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Gesundheit

Vorsicht Pilze! Deutsche Leberstiftung weist auf Vergiftungsgefahren bei Pilzverzehr hin

Über den Dauerregen in den letzten Wochen haben sich Sonnenfans,
Biergartenbetreiber und Eisverkäufer geärgert. Gefreut haben sich
Pilzfreunde: Bereits im Juli hat es einen Wachstumsschub bei Pilzen
gegeben. Doch nicht nur Speisepilze gedeihen aktuell gut, auch Giftpilze
wie der Knollenblätterpilz profitieren von durchfeuchteten Böden. Das hat
bereits im Juli und August zu einem dramatischen Anstieg von
Vergiftungsfällen geführt. Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
dokumentiert für den Juli 2017 doppelt so viele Pilzvergiftungsfälle wie
im Juli 2016. Diese alarmierenden Zahlen nimmt die Deutsche Leberstiftung
zum Anlass, vor akutem Leberversagen durch Knollenblätterpilze zu warnen.

Eigentlich ist erst im Herbst die Hauptsaison für Pilze. Doch wenn es wie
in diesem Sommer sehr viel regnet, wachsen bereits im Juli viele Pilze –
Speisepilze und auch Giftpilze. Diesen Wachstumsschub belegen die
Pilzvergiftungsfälle der Experten des Giftinformationszentrums-Nord der
Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord):
Unter http://www.giz-nord.de dokumentiert und vergleicht ein Diagramm die
Anzahl der Vergiftungsfälle durch Pilze seit dem Jahr 2009. Der Monat Juli
2017 ist dort mit doppelt so vielen Vergiftungsfällen eingezeichnet wie in
den Vergleichsjahren zuvor.

Der Hauptanteil dieser Vergiftungen teilt sich nach Angabe des GIZ-Nord in
zwei Gruppen: Da sind zum einen kleine Kinder, die beim Spielen giftige
Pilze entdecken und diese roh verzehren. Zum anderen sind es Erwachsene,
die giftige mit essbaren Pilzen verwechseln.

Häufig kommt es zu diesen Verwechslungen bei Flüchtlingen und Menschen mit
Migrationshintergrund wie zum Beispiel Osteuropäern, die in ihrer Heimat
andere Speisepilze kennen und diese mit den optisch ähnlichen, aber
hochgiftigen Pilzen verwechseln, die in Deutschland wachsen. Einer dieser
gefährlichen Giftpilze, der in den letzten Jahren und auch schon in der
Pilzsaison 2017 immer wieder von Flüchtlingen und Migranten mit einem
essbaren Heimatpilz verwechselt wurde, ist der Knollenblätterpilz.

„Das Tückische an den hochgiftigen Knollenblätterpilzen ist neben der
Ähnlichkeit zu essbaren Pilzen die Latenz. Die Vergiftungssymptome treten
nicht sofort nach dem Verzehr auf, sondern erst nach einer Latenz von
sechs bis maximal 24 Stunden. Der Klassiker ist, dass am Abend Giftpilze
gegessen werden und erst am nächsten Morgen bekommt man Übelkeit,
Erbrechen und Durchfall“, erklärt Professor Dr. Andreas Schaper, einer der
beiden Direktoren des GIZ-Nord.

Aktuelle Knollenblätterpilz-Warn-Plakate sind auf der GIZ-Website
abrufbar. „Wegen der zahlreichen Vergiftungsfälle in den vergangenen
Jahren, bei denen Flüchtlinge den Knollenblätterpilz mit einem beliebten
Speisepilz aus ihrer Heimat verwechselten, informiert das
Giftinformationszentrum-Nord gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule
Hannover und dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit
und Gleichstellung in neun verschiedenen Sprachen“, sagt Professor
Schaper.

Für die lebensbedrohliche Wirkung des Knollenblätterpilzes sind sogenannte
Amatoxine verantwortlich, vor allem das alpha-Amanitin. Eine Erhöhung der
Leber- und Nierenwerte sind Zeichen einer systemischen Vergiftung. Es kann
schon ein einzelner verspeister Pilz tödlich giftig sein, da das Gift
speziell das lebenswichtige Organ Leber schädigt.

„Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man sich sofort an das
nächste Krankenhaus wenden oder den Notarzt rufen. Eine frühe Diagnose der
Vergiftung und ein unverzüglicher Beginn der Behandlung sind für die
Heilungsaussichten extrem wichtig. Nur so kann gewährleistet werden, dass
auch eine eventuell notwendige Verlegung in ein Leber-
Transplantationszentrum frühzeitig veranlasst wird. Das Leberversagen
aufgrund der Vergiftung kann so akut verlaufen, dass Patienten innerhalb
weniger Tage am Versagen der Leber versterben können. Dann ist die
Lebertransplantation die einzig verbleibende Behandlungsmöglichkeit“,
warnt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung. Um die Diagnose zu erleichtern, sollten die Pilzreste und
das Erbrochene aufgehoben und an den Arzt weitergegeben werden.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Ultraschall statt Röntgen – Sonografie sollte oft Mittel der ersten Wahl sein

Rund 1,7 Röntgenanwendungen erhält jeder Deutsche
durchschnittlich pro Jahr – damit belegt die Bundesrepublik europaweit
einen der vorderen Plätze. Das ist nach Einschätzung der Deutschen
Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) – aufgrund der
gesundheitsschädlichen ionisierenden Strahlen– alarmierend. Die Experten
empfehlen, Patienten möglichst mittels Ultraschall zu untersuchen. Die
Sonografie biete häufig eine Alternative zum Röntgenbild – und sei
strahlungsfrei. Gerade bei Baucherkrankungen, Knochenbrüchen und Rheuma
seien Ultraschalluntersuchungen ebenbürtig – oder sogar überlegen.

„Bei der Ultraschalldiagnostik werden ausschließlich Schallwellen zur
Erzeugung der Bilder verwendet, die – anders als ionisierende Strahlen –
keine negativen Wirkungen auf menschliches Gewebe haben“, sagt PD Dr. med.
Wolfgang Hartung, Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Bewegungsorgane. „Somit
kann eine Ultraschalluntersuchung theoretisch beliebig oft durchgeführt
werden, ohne den Patienten zu belasten.“ Aufgrund der starken
gesundheitlichen Vorteile empfiehlt auch die Strahlenschutzkommission
(SSK) Medizinern, immer sorgfältig zu prüfen, in welchen Fällen eine
Ultraschalluntersuchung eine röntgen- oder nuklearmedizinische
Untersuchung ersetzen kann.

Das geht mittlerweile häufig, denn die Ultraschalltechnik hat sich in den
vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. „Es ist nicht mehr nur möglich
verschiedenste Gewebetypen darzustellen, sondern auch die Durchblutung von
Extremitäten und Organen zu quantifizieren“, erläutert Hartung. „Somit
kann der Ultraschall zum Beispiel im Bereich der Bauchorgane – sowohl bei
akuten als auch bei chronischen Erkrankungen – eingesetzt werden.“ Als
erste bildgebende Methode habe er gewissermaßen eine Steuerungsfunktion.
Allerdings seien der Ultraschalluntersuchung auch physikalische Grenzen
gesetzt, die sich von denen anderer bildgebender Verfahren grundlegend
unterscheiden. „Luft ist ein natürlicher Feind der
Ultraschalluntersuchung, da sie aufgrund ihrer Reflexionseigenschaften die
Bildgebung erheblich stört“, so der DEGUM-Experte.

Neben Baucherkrankungen können auch Knochenbrüche sehr gut mittels
Sonografie erkannt werden. Häufig kommt hier jedoch noch die
Röntgenstrahlung zum Einsatz. „Nahezu ein Drittel aller veranlassten
Röntgenuntersuchungen betreffen das Skelett“, so Hartung. „Dabei zeigen
zahlreiche Studien, dass bei bestimmten Knochenbrüchen die
Ultraschalluntersuchung mindestens ebenbürtig – oder sogar überlegen ist.“
Der Rheumatologe sieht beispielsweise gute Möglichkeiten, den Einsatz von
Röntgenstrahlen bei Kindern zu vermeiden. „In naher Zukunft werden
Unterarm- und Oberarmbrüche bei Kindern überwiegend durch eine
Ultraschalluntersuchung diagnostiziert“, prognostiziert Hartung. Das sei
besonders relevant, da der Organismus besonders im Wachstumsalter
empfindlich für ionisierende Strahlen sei.

Auch in der Rheumatologie nimmt die Sonografie mittlerweile einen festen
Stellenwert in der Frühdiagnostik ein. „Rheumatisch bedingte Defekte am
Knochen können durch die Ultraschalluntersuchung im Schnitt sechs Monate
früher erkannt werden als durch eine kon-ventionelle Röntgenuntersuchung“,
sagt der Experte. Auch hier trägt der Ultraschall dazu bei,
Röntgenuntersuchungen zwar nicht ganz zu ersetzten, aber die Anzahl der
Untersuchungen doch deutlich zu reduzieren.

Nicht nur Ärzte sondern auch Patienten selbst können eigenverantwortlich
dazu beitragen, die Anzahl unnötiger Röntgenaufnahmen zu verringern. „Bei
jedem Arztbesuch sollten Patienten ihren Röntgenpass mitführen, damit jede
neue Untersuchung eingetragen werden kann“, rät Hartung. „Wichtige
Voraufnahmen sollten ebenfalls mitgebracht werden, um Doppeluntersuchungen
zu vermeiden und eventuell einen Vergleich des aktuellen Befundes mit
früheren zu ermöglichen.“ Zudem sollten Patienten bei ihrem Arzt
nachfragen, ob die angedachten Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind.
Darüber hinaus sollten sie sich die Notwendigkeit der angedachten
Untersuchungen – und das damit verbundene Risiko – stets genau erläutern
lassen.

Weitere Informationen:

<https://www.bfs.de/DE/themen/ion/anwendung-medizin/diagnostik/roentgen/haeufigkeit-exposition.html>

Strahlenschutzkommission, Orientierungshilfe für bildgebende
Untersuchungen, Empfehlungen der Strahlenschutzkommission 2. Auflage

Ackermann O, Hax PM, Lahner M, Eckert K. Indikationen zur sonographischen
Frakturdiagnostik von Frakturen im Wachstumsalter. Trauma Berufskrankh
2015; 17:115-121

Beltrame V, Stramare R, Rebellato N, Angelini F, Frigo AC, Rubaltelli L.
Sonographic evaluation of bone fractures: A reliable alternative in
clinical practice? Clin Imaging 2012; 36:203

Hartung W, Schmidt WA, Sonographie in der Rheumatologie, Z Rheumatol 2013
· 72:119–128

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: <www.degum.de>

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Chronischer Schmerz: Betroffene gründen erste Selbsthilfegruppe für Dresden

Prof. Rainer Sabatowski, Leiter es Universitäts SchmerzCentrums  Foto: Uniklinikum Dresden
Prof. Rainer Sabatowski, Leiter es Universitäts SchmerzCentrums Foto: Uniklinikum Dresden

Ergänzend zu den ärztlichen und therapeutischen Maßnahmen gegen chronische
Schmerzen rücken die Initiativen zur Patientenselbsthilfe stärker in den
Mittelpunkt. – Auch im Großraum Dresden gibt es hier noch großen Bedarf,
weshalb der bundesweit agierende SchmerzLOS e.V. ein neues Angebot
etablieren möchte: Die Patientenorganisation lädt gemeinsam mit dem
Universitäts SchmerzCentrum des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus
Dresden zum ersten Patientenforum am Sonnabend, dem 26. August 2017, um
10.30 Uhr ins Medizinisch-Theoretische Zentrum (Fiedlerstraße 42, 01307
Dresden) ein.

Neben Vorträgen und Erfahrungsberichten zu den Themenfeldern „chronische
Schmerzen“ und „Wege aus der Schmerzfalle“ steht an dem Vormittag die
Gründung einer Selbsthilfegruppe für Dresden und Umgebung auf dem
Programm. Ziel dieser Initiative ist es, zusätzliche Angebote zu
etablieren, die Schmerzpatienten bei der körperlichen und seelischen
Bewältigung ihrer chronischen Erkrankungen unterstützen.

In Deutschland leiden rund 2,2 Millionen Menschen an so starken
chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen, dass sie zu schweren
körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen.  – Dieses als
Schmerzkrankheit bezeichnete Leiden bestimmt das Leben der Betroffenen.
Als Vorreiter in Sachsen hat das Dresdner Uniklinikum vor gut 15 Jahren
mit dem Universitäts SchmerzCentrum (USC) eine gezielte tagesklinische
Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen etabliert. Ausgangspunkt
war und ist, dass diese Erkrankung sowohl physische als auch psychische
Anteile aufweist. „Die im SchmerzCentrum angebotene  interdisziplinäre,
multimodale Therapie umfasst ärztlich-medizinische, psychotherapeutische,
physiotherapeutische sowie kunsttherapeutische Komponenten, die eng
miteinander abgestimmt sind und sich inhaltlich ergänzen“, sagt der Leiter
des USC, Prof. Rainer Sabatowski.

Der Erfolg dieser zeitlich begrenzten Therapieangebote kann durch weitere
Aktivitäten der Betroffenen verstärkt werden. Dazu gehört auch der
persönliche Austausch unter Betroffenen. „In der Gruppe kann man sich eher
öffnen und erfährt durch die ähnliche Situation viel Verständnis“, sagt
Heike Norda, Vorsitzende des SchmerzLOS e.V. und selbst Betroffene. „Durch
den Austausch in einer Selbsthilfegruppe gewinnen viele Teilnehmer an
Selbstbewusstsein und können besser für sich selbst eintreten. Denn Nicht-
Betroffene, selbst Familienangehörige, können sich oft nicht in unsere
Situation hineinversetzen“, so Heike Norda weiter. Sie kommt am Sonnabend
selbst nach Dresden und berichtet aus der Sicht einer Patientin über den
Chronischen Schmerz und dessen Bewältigung. „Als informierte Patientin
kann ich meine Erkrankung besser akzeptieren und bin in der Lage, auf
Augenhöhe mit meinen Behandlern zu diskutieren und gleichberechtigt über
die Therapien mitzuentscheiden“, erklärt die SchmerzLOS-Vorsitzende.

Zu dem Patientenforum „Was verstehen wir von Schmerz?“ laden Prof. Rainer
Sabatowski und die Vereinigung aktiver Schmerzpatienten „SchmerzLOS e.V.“
ein. Die Veranstaltung findet statt am

Samstag, dem 26. August 2017, um 10.30 Uhr,
im Hörsaal 1 des Medizinisch-Technischen Zentrums,
Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden.

Es referieren die Ärztin Dr. Anke Preissler sowie die Psychotherapeutin
Dr. Ulrike Kaiser vom USC und Heike Norda, Vorsitzende der Vereinigung
aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. Im Anschluss an die Vorträge kann
mit den Experten diskutiert werden. Der Eintritt ist frei. Abschließend
ist die Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten in
Dresden vorgesehen.

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Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim: Neue Behandlungsstrategien in der Kinderorthopädie

Mit den Therapiegrundsätzen "ambulant vor stationär" und "rechtzeitig behandeln, Operationen möglichst vermeiden" entlastet das neue Zentrum für Kinderorthopädie im Klinikum Friedrichsheim Kinder und ihre Eltern / Eröffnung eines Zentrums für Kinderorthopädie
Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim stellt mit der Eröffnung des Zentrums für Kinderorthopädie neue Weichen bei der Behandlung junger Patienten: Es verknüpft das gesamte Know-how und Diagnose-Potenzial des Universitätsklinikums mit individuellen Therapien zur Behandlung von Kindern mit orthopädischen Erkrankungen. Vor allem die Vermeidung eines stationären Klinikaufenthaltes bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern soll Kinder wie Eltern entlasten. Mit der Verstärkung des Ärzteteams um zwei bekannte Spezialisten aus dem Bereich Kinderorthopädie und Neuroorthopädie festigt das Klinikum seine Position als führendes Zentrum für Kinderorthopädie im Großraum Frankfurt.


Mit jährlich über 3.000 Patientenbesuchen unter 18 Jahren zählt das Orthopädische Universitätsklinikum Friedrichsheim bereits heute zu den führenden kinderorthopädischen Kliniken in Hessen. Wichtigste Behandlungsfelder sind dabei unter anderem die Korrektur von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsorganes sowie von Fehlstellungen im Bereich der Arme, Beine und der Wirbelsäule im Säuglingsalter bis zum Ende der Pubertät.

Dr. Manfred Weisz, Dr. Patricia Senghaas - neu im Team
Das Team um Dr. Stefanie Adolf im Zentrum für Kinderorthopädie erfährt kompetente Verstärkung durch Dr. Manfred Weisz, bisher Leiter der Kinder- und Neuroorthopädie am Klinikum Frankfurt-Höchst, und Dr. Patricia Senghaas, spezialisiert auf den Bereich der Kinder-, Jugend- und Neuroorthopädie und zuletzt Oberärztin unter Prof. Dr. Walter Strobl am Krankenhaus Rummelsberg.

"Der Ausbau der Kinderorthopädie und die Trennung der Kinder- von der Erwachsenen-Orthopädie ist eine zwingende Notwendigkeit", sagte Professor Dr. Andrea Meurer, ärztliche Direktorin und Geschäftsführerin der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim. "Das Wissen um die Entwicklung des heranreifenden Skeletts, der Gelenke, Muskeln und Sehnen bei Kindern erfordert vom Arzt fundierte Spezialkenntnisse. Durch die Einbindung in unser Kliniknetzwerk stehen aber auch der Kinderorthopädie alle Möglichkeiten modernster Diagnostik, zum Beispiel Computertomographie, Magnetresonanz-Tomografie oder Sonographie zur Verfügung."

Ambulante Behandlung, wann immer es geht
Die Frankfurter Ärzte versuchen im Klinikalltag, soweit dies medizinisch sinnvoll ist, langwierige stationäre Behandlungen zu vermeiden. Sie belasten Kinder und Eltern besonders stark. "Für uns gilt der Grundsatz, wenn immer möglich, konservativ zu behandeln statt zu operieren und ambulant vor stationär", so Oberärztin Dr. Stefanie Adolf. Als Beispiel nennen die Ärzte hier die Korrektur von Verformungen an den Füssen, etwa dem Klumpfuß. Dieser wurde früher in der Regel operativ korrigiert. Heute erfolgt die Korrektur zum größten Teil im Rahmen von ambulanten Gipswechseln und es bedarf meist nur noch eines kleinen operativen Eingriffes zur Achillessehnenverlängerung. Auch die Diagnostik und Behandlung angeborener Hüftreifungsstörungen bei Säuglingen ist ein Schwerpunkt der konservativen Therapie. Bei schwerwiegenden Fehlbildungen, die konservativ nicht ausreichend behandelt werden können, muss eine operative Versorgung frühzeitig durchgeführt werden, um Folgeschäden zu verhindern.

Wachsender Bedarf im Bereich Neuroorthopädie
Ein zusätzliches Behandlungsfeld im Klinikum Friedrichsheim ist die Neuroorthopädie, also der hoch komplexe Bereich der Vermeidung und Behebung von neurologisch bedingten Entwicklungsstörungen im Bereich von Skelett und Gelenken, Lähmungserscheinungen oder gestörten Geh- und Greiffunktion, wie z.B. bei der infantilen Zerebralparese.
Für optimalen Behandlungserfolg kooperiert das Klinikum auf diesem Gebiet weiterhin mit Kollegen verschiedener Sozialpädiatrischer Zentren.

Auf Wunsch möglich: "Rooming-in"
Ist bei anspruchsvollen Behandlungen die stationäre Aufnahme kleiner Patienten unumgänglich, kümmern sich im neuen Zentrum für Kinderorthopädie am Klinikum Friedrichsheim geschulte Kinderkrankenschwestern um die kleinen Patienten. Selbstverständlich ist dabei die Möglichkeit zum "Rooming-in", also das Angebot für ein Elternteil während des Krankenhausaufenthalts mit dem kleinen Patienten in der Klinik zu wohnen.

Klinikum Friedrichsheim: In Deutschland mit an der Spitze
Das Klinikum Friedrichsheim zählt auch im Bereich der orthopädischen Behandlung von Erwachsenen laut neuester Bewertungsliste des Magazins Focus zu den besten Kliniken in Deutschland - mit Top-Bewertungen im Bereich interdisziplinäre Ausrichtung, Ausstattung und Pflegestandard. Professor Dr. Andrea Meurer, ärztliche Direktorin des Klinikums, zählt laut Focus-Ärztebewertung 2017 zu den 50 führenden Spezialisten für Hüftgelenks-Endoprothetik in Deutschland.
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