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Gesundheit

Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung.  Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht

NCT Dresden etabliert Bildgebungsplattform für die Forschung im Wert von sechs Mio. Euro

Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung.  Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht
Am NCT Dresden profitieren Wissenschaftler von einer Bildgebungsplattform für die patientennahe Forschung. Uniklinikum Dresden/Thomas Albrecht

Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)
Dresden profitieren ab sofort von einem Ensemble an Bildgebungsgeräten,
das so europaweit nur an wenigen Standorten vorhanden ist. Die für die
patientennahe Forschung bestimmte Plattform umfasst ein integriertes
Ganzkörpergerät für die Magnetresonanztomographie (MRT) und die
Positronen-Emissions-Tomographie (PET), einen Dual-Energy-
Computertomographen sowie zwei hochmoderne Ultraschall-Systeme. Die NCT-
Forscher werden die Geräte nutzen, um in klinischen Studien die
Strahlentherapie zu verbessern, die Präzision minimalinvasiver
Krebsbehandlungen zu erhöhen oder neue radioaktive Sonden für die PET-
Bildgebung zu etablieren.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität
Dresden, des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des
Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

Medizinische Forschung findet häufig abends oder am Wochenende statt. Ein
Grund hierfür ist, dass nötige Geräte meist durchgehend im Klinikalltag im
Einsatz sind. „Am NCT Dresden stehen Wissenschaftlern ab sofort
verschiedene High-End-Bildgebungsgeräte für ihre patientennahe Forschung
zur Verfügung, 24 Stunden, an sieben Tagen pro Woche. Dies ist eine
wichtige Grundlage, um die Krebsforschung voranzutreiben“, sagt Prof.
Mechthild Krause, Geschäftsführende Direktorin am NCT Dresden. Im Rahmen
von Studien profitieren Patienten des Universitätsklinikums Carl Gustav
Carus unmittelbar von der neuen Bildgebungsplattform.

Sehr genaue Aufnahmen aus dem Körperinneren sind eine wichtige Grundlage,
um Krebserkrankungen möglichst schonend mit minimalinvasiven Verfahren zu
behandeln. Hierbei kann beispielsweise eine Sonde über einen kleinen
Schnitt im Bauch zu einem Tumor in der Leber geführt werden. Mit
hochfrequentem Strom wird das Krebsgewebe dann auf über 100 Grad Celsius
erhitzt und abgetötet. Mittels exzellenter Bildgebung wollen die NCT-
Wissenschaftler die Präzision minimalinvasiver Verfahren zukünftig weiter
erhöhen. Zudem können durch exakte Planungsbilder CT-Kontrollaufnahmen
während der Behandlung verringert und die Strahlenbelastung für die
Patienten und das Personal minimiert werden.

Die integrierte MRT/PET-Bildgebung ermöglicht es, verschiedene Weichgewebe
sehr genau zu unterscheiden und die Herkunft des PET-Signals exakt zu
lokalisieren. NCT-Wissenschaftler in Dresden und Heidelberg wollen so
beispielsweise den eigentlichen Primärtumor bei Patienten mit
Prostatakrebs noch genauer ermitteln und davon ausgehend die
Strahlentherapie noch präziser auf den einzelnen Patienten zuschneiden.
Mithilfe der simultanen Aufnahmetechnik wollen die Forscher außerdem
frühzeitig feststellen, wie mit einer Chemotherapie behandelte Patienten
mit Bauchspeicheldrüsenkrebs auf die Behandlung ansprechen. Zudem sollen
mithilfe des MRT/PET-Gerätes neue radioaktive Substanzen für die PET-
Bildgebung – so genannte Radiotracer – getestet werden, die
Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickeln.

„Unser Ziel ist es, die Krebstherapien in Zukunft deutlich zu
individualisieren, also auf die jeweiligen Patienten und ihre Erkrankungen
zuzuschneiden“, erklärt Prof. D. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand
des Universitätsklinikums Dresden. „Die neue Bildgebungsplattform ist ein
wichtiges Instrument, um diese personalisierte Krebsmedizin
voranzutreiben.“

Zum Geräte-Ensemble der Firma Siemens Healthineers zählen ein integriertes
MRT/PET-Gerät mit simultaner Aufnahmetechnik (Typ „Biograph mMR“), ein
Dual-Energy-CT (Typ „SOMATOM Definition Edge“) und zwei Ultraschall-
Systeme (Typ „ACUSON S3000“). Das 3-Tesla-MRT/PET-Gerät zeichnet sich
dadurch aus, dass es MRT- und PET-Daten nicht nacheinander erfasst und
anschließend fusioniert, sondern beide Informationen simultan erheben
kann. Dadurch erhalten die Wissenschaftler in vollständiger räumlicher
Deckung Auskunft zu Gewebeeigenschaften sowie zum Stoffwechsel von Zellen.
Das Dual-Energy-CT erzeugt gleichzeitig Aufnahmen mit zwei verschiedenen
Röntgenenergien. Dabei erfasst es je Rotation 128 Körperschichten mit
einer zeitlichen Auflösung von 140 Millisekunden.

„Im Rahmen unserer Forschungspartnerschaft erhält das NCT Dresden
hochmoderne Bildgebungssysteme, wie sie so europaweit nur an wenigen
Einrichtungen stehen. Gemeinsam mit dem NCT wollen wir nahe an der Praxis
die Bildgebungstechnologien und Diagnosemöglichkeiten weiterentwickeln“,
sagt Stefan Schaller, bei Siemens Healthineers Leiter der
Deutschlandorganisation.

Die Plattform im Wert von rund sechs Millionen Euro wurde durch Mittel des
NCT/Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) finanziert, die der Bund und
der Freistaat Sachsen im Verhältnis von 90 zu 10 bereitstellen. Aktuell
ist die NCT-Bildgebungsplattform in einem eigens hierfür konstruierten
Container auf dem Gelände des Universitätsklinikums Dresden untergebracht.
Ab 2020 wird sie im dann fertiggestellten, benachbarten NCT-Neubau
untergebracht sein.

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Das Multiple Sklerose Zentrum Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.  MSZ

Extreme Sommerhitze macht Multiple Sklerose-Erkrankten zu schaffen

Das Multiple Sklerose Zentrum Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.  MSZ
Das Multiple Sklerose Zentrum Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. MSZ

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, haben besonders die Multiple
Sklerose-Erkrankten mit einer Verschlechterung ihrer Beschwerden zu
kämpfen: sie fühlen sich schlapper, müder und benommener bzw. klagen über
eine Verstärkung ihrer Sehstörungen oder eine Verschlechterung ihrer
motorischen Fähigkeiten. Darauf weisen die Experten aus dem Multiple
Sklerose Zentrum am Zentrum für klinische Neurowissenschaften am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus hin.

„Das hängt mit den Folgen der Multiplen Sklerose als entzündliche
Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks zusammen“, sagt Prof. Dr. Tjalf
Ziemssen, Direktor am Multiple Sklerose Zentrum. „Dort bilden sich nach
Abheilen der aufgetretenen Entzündungsherde Narben im Bereich der
Nervenfasern, die bei Erhöhung der Körpertemperatur schlechter die
Informationen weiterleiten können und somit zum Wiederauftreten von
Beschwerden führen können.“ Daher reagiert der MS-Patient auf Hitze mit
einer deutlichen Verstärkung schon vorhandener Beschwerden, dies ist aber
kein Krankheitsschub im eigentlichen Sinne, sondern ein sogenannter
Pseudoschub, der auch als Uhthoff-Phänomen beschrieben ist.
Als Uhthoff-Phänomen wird die vorübergehende Verschlechterung von MS-
Beschwerden bei einer Erhöhung der Körpertemperatur zum Beispiel bei
Fieber oder erhöhter Umgebungstemperatur bezeichnet. Betroffen sind mehr
als 80 Prozent der an MS-Erkrankten. Als Ursache wird eine
temperaturbedingte Verschlechterung der Leitfähigkeit geschädigter
Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark angenommen. Das Phänomen wurde
erstmals vom deutschen Augenarzt Wilhelm Uhthoff (1853-1927) beschrieben.
Die Prophylaxe besteht in der Vermeidung erheblicher körperlicher
Anstrengung sowie in der Vermeidung von Umständen, die die
Körpertemperatur erhöhen. Die Beschwerden können auch durch das Tragen von
Kühlkleidung, wie Kühlwesten, Kühlhauben und Kühlstrümpfen begrenzt
werden. Die Alternative ist dann die einfache Schüssel mit kaltem Wasser,
in die Füße und Arme getaucht werden können. Wichtig ist auch für MS-
Patienten, dass sie möglichst viel trinken, um einem Flüssigkeitsverlust
vorzubeugen, der zusätzlich die Beschwerden verschlimmern kann. Am besten
geeignet ist hierzu Wasser.
Das MS-Zentrum am Uniklinikum Dresden, das zu den größten universitären
ambulanten Versorgungszentren in Deutschland zählt und im Focusranking der
MS Zentren bundesweit seit vielen Jahren stets Spitzenplätze einnimmt, hat
sich speziell der Hitzeempfindlichkeit der MS-Patienten angenommen. Sowohl
das Infusionszentrum als auch Wartezimmer und Anmeldung sind seit diesem
Jahr klimatisiert, so dass die Patienten in angenehmer Atmosphäre bei
Temperaturen von 20 Grad auf ihre Behandlung warten bzw. diese im Zentrum
bekommen können. Gerade der ganzheitliche Ansatz, der auch solche
hitzebedingten Beschwerden einschließt, ist dem Team des MS-Zentrums
Dresden um Prof. Tjalf Ziemssen besonders wichtig.
„Leider gibt es im Bereich der Multiplen Sklerose immer noch viele Mythen
und Gerüchte, die den Patienten einschränken“, sagt Prof. Tjalf Ziemssen.
„So wird zum Beispiel berichtet, dass MS-Patienten aufgrund der
Hitzeempfindlichkeit nicht in die Sauna gehen können.“ Dies ist als
allgemeiner Grundsatz nicht richtig, viele Patienten profitieren von der
Sauna. Bezüglich der Hitzeempfindlichkeit ist es interessant, dass es vor
mehreren Jahrzehnten den sogenannten Heißbadtest gab. Dieser sollte dazu
dienen, die Krankheit bei fraglichen MS-Patienten festzustellen. Dieser
Test wird aufgrund von schweren Nebenwirkungen seit mehreren Jahrzehnten
nicht mehr durchgeführt. „Man sieht daran, wie wichtig es ist, bei
Diagnostik und Therapie uptodate zu sein“, sagt er.
Dafür finden am MS-Zentrum Dresden regelmäßige Patientenakademien statt.
Dabei werden aktuelle Forschungsergebnisse und neue Entwicklungen in der
Therapie vorgestellt sowie Antworten auf aktuelle Fragen und Probleme, wie
die Leiden unter der aktuellen Hitzewelle, gegeben. Die nächste Akademie
findet am 7. August 2018, 17 Uhr, im Hörsaal des MTZ, Fiedlerstraße 42,
statt. Themen sind unter anderem neue Therapiemöglichkeiten bei Multipler
Sklerose. „Zum Glück gibt es jetzt für die schubförmige, aber auch für die
progrediente Multiple Sklerose mehr und mehr therapeutische Möglichkeiten,
die aber individuell für den einzelnen Patienten ausgewählt werden
müssen“, sagt Prof. Tjalf Ziemssen. Er referiert aus seiner breiten
Erfahrung und gibt einen Ausblick in die MS-Therapie der Zukunft.

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Chronischen Schmerzen effektiv auf der Spur – dank moderner Ultraschallverfahren

Mehr als zwölf Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Zur
Diagnose werden standardmäßig elektrophysiologische Untersuchungen
durchgeführt – doch mit Ausnahme von Spezialverfahren erfassen diese nur
die großen und nicht die kleinen Nervenfasern. Diese kleinen Fasern sind
jedoch für das Schmerzempfinden verantwortlich. Mit Hilfe moderner
Ultraschallverfahren können mittlerweile auch kleinste Nervenäste erkannt
und damit Schmerzursachen exakt diagnostiziert und zugeordnet werden.
Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V.
(DEGUM) fordern deshalb, dass die hochauflösende Sonographie künftig
häufiger genutzt wird.

Es existieren momentan lediglich abgelaufene Leitlinien für die Diagnostik
und für die Behandlung chronischer Nervenschmerzen. Da diese aktuellen
Leitlinien noch keine Ultraschallempfehlung enthalten, sollten sie nach
Ansicht der Experten dringend überarbeitet werden.

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Schmerzen entstehen nach einer Gewebeschädigung und dienen in erster Linie
der Ruhigstellung verletzter Gewebe. Damit haben Schmerzen eigentlich eine
Schutzfunktion um einen Heilungsprozess zu begünstigen oder einer
Verschlimmerung des Gewebeschadens vorzubeugen. „Unter normalen Umständen
ist der Schmerz mit Eintreten der Heilung beziehungsweise der
Geweberegeneration rückläufig“, erläutert DEGUM-Expertin Dr. Carla
Alessandra Avila González von der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-,
Palliativ- und Schmerzmedizin am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bochum. „Wenn der Gewebeschaden jedoch so groß ist, dass eine Regeneration
nicht oder nur sehr langsam erfolgt, oder der Schmerz seine Warnfunktion
verliert und sich verselbstständigt, können daraus chronische Schmerzen
entstehen.“ Häufig sind Störungen im Nervensystem die Ursache für die lang
anhaltenden Beschwerden.

Um der Ursache chronischer Schmerzen auf die Spur zu kommen, nimmt der
behandelnde Arzt zunächst eine sorgfältige Anamneseerhebung – also ein
Patientengespräch – und dann eine genaue körperliche Untersuchung vor. Bei
speziellen Fragestellungen, wie zum Beispiel bei Schmerzen infolge einer
Verletzung großer Nerven oder bei Nerventumoren, werden bildgebende
Verfahren wie die Computer- oder Kernspintomographie eingesetzt. Diese
Techniken können jedoch verfahrensbedingt nicht bei allen Patienten
angewendet werden und sie sind in der Darstellung kleiner Strukturen
limitiert. Außerdem kommen elektrophysiologische Verfahren zum Einsatz.
Hier werden die Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und Hirnströme, die sich
durch die Reizung peripherer, sensorischer Nerven erzeugen lassen,
gemessen. Ultraschalluntersuchungen werden in der Schmerzdiagnostik bisher
noch nicht allgemein genutzt, doch nach Ansicht der DEGUM sollten sie
zukünftig verstärkt zum Einsatz kommen. „Dank modernster, hochfrequenter
Ultraschalldiagnostik können mittlerweile selbst kleinste Nervenäste, die
Schmerzen verursachen, erkannt werden. Diese würden bei anderen
diagnostischen Verfahren verborgen bleiben“, so Avila González, Fachärztin
an der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Palliativ- und
Schmerzmedizin am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum. „Die
hochauflösenden Schallsonden ermöglichen beispielsweise, dass selbst
Strukturen oder Verletzungen, die kleiner als einen Millimeter groß sind
an peripheren Nerven entdeckt werden können. Zu diesen gehören zum
Beispiel kleine Fremdkörper oder Einengungen von Nervenendästen im
Narbengewebe.“

Neben der exakten Darstellung hat die sonografische Darstellung gegenüber
anderen Verfahren weitere Vorteile: „Die Ultraschalldiagnostik kann
strahlenfrei und somit besonders schonend durchgeführt werden“, sagt die
Expertin. Wenn der Verdacht besteht, dass die Nervenschädigung Auslöser
der Schmerzen ist, kann mittels einer ultraschallgesteuerten hochpräzisen
Injektion kleinster Mengen von Betäubungsmitteln – sogenannter
Lokalanästhetika – am suspekten Nerv Schmerzfreiheit erzielt werden. So
kann die Verdachtsdiagnose bestätigt werden.

Damit chronische Schmerzen mittels Ultraschall möglichst exakt
diagnostiziert werden können, benötigt der behandelnde Arzt neben dem
geeigneten Ultraschallgerät auch exzellente anatomische Kenntnisse und
sonographische Fertigkeiten. Die DEGUM-Experten lehren solche Kenntnisse
und Fertigkeiten in speziellen Kursen. Sie setzen sich dafür ein, dass die
Ultraschallverfahren in der Schmerzdiagnostik zukünftig verstärkt zum
Einsatz kommen. „Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die
abgelaufenen Leitlinien für die Diagnostik und für die Behandlung
chronischer Nervenschmerzen überarbeitet werden“, meint Avila González.
„Die bisherigen Leitlinien basieren mangels valider wissenschaftlicher
Daten lediglich auf der Meinung einiger Experten. Aus unserer Sicht sind
daher dringend wissenschaftliche Untersuchungen zum Stellenwert der
Sonographie sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung
chronischer Schmerzen erforderlich.“

Weiterführende Informationen

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.,
<https://www.dgss.org/patienteninformationen/schmerzerkrankungen>

Baron, R.; Koppert, W.; Strumpf, M.; Willweber, A. (Hrsg.), Praktische
Schmerztherapie, 3. aktualisierte und erw. Auflage 2014

Pharmakologisch nicht interventionelle Therapie chronisch neuropathischer
Schmerzen. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie,
Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Klasse: S1, veröffentlicht September
2012, ergänzt 7.1.2014, gültig bis 29.9.2017

Diagnostik neuropathischer Schmerzen. Leitlinien für Diagnostik und
Therapie in der Neurologie, Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Klasse:
S1, veröffentlicht September 2012, gültig bis Dezember 2016, verlängert
bis 29.09.2017

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Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: <www.degum.de>

  • Aufrufe: 229

Übergewichtige Kinder und Teenager: Nicht immer sind die Hormone schuld Endokrinologen empfehlen: Energiebilanz beachten – weniger essen, mehr bewegen

Seit Mitte der 1970er Jahre sind weltweit immer mehr Kinder und
Jugendliche übergewichtig oder adipös. Auch wenn Gene zu etwa 50 Prozent
für Körpergewicht und Fettmasse bei Heranwachsenden verantwortlich sind,
erklärt dies nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
e.V. (DGE) nicht allein die große Anzahl Betroffener in dieser
Altersgruppe.

Verantwortlich für zu viele Kilos sei vielmehr häufig ein Zuviel an Essen
und Trinken in Kombination mit zu wenig Bewegung. Dies führe zu einer
sogenannten positiven Energiebilanz. Werde sie regelmäßig – auch nur
geringfügig mit 50 Kilokalorien pro Tag - überschritten, mache sie dick.
Auf der Pressekonferenz der DGE am 11. September 2018 in Berlin im Vorfeld
der 3. Deutschen Hormonwoche, diskutieren Experten die Ursachen und
Präventionsmöglichkeiten von Übergewicht. Dabei nehmen sie auch
Hormonstörungen, etwa der Schilddrüse, als mögliche Gründe in den Blick.

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Laut Robert Koch-Institut sind in Deutschland über 15 Prozent der zwischen
3- und 17-Jährigen dick und knapp sechs Prozent von ihnen sogar stark
übergewichtig*.
Der Leidensdruck adipöser Kinder ist immens. Zum einen werden sie häufig
sozial ausgegrenzt und gemobbt, zum anderen drohen schwerwiegende
Begleiterkrankungen. Übergewicht kann bereits im Kindesalter zu
Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes führen sowie Herz-
Kreislaufbeschwerden und Haltungsschäden verursachen. „Man schätzt zudem,
dass über drei Viertel aller zu schweren Kinder ihr Übergewicht in das
Erwachsenenalter mitnehmen werden“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Susanna
Wiegand, Bereichsleiterin Adipositas, Sozialpädiatrisches Zentrum für
chronisch kranke Kinder an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

„Übergewicht kann auf krankhaften Störungen von Stoffwechsel, Hormonen
oder der Psyche beruhen“, so die Expertin. Doch in den meisten Fällen
liege die Ursache in einer sogenannten positiven Energiebilanz: „Dem
Körper wird mehr Energie zugeführt, als er durch Stoffwechsel und Bewegung
verbraucht.“ Aus Zwillings- und Adoptionsstudien wisse man zwar heute,
dass die Gewichtsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu etwa 50
Prozent genetisch festgelegt sei. Gene veränderten sich jedoch nur über
einen sehr langen Zeitraum. „Deshalb ist die Zunahme von Übergewicht und
Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in den Industrie- und
Schwellenländern sicher nicht genetisch, sondern vor allem durch ein
verändertes Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu erklären“, formuliert
die Kinderendokrinologin. „Bereits eine geringfügige regelmäßige positive
Energiebilanz von täglich etwa 50 kcal pro Tag führt im Grundschulalter zu
Übergewicht“, sagt sie. Das Überschreiten des Energiebedarfs sei gerade im
Sommer durch zuckerhaltige Durstlöscher schnell erreicht. Schon ein
kleines Glas Limonade schlage mit etwa 80 kcal zu Buche. Als Gegenmaßnahme
empfiehlt Wiegand, Vizepräsidentin der Deutschen Adipositas-Gesellschaft,
‒ neben mehr Bewegung im Alltag ‒ etwa die Bereitstellung von kostenlosen
Wasserspendern in Kindergärten und Schulen.

Zur Therapie von Adipositas gehöre nichtsdestotrotz der Ausschluss
bestimmter Hormonstörungen, sagt Professor Dr. med. Sven Diederich,
Ärztlicher Leiter Medicover Deutschland und ehemaliger Vizepräsident der
DGE aus Berlin. Viele Eltern vermuteten insbesondere eine gestörte
Schilddrüsenfunktion als Ursache, weil es in der Familie bereits Probleme
mit dem Organ gäbe. „Entgegen dieser Erwartung ist eine Unterfunktion der
Schilddrüse jedoch extrem selten die Ursache einer Adipositas“, stellt er
fest. Welche weiteren Hormone wie Hunger- und Sättigungshormone bei der
Entstehung von Adipositas eine Rolle spielen könnten und welche
Behandlungsmöglichkeiten es heute gibt, ist eines der Themen auf der
Pressekonferenz der DGE am 11. September 2018 in Berlin.

Quelle:
*Robert Koch-Institut (2018): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und
Jugendalter in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle2 und
Trends.
Journal of Health Monitoring 2018 3(1). DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-005.
Robert Koch-Institut, Berlin.
<https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets
/JoHM_01_2018_Adipositas_KiGGS-Welle2.pdf?__blob=publicationFile
>

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