrungen allen mit der
Behandlung von Hüftfrakturen befassten Kliniken beratend zur Seite“, sagt
Becker. Dazu habe die DGU gemeinsam mit der DGG eine Task-Force mit
Experten gebildet, die den Prozess und die Dialoge kontinuierlich
begleiten wird.

Hintergrund:
Jeder Dritte über 65 Jahre stürzt mindestens ein Mal pro Jahr, bei den
über 80-Jährigen sogar fast jeder Zweite. Laut Robert Koch-Institut
passieren mehr als die Hälfte der Sturzunfälle bei Personen ab 60 Jahre zu
Hause oder in der unmittelbaren Umgebung, auf dem Weg zum Briefkasten oder
im Garten. In Deutschland werden derzeit mehr als 450.000
alterstraumatologische Frakturen pro Jahr stationär behandelt. Jährlich
müssen in Deutschland über 150.000 Hüftfrakturen versorgt werden.

Weitere Informationen:
1) Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur: Erstfassung
Der Beschluss soll nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für
Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Juli 2020 in
Kraft treten.
https://www.g-ba.de/beschluesse/4069/
2) Studie: Assoziation von orthogeriatrischem Co-Management und
Sterblichkeit nach Hüftfraktur
Rapp, Kilian; Becker, Clemens; Todd, Chris; Rothenbacher, Dietrich;
Schulz, Claudia; König, Hans-Helmut; Liener, Ulrich; Hartwig, Erich;
Büchele, Gisela, Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 53-9; DOI:
10.3238/arztebl.2020.0053
https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=&typ=16&aid=212049&autor=Rapp%2C+K
3) Weißbuch Alterstraumatologie
https://www.dgu-
online.de/fileadmin/published_content/5.Qualitaet_und_Sicherheit/Alterstraumatologie/Weissbuch_Alterstraumatologie_2018.pdf

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