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Gesundheit

Kritik an Personalverordnung: Mehr Pflegende für bessere Versorgung auf Intensivstationen gefordert

Die optimale Patientenversorgung im Krankenhaus kann nur durch ausreichend
Personal gewährleistet werden. „Die ab Januar 2019 geltenden neuen
Richtwerte des Bundesministeriums für Gesundheit gehen allerdings in die
ganz falsche Richtung“, sagt Professor Stefan Schwab, Präsident der
Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
(DIVI) sowie Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums
Erlangen.

„Die in der überarbeiteten Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung
festgelegten Werte sind ein unerwünschtes Minimum“, heißt es in einer
jetzt veröffentlichten Stellungnahme der DIVI. Demnach soll zukünftig
beispielsweise in der Nachtschicht eine Intensivpflegekraft gleich 3,5
Patienten betreuen. Die DIVI fordert für alle Schichten maximal zwei
Patienten für einen Intensivpflegenden. „Wir lehnen die neuen Richtwerte
entschieden ab und fordern die Politik auf, sich an unseren Vorgaben aus
der Praxis zu orientieren“, sagt Schwab.

Ab dem 1. Januar 2019 gelten in der Intensivmedizin, Geriatrie,
Kardiologie und Unfallchirurgie neue Personaluntergrenzen. Das
Bundesministerium für Gesundheit hat dazu Maßnahmen zur Sicherung der
Personalausstattung für pflegeintensive Krankenhausbereiche formuliert,
die in die aktuelle Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV)
eingeflossen sind. Zudem soll ab 2020 begleitend der sogenannte
„Ganzhausansatz“ eingeführt werden, mit dem das Verhältnis des
eingesetzten Pflegepersonals zum Pflegeaufwand des Krankenhauses ermittelt
werden soll. Dieser neue Personalpflegequotient soll in Zukunft darüber
Aufschluss geben können, ob ein Krankenhaus ausreichend Personal einsetzt.
„Die neuen Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit werden in der
Praxis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Personal- und
Patientenverschiebungen führen. Dies verschlechtert die Qualität der
Versorgung und führt zu einer weiter steigenden Berufsunzufriedenheit der
Pflegenden im Intensivbereich“, sagt Thomas van den Hooven,
Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Pflegedirektor am
Universitätsklinikum Münster.

Versorgungsqualität leidet: Pflegende betreuen zu viele Patienten

Die deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und
Notfallmedizin begrüßt prinzipiell die Initiative der Bundesregierung, die
Situation der Pflege in den deutschen Krankenhäusern verbessern zu wollen.
Die jetzigen Werte sind allerdings über den sogenannten Quartilansatz
festgelegt worden. Das heißt, sie orientieren sich an dem Grenzwert von 25
Prozent der Häuser mit der schlechtesten Personalausstattung. „75 Prozent
der Häuser liegen momentan über diesem Wert und es kann jetzt leicht dazu
kommen, dass eine einzelne Pflegekraft nach dem neuen Entwurf nun noch
mehr Patienten betreuen muss – darunter leidet die Versorgung und es
werden mehr Pflegende der Intensivstation den Rücken kehren“, sagt van den
Hooven. Die Debatte über eine „Überbesetzung“ über die Vorgaben der
Verordnung hat in vielen Häusern schon begonnen und wird das Gegenteil von
dem bewirken, was ursprünglich beabsichtigt war. Den Standard des
Personalbedarfs hat die DIVI bereits vor Jahren in einem evidenzbasierten
Papier zur Struktur von Intensivstationen beschrieben. Auch dem
„Ganzhausansatz“ aus dem Entwurf für das Pflegepersonalstärkungsgesetz
steht die DIVI kritisch gegenüber: „Es ist nicht sicher, dass er
Verschiebungseffekte verhindern kann. Wir befürchten, dass durch die
verabschiedeten Maßnahmen das Gegenteil dessen erreicht werden könnte, was
das Bundesministerium eigentlich anstrebt“, so van den Hooven.

Personalschlüssel entwickeln sich in die falsche Richtung

In der aktuellen Version der PpUGV wurde eine Änderung der
Personaluntergrenzen für die Intensivmedizin vorgenommen. In der
Tagschicht gilt ab 1. Januar 2019 vorerst ein Personalschlüssel von 1:2,5
(Pflegekraft pro Patienten) im Vergleich zum bisherigen Wert von 1:2. In
der Nachtschicht wurde der Personalbedarf von 1:3 auf 1:3,5 abgesenkt. Ab
dem 1. Januar 2021 ändern sich diese Werte erneut auf 1:2 für die Tag- und
1:3 für die Nachtschicht. Diese Änderung ist aus Sicht der DIVI eine
Entwicklung in die falsche Richtung. „Ein Schlüssel von 1:3,5 im
Nachtdienst ist auf Intensivstationen mit schwerstkranken Patienten aus
unserer Sicht und insbesondere auch aus Sicht der Patienten qualitativ
nicht vertretbar. Die Intention, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu
verbessern, verkehrt sich dann ins Gegenteil, da zukünftig gerade im
Intensivbereich Personal fehlen wird“, sagt Pflegedirektor van den Hooven.
„Zudem fehlt es an einem Leistungserfassungsinstrument und einem daraus
abgeleiteten Personalbedarfsbemessungstool. Dies könnte für die
Intensivstationen das System INPULS sein. Solange solche Instrumente aber
weder vorgeschrieben, noch implementiert sind, werden alle
Intensivstationen undifferenziert betrachtet. Ohne eine gut fundierte
Diagnose gibt es keine sachgerechte Behandlung, das gilt auch für die
Personalbemessung auf Intensivstationen“, eine Ansicht, mit der van den
Hooven nicht alleine stehen dürfte.

Es fehlt an Konzepten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die
Pflegenden

Was bislang bei allen erkennbaren Bemühungen um die Pflege fehlt, sind
realistische und rasch umsetzbare Konzepte, wie man den bereits jetzt
schon gravierenden Fachkräftemangel beheben will, wie beispielsweise
bessere Bezahlung, verbesserte Aus-und Weiterbildung, familienfreundliche
und planungssichere Arbeitszeiten. Ohne diese Konzepte kann man so viel
Grenzen festlegen, wie man will. Wenn kein Personal da ist, um diese zu
erfüllen, greifen alle Maßnahmen buchstäblich ins Leere.

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Die Stiftung Warentest hat heute die Ergebnisse des neuen Tests von Blutdruckmessgeräten veröffentlicht. Von den getesteten Geräten wurde nur ein Gerät für gut befunden. Die Messgenauigkeit der geprüften Geräte wurde maximal mit befriedigend eingestuft. D

Die Stiftung Warentest hat heute die Ergebnisse des neuen Tests von
Blutdruckmessgeräten veröffentlicht. Von den getesteten Geräten wurde nur
ein Gerät für gut befunden. Die Messgenauigkeit der geprüften Geräte wurde
maximal mit befriedigend eingestuft. Die Deutsche Hochdruckliga verwendet
ein anderes Verfahren zur Bewertung der Qualität von Blutdruckmessgeräten.
Beide Verfahren sind nicht vergleichbar. Dennoch begrüßt die Hochdruckliga
die Veröffentlichung der Stiftung Warentest. „Dadurch wird die
Blutdruckmessung in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt.“

Die Stiftung Warentest ist die bekannteste gemeinnützige
Verbraucherorganisation in Deutschland. Sie testet und vergleicht
verschiedene Produkte und hat sich damit deutschlandweit einen Namen
gemacht. Heute wurden die Ergebnisse eines neuen Tests von
Blutdruckmessgeräten zur Selbstmessung veröffentlicht [1] – die Testsieger
sind jedoch nicht deckungsgleich mit den Geräten, die das Prüfsiegel der
Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen Gesellschaft für Hypertonie
und Prävention erhalten haben [2]. Was viele nicht wissen: Die Deutsche
Hochdruckliga prüft auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte
und verleiht ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit. Die Tests finden
durch unabhängige Prüfinstitute statt, welche dem Auftraggeber nicht
benannt werden. Das Prüfinstitut muss bei seiner Validierung detaillierte
Vorgaben bei der Prüfungsvorbereitung, Prüfungsdurchführung und
Prüfungsauswertung beachten [3].

Wie lässt sich nun das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga mit dem Test
der Stiftung Warentest vergleichen? Ganz einfach, gar nicht: Beide
Organisationen testen anders und letztlich auch etwas Anderes. Die
Deutsche Hochdruckliga testet einzig und allein die Messgenauigkeit, die
Stiftung Warentest bewertet aber zusätzlich auch die Handhabung und
Störanfälligkeit. Die Handhabung fließt sogar mit 30% in das
Gesamtergebnis ein. Dazu zählen die Verständlichkeit der
Gebrauchsanleitung, Anzeigen und Bedienelemente und die Batterie-/ bzw.
Akkulaufzeit. Zur Störanfälligkeit gehört beispielsweise ein Falltest aus
Tischhöhe. Es wird geschaut, ob das Gerät nach zwölf Stürzen aus Tischhöhe
noch korrekt misst.

„All das steht nicht im Fokus unserer Testung, zumal viele dieser Dinge
auch subjektiv sind. Der eine Anwender findet die eine Bedienoberfläche
nutzerfreundlich, der andere präferiert eine andere. Für den anderen ist
ein Messwertspeicher für zwei Personen wichtig. Der andere trägt die Werte
sofort nach der Messung graphisch in sein Blutdrucktagebuch ein. Warum in
einen Test einfließen muss, wie viel Schaden das Gerät nimmt, wenn es vom
Tisch fällt, ist schwer nachzuvollziehen, solange vom Gesetzgeber keine
Vorgaben hierzu kommen.“, erklärt Professor Bernhard Krämer, Mannheim,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention „Für uns Mediziner ist die
Messgenauigkeit das wichtigste Kriterium. Bei näherer Betrachtung liegen
die von der Stiftung Warentest geprüften Oberarmgeräte bei der
Messgenauigkeit gar nicht so weit auseinander. Das deckt sich mit unseren
eigenen Untersuchungen. Wir verzichten daher bewusst auf eine Benotung der
von uns validierten Geräte. Das macht keinen Sinn. Geräte die bei uns
nicht gelistet sind, wurden entweder nicht validiert bzw. wurden nicht
erfolgreich validiert [4].

Die Hochdruckliga kritisiert auch, dass diese „weichen Kriterien“ vom
„harten Kriterium“ der Messgenauigkeit ablenken. Ein Gerät, das nicht ganz
so genau misst, aber evtl. einen Sturz vom Tisch gut übersteht und vom
Tester als sehr bedienfreundlich eingestuft wird, könnte im Gesamtergebnis
noch relativ zufriedenstellend abschneiden. Umgekehrt ist es möglich, dass
messgenaue Geräte wegen einer schlechteren Beurteilung der Handhabung und
Störanfälligkeit ebenfalls nur im Mittelfeld landen.

„Das ist am Ende auch der Grund, warum beide Tests nicht miteinander
vergleichbar sind. Stellt man beide Tests gegenüber, so ist es, als
vergleiche man Äpfel mit Birnen – beide Prüfverfahren haben
unterschiedliche Kriterien“, so Professor Bernd Sanner, Wuppertal,
Mitglied des Vorstands der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention und Sprecher der Sektion
Hochdruckdiagnostik. Es kommt aber noch etwas dazu: Auch wenn man Äpfel
mit Äpfeln vergleicht und nur die Messgenauigkeit beider Tests betrachtet,
erkennt man Unterschiede bei der Erhebung. Aus Sicht der Deutschen
Hochdruckliga sind mindestens 96 Personen erforderlich, um ein hinreichend
sicheres Urteil abzugeben [5]. Von der Stiftung Warentest wurden die
Geräte an lediglich 32 Probanden getestet, also deutlich weniger. Je
grösser die Anzahl der Probanden, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis.
Statistiker sprechen auch vom Gesetz der großen Zahlen. Aus Sicht der
Hochdruckliga wird auch der Patientensimulator abgelehnt. Es macht keinen
Sinn, die Beschaffenheit der menschlichen Gefäße sowie das Pump- und
Druckverhalten des Herzens künstlich nachzubilden. Die Messgenauigkeit von
Blutdruckmessgeräten sollte unter realen Bedingungen an einer ausreichend
großen Probandenzahl validiert werden.

„Dennoch sind wir froh, dass die Stiftung Warentest die Testung von
Blutdruckgeräten durchführt. Die z.T. etwas unterschiedlichen Einstufungen
einiger Geräte lassen sich im Großen und Ganzen mit den unterschiedlichen
Messkriterien erklären, die angelegt wurden. Jeder Verbraucher muss für
sich entscheiden, welche Prüfkriterien für ihn von Bedeutung sind. Wir
sehen uns auch nicht im Prüfwettbewerb mit der Stiftung Warentest, sondern
freuen uns darüber, dass sie auch Blutdruckmessgeräte testet. Denn dadurch
wird die Blutdruckmessung in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung
gelenkt. Das bei weitem größte Problem ist schließlich, dass auch heute
noch zu wenig Menschen ihre Blutdruckwerte kennen und selbst Menschen mit
zu hohen Werten nicht regelmäßig unter standardisierten Bedingungen ihren
Blutdruck messen“, erklärt Professor Krämer.

Um vergleichbare Messwerte zu erhalten, ist die regelmäßige Messung mit
der passenden Manschettengröße nach fünf minütiger Pause wichtig. Nur so
lassen sich die individuellen Messwerte auch mit den Normwerten
vergleichen. Bei der Selbstmessung sollte der obere (systolische) Wert
nicht über 135 mm Hg liegen bzw. der untere (diastolische) Wert nicht
unter 85 mm Hg. Morgens sollte vor der etwaigen Einnahme von
blutdrucksenkenden Medikamenten gemessen werden. Der Messarm sollte nicht
durch Kleidung oder Schmuck abgeschnürt sein. Zur Messung sollte man neben
einem Tisch auf einem Stuhl sitzen und beide Beine auf den Boden stellen.
Der Oberarm liegt bei der Oberarmmessung entspannt auf dem Tisch auf bzw.
alternativ wird der Arm mit dem Handgelenksgerät entspannt auf Herzhöhe
gehalten. Das geht am besten, wenn ein Kissen untergelegt wird. Dreißig
Minuten vor der Messung sollten körperliche Aktivitäten vermieden werden.
Während der Messung sollte man sich nicht bewegen und auch nicht sprechen.
Wichtig ist auch, zweimal im Minutenabstand zu messen und den zweiten
(meist niedrigeren) Wert aufzuschreiben. Bei unregelmäßigen Herzschlägen
wird empfohlen, dreimal im Minutenabstand zu messen und den Durchschnitt
zu notieren [6].

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt/Pressestelle
Dr. Bettina Albers
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Telefon: 03643/ 776423
Mobile: 0174/ 2165629

Originalpublikation:
[4] The German Hypertension League (Deutsche Hochdruckliga) Quality Seal
Protocol for blood pressure-measuring devices: 15-year experience and
results from 105 devices for home blood pressure control.
Tholl, Ulrich; Lüders, Stephan; Bramlage, Peter; Dechend, Ralf; Eckert,
Siegfried; Mengden, Thomas; Nürnberger, Jens; Sanner, Bernd; Anlauf,
Manfred.
Blood Pressure Monitoring: August 2016 - Volume 21 - Issue 4 - p 197–205.
doi: 10.1097/MBP.0000000000000186


Weitere Informationen finden Sie unter
http://[1] https://www.test.de/shop/test-hefte/test_11_2018/
http://[2] https://www.hochdruckliga.de/messgeraete-mit-pruefsiegel.html
http://[3] https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/DHL-Anforderungen-Pr%c3%bcfzentren.pdf
http://[5] https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/DHL-XXXXX-16-Pru%cc%88fsiegel.pdf
http://[6] www.blutdruckmessen-aber-richtig.de




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr

Deutsche Herzstiftung gibt Tipps, wie Herzpatienten sich schützen können /
Start der bundesweiten Herzwochen

Der erste Anfall kann mit heftigen Schlägen bis in den Hals hinauf,
Druckgefühl im Brustkorb, Schwächegefühl und Luftnot bei sonst leichten
Tätigkeiten wie dem Treppensteigen auftreten. Das Herz rast meistens
völlig unregelmäßig und schnell mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro
Minute: Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und eine der
wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Nicht jeder Betroffene weiß
allerdings von seiner Herzerkrankung, in vielen Fällen bleibt sie
unentdeckt. „Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom
Vorhofflimmern ausgeht. 20 bis 30 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf
Vorhofflimmern zurück. Vor allem alte Menschen und herzkranke Patienten
haben ein hohes Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen und sollten sich
schützen“, warnt Herzspezialist Priv.-Doz. Dr. med. Gerian Grönefeld vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Wichtige Tipps, wie
sich Risikopatienten vor einem Schlaganfall schützen und wie sie im
Notfall reagieren, finden sie im Online-Beitrag unter
www.dhs.tips/schlaganfall

Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Nicht immer kommt der Schlaganfall aus heiterem Himmel. Oft treten
einzelne Symptome bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber
nach wenigen Minuten wieder. Diese „Vorboten“ können einen Schlaganfall
ankündigen – jeder Herzpatient sollte sie kennen:

- Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Plötzlich auftretende Sehstörungen
- Plötzlicher heftiger Kopfschmerz (schlagartiger Kopfschmerz in zuvor
noch nie erlebter Stärke)

Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern
den Notruf 112 wählen. Das Wichtigste dabei ist, keine Zeit zu verlieren,
sondern schnell zu handeln. Weitere Tipps, wie sich Herzpatienten vor
einem Schlaganfall schützen, finden sie im Online-Beitrag unter
www.dhs.tips/schlaganfall

Der beste Schutz vor Vorhofflimmern: Grunderkrankung konsequent behandeln
Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente
(„Blutverdünner“) sind Betroffene mit Vorhofflimmern schutzlos dem
Schlaganfall ausgesetzt. Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags bei
Vorhofflimmern können sich im Herzen, in einer Ausbuchtung des Vorhofs
(sog. Herzohr), Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und
gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß:
Schlaganfall! Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern über 35.000
Schlaganfälle in Deutschland. Da die Ursachen für Vorhofflimmern und
Schlaganfall ähnlich sind, ist neben der Einnahme gerinnungshemmender
Medikamente (Infos: www.herzstiftung.de) zudem wichtig, auch die
Grunderkrankung von Vorhofflimmern konsequent zu behandeln.

Abhängig von weiteren Risikofaktoren (z. B. Herzschwäche,
Niereninsuffizienz, Schlafapnoe) tritt über einen Zeitraum von zehn Jahren
bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Bluthochdruck ein
Vorhofflimmern auf. Hochdruckpatienten sollten daher gut eingestellt sein,
um ihr Schlaganfallrisiko zu minimieren. „Patienten mit Bluthochdruck und
Vorhofflimmern sind zweifach belastet: Zum einen erhöht der Bluthochdruck
aufgrund der Gefäßbelastung selbst das Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisiko, zum anderen besteht durch das Vorhofflimmern die
Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die wiederum einen Schlaganfall
auslösen können“, betont Grönefeld, der Leiter der 1. Medizinischen
Abteilung für Kardiologe an der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg ist.
Blutdruckmessgeräte zeigen meist Unregelmäßigkeiten des Pulses an oder man
fühlt selbst seinen Puls (www.herzstiftung.de/puls-messen). Patienten mit
anderen Risikofaktoren für Vorhofflimmern wie Klappenerkrankungen,
Diabetes oder einer koronaren Herzerkrankung sollten – auch ohne Vorliegen
eines Bluthochdrucks – ihre Grundkrankheit regelmäßig fachärztlich
überprüfen lassen und besonders auf das Auftreten eines unregelmäßigen
Pulsschlages achten.

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung
informiert über Ursachen, aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
des Vorhofflimmerns sowie über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.),
verfasst von renommierten Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich
unter www.herzstiftung.de, per Tel. unter 069 955128400, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Herz außer Takt: Herzspezialisten informieren bundesweit
„Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ ist das Thema der
diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung vom 1.-30. November.
Über Ursachen und Symptome, aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren bei
Vorhofflimmern sowie die Gerinnungshemmung informieren Herzspezialisten u.
a. in Kliniken,  Herzzentren, Krankenkassen und Betrieben bundesweit.
Termine der mehr als 1.000 Veranstaltungen sind unter www.herzstiftung.de
abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128400.

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Endstation Depression: Wenn Schülern alles zu viel wird KKH-Stress-Auswertung: Immer mehr Sechs- bis 18-Jährige psychisch krank

Kopfschmerzen, Magendrücken und am Ende erschöpft und depressiv: Immer mehr Schüler leiden an psychischen Erkrankungen und klagen über Beschwerden, die keine organischen Ursachen haben. Das geht aus einer aktuellen Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse hervor. Rund 26.500 Sechs- bis 18-jährige KKH-Versicherte sind demnach bundesweit betroffen. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das etwa 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche. Ein zentraler Grund: Stress. Hoher Leistungsdruck durch Schule, Eltern und eine dauerbeschleunigte Gesellschaft, digitale Reizüberflutung, Mobbing in sozialen Netzwerken, Versagensängste: Viele Kinder kommen mit ihrem Leben nicht mehr klar, weil sie überfordert und verzweifelt sind.  

Die Auswertung der KKH-Daten ist alarmierend: 2017 litten allein rund 8.300 Sechs- bis 18-Jährige unter sogenannten Anpassungsstörungen, also unter depressiven Reaktionen aufgrund körperlicher und seelischer Belastungen wie sie etwa bei hohem Leistungsdruck und Mobbing entstehen. Den größten Anstieg mit 90 Prozent im Vergleich zu 2007 gab es hier bei den 13- bis 18-Jährigen. Das zeigt: Der Stress nimmt mit den Schuljahren und den Anforderungen zu. Die Symptome bei Anpassungsstörungen reichen vom Gedankenkarussell bis hin zu Frustration, Reizbarkeit und Mutlosigkeit. Von Angststörungen wie Panikattacken waren außerdem rund 3.400 Schüler betroffen. Auch hier gab es bei den Älteren den größten Anstieg mit 76 Prozent.  

Nicht selten münden permanenter Stress, Druck und Mobbingerfahrungen in eine Depression. Erschreckend: In der Altersgruppe der 13- bis 18-jährigen Schüler verzeichnete die KKH bei Depressionen von 2007 auf 2017 den größten Anstieg überhaupt – um fast 120 Prozent. Immer häufiger stellen Ärzte außerdem schon im Schulalter die Diagnose Burnout. Auch da registriert die KKH im selben Zeitraum einen enormen Anstieg – sowohl bei den Jüngeren als auch bei den Älteren um jeweils mehr als das Doppelte. Statistisch betrifft dies bisher nur eine kleine Gruppe von rund 1.000 jungen Versicherten, doch der drastische Anstieg der Fälle zeigt, dass immer mehr Schüler Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung haben und ausgebrannt sind. Burnout ist keine eigenständige Krankheit, sondern gilt als Vorstufe zur Depression und wird bisher als Zusatzdiagnose im Zuge anderer, meist auch psychischer Erkrankungen gestellt.  

Bevor es allerdings zu diesen schwerwiegenden Erkrankungen kommt, klagen die betroffenen Jungen und Mäd­chen häufig zunächst über körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Probleme, die sich auf keine organische Erkrankung zurückführen lassen (sogenannte somatoforme Belastungen). Auslöser sind auch hier vor allem emotionaler Stress und Konflikte. Laut KKH-Auswertung haben damit offenbar zunehmend jüngere Schüler zu kämpfen: Bei den Sechs- bis Zwölfjährigen gab es mit 36 Prozent einen größeren Anstieg als bei den 13- bis 18-Jährigen (plus 21 Prozent). Vor einer Klassenarbeit ist das völlig normal. Dies darf aber nicht zum Dauerzustand werden. „Deshalb ist es wichtig, dass Schüler lernen, mit Herausforderungen und Belastungen umzugehen“, sagt Franziska Klemm, Psychologin bei der KKH. „Dabei spielt die Unterstützung aus dem gesamten Umfeld eine entscheidende Rolle. Deshalb sollte Stress-Prävention nicht nur in der Schule, sondern auch Zuhause stattfinden.“ 

Insgesamt zeigt die Auswertung, dass unter den 13- bis 18-jährigen Schülern deutlich mehr Mädchen und junge Frauen von psychischen Erkrankungen betroffen sind. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen sind es dagegen in etwa gleich viele Mädchen und Jungen.  

Die KKH-Stress-Umfrage

Schulischer Leistungsdruck und Mobbing sind die größten Stressfaktoren

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH fühlen sich Schüler offenbar nicht vorrangig durch zu viele Termine in der Freizeit gestresst. Gut jedes dritte schulpflichtige Kind im Alter von sechs bis 18 Jahren geht zwar an mindestens drei Tagen in der Woche festen außerschulischen Aktivitäten nach. Rund 56 Prozent gelingt es den Eltern zufolge aber dennoch gut, eine Balance zwischen Schule und Freizeit zu finden. Viel größere Stressfaktoren sind laut der befragten Eltern permanenter Leistungsdruck in der Schule, Mobbing sowie gesellschaftlicher Druck durch Medien, Idole und Influencer. Jeden fünften Sechs- bis Neunjährigen belastet Streit mit Freunden und Mobbing durch Mitschüler am meisten, bei den Zehn- bis 18-Jährigen steht klar Konkurrenz- und Leistungsdruck in der Schule an erster Stelle (31 Prozent). „Das liegt nicht unbedingt daran, dass etwa die Schule an sich schwerer geworden ist. Vielmehr werden immer bessere Leistungen erwartet. Normale, durchschnittliche Leistungen werden dagegen oft abgewertet oder problematisiert“, erläutert Professor Marcel Romanos, Leiter der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Würzburger Universitätsklinikum, der mit der KKH eng zusammenarbeitet. 

Ältere Schüler ziehen sich bei Stress häufiger zurück als Jüngere

Mit steigendem Konkurrenz- und Leistungsdruck und zunehmendem Alter der Schüler vermehren sich auch die Symptome. So klagen laut der befragten Eltern fast ein Drittel der 16- bis 18-Jährigen über Müdigkeit und Erschöpfung und jeder Vierte über stressbedingte Kopfschmerzen. Die Zehn- bis Zwölfjährigen leiden dagegen stärker unter Bauch- und Magenschmerzen als die Schüler der anderen Altersklassen. Unter Stress lässt vor allem die Konzentration nach: 28 Prozent der Eltern sagen, dass ihr Kind sehr häufig bis häufig aufgrund von Stress unkonzentriert ist. Jeder fünfte Erziehungsberechtigte gibt an, dass es sehr häufig oder häufig vorkommt, dass sein Kind bei Stress schnell aggressiv wird. Mit deutlichem Abstand folgen als sehr häufige oder häufige Reaktionen auf Stress Rückzug (zwölf Prozent), Traurigkeit (neun Prozent) und Angst (acht Prozent). 13- bis 18-Jährige kapseln sich bei Stress tendenziell häufiger ab als Sechs- bis Zwölfjährige.  

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1003 Eltern von Sechs- bis 18-Jährigen im Jahr 2018 repräsentativ im Auftrag der KKH befragt. 

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