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Gesundheit

Begrüßung der neuen Mitarbeiter  (Foto: Marcel Mompour).

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW stellt erstmals Pflegekräfte von den Philippinen ein

Begrüßung der neuen Mitarbeiter  (Foto: Marcel Mompour).
Begrüßung der neuen Mitarbeiter (Foto: Marcel Mompour).

Weil der deutsche Arbeitsmarkt den aktuellen Bedarf an Gesundheits- undKrankenpflegekräften nicht deckt, stellt das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, in diesem Jahr erstmals 20 Pflegekräfte aus denPhilippinen ein. Die ersten fünf neuen Mitarbeiter sind in dieser Woche inBad Oeynhausen eingetroffen und herzlich aufgenommen worden. Weitere neue Pflegekräfte werden im April erwartet.

Über eine deutsche Agentur, eine Sprachschule auf den Philippinen sowie
Videokonferenzen, verbunden mit der Sichtung der eingereichten
Bewerbungsunterlagen hat das HDZ NRW im vergangenen Jahr erste Kontakte
geknüpft. Die neuen Mitarbeiter sind fachlich gut ausgebildet, einige von
ihnen haben bereits Erfahrungen im Ausland gesammelt. Voraussetzung für
eine Anstellung am HDZ NRW ist der erfolgreiche Abschluss der
Sprachprüfung B2 sowie die behördliche Anerkennung der Gleichwertigkeit
der Krankenpflegeausbildung.

Derzeit sind 1.600 Pflege- und Funktionskräfte unter der Leitung von
Christian Siegling (Pflegedirektion) am HDZ NRW beschäftigt. Sie stellen
die Patientenversorgung bei 500 Planbetten – davon rund 100 Intensivbetten
-, für neun herzchirurgische Operationssäle, sechs Herzkatheterlabore und
in sämtlichen klinischen Bereichen der Kardiologie, Kinderkardiologie,
Herzchirurgie einschließlich der Kinderherzchirurgie/Chirurgie angeborener
Herzfehler und Diabetologie sicher. Aufgrund der hervorragenden
Ausstattung, umfassenden Einarbeitungs-, Fort- und Weiterbildungskonzepten
ist das HDZ NRW ein attraktiver Arbeitgeber.

Das Spezialklinikum setzt auch deshalb auf die Anwerbung von Fachkräften
aus dem Ausland, weil wichtige Maßnahmen wie die Aufhebung der Begrenzung
von Ausbildungsplätzen in Pflegeberufen einige Zeit benötigen, bis sie in
den Kliniken spürbare Effekte erzielen. Ein wichtiger Schritt ist eine
erste Erweiterung der Ausbildungskapazitäten ab 1. August dieses Jahres.
Zudem ist man zuversichtlich, die Anzahl von aktuell 25 Ausbildungsplätzen
noch zu steigern und dabei zukünftig auch die Kinderkrankenpflege
berücksichtigen zu können. Als Spezialklinikum ist das HDZ in der
Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege stets auf
Kooperationspartnerschaften angewiesen.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 35.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten fünf
Universitätskliniken und Institute seit 35 Jahren interdisziplinär
zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.
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BMG-Gesetzentwurf verschärft Hebammenmangel in den Kreißsälen Frauenärzte warnen vor fehlerhafter und folgenschwerer Umsetzung der EU- Richtlinie

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
(DGGG) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) begrüßen die
Initiative der Bundesregierung, entsprechend der EU-Richtlinie 2013/55/EU
(Umsetzungsstichtag 18.01.2020) die Hebammenausbildung für das gesamte
Bundesgebiet zu regeln. Die im Referentenentwurf des
Hebammenreformgesetzes (HebRefG) abgebildete Umsetzung wird allerdings die
bestehenden eklatanten Versorgungsdefizite im Kreißsaal noch verschärfen.
Gleichzeitig wird der hohe Standard der Hebammenausbildung in Deutschland
gefährdet. Hebammen, die seit Jahrzehnten nach dreijähriger Ausbildung
diesen Lehrberuf auf höchstem Niveau in den Kreißsälen Tag und Nacht
ausüben, werden diskriminiert.

Die Versorgung von werdenden Müttern und Wöchnerinnen wird durch die
Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Diese international vorbildliche
gesetzliche Regelung hat die weltweit herausragend niedrige perinatale und
maternale Morbidität und Mortalität entscheidend beeinflusst. Die
ambulante frauenärztliche Versorgung aller Schwangeren ist wesentliche
Voraussetzung für die international führende Positionierung.
Dem gegenüber kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu Engpässen in den
deutschen Kreißsälen und in der hausaufsuchenden Wöchnerinnenversorgung
durch Hebammen. Dieses hat passagere Schließungen von Kreißsälen und
vermehrte Komplikationen im Wochenbett, die durch die Kliniken zusätzlich
kompensiert werden müssen, zur Folge. Ursächlich ist hier die
Überforderungssituation in den deutschen Kliniken. Die Unterfinanzierung
der natürlichen Geburt gepaart mit nicht kompensiertem zunehmendem
Dokumentationsaufwand lässt mittlerweile eine patientengerechte Versorgung
nicht mehr flächendeckend zu. Heute werden in den meisten Kliniken
Relationen von einer angestellten Vollzeithebamme zu 160 bis 180 Geburten
im Jahr beobachtet, gleichzeitig verschärfen sich gleichermaßen die
Arbeitsbedingungen für die angestellten Frauenärztinnen und Frauenärzte.
Die Hebammenausbildung in Deutschland hat dem gegenüber eine beispielhafte
Tradition, die deutschen Hebammenschulen genießen international höchste
Anerkennung.
Der Hebammenberuf hat gerade aufgrund seiner hochwertigen Ausbildung im
Lehrberuf hohe Anerkennung. Defizite in der Ausbildung, die im
Referentenentwurf ausgemacht werden, lassen sich von den Expertinnen und
Experten der Geburtshilfe nicht beobachten.
Wir stellen daher fest, dass die Begründung einer „nicht mehr den
Anforderungen an eine zeitgemäße Hebammenausbildung“ bei dem hohen Niveau
der Ausbildung in den Hebammenschulen nicht nachvollziehbar ist. Der
Lehrberuf der Hebamme hat dabei jederzeit den medizinischen Fortschritt
nachvollzogen, weshalb auch die Feststellung „Die Gesundheitsversorgung
ist in den letzten Jahrzehnten insgesamt, aber auch spezifisch für die
Hebammen anspruchsvoller und komplexer geworden.“ als Begründung für die
Akademisierung nicht greift.

Wir konstatieren, dass die Akademisierung zwar der Vorgabe aus der EU-
Richtlinie folgt. In der Richtlinie wird jedoch nicht ein
Ausbildungsmangel adressiert, sondern die schulische Grundbedingung für
den Zugang zum Hebammenberuf. Daraus leitet das Bundesministerium ab, dass
in Deutschland der Hebammenberuf in jedem Fall nicht mehr Lehrberuf,
sondern Studium sein soll. Der sehr spät eingebrachte Referentenentwurf
des Bundesministeriums wird dem gegenwärtig hohen Ausbildungsstandard
nicht gerecht. Gleichzeitig wird er die Versorgungssituation im Kreißsaal
über Jahre massiv verschärfen.

1.      Im Rahmen der Akademisierung darf keinesfalls der hohe Standard
der bisherigen theoretischen und praktischen Ausbildung in den
Hebammenschulen verloren gehen. Länder mit akademisierten
Ausbildungsgängen erreichen in der Mehrzahl nicht das hohe
Ausbildungsniveau der praktisch tätigen Hebammen in den deutschen
Kreißsälen. Keinesfalls lässt sich das Problem des Hebammenmangels in den
deutschen Kreißsälen und in der großstädtischen Wochenbettversorgung damit
lösen.

2.      Die im Referentenentwurf hergestellte Assoziation zwischen
akademisierter Hebammenausbildung und Kaiserschnittraten ist nicht
nachvollziehbar: „Die hohe Kaiserschnittrate in der Geburtshilfe macht
evidenzbasierte Konzepte für die hebammengeleitete Geburtshilfe dringend
erforderlich.“ Vielmehr haben Länder mit akademisierter Hebammenausbildung
sowohl signifikant höhere wie niedrigere Kaiserschnittraten im
europäischen Vergleich. Die Kaiserschnittraten korrelieren nachweislich
mit dem Grad der Zentralisierung, der Schadensersatzregelungen und der
Finanzierung der natürlichen Geburt im Vergleich zu Kaiserschnitt. Die Art
der Hebammenausbildung hat dabei nachweislich keinerlei Einfluss.

3.      Die Vollakademisierung ist zu dem im Referentenentwurf
vorgeschlagenen Zeitpunkt nicht umsetzbar und unter Berücksichtigung der
EU-Richtlinie auch nicht notwendig. Es gibt in Deutschland bei Weitem
nicht ausreichend Studiengänge, um die Anfängerzahlen in den
Hebammenschulen zu kompensieren. Es gibt bei Weitem nicht ausreichend
qualifizierte Leiterinnen und Leiter von Hochschulstudiengängen in
Deutschland, ganz zu schweigen von qualifizierten Dozentinnen und Dozenten
für Hochschulstudiengänge. Der absehbare resultierende Engpass von
qualifizierten Hebammen bei Einführung der Vollakademisierung ist
offensichtlich.

4.      Die Forderung nach einer ausschließlichen Vollakademisierung ist
eine politische Forderung, die die Versorgung von Mutter und Kind
nachhaltig gefährdet. Versorgungsengpässe können nur verhindert werden,
wenn neben rasch einzurichtenden Bachelor-Studiengängen die
Hebammenschulen erhalten bleiben. Diese Wertschätzung sollte im
Referentenentwurf der Bundesregierung nicht untergehen.

5.      Keinesfalls ist der Referentenentwurf kostenneutral. Es ist
abzusehen, dass aufgrund der aus dem Entwurf resultierenden Engpässe
vermehrt auf ausländische Fachkräfte zur Kompensation zulasten der
Krankenhäuser zurückgegriffen werden muss. Gleichzeitig werden sich die
Kosten zulasten der Krankenkassen ebenfalls eher erhöhen.

Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für
Gynäkologie und Geburtshilfe vertreten mehr als 20.000 Frauenärztinnen und
Frauenärzte in Deutschland. Sie sind der Garant für die weltweit führende
niedrige Morbidität und Mortalität von Mutter und Kind. Gemeinsam mit dem
Hebammenstand verzeichnen wir allerdings zunehmend schlechtere
Arbeitsbedingungen in den deutschen Kreißsälen. Diese Situation muss
behoben werden, der Referentenentwurf ist dazu nicht nur nicht geeignet,
er verschärft die Situation absehbar.

Prof. Dr. med. Anton Scharl
Präsident der DGGG e.V.

Dr. med. Christian Albring
Präsident des BVF e.V.

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Gesundheits- und Krankenpflege am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen: Am Spezialklinikum stehen jetzt mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung  (Foto: Peter Hübbe).

Zusätzliche Ausbildungsplätze am Herz- und Diabeteszentrum NRW

Gesundheits- und Krankenpflege am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen: Am Spezialklinikum stehen jetzt mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung  (Foto: Peter Hübbe).
Gesundheits- und Krankenpflege am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen: Am Spezialklinikum stehen jetzt mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung (Foto: Peter Hübbe).

Zum Ausbildungsstart 1. August 2019 sind jetzt zehn zusätzliche
Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Krankenpflege am Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, eingerichtet worden. Die
Ausbildung wird in Kooperation mit der Akademie für Gesundheitsberufe der
Mühlenkreiskliniken durchgeführt. Dies wurde durch einen neu geschlossenen
Vertrag mit den Mühlenkreiskliniken vereinbart.

Als Spezialklinikum ist das HDZ NRW für die Ausbildung der Pflegeberufe
auf Kooperationen mit anderen Häusern angewiesen. 15 weitere
Ausbildungsplätze stehen dem Klinikum über einen Vertrag mit dem
Krankenhaus Bünde ebenfalls zur Verfügung. „Die jetzigen 25 Plätze werden
wir im kommenden Jahr um weitere zehn neue Plätze in der allgemeinen
Gesundheits- und Krankenpflege erweitern. Diese zusätzlichen
Ausbildungskapazitäten werden ebenfalls in Kooperation mit der Akademie
für Gesundheitsberufe in Minden realisiert“, erläutert Christian Siegling,
Direktor der Pflegedirektion am HDZ NRW.

Mit dem Krankenhaus Bünde arbeite man bereits seit vielen Jahren
erfolgreich zusammen. Diese Ausrichtung komme auch den Wohnort-
Bedürfnissen der Auszubildenden entgegen. Insofern arbeite man daran, auch
die Ausbildungskapazitäten im Bereich Herford/Bünde künftig zu steigern
sowie die Kinderkrankenpflege als spezielles Ausbildungsprofil zu
berücksichtigen.

Bewerbungen können ab sofort über das Bewerberportal der Homepage unter
www.hdz-nrw.de eingereicht werden.

An der Mindener Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken
nehmen Pflegekräfte des HDZ NRW bereits seit Jahren an zweijährigen
Fachweiterbildungen der Anästhesie und Intensivmedizin teil. Durch die
Einrichtung der erweiterten  Ausbildungskapazitäten möchte das Herz- und
Diabeteszentrum NRW neue Pflegekräfte für das Klinikum gewinnen, für
Aufgaben in der Spitzenmedizin begeistern und qualifizieren, betont
Siegling. Über die Arbeitswelt der Pflege informiert das HDZ sowohl
regional auf der Messe myJob vom 8. bis 10. März in Bad Salzuflen, als
auch überregional wie jüngst während des 29. Symposiums für
Inernsivmedizin und Intensivpflege in Bremen.

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 35.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten fünf
Universitätskliniken und Institute seit 35 Jahren interdisziplinär
zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Aktuell sind 1.600 Pflege- und Funktionskräfte unter der Leitung von
Christian Siegling (Pflegedirektion) am HDZ NRW beschäftigt. Im Einklang
mit moderner Hochleistungsmedizin und menschlicher Nähe wird hier für die
Patienten die bestmögliche Behandlung mit dem geringsten Risiko
sichergestellt. Maßstäbe für die hohe Pflegequalität sind etablierte
Standards aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie ein
qualitätsorientiertes Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzept.

In der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken werden
ständig mehr als 450 Gesundheits- und Krankenpfleger,
Kinderkrankenpfleger, Notfallsanitäter, Diätassistenten, Hebammen,
Medizinisch-technische Radiologieassistenten, Medizinisch-Technische
Laboratoriumsassistenten, Operationstechnische Assistenten und
Gesundheits- und Krankenpflegeassistent ausgebildet. Seit 2011 wird in
Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld außerdem das duale
Bachelorstudium in der Gesundheits- und Krankenpflege angeboten. Mehr als
40 Pädagogen koordinieren an der Akademie die praktische Ausbildung an den
Standorten der Mühlenkreiskliniken und den Partnerkliniken wie dem HDZ
NRW.

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Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung: Anna Reiss
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 97-1955
Fax 05731 97-2028
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Projektleitung Prof. Galina Ivanova und Prof. Dominik Michalski mit Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (mittig)  Universität Leipzig, Christian Hüller

Rund 2 Millionen Euro für die koordinierte Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten

Projektleitung Prof. Galina Ivanova und Prof. Dominik Michalski mit Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (mittig)  Universität Leipzig, Christian Hüller
Projektleitung Prof. Galina Ivanova und Prof. Dominik Michalski mit Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (mittig) Universität Leipzig, Christian Hüller

Die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara
Klepsch überreichte heute (27. Februar) den Fördermittelbescheid für das
Projekt „PostStroke-Manager“ an Wissenschaftler der Universitätsmedizin
Leipzig und des Instituts für Angewandte Informatik (InfAI). Das ist der
Startschuss für die Neurologen, Informatiker und Allgemeinmediziner, die
im Forschungsprojekt ein digitales und mobiles System aufbauen wollen, um
Schlaganfallpatienten nachhaltig zu unterstützen.

Etwa 270.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen
Schlaganfall, schätzt die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Während
sich die Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten in den vergangenen 20
Jahren nachhaltig verbessert hat, ist die Nachsorge vor allem im
Langzeitverlauf noch defizitär, so die Leipziger Forscher. Wenn ein
Patient die Klinik verlässt, gilt es, zum einen, aus der Vielzahl
unterschiedlicher Rehabilitationsangebote das am besten passende
auszuwählen und umzusetzen. Zum anderen müssen seine Vitalparameter streng
überwacht werden und die genaue Medikamenteneinnahme sichergestellt sein,
damit ein weiterer Schlaganfall vermieden werden kann.

„PostStroke-Manager“ stärkt die Nachsorge
Diese Lücke will das Projekt „PostStroke-Manager“ schließen. Für die
Entwicklung eines modernen und patientenorientierten eHealth-Systems hat
Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch heute einen Förderbescheid
über rund 2 Millionen Euro überreicht.
„Durch dieses Projekt wird es gelingen, mittels digitaler Prozesse die
Nachsorge der Patienten mit Schlaganfall weiter zu verbessern. Gerade die
Prävention von erneuten Schlaganfällen ist dabei wichtig“, so die
Ministerin. „Durch eine individuell angepasste medikamentöse Vorbeugung
auf Basis der erfassten Daten kann die Wahrscheinlichkeit für einen
zweiten Schlaganfall und für Folgeerkrankungen reduziert werden.“

Webportal soll Informationen der Ärzte und Therapeuten bündeln
Im Forschungsprojekt entwickeln Mediziner und Informatiker zusammen mit
weiteren Partnern ein Webportal, das die Behandler zusammenbringt. So
können das Akutkrankenhaus, der betreuende Hausarzt und eventuelle
Schlaganfalllotsen, die den Patienten im Jahr nach dem Schlaganfall
betreuen, Details zur Behandlung und des Gesundheitszustands des Patienten
nachvollziehen und miteinander teilen. Auf dieser Weise sollen
Informationslücken geschlossen und eine optimale, individualisierte
Therapie angeboten werden. „Wir wollen damit ein Netzwerk spannen, das den
Patienten auch außerhalb des Krankenhauses bestens versorgt. Ziel ist es,
die Defizite nach dem Schlaganfall besser abzubauen und gleichzeitig zu
verhindern, dass neue Ereignisse nachkommen“, sagt Prof. Dr. Dominik
Michalski, Projektleiter und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät
der Universität Leipzig sowie Oberarzt der Klinik und Poliklinik für
Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig.

App überwacht Gesundheitszustand und Bewegungsmuster des Patienten
Für den Patienten konzipieren und programmieren die Wissenschaftler eine
App, die zum einen Vitalparameter wie Blutdruck und Herzfrequenz überwacht
und zugleich den Alkohol- und Nikotinkonsum sowie die Medikamenteneinnahme
erfassen kann. Zum anderen zeichnet sie anhand von Sensoren an den
Handgelenken des Patienten seine Bewegungsmuster auf. Diese und weitere
für die Erkrankung relevante Informationen laufen im PostStroke-Manager
zusammen. Patient und Hausarzt erhalten sie in strukturierter Form. „Wir
entwickeln ein patientenzentriertes System, bei dem auf der Basis
multimodaler Daten aus verschiedenen Quellen und neuartigen Algorithmen
individuelle Lösungen ermöglicht werden. Die Patienten bleiben Eigentümer
ihrer Daten und können festlegen, mit wem sie die Informationen teilen
möchten. Im Konzept von PostStroke-Manager sind strenge Datenschutzregeln
integriert“, ergänzt Prof. Dr. Galina Ivanova Projektleiterin und
Direktorin des Interdisziplinären Kompetenzzentrums Biomedical Data
Science (BDS) des Institutes für angewandten Informatik InfAI.

Studie soll Einsatz der Patienten-App validieren
Der PostStroke-Manager soll den Schlaganfallpatienten perspektivisch ein
Leben lang begleiten können. Ziel ist es, seine Wiedereinstiegschancen in
den Beruf zu erhöhen sowie seine Selbstbestimmung und Gesundheitskompetenz
zu stärken. Das System kann als Ergänzung zur Schlaganfalllotsenbetreuung,
perspektivisch aber auch eigenständig nach einem Schlaganfall eingesetzt
werden, zum Beispiel in Regionen ohne etabliertes
Schlaganfalllotsenprogramm. In einer Pilotstudie wollen die
Wissenschaftler Webportal und Patienten-App testen und validieren, um zu
sehen, wie das System vom Patienten angenommen wird und welche
Auswirkungen im kurzfristigen Verlauf beispielsweise auf die
Lebensqualität der Betroffenen zu erzielen sind.

Partner im Projekt „PostStroke-Manager“
Das etwa 3,5 Jahre andauernde Forschungsprojekt „PostStroke-Manager“ wird
von Prof. Dr. Galina Ivanova vom Interdisziplinären Kompetenzzentrum
Biomedical Data Science (BDS) des InfAI sowie Prof. Dr. Dominik Michalski
und Prof. Dr. Joseph Claßen, Oberarzt bzw. Klinikdirektor der Klinik und
Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig geleitet.
Assoziierte Partner sind niedergelassene Arztpraxen unter der Leitung der
Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät
sowie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche
Rentenversicherung.

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