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Gesundheit

Vorbeugen und heilen: Gesunder Lebensstil schützt die intakte Leber und hilft der gestressten Leber

Wenn die Leber ein modernes High-Tech-Gerät wäre, hätte sie vermutlich ein
hervorragendes Image als zuverlässiger Alleskönner und einen hohen
Bekanntheitsgrad: Die Leber ist das wichtigste Organ für Stoffwechsel und
Entgiftung des Körpers. Bei Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder
Ernährung lagert die Leber vermehrt Fett ein – aus dem leistungsfähigen
Organ wird eine kranke Fettleber. Jeder dritte Bundesbürger über 40 und
sogar Kinder sind bereits betroffen. Die Ausrichter des 18. Deutschen
Lebertages am 20. November 2017 – Deutsche Leberstiftung, Deutsche
Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e. V. – weisen auf diese alarmierende
Entwicklung unter dem Motto: „An die Leber denken!“ hin.

„Die drei Risikofaktoren Übergewicht, Bewegungsmangel sowie ungesunde
Ernährung, und hierzu zählt selbstverständlich auch übermäßiger
Alkoholgenuss, können eine Leberverfettung und eine daraus resultierende
Leberschädigung verursachen“, erklärt Professor Dr. Claus Niederau,
Vorstandsvorsitzender Deutsche Leberhilfe e. V., und ergänzt: „Eigentlich
sind die notwendigen Maßnahmen wie Abnehmen, mehr Bewegung und gesündere
Ernährung zur Vermeidung oder Umkehr des krankhaften Leberwachstums
einfach zu realisieren. Doch vielen Patienten fällt es sehr schwer, an die
Leber zu denken und ihren Lebensstil konsequent zu ändern.“

Erfolgreiche Gewichtsabnahme gelingt nur, wenn konsequent und langfristig
der Verzehr von Kohlenhydraten, gesättigten Fetten sowie Fruchtzucker
reduziert und insgesamt die Kalorienzufuhr verringert wird. Ergänzend
sollte moderater Sport Bestandteil des neuen leberfreundlichen Lebensstils
sein, der sich auch positiv auf das Herz-Kreislaufsystem und andere Organe
auswirkt.

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass bei Übergewichtigen eine Diät mit
täglichen 800 Kalorien und zusätzlichen Gemüsemahlzeiten nach acht Wochen
den Leberfettgehalt wieder normalisieren kann. Nicht alles ist dabei
verboten, der Experte
hat auch gute Nachrichten für Kaffee-Fans: „Es sind nicht alle
Genussmittel schädlich für die Leber. Kaffee hat einen nachgewiesenen
protektiven Effekt bei chronischen Lebererkrankungen. Mehrere Studien
zeigen, dass das Risiko einer höhergradigen Fibrose bei Kaffeegenuss sogar
reduziert ist. Selbstverständlich sollte der Kaffee-Konsum mit dem
behandelnden Arzt abgesprochen sein, um einen negativen Effekt auf
eventuell vorhandene weitere Erkrankungen auszuschließen“, rät Professor
Niederau.

Eine Heilung der tückischen und meist symptomarmen Lebererkrankung, von
der auch schlanke oder nur leicht übergewichtige Menschen betroffen sein
können, ist mit Medikamenten bislang noch nicht möglich. „Medikamentös
lässt sich die nicht-alkoholische Fettleber derzeit noch nicht adäquat
behandeln. Aktuell sind jedoch verschiedene Medikamente mit
differenzierten Wirkprinzipien im Entwicklungsstatus. Neue Studien belegen
eine Reduzierung von Leberfett und Fibrose durch sogenannte Insulin-
Sensitizer, die zur Verbesserung der Insulinwirkung eingesetzt werden, und
durch GLP-1-Agonisten, die die Insulinfreisetzung stimulieren", sagt
Professor Niederau.

Damit eine erkrankte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung
entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist
der Test der Leber-Blutwerte wichtig. Dieser gehört in der Regel nicht zu
den Routine-Untersuchungen. Speziell übergewichtige Menschen sollten sich
beim nächsten Arztbesuch an das Motto des diesjährigen Lebertages erinnern
und „an die Leber denken“!

Mehr Infos unter: http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2017:

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Betätigungswissenschaften bereichern Therapieansätze der Ergotherapie Erste Occupational Science-Konferenz auf europäischem Festland an der HAWK in Hildesheim

Occupational Science Konferenz erstmalig auf europäischen Festland (v.l.n.r.) Prof. Dr. Ulrike Marotzki, Dr. Sandra Schiller, Dr. Ruth Zemke, Dr. Anne Roberts, Prof. Dr. Debbie L  HAWK
Occupational Science Konferenz erstmalig auf europäischen Festland (v.l.n.r.) Prof. Dr. Ulrike Marotzki, Dr. Sandra Schiller, Dr. Ruth Zemke, Dr. Anne Roberts, Prof. Dr. Debbie L HAWK

Zwei Tage lang diskutierten und tauschten sich jetzt 230 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer aus 24 Ländern an der HAWK in Hildesheim zu der jungen
wissenschaftlichen Disziplin der Occupational Science (engl. für
Betätigungswissenschaft) aus. Die internationale Tagung mit dem Thema
„Meeting in Diversity – Occupation as a Common Ground“  („Treffen in
Vielfalt - Beschäftigung als gemeinsame Plattform“) fand in Kooperation
mit der Alice Salomon Hochschule Berlin und dem Netzwerk Occupational
Science Europe (OSE) statt und war erst die vierte europäische
Occupational Science Konferenz überhaupt. Organisiert wurde die Tagung von
Prof. Dr. Ulrike Marotzki, Dr. Sandra Schiller, und Dorothea Harth (alle
HAWK), Dr. Katharina Röse (OSE-Vorstandsmitglied) und Prof. Dr. Silke
Dennhardt (ASH).

Vizepräsident begrüßt internationale Gäste
„Für unsere Studierenden ist dies eine große Chance, die überwiegend
internationalen Forscherinnen und Forscher zu treffen, ihre Vorträge zu
hören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, hob HAWK-Vizepräsident Prof.
Dr. Dieter Grommas in seiner Begrüßungsrede am ersten Konferenztag die
Eigeninitiative und den Pioniergeist der Studiengänge Ergotherapie,
Logopädie, Physiotherapie an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
hervor.

Zukunftsszenarien bei der Vortagung
Schon zur Vortagung, dem sogenannten Think Tank, waren 70 der
Konferenzteilnehmer/innen früher nach Hildesheim angereist. Diese
Ideenschmiede wurde von einer seit 2015 bestehenden internationalen
Arbeitsgruppe, in der die HAWK durch Dr. Sandra Schiller vertreten ist,
vorbereitet. Nach einem Eröffnungsvortrag von Lisette Farias, Doktorandin
an der Western University in Kanada, befassten sich neun Kleingruppen
damit, wie durch eine betätigungsbasierte Perspektive aktuelle
gesellschaftliche Veränderungsprozesse analytisch angemessen erfasst und
durch eigenes Engagement in Forschung und Praxis beeinflusst werden
können. Zu Themenbereichen wie Armut und Arbeitslosigkeit, Migration und
ökologischer Nachhaltigkeit entwickelten die Teilnehmer/innen
Zukunftsszenarien und erste Schritte, die sie als neu gebildete
Arbeitsgruppen nach der Konferenz unternehmen wollen.

Gründerin der Occupational Science
Drei Keynote Sprecherinnen zeigten dann während der Konferenz
unterschiedliche Perspektiven in der Occupational Science auf. Die erste
war die Amerikanerin Dr. Ruth Zemke, emeritierte Professorin der
University of Southern California, sie zählt zu den Gründerinnen der
Occupational Science in den USA, die sich seit den neunziger Jahren des
20. Jahrhunderts im angloamerikanischen Raum zu einer
disziplinübergreifenden Wissenschaft entwickelte.

Die Occupational Science beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen
Betätigung, Gesundheit und Wohlbefinden, aber auch mit Fragen zur
Betätigung, die über die Gesundheit hinausgehen. Betätigung und ihr
Einfluss auf Gesundheit, Teilhabemöglichkeiten oder auch, was Betätigung
ermöglicht und verhindert, kann auf individueller Ebene, aber auch
gruppen- oder gesellschaftsbezogen untersucht werden. So ist in der
Occupational Science beispielsweise die Frage, inwieweit bestimmte
Bevölkerungsgruppen von sozialer Teilhabe und Gesundheit aufgrund
ungleicher Zugangsvoraussetzungen zu Betätigungen ausgeschlossen sind, ein
Forschungsgebiet.

In der ersten Keynote der Konferenz „Occupational Science: Yesterday,
Today, and Tomorrow“, gab Prof. Dr. Ruth Zemke einen Rückblick, einen
Einblick und einen Ausblick in den aktuellen Stand der Occupational
Science. Für die Einordnung der Wissenschaft stellte Zemke ihre
persönliche Kurz-Definition auf der Tagung vor: „Occupational Science (OS)
ist eine sich entwickelnde Wissenschaft, die alltägliche Betätigungen
erforscht, welche Menschen bevorzugt tun oder nicht verrichten mögen, aber
angehalten sind zu tun. Diese Dinge sind Teile unseres Lebens in die wir
eingebunden sind, die unserem Leben Sinn geben, und zeigen, wer wir sind.
Die Aktivitäten sind individuell verschieden. Dies ist ein interessanter
Forschungsgegenstand, um darüber zu lernen, wie Individuen handeln und die
Gesellschaft funktioniert.“

Als eine ihrer Gründerinnen zeigte sich Zemke beeindruckt, dass sich die
Wissenschaft so schnell entwickelt hat. Sie freute sich darüber, dass sich
die Occupational Science in immer mehr Ländern etabliert, sodass die
internationale Forschung auch zunehmend von der Vielfalt unterschiedlicher
soziokultureller Perspektiven auf Betätigung profitieren kann. Für die
Weiterentwicklung der Wissenschaft hofft sie, dass der Fokus von OS auf
der Forschung bleibt und nicht zu schnell in die konkrete praktische
Anwendung gewechselt wird. Es bedarf ihrer Auffassung nach fundierter
Grundlagen, um Betätigung gezielt für individuelle sowie gesellschaftliche
Veränderung einsetzen zu können.

Sozial-kritische und engagierte Wissenschaft
Diese Thematik vertiefte Prof. Dr. Debbie Laliberte Rudman von der Western
University London (Kanada). Sie hob eine politische Ausrichtung und
Verantwortung der OS als eine sozial-kritische und engagierte Wissenschaft
hervor. In ihrer Keynote verdeutlichte sie, dass es Aufgabe der OS sei,
auf die Diskriminierungen in den verschiedenen Kontexten im Zusammenhang
mit Betätigungsungerechtigkeit (occupational injustice) hinzuweisen und
soziale Veränderungen mitzugestalten.

Die Ergotherapie bereichert
Dass Occupational Science den Bereich der Ergotherapie maßgeblich
bereichert hat, betonte Prof. Dr. Anne Roberts, emeritierte Professorin
der University of Plymouth (UK) und Vorsitzende von Occupational Science
Europe (OSE) in der dritten Keynote. Durch den wissenschaftlichen Ansatz
der Occupational Science könne man an die Wurzeln der Profession gehen und
wissenschaftlich untersuchen, wie die Ergotherapie wirkt, um dann gezielt
Betätigungen vorschlagen zu können, die den Menschen bei der Genesung und
bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft helfen, sagte die
Ergotherapeutin aus England, die 2011 das europäische Netzwerk
mitgründete.

Erkenntnisse erweitern die Praxis
Die Erkenntnisse der Betätigungswissenschaften können die
ergotherapeutische Praxis um neue Ansätze erweitern, ergänzt Prof. Dr.
Ulrike Marotzki. Lebensumbrüche zum Beispiel, wie das Ausscheiden aus dem
Berufsleben, sind mit der Anforderung verbunden, sich neu zu orientieren.
Dies kann zu einer gesundheitlichen Belastung werden. Warum dies so ist,
erforscht beispielsweise die Occupational Science. Für die therapeutische
Praxis können hier Fragen abgeleitet werden: Welche Rollen hat ein Mensch
bisher ausgefüllt und welche Hilfestellungen braucht er, um eine neue
Rolle zu finden? Mit dem Wissen um Auswirkungen von Lebensübergängen auf
die Betätigungen eines Menschen können diese in der Ergotherapie besser
begleitet werden und Ergotherapie kann einen Beitrag zur
Gesundheitsprävention leisten.

Bereicherung durch europäische Sichtweisen
„Hier in Europa gibt es viel mehr Diversity“, zeigte Prof. Dr. Debbie
Laliberte Rudmann von der Western University of Ontario aus Kanada einen
der grundlegenden Unterschiede zwischen OS in Nordamerika und Europa auf.
Die Ergotherapie und die Betätigungswissenschaft stehen besonders im
europäischen Raum im direkten Austausch und entwickeln sich gegenseitig
weiter. „Durch die Occupational Science kann sich die Ergotherapie im
Allgemeinen über das Gesundheitssystem hinaus entwickeln und auch
Themenfelder wie Arbeitslosigkeit, Armut oder die Flüchtlingsproblematik
angehen - zu denen viel in den Betätigungswissenschaften geforscht wurde.“
„Occupational Science lief Gefahr, nur die englischsprachige Welt
abzubilden, daher ist es gut, dass die Wissenschaft jetzt durch neue
Stimmen und kulturelle Kontexte bereichert wird“, bewertete Prof. Dr.
Clare Hocking, Chefredakteurin des Journal of Occupational Science sowie
Professorin für Occupational Science und Therapie an der Auckland
University of Technology (AUT) in Neuseeland, die Konferenz.
An der HAWK wird Occupational Science als eine Grundlagenwissenschaft der
Ergotherapie verstanden; in einem zweiteiligen Modul beschäftigen sich die
Studierenden der Ergotherapie im Masterstudiengang mit der Perspektive:
„Was heißt eigentlich Betätigung im Alltag?“. Als Quellen dienen
überwiegend englische Texte. „Es ist aktuell noch eine kleine Gruppe, die
OS wahrnimmt und sich damit auseinandersetzt“, sagt Professorin Dr. Ulrike
Marotzki von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, aber sie setze
viel auf die junge Generation, die sich jetzt im Rahmen ihres Studiums mit
diesen Perspektiven auf menschliche Betätigung beschäftigt. Gerade in der
täglichen Arbeit, wie zum Beispiel in der Arbeitsrehabilitation oder in
der Gemeinwesen orientierten Ergotherapie, wozu Dr. Sandra Schiller an der
Fakultät und in Hildesheim einen wesentlichen Beitrag leistet, könne diese
Art der Forschung die Ergotherapie durch ein umfassenderes
Rollenverständnis maßgeblich bereichern.

Deutschsprachige Arbeitsgruppe geplant
Neben der Gründung einer deutschsprachigen Arbeitsgruppe der Occupational
Science, die auf der Konferenz beschlossen wurde, soll die Wissenschaft
als wichtige Grundlage der Ergotherapie auch Einzug in den
Bachelorstudiengang erhalten, versprach Prof. Dr. Marotzki
zukunftsweisend. Prof. Dr. Silke Dennhardt, Professorin für Ergotherapie
an der Alice Salomon Hochschule und Mitorganisatorin der Konferenz, zog
eine positive Bilanz dieser ersten Occupational Science Konferenz in
Deutschland: „Die Konferenz bot die ideale Austauschplattform, um sich
untereinander zu vernetzen und sich von der Vielfalt der Ideen und
Perspektiven innerhalb der internationalen Occupational Science bereichern
zu lassen. Mit dieser Konferenz ist es uns zum ersten Mal gelungen,
nordamerikanische und europäische Wissensdiskurse in der Occupational
Science zusammenzubringen, was von vielen Teilnehmer/inne/n, gerade auch
aus dem internationalen Raum, als besonderes Ereignis herausgestellt
wurde.“

Dank an Organisation
Die Vielfältigkeit der Beiträge und Diskussionen auf der Konferenz
spiegelt sich nicht zuletzt auch in den vielen Ländern wider, aus denen
die 230 Forscher/innen und Teilnehmer/innen anreisten. So kamen sie aus 13
europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland,
Irland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden Schweiz
Spanien), sowie elf weiteren Ländern (Argentinien, Australien, Brasilien,
Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Pakistan, Katar, Südafrika, USA) nach
Hildesheim. Durch die erstmals eingesetzte Live Stream Technik der HAWK
waren zu einigen Präsentationen Teilnehmer/innen aus weiteren Ländern, wie
beispielsweise Frankreich, Georgien oder Kroatien, virtuell zugeschaltet.
Auch  zwei Deutschlerner aus Syrien, die an dem HAWK-Open-Programm für
Menschen mit Fluchterfahrung teilnehmen, nutzten die Möglichkeit, ihre
eigenen akademischen Hintergründe aus der Heimat mit der
interdisziplinären Agenda der Occupational Science  zu verknüpfen.
Dass auf dieser Konferenz reichhaltige Diskussionen und neue theoretische
sowie persönliche Verbindungen entstanden, lag vielen Teilnehmer/inne/n zu
Folge nicht zuletzt an der offenen, freundlichen und lebendigen
Atmosphäre. Hierfür wurde Dorothea Harth aus dem Organisationsteam auf der
Abschlussveranstaltung besonders gewürdigt, da sie mit ihrer Arbeit und
ihrem Organisationstalent wesentlich zur Entstehung dieser Atmosphäre und
dem reibungslosen Ablauf der Konferenz beitrug.

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NAKO MV: Der 15.000. Studienteilnehmer kommt aus Malchin Kurze Wege für Probanden - Demminer Untersuchungszentrum bleibt noch bis zum 30. April 2018

Blumen für den 15.000. Studienteilnehmer Jens Thürmann.  Fotos: Norbert Fellechner
Blumen für den 15.000. Studienteilnehmer Jens Thürmann. Fotos: Norbert Fellechner

Seit Ende Juli können Probanden der Gesundheitsstudie NAKO aus der
Demminer Region erstmals direkt vor Ort ein Untersuchungszentrum anlaufen.
Bislang haben die 20 Studienmitarbeiter fast 500 Frauen und Männer auf
Herz und Nieren untersucht. Bis Ende April 2018 sollen es dann insgesamt
3.500 sein.

Heute hatte das Team des Demminer Untersuchungszentrums im Neuen Weg 19 zu
einem Tag der offenen Tür eingeladen, um über Deutschlands größte
Gesundheitsstudie zu informieren. Dazu wurde auch der 15.000. NAKO-
Studienteilnehmer aus MV erwartet. Das war Jens Thürmann aus Malchin, der
vom Demminer Bürgermeister Dr. Michael Koch begrüßt worden ist. Der
47-Jährige unterstützt die Gesundheitsstudie mit seiner Teilnahme, weil er
die Gesundheitsforschung für seine und die künftigen Generationen für sehr
wichtig hält.
Studienzentrumsleiterin Dr. Claudia Meinke-Franze nutze die Gelegenheit,
sich für die tatkräftige Hilfe bei der Stadt Demmin und dem Landkreis
Mecklenburgische Seenplatte zu bedanken. „Wir sind hier vor Ort
unglaublich gut aufgenommen und von allen Beteiligten unterstützt worden,
so dass wir unseren Studienteilnehmern dieser Region auch den Service der
kurzen Anfahrt bieten können.“

In der NAKO-Gesundheitsstudie werden seit 2014 Männer und Frauen zwischen
20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren bundesweit medizinisch untersucht
und nach ihren Lebensumständen befragt. Bis Ende April 2018 sollen 20.000
Einwohner der Region Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte
ausgiebig untersucht werden, bundesweit sind es 200.000. Damit wird die
sogenannte Basiserhebung abgeschlossen.

Bereits jetzt arbeiten die beteiligten Universitäten und
Forschungsinstitute mit den erhobenen Daten der ersten 100.000 Probanden.
Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Demenz genauer zu
erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der
Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Mit den ersten
Ergebnissen wird im kommenden Jahr gerechnet. Möglichst viele Teilnehmer
sollen dann ein zweites Mal untersucht werden, um gesundheitliche
Entwicklungen aufzuzeigen und wertvolle Vergleichswerte zu erhalten.

Für die Zweituntersuchungen wird es neben dem ständigen Standort im
Dietrich Bonhoeffer Klinikum in Neubrandenburg wieder nacheinander die
drei temporären Studienzentren in Neustrelitz, Waren (Müritz) und Demmin
geben“, informierte Professor Henry Völzke von der Universitätsmedizin
Greifswald.

Fotos: Norbert Fellechner
Blumen für den 15.000. Studienteilnehmer: der Demminer Bürgermeister Dr.
Michael Koch, Jens Thürmann, der 15.000. Proband, Dr. Claudia Meinke-
Franze (Leiterin des Studienzentrums), Marco Ziesemer (Stellvertretender
Leiter des Studienzentrums) [vordere Reihe von links nach rechts] und
Jens-Peter Beneke Sachgebietsleiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des
Landratsamtes Mecklenburgische Seenplatte sowie Prof. Henry Völzke und
Prodekan Prof. Karlhaus Endlich [hintere Reihe von links nach rechts].
Sandra Hannemann vom Studienzentrum erläutert Jens-Peter Beneke die
Verarbeitung einer Bioprobe.

<www.nako.de>

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Simulator-Fortbildung im OP-Saal: Die Teilnehmer werden eingewiesen  (Foto: Markus Rudloff).

Tag der Patientensicherheit in Bad Oeynhausen Kommunikation im OP-Saal: Fachkräfte werden auf besondere Ereignisse vorbereitet

Simulator-Fortbildung im OP-Saal: Die Teilnehmer werden eingewiesen  (Foto: Markus Rudloff).
Simulator-Fortbildung im OP-Saal: Die Teilnehmer werden eingewiesen (Foto: Markus Rudloff).

„Wenn Schweigen gefährlich ist“, so lautet das Motto des Internationalen
Tags der Patientensicherheit, mit dem das Aktionsbündnis
Patientensicherheit e.V. am 17. September auf sein Anliegen aufmerksam
macht. Passend dazu bietet das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW),
Bad Oeynhausen, an diesem Tag eine besondere Fortbildungsveranstaltung an:
Ähnlich wie Piloten im Flugzeugcockpit besondere Ereignisse simulieren,
können jetzt auch im OP-Saal sowohl Routine-Situationen als auch
unerwartete Situationen und Notfälle trainiert werden. An der in der
Herzchirurgie bisher einmaligen Echtzeit-Simulation sind Herzchirurgen,
Anästhesisten, Pflegekräfte und Kardiotechniker beteiligt.

Als erste und größte Herzchirurgie in Deutschland hat das HDZ NRW seit
Ende des vergangenen Jahres dieses besondere Simulatortrainingsprogramm
für Operationsteams eingerichtet und in diesem Jahr mit zwei
Veranstaltungen in das interne Fortbildungsprogramm für OP-Fachkräfte
aufgenommen.

„Das Besondere für die Teilnehmer ist die Fortbildungseinheit einer
Echtzeit-Simulation in Kombination mit softwaregesteuerten Patienten-
Dummys und einem Simulator für die in der Herzchirurgie überlebenswichtige
Herz-Lungen-Maschine (HLM-Simulator)“, erläutert Prof. Dr. Jan Gummert,
Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie. Die dazu
notwendige Hard- und Software steht in Deutschland erst seit kurzem zur
Verfügung. Die Veranstaltung am Tag der Patientensicherheit ist bereits
die zweite Fortbildungsmaßnahme dieser Art, die in diesem Jahr am HDZ NRW
durchgeführt wird. „Das Interesse, sich auch auf höchst seltene Ereignisse
im OP-Saal praktisch vorzubereiten, ist sehr hoch“, berichtet Gummert, der
das Pilotprojekt vor neun Monaten am HDZ NRW ins Leben gerufen hat.

Anästhesist Dr. Ties Meyer-Jark, Markus Rudloff, Leiter der Kardiotechnik
am HDZ NRW, und das Team des Simulationszentrums Mainz mit Dr. Matina
Heinrichs und Prof. Dr. Wolfgang Heinrichs haben um das Simulator-
Herzstück die exakte Arbeitswelt im OP-Saal nachgestellt. Hier finden sich
ein Patienten-Dummy mit offenem Brustkorb und sämtliches medizintechnische
Inventar einschließlich der Überwachungsgeräte und einer Herz-Lungen-
Maschine im Einsatz. Über ein Regiepult werden spezielle Ereignisse
während einer Operation simuliert, die Trainer achten dabei besonders
darauf, wie genau und worüber sich die Teammitglieder gegenseitig
informieren. „Im Ernstfall kann die richtige Kommunikation lebensrettend
sein. Das ist eher noch anspruchsvoller als beim Simulatortraining für
Flugzeugpiloten,“ sagt Gummert, „denn im OP-Saal ist bei etwa acht bis
zehn beteiligten Personen um den chirurgischen Eingriff herum die
Teamleistung entscheidend, während im Cockpit Pilot und Co-Pilot auf einer
Ebene kommunizieren.“

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Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 37.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.400 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes
Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier
Universitätskliniken und Institute seit mehr als 30 Jahren
interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-
Universität Bochum.
www.hdz-nrw.de

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.(APS) ist das Netzwerk für eine
sichere Gesundheitsversorgung in Deutschland. Vertreter aller
Gesundheitsberufe, ihrer Verbände und der Patientenorganisationen haben
sich zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung
der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Das APS hat sich zum
Ziel gesetzt, die Patientensicherheit in Deutschland kontinuierlich,
nachhaltig und nachweisbar zu fördern.
www.tag-der-patientensicherheit.de

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