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Gesundheit

Von Sehnen, Bändern, Knorpel und Faszien - CONNECT 2017: internationaler Bindegewebs-Kongress

Profi-Sportler haben oft damit zu kämpfen, und auch Hobbyathleten kennen
sie: Verletzungen von Bändern, Sehnen, Gelenkkapseln oder Muskelfaszien.
Das Bindegewebe des Bewegungsapparates ist für Sportverletzungen sehr
anfällig. Nach optimalen Behandlungs-und Trainingsmethoden für solche
Verletzungen suchen Profi-Trainer, Physiotherapeuten, Sportärzte und
Physiologen gemeinsam auf der Tagung „CONNECT 2017- CONNECTIVE TISSUES IN
SPORTS MEDICINE“, die vom 16. bis zum 19. März an der Universität Ulm
stattfindet.

Profi-Sportler haben oft damit zu kämpfen, und auch Hobbyathleten kennen
sie: Verletzungen von Bändern, Sehnen, Gelenkkapseln oder Muskelfaszien.
Das Bindegewebe des Bewegungsapparates ist für Sportverletzungen sehr
anfällig. Oft werden sie ausgelöst durch Unfälle, aber auch durch
Überlastung oder falsches Training. Um die Trainings- und
Behandlungsmethoden zur Vermeidung und Therapie von sportbedingten
Bindegewebsverletzungen zu verbessern, konferieren Profi-Trainer,
Physiotherapeuten, Sportärzte und Physiologen vom 16. bis zum 19. März auf
der Tagung „CONNECT 2017- CONNECTIVE TISSUES IN SPORTS MEDICINE“ an der
Universität Ulm.

Das internationale Symposium findet damit zum zweiten Mal in Ulm statt –
erneut mit international renommierten Bindegewebsspezialisten und einer
Portion fußballerischer Prominenz. Zu den Referenten gehört beispielsweise
der DFB-Chefphysiotherapeut Klaus Eder, der unter anderem die deutsche
Fußball-Nationalmannschaft physiotherapeutisch betreut. „Mit seinen
`heilenden Händen´ hat er sich vor allem bei der Behandlung des muskulären
Fasziengewebes einen Namen gemacht“, erklärt Professor Jürgen Steinacker,
Leiter der Sektion für Sport- und Rehabilitationsmedizin am
Universitätsklinikum Ulm. Die Ulmer Sportmediziner gehören mit der „Fascia
Research Group“ des Klinikums und den Bezirkskliniken Schwaben zu den
Organisatoren der Tagung.

Ehrengast der Tagung ist in diesem Jahr Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.
Der deutsche Sportmediziner und fußballbegeisterte Orthopäde war
langjähriger Mannschaftsarzt des FC Bayern München (1977–2015) und betreut
seit 1995 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Vom Präsidenten der
internationalen ‚Fascia Research Society‘, Professor Thomas Findley, wird
der „Bayern Doc“ Müller-Wohlfahrt am 18. März (11:00 Uhr) im Rahmen der
Tagung mit dem „Clinical Pioneer Award“ ausgezeichnet. Der Fußballarzt
gilt als Pionier eines faszienorientierten Behandlungsansatzes, der sich
in Diagnostik und Therapie mit diesem besonderen Bindegewebe befasst und
damit zahlreiche Sportmediziner inspiriert hat. Besonderes Augenmerk legt
er dabei auf das muskuläre Fasziengewebe, also das kollagene Bindegewebe,
das Muskelfasern und -gruppen umschließt, und bei schmerzhaften
Muskelverletzungen eine wesentliche Rolle spielen kann.

Aber auch Bänder, Sehnen und Knorpelgewebe sollen bei der Konferenz nicht
zu kurz kommen. Vorgestellt und diskutiert werden neueste
Forschungsergebnisse zu Wirkfaktoren, die die Verletzbarkeit und
Kraftübertragungsfähigkeit muskuloskelettaler Bindegewebe beeinflussen.
Auf dem Programm steht zudem die Wirkung von Geschlechtshormonen sowie
genetischer Faktoren auf die Funktions- und Regenerationsfähigkeit von
Bändern, Sehnen und Faszien.
Im Fokus stehen zudem entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes. Welche
inflammatorischen Prozesse laufen im entzündeten Gewebe ab und wie lassen
sich diese in vivo nachweisen und medizinisch behandeln? Durch welche
Regulationsmechanismen wird der Muskel-Tonus beeinflusst? Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus für die Therapie und Reha von
Bindegewebsverletzungen?

Workshops vor und nach der Tagung bieten fachliche Anleitung beim Einsatz
modernster Bildgebungsverfahren zur Diagnose unterschiedlichster
Bindegewebsverletzungen. Und auch die sportliche Praxis hat im Programm
ihren Platz. Instruktionen zur richtigen Lauftechnik, zum
bindegewebswirksamen Reha-Training und zur faszienorientierten
Physiotherapie sollen bei der wirkungsvollen Prävention und Behandlung von
Sportverletzungen helfen.

„Wir wollen außerdem zahlreiche neue Forschungsprojekte anstoßen. Die
Ulmer Tagung bietet mit ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Akteuren, die
sich hier fach- und gebietsübergreifend vernetzen können, beste
Bedingungen für neue innovative Ansätze zur Bindegewebsforschung“, ist
Steinacker überzeugt.

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Immer mehr junge Erwachsene leiden unter Kopfschmerzen!

Am 20.2.2017 stellte die BARMER Krankenkasse den Arztreport 2017 vor.
Schwerpunkt der Analyse waren Kopfschmerzen. Im Verlauf von 11 Jahren
waren rund 50% der Bevölkerung wegen Kopfschmerz mindestens einmal in
ärztlicher Behandlung.
Die Zahl der von Kopfschmerz Betroffenen ist also in der Realität wohl
deutlich höher.
Um eine flächendeckend verbesserte Behandlung von Kopfschmerzpatienten zu
gewährleisten, plädiert die DMKG dafür, die Versorgungsstrukturen für
Kopfschmerzpatienten auf allen Ebenen zu stärken.

Am 20.2.2017 stellte die BARMER Krankenkasse den Arztreport 2017 vor.
Schwerpunkt der Analyse waren Kopfschmerzen. Die Krankenkasse betreut
10,3% aller Versicherten in Deutschland und kann aufgrund ihrer Daten eine
solide Hochrechnung für die Gesamtbevölkerung vornehmen. Im Verlauf von 11
Jahren waren rund 50% der Bevölkerung wegen Kopfschmerz mindestens einmal
in ärztlicher Behandlung. Das belegt, wie häufig und wie beeinträchtigend
Kopfschmerzen sind und steht im Einklang mit epidemiologischen Daten.
Alarmierend sind die Daten zur Altersgruppe der 18-27-Jährigen: die Zahl
der Kopfschmerzbetroffenen ist bei Vergleich der Jahre 2005 und 2015 um
42% angestiegen! Anders als in epidemiologischen Studien wurde jedoch kein
Anstieg der Kopfschmerzdiagnosen bei Kindern nachgewiesen. Man kann nur
spekulieren, worauf diese Diskrepanz zur beruht. Möglicherweise ist die
Versorgungslandschaft für Kinder mit Kopfschmerzen bereits so ausgelastet,
dass keine Zuwächse erfasst werden.
Bei der Interpretation der Daten muss bedacht werden, dass nur die
Betroffenen von der Krankenkasse erfasst werden, die tatsächlich primär
wegen Kopfschmerzen zu Lasten der Krankenkasse ärztliche Hilfe in Anspruch
nahmen. Patienten, bei denen Kopfschmerzen nicht im Fokus standen, wurden
nicht erfasst, ebenso nicht die weniger schwer Betroffenen, die sich
ausschließlich mit Selbstmedikation aus der Apotheke versorgen oder schwer
Betroffene, die im Gesundheitssystem keine Hilfe mehr erwarten, weil sie
annehmen, schon alles versucht zu haben. Die Zahl der von Kopfschmerz
Betroffenen ist also in der Realität wohl deutlich höher.
Nehmen Kopfschmerzerkrankungen wirklich zu, oder spiegeln die Ergebnisse
nur eine vermehrte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens wider? Die Daten
erlauben hier keine Differenzierung. Aus der Sicht der DMKG ist jedoch
bedenklich, dass die Zahl der Verordnungen Migräne-spezifischer
Akuttherapeutika (Triptane) und die Rate der Betroffenen, die eine
Prophylaxe erhalten, immer noch gering sind und nicht dem Anstieg der
Kopfschmerzdiagnosen entsprechen. Selbst wenn die Daten „nur“ eine
vermehrte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens belegen, sie lassen keine
Verbesserung der Kopfschmerz-spezifischen Therapie erkennen.
Der Report zeigt auch, dass Kopfschmerzerkrankungen häufig mit psychischen
Begleitdiagnosen einhergehen. Dies entspricht nicht nur der der klinischen
Erfahrung und wissenschaftlichen Daten, sondern belegt die Qualität der
Datenauswertung der BARMER.
Aus Sicht der Betroffenen mit Kopfschmerzen und der behandelnden Ärzte ist
es sehr zu begrüßen, dass sich eine große Krankenkasse intensiv mit dem
Thema Kopfschmerz beschäftigt und aus ihren Abrechnungsdaten
Hochrechnungen erstellt. Die Daten zeigen, dass die Behandlung zu mehr als
80% beim Hausarzt erfolgt, gefolgt von Behandlung bei Nervenärzten und
Neurologen. Die Aktivitäten der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) für eine verbesserte Weiterbildung von
Haus- und Fachärzten verbunden mit der Möglichkeit ein Zertifikat zu
Kopfschmerzspezifischer Fortbildung zu erwerben und künftig auch Praxen,
Kopfschmerzambulanzen und Kliniken zu zertifizieren, gehen in die richtige
Richtung. Um eine flächendeckend verbesserte Behandlung von
Kopfschmerzpatienten zu gewährleisten, plädiert die DMKG dafür, die
Versorgungsstrukturen für Kopfschmerzpatienten auf allen Ebenen (vom
Hausarzt über den Facharzt bis hin zum spezialisierten Zentrum) zu
stärken. Dazu braucht es nicht nur die Unterstützung von den
Krankenkassen, sondern ganz besonders auch von den politischen
Entscheidungsträgern, die neben der Primärversorgung auch indirekten
Kosten und Folgen einer unzureichenden Versorgung im Blick haben müssen.

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„Zur Seismik des Schlafs“: Masterabsolventin plädiert für ein Umdenken beim Thema Schlaf

Die Masterabsolventin Stefani Wiatowski zeigte den Wert  des Schlafes auf und stellte ihn grafisch dar.Morgenstund - Gold im Mund oder ungesund? Masterarbeit zeigt biologische,
gesellschaftliche und kulturelle Faktoren auf.
Büroschlaf – auf der einen Seite kann er Grund einer fristlosen Kündigung
sein, auf der anderen Seite und in anderen Ländern Zeichen einer
südländischen Siesta-Kultur sowie in Asien ein würdigendes Merkmal für
diejenigen, die ganz besonders viel leisten. Die Absolventin der Fakultät
Gestaltung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-
Schweinfurt, Stefani Wiatowski, widmete sich dieser Thematik genauer und
erstellte in Folge ihre Masterarbeit „Zur Seismik des Schlafs“. Auf 150
Seiten gibt die Wissenschaftlerin einen Überblick über den aktuellen
Forschungs- und Gesellschaftsstand zum Thema Schlaf und Gesellschaft mit
dem Ziel, eine neue Schlafkultur in Deutschland zu begründen, da aktuell
eine Arbeitseinstellung dominiere, in der die „Betriebsamkeit“ höher
beurteilt werde als die Ergebnisse und die Gesundheit. Ziel sei es, so
Wiatowski, eine positive Einstellungsänderung zum Schlaf herbeizuführen.
Ihr als Designerin komme hierbei eine wortwörtlich gestaltende Rolle in
diesem Prozess zu: Sie wolle Trends und Entwicklungen aktiv begegnen und
diese mit Hilfe der Gestaltung in neue Bahnen lenken, zumindest einen
Anstoß zur Veränderung leisten.

Der Schlaf werde durch eine Vielzahl an biologischen, gesellschaftlichen
und kulturellen Faktoren beeinflusst – Wiatowski ruft dazu auf, sich diese
Faktoren bewusst zu machen und sie sich im Rahmen der gesellschaftlich
gesetzten Möglichkeiten gezielt zu Nutze zu machen. Pünktlichkeit sowie
die Fähigkeit, mit möglichst wenig Schlaf auszukommen und früh
aufzustehen, werden aktuell als Zeichen von Effektivität, Einsatz,
Leistung und Erfolg wahrgenommen. Der Schlaf hingegen als Störfaktor im
Produktionsprozess, der mit Inaktivität und Unproduktivität verbunden
werde.

In Hochleistungsgesellschaften wie Deutschland sei eine immer stärkere
Vernetzung und eine technisch rasante Weiterentwicklung, vor  allem  im
digitalen  Sektor, zu beobachten, die sich zu einer „24 / 7  always-on-
Gesellschaft“ entwickelt habe, in der alles zu jeder Zeit möglich sei.
Gekennzeichnet durch Schnelllebigkeit, steigenden Leistungsdruck und
globale Mobilität über die verschiedenen Zeitzonen hinweg, löse diese
Entwicklung die Struktur der Kernarbeitszeit auf und an Stelle fester
Strukturen rückten Eigenschaften wie Spontanität und schnelle Reaktions-
und Anpassungsfähigkeit auf kurzfristige Bedingungsveränderungen.
Derartige Veränderungen begünstigten Entwürfe neuer Arbeitszeitmodelle,
die die Individualität von Schlaf- und Pausenbedürfnissen von
Arbeitnehmern berücksichtigen.

So sei im Rahmen der Schlafforschung festgestellt worden, dass
stundenlanges intensives Arbeiten auf Höchstleistungsniveau nicht
realisierbar sei – Menschen benötigten in individuellen Abständen einen
Wechsel von Spannung und Entspannung, Aktivität und Ruhe, Arbeit und
Pause, um anhaltend gute Leistungen erzielen zu können. Werde dieser
Wechsel unterbrochen oder auf Dauer ignoriert, erzeuge dies chronischen
körperlichen Stress, der wiederum zu Leistungseinbußen, nachlassender
Konzentrationsfähigkeit und einer schlechteren Schlafqualität führe;
Burnouts, Depressionen und stressbedingte körperliche Erkrankungen nähmen
zu. Neben den genannten physischen wie psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen verursache die aktuelle Haltung gegenüber
dem Schlaf in Kombination mit Arbeitszeiten und Arbeitsweisen bei vielen
Menschen chronische Schlafdefizite, die auch wirtschaftlich hohe Kosten
nach sich ziehen: für schläfrigkeitsbedingte Unfälle im Straßenverkehr in
Deutschland jährlich ca. 4 Milliarden Euro, für Behandlungen der Ein- und
Durchschlafstörungen 4,2 Milliarden Euro, für Kosten bei
Produktionsausfällen durch Fehlzeiten und Fehler am Arbeitsplatz 18,34
Milliarden Euro.

Warum also sollte die Gesellschaft die vorhandene Arbeitskraft und
Leistungsfähigkeit verschwenden, wenn ein Großteil der Bevölkerung durch
eine der „Always-On-Gesellschaft“ entsprechende flexible Anpassung von
Arbeitszeiten und Arbeitsweisen, die auch individuelle biologisch
vorgegebene Faktoren miteinbeziehen,  effizienter und gesünder sein
könnte? Zudem gewinne jeder Einzelne an Lebensqualität.

Die Ethnologin Ruth E. Mohrmann bezeichnete den Wandel der Schlafkultur
als einen Seismographen kultureller und mentaler Veränderungen, so
Wiatowski. Mit ihrer Masterarbeit wolle sie mit Bezug auf die
Biowissenschaften sowie auf Basis des Wissens aus Schlafforschung und
Schlafmedizin ein „künstliches Erdbeben“ in der aktuellen Schlafkultur
auslösen. Der Fokus liege hierbei auf selbstherbeigeführten
Schlafstörungen bzw. unentdeckten Schlafdefiziten, die durch eigenes
Handeln in Folge von Aufklärungsarbeit und Einstellungsänderungen
aufgehoben werden könnten.

Zu dieser Aufklärungsarbeit gehöre auch das Wissen um die Chronobiologie,
die als Wissenschaft die Zusammenhänge zwischen der Zeit und dem Leben auf
der Erde erforsche. Es gebe eine Unabhängigkeit innerer täglicher Rhythmen
vom Tag-und-Nacht- bzw. Hell-Dunkel-Wechsel mit individuellen inneren
Zeitsystemen und Schlafbedürfnissen, bei denen über zwanzig Gene beteiligt
seien, sowie auch der allgemeine Gesundheitszustand, das Lebensalter und
äußere Einflüsse eine entscheidende Rolle spielten. Die „innere Uhr“ müsse
sich immer wieder neu auf die Außenwelt „einstellen“. Diese individuelle
Veranlagung der Menschen sei verschiedenen „Chronotypen“ zuzuordnen.

Festzustellen sei, dass die Arbeitszeiten für einen Großteil der
Bevölkerung chronobiologisch betrachtet zu früh starteten. Es käme zu
einem „sozialen Jetlag“, bei dem die soziale Zeit, nach der die Menschen
lebten, nicht der inneren Zeitmessung entspräche und im Gegensatz zu einem
„normalen“ Jetlag keine Anpassung an die neuen Verhältnisse möglich sei,
da keine Zeitzonen überschritten wurden. Ziel sei es, eine ausgeglichene
Balance innerhalb der gesellschaftlichen, sozialen und biologischen
Vorgaben zu finden, die jedem persönlich und infolgedessen auch der
gesamten Gesellschaft zu Gute käme.

Der Schlaf sei eine der letzten privaten Bereiche, die es zu schützen und
entsprechend seiner Bedeutung für die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit
und das Wohlbefinden jedes Einzelnen in der Gesellschaft stark zu machen
gelte. Es gäbe bereits einige Initiativen, die ein Umdenken beim Thema
Schlaf beinhalten. Genannt werden beispielsweise die „Initiative neue
Qualität der Arbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales; der
Wissenschaftsjournalist Peter Spork habe ein Buch vorgelegt mit dem Titel
„Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft“. Wiatowski hoffe,
auch mit ihrer Masterarbeit zum Umdenken beizutragen, die sie auf der
„Bergwerk“-Ausstellung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt der
Öffentlichkeit vorstellte: 34 Kuben folgten hierbei den inhaltlichen
Gegensatzpaaren Kontrolle & Kontrollverlust, Innen & Außen, Licht &
Dunkel, Zeit & Relativität sowie Aktivität & Inaktivität, welche jeweils
verschiedene Aspekte rund um das Thema beleuchteten. Zitate zum Schlaf,
Grafiken, wissenschaftliche Daten und Fakten rundeten die Informationen
gestalterisch ab.

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Aus dem Labor in die Praxis: Translationale Forschung für eine Zukunft ohne Diabetes

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen an Diabetes
erkrankt. Jedes Jahr kommen etwa 270.000 hinzu. Das Deutsche Zentrum für
Diabetesforschung (DZD) erforscht Ursachen, Vorbeugung und Behandlung der
Stoffwechselerkrankung. Es entwickelt personalisierte Präventions- und
Therapiekonzepte. Wie Forschungsergebnisse schnell den Weg in die
medizinische Versorgung schaffen, erläutern DZD-Wissenschaftler auf dem
60. Deutschen Kongress für Endokrinologie (15. bis 17. März 2017) in
Würzburg in zahlreichen Symposien.

Auf dem 60. Deutschen Kongress für Endokrinologie präsentieren
Wissenschaftler des DZD ihre Forschungsbereiche und aktuelle Ergebnisse.
„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf einen zeitnahen Transfer der
Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung“, erläutert
Professor Dr. Martin Hrabě de Angelis, Sprecher und Mitglied des DZD-
Vorstands. Denn neue Ansätze, um Diabetes zu vermeiden und zu behandeln
sowie Folgeerkrankungen vorzubeugen, werden dringend benötigt.

In seinem Vortrag „Novel pharmacotherapies of obesity“ berichtet Professor
Dr. med. Matthias Tschöp, Direktor des Instituts für Diabetes und
Adipositas (IDO) des Helmholtz Zentrums München, über neue Therapieansätze
zur personalisierten Prävention und Behandlung von Diabetes und
Adipositas. Welche „Chancen und Risiken medikamentöse Therapieansätze“ bei
Adipositas haben, beleuchtet Professor Dr. med. Matthias Blüher, DZD-
Forscher an der Universitätsmedizin Leipzig.
Um die Entstehung von Diabetes und neue Therapien zu untersuchen, ist die
Maus ein erfolgreiches Modell. Mit der Deutschen Diabetes-Mausklinik
verfügt das DZD über eine herausragende Forschungseinrichtung. Gemeinsam
mit seinem DZD-Kollegen Tschöp spricht Hrabě de Angelis, Direktor des
Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München und
Professor an der Technischen Universität München, auf dem DGE-Kongress zum
Thema „Mausmodelle für Diabetes mellitus und Adipositas“.
„Diabetes und Knochen“ stehen im Mittelpunkt des Vortrags der DZD-Experten
Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer von der Charité Berlin und dem
Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Im ärztlichen
Fortbildungsprogramm berichtet Prof. Dr. med. Michael Roden, Mitglied des
DZD-Vorstands und wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Diabetes
Zentrums, über „Neues in der medikamentösen Diabetes-Therapie – was ist
für den Hausarzt wichtig zu wissen?“

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre
Zusammenarbeit der Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen mit
verschiedenen Forschungsschwerpunkten“, sagt Professor Dr. med. Matthias
M. Weber, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(DGE). Dadurch entstünden innovative Forschungsansätze wie zum Beispiel
zur epigenetischen Vererbung einer durch Fehlernährung erworbenen
Stoffwechselstörung oder auch zur Entwicklung neuer Therapien. „Nur wenn
es gelingt, Forschungsergebnisse schnell in die Praxis zu bringen, sind
wir gerüstet, um auf die Herausforderungen der ‚Diabetes-Welle‘ zu
reagieren und unsere Patienten optimal zu behandeln“, betont Weber.

Über das DZD:
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) wurde 2009 auf Initiative
des Bundes und des Ministeriums für Forschung und Bildung (BMBF)
gegründet. Es bündelt vorhandene Kapazitäten, Kompetenzen sowie modernste
Infrastrukturen, um so die translationale Diabetesforschung in Deutschland
auf neue Beine zu stellen. Inzwischen zählt das DZD zu den weltweit
führenden Einrichtungen in der translationalen Diabetesforschung.

Terminhinweise:
Pressekonferenz anlässlich des 60. Deutschen Kongresses für Endokrinologie
der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Termin: Mittwoch, 15.03.2017, 11:00 bis 12:00 Uhr
Ort: Congress Centrum Würzburg (CCW); Raum 7-9
Anschrift: Kranenkai, Eingang B, 97070 Würzburg

Meet the Experts
Mausmodelle für Diabetes mellitus und Adipositas
Matthias Tschöp, München + Martin Hrabe De Angelis, München
Termin: Mitwoch, 15.03.2017, 14:30 bis 16:00 Uhr

S12: Hot topics in translational obesity research
gemeinsam mit Sektion Diabetes
Obesity driven microglia activation and damage in the brain
Ingo Bechmann, Leipzig
Having fat cravings? …perhaps its all in your head…
Wiebke Fenske, Leipzig
Roux-en-Y gastric bypass associated changes on bile acid cycling and gut
microbiota
Florian Seyfried, Würzburg
Novel pharmacotherapies of obesity
Matthias Tschöp, München
Termin: Freitag, 17.03.2017, 16:30 bis 18:00 Uhr

www.dge2017.de

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den
Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drüsen – zum
Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in
Hoden und Eierstöcken – „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt nach „innen“
in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen wie
Speichel- oder Schweißdrüsen ihre Sekrete nach „außen“ ab.

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