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Gesundheit

Hilfe bei anaphylaktischer Reaktion – Rechtlicher Rahmen aus Sicht der ges. Unfallversicherung

Allergien zählen zu den häufigsten Erkrankungen von Kindern und
Jugendlichen. Schätzungen zufolge leiden über 20 % der 3- bis 6-jährigen
Kinder an einer Allergie (1). Entsprechend hoch ist die Anzahl
allergischer Kinder in Kindertagesstätten. Die Anaphylaxie ist die
schwerste Form einer allergischen Reaktion. Sie beginnt plötzlich und
erfordert ein schnelles und medizinisch korrektes Eingreifen. Unkenntnis
und sogar Fehlinformationen in Bezug auf die rechtlichen Konsequenzen aus
der gesetzlichen Unfallversicherung können jedoch ein wirksames Eingreifen
von Erzieherinnen und Erziehern verzögern oder gar verhindern. Dabei ist
die Rechtslage aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung klar.

Es ist für Eltern allergischer Kinder besonders wichtig, dass Ihre Kinder
auch in Kita und Schule sicher aufgehoben sind und im Ernstfall gut
versorgt werden. Oft stoßen sie aber auf Skepsis bis hin zur Ablehnung,
weil die rechtliche Lage vielen Betreuern unklar ist und falsche
Informationen vorliegen.

Die Ablehnung einer medizinisch notwendigen Betreuung von allergiekranken
Kindern seitens der Kitas wird oft damit begründet, dass Erzieherinnen und
Erzieher nicht unfallversichert seien, dass Haftungsansprüche gegen sie
und/oder die Einrichtung erhoben werden könnten, dass die Kinder nicht
geschützt wären, wenn Komplikationen aufträten und sehr häufig auch, dass
die Kita-Leitung dieses schlicht verbiete.

Dabei schließen Kita und Eltern einen Betreuungsvertrag. Die Eltern geben
ihr Kind in die Obhut der Einrichtung und übertragen insoweit auch die
Personensorge für das Kind. Kaum jemand, schon gar nicht die Beschäftigten
in den Kitas, werden bestreiten, dass die Abwehr von Gefahren für die
Kinder zu ihren Aufgaben gehört.

Gerade weil die Abwehr von Gefahren für das Kind zu den Aufgaben der Kita
bzw. der Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört, ist die Anwendung
eines Notfallpens bei Vorliegen einer anaphylaktischen Reaktion für die
Erzieherinnen und Erzieher eine versicherte Tätigkeit. Sie haben daher, im
unwahrscheinlichen Fall einer eigenen Verletzung, einen Arbeitsunfall
erlitten. Dies gilt selbst dann, wenn die Leitung, der Träger oder andere
Instanzen ein solches Eingreifen verboten haben sollten. Denn
verbotswidriges Handeln schließt nach dem ausdrücklichen Willen des
Gesetzgebers einen Versicherungsfall in der gesetzlichen
Unfallversicherung nicht aus.
Auch das Kind hat beim Eintreten einer anaphylaktischen Reaktion einen
Arbeitsunfall erlitten. Ein Arbeitsunfall liegt auch dann vor, wenn ein
Kind von einem anderen allergenhaltige Nahrungsmittel erhält und aufnimmt.
Lediglich wenn das Allergen in Lebensmitteln vorkommt, die ihm von zu
Hause mitgegeben wurden, liegt kein Arbeitsunfall vor.

Aber selbst in diesem Fall wäre eine Schädigung des Kindes durch den
Einsatz des Notfallpens ein Versicherungsfall für das Kind, da die
Gefahrenabwehr Bestandteil der Betreuung durch die Kita ist. Ist bereits
das Eindringen des Allergens und das Auftreten der entsprechenden Reaktion
ein Arbeitsunfall des Kindes, wäre ein Schaden durch den Einsatz des Pens
eine (zusätzliche) Folge dieses Arbeitsunfalls. Auf Grund der
Haftungsbeschränkung, die bei Verursachung eines Arbeitsunfalls durch die
versicherte Tätigkeit gilt (§ 104 ff SGB VII), braucht niemand
Schadenersatzforderungen fürchten, von grob fahrlässigem Handeln oder
Schlimmerem abgesehen.

Spätestens bei einer voll ausgeprägten anaphylaktischen Reaktion mit
lebensbedrohlichen Symptomen liegt eine Notsituation vor. Dann ist jeder,
z. B. auch eine zufällig anwesende Mutter, zur Hilfeleistung verpflichtet,
soweit das Eingreifen zumutbar ist. Da die Handhabung des Pen einfach ist,
dürfte diese Voraussetzung, insbesondere nach entsprechender Einweisung,
vorliegen. Nicht zu handeln wäre damit sogar eine unterlassene
Hilfeleistung, ein Straftatbestand. Im Gegenzug hat der Gesetzgeber auch
hier die Haftung sehr stark begrenzt. Sie kommt grundsätzlich nur dann in
Betracht, wenn grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wird. Außerdem
sind solche Nothelfer in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert,
wenn sie bei der Hilfeleistung selbst verletzt werden.

Eine Einweisung in die Anwendung eines Notfallpens sollte aus präventiver
Sicht unbedingt, am besten durch den behandelnden Arzt, erfolgen. Die
Einweisung bringt den Erzieherinnen und Erziehern nicht nur die
Sicherheit, korrekt zu handeln, sondern vermittelt auch weitergehende
Informationen, die dazu beitragen können, einen Notfall erst gar nicht
entstehen zu lassen.

(1)
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Zahl_des_Monats/Archiv2016/2016_7_Zahl_des_Monats.html

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Urologische Themenwoche Prostatakrebs vom 4. bis 8. September 2017 Aufklärung rund um den häufigsten Tumor des Mannes

Die Handball-Legenden Michael und Uli Roth unterstützen die Urologische Themenwoche Prostatakrebs.  OpenMinded GmbH / Urologie für alle
Die Handball-Legenden Michael und Uli Roth unterstützen die Urologische Themenwoche Prostatakrebs. OpenMinded GmbH / Urologie für alle

Mit der Urologischen Themenwoche Prostatakrebs vom 4. bis 8. September
2017 setzt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr neues
Aufklärungsformat fort. In ihrer zweiten Themenwoche informiert die DGU in
Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) über
den häufigsten Tumor des Mannes und hat dafür erneut ein fünftätiges
Aktionspaket geschnürt.

Sowohl die Früherkennung des Prostatakarzinoms als auch die Therapiewahl
stehen im Mittelpunkt des Programms, das von prominenten Mitstreitern und
dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) unterstützt wird.

Gestartet war das Format der Urologischen Themenwochen im März dieses
Jahres, als die DGU mit großer Resonanz in der Zielgruppe junger Männer
über Risikofaktoren und Früherkennung von Hodenkrebs aufklärte. „Mit
unserer zweiten Themenwoche wollen wir nun Männer über 40 ermutigen, sich
mit der Früherkennung von Prostatakrebs auseinanderzusetzen, um eine gut
informierte Entscheidung dafür oder dagegen treffen zu können.
Prostatakrebspatienten legen wir unsere internetbasierte Hilfe bei der
individuellen Therapiewahl ans Herz“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr.
Maurice Stephan Michel.

Das Programm der Urologischen Themenwoche Prostatakrebs ist auf
www.urologenportal.de zu finden und startet an Tag 1 mit einem
Informations-Video, das kompaktes Wissen für Männer parat hält. Tags
darauf rücken die Handball-Legenden Michael und Uli Roth in den Focus. Die
Zwillinge erkrankten 2009 an Prostatakrebs und machen sich mit Interviews
und Erfahrungsberichten auf www.urologie-fuer-alle.de für die
Früherkennung stark. Diese neue Webseite ist das Aushängeschild der großen
DGU-Initiative zur Gesundheitsförderung, mit der die deutschen Urologen
die Vielfalt ihres Faches demonstrieren. An Tag 3 der Themenwoche geht der
aktualisierte Ratgeber von DGU und BDU zur Bedeutung des PSA-Tests bei der
Früherkennung von Prostatakrebs auf der Homepage der Urologen online. Er
liegt auch in vielen Apotheken, öffentlichen Einrichtungen und
urologischen Praxen aus. Tag 4 gilt den Patienten: Ein Video stellt die
Online-Entscheidungshilfe Prostatakrebs vor, welche die schwierige
Therapieentscheidung beim nicht metastasierten Prostatakarzinom
unterstützt. Am fünften und letzten Tag der Prostatakrebswoche schaltet
die DGU von 14.00 bis 16.00 Uhr eine Telefon-Hotline. Prostatakrebs-
Experten beantworten die Fragen der Anrufer.

In Sachen Früherkennung haben DGU und BDU eine klare Position: Wünscht der
Patient nach der Beratung durch den Urologen/die Urologin eine
Früherkennung, empfehlen sie Männern ab dem 45. Lebensjahr eine
Früherkennung durch Tastuntersuchung und durch Bestimmung des PSA-Wertes.
Diese Basis-PSA-Bestimmung erlaubt es, individuelle Kontrollintervalle zu
erstellen, die bis zu fünf Jahre betragen. Männern, deren Vater oder
Brüder an Prostatakrebs erkrankt sind, wird die Untersuchung bereits ab
dem 40. Lebensjahr angeraten.

„Mit rund 65.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs die häufigste
Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in
Deutschland. Das erfordert größte Anstrengungen, die Teilnahme an der
Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen zu erhöhen“, sagt DGU-
Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing, der die Medien herzlich um
Unterstützung der Themenwoche bittet.

Die Aktionen der Urologischen Themenwoche Prostatakrebs auf einen Blick:

Montag, 04.09.2017 - Tag 1 - Start des Info-Videos

Dienstag, 05. 09.2017 - Tag 2 - Promis gegen Prostatakrebs

Mittwoch, 06.09.2017 - Tag 3 - Tag des PSA-Testes: Neuer Ratgeber

Donnerstag, 07.09.2017 - Tag 4 - Tag der Patienten: Online
Entscheidungshilfe

Freitag, 08.09.2017 - Tag 5 - Telefon-Hotline von 14.00 bis 16.00 Uhr

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Deutscher Suchtkongress 2017

Größte Veranstaltung zum Thema Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland  Deutscher Suchtkongress 2017
Größte Veranstaltung zum Thema Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland Deutscher Suchtkongress 2017

Größte Veranstaltung zum Thema Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland
vom 18. – 20. September an der Universität zu Lübeck - Einladung zur
Vorab-Pressekonferenz am 5. September

Vom 18. – 20. September findet an der Universität zu Lübeck der Deutsche
Suchtkongress 2017 statt. Zu der im jährlichen Wechsel von der Deutschen
Gesellschaft für Suchtpsychologie (dg sps) und der Deutschen Gesellschaft
für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) durchgeführten Tagung
werden 500 ausgewiesene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland
erwartet. Der Deutsche Suchtkongress ist damit die größte Veranstaltung
zum Thema Abhängigkeitserkrankungen in Deutschland.

Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen: 1,8
Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig, gut 500.000
Menschen sind glücksspielsüchtig, etwa 560.000 onlineabhängig.
Schwerpunkte des 10. Deutschen Suchtkongresses sind unter anderem die
Auswirkungen von Suchterkrankungen auf das soziale Umfeld und Hilfen bei
suchtmittelabhängigen Kindern und Jugendlichen.

Vorgestellt werden der aktuelle Forschungsstand zur Entstehung und
Entwicklung der verschiedenen Abhängigkeitsstörungen sowie Modelle und
Methoden der Beratung und Behandlung. Neuere Entwicklungen wie u.a.
Verhaltenssüchte, neue psychoaktive Substanzen und Fragen der
Drogenpolitik werden diskutiert. Kongresspräsident ist Dr. Gallus Bischof
aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu
Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.

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NotrufPlus - Barrierefreier Notruf für Menschen mit Behinderung

In Brandenburg an der Havel startet heute offiziell der Pilotbetrieb für
NotrufPlus, den bundesweit ersten barrierefreien Notruf für Menschen mit
Behinderung (Gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer und
Risikopatienten). Das NotrufPlus-System, bestehend aus einer kostenlosen
NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden NotrufPlus-
Kommunikations-System in der Leitstelle der Feuerwehr, wurde von der
Technischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der
BürgerServiceNetz UG (haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V.
entwickelt und wird jetzt über sechs bis zwölf Monate getestet.

Brandenburg a.d.H., 31. August 2017       Oberbürgermeisterin Dietlind
Tiemann startete heute in der Rettungsleitstelle Brandenburg an der Havel
offiziell den Pilotbetrieb für NotrufPlus, einen barrierefreien Notruf für
Menschen mit Behinderung (Gehörlose und blinde Menschen, Rollstuhlfahrer
und Risikopatienten). Bisher konnte die Rettungsleitstelle der Stadt
Brandenburg an der Havel, wie auch die anderen Notrufleitstellen in
Deutschland, lediglich ein Notfall-Fax (in Ausnahmefällen eine SMS)
empfangen. Ein Dialog mit der notrufenden Person war so nicht möglich. Mit
der jetzt gestarteten kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem
entsprechenden NotrufPlus-Kommunikations-System in der Leitstelle wird nun
erstmals ein barrierefreier Notruf ermöglicht. Dabei werden mittels
Internetkommunikation Informationen, wie der aktuelle per GPS ermittelte
Standort und sowie vorher im Smartphone gespeicherte Nutzerdaten an die
Leitstelle der oder des Notrufenden direkt übermittelt. Über eine
integrierte Chat-Funktion können außerdem weitere Informationen
ausgetauscht werden. Das NotrufPlus-System wurde von der Technischen
Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der BürgerServiceNetz UG
(haftungsbeschränkt) und dem BürgerServiceNetz e.V. entwickelt.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Dietmar Wikarski
von der TH Brandenburg und seinen Studenten im Fachbereich
Wirtschaftsinformatik. Der Pilotbetrieb wird im Zusammenwirken mit der
Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel und den Mitgliedern des
Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg an der Havel organisiert und
soll über sechs bis zwölf Monate laufen. Nach einem erfolgreichen
Pilotbetrieb ist vorgesehen, NotrufPlus künftig für alle Bürger der Stadt
verfügbar zu machen.

Die Stadt Brandenburg an der Havel erarbeitet gegenwärtig auf der
Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention einen Teilhabeplan mit dem
Ziel einer inklusiven Stadtgesellschaft. Als Maßnahme mit sehr hoher
Priorität wird darin die Nutzbarkeit des Notrufsystems durch Menschen mit
Behinderung formuliert.

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