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Gesundheit

Deutsche Leberstiftung zum Welttag für sexuelle Gesundheit: Hepatitis- Virus ist sexuell übertragbar

Weltweit wird am 4. September 2017 der Tag der sexuellen Gesundheit mit
zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen gewürdigt. Der von der World
Association for Sexual Health (WAS) im Jahr 2010 etablierte Aktionstag
steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Love Bonding and Intimacy“. Damit
konzentriert sich der diesjährige Welttag der sexuellen Gesundheit auf die
emotionalen Aspekte der Sexualität. Die Deutsche Leberstiftung weist im
Rahmen des Aktionstages darauf hin, dass zu jedem intimen Kontakt auch der
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten gehört – wie beispielsweise
vor der Infektion mit einem Hepatitisvirus.

„Aktuell erreichen uns alarmierende Zahlen zu einem anhaltenden Hepatitis
A-Krankheitsausbruch in Berlin. Seit Mitte November 2016 erkranken dort
vermehrt Menschen an Hepatitis A. Das betrifft offenbar vor allem Männer,
die Sex mit Männern haben“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Den diesjährigen Tag
der sexuellen Gesundheit nehmen wir zum Anlass, auf die
Präventionsmöglichkeiten durch eine Impfung hinzuweisen. Den sichersten
Schutz vor Hepatitis A und vor der ebenfalls hauptsächlich durch sexuelle
Kontakte übertragenen Hepatitis B bietet eine Impfung.“

Hepatitis A und Hepatitis B gehören zu den sexuell übertragbaren
Krankheiten, den Sexually Transmitted Infections (STI). Wer über die
Gefahren aufgeklärt ist und sich schützt, kann seine Sexualität sicher
ausleben und genießen.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine virale Lebererkrankung. Das Hepatitis A-Virus wird
meist durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel oder kontaminierten
Wassers – auch in gefrorener Form beispielsweise als Eiswürfel –
übertragen. Es kann aber auch durch sexuelle Kontakte übertragen werden.
Beim Sex wird die Hepatitis A-Virusinfektion durch oral-anale Praktiken
übertragen. Auch wenn Finger oder Sex-Toys, die Kontakt mit dem Anus
hatten, zum Mund geführt werden, besteht die Gefahr einer Übertragung.
Eine Hepatitis A klingt zwar bei gesunden Menschen in der Regel nach einer
Weile von selbst ab, doch bei älteren oder kranken Menschen kann eine
Hepatitis A auch zu einem akuten Leberversagen führen. Eine wirkungsvolle
Impfung schützt vor Hepatitis A.

Hepatitis B

Das Hepatitis B-Virus ist extrem ansteckend und wird hauptsächlich beim
Sex übertragen. Das Blut von mit dem Hepatitis B-Virus infizierten
Personen ist so ansteckend, dass schon eine geringe Menge, die mit den
Augen nicht erkennbar ist, für eine Infektion ausreichend sein kann. Das
Hepatitis B-Virus ist auch in allen Körperflüssigkeiten enthalten, die
beim Sex eine Rolle spielen: Samenflüssigkeit und Lusttropfen,
Vaginalsekret und Urin. Auch Tätowierungen oder Piercings und Rasuren, die
nicht steril durchgeführt werden, zählen zu den Übertragungswegen.
Hepatitis B-Virusinfektionen verlaufen in circa fünf bis zehn Prozent
aller Fälle chronisch, dann besteht ein erhöhtes Risiko für
bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Vor
allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen
Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer
Übertragung des Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende
Impfung. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis delta,
da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.

„Zu einem lustvollen und positiven Umgang mit Sexualität gehört ein
verantwortungsvoller Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Jeder
sexuell aktive Mensch sollte mit seinem Arzt über einen Impfschutz gegen
Hepatitis A und B sprechen“, empfiehlt Prof. Manns. „Tabuisierung, Scham
und Sprachlosigkeit hingegen begünstigen Infektionsketten und
gesundheitliche Spätfolgen“, warnt er.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, € 16,99. Weitere Informationen: http://www.deutsche-
leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Hilfsmittel mit 3D-Drucker, Lasercutter & Co. selber machen

Das Light Cares-Projekt „Made for my Wheelchair“ zeigt auf der REHACRE in Düsseldorf eine Do-It-Yourself-Beleuchtung für elektrische Rollstühle. Bild: be able e. V., Foto: Jonas Schubert
Das Light Cares-Projekt „Made for my Wheelchair“ zeigt auf der REHACRE in Düsseldorf eine Do-It-Yourself-Beleuchtung für elektrische Rollstühle. Bild: be able e. V., Foto: Jonas Schubert

Ob Laser-Radar im Hut, individuelle Prothesen aus dem 3D-Drucker oder Open
Source Add-Ons für Rollstuhlfahrer: Die Gewinnerprojekte des Wettbewerbs
„Light Cares“, der vom Bundesforschungsministerium ausgerufen wurde,
entwickeln Hilfsmittel, die den Alltag von Menschen mit Behinderung
erleichtern. Dafür sollen die neuen Do-it-Yourself-Werkzeuge und
Materialien in offenen Werkstätten genutzt werden. Die Projekte mit ihren
innovativen Lösungen können vom 4. bis 7. Oktober 2017 auf der REHACARE in
Düsseldorf in Halle 4 G03 am Light Cares-Messestand ausprobiert werden.
Zudem werden am Stand Hilfsmittel direkt vor Ort ausgedruckt und
hergestellt.

Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ arbeiten in den Light Cares-
Projekten Menschen mit Behinderung, Forscher aus Unternehmen und
Instituten sowie Maker aus öffentlich zugänglichen Werkstätten (sogenannte
FabLabs oder MakerSpaces) direkt zusammen. Das Ziel: Mit Hilfe der neuen
Werkzeuge des Lichts wie Laserscanner, Lasercutter, 3D-Drucker & Co.
sollen sich Menschen mit Behinderung ihre passgenauen Hilfsmittel für ein
selbstbestimmtes Leben eigenständig herstellen können.

Eine weitere Besonderheit: Die Daten aus den Projekten, wie beispielsweise
Baupläne oder 3D-Modelle, werden in gängigen Internetplattformen nach dem
Open Source-Prinzip für jeden frei zur Verfügung gestellt. So können sich
Interessierte die Daten herunter laden, um sie für ihre eigenen Projekte
zu nutzen und weiterzuentwickeln. So können sich beispielsweise
Rheumapatienten die Baupläne von Schreibhilfen im Web herunter laden, sie
individuell nach ihren Bedürfnissen anpassen und mit dem 3D-Drucker
ausdrucken.

Die auf der REHACARE vorgestellten Projekte sind die Gewinnerprojekte des
Wettbewerbs „Light Cares – Photonische Technologien für Menschen mit
Behinderung“ und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) mit insgesamt einer Million Euro gefördert. Der Wettbewerb ist
Anfang 2016 gestartet. Die ersten Projekte wurden im Sommer 2017
abgeschlossen, die letzten Projekte beenden ihre Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten Mitte bzw. Ende 2018. Sie alle werden vom BMBF im
Rahmen des Programmes „Photonik Forschung Deutschland“ gefördert.

Die Projektpartner des Light Cares-Wettbewerbs und das
Bundesforschungsministerium laden alle Interessierten vom 4. bis 7.
Oktober 2017 auf den Light Cares-Messestand des BMBF in Halle 4 G03 auf
die REHACARE nach Düsseldorf ein. Neben den Projekten mit
Ausstellungsstücken zum Anfassen und Ausprobieren ist auch ein kleiner
Werkstattbereich mit 3D-Druckern geplant, in dem Hilfsmittel wie Prothesen
live vor Ort ausgedruckt werden.

Die Projekte

AMBOS-3D: Optisches Assistenzsystem in Werkstätten für Menschen mit
Behinderung
Die Wissenschaftler in dem Projekt entwickeln ein kostengünstiges
Assistenzsystem mit Mikrocontroller, 3D-Sensoren und Kamera, das Arbeiter
in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen anleitet und ihnen den
nächsten Arbeitsschritt genau anzeigt.

ANSPRAKON: Anzeigen zum Hören
In diesem Projekt werden „Anzeigesprachkonverter“ für Menschen mit
Sehbehinderung entwickelt, die Informationen von alltäglichen Anzeigen,
wie z. B. von einer Mikrowelle, über eine Webcam erfassen. Ein
Mikrocontroller macht die angezeigten Informationen über eine
Sprachausgabe hörbar.

APROACH: Kostengünstige Exoskelette für Kleinkinder
Ziel des Projekts ist es, aktive Orthesen für Kinder und Jugendliche
inklusive Sensoren und Aktoren mit kostengünstigen Maker-Materialien
herzustellen. Die Orthesen sollen dabei individuell angepasst werden und
mit dem 3D-Drucker ausgedruckt werden.

Custom DIY Limbs: Testschaft für eine Unterschenkelprothese mit DIY-
Technologien
Hier geht es um Prothesenschäfte aus dem 3D-Drucker. Dazu werden zuerst
die entsprechenden Körperteile mit einem 3D-Scanner erfasst und
anschließend als 3D-Modell am Computer erstellt. Die Daten werden mit
Step-by-Step-Anleitungen unter freier Lizenz veröffentlicht.

FABULANDLABS: Hilfsmittel einfach selber machen!
Menschen mit Behinderung sollen sich hier ihre Hilfsmittel mit
kostengünstigen Technologien in FabLabs selbst herstellen und anpassen.
Dafür wird ein mobiles FabLab geschaffen, um das sich stationäre Mini-
FabLabs gruppieren.

LIDARSEE: Das Laser-Radar im Hut
Kleine, kostengünstige LiDAR-Detektoren bilden das Herzstück des Projekts
für Menschen mit Sehbehinderung. Ein Laser-Sensor auf dem Kopf scannt die
Umgebung und erkennt Hindernisse. Über einen Handschuh wird das Feedback
per Vibration gegeben und warnt so den Nutzer.

Made for my Wheelchair: Barrierefreiheit aus dem 3D-Drucker
Ein Team von Rollstuhlbenutzern, Technikern und Designern entwickelt in
diesem Projekt Produkte für elektrische Rollstühle, die mit offen
zugänglichen und kostengünstigen Maker-Technologien hergestellt werden
können. Erste Produkte sind Beleuchtungssets und Transportanhänger.

SELFMADE: Mitten im Alltag dank inklusionsorientierter MakerSpaces
In dem Projekt sollen sich Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Makern
in MakerSpaces ihre Hilfsmittel selber herstellen. Als Pilotprojekt wird
im Dortmunder Büro für unterstützte Kommunikation ein inklusiver
MakerSpace eingerichtet.

SLSASSIST: Eigene Rheumahilfen aus dem 3D-Drucker
An Rheuma erkrankte Menschen stellen sich ihre individuellen Hilfsmittel
in hoher Qualität selber her - das ist das Ziel des Projekts. Dafür werden
Laser-3D-Drucker genutzt. Die Betroffenen lernen dabei unter Anleitung im
FabLab, wie sie ihre persönlichen Hilfsmittel designen und ausdrucken.

VRread: Individuelle Lesehilfe aus dem 3D-Drucker
Hier wird das Smartphone zur individuellen Lesehilfe. Dafür kommt das
Mobiltelefon - wie bei einer VR-Brille - in eine personalisierte 3D-
gedruckte Halterung. Begleitend dazu wird eine mit Kopfbewegungen
steuerbare Lese-App für digitale Dokumente entwickelt.

Haptivest: Fühlend sehen
Die Haptivest ist ein breiter Gürtel für sehbeeinträchtigte Menschen, in
dem eine Kamera und eine Matrix aus über Einhundert kleinen
Vibrationsmotoren eingebaut ist. Diese Pixel-Motoren bilden Objekte, die
sich vor dem Träger oder der Trägerin befinden, als Vibrationsmuster auf
dem Körper ab.

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Ausgezeichnete Krankenpflege: Universitätsklinikum Heidelberg verleiht 1. Heidelberger Pflegepreis

Pflegedirektor Edgar Reisch übergab Lena Weeber, Kardiologische Intensivstation, den Scheck für den ersten Preis.
Pflegedirektor Edgar Reisch übergab Lena Weeber, Kardiologische Intensivstation, den Scheck für den ersten Preis.

Vielfältige Projekte von der Mundpflege auf der Intensivstation bis zur
Aufbewahrung persönlicher Gegenstände / Projekte mit hoher Relevanz für
die Praxis

Wie können verschiedene Berufsgruppen Hand in Hand zusammenarbeiten? Wie
lässt sich die Mundpflege am besten in den Tagesablauf einer
Intensivstation integrieren? Die Fragen und Herausforderungen im
pflegerischen Alltag an einem Krankenhaus der Maximalversorgung sind
vielfältig. Kluge Köpfe, kreative Ideen,  analytische Fähigkeiten  und die
Bereitschaft diese Themen anzupacken gibt es unter den 3.700 Pflegenden am
Universitätsklinikum Heidelberg reichlich. Die besten Projekte wurden
jetzt während des Pflegfachsymposiums „Nurse Summer School“ mit dem 1.
Heidelberger Pflegepreis ausgezeichnet.

„Die hohe fachliche Qualität der eingesandten Arbeiten zeugt von einer
hohen Leistungsdichte und einer großen fachlichen Expertise unserer
Pflegenden“, freut sich Pflegedirektor Edgar Reisch. Gefragt waren
praxisrelevante Projekte, die nachweislich die Patientenversorgung
verbessern. Beteiligt haben sich zwölf Pflegeteams verschiedener Stationen
und Ambulanzen des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Jury – besetzt
mit dem Pflegedirektor, der Leitenden Ärztlichen Direktorin Prof. Annette
Grüters-Kieslich und der Kaufmännischen Direktorin Irmtraut Gürkan –
wählte die Siegerprojekte aus.

Erster Platz: Patienten im Notfall-Behandlungsraum optimal versorgen

Der erste Preis und 1.500 Euro gingen an das Team der kardiologischen
Intensivstation in der Medizinischen Universitätsklinik. Lena Weeber und
ihre Mitstreiter entwickelten eine interprofessionelle Richtlinie für die
Versorgung kritisch kranker Patienten im Notfall-Behandlungsraum auf der
Station Kardio-Intensiv. Ärztliche und pflegerische Schnittpunkte und
Handlungsabläufe, wie z. B. Tätigkeitsbeschreibungen oder Zuständigkeiten,
sind nun genau definiert – eine Optimierung für die effiziente und
effektive Versorgung der internistischen Notfall-Patienten.

Zweiter Platz: Mundpflege in den Tagesablauf einer Intensivstation
integrieren

Über den zweiten Preis und 1.000 Euro freuten sich Martina Konrad und
Angelika Brobeil gemeinsam mit ihren Teams der kardiochirurgischen und
interdisziplinären Intensivstation in der Chirurgischen
Universitätsklinik. Die ausgezeichnete Arbeit hat hohe praktische
Relevanz: Brobeil und Co. widmeten sich in einer Beobachtungsstudie im
eigenen Arbeitsumfeld der Mundpflege ihrer beatmeten Patienten. Dazu
verwendeten sie ein standardisiertes Mundpflegeprodukt, mit dem sich die
Mundpflege der Patienten schnell, sicher und hygienekonform durchführen
lässt. Ergebnis: Die Mundhygiene bei Intensivpatienten lässt sich fortan
optimal und häufiger durchführen – und das bei hoher Motivation und
Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen.

Dritte Plätze: Wichtige persönliche Gegenstände aufbewahren und Pelvic
Care Nurse in der Frauenklinik

Der dritte Platz (jeweils 500 Euro) wurde zweimal vergeben. Jenny Knapp
und das Team der herzchirurgischen Allgemeinstation hatten eine einfache,
aber geniale Idee, mit der sich Zeit und Nerven sparen lässt: Bevor die
Patienten von Station aus in den OP-Saal und von dort auf die
Intensivstation gebracht werden, werden alle wichtigen persönlichen
Gegenstände, wie z. B. Brille oder  Zahnprothese, in eine gelbe Kiste
gelegt. Diese begleitet die Patienten auf ihrem Weg durch die Klinik und
erspart dem Personal fortan die aufwändige Suche nach Brille, Kulturbeutel
und Co. Somit verringerte sich im Projektzeitraum die Zahl der Anrufe auf
der herzchirurgischen Allgemeinstation („Könnt ihr mal bitte die
Zahnprothese von Herrn Müller auf Intensivstation bringen?“) um 90
Prozent.

Ebenfalls über Platz 3 freuten sich Erika Stubbe-Schmitt, Leiterin der
Ambulanz in der Frauenklinik, und Katharina Günther, Pelvic Care Nurse in
der Frauenklinik. Beide implementierten das noch junge Berufsbild der
Pelvic Care Nurse – diese kümmert sich um Patientinnen mit gynäkologischen
Krebserkrankungen im Bereich des Beckens – in die Arbeitsabläufe der
Frauenklinik-Ambulanz. Außerdem überraschte das Ambulanz-Team ihre
Patientinnen mit selbst hergestellten Beckenkissen. Funktionell ähneln
diese den bereits bekannten Herzkissen für Brustkrebspatientinnen. Die
Kissen lindern Narbenschmerzen und erleichtern ein Abfließen der
Lymphflüssigkeit.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg:
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten
medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der
Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten
biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist
die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche
Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund
12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung
und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca.
1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000
mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant
behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der
Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit
studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum-heidelberg.de

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Neu für Männer ab 65:„Screening der Bauchschlagader wird Leben retten“

Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD)  Foto: UKD
Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) Foto: UKD

Über 17.000 Patienten werden pro Jahr in Deutschland operiert / Neue
Früherkennungsmaßnahme für gesetzlich Versicherte / In Schweden konnte
Sterblichkeit halbiert werden
Männer ab 65 Jahren haben zukünftig einen Anspruch auf eine kostenlose,
einmalige Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader. Durch dieses
Screening sollen Aneurysmen, also gefährliche Aussackungen, der
Hauptschlagader frühzeitig erkannt werden. Hintergrund: Reißt ein solches
Aneurysma ein, überleben nur 20 Prozent der Patienten den massiven
Blutverlust, der dadurch in kürzester Zeit eintritt. Deutschland ist eines
der letzten Länder in Westeuropa, in denen ein solches Programm eingeführt
wird. „Das Screening wird Leben retten“, ist Prof. Dr. Hubert Schelzig
überzeugt. Er ist Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie
am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Das Team von Prof. Schelzig
versorgt jährlich rund 150 Menschen, die an einer Aussackung der
Bauschlagader erkrankt sind.

„Männer über 65 erkranken sechsmal häufiger als Frauen an einem Aneurysma
der Bauchaorta. Zudem steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Kommen
weitere Faktoren hinzu, vor allem das Rauchen oder auch eine familiäre
Vorbelastung, erhöht sich das Risiko noch weiter“, so der Gefäßexperte.
Das Gefährliche an einem Aneurysma der Bauschlagader ist zudem: Es wird
oft sehr spät oder gar nicht entdeckt. „Meist sind diese Aneurysmen
symptomlos. Beschwerden werden als Bauchschmerzen abgetan oder auch als
Rückenschmerzen, wenn es etwa auf die Wirbelsäule drückt. Kommt es dann zu
einem Riss, im Fachbegriff Ruptur, ist es häufig für einen rettenden
Eingriff leider  zu spät“, betont Prof. Schelzig. Pro Jahr werden in
Deutschland über 17.000 Menschen gezählt, die an einem Aneurysma der
Bauschlagader rechtzeitig und unter optimalen Bedingungen in der Klinik
operiert werden. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer bei
Patienten mit einer tödlichen Ruptur noch höher ist, da nicht alle Fälle
erkannt und damit auch nicht erfasst werden.

Angesichts dieser Zahlen sei der Schritt zu einen Screeninganspruch für
gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren als Hauptrisikogruppe jetzt
absolut nötig gewesen, bekräftigt Prof. Schelzig. Für den Erfolg einen
solches Screenings gibt es beeindruckende Zahlen aus anderen Ländern. In
Schweden wurde 2006 mit einem solchen Programm begonnen. Inzwischen konnte
dort die Anzahl der tödlichen Verläufe bei Männern über 65 Jahren fast
halbiert werden. Prof. Schelzig ist daher überzeugt: „Auch bei uns in
Deutschland wird diese Früherkennungsmaßnahme Leben retten.“
Das Screening erfolgt per Ultraschalluntersuchung. Wird dort festgestellt,
dass die Bauschlagader gefährlich erweitert ist, kann schnell gehandelt
werden. Dabei kann etwa operativ ein Ersatzgefäß aus Kunststoff in den
erkrankten Bereich der Schlagader eingenäht werden. Eine schonende
Alternative dazu stellt das minimal-invasive Einbringen einer
Stentprothese über einen kleinen Leistenschnitt dar. Hierbei wird die
Gefäßprothese unter Röntgenkontrolle exakt an die erforderliche Stelle
geschoben und dort entfaltet. Auf eine große Operation kann so verzichtet
werden. „Die besten Chancen bestehen natürlich dann, wenn die Erkrankung
so früh wie möglich entdeckt wird. Daher ist das Screening enorm wichtig
und der richtige Schritt“, so der Düsseldorfer Hochschulmediziner.

Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) für diese
Früherkennungsmaßnahme fiel 2016. Für 2018 erwartet Prof. Schelzig nun den
offiziellen Start des Screeningprogramms bei den Hausärzten. Am 20.
September gibt es daher eine Informationsveranstaltung des
Universitätsklinikums Düsseldorf im Haus der Universität in der Innenstadt
für Ärzte und Interessierte.


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinik-duesseldorf.de

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