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Gesundheit

Rheumatoide Arthritis: SMS halten Rheumapatienten in Bewegung

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen haben laut einer dänischen Studie
ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, wenn sie sich zu wenig bewegen. Ein in
Dänemark entwickeltes Programm zeigt, dass die Betroffenen nach einem
Motivationstraining und durch regelmäßige Kurznachrichten über das
Smartphone weniger Zeit im Sitzen verbringen. Die Deutsche Gesellschaft
für Rheumatologie (DGRh) hält das Programm für vorbildlich, denn Bewegung
kann wesentlich dazu beitragen, dass das Herzinfarktrisiko bei Menschen
mit Rheuma sinkt und erkrankte Gelenke beweglich bleiben. Die DGRh
empfiehlt Patienten sich ausreichend zu bewegen – in welchem Maße könne
mit dem behandelnden Rheumatologen besprochen werden.

Studien zeigen, dass Menschen mit entzündlichem Gelenkrheuma – in
Deutschland sind dies eine halbe Million Menschen – die meiste Zeit des
Tages im Sitzen verbringen. „Die Morgensteifigkeit und die wechselnden
Schmerzen in den Gelenken haben die meisten Patienten mit rheumatoider
Arthritis mit der Zeit demotiviert, sich bewegen zu wollen“, sagt
Professor Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Rheumatologie. Auch wenn die Beschwerden heute mit
Medikamenten gut kontrolliert werden können, seien viele Patienten der
Ansicht, dass sie ihre Gelenke schonen sollten, erläutert der Rheumatologe
vom Universitätsklinikum Heidelberg. Viele Patienten würden daher neun von
zehn Tagesstunden im Sitzen verbringen.

Der Experte warnt vor den Folgen. „Patienten mit rheumatoider Arthritis
haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, so
Professor Lorenz. Die Gefahr, im mittleren Lebensalter einen Herzinfarkt
zu erleiden, war laut einer dänischen Studie vor allem für jüngere Frauen
deutlich erhöht. Rheumatologen am Rigshospitalet Glostrup bei Kopenhagen
haben deshalb eine Schulung entwickelt, die Rheuma-Patienten veranlassen
soll, sich häufiger aus ihren Stühlen und Sesseln zu erheben. Im
Motivationstraining geschulte Krankenpflegerinnen berieten die Patienten
dazu in drei Gesprächen. Zunächst machten Trainerinnen die Patienten auf
die Risiken des Bewegungsmangels aufmerksam. Den meisten Betroffenen waren
diese Gefahren nicht bewusst. Anschließend loteten die Pflegerinnen
zusammen mit jedem einzelnen Patienten aus, welche Möglichkeiten der
persönliche Alltag für mehr Bewegung bietet. Dies konnten zunächst
Kleinigkeiten, wie der Verzicht auf die Fernbedienung beim Fernsehen,
sein. Die Krankenschwestern überlegten mit den Patienten zudem, welche
Tätigkeiten, die sie im Sitzen verrichten, auch im Stehen möglich sind.
Das Ziel war, die sitzenden Tätigkeiten insgesamt durch regelmäßige Steh-
und Gehpausen zu verkürzen.

In einer Studie, die das Team in der Fachzeitschrift Annals of the
Rheumatic Diseases (2017; 76: 1603-1606) veröffentlichte, konnte die
Sitzdauer der geschulten Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um
mehr als zwei Stunden am Tag verkürzt werden. Zum Erfolg der
Interventionen könnten nach Einschätzung von Professor Lorenz auch die
SMS-Kurznachrichten beigetragen haben, die die Patienten unter der Woche
einmal täglich daran erinnerten, wie wichtig die Bewegung für sie ist.

Die körperliche Bewegung leistete in der Studie – anders als die
Betroffenen vermuteten – auch einen wichtigen Beitrag zur Behandlung.
Professor Lorenz erläutert: „Schmerzen und Abgeschlagenheit besserten sich
in der Interventionsgruppe stärker, ebenso die Lebensqualität und die
körperlichen Funktionen.“

Bundesweit haben von Rheuma Betroffene die Möglichkeit, in den Gruppen der
Deutschen Rheuma-Liga etwas für ihre Bewegung zu tun. Der
Selbsthilfeverband hat dafür zusammen mit Physiotherapeuten ein spezielles
Bewegungstraining entwickelt: das so genannte Funktionstraining. Es wird
seit vielen Jahren erfolgreich angeboten. Die speziellen Übungen dienen
dazu, die kranken Gelenke in Bewegung zu halten, die Bewegung selbst zu
verbessern und die Patienten bei der Krankheitsbewältigung zu
unterstützen. Funktionstraining wird von Physiotherapeuten angeleitet und
findet als Warmwasser- oder Trockengymnastik statt. Die Deutsche Rheuma-
Liga organisiert das Funktionstraining jeweils vor Ort.

Es ist eine gesetzlich anerkannte ergänzende Leistung zur Rehabilitation
rheumakranker Menschen und wird bei medizinischer Notwendigkeit durch
Krankenkasse oder Rentenversicherung – bei Verordnung durch eine
Rehabilitationseinrichtung – erstattet.

*** Bei Abdruck Beleg erbeten. ***

Literatur:
Thomsen T et al. The efficacy of motivational counselling and SMS
reminders on daily sitting time in patients with rheumatoid arthritis: a
randomized controlled trial. Annals of Rheumatic Diseases 2017; 76:
1603-1606

Lindhardsen J et al.The risk of myocardial infarction in rheumatoid
arthritis and diabetes mellitus: a Danish nationwide cohort study. Annals
of Rheumatic Diseases 2011; 70: 929-34

Über die DGRh
Die DGRh ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinisch-
wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der
Rheumatologie. Sie repräsentiert hierzulande seit 90 Jahren die
rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung. Als
gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung
wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

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Deutschland ist Schlusslicht bei Organspenden: Widerspruchslösung muss diskutiert werden

Seit 2010 ist die Zahl der gespendeten Organe in Deutschland um etwa 40
Prozent gesunken, und die Anzahl der Spender ist auf dem niedrigsten Stand
seit 20 Jahren. Wir bilden damit das Schlusslicht in ganz Europa.
Politische und technische Alternativen zur Warteliste als eine tödliche
Falle erläutert Professor Dr. med. Rainer Blasczyk, Leiter des Instituts
für Transfusionsmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover, auf der
Pressekonferenz im Rahmen der 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e. V. (DGTI). Die
Presseveranstaltung findet am Mittwoch, den 19. September 2018 in Lübeck
statt.

„Im Durchschnitt sterben in Deutschland täglich mehr als zwei Patienten,
die auf der Warteliste stehen, weil das lebensrettende Organ fehlt“, klagt
Professor Dr. med. Rainer Blasczyk. Dass es in jedem anderen Land in
Europa mehr Spenderorgane als in Deutschland gibt, liegt laut Blasczyk an
der dort geltenden Widerspruchslösung: „In dem von der WHO empfohlenen
System gilt: Wer zu Lebzeiten der Organspende nicht widerspricht, gilt als
Organspender.“ Damit wurde beispielsweise in Spanien die Organspende zum
Normalfall. Patienten warten dort nur ein Jahr auf eine Spenderniere,
hierzulande dagegen über sechs Jahre. Grund hierfür sehen die Experten in
der in Deutschland geltenden Entscheidungslösung. Das heißt, die aktive
Zustimmung – auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung
– ist Voraussetzung für eine Organspende.

„Ohne Widerspruchslösung ist keine relevante Zunahme der postmortalen
Organspende zu erreichen“, so Blasczyk. In Deutschland seien deshalb
mutige politische Diskussionen und Entscheidungen nötig, um die eigentlich
überwältigende Zustimmung der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zur
Organspende in die richtigen Bahnen zu lenken. „Die Erfahrungen aller
europäischen Länder haben gezeigt, dass die Einführung der
Widerspruchslösung das einzige Mittel ist, um die hohe Bereitschaft zur
Organspende auch tatsächlich umzusetzen“, ist Blasczyk überzeugt.

Forscher suchen derweil nach technischen Alternativen. Professor Blasczyk
arbeitet mit Kollegen aus Hannover an sogenannten „unsichtbaren“ Organen,
die vom Immunsystem des Empfängers nicht erkannt werden können. Mit dem
„Organ Engineering“ könnte die Abstoßung fremder Organe verhindert werden.
Dem Patienten bliebe darüber hinaus die Einnahme von Medikamenten, die das
Immunsystem unterdrücken, und damit deren Nebenwirkungen erspart. Wenn
keine wiederholten Transplantationen nach Abstoßungsreaktionen nötig sind,
würden für mehr Patienten Organe zur Verfügung stehen.

„Bisher ist ein Organ durch nichts zu ersetzen“, erklärt Blasczyk. „Die
Rettung vor dem Tod auf der Warteliste kann nur gelingen, wenn es
ausreichend Menschen gibt, die zur Organspende bereit sind. Es bedarf
darüber hinaus einer Politik, die das Thema Organspende mit Mut
diskutiert.“

***Bei Veröffentlichung Beleg erbeten***

***************************************************************
Pressekonferenz im Rahmen der 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI)
Termin: Mittwoch, 19. September 2018, 13.00 bis 14.00 Uhr
Ort: Lübecker Musik- und Kongresshallen GmbH
Anschrift: Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck

Vorläufige Themen und Referenten

Demografischer Wandel in der Blutspende und im Krankenhaus: Was geschehen
muss, um die Blutversorgung für die Zukunft zu sichern
Professor Dr. med. Siegfried Görg
Kongresspräsident der 51. Jahrestagung der DGTI, Direktor des Instituts
für Transfusionsmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus
Lübeck

Sichere Blutprodukte: Wie wir Empfänger vor Infektionen schützen
Professor Dr. med. Holger Hennig
Kongresspräsident der 51. Jahrestagung der DGTI, stellvertretender
Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin, Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Immun gegen Spenderblut: Wie hilft man Menschen mit seltenen Blutgruppen?
Professor Dr. med. Harald Klüter
1. Vorsitzender der DGTI, Institut für Transfusionsmedizin und
Immunologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen gGmbH,
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

Mangel an Spenderorganen: Rettung vor dem Tod auf der Warteliste
Professor Dr. med. Rainer Blasczyk
Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, Medizinische Hochschule
Hannover

Moderation: DGTI-Pressestelle, Stuttgart

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Erfolgreiche Therapie der Hepatitis C senkt den Bedarf an Lebertransplantationen deutlich

In Europa ist die Hepatitis C-Virusinfektion bisher eine der häufigsten
Indikationen für eine Lebertransplantation. Die Hepatitis C kann
inzwischen jedoch gut behandelt und bei fast allen Patienten geheilt
werden. Aktuell wurden Daten von hepatologischen Zentren, die am Deutschen
Hepatitis C-Register der Deutschen Leberstiftung teilnehmen,
veröffentlicht. Diese zeigen, dass durch die neuen
Behandlungsmöglichkeiten die Notwendigkeit für HCV-assoziierte
Lebertransplantationen deutlich gesunken ist.

Die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) kann zu einer chronischen
Lebererkrankung führen, deren Folgen Leberzirrhose und Leberzellkrebs sein
können. Wird diese Erkrankung nicht erfolgreich therapiert, kann eine
Lebertransplantation die einzige Möglichkeit der Behandlung darstellen.

Durch die seit 2014 in Deutschland zugelassenen antiviralen Medikamente
(DAAs – Direct Acting Antiviral Agents), die direkt in den
Replikationszyklus des Virus eingreifen, kann die Hepatitis C – wenn sie
rechtzeitig erkannt wird – sehr gut behandelt und in kurzer Zeit, nahezu
ohne Nebenwirkungen, sogar geheilt werden.

Der klinische Effekt, den die Hepatitis C-Therapie hat, führt auch zu
einer Veränderung der Lebertransplantationszahlen. Eine Analyse von
Patientendaten aus Zentren, die am Deutschen Hepatitis C-Register
beteiligt sind, zeigt, dass schon in den ersten drei Jahren nach Zulassung
der ersten DAAs 2014 der Anteil der Hepatitis C-Patienten an allen
Personen, die für eine Lebertransplantation gelistet waren bzw. eine neue
Leber erhalten haben, um mehr als 50 Prozent gesunken ist.

Die Auswertung belegt auch, dass die antivirale HCV-Therapie der Patienten
auf der Warteliste für eine Lebertransplantation hocheffektiv und sicher
ist. Die Heilungsrate konnte von 32 Prozent (im Jahr 2010) auf 100 Prozent
(im Jahr 2016) gesteigert werden.

Prof. Dr. Kerstin Herzer vom Universitätsklinikum Essen, Erstautorin der
Veröffentlichung, erläutert: „Diese Daten sind von großer Bedeutung, weil
sie erstmals auch für Deutschland zeigen, dass die antivirale Hepatitis
C-Therapie tatsächlich einen relevanten Einfluss auf die Notwendigkeit der
Lebertransplantation für die entsprechenden Patienten hat.“

Ausgewertet wurden die Daten von elf Transplantationszentren im gesamten
Bundesgebiet zu den Lebertransplantationen der Jahre 2010 bis 2016. Dabei
wurden über 55 Prozent aller in diesem Zeitraum in Deutschland
durchgeführten Lebertransplantationen berücksichtigt. Die Leberstiftungs-
GmbH koordinierte die Analyse.

Der medizinische Geschäftsführer der Leberstiftungs-GmbH und einer der
Autoren, Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, weist auf die weiterführende
Bedeutung dieser Entwicklung hin: „Der Rückgang der Lebertransplantationen
für Patienten mit Hepatitis C bietet Patienten mit anderen
Lebererkrankungen, die nicht so gut behandelt werden können, eine erhöhte
Chance auf eine Transplantation und damit auf Heilung. Da es weniger
Lebern gibt als benötigt werden, ist dies von hoher Relevanz.“

Das „Deutsche Hepatitis C-Register“ (DHC-R) ist mit über 14.000 Patienten
eines der weltweit größten Register zu dieser Erkrankung. Die Deutsche
Leberstiftung führt das Register über die Leberstiftungs-GmbH Deutschland
in Kooperation mit dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen
Deutschlands e. V. (bng).

Unterstützt wird das Register von den Firmen AbbVie Deutschland GmbH & Co.
KG, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co.KGaA, Gilead Sciences GmbH, Janssen-
Cilag GmbH, MSD Sharp & Dohme GmbH und Roche Pharma AG (finanzieller
Beitrag bis 14.07.2017). Die inhaltlichen Vorbereitungen für die
Durchführung des Registers erfolgten mit finanzieller Unterstützung des
DZIF (Deutsches Zentrum für Infektionsforschung).

Literatur: Herzer K et al. Impact of direct-acting antiviral therapy on
the need for liver transplantation related to hepatitis C in Germany. J
Hepatol. 2018 Aug 6. pii: S0168-8278(18)32179-2. doi:
10.1016/j.jhep.2018.07.001. [Epub ahead of print].

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Das Kampagnen-Logo  DHS/Jan Neuffer

Herzwochen – Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern, eine bedrohliche Volkskrankheit

Das Kampagnen-Logo  DHS/Jan Neuffer
Das Kampagnen-Logo DHS/Jan Neuffer

Bundesweite Aufklärungskampagne der Herzstiftung im November: Vier Wochen
lang über 1.000 Herz-Seminare, Vorträge, Telefon- und Onlineaktionen,
Infomaterial

Unter dem Motto „Herz außer Takt – Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“
stehen die bundesweiten Herzwochen vom 1. bis zum 30. November 2018 mit
über 1.000 Veranstaltungen (Termine ab Mitte Oktober unter
www.herzstiftung.de). Allein in Deutschland haben nach Expertenangaben 1,8
Millionen Menschen Vorhofflimmern und jedes Jahr kommen Tausende dazu. In
den 90er Jahren glaubte man, diese Rhythmusstörung sei ein
„Schönheitsfehler des EKG“. Heute weiß man: Vorhofflimmern ist eine ernst
zu nehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt
lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann, bis hin zu Herzschwäche
und Schlaganfall.

Vorhofflimmern ist lästig
„Viele Patienten mit Vorhofflimmern klagen über einen erheblichen Verlust
an Lebensqualität. Besonders dann, wenn sie nur zwischenzeitlich mal für
ein paar Stunden oder Tage Vorhofflimmern haben und daher wissen, wie gut
sich ein regelmäßiger Herzrhythmus anfühlt“, betont der Herzspezialist
Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. „Wir werden die Patienten darüber informieren, welche
Therapie – zum Beispiel Antiarrhythmika, Katheterablation – zur
Beseitigung dieser Rhythmusstörung am besten geeignet ist und wie sie
dadurch Lebensfreude zurückbekommen.“

Vorhofflimmern kann das Herz schwächen
Ein lange Zeit bestehendes Vorhofflimmern kann zu einer Herzschwäche
(Herzinsuffizienz) führen, die bei Betroffenen die Leistungsfähigkeit
erheblich einschränkt und zu Einbußen an Lebensqualität führt. Die
Herzstiftung wird konkrete Antworten auf die Frage geben, was man tun
kann, um das Herz wieder leistungsfähiger zu machen. Neueste Studien sehen
in der Katheterablation (Verödung von Herzgewebe, das dem Vorhofflimmern
zugrunde liegt) eine vielversprechende Antwort. Aber auch der operative
Eingriff zur Behandlung von Vorhofflimmern kann hier ein
erfolgversprechender Therapieansatz sein.

Vorhofflimmern kann Schlaganfall auslösen, der tödlich sein kann
Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags können sich im Herz Blutgerinnsel
bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den
Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß. Je größer das verstopfte Gefäß, desto
schwerer der Schaden. Viele Betroffene sterben daran, zahlreiche sind
gezeichnet durch nicht wieder gut zu machende Lähmungen mit Einschränkung
ihrer Mobilität. Die Deutsche Herzstiftung wird ausführlich erklären, wie
ein Schlaganfall entsteht und wie man sich als Betroffener oder
Angehöriger zu verhalten hat. Welche Warnsignale gibt es und was muss man
tun, damit es erst gar nicht dazu kommt? Warum sind in der
Schlaganfallprävention gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner“),
die das Embolierisiko senken, so wichtig? Auf diese und viele weitere
Fragen der Patienten (z. B. zu Blutungsrisiken) bieten die Herzwochen der
Herzstiftung Antworten.

Vorhofflimmern kann tückisch sein
Tückisch ist, dass Vorhofflimmern bei über der Hälfte aller Patienten ohne
Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch lange Zeit unbemerkt
bleibt. Nicht selten werden Patienten mit einer Herzschwäche oder einem
Schlaganfall stationär aufgenommen und erfahren zum ersten Mal, dass ein
Vorhofflimmern dafür verantwortlich ist. Das gilt verstärkt für ältere
Patienten. Mit dem Alter steigt zugleich das Risiko für Vorhofflimmern.
„Und Schlaganfälle, die durch Vorhofflimmern ausgelöst werden, haben einen
besonders schwerwiegenden Verlauf“, warnt Herzrhythmus-Spezialist Prof.
Andresen. Die Herzstiftung wird deshalb in ihrer Kampagne nicht nur über
Ursachen, Diagnose- und Therapieverfahren intensiv aufklären. „Wir wollen
den Menschen die Bedrohlichkeit eines Schlaganfalls zeigen. Wir wollen sie
ausführlich darüber informieren, was sie selbst tun können, um sich vor
Vorhofflimmern und seinen Komplikationen zu schützen. Wir wollen ihnen
aber auch ihre Ängste vor dieser Rhythmusstörung nehmen.“

Herzspezialisten informieren bundesweit / Neuer Experten-Ratgeber
Grundlage der Herzwochen ist die neue Experten-Broschüre „Herz außer Takt:
Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ mit Beiträgen von renommierten
Kardiologen, Herzchirurgen und Pharmakologen, die über die Erkrankung
sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
laienverständlich informieren. In den Herzwochen beantworten
Herzspezialisten in Herz-Seminaren, bei Gesundheitstagen sowie in Telefon-
und Online-Aktionen häufige Fragen von Patienten: Die Herzwochen bieten
Betroffenen und Angehörigen sowie Fachkreisen und Medien die Möglichkeit,
sich kompetent und laienverständlich über wichtige Fragestellungen zu
informieren, z. B.:

- Wie lässt sich Vorhofflimmern frühzeitig entdecken, um es durch einen
Arzt abklären zu lassen?
- Sind Sensoren und Apps zur Herzüberwachung zu empfehlen?
- Welche Rollen spielen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder
Herzschwäche bei Vorhofflimmern?
- Was können Betroffene selbst tun, um eine Besserung ihrer
Rhythmusstörung erreichen (z. B. Lebensstilmaßnahmen)?
- Worauf sollten Patienten bei der Medikamententherapie achten?
- Neue direkte orale Gerinnungshemmer (kurz DOAK oder NOAK*): Welche Vor-
und Nachteile haben sie in der Schlaganfallprophylaxe?
- Erleichtern sie eine Unterbrechung für wenige Tage im Unterschied zu den
alten Gerinnungshemmern Marcumar/Falithrom?
- Wer muss Gerinnungshemmer einnehmen?

*DOAK: direkte orale Antikoagulanzien, NOAK: nicht-Vitamin-K-basierte
orale Antikoagulanzien

Herz außer Takt: Bundesweite Herzwochen
„Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ ist das Thema der
diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung, die vom 1.-30.
November stattfinden. Über Ursachen und Symptome, aktuelle Diagnose- und
Therapiefahren bei Vorhofflimmern sowie die Gerinnungshemmung
(Schlaganfallprävention) informieren Herzspezialisten u. a. in Kliniken,
Herzzentren, Krankenkassen und Betrieben bundesweit. Termine der mehr als
1.000 Veranstaltungen in sind ab Mitte Oktober unter www.herzstiftung.de
abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128400. Tipp: Wer
nichts zu den Herzwochen verpassen will, kann unter www.herzstiftung.de
den kostenfreien Newsletter abonnieren.

Hinweis für Medienvertreter:
Gerne unterstützen wir Sie mit fachlichen Informationen zum Herzwochen-
Schwerpunktthema und mit Service-Angeboten Für Ihre Berichterstattung, bei
Telefonaktionen u. Experten-Chats in Radio/TV/Online helfen wir Ihnen
gerne bei der Vermittlung von Herzexperten (siehe beigefügtes Antwort-
Formular).

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