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Gesundheit

Osteoporose-Experte Prof. Lorenz Hofbauer mit der Erfolgsmeldung seiner Patientin.  Foto: Uniklinikum Dresden / Annechristin Bonß

Osteoporose-Patientin des Dresdner Uniklinikums überquert zu Fuß die Alpen

Osteoporose-Experte Prof. Lorenz Hofbauer mit der Erfolgsmeldung seiner Patientin.  Foto: Uniklinikum Dresden / Annechristin Bonß
Osteoporose-Experte Prof. Lorenz Hofbauer mit der Erfolgsmeldung seiner Patientin. Foto: Uniklinikum Dresden / Annechristin Bonß

Ilona Theiss hat es geschafft: Die Osteoporose-Patientin überquerte im
August die Alpen zu Fuß, legte in sieben Etappen über 126 Kilometer zurück
und ging dabei 3.570 Meter bergauf, 4.750 Meter bergab. Möglich wurde dies
nicht nur durch den eisernen Willen der Hallenserin, sondern auch die
Behandlung am Universitätsklinikum Dresden. Mediziner um Knochenspezialist
Prof. Lorenz C. Hofbauer setzen das erste biotechnologisch hergestellte
Osteoporose-Medikament Denosumab ein. "Dank des Wirkstoffs sinken mögliche
Nebenwirkungen auf ein Minimum“, sagt der Spezialist, der anlässlich des
Welt-Osteoporose-Tags am 20. Oktober für eine frühzeitige Diagnostik der
Knochenerkrankung wirbt.

"Das war ein Herzenswunsch. Ich bin dankbar, dass ich mir den erfüllen
konnte“, sagt die 72-Jährige Ilona Theiss über ihre erfolgreiche Alpen-
Tour. Ermöglicht hat ihr dieser Erfolg  nicht nur der eiserne Wille,
sondern auch die Behandlung ihrer Krankheit am Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden. Auch bei der Hallenserin setzen Mediziner um
Knochenspezialist Prof. Lorenz C. Hofbauer das erste biotechnologisch
hergestellte Osteoporose-Medikament Denosumab ein. Nur zwei Mal pro Jahr
müssen die Patienten dafür ins Dresdner Uniklinikum kommen. Dort wird
ihnen der innovative Wirkstoff unter die Haut injiziert.

Bei der Osteoporose greift der körpereigene Entzündungsstoff „Rankl“ die
Knochen an. Die werden dünner und porös und somit anfälliger für Brüche.
„Alle sieben Jahre wird das Knochengerüst des Menschen komplett erneuert“,
sagt Prof. Lorenz C. Hofbauer. Das entzündungsvermittelnde Protein Rankl
regt dabei die Knochenfresszellen im Körper an, andere Knochen-aufbauende
Zellen erneuern den Knochen – eine Erneuerung in Zeitlupe. „Das ist wie
eine Sanierung bei laufendem Betrieb“, erklärt der Mediziner. Bei
Osteoporose-Patienten kommt es zu einer Überfunktion des Rankl, was die
Knochen zerstört, ohne dass sie genauso schnell wiederhergestellt werden.
Das Medikament Denosumab schaltet die Wirksamkeit von Rankl für sechs
Monate aus. Der Knochenabbau geht um 80 bis 90 Prozent zurück, komplett
ausgeschaltet wird er nicht. Der Vorteil: Mussten die Patienten bisher
täglich beziehungsweise wöchentlich Tabletten schlucken, wird nun nur zwei
Mal pro Jahr der Wirkstoff gespritzt. Gerade die Osteoporosetabletten sind
mitunter schwer verträglich und verursachen Bauchschmerzen. 40 Prozent der
Patienten beenden deshalb schon nach einem Jahr die Einnahme.

„Osteoporose ist eine chronische Krankheit, die nicht heilbar ist. Eine
dauerhafte Therapie ist notwendig“, sagt Prof. Hofbauer. Zum Welt-
Osteoporose-Tag am 20. Oktober wirbt der Mediziner am Uniklinikum Dresden
für eine frühzeitige Diagnostik. Rückenschmerzen, das Schrumpfen der
Körpergröße um wenige Zentimeter sowie eine familiäre Vorbelastung können
Indizien sein, die für eine Messung der Knochendichte sprechen.
„Betroffene sollten nicht warten, bis das erste Mal der Knochen bricht“,
sagt er. Immerhin erkrankt jede zweite Frau und jeder fünfte Mann im Laufe
des Lebens an Osteoporose. Unbehandelt treten mit zunehmendem Alter
Knochenbrüche auf, die durchaus schwerwiegende Folgen haben können. So
erleiden 120.000 Menschen in Deutschland pro Jahr einen
Oberschenkelhalsbruch. Nur ein Drittel von ihnen lebt danach wieder so wie
vorher, ein weiteres Drittel ist dauerhaft pflegebedürftig und ein Drittel
stirbt infolge der Verletzung. Die Anzahl der Knochenbrüche bei Frauen
über 65 Jahren ist höher als die Zahl der Erkrankungen an Brustkrebs,
einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zusammen.

„Osteoporose ist heute eine der am besten behandelbaren
Alterskrankheiten“, sagt Prof. Lorenz C. Hofbauer. Seit 2010 ist der
Wirkstoff Denosumab auf dem deutschen Markt zur Therapie von Osteoporose
zugelassen. „Aus sozio-ökonomischen Gründen wäre ein vermehrter Einsatz
sinnvoll“, sagt er. Zudem sei es auch wichtig, dass sich Unfallchirurgen,
Orthopäden und Hausärzte besser über Verdachtsfälle und den Einsatz sowie
die Wirksamkeit von Denosumab austauschen. Eine derartige Zusammenarbeit
wurde kürzlich mit der Orthopädie und Unfallchirurgie der Uniklinik
etabliert. Am Beispiel von Denosumab ist erkennbar, wie die Forschung die
moderne Medizin verändert. Die Mediziner um Prof. Hofbauer forschen weiter
an verbesserten Behandlungsmöglichkeiten verschiedener
Knochenerkrankungen. Die Forschung von heute ist die Basis für neue
Medikamente von morgen. Um der Erkrankung vorzubeugen, empfiehlt der
Mediziner ein solides, aktives Leben. Wandern, Tanzen und Treppensteigen
ist besonders förderlich, vor allem mit ausgewogener Ernährung und
ausreichend Vitamin D.

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Orthopäden und Unfallchirurgen diskutieren neue Ansätze im Kampf gegen infizierte Implantate

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
23. bis 26. Oktober 2018, Messegelände Süd, Berlin

Wenn sich Keime auf Implantaten wie etwa Kunstgelenken, Metallplatten,
Schrauben oder Nägeln ansiedeln, drohen dem Patienten erhebliche
Unannehmlichkeiten wie Schmerzen, mehrfache Operationen und häufig ein
schlechteres Behandlungsergebnis. Orthopäden und Unfallchirurgen haben
diese sogenannten „implantatassoziierten Infektionen“ als Schwerpunktthema
auf die Agenda des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie
(DKOU) 2018 gesetzt. Dort werden unter anderem neue Ansätze zur Vorbeugung
und Behandlung dieser Komplikation diskutiert.

Wundinfektionen nach einer Operation gehören zu den gefürchtetsten
Komplikationen in allen chirurgischen Fächern. Auf Implantaten bilden
Bakterien eine dünne Schleimschicht – den sogenannten Biofilm –, die sie
vor Angriffen des Immunsystems oder Antibiotika schützt. Die operierte
Körperstelle schwillt an, schmerzt und kann unter Umständen nicht mehr
bewegt werden. Ohne Behandlung droht eine Blutvergiftung. „Patienten, die
nach einer Operation starke Schmerzen im Wundbereich oder Fieber haben,
müssen deshalb so schnell wie möglich untersucht und behandelt werden“,
sagt Professor Dr. med. Joachim Windolf, einer der Kongresspräsidenten des
DKOU 2018.

Meist sind dann mehrere Operationen notwendig, bei denen der Chirurg das
Implantat entfernen und die Eingriffsstelle von Keimen befreien muss. Bei
den besonders schwerwiegenden Formen der bakteriellen Entzündung des
Knochens (Osteomyelitis) ist ein interdisziplinärer Therapieansatz
erforderlich. „Der Operateur sollte dazu einen Infektiologen,
Mikrobiologen und ggf. einen plastischen Chirurgen mit in die Behandlung
einbeziehen“, sagt Windolf. Dies empfiehlt auch die aktuelle Leitlinie der
Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) (1). Für den Patienten
sind Infektionen eine enorme Belastung. „Deshalb versuchen wir, das Risiko
einer solchen so gering wie möglich zu halten“, betont Windolf. Folgende
Maßnahmen werden ergriffen: das Vorab-Screening auf multiresistente
Erreger (z. B. MRSA), strenge Hygiene nicht nur im OP, sondern im gesamten
Krankenhaus sowie möglichst gewebeschonende Operationstechniken.

Um das Auftreten implantatassoziierter Infektionen zu verhindern, werden
verschiedene Präventionsmaßnahmen wie antimikrobiell beschichtetes
Fadenmaterial, oder spezieller, antibiotikahaltiger Knochenzement für die
Verankerung von Kunstgelenken angewendet. Studien zeigen, dass dieser das
Infektionsrisiko deutlich verringert, vor allem bei den besonders
risikoreichen Korrektur- oder Wechseloperationen (2). Für Platten und
Nägel, die bei offenen und somit stark infektionsgefährdeten
Knochenbrüchen eingesetzt werden, gibt es Beschichtungen, die die
Ansiedlung von Keimen verhindern sollen. In Laborversuchen wird zudem die
gezielte Anwendung von Viren, welche sich auf die Zerstörung von Bakterien
spezialisiert haben (sog. Bakteriophagen) untersucht. Diese sind in der
Lage, in den bakteriellen Biofilm auf einem infizierten Implantat
einzudringen und diesen zu zerstören. „Wenn dieser Ansatz sich in
klinischen Studien als wirksam erweist, könnte man Mikroorganismen quasi
mit ihren eigenen Waffen schlagen“, sagt Windolf.

17 Sitzungen und mehr als 100 Vorträge auf dem DKOU 2018 sind dem Thema
„implantatassoziierte Infektionen“ gewidmet.


Quellen:

(1)      Tiemann A et al. (2017) S2k-Leitlinie „Akute und chronische
exogene Osteomyelitis langer Röhrenknochen des Erwachsenen“
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-033l_S2k_Osteomyelitis_2018-01_1.pdf
(2)     Wang J, Zhu C, Cheng T et al (2013) A systematic review and meta-
analysis of antibiotic-impregnated bone cement use in primary total hip or
knee arthroplasty. PLoS ONE 8(12):e82745

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Helmholtz fördert internationale Partnerschaften in der Gesundheits- und Materialforschung

Neue Medikamente gegen Infektionen, die Wirkung von Umwelteinflüssen auf
die Gesundheit sowie einzigartige Einblicke in die Struktur von Materie –
das sind die Themen, die im neuen Programm „Helmholtz International Labs“
gefördert werden. Für die Dauer von zunächst fünf Jahren erhalten die
International Labs jährlich jeweils bis zu 300.000 Euro. Im Rahmen ihrer
Internationalisierungsstrategie baut die Helmholtz-Gemeinschaft damit die
Zusammenarbeit mit exzellenten Forschungseinrichtungen weltweit aus.

„Ich gratuliere den drei ausgewählten Labs“, sagt Otmar D. Wiestler, der
Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Sie haben in einem hochkompetitiven
Wettbewerb überzeugt und können nun mit einer beachtlichen finanziellen
Unterstützung und in internationaler Partnerschaft gesellschaftlich
relevante Themen vorantreiben.“ Die geförderten Projekte hätten beste
Voraussetzungen, um im Bereich der Gesundheits- und der Materialforschung
substanzielle Fortschritte zu erzielen.

Die Helmholtz International Labs dienen in erster Linie der Erweiterung
oder der Intensivierung bestehender oder neuer Kooperationen mit
renommierten Partnern im Ausland. Die Nutzung großer
Forschungsinfrastrukturen spielt dabei eine wichtige Rolle.  Sie werden
gemeinsam von den Partnern an einem ausländischen Standort aufgebaut. Die
Förderung beträgt bis zu 300.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein
entsprechender Anteil der jeweils beteiligten Zentren sowie des
ausländischen Partners. Zunächst werden die Projekte über fünf Jahre
gefördert. Bei erfolgreicher Zwischenevaluation ist eine dreijährige
Verlängerung möglich.

In der ersten Ausschreibungsrunde wurden jetzt im Rahmen einer
Auswahlsitzung mit einem internationalen Gutachterpanel die ersten drei
Helmholtz International Labs zur Förderung ausgewählt. Bis zum Jahr 2020
sind insgesamt drei Ausschreibungsrunden geplant. Die zweite beginnt
voraussichtlich Ende 2018.


Ausgewählt wurden folgende drei Projekte:

Deutsches Elektronen-Sychrotron (DESY): CAS-Helmholtz International
Laboratory on Free-Electron Laser Science and Technology (CHILFEL)

Das Projekt CHILFEL widmet sich sogenannten Freie-Elektronen-Lasern (FEL),
die per Teilchenbeschleuniger hochintensives Röntgenlicht für die
Forschung erzeugen. Damit ermöglichen sie einzigartige Einblicke in die
Struktur der Materie. Sie erlauben beispielsweise, die räumliche Struktur
von Biomolekülen zu entschlüsseln, chemische Reaktionen zu filmen oder
Bedingungen zu erzeugen wie im Inneren von Sternen und Planeten. Das
Projekt verbessert Schlüsseltechnologien und Instrumente bestehender und
künftiger FEL in Hamburg und Shanghai und entwickelt gemeinsame
Instrumente und Test-Installationen.


Partnerland China: ShanghaiTech University, Shanghai Institute for Applied
Physics / SINAP (Chinese Academy of Sciences)
Ansprechpartner: Prof. Dr. Wilfried Wurth, Tel.: 040 89 98 26 21, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und
Umwelt mit Beteiligung des Forschungszentrum Jülich: Impact of Atmospheric
Aerosols on Human Health (AeroHEALTH)

Luftverschmutzung ist eines der größten Gesundheitsrisiken aus unserer
Umwelt. Mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung leben an Orten, wo die
WHO-Leitlinien zur Luftreinhaltung nicht eingehalten werden. Dennoch gibt
es eine enorme Wissenslücke zu den Ursachen und zugrundeliegenden
Mechanismen der Gesundheitseffekte. Es liegen zu wenige Daten vor, um
Belastungen realitätsnah einschätzen und Maßnahmen zu ihrer Verringerung
treffen zu können. Im Kooperationsprojekt AeroHEALTH bündeln das Helmholtz
Zentrum München, das Forschungszentrum Jülich und das israelische Weizman-
Institut ihre Kräfte, um den Einfluss atmosphärischer Luftschadstoffe auf
die menschliche Gesundheit aufzuklären und das komplexe Wechselspiel
besser zu verstehen. Auch die gemeinsame Ausbildung junger Wissenschaftler
sowie die wissenschaftsbasierte Beratung von Behörden und Politik gehört
zu den Zielen des internationalen Forschungsprojekts.

Partnerland Israel: Weizmann Institute
Ansprechpartner: Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Helmholtz Zentrum München,
Tel.: 089 31 87 45 44, E-Mail: ralf.zimmermann@helmholtz-muenchen.de

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): Novel drug candidate for
the treatment of bacterial and viral infections with unmet medical need

In Zusammenarbeit mit der chinesischen Shandong Universität wird im
Helmholtz International Lab ein interdisziplinäres Forscherteam an neuen
antibakteriellen und antiviralen Strategien arbeiten, um neue Medikamente
gegen resistente bakterielle Infektionen und virale Krankheiten zu
entwickeln, für die noch keine effiziente Behandlung existiert. Die
Forschung wird in vier therapeutischen Bereichen stattfinden:
„Medikamentenresistente gramnegative bakterielle Infektionen“,
„Tuberkulose“, „Hand-Fuß-Mundkrankheit, die durch EV-A71 verursacht wird“
und „Bronchiolitis, die durch Respiratory Syncytial Virus verursacht
wird“. Die Helmholtz-Teams und ihre Kollegen der Shandong Universität
haben sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen der Förderung durch die Helmholtz-
Gemeinschaft und die Shandong Universität neue Wirkstoffe bis in die
Proof-of-Concept-Phase zu bringen.

Partnerland China: Shandong University
Ansprechpartner: Prof. Dr. Rolf Müller, E-Mail: rolf.mueller@helmholtz-
hzi.de

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und
drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch
wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie,
Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie
Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund
39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem
Jahresbudget von rund 4,5 Milliarden Euro die größte
Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition
des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
www.helmholtz.de
www.helmholtz.de/socialmedia

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Hepatitis: Ist Ihre Leber gesund? – Leberentzündungen bleiben häufig unbemerkt

Lebererkrankungen zählen weltweit zu den größten Gesundheitsproblemen –
und zu den häufigsten Todesursachen. Die Ursachen für Lebererkrankungen
sind vielfältig: Häufigste Ursache für eine Hepatitis (Leberentzündung)
ist die Fettleber durch Übergewicht, Diabetes mellitus oder Alkohol,
gefolgt von Virusinfektionen. Daher steht der diesjährige Lebertag unter
dem Motto: „Ist Ihre Leber gesund?“. Um mehr Aufmerksamkeit für die
Gesundheit der Leber zu schaffen, thematisieren die Ausrichter des 19.
Deutschen Lebertages – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und
Deutsche Leberhilfe e. V. – bereits im Vorfeld des bundesweiten
Aktionstages am 20. November 2018 das Thema Hepatitis.

Allein in Deutschland gehen Experten von mindestens fünf Millionen
Leberkranken aus. Das lebenswichtige Organ Leber ist schmerzunempfindlich,
deswegen verlaufen Erkrankungen der Leber über einen langen Zeitraum
häufig unbemerkt.

Als Hepatitis – im Plural Hepatitiden – wird eine Entzündung der Leber
bezeichnet, umgangssprachlich wird eine Hepatitis auch Gelbsucht genannt.
Allerdings tritt eine Gelbsucht nicht zwangsläufig auf und kann im Fall
einer chronischen Hepatitis bereits eine sehr fortgeschrittene Erkrankung
bedeuten. Außerdem kann eine Gelbsucht auch andere Gründe haben. Man
unterscheidet akute und chronische Leberentzündungen. Von einer
chronischen Hepatitis spricht man, wenn die Entzündung länger als sechs
Monate anhält. Zu den häufigsten Verursachern zählen neben der nicht-
alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL) die
Hepatitis-Viren A, B, C, D und E. Weitere Ursachen für eine Hepatitis sind
Giftstoffe, Medikamente, angeborene Störungen wie beispielsweise
Autoimmunerkrankungen, Entzündungen der Gallenwege, Bakterien oder
Parasiten.

Bei einer chronischen Hepatitis wächst die Gefahr weiterer schwerer
Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs. Viele
Leberentzündungen lassen sich jedoch gut therapieren, wenn sie frühzeitig
erkannt werden. Besonders wichtig ist daher eine frühe Diagnose, die
beispielsweise durch die Bestimmung der Leberblutwerte erfolgen kann.

Fettleberhepatitis – Therapie durch Lebensstil-Modifikation
Eine Fettleberhepatitis (Steatohepatitis) wird unterschieden in eine
„nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ (NASH) und eine durch
Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Fettleberentzündung“ (ASH). Beide
Formen der Fettleberhepatitis können durch eine konsequente Lebensstil-
Modifikation – die gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, Sport und
Alkoholverzicht umfasst – therapiert werden. Medikamentöse Therapien der
NASH und ASH befinden sich aktuell noch in Entwicklungsstadien.

Virushepatitis – Impfschutz und medikamentöse Therapie
Die Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte akute Leberentzündung.
Abhängig vom Virustyp erfolgt eine Ansteckung über Lebensmittel und
infiziertes Wasser oder über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Wenn
nicht die in Deutschland vorgeschriebenen hohen Hygienevorschriften
eingehalten werden, bergen auch Spritzen, Bluttransfusionen, Tätowierungen
und das Stechen von Piercings ein Hepatitis-Risiko. Ein Impfschutz ist nur
gegen die Virustypen Hepatitis A (HAV) und Hepatitis B (HBV) möglich. Die
Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D (Delta), da diese
Virusinfektion nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.

Die Hepatitis C wird vom Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht und ist die
gefährlichste Hepatitis. In Deutschland sind etwa 250.000 bis 500.000
Menschen mit dem HCV infiziert. Die chronische Hepatitis C zählt nach der
Fettleberhepatitis zur zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und
Leberzellkrebs in Deutschland. Eine Impfung gegen das HCV existiert noch
nicht. Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung
der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus
eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents) und ohne
Interferon auskommen. Damit kann die chronische Hepatitis C bei sehr
vielen Patienten in kurzer Zeit und nahezu nebenwirkungsfrei geheilt
werden. Die Heilungsraten dieser Interferon-freien Therapien mit acht bis
zwölf Wochen Therapiedauer sind sehr hoch, sie liegen in der Regel bei
über 90 Prozent.

Neue Therapieregime – gesteigerte Therapie-Effizienz
Aktuell gibt es neu zugelassene Hepatitis-C-Therapieregime, die es
ermöglichen, beispielsweise Patienten mit Begleiterkrankungen zu
behandeln. „Bei der Therapie mit den seit 2014 zugelassenen direkt
wirkenden antiviralen Wirkstoffen zur Behandlung von Hepatitis C standen
in der ersten Zeit vor allem Patienten im Vordergrund, bei denen die
Lebererkrankung bereits fortgeschritten war“, erklärt Professor Dr.
Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe e. V.,
und ergänzt: „Bei den neuesten Zulassungen konnte die Therapie-Effizienz
noch gesteigert werden. Die sehr gut verträglichen Substanzen sind hoch
effektiv, gegen alle HCV-Genotypen gleichermaßen aktiv und können auch bei
Patienten mit Niereninsuffizienz oder unter Dialysetherapie eingesetzt
werden.“

Spezielle Patientengruppen – neue Chancen in der HCV-Therapie
„Die Verbreitung der Hepatitis C ist unter Drogengebrauchern und
Substitutionspatienten deutlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung.
Aktuelle Daten belegen, dass bei guter Betreuung die gleiche Therapie-
Effektivität erzielt werden kann wie bei nicht-substituierten Patienten.
Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung
an der Therapie auch bei dieser Patientengruppe gegeben ist“, sagt
Professor Sarrazin.

Unabhängig von der Patientengruppe und dem Alter sollte sich jeder
Einzelne mit der Frage „Ist Ihre Leber gesund?“ beschäftigen und nach
Möglichkeit mit einem Arzt eine individuelle Antwort finden. Bundesweit
wird diese Frage von den Ausrichtern und allen Aktionsinitiativen am 20.
November 2018 im Rahmen des 19. Deutschen Lebertages gestellt. Das
Besondere in diesem Jahr: Bei zwei kostenfreien Telefonaktionen werden
Leber-Experten als persönliche Ansprechpartner die individuellen Fragen zu
Hepatitis und allen weiteren Leberthemen und Lebererkrankungen
beantworten. Die Details zu diesen Lebertag-Telefonaktionen werden
rechtzeitig veröffentlicht.
Mehr Infos zum 19. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2018:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
http://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
http://www.leberhilfe.org

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