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Gesundheit

Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim: Frankfurts größte Wirbelsäulenklinik erweitert ihr Therapieangebot

Eröffnung des neuen Wirbelsäulenzentrums am 1. September mit vergrößertem Ärzteteam, neuen Therapiekonzepten und unter neuer TeamleitungDie stetig steigende Zahl von Wirbelsäulenoperationen sorgt in den Medien immer wieder für Schlagzeilen. Mittlerweile hat die Summe der jährlichen Eingriffe in Deutschland mit 300.000 Operationen pro Jahr eine neue Rekordmarke erreicht. Die Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim gehen jetzt andere Wege: Im neuen, am 1. September 2017 eröffneten Wirbelsäulenzentrum des Klinikums Friedrichsheim setzen die Mediziner in Zukunft, wann immer sinnvoll, verstärkt  auf sanfte, aber vergleichbar wirksame Alternativen: mit erweiterten Behandlungskonzepten, personeller Verstärkung des Ärzteteams und unter neuen gemeinsamen Teamleitung von Dr. Jaques Müller-Broich, bisher Facharzt an der Charité in Berlin, und Dr. Christoph Fleege.

"Unser Ziel heißt: Operieren nur dann, wenn sinnvoll und unumgänglich. Die Praxis zeigt, dass konservative Therapien bei massiven Rückenschmerzen oft auch besser und nachhaltiger helfen als ein chirurgischer Eingriff", sagt Dr. Christoph Fleege, seit vielen Jahren Oberarzt im Wirbelsäulenzentrum des Klinikums. So könnte heute Patienten mit Rückenproblemen - selbst bei massiven Schmerzen - durch fortschrittliche orthopädische Schmerztherapien auch ohne Operation geholfen werden: So ließen sich minimalinvasiv durch gezielte Injektionen im Bereich des Wirbelkanals Schmerzursachen ausschalten. "Die Erfolgsrate dieser minimalinvasiven Therapie liegt bei mehr als 80 Prozent", schätzen die Frankfurter Mediziner.

                         
Breites Therapieangebot und jährlich 2.000 Patienten
Das Klinikum Friedrichsheim ist heute das führende Zentrum zur Behandlung von Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen im Großraum Frankfurt. Das Therapiespektrum umfasst die gesamte Wirbelsäule, inklusive des Beckenbereiches. Es erstreckt sich von der rein konservativen (nicht-operativen) multimodalen Schmerztherapie über Infiltrations- und Katheter-Techniken hin zu minimalinvasiven und offenen chirurgischen Eingriffen. Dabei werden pro Jahr mehr als 2.000 Patienten individuell und im Falle von Tumor und Infektionskrankheiten der Wirbelsäule interdisziplinär behandelt. "Wir wollen diese Führungsposition in Frankfurt auch durch den Einsatz neuer Therapieverfahren jetzt weiter ausbauen", sagt Professor Meurer.

Dr. Müller-Broich wechselt
von der Berliner Charité nach Frankfurt

Neue namhafte Fachärzte im Team sind dazu ein Schlüssel. "Für uns ist es ein Glücksfall, dass mit Dr. Müller-Broich ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie zu uns kommt, der auf die Wirbelsäulenchirurgie spezialisiert ist", sagt Professor Meurer.

Im Therapiealltag des Klinikum Friedrichsheim nimmt daneben die Behandlung von chronischen Rückenschmerzen mit ihrem vielschichtigen Krankheitsbild - oft auch mit ausgelöst durch psychische Belastungen - immer breiteren Raum ein. Deshalb wird in Zukunft ein eigener Psychologe die oft notwendigen komplexen multimodalen Therapien begleiten.
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Düsseldorf: Informationstag zum Thema Krebs

Universitätstumorzentrum informiert am 16. September über
Krebserkrankungen und ihre Therapien/ Düsseldorfer Tumorzentrum betreut
jährlich über 5.000 Patientinnen und Patienten

Am Samstag, 16. September 2017, veranstaltet das Universitätstumorzentrum
(UTZ) des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) den diesjährigen
Informationstag zum Thema Krebs im Haus der Universität in der
Düsseldorfer Innenstadt. Zwischen 9.30 und 17 Uhr beantworten die Experten
der Uniklinik in Vorträgen und Diskussionsrunden alle Fragen zum
Vorsorgen, Behandeln und Leben mit Krebs. Die vier Hauptvorträge zwischen
11.30 Uhr und 14.15 Uhr widmen sich den Möglichkeiten der Immuntherapie
bei Krebs, alternativen Therapieformen sowie Möglichkeiten zur Gewinnung
neuer Kraftquellen bei der Bewältigung der Erkrankung. Im Foyer stellen
sich verschiedene lokale Selbsthilfegruppen vor.

Welche Eigenschaften und Bewältigungsstrategien machen Menschen in Krisen
widerstandfähiger? Welche Ressourcen helfen ihnen, trotz einer
Krebserkrankung das Leben zu meistern und daraus Kraft zu schöpfen? Mit
diesen Fragen beschäftigt sich der Vortrag „Resilienz-Gewinnung bei Krebs“
von Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth von der Evangelischen
Klinikseelsorge am UKD. „Resilienz nennt man auch ‚psychische
Widerstandsfähigkeit‘. Es geht darum, die Kraft zu finden, um Krisen und
die aktuelle Lebenssituation zu bewältigen sowie mit dieser Kraft gestärkt
aus der Erfahrung heraus zu gehen“, erklärt Pfarrerin Schneidereit-Mauth.
„Krebserkrankungen und ihre Therapien können ängstigend,
existenzgefährdend und kräftezehrend sein. Da ist es wichtig, dass man
zusätzlich zur medizinischen Versorgung seine Kräfte bündelt und auch für
das Leben nach der Erkrankung gestärkt ist. Resilienz kann man tatsächlich
trainieren, wie man auch Muskeln trainieren würde.“

„Die schlimmste Angst, ist die Angst vor dem Unbekannten.“

Mit dem Informationstag zum Thema Krebs stellt das
Universitätstumorzentrum am UKD sein breites Spektrum an Krebstherapien
und zusätzlichen Angeboten vor. In Fragerunden und persönlichen Gesprächen
mit den erfahrenen Ärztinnen und Ärzten des UTZ können offene Fragen
besprochen werden. „Die schlimmste Angst, ist die Angst vor dem
Unbekannten. Das gilt auch für Krebserkrankungen“, so Prof. Dr. Norbert
Gattermann, Geschäftsführender Leiter des UTZ. „Deshalb wollen wir in
Vorträgen und Fragerunden gut verständlich sowohl über die
Entstehungsmechanismen von Krebserkrankungen als auch über die
Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Außerdem sollen Patienten erfahren, wo
sie zusätzliche Unterstützung bekommen. Deshalb arbeiten wir auch in
diesem Jahr wieder mit den verschiedenen lokalen Selbsthilfegruppen
zusammen.“ Zusätzlich wird es in diesem Jahr auch Vorträge zu den Themen
„Familiäres Krebsrisiko und Vorsorge“ sowie „Ernährung bei Krebs“ geben.

Zum Universitätstumorzentrum:
Das Universitätstumorzentrum (UTZ) ist ein Zusammenschluss von Kliniken
und Instituten des Universitätsklinikums Düsseldorf sowie dem Sozialdienst
und der Klinikseelsorge, die bei der Versorgung von Patienten mit
Krebserkrankungen eng zusammenarbeiten. Das UTZ ist seit Mai 2013 eines
der onkologischen Spitzenzentren in Deutschland, die von der Deutschen
Krebshilfe gefördert werden. Jährlich werden über 5.000 Patientinnen und
Patienten im UTZ betreut. In zwölf spezialisierten und interdisziplinären
Tumorkonferenzen kommen jede Woche die Experten zusammen, um gemeinsam den
besten Therapieplan für die Patientin/ den Patienten festzulegen. Diese
gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Disziplinen ist von
entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Tumorbehandlung.

Weitere Informationen zum Universitätstumorzentrum und dem Informationstag
finden sich auf der Homepage des UTZ (www.uniklinik-duesseldorf.de/UTZ).

6. Informationstag zum Thema Krebs des Universitätstumorzentrums
Düsseldorf – Versorgen, Behandeln, Leben mit Krebs, Samstag, 16.09.2017,
09.30-17.00 Uhr, Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212  Düsseldorf,
Eintritt frei

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Volksleiden Rückenschmerz: Rheuma zu selten als Ursache erkannt

Viele Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Meist liegt ein
unspezifischer Schmerz vor, bei dem keine genaue Ursache erkannt wird. Bei
etwa einem von vier Patienten mit chronischen Rückenschmerzen kann der
Grund jedoch eine chronisch-entzündliche Wirbelsäulenerkrankung wie der
Morbus Bechterew sein. Hierbei entzünden sich Knochen und Weichteile der
Wirbelsäule und verursachen große Schmerzen.

Im Vorfeld ihres 45. Kongresses weist die Deutsche Gesellschaft für
Rheumatologie (DGRh) darauf hin, dass lediglich etwa jeder Vierte dieser
Betroffenen eine korrekte Diagnose erhält. Warum so wenige Menschen von
ihrer Erkrankung wissen und welche Therapien bei rheumabedingtem
Rückenschmerz helfen, erläutern Experten auf der Kongress-Pressekonferenz
am 7. September 2017 in Berlin.

"Als Ursache für den Rückenschmerz werden entzündlich-rheumatische
Erkrankungen häufig gar nicht oder erst zu spät erkannt", bedauert Dr.
med. Uta Kiltz, Oberärztin am Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne. Die zwei
häufigsten rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen sind die rheumatoide
Arthritis (RA) und die axiale Spondyloarthritis (SpA), dessen schwere
Verlaufsform hierzulande auch Morbus Bechterew genannt wird. Hierbei
entzünden sich die Knochen sowie die anliegenden Sehnen und Bänder der
Wirbelsäule und verursachen chronische Schmerzen im Rücken. "In Anbetracht
der Erkrankungshäufigkeit von rund einem Prozent der Bevölkerung ist es
besonders wichtig, schnelle und sichere Diagnosen zu stellen, um
Betroffene frühzeitig zu therapieren. Nur so können Folgeschäden,
Einschränkungen und schlimmstenfalls Arbeitsunfähigkeit verhindert
werden", betont die Rheumatologin. Mitunter leiden Rheuma-Patienten viele
Jahre an Rückenschmerzen bis sie – wenn überhaupt – die richtige Diagnose
erhalten.

Den Grund für die häufigen Fehl- und Spätdiagnosen bei Rheuma-Patienten
sehen Experten der DGRh darin, dass diese zunächst Hausärzte und
Orthopäden bei Rückenschmerzen aufsuchen. Zu selten ziehen die Ärzte dann
rheumatische Erkrankungen in Erwägung und überweisen zum internistischen
Rheumatologen. "Bereits in der Erstversorgung sollten Patienten unter 45
Jahren, die über 12 Wochen chronische Rückenschmerzen haben, auf
Charakteristika einer Rheumaerkrankung befragt werden", empfiehlt Kiltz.
"Wacht beispielsweise der Patient aufgrund von Schmerzen regelmäßig in der
zweiten Nachthälfte auf oder verbessern sich die Beschwerden bei Bewegung,
sollte unbedingt an die Möglichkeit einer entzündlich-rheumatischen
Erkrankung gedacht werden." Haben Patienten darüber hinaus bereits andere
Vorerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder
Schuppenflechte, verdichte sich die Wahrscheinlichkeit, dass der
Rückenschmerz beispielsweise Folge eines Morbus Bechterew sei.

Professor Dr. med. Bernhard Hellmich aus Kirchheim-Teck weist zudem darauf
hin, dass aufgrund der Komplexität von rheumatischen Erkrankungen ein
multidisziplinäres Vorgehen anzuraten sei. „Auch Bildgebungsdiagnostik wie
MRT oder Röntgen muss in enger Abstimmung mit dem Rheumatologen erfolgen,
denn für die unterschiedlichen rheumatischen Erkrankungen sind jeweils
verschiedene diagnostische Methoden sinnvoll“, so der Kongresspräsident
von Seiten der DGRh. Aufgrund seiner Bedeutung für das Fach der
Rheumatologie ist die interdisziplinäre Arbeit in diesem Jahr auch ein
Schwerpunkt des Kongresses in Stuttgart.

Auf der Pressekonferenz am 7. September 2017 in Berlin erläutern
Rheumatologen anlässlich ihres 45. Kongresses, wann hinter einem
Rückenschmerz Rheuma steckt, welche chronischen Wirbelsäulenerkrankungen
es gibt und wie sie behandelt werden.

Quelle:
https://www.bechterew.de/inhalt/morbus-bechterew/haeufig-gestellte-fragen/

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Nach Schlaganfall motorische Defizite exakter feststellen

Nach einem Schlaganfall scheitern viele Menschen an täglichen Handgriffen
im Haushalt. Der Grund dafür sind Lähmungserscheinungen, die von
Schädigungen im Gehirn herrühren. Diese wirken sich auf die
feinmotorischen Fähigkeiten aus. Ein Team der Technischen Universität
München (TUM) zeigt nun einen Weg auf, der zu einer besseren Diagnose und
gezielteren Therapie führt.

Dass Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall nur eingeschränkt
mit den Händen einfache Alltagsgegenstände und Werkzeuge greifen oder
halten können, belegen klassische Tests zur Überprüfung ihrer manuellen
Geschicklichkeit in der Klinik. Sehr häufig wird der Jebsen Taylor-
Handfunktionstest durchgeführt, wo etwa ein Satz auf ein Blatt Papier
geschrieben werden muss. „Der Jebsen-Test wie auch andere Tests zeigen
allerdings nicht auf, welche einzelnen Faktoren dazu führen, dass sich
Schlaganfallpatienten bei einfachen Handgriffen wie etwa nach einem Blatt
zu greifen so schwer tun“, sagt Professor Joachim Hermsdörfer vom
Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft der Sport- und Gesundheitsfakultät an
der TUM. „Darum haben wir Tests selbst entwickelt, um anhand der daraus
identifizierten beeinflussenden Faktoren gezieltere therapeutische Ansätze
abzuleiten.“ Ihre Ergebnisse haben Joachim Hermsdörfer und Erstautorin
Kathrin Allgöwer gerade im Magazin „Clinical Neurophysiology“
veröffentlicht.

Welche Faktoren lösen die Feinmotorikstörung aus?

Die TUM-Wissenschaftler testeten etwa das Hochheben von Gegenständen
verschiedener Gewichtsklassen und mit verschiedenen Oberflächen, die
vorausschauende und reagierende Griffkontrolle, das visuell-motorische
Vermögen und einige weitere Fertigkeiten. Eine Gruppe von 22 Patientinnen
und Patienten im Alter von 32 bis 78 mit einer halbseitigen Lähmung, der
so genannten Hemiparese nach einem Schlaganfall, haben an dieser Studie
teilgenommen. Ihnen stand eine gleich große Kontrollgruppe mit gesunden
Probanden gegenüber.

Von den Parametern, an denen sich die zwei Gruppen unterscheiden ließen,
konnten drei Faktoren festgestellt werden, die maßgeblich waren, um die
Feinmotorikstörung zu klassifizieren: die Kontrolle der Griffkraft, die
motorische Koordination und das Tempo der Bewegung. Mit statistischen
Methoden konnte das Team schließlich belegen, dass diese drei Faktoren zu
69 Prozent die Alltagsdefizite des umfassenderen Jebsen-Tests voraussagen.

Ergebnisse ermöglichen gezieltere Therapie nach Schlaganfall

"Dank unserer Ergebnisse können Patienten und Patientinnen künftig nach
einem Schlaganfall gezielter in den Bereichen therapiert werden, wo ihre
Schwächen evident sind", sagt Professor Hermsdörfer. Für die Tests wurden
selbstentwickelte Geräte benutzt, unter anderem die Gripforce-Box, mit der
die Griffkraft der Hand überprüft wird. Diese könnte künftig für
Therapeuten so weiterentwickelt werden, dass sie zum Zweck der Diagnose
des Status-quo von Personen nach einem Schlaganfall eingesetzt wird.
"Daran arbeiten wir derzeit noch", sagt der Bewegungswissenschaftler. „Das
Ziel ist zusammen mit zwei kurzen klassischen Tests künftig mit der GF-Box
eine präzise Aussage über die Hintergründe einer Feinmotorikstörung von
Schlaganfallpatienten im Alltag zu machen.“

Publikation:
Kathrin Allgöwer und Joachim Hermsdörfer: Fine motor skills predict
performance in the Jebsen Taylor Hand Function Test after stroke, Clinical
Neurophysiology 31.7.2017. DOI: 10.1016/j.clinph.2017.07.408
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28826016

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