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Gesundheit

Der Herzchirurg und Forscher Dr. Philippe Grieshaber (ganz rechts) und sein OP-Team während einer aortokoronaren Bypass-Operation eines Patienten mit koronarer Herzerkrankung.  Foto: P. Grieshaber/UKGM

Gefährliches Kreislaufversagen: Wie die Versorgung geschwächter Herzen verbessern?

Der Herzchirurg und Forscher Dr. Philippe Grieshaber (ganz rechts) und sein OP-Team während einer aortokoronaren Bypass-Operation eines Patienten mit koronarer Herzerkrankung.  Foto: P. Grieshaber/UKGM
Der Herzchirurg und Forscher Dr. Philippe Grieshaber (ganz rechts) und sein OP-Team während einer aortokoronaren Bypass-Operation eines Patienten mit koronarer Herzerkrankung. Foto: P. Grieshaber/UKGM

Forscht für eine bessere Versorgung von Herzpatienten nach
Kreislaufversagen: Herzchirurg Dr. Philippe Grieshaber am
Universitätsklinikum Gießen-Marburg erhält Dr. Rusche-Projektförderung
(59.000 Euro)

Wenn bei Patienten mit schwerer Herzschwäche das Herz versagt, setzen
Ärzte mechanische Kreislaufunterstützungssysteme ein. Die Systeme arbeiten
wie Herz-Lungen-Maschinen und übernehmen die Aufgabe von Herz und Lunge,
bis sich der Patient erholt hat oder durch weitere medizinische Maßnahmen
stabilisiert werden kann. In Deutschland werden alljährlich rund 2.500
Patienten mit einem „extrakorporalen Kreislaufunterstützungssystem“, kurz
ECLS (Extracorporeal Life Support) versorgt, weltweit kommen die Systeme
pro Jahr etwa 112.000 Patienten zugute. Da immer mehr Menschen an
Herzschwäche und anderen Herzkrankheiten wie Herzklappenerkrankungen und
Rhythmusstörungen erkranken, ist zu erwarten, dass ECLS-Verfahren künftig
noch häufiger angewendet werden müssen. Es ist deshalb wichtig, die
lebensrettenden Systeme stetig weiterzuentwickeln.  Infos für Betroffene
unter www.herzstiftung.de/kunstherz

Hohe Sterblichkeit bei meist schwerstkranken ECLS-Patienten
„Diese Kreislaufunterstützungssysteme werden häufig als letztmögliche
Therapie für den Lebenserhalt der meist schwerstkranken Herzpatienten
eingesetzt. Entsprechend höher als bei anderen Patientengruppen ist auch
die Sterblichkeitsrate bei ECLS-Patienten: sie liegt derzeit bei 50
Prozent“, betont der Herzchirurg Prof. Dr. med. Armin Welz, Vorsitzender
des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung
(DSHF). Vor diesem Hintergrund hat die DSHF die mit 59.226 Euro dotierte
Dr. Rusche-Projektförderung für Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der
Herzchirurgie an Dr. med. Philippe Grieshaber, Oberarzt der Klinik für
Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie Standort Gießen,
Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), vergeben. „Obwohl das
ECLS-Verfahren immer häufiger eingesetzt wird und Herzchirurgen über sehr
viel Erfahrung darüber verfügen, können derzeit nur 50 Prozent der
Patienten durch diese Therapie gerettet werden“, so Dr. Grieshaber. „Wir
müssen deshalb die ECLS-Versorgung unbedingt weiterentwickeln.“ Das ist
auch das Ziel seiner Arbeit mit dem Titel: „Entwicklung und Evaluation
eines neuartigen transapikalen Kanülierungskonzepts zur optimalen
physiologischen Perfusion und kardialen Erholung bei extrakorporaler
Zirkulation“. Am Herzzentrum des UKGM (Herzchirurgie/Kardiologie) kommen
ECLS-Systeme 80- bis 100-mal pro Jahr zum Einsatz, im Kinderherzzentrum
bei 20-30 Kindern und Jugendlichen.

Schwachstellen des ECLS-Systems
Extrakorporale Unterstützungssysteme schaffen außerhalb des Körpers einen
künstlichen Herz-Lungen-Kreislauf. Dazu wird eine Pump- und
Oxygenierungseinheit über einen venösen und arteriellen Schlauch mit dem
Blutkreislauf des Patienten zu einem geschlossenen System verbunden. Der
Zugang erfolgt häufig über die Oberschenkel- oder die
Schlüsselbeinarterie. Der venöse Schlauch leitet das Blut aus dem Körper
des Patienten hinaus, der Oxygenator entfernt das im Blut enthaltende
Kohlenstoffdioxid und reichert es mit Sauerstoff an. Über den arteriellen
Schlauch wird das sauerstoffreiche Blut wieder in den Körper des Patienten
gepumpt. Dr. Grieshaber hat in Vorarbeiten zeigen können, dass bei dieser
herkömmlichen Art der ECLS-Technik die Aortenwurzel und die aufsteigende
Körperschlagader nur unzureichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt
werden. „Das hat eine Durchblutungsstörung der Herzkranz- und Kopf-Hals-
Gefäße zur Folge“, erklärt der Arzt und Wissenschaftler. Hinzu kommen
Belastungen der linken Herzkammer, was gefährliche Blutgerinnsel entstehen
lassen kann. „Eine Erholung des Herzens und des Organismus ist unter
diesen Bedingungen kaum möglich“, gibt Grieshaber zu bedenken. Ein
weiterer Schwachpunkt der bisherigen ECLS-Systeme ist, dass die Schläuche
und der Oxygenator, durch die das Blut des Patienten geführt werden, eine
riesige Fremdoberfläche darstellen. Das kann Gerinnungs- und
Entzündungsprozesse aktivieren. Solche technischen Probleme sind zusammen
mit der Tatsache, dass es sich bei ECLS-Patienten stets um Schwerstkranke
handelt, für die hohe Sterblichkeit verantwortlich.

Neuartige Kanüle soll Herz besser mit Blut versorgen und entlasten
Im Rahmen des Dr. Rusche-Forschungsvorhabens will Dr. Grieshaber eine
neuartige Kanüle entwickeln – ein Zugangsschlauch, der das extrakorporale
Versorgungssystem besser mit dem arteriellen Gefäßsystem des Patienten
verbinden und so eine gute Sauerstoffzufuhr gewährleisten kann. Die
speziell gefertigte Kanüle wird über die Herzspitze eingebracht und soll
über zwei getrennte Innenräume verfügen: Über den ersten Innenraum wird
Blut in die herznahe Hauptschlagader gepumpt, so dass Herz und Kopf
ausreichend sauerstoffreiches Blut erhalten. Über den zweiten Innenraum
soll Blut aus der linken Herzkammer gesaugt werden, um das Herz zu
entlasten. Zur Entwicklung der neuen Kanüle nutzt der Wissenschaftler
moderne Verfahren wie Computersimulationen und die 3-D-Drucktechnik. In
einem nächsten Entwicklungsschritt sollen erste Prototypen der Kanüle
gebaut und in Kreislaufmodellen getestet werden. „Wenn alles so vorangeht,
wie wir es uns vorstellen, können wir in zwei bis drei Jahren mit der
klinischen Erprobung beginnen“, hofft Grieshaber.

Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Stiftung für Herzforschung
(www.dshf.de) – von der Deutschen Herzstiftung e. V. 1988 gegründet –
Forschungsprojekte in einer Größenordnung finanzieren, die die Deutsche
Herzstiftung e. V. und die DSHF in der Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbar machen. Die Dr. Rusche-Projektförderung der DSHF wird
alljährlich gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-
und Gefäßchirurgie (DGTHG) auf der DGTHG-Jahrestagung vergeben.

Tipp: Der Herzstiftungs-Ratgeber „Leben mit einem Kunstherz“ (122 S.) für
Betroffene kann kostenfrei als PDF unter www.herzstiftung.de/kunstherz
oder als Broschüre per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden.

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Cholesterinbombe oder Gesundheitspaket? KKH räumt mit Irrtümern rund um den Mythos Hühnerei auf

Nach wie vor gehören Hühnereier zu den beliebtesten Lebensmitteln der Deutschen: Seit 2008 steigt der Pro-Kopf-Verbrauch laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stetig an und lag im Jahr 2018 zuletzt bei 235 Eiern. Gerade zur Osterzeit kaufen die Verbraucher entsprechend mehr Eier. Doch noch immer hält sich hartnäckig die Behauptung, dass Eier für die Gesundheit eher ungeeignet und insbesondere für den Cholesterinspiegel schädlich sind. Wir sprachen mit Dr. Anja Luci, Ernährungsexpertin der KKH Kaufmännische Krankenkasse, über den Mythos Ei und was wirklich dahintersteckt.

Frau Dr. Luci, treiben Eier den Cholesterinspiegel tatsächlich in die Höhe?
Nein! Zwar stimmt es, dass Hühnereier eine große Menge Cholesterin enthalten. Unser Körper ist jedoch in der Lage, im Regelfall die eigene Cholesterinproduktion zu drosseln, sodass Eier für den Cholesterinspiegel deutlich weniger gefährlich sind als über viele Jahre angenommen. Studien zufolge sollen bis zu drei Eier täglich sogar das gute HDL-Cholesterin erhöhen, welches das Herzinfarkt-Risiko senkt.

Hat der Verzehr von Hühnereiern weitere positive gesundheitliche Auswirkungen?
Eier gehören zu den wertvollsten Lebensmitteln überhaupt. Sie sind ein Top-Eiweißlieferant und darüber hinaus eine preiswerte Quelle lebenswichtiger Nährstoffe. Dass Eier eine gute Sättigungswirkung haben, macht sie besonders morgens zum Frühstück sehr wertvoll. Gleichzeitig bringen sie wie ein Turbo unsere grauen Zellen auf Trab. Kurzum – Eier sind aufgrund der zahlreichen Inhaltsstoffe wahre Gesundheitspakete: Sie machen unser Haar geschmeidiger und die Haut reiner. Weiterhin hilft das enthaltene Lecithin der Leber bei ihrem Entgiftungsjob und schützt zudem die Darmschleimhaut.

Oft hört man, das Eiweiß sei gesünder als das Eigelb. Was ist davon zu halten?
Auch so eine Behauptung, die sich hartnäckig hält. Klar, das Eigelb ist kalorienreicher als das Eiweiß. Doch neben wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält gerade das Eigelb die wichtigen Vitamine A, D sowie die Vitamine B2, B6 und B12. Gemeinsam mit den wichtigen Mineralstoffen Kalzium, Kalium, Zink, Lecithin und Folsäure liefern Eier Energie für den ganzen Tag. Ich will gleich mit noch einem Irrtum aufräumen: Egal ob braune oder weiße Hühnereier – beide sind gleich gesund, und sie haben auch nichts mit der Gefiederfarbe von Hühnern zu tun, sondern mit der Hühnerrasse und den Erbanlagen des Huhns.

Helfen rohe Eier beim Muskelaufbau besser?
Nein. Zudem rate ich hiervon ab! Einmal davon abgesehen, sich dabei mit Salmonellen zu infizieren, kann der Körper das in Eiern enthaltene Protein besser aufnehmen, wenn die Eier vor dem Verzehr gekocht oder gebraten werden.

Häufig findet man im aufgeschlagenen Ei eine Art weißen Faden am Eidotter. Ist das Ei dann schlecht?
Was wir hier sehen, ist die sogenannte Hagelschnur, die wie eine Art Stabilisator das Eigelb in der richtigen Position im Ei-Innern hält. Eine solche Hagelschnur sieht man in sehr frischen Eiern. Ist das Ei älter, lösen sich diese Schnüre langsam auf und der Eidotter sinkt ab. Also: Das Ei ist nicht schlecht, sondern gut sichtbare Hagelschnüre sprechen für die Frische des Eis.

Zum Schluss vier Tipps für den gesunden Ei-Genuss:

  • Beim Einkauf unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) beachten, dass 28 Tage nach dem Legedatum endet und meist auf der Verpackung zu finden ist.
  • Rohe Eier stets im Kühlschrank lagern − nicht in der Nähe von geruchsintensiven Lebensmitteln, da sie über die Poren der Eierschale leicht Gerüche aufnehmen.
  • Eier, die älter als zehn Tage sind, nicht mehr für rohe Speisen verwerten.
  • Frischetest: Wer unsicher ist, ob ein Ei noch frisch genug ist, gibt es in ein mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß. Bleibt es am Boden liegen, ist es frisch. Schwebt es senkrecht im Wasser, ist es 14 bis 21 Tage alt. Ragt die stumpfe Ei-Spitze aus dem Wasser, ist es älter und sollte entsorgt werden.
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U1 bis J1: Vorsorge erspart große Sorgen

Stiftung Kindergesundheit informiert über die wichtigste
Präventionsmaßnahme für alle Kinder

Das Kinderticket zur Gesundheit ist gelb: Nach der Geburt eines Kindes
wird den Eltern von der Entbindungsstation oder der Hebamme ein gelbes
Kinder-Untersuchungsheft ausgehändigt. Dieses „Gelbe Heft“ begleitet heute
über elf Millionen Kinder bis zum 15. Geburtstag zu allen wichtigen
Vorsorgeterminen. Und es wird auch fleißig in Anspruch genommen, berichtet
erfreut die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme:
Heute nehmen fast alle Kinder an den zehn Früherkennungs-Untersuchungen
teil. All diese Untersuchungen sind Kassenleistungen und für die Eltern
kostenlos.

„Unsere Früherkennungsuntersuchungen sind ein Meilenstein der Prävention“,
sagt Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender
der Stiftung Kindergesundheit. „Sie sind wichtig, damit mögliche
Krankheiten bereits früh erkannt und entsprechend behandelt werden. Dann
sind die Aussichten auf eine Heilung oft besonders groß. Seit seiner
Einführung hat sich das Programm der Kindervorsorge zu einem einmaligen
Erfolgsmodell entwickelt“.

Zu Beginn im Jahre 1971 gab es insgesamt sieben Untersuchungen auf
Krankheiten und Entwicklungsstörungen. Im Verlauf kamen weitere
Untersuchungen dazu. Mittlerweile werden von den Krankenkassen die Kosten
von elf Untersuchungen von der Geburt bis zum 14. Lebensjahr übernommen:
Die U1 bis U9 sowie die Jugendgesundheitsuntersuchung J1. Lassen Sie sich
durch die Zahlen aber bitte nicht irritieren, betont die Stiftung
Kindergesundheit: Es sind wirklich elf Untersuchungen. Ein erst 2008
hinzugekommener weiterer Vorsorge-Termin im 34. bis 36. Lebensmonat wurde
als „U7a“ eingeführt.

Neben den gesetzlich festgelegten Untersuchungen des
U-Untersuchungsprogramms bieten eine Reihe von Krankenkassen zusätzliche
Untersuchungen, insbesondere für Kinder im Grundschulalter (U10 und U11)
und für Jugendliche (J2) an. Die Kosten werden von einzelnen Krankenkassen
als freiwillige Leistung übernommen.

Fast alle Eltern machen mit
Die Akzeptanz der Kindervorsorge ist viel höher als die für die
Früherkennungsuntersuchungen im Erwachsenenalter. Nach den Daten der
großen bundesweiten Untersuchung zur Kindergesundheit „KiGGS Welle 2“
liegen die Teilnahmequoten an den meisten Früherkennungsuntersuchungen bei
über 95 Prozent. So haben an der U1 und U2 99,7 Prozent beziehungsweise
99,6 Prozent und an der U8 und U9 98,0 Prozent beziehungsweise 98,1
Prozent der Kinder teilgenommen. Der Vergleich mit den vorausgegangenen
KiGGS-Erhebungen zeigt, dass die Teilnahme an den
Früherkennungsuntersuchungen in den letzten zehn Jahren deutlich
zugenommen hat. Gleichzeitig haben sich die früher stark ausgeprägten
sozialen Unterschiede verringert.

Die einzelnen U-Untersuchungen bestehen – neben speziellen Screening-
Untersuchungen auf bestimmte Erkrankungen – aus körperlichen
Untersuchungen des Kindes sowie einer Beratung der Eltern. Die körperliche
Untersuchung des Kindes umfasst eine Vielzahl an Details, wie zum Beispiel
Gewicht, Körperlänge, altersgerechte Entwicklung, Untersuchung einzelner
Organe, des Kopfes und des Bewegungsapparates.

Bei der Beurteilung der Entwicklung untersucht die Ärztin oder der Arzt
die Grob- und Feinmotorik, die Sinnesorgane und die Wahrnehmung, die
soziale und emotionale Kompetenz des Kindes und die Interaktion des Kindes
mit den Eltern. Ergeben diese den Verdacht auf eine Störung, wird eine
weitergehende, gezielten Diagnostik und wenn nötig, eine Behandlung
eingeleitet. Teil der Untersuchung ist auch die Überprüfung des Impfstatus
und die Beratung zur Verbesserung des Impfschutzes des Kindes.

Viele Störungen werden rechtzeitig aufgespürt
Auffällige Befunde bei den Kindervorsorgen sind seit vielen Jahren
rückläufig. Wie wichtig die Vorsorgeuntersuchungen dennoch sind, zeigt
dagegen folgende Zahl: Jeder fünfte Fall (21 Prozent) einer kindlichen
Entwicklungsstörung wird bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Die U-Termine im ersten Lebensjahr fördern vor allem organische
Fehlbildungen wie Hüftgelenksanomalien, zerebrale Bewegungsstörungen,
Fehlbildungen des Herzens und der Harnorgane zutage. In den höheren
Altersstufen entdecken die Ärzte vor allem Sprach- und Sprechstörungen,
Entwicklungsstörungen, Schielen, Bewegungsstörungen und intellektuelle
Defizite.

Eine dem Gelben Heft beigefügte Karte erleichtert es Eltern, bei Bedarf
nachzuweisen, dass das Kind an allen empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen
teilgenommen hat – ohne dass dabei persönliche Befunde gezeigt werden
müssen. Die Karte eignet sich z.B. zur Vorlage bei der Kita, der Schule
oder dem Jugendamt. Die Karte dient auch als Bestätigung, dass die
Beratung zur Impfung durchgeführt wurde.

Auch Teenager sollten zur Vorsorge!
Ein Problem lässt sich allerdings nur schwer beseitigen: Während die
Kinder im Vorschulalter regelmäßig einer Ärztin oder einem Arzt
vorgestellt werden, haben Jugendliche oft „keinen Bock“, zum Arzt zu
gehen. Die allen Heranwachsenden vom 12. bis zum 15. Geburtstag angebotene
Jugendgesundheitsuntersuchung J1 wird von der Mehrzahl der Teenager nicht
wahrgenommen. Viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt.

Dabei werden bei dieser Untersuchung öfter einige bis dahin unerkannt
schlummernde gesundheitliche Probleme entdeckt. Dazu gehören zum Beispiel
Erkrankungen der Schilddrüse, der Geschlechtsorgane oder die Skoliose,
eine fortschreitende Verkrümmung der Wirbelsäule. Besprochen werden auch
Probleme von Sexualität und Verhütung.

Unter Beteiligung der Stiftung Kindergesundheit wurde deshalb in Bayern
eine mediale Informationskampagne ins Leben gerufen. Ihr Motto lautete:
„Dein Ticket zur J1“.

Die crossmediale Kampagne mit speziell auf die Altersgruppe der 12- bis
14-Jährigen zugeschnittenen Informationsmaterialien wie eigene Webseite,
Animationsspot und Flyer erwies sich als ausgesprochen erfolgreich,
berichtete die Leiterin des Projekts, Dr. med. Uta Nennstiel-Ratzel vom
Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf dem
letztjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und
Jugendmedizin DGKJ in Leipzig: Während die bayernweite Teilnehmerrate an
der J1 mit Werten unter 40 Prozent weiterhin auf einem niedrigen Niveau
liegt, ist sie in den beiden, an der Kampagne beteiligten Landkreisen um
9,1 bzw. 16 Prozent gestiegen.

Die Stiftung Kindergesundheit appelliert an alle Eltern, nach Möglichkeit
alle angebotenen Vorsorgetermine für ihr Kind lückenlos wahrzunehmen.
Professor Berthold Koletzko: „Effektive Vorsorgemaßnahmen im Kindesalter
können die Gesundheit lebenslang nachhaltig verbessern. Jede einzelne
Vorsorge ist wichtig und kommt der Gesundheit Ihres Kindes zugute“.

Diese Vorsorgen werden von allen Krankenkassen bezahlt

U1 Neugeborenen-Erstuntersuchung
Erkennen von lebensbedrohlichen Komplikationen und sofort
behandlungsbedürftigen Erkrankungen und Fehlbildungen, Schwangerschafts-,
Geburts- und Familienanamnese (Vorgeschichte), Kontrolle von Atmung,
Herzschlag, Hautfarbe, Reifezeichen.

U2 3. – 10. Lebenstag
Erkennen von angeborenen Erkrankungen und wesentlichen Gesundheitsrisiken,
Vermeidung von Komplikationen: Anamnese und eingehende Untersuchung von
Organen, Sinnesorganen und Reflexen.

U3 4. – 5. Lebenswoche
Prüfung der altersgemäßen Entwicklung der Reflexe, der Motorik, des
Gewichts und der Reaktionen, Untersuchung der Organe, Abfrage des Trink-,
Verdauungs- und Schlafverhaltens, Untersuchung der Hüftgelenke auf
Hüftgelenksdysplasie und –luxation.

U4 3. – 4. Lebensmonat
Untersuchung der altersgerechten Entwicklung und Beweglichkeit, der
Organe, Sinnesorgane, Geschlechtsorgane und der Haut, Untersuchung von
Wachstum, Motorik und Nervensystem.

U5 6. – 7. Lebensmonat
Untersuchung der Organe, Sinnesorgane, Geschlechtsorgane und der Haut, von
Wachstum, Motorik und Nervensystem.

U6 10. – 12. Lebensmonat
Untersuchung der altersgemäßen Entwicklung, der Organe, Sinnesorgane
(insbesondere der Augen), Kontrolle des Bewegungsapparates, der Motorik,
der Sprache und der Interaktion.

U7 21. – 24. Lebensmonat
Untersuchung der altersgemäßen Entwicklung, Erkennen von Sehstörungen,
Test der sprachlichen Entwicklung, Feinmotorik und Körperbeherrschung.

U7a 34. – 36. Lebensmonat
Schwerpunkt auf altersgerechte Sprachentwicklung, frühzeitige Erkennung
von Sehstörungen.

U8 46. – 48. Lebensmonat
Intensive Prüfung der Entwicklung von Sprache, Aussprache und Verhalten,
Untersuchung von Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit, Reflexen,
Muskelkraft und Zahnstatus.

U9 60. – 64. Lebensmonat
Prüfung der Motorik und Sprachentwicklung, um eventuelle Krankheiten und
Fehlentwicklungen vor dem Schuleintritt zu erkennen und zu heilen.

J1 13. – 14. Lebensjahr
Untersuchung des allgemeinen Gesundheitszustands und der
Wachstumsentwicklung, der Organe und des Skelettsystems, Erhebung des
Impfstatus, Untersuchung des Stands der Pubertätsentwicklung, der
seelischen Entwicklung und des Auftretens von psychischen Auffälligkeiten,
von Schulleistungsproblemen und gesundheitsgefährdendem Verhalten
(Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum), Beratung zur Vermeidung
gesundheitsschädigender Verhaltensweisen und Tipps für eine gesunde
Lebensführung.

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Förderer:

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Höhe den Projekten der Stiftung Kindergesundheit zugute kommt.

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Die Deutsche Lebertagung: Hepatologie auf dem neuesten Stand beim 16. HepNet Symposium

Am 28. und 29. Juni 2019 bietet die Deutsche Leberstiftung auf dem 16.
HepNet Symposium in Hannover – der Deutschen Lebertagung – aktuelle
Vorträge zu relevanten Themen der Hepatologie. Auf der etablierten
Veranstaltung werden grundlagenwissenschaftliche und klinische
Fragestellungen behandelt. Akkreditiert wurde die
Fortbildungsveranstaltung von der Ärztekammer Niedersachsen und der
Akademie für Infektionsmedizin.

In der ersten Sitzung stehen seltene Lebererkrankungen im Fokus. Themen
sind Morbus Wilson, granulomatöse Lebererkrankungen, durch die Therapie
mit Checkpoint-Inhibitoren bedingte Hepatitis und familiäre
Cholestasesyndrome.

Das diesjährige HepNet Symposium präsentiert zwei internationale Special
Lectures. Prof. Christophe Moreno aus Brüssel spricht über die
personalisierte Diagnose und Therapie von alkoholischer
Fettleberhepatitis. Neue Entwicklungen und Perspektiven im Bereich der
Hepatitis E stellt Prof. Darius Moradpour aus Lausanne vor.

Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist Thema der dritten Sitzung am
Freitag. Vorgestellt werden das HCC-Screening aus Sicht des
niedergelassenen Arztes sowie die aktuellen Entwicklungen in der
systemischen HCC-Therapie, der interventionellen HCC-Therapie und den
chirurgischen Therapieoptionen für das HCC.

Am Samstag werden „Real World“-Daten zur Hepatitis C (aus dem Deutschen
Hepatitis C-Register) und zu den nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen
(NAFLD) präsentiert. Im Anschluss findet die bewährte Podiumsdiskussion
mit klinischen Fallvorstellungen zu Virushepatitis und NAFLD statt.

In der Sitzung „Update Hepatologie“ am Samstag geht es um den
diagnostischen Algorithmus und zukünftige Therapiestrategien bei NAFLD,
die Behandlung des Hämochromatose-Patienten mit Komorbidität, das
leitliniengerechte Management der Hepatischen Enzephalopathie und die
Erfahrungen zur Therapie der Primär Biliären Cholangitis (PBC) mit
Obeticholsäure (OCA) und Fibraten.

Weitere Informationen, das komplette Programm des 16. HepNet Symposiums
und die Möglichkeit zur Anmeldung unter: http://www.deutsche-
leberstiftung.de/symposium.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu
verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für
Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die
Stiftung sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

JETZT NEU: Website-Relaunch der Deutschen Leberstiftung http://www
.deutsche-leberstiftung.de – wichtige Basisinformationen, umfangreicher
Service und Presseinformationen/-bilder im neu gestalteten Online-Portal
für Betroffene und Angehörige, Fachkreise sowie Medienvertreter.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch

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